Wezugspreisr £iir Vsterreich-Ungarn ganzjährig K 4'-halbjährig K2- ^nr Amerika: ganzjährig D. 1*25 £iir das übrige Ausland ganzjährig X 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Gottsiheer Dole Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Verwaltung des Kottscheer Waten in Gottschee Nr. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftkeitung des Kattscheer Waten in Gottschee. Anzeigen (Zr.jerate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage bei Gott» icheer Boten erhältlich. Bostsparkassen-Konto Nr. 842.285. Ar. 21. KoLtschee, am 4. Wovemöer 1915. Jahrgang XII. Österreich-Ungarn und Deutschland. Deutschlands großer Kanzler sagte einst, wenn Österreich nicht existierte, müßte es erfunden werden. Damit kennzeichnete des Deutschen Reiches genialer Schmied in der ihm eigenen lapidaren Form die für das politische Gleichgewicht unseres Kontinents notwendige mitteleuropäische Staalengruppierung. Als Österreich-Ungarn im Sommer des vorigen Jahres von Rußlands Mobilmachung schwer bedroht wurde, da trat Deutschland ohne Zögern als treuer Verbündeter an unsere Seite. Deutschland erfüllte damit nicht nur eine Ehrenpflicht, indem es seine Bundestreue wahrte und den Bündnisvertrag heilig hielt — zum Unterschied von der Falschheit, Tücke und treulosen Wortbrüchigkeit des „verbündeten" Italien —, sondern es ließ sich dabei auch von seinen eigenen Lebensinteressen leiten, denn die Zertrümmerung der alten habsburgischen Monarchie würde das europäische Gleichgewicht aus den Fugen heben; sie würde ein Chaos schaffen, die Vergrößerungssucht der östlichen und westlichen Nachbarn Mitteleuropas entfesseln und zu einer unabsehbaren Ära von schweren Beunruhigungen im Herzen unseres Kontinents führen. Ein entscheidender Sieg Rußlands zumal hätte nicht nur den Bestand Österreich-Ungarns, sondern in seinen weiteren Folgen auch den des Deutschen Reiches gefährdet. Es kam zum Glück anders, als es sich unsere Feinde vorgestellt hatten. Österreich-Ungarns Doppelaar und der stolze deutsche Adler schweben majestätisch in sieghafter Höhe. Sie sind losgefahren auf die Raubvögel und Aasgeier der Feinde, haben ihnen schwere Wunden beigebracht und kreisen mit ihren mächtigen Schwingen in stolzen Höhen im Feindeslande. Der Dichter Ottokar Kernstock versinnbildlicht dies in seinem schönen Gedichte „Die beiden Adler": Ich sah zwei Adler schweben In Wolken blutigrot. Zwei Freunde sind's fürs Leben, Zwei Freunde in der Not. Kein Schicksalsschlag, kein Wetterstreich Trennt je den deutschen Adler Und den von Österreich. Heut' fliegen sie rheinüber Und morgen übern Bug. Gestrafft ist jede Fiber Und sturmbewegt ihr Flug. Sie halten mit dem Nachtgezücht Der Heuchler und Verräter Ein grausiges Gericht. Wenn Satan selbst ihm helfe, Die Adler ficht's nicht an. Sie schlagen die russischen Wölfx, Sie jagen den gallischen Hahn. Und zähnefletschend schleicht davon Die feige, nimmersatte Hyäne Albion. Die beiden macht's nicht bange, Daß schnöd' im Ungemach Die falsche welsche Schlange Uns in die Ferse stach. Mit ihren Fängen zorngemut Zertreten die zwei Starken Den Kopf der Natternbrut. Und wer das Paar, das hehre, Ums Recht sich wehren sieht, Der fleht, wenn noch von Ehre In ihm ein Fünftem glüht: Der Herr der Heerscharen sei mit Euch Und schirm' den deutschen Adler Und den von Österreich! Der Franzose lebt und stirbt nur für seine Gloire und für Revanche (Rache für Elsaß-Lothringen), der Engländer kämpft aus Geschäftsneid wie ein mit Spieß und Speer bewaffneter Krämer. Der Ruhm, die „Gloire" spielt bei ihm keine große Rolle und das Goethesche Wort ins Englische übersetzt würde lauten: „Geschäft ist alles, nichts der Ruhm". Zu diesen Grundstimmungen in den Westmachtsländern tönt die ewig unersättliche Ländergier Rußlands hinzu, der Länderhunger des Panslawismus. Dazu zuletzt noch die treulose Tücke des raubsüchtigen Italiens. Also nur niedrige Instinkte: Rache, Neid, Geldgier, Raubsucht und tückischer Verrat. Wie ganz anders stehen Österreich-Ungarn und Deutschland dal Nicht Haß, nicht Rache und eitle Ruhmsucht, nicht Geschäfts-ueid und Geldgier, nicht gieriger Länderhunger und Begehren nach fremdem Gute find es, die ihnen das Schwert in die Hand gedrückt, nur die gerechte Notwehr war es, die ihnen den furchtbarsten aller Kriege aufgezwungen. Nicht zur Befriedigung von Neid, Haß und Habgier führen sie den Krieg, es sind vielmehr die heiligsten Güter, die ihr Schwert verteidigt: die gottgewollte sittliche Weltordnung, die wahre Kultur der Menschheit. Dieses Bewußtsein ist es, was sie stark macht, auch einer Welt von Feinden gegenüber. Dieses Bewußtsein läßt sie reinen Herzens zu Gott, dem Lenker der Schlachten, aufblicken, der ihrem Arm Stärke gibt und ihren Heeren den Sieg. Wehe,, dreimal Wehe ganz Europa, wehe der europäischen Kultur, wenn Österreich-Ungarn und Deutschland im großen Kampf unterlägen! Aber das ist ja nicht zu befürchten, sie schreiten von Sieg zu Sieg! Unsere Zeiten sind heroische Zeiten. Heroische Zeiten sind immer schwer, aber sie geben dem Leben Inhalt und Größe. „Wir haben," sagt der deutsche Philosoph Eucken, „jetzt nicht bloß fortzuführen, was frühere Zeiten begonnen, sondern wir haben selbst aus eigener Kraft neueWege zu bahnen. Wir dürfen sagen, daß wir Geschichte machen. Wenn in diesem Kampfe alle sittlichen Mächte mit uns sind, so gipfelt dieser sittliche Charakter des Krieges vornehmlich in dem Treubunde zwischen Österreich und Deutschland, im vollen gegenseitigen Vertrauen, in der unablässigen gegenseitigen Förderung. Das Viribus unitis ist jetzt zu einer weltgeschichtlichen Macht geworden. Und dieser Macht dürfen wir freudig vertrauen. Mit ihrer Hilfe wollen wir siegen und werden wir siegen." Und die Zukunft? Sie ist noch umschleiert, aber das glückliche Ende rückt immer näher. Vielleicht war Robert Hamerling ein Seher der Zukunft, als er in einem prophetischen Gedichte vor Jahren schrieb: Meine hellen Seheraugen tauch' ich ein in ew'gem Lichte, Und vor meine Seele treten zukunftstrunkene Gesichte; Durch das tuchverhüllte Dunkel tatenschwangerer ferner Zeiten Seh' ich eine hohe Göttin nah' und immer näher schreiten. Du, das zwanzigste seit Christi — waffenklirrend und bewundernd Wird die Nachwelt dich einst nennen: Das germanische Jahrhundert. Deutsches Volk, die weite Erde wird vor dir in Glaub' erzittern, Denn Gericht wirst du bald halten mit den Feinden in Gewittern. Englands unberührten Boden wird dein starker Fuß zerstampfen. Überall wird hoch zum Himmel, hoch das Blut der Feinde dampfen. Und den tönernden Giganten Rußland stürzest du zerborsten; In der Ostsee reichem Lande wird der deutsche Adler horsten. Oesterreich, du totgeglaubtes, eh' die zwanzig Jahr' vergehen, Wirst du stolz und jugendkräftig vor den vielen Völkern stehen. Und sie werden dich erzitternd, beugend sich vor deinem Ruhm, Herrscherin des Ostens nennen, zweites deutsches Kaisertum. Mit des neuen Polens Krone wird sich stolz ein Habsburg kränzen, Unter ihm in junger Freiheit wird auch die Ukraine glänzen. O, geliebtes Volk, ich höre stimmend schon die Cymbeln geigen, Und die Pauken und Drommeten zu dem großen Siegesreigen. Freue dich der Heldenzeiten, das Geschick ist dir verbündet, Fürchte nichts von deinen Feinden, Wahrheit hab' ich dir verkündet! Wir schließen unsere Ausführungen mit dem herrlichen Bündnislied „Deutschland-Österreich" von R. v. Kralik, das Professor Ferd. Hubel vertont hat und das am Vorabende des Namensfestes unseres heißgeliebten Kaisers in Wien gesungen wurde. Deutschland-Östreich, treu im Bunde Wider eine ganze Welt, Sich'rer Fels auf festem Grunde, Ob sonst alles rings zerfällt. Deutschland-Österreich, Deutschland-Öst'reich treu vereint, Deutschland-Österreich, fürchtet beide keinen Feind! Bild der Einheit, Doppeleiche, Einem Stamme stark entstammt, Bis an Gottes Himmel reiche Deine Krone „Iichtumflammt! Deutschland-Österreich, Deutschland-Öst'reich, nie entzweit, Deutschland-Österreich, bleibet fest in Lust und Leid! Adlerpaar, gen Himmel fliege Uber Berge, Land und Meer! Königlich mit Macht besiege Alles neid'ge..Krähenheer! Deutschland-Österreich, Deutschland-Öst'reich, edles Paar, Deutschland-Österreich, bring zum Sieg, was recht und wahr! Heil den Kaisern, derengleichen Noch die Menschheit nie gesehn! Was ihr beide könnt' erreichen, Laßt der Welt zum Heil geschehn. Heil den Kaisern! Höchster Ruhm werd' euch zuteil! Heil den Kaisern! Heil Franz Josef! Wilhelm Heil! Obige Zeilen haben wir bereits vor dem Ausbruche des Krieges auf dem Balkan geschrieben. Mittlerweile hat die Einnahme Belgrads, haben die Siege der österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen in Serbien der Waffenbrüderschaft der beiderseitigen Heere für alle Zeiten eine fortwirkende volkstümliche Weihe gegeben. Herrlicher als je erstrahlt wiederum die Bundestreue zwischen den beiden Kaiserreichen. Ist es doch, als ob nur ein Herz in ganz Mitteleuropa schlüge, als ob ein einziger Pulsschlag von der Nordsee bis zur Adria und bis tief in den Balkan hinab alle Herzen durchzitterte, als ob ein und dieselbe Kraft machtvollen Willens alle beherrschte. Aber noch mehr als das! Die Mittelmächte sind auf dem Wege zur Weltmacht. Der gewaltige Krieg hat Deutschland und Österreich-Ungarn die Richtlinie ihrer weltgeschichtlichen Entwicklung vorgezeichnet. Was Hamerlings Seheraugen als Zukunststraumbild erschaut, das reift in irgendeiner Weise nunmehr der Wirklichkeit entgegen. Heil der großen Zukunft der beiden Kaiserreiche! Die Friedensfrage. „Das Kriegsende rückt immer näher und die furchtbare Entscheidung naht für alle Völker." So schrieb kürzlich der „Matin". Für Österreich-Ungarn, Deutschland und seine Verbündeten ist die militärische Lage außerordentlich günstig. Das Eingreifen Bulgariens in den Weltkrieg hat eine ganz neue Lage geschaffen, die am besten dadurch gekennzeichnet ist, daß der französische Minister des Äußern Delcaffe, die „Seele der Entente", wie er in den russischen Blättern genannt wird, zurückgetreten ist und eine Ministerkrise entstand, daß in England ebenfalls eine schwere Minister- und Parlamentskrise eintrat und daß in Rußland eine Rekonstruktion des Ministeriums erfolgte, der noch weitere Veränderungen folgen werden. Die Tatsache, daß die Bulgaren an der Seite der Mittelmächte kämpfen, besiegelt die Niederlage der Vierverbands-Diplomatie. In Rußland halten unsere Truppen den Angriffen der Feinde heldenmütig stand, neuerliche Stürme der italienischen Heere wurden blutig abgewiesen, die große Offensive im Westen ist vollständig gescheitert und in Serbien rücken die Österreicher, Deutschen und Bulgaren unaufhaltsam siegreich vor. „Der europäische Krieg nähert sich seinem Ende" heißt es im Kriegsmanifeste des Königs von Bulgarien. Jedenfalls sind wir, wie Ministerpräsident Graf Tisza sich neulich äußerte, „über die schwersten der Gefahren hinaus". Wir schreiten den großen Zielen zu, für welchen Kampf unsere Armee gestählt worden ist. Die Diplomatie der Zentralmächte schweigt und läßt ihre Armeen die letzte Phase dieses großen Weltkrieges durchkämpfen, um die Früchte ihrer vorbereitenden Arbeit sicher einzuheimsen. Wann der Abschluß der gewaltigem Kämpfe kommen wirv, weiß heute noch niemand. Vor dem Jahre 1916 wohl kaum. Die „Reichspost" erhält von neutraler diplomatischer Seite folgendes Urteil über die internationale Lage: Die Balkanlage ist für die Vierverbandsmächte aussichtslos. Die neutralen Staaten lösen sich langsam, aber merklich von der Vierverbandspolitik. Die Beziehungen Rumäniens und Griechenlands zum Vierverbande werden stetig kälter. Serbien wehrt sich verzweifelt und wartet noch immer auf den Bieroerband. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dort alles über Nacht zusammenbricht, sobald man sich von dem Irrtum dieser Rechnung überzeugt. Der neutrale Diplomat äußerte sich, daß nach seiner Meinung der baldige Eintritt der serbischen Katastrophe den Weltfrieden bringen dürfte. Die „Neuen Züricher Nachrichten" schreiben: „Schweizerische und auswärtige Gelehrte und Körperschaften formulieren bereits Vorschläge für den zu erwartenden Weltfriedenskongreß. Das ist vergebliche Mühe. Denn wie von maßgebender Seite geäußert wird, wird ein solcher Kongreß von den Zentralmächten kaum noch beabsichtigt. Man glaubt dort vielmehr, wenn es einmal so weit sei,, an die Wiederherstellung des Friedens durch gesonderte Friedensschlüsse. Man .denkt nicht an einen Sonderfrieden im eigentlichen Sinne, sondern an Friedensschlüsse von Macht zu Macht, zeitlich möglichst zusammenfallend, örtlich aber hinsichtlich der Verhandlungen getrennt. Denn von einem Friedenskongreß im Stile des Wiener Kongresses könne, da die Lage gegen dainals eine grundverschiedene sei, gar nicht mehr die Rede sein. Man kann es den Zentralmächten nachfühlen, wenn sie die Einmischung der Vereinigten Staaten in die einzelnen Friedensfragen entschieden ablehnen, nach allem, was die Regierung Wilson in Bezug auf die Neutralität geleistet hat. Weiters könne Europa den Zentralmächten nur Dank wissen, wenn sie Japan das Stimmrecht in rein europäischen Angelegenheiten versagen. Es wäre ferner undenkbar, daß ein Weltfriedenskongreß Friedensbedingungen auf dem Wege der Majorität beschlösse. Es wäre dann zu sehr zu befürchtest, daß der Kongreß der Anstoß zu einem neuen Kriege würde. Weiters ist zu erwähnen, daß Österreich-Ungarn den Friedensschluß mit Italien als seine allereigenste Angelegenheit unter scharfer Ablehnung jeder französischenglischen Einmischung betrachtet, wobei es allerdings bereit sein dürfte, die guten Dienste seines Verbündeten und des Heil. Stuhles anzunehmen. Genau denselben Standpunkt dürfte Deutschland wegen Belgien einnehmen, ebenso der Vierverband für die Friedensverhandlungen mit Rußland. Ob nach einer gewissen Zeit der Ruhe nach dem eigentlichen Friedensschluß später noch ein Weltkongreß für die internationalen Probleme erforderlich sein dürfte, bleibt dahingestellt. Fällt nun die Möglichkeit^eines Weltkongresses in sich zusammen, so müssen die neutralen Staaten ihre Wünsche für den Friedensschluß rechtzeitig bei den kriegführenden Mächten einreichen, wobei jene Mächtegruppe als Anwalt für sie zu gewinnen wäre, die den Frieden zu diktieren in der Lage ist." Abgeordneter Brpce fragte vor wenigen Tagen im englischen Unterhause an, ob nichtamtliche Verhandlungen zwischen verantwortlichen Personen in London und Berlin wegen des Abschlusses einetz baldigen Friedens stattfanden und ob in derselben Absicht durch einen amtlichen Vertreter irgend einer neutralen Macht Erkundigungen eingezogen worden seien. Minister Llopd George antwortete? Wir würden nicht daran denken, Friedensverhandlungen anzuknüpfen, außer im Einvernehmen mit den Bundesgenossen und in Übereinstimmung mit dem Abkommen vom September 1914. Bemerkenswert ist schließlich, daß an der Berliner Börse am 28. Oktober auf näherrückende Friedenshoffnungen hin die sogenannten Friedenswerte (eine Gruppe von Wertpapieren) neuerlich in den Vordergrund traten. — Vielleicht wird mit dem Durchbruch durch Serbien jene Weltlage geschaffen sein, die wir als Ziel anstreben und die den Bierverband zu der Erkenntnis bringen muß, daß eine Fortsetzung des Krieges ein unvernünftiges Morden an eigenen und fremden Staatsuntertanen ist. . „Was will der Vierverband noch?", schreibt die „Reichspost". „Worauf wartet der Bund unserer Kriegsgegner^ noch? Fühlen denn die verantwortlichen Leiter der feindlichen Staaten gar kein Erbarmen mit ihren ans tausend Wunden blutenden Völkern? Wozu bestehen sie auf die Fortdauer des schrecklichen Gemetzels, das nach menschlicher Berechnung unmöglich zu einem Erfolge des Vierverbandes führen kann, wohl aber, je länger, je sicherer, manchem unserer Feinde die volkliche und wirtschaftliche Verblutung bringen muß? Spüren denn die Weltbrandstifter noch gar keine Regung des Gewissens? Sehen sie den Abgrund nicht, dem sie ihre Völker zuführen? Oder hindert sie die Furcht vor der Rechenschaft, die ihnen die Betrogenen abfordern werden, an der reuigen Umkehr, ehe es zu spät für die ihnen ausgelieferten Länder ist? . . . Es ist Dämmerung, Götterdämmerung im Vierverband, seit über den Mittelmächten die Sonne des Orients aufgegangen ist, seit ihren Armeen die Tore des Morgenlandes offen stehen. Das Spiel ist für den Vierverband aussichtslos geworden, die Fortsetzung des Blutvergießens kann ihnen zum Harakiri werden." Aus Stabt und Land. Gottschee. (Mit derSilbernen Medaille vom Roten Kreuze ausgezeichnet.) Für ihre Tätigkeit im Dienste des Roten Kreuzes wurden mit der Silbernen Medaille vom Roten Kreuze u. a. ausgezeichnet: Frau Olga Böhm, Oberbezirksarztesgattin in Gottschee, Frau Marie Röthel, Distriktsarztesgattin in Gottschee, und Herr Professor Wilhelm Heine, Verwalter des Rekonvaleszentenhauses des Roten Kreuzes in Gottschee. Herr Prof. Heine leitet schon seit mehr als Jahresfrist die Verwaltungsgeschäfte unseres Rekonvaleszentenheimes mit großem Eifer und patriotischer Hingebung. — (Kriegsauszeichnung.) Dem Linienschiffsleutnant i. d. Res. Herrn Karl Rankel wurde das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. — Der Leutnant i. d. Res. Herr Josef Rankel, IR 87, erhielt das Signum laudis. — vem Hauptmann des Generalstabskorps Herrn Alois Zobernig hat der deutsche Kaiser das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. — Einj.-Freiw. Zugsführer, Titular-Feuerwerker Herr Franz Perz, FHR 3, erhielt die Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. — Dem Fähnrich i. d. Res. Herrn Franz Eisenzopf, IR 17, wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. — Dem Hauptmann Herrn Richard Verderber, IR 84, wurde das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdckoration verliehen (zweite Auszeichnung). — Dem Leutnant Herrn Vinzenz Ranzing er, HR 1, wurde die allerhöchste belobende Anerkennung bekanntgegeben. (Signum laudis.) — (Ein neuer Land essch ul inšpektor.) Der Kaiser hat den Professor an der Staatsrealschule in Laibach Herrn Phil, und Theol. Dr. Michael Opeka zum Landesschuliuspekior ernannt. — (Vom V olkss chuldi euste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat die absolvierte Lehramtskandidatiu Fräulein Elsa Tschad« zur Supplentin an der einklassigen Volksschule in Göttenitz bestellt. — Der k. k. Landesschulrat hat die Bestellung der absolvierten Lehramtskandidatin Fräulein Mara Schauta als Hilfslehrern an der vierklassigen deutschen Privatvolksschule des Laibacher Schulkuratoriums in Aßling-Hütte zur Kenntnis genommen. — (Auf dem Felde der Ehre gefallen.) Die Verlustliste Nr. 294 verzeichnet u. a. den Heldentod nachstehender Fähnriche und Kadetten: Anton Erker, Fähnrich i. d. Res., IR 17 (13. September 1915) gefallen, (war bereits einmal verwundet); Josef Händler, Kadett i. d. Res., IR 17 (4. September 1915); Bernhard Jaklitsch, Kadett i. d. Res., IR 17 (4. September 1915). — Nach einer Privatnachricht soll, wie wir bereits mitgeteilt, Fähnrich A. Erker verwundet und in Gefangenschaft geraten sein. — (JmKriegeverwundet.) Aus der Verlustliste Nr. 294: Kadett i. d. Res. Hans Hutter, IR 17, verwundet. — (Kriegsauszeichnungen.) Dem Rechnungsunterosfizier zweiter, Tit. erster Klasse Karl Montel, IR 17, dem Infanteristen Franz Eppich, IR 27, zug. dem 56 JBK, und dem Zugsführer Franz Gasperitsch, DR 5, wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. Korporal Matthias Haas, LJR 27, erhielt die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Kanonier Josef Wolf, KHD 22, Korporal Johann Gößl (Göstl?), LJR 27, und Gefreiter Martin Part he, LJR 4. erhielten die Bronzene Tapferkeitsmedaille. Dem Korporal Jakob Mihelič (Michelitsch?) und dem Gefreiten Bartholomäus Sturm des LJR 27 wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse und dem Rechnuugsunter-offizier 1. Klasse Peter Krauland, TO 3, das Silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Dem Infanteristen Ferdinand Eppich, IR 17, wurde die Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse und dem Zugsführer Alois Kump, IR 17, die Silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. Den Infanteristen Joses Lobe, LJR 27, Franz Mi klitsch, LJR 27, und dem Dragoner Matthias Jaklitsch, DR 5, wurde die Bronzene Tapferkeitsmedaille verliehen. (Bisher 76 Kriegsauszeichnungen von Offizieren, 106 Kriegsauszeichnungen von Unteroffizieren und Mannschaften aus dem Gottscheer Gebiete, zusammen 182 Kriegsauszeichnungen.) — (Militärisches.) Die Kadetten i. d. Res. Herren Franz Peitler, LJR 27, und Josef Krauland, IR 17, wurden zu Fähnrichen i. d. Res., der Einj.-Freiw. Herr Alois Weber, LJR 17, wurde zum Kadetten i. d. Res. ernannt. — (A u s d e n V erlu stli ste n.) Aus der Verlustliste Nr. 290: Inf. Georg Michitsch, IR 17, Gortschee (Land?), tot; Ers.-Res. Josef Glad, LJR 27, Gottschee (Bez.?), kriegsges. (Rußland); Ers.-Res. Matthias Kobe, LJR 27, 5. Komp., Tschernembl (Bez.) kriegsges. (Rußl.); Berichtigung zur Verlustliste Nr. 66: Korp. Franz Kresse, LJR 27, 8. Komp., Goltschee (Land?), kriegsges. (Barnaul, Gebiet Tomsk, Rußl.); war verwundet gemeldet. Berichtigung zu Nr. 156: Inf. Franz Prelesnik, IR 17, Gottschee (Bez.?), tot (Februar 1915). — Aus Nr. 286: LstJnf. Karl Gruber, IR 17, verm.; Ers.-Res. Matthias Fink, IR 87, tot; Inf. Johann M o n t e l, IR 87, kriegsgef. — Aus Nr. 287: Inf. Anton Oswald, IR 15, 3. Komp., verw.; Inf. Max Ples che, IR 15, 18. Komp., verw. — Aus Nr. 289: Inf. Josef Perz, IR 65, 13. Komp., verw. — Aus Nc. 290: Inf. Josef Tscherne, IR 17, 8. Komp., verw.i Inf. Matthias Verderber, IR 17, 2. Komp., verw. — Im Laibacher Landwehrmarodenhaufe ist am 21. September l. I. gestorben der 18 Jahre alte freiw. Schütze Adolf Herbst aus Setfch im Bezirke Gottschee an Ruhr. — Aus Nr. 294: Ins. Franz Luschin, LJR 27, Gottschee, kriegsgef. (Barnaul, Rußl.); Ins. Jos. Peterlin, LIR 27, Gottschee (Bez.), kriegsgef. (Pensa, Rußl.); Ecs.-Feldwebel Friedrich Pischem, LJR 27, kriegsgef. (Rußl.); Ecs.-Res. Johann Poje, LJR 27, Gottschee (Land?), kriegsgef. (Plevlje, Montenegro); Ers.-Res. Korp. Gustav Tfcherne, LJR 27, Gottschee (Land?), kriegsgef. (Orlow, Rußl.); Ecs.-Res. Matthias Žagar, LJR 27, Gottschee (Bez.?), kriegsgef. (Nifchni-Nowgorod, Rußl.); Gefr.Jakob Tekavec, LJR 27, Gottschee (Bez.?), verw., kriegsgef. (Verein. Evak.-Lazarett Nr. 31 in Nischni-Nowgorod). — Im Landesspitale in Laibach ist am 20. Oktober der 45 Jahre alte Korporal der freiw. Schützen Matthias Kump aus Altfriefach nach Rißquetschverwundung des Kopfes und der Hände bei Knochenbruch gestorben. — Berichtigung zur Verlustliste Nr. 274: Gefr. Josef Tomec (Tomez?) LJR 27, 8. Komp., kriegsgef. (war verwundet gemeldet). Aus der Verlustliste Nr. 299: Inf. Alois Barstek, IR 17, Gottschee (Bez.?), tot; Inf. Franz Bolha, IR 17, Gottschee (Bez.?), tot; LstJns. Johann Kobetitsch, IR 17, Gottschee (Land?), tot; Ins. Johann Lavrič, IR 17, Gottschee (Bez.?), tot; Ins. Johann Lobe, IR 17, Rudolfswert (Bez.), tot; LdstJns. Joh. Priinezič, IR 17, Gottschee (Bez.?), tot; Ins. Jakob Stimec, IR 17, Gottschee (Bez. ?), tot; LdstJns. Anton Sustar, IR 17, Gottschee (Bez.?), tot. — (Todesfälle.) Am 23. Oktober starb hier Frau Josefa Erker, geb. Kren, Gattin des Herrn Johann Ecker, Hausbesitzers in Gottschee Nr. 113 („Schescharek"), im 68. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden. — Am 20. Oktober ist im Siechenhause in Laibach nach langjähriger Krankheit Herr Stephan Tomšič, Oberlehrer i. R. aus Reifnitz, im 62. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene war seinerzeit auch Mitglied des Bezirksschulrates in Gottschee. — (Rekonvaleszenten he im.) Das Rekonvaleszentenheim in Gottschee hat nunmehr drei Abteilungen, nämlich das Marienheim (Waisenhaus), das Gymnasialgebäude und das Volksschulgebäude. Seit dem 26. v. M. sind auch am Gymnasium die Flaggen des Roten Kceuzes ausgesteckt. An diesem Tage kam nämlich ein Transport von 60 Verwundeten nach Gottschee, die im Gymnasialgebäude imtergebracht wurden. Am nächsten Tage langten wiederum 97 Verwundete von der Jsonzosront in Gottschee ein, die größtenteils ins Volksschulgebäude kamen. Das Rekonvaleszentenheim beherbergt nach dem Stande vom 30. Oktober 250 Verwundete und Kranke. — (Für die Soldaten im Felde.) Der Ausweis über die bei der Naturaliensammelstelle der k. k. Landesregierung in Laibach vom 1. bis 31. August d. I. für die Soldaten im Felde eingelangten Spenden enthält u. a.: Das Rekonvaleszentenhaus des Zweigvereines vom Roten Kreuze in Gottschee 160 Pakete Sportzigaretten mit je Vs Kilogramm Prominzen. — Frl. Ivanka Demšar in Mosel, 6 Paar Socken. — (Das Staatsgymnasium in Gottschee und der Krieg.) Das Staatsgymnasium in Gottschee wurde am 28. Oktober 1872 eröffnet, es besteht also nunmehr 43 Jahre. In das dreiundvierzigste Jahr seines Bestandes ist der Weltkrieg gefallen. Der Krieg hat in den oberen Klassen der Mittelschulen bekanntlich eine ungeheuere Begeisterung ausgelöst. Schon im Herbste des vorigen Jahres haben sich viele Schüler der achten Klasse als Kriegsfreiwillige gemeldet und von den jungen Leuten der Oberklassen, die heuer vor der Assentierungskommission erschienen, wurden an manchen Anstalten fast sämtliche als tauglich befunden. Mit Begeisterung zogen die Oktavaner und Septimaner in den Krieg, fast alle von ihnen sind bereits an der Front, so manche sind schon den Heldentod gestorben. Natürlich haben die Assentierungen (Muste- rungen) große Abgänge in den Oberklassen verursacht sowohl in vielen anderen Gymnasien, als auch in Gottschee. Selbstverständlich hat die Entvölkerung der Oberklassen, die durch eine so hochpatriotische Betätigung verursacht worden ist, nirgends den Anlaß geboten, die Auflassung der Oberklassen auch nur in Erwägung zu ziehen. Hoffentlich wird da auch Gottschee nicht etwa eine Ausnahme bilden. Allerdings kam vor ein paar Monaten einmal ein recht sonderbares Gerücht von Laibach zu uns. Von den ehemaligen Schülern des Staatsgymnasiums in Gottschee haben sich bereits viele Kriegsauszeichnungen erworben (es dürften gegen 80 sein), eine Reihe ehemaliger Schüler ist im Heldenkampfe für das Vaterland gefallen oder verwundet worden. Es wäre schön, wenn die Namen und Schicksale der Kriegshelden, die einst unserem Gymnasium angehört haben, für alle Zeiten in der Geschichte der Anstalt, und zwar in einem Gedenkbuche, festgehalten würden. Die näheren Angaben könnten von den betreffenden Familien usw. erfragt werden. Allerdings eine ziemlich mühsame Arbeit. Insofern es sich um den Heldentod, um Kriegsauszeichnungen und Verwundungen ehemaliger Schüler handelt, die aus dem Gebiete von Gottschee stammen, sind die Angaben auch aus dem „Boten" zu entnehmen. — (Teuerungszulage.) Der krainische Landesausschuß hat in seiner Sitzung am 26. Oktober der Volksschullehrerschaft nach dem Stande vom 1. Oktober l. I. eine einmalige Teuerungszulage in dem Ausmaße und unter den gleichen Modalitäten wie im Monate Mai l. I. bewilligt. — (Zur Lebensmittelversorgung von Gottschee.) Der Mangel an Maismehl und Fisolen wird gegenwärtig sehr schwer empfunden. In einer Zeit, wo Fleisch selbst für die Bemittelten an vielen Tagen nicht erhältlich ist und von der minder bemittelten Bevölkerungsklasse wegen des hohen Preises nicht gekauft werden kann, ist die Echältlichmachung von Maismehl und Fisolen um so notwendiger, als allein mit den 20 Deka Weizenmehl (Edelmehl) pro Kopf und Tag das Auslangen unmöglich gefunden werden kann. Seitens des Stadtgemeindeamtes sind Schritte geschehen, um Mais und Fisolen durch die Kciegsgetceideverkehrsanstalt zu bekommen. Die Mehrzahl der Bevölkerung unserer Stadt (Beamte, Lehrpersonen, Gewerbetreibende, industrielle Arbeiter, Taglöhner usw.) besitzt weder Mais noch Fisolen eigener Fechsung, da sie keine Grundstücke haben, von denen sie einen Ertrag ersechsen könnten. Nimmt man den Bedarf an Fisolen nur mit 20 kg per Kopf der Bevölkerung der Stadt im Jahre an, so macht das 50.000 kg im Jahre aus, wovon nur ein geringer Teil durch die Fechsung tu der Stadt selbst gedeckt ist. Umso dringender ist daher die Beschaffung von Fisolen. — (Der erste Schnee.) Nachdem schon früher einmal die Gipfel unserer Berge vorübergehend eine weiße Decke gezeigt hatten, fiel in der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober auch im Tale Schnee. Die Schneedecke war naturgemäß noch dünn und schmolz am selben Tage. —- (Handelskurs.) Den beteiligten Kreisen wird hiemit zur Kenntnis gebracht, daß in nächster Zeit der Handelskurs an der I. k. Fachschule für Tischlerei wahrscheinlich zur Eröffnung gelangt. Es wird nur noch die Genehmigung des Ministeriums für öffentliche Arbeiten abgewartet. Anmeldungen nimmt die Direktion der Fachschule entgegen. — (Zeichnung auf die dritte Kriegsanleihe.) Die Schüler des hiesigen Staatsgymnasiums haben bisher 4900 K auf die dritte Kriegsanleihe gezeichnet. — (Amerikanische Friedensverkündigung.) Aus Washington meldet „Daily News": Man glaubt, daß eine Bewegung im Gange sei, um den Krieg einzustellen. Diese Überzeugung sei so stark, daß ein Mitglied des amerikanischen Kabinetts, dessen Namen nicht genannt wird, kürzlich zu dem Berichterstatter sagte: Nach Voranzeichen sei der Kampf in Europa so gut wie beendet. Das eigentliche Ringen werde nun in den großen Hauptstädten zwischen den Diplomaten beginnen. Ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen, fügte er hinzu, die Rolle des Vermittlers werde Spanien zufallen, weil die Union wegen gewisser Meinungsverschiedenheiten mit Deutschland und England dazu nicht geeig- jßi. — (Die Giolitti-Partei) in Italien will für die Herbeiführung des Friedens arbeiten. Die Kammerpartei Giolittis beschloß nach dreitägiger Besprechung der innerpolitischen und außenpolitischen Fehler des Kabinetts Salandra, das die Erschöpfung der italienischen Staatsfinanzen verursachte, sich jeder Erweiterung der italienischen Kriegführung auf fremde Kriegsschauplätze zu widersetzen und für die Herbeiführung des Friedens zu arbeiten. — (Markttage für Borstenvieh.) In Tschernembl find die Markttage für Borstenvieh wieder bewilligt worden. Der erste solche Markttag war am 2. November. ■ (LandwirtschaftlicheUrlaube.) Das k. u. k. Armee-Etappenkommando hat dem krainischen Landesausschusse mitgeteilt, daß es landwirtschaftliche Urlaube an Mannschaftspersonen, die bei der Armee oder im Etappenbereiche in Verwendung stehen, aus militärischen Gründen nur in ganz besonders berücksichtigungswür-drgen Fällen, z. B. wenn die Existenz einer Familie bedroht erscheint usw., erteilen kann. Solche Gesuche müssen von der politischen Behörde bestätigt, vom Vorgesetzten Kommando befürwortet im Dienstwege dem 5. Armee-Etappenkommando vorgelegt werden. — (Höchstpreise für Schlachtvieh in Krain.) In Abänderung der Kundmachung der Landesregierung für Krain vom 26. Juli l. I. hat die Landesregierung im Einvernehmen mit dem k. u. k. 5. Armee-Etappenkommando mit der Geltung für das ganze Land Krain angeordnet, daß beim Handel mit Schlachtvieh und Schlachtschweinen die nachstehenden Preise nicht überschritten werden dürfen, und zwar: a) bei Ochsen für 1 kg Lebendgewicht K 2'20, b) bei Kühen und Stieren für 1 kg Lebendgewicht 2 K, c) bei Kälbern für 1 kg Lebendgewicht K 2 20, d) bei Fleischschweinen für 1 kg Lebendgewicht K 2'50, e) bei Fettschweinen für 1 kg Lebendgewicht K 2'70. Überschreitungen dieser Preise werden mit Geldstrafen von 2 bis 200 Kronen oder mit Arrest von 6 Stunden bis zu 14 Tagen geahndet. Diese Verfügung ist am 20. Oktober in Kraft getreten. — (Kriegshilfsaktion für Kriegsnotleidende in Masern und Masereben.) Herr Josef Zekoll in Brooklyn, 299 Flojd St. Nr. 7 schreibt uns unterm 30. September l. I.: Unsere Landsleute von Masern in Brooklyn haben für die Kriegsnotleidenden von Masern und Masereben eine Geldsammlung veranstaltet. Es spendeten: Je 10 Dollars Matthias Zekoll von Masern 31, Johann Primosch von Masern 44, Primus Tschinkel von Masern 15 und Lena Stuehler geb. Sbaschnik von Masern 7; 7 Doll.: Paul Tschinkel von Masern 8; 6 Doll.: Maria Tscherne geb. Kromar von Masern 24; je 5 Doll.: Josef Zekoll von Masern 31, Anton Michitsch von Masern 1, Johann Krisch von Masereben 2, Johann Michitsch von Masern 14, Maria Primosch von Masern 18, Anna Michitsch von Göttenitz 22, Franz Tschinkel von Masern 6, Matthias Eppich von Masereben 4, Paul Sturm von Masern 21, Peter Maria Hutter von Masern 60, Paul Tschinkel von Masern 5, Lena Hutter geb. Sturm von Masern 21, Franz Gera Hirschi geb. Tschinkel von Masern 6, Franz Schaffer von Masern 13, Christina Lunder von Hirschgruben bei Masern; 4 Doll.: Gera Grünseich geb. Tschinkel von Masern 8; je 3 Doll. Franz Fritz von Masern 37, Johann Primosch von Masern 23, Maria Primosch von Masern 23, Franz Tschinkel von Masern 12, Anton Maria Mauser von Masern 36, Franz Sbaschnik von Masereben 5; je 2: Doll. Ludwig Sophie Kump geb. Zekoll von Masern 31, Maria Zekoll von Masern 21, Josef Michitsch von Masern 14, Johann Tschinkel von Masern 12, Andreas Painitsch von Masern 50, Johanna Schneider geb. Krisch von Masereben 2, Martin Lena Stravitsch geb. Tschinkel von Masern 2, Sophie Weber geb. Krisch von Masern 42, Sophie Stalzer geb. Tschinkel von Masern 2, Johanna Kölberer geb. Tschinkel von Masern 8; je 1 Doll.: Johanna Lobe geb. Parthe von Masern 9, Jakob Hank Frömmlig, Maria Zur! geb. Primosch von Masern 32, Johann Jermann von Tschermoschnitz, Johann Lackner von Laubbüchel, Antonia Mille geb. Michitsch von Masern, Rosalia Krisch von Masern 42, Anna Kofler geb. Kromar von Masern 24, Franz Primosch von Masern 23, Josef Stravitsch von Mrauen; zusammen 185 Doll. — 916 Kronen. Dieser Betrag wurde an Herrn Matthias Tschinkel in Masern abgeschickt, der ihn an die Kriegsnotleidenden zu verteilen hat. Zu bemerken ist, daß noch weitere 40 Doll, in der Sammelstelle gezeichnet, aber noch nicht eingezahlt sind. Sollte ich diesen letzteren Beitrag hereinbekommen, so wird er an das Rekonvaleszentenheim in Gottschee abgesendet werden. Alle Spender senden wärmste Grüße in die alte Heimat. Heil Österreich, unserem siegreichen Vaterlandei — (Von der Kärntnerfront.) Ein Kadettaspirant (Abiturient des Staatsgymnasiums in Gottschee) schreibt einem seiner gewesenen Herren Professoren unterm 21. Oktober: „Jetzt sitze ich schon zwei Monate im Kärntner Gebirge. . . Wenn man es genau nimmt, kann man hier von Krieg eigentlich nicht sehr viel reden, denn das Gelände bildet dem Vordringen der Italiener ein solches Hindernis, daß sie es hier gar nicht ernstlich versuchen, es zu überwinden. Täglich gibt es nur kleine Artilleriegefechte, wobei wir nur äußerst selten einen Verwundeten, viel weniger einen Gefallenen aufzuweisen haben. Jnfanteriegefechte gibt es in unserer Gegend sozusagen überhaupt nicht. Das einzige, was gewisse Schwierigkeiten bereitet, sind die Patrouillengänge, die fast täglich zu machen sind. Man muß dabei sehr vorsichtig umgehen, denn durch das bröckelnde, kollernde Gestein wird der Feind sehr leicht aufmerksam und dann trachtet er durch starke Gegenpatrouillen das Vordringen unmöglich zu machen. Diese kleinen Patrouillenkämpfe sind hier unsere einzigen Jnfanteriegefechte. Hier hat der Feind noch keinen Fußbreit österreichischen Landes in Besitz gebracht, dagegen stehen wir an einzelnen Stellen bereits auf italienischem Gebiete. Vor ungefähr einem Monat erst wurde der Berg Findenig, der zu Beginn des Krieges von den Italienern besetzt worden war, von unserem Bataillon zurückerobert. Unsere ganze Stellung bildet jetzt eine fast uneinnehmbare Feste. Alles Bestreben der Italiener, vorwärts zu kommen, scheitert schon zu Beginn. Künstliche Befestigungen sind dabei fast unnötig. Das einzige Unangenehme ist gegenwärtig die Kälte, die sich schon sehr stark bemerkbar macht. Unter ihr leiden aber die Italiener viel mehr, da sie das warme Klima gewohnt sind. Es kommen deshalb auch allwöchentlich etliche Italiener freiwillig zu uns herüber. Ihre Ausrüstung ist sehr mangelhaft. Ihre Montur ist ganz sommerlich, sie tragen Schuhe aus Segeltuch, nur an den Seiten mit Leder besetzt. Mäntel findet man überhaupt sehr wenig bei ihnen, sie tragen meist eigene. Es sind sogar mehrere Katzelmacher mit grellroten Zipfelmützen und Quasten daran gefangen worden. So bildet der Katzelmach>.: hier eine recht jämmerliche Figur. Von einer seltenen Naturerscheinung habe ich noch zu erzählen, die sich vor etwa drei Wochen in der Nacht von 3 Uhr bis 4 Uhr früh hier ereignete. Ich hatte gerade Feldwache mit acht Mann, als ich um die genannte Zeit au sämtlichen Körpern ein strahlenförmiges Leuchten in violetter Farbe bemerkte. Sämtliche Sandsäcke, Gewehre, ja die Leute selbst strahlten an ihren höchsten Stellen in diesem schwefelartigen Licht. Die Bosniaken, die weiße Schneemäntel anhatten, sahen dabei wie geisterhaft verklärt aus. Dabei vernahm man auch ein eigentümliches Surren, wie von Bienen. Diese Erscheinung wurde in den Zeitungen auch besprochen und als Elmsfeuer bezeichnet . . . Gruß! (Vor der dritten Jsonzo-schlacht geschrieben. A. d. Schrift!.) — (Die dritte Jsonzoschlacht.) Nach der französischen und russischen Offensive ist nun die italienische erfolgt. Nach mehr als zweimonatiger Erholung von der in der zweiten Schlacht am Jsonzo erlittenen schweren Niederlage haben die Italiener in den letztvergangenen Wochen zum dritten Male zu einem großen Angriff gegen unsere Jsonzostellungen angesetzt, mit dem diesmal auch heftige Angriffe gegen unsere Tiroler- und Kärntnerfront verbunden waren. Nach 50 ständiger Artillerievorbereitung begann die dritte Offensive Cadornas gegen unsere küstenländischen Stellungen. Sie sollte sozusagen auch die von England, Frankreich und Rußland verlangte Beteiligung der Italiener am Balkankriege in indirekter Weise vorzustellen und in gewissem Sinne — durch die Bindung österreichischungarischer Heeresmassen — den Serben eine Entlastung bringen. Alle Anstürme waren jedoch vergeblich, Berge und Berge von italienischen Leichen türmten sich vor unseren Stellungen. Nirgends ist es aber dem Feinde gelungen, das Ziel seiner Angriffe zu erreichen und unsere Linien zu durchbrechen. Am heftigsten waren die letzten Kämpfe auf der Hochfläche von Doberdo, wo sich der italienischen Infanterie die größten Entwicklungsräume bieten und wo sie daher mit besonders starken Kräften immer wieder zum Angriff ansetzte. Nun ist auch die dritte italienische Offensive zusammengebrochen. Die Verluste der Italiener sind von furchtbarer Größe. Die schweizerischen Blätter berechnen sie auf über ein Fünftel aller zum Sturm eingesetzten Armeekorps. Man spricht von ungeheuren Verlustziffern auf Seite der Italiener. Mögen diese Zahlen auch übertrieben sein, sicher ist, daß infolge Überfüllung der Bahnlinien mit Verwundetenzügen von der Jsonzosront der gesamte Güterverkehr in Ober- und Mittelitalien auf acht Tage eingestellt wurde. Unsere tapfere Jfonzo-Armee hat so Großartiges, so Glänzendes in der Verteidigung geleistet, wie es die Kriegsgeschichte bisher noch nicht verzeichnen konnte. Wir in Krain empfinden es ganz besonders tief, daß unsere heldenmütigen Krieger an der Jsonzosront ihr Leben für unsere Heimat in die Schanze schlagen, und so quillt denn unsere Dankbarkeit aus tiefstem Herzen. — Am 28. Oktober nahm die zweite und dritte Armee den allgemeinen Angriff, der schon früher über eine Woche gedauert hatte, mit aller Kraft wieder auf. Die furchtbare Schlacht war somit an der ganzen küstenländischen Front wieder im Gange. Den Infanterie-Angriffen ging eine Artillerievorbereitung voraus, die sich in mehreren Abschnitten zum Trommelfeuer steigerte und namentlich gegen den Görzer Brückenkopf eine noch nicht dagewesene Heftigkeit erreichte. Aber weder dieses Feuer noch die folgenden Stürme vermochten unsere Truppen zu erschüttern. Abermals wiesen sie den Feind an der ganzen Front blutig ab und behaupteten ausnahmslos ihre vielfach zerschossenen Stellungen. Drang der Gegner da oder dort in einen Graben ein, so wurde er durch unverzüglichen Gegenangriff wieder hinausgeworfen. Die schweren Tage endeten mit einem vollen Mißerfolge der Italiener. Der Kaiser hat in einem Armee-und Flottenbefehle den gegen Italien kämpfenden Streitkräften das größte Lob gespendet und ihnen seinen Dank und Gruß gesendet. — Das Mißlingen des dritten mit aller Macht unternommenen Durchbruchsversuches bedeutet für Italien eine Katastrophe nicht nur wegen der Riefenverluste an Toten und Verwundeten, sondern auch deshalb, weil die Unmöglichkeit erwiesen ist, überhaupt durchbrechen zu können. — (Kragujevac gefallen. — Zusammenbruch der italienischen Offensive.) Am 2. November langte hier die Drahtnachricht ein, daß am 1. November Kragujevac gefallen ist. Auf dem Arsenal und der Kaserne von Kragujevac wurde die österreichisch-ungarische und kurz nachher die deutsche Fahne gehißt. Siegesläuten gab bei uns der allgemeinen Freude über den errungenen wichtigen Erfolg Ausdruck. — Der am 18. Oktober eingeleitete, am 28. Oktober mit frischen Truppen erneute dritte Ansturm der Italiener gegen unsere küstenländische Front hat zu erlahmen begonnen. Mag auch der Kampf nochmals aufflammen, die von der italienischen Heeresverwaltung mit großen Worten angekündete, an der Hauptfront mit wenigstens 25 Infanteriedivisionen versuchte Offensive ist an der unerschütterlichen Mauer unserer siegreichen Truppen zusammengebrochen, die zweiwöchige Jsonzo-schlachtistfürnnsereWasfeugewonnen, unsere Kampffront ist durchwegs unverändert. In den Kämpfen der zweiten Oktoberhälfte verloren die Italiener mindestens 150.000 Mann. — (Die Oktoberbeute.) Auf dem nordöstlichen (russischen) Kriegsschauplätze beträgt die Oktoberbeute der dem k. u. k. Oberkommando unterstehenden Armeen 142 Offiziere, 26.000 Mann, 44 Maschinengewehre, 1 Geschütz, 3 Flugzeuge und sonstiges Kriegsmaterial. Von den deutschen Truppen im Osten (Rußland) wurden zusammen erbeutet: 244 Offiziere, 40.949 Mann gefangen, 23 Geschütze, 80 Maschinengewehre. •- Die Gesamtbeute der deutschen und österreichischen Truppen des Generals v. Köweß in Serbien beträgt im Oktober 20 Offiziere, gegen 6600 Mann, 32 Geschütze, 9 Maschinengewehre, über 30 Munitionsfuhriverke, 1 Scheinwerfer, viele Gewehre und Artilleriemunition und sehr viel Jnfanterie-munition. Ueberdies wurden 45 alte oder gesprengte Geschützrohre erbeutet. „— (Ministerkrise in Rußland.) Der russische Minister des Äußern Sasanow ist zurückgetreten. — (Einberufung.) Die Einberufung der nachgemusterten Jahrgänge 1875, 1876, 1877, 1891 und 4895 ist, soserne diese nicht schon zum Dienste mit der Waffe herangezogen oder enthoben sind, auf den 16. November 1915 auberaumt. Sie haben also am 16. November einzurücken. — (Befreiung unserer Kriegsgefangenen in Serbien.) Der Spezialberichterstatter der „Reichspost" bei der bulgarischen Armee meldet aus Sofia: Infolge des raschen und siegreichen Vormarsches der bulgarischen Truppen in Mazedonien werden dort täglich zahlreiche österreichisch-ungarische Kriegsgefangene befreit. Sie befinden sich bereits auf der Reise nach Sofia. — (Zur Klei enot.) Die Zentralstelle der vereinigten Mühlenverbände Österreichs hat an das Ackerbanministerium eine Eingabe gerichtet, in der daraus hingewiesen wird, daß die Futter- ; mittclzentrale versagt, indem die Mühlen an Kleienüberfluß leiden, während die Futtermittelzentrale trotz zahlreicher Ersuchen keine Kleie abberuft. — (Verpslichtn n gznrAbgabevonHülsen fruchten.) Mit Ministerialverorvnnng vom 21. September 1915 wurden bekanntlich die Produzenten von Hülfenfrüchten verpflichtet erklärt, drei Viertel der heurigen Ernte an die Kriegsgetreide-Berkehrsanstalt abzuliefern. Über Antrag der k. k. Landesregierung für Krain hat das k. k. Ministerium des Innern die Kriegsgetceide-Verkehrs-anstalt aufgefordert, bis zu einer weiteren Regelung denjenigen Produzenten von Hülsenfrüchieii, welche von diesem Artikel nicht mehr besitzen, als ihr Eigenbedarf beträgt, nichts abzuuehmen. Erst nach Durchführung der Vorratsaufnahme werden diesbezüglich eventuelle weitere Weisungen ergehen. — (Warn ung.) Da seitens einzelner Handelsfirmen das Reisabfallprodukt Rei-kleie mit der Anpreisung als Futtermittel in den Handel gebracht wird, dieses Futtermittel aber lediglich aus gemahlenen Reisschalen besteht, hat sich das Ackerbauministerium veranlaßt gesehen, die Landwirte und sonstigen Tierhälter vor dem Bezüge dieser Ware als Futtermittel zu warnen. — (Zur Einrückung der Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1873 und 1874.) Das Ministerium für Landesverteidigung hat angeordnet, daß jene Landsturmpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1873 und 1874, welche nach den bisherigen gesetzlichen Bestimmungen infolge seinerzeitigen vor dem Beginne der Landsturmpflicht freiwillig erfolgten Eintrittes in den Präsenzdienst des Heeres oder aber infolge eines im Präsenzstande der Landwehr (Landesschützen) vollbrachten dritten Jahres vorzeitig aus der Landsturmpflicht getreten, dann erst wieder zufolge der kaiserlichen Verordnung vom 1. Mai 1915, bezw. des kaiserlichen Patentes vom 1. Mai 1915 für Tirol und Vorarlberg, dieser neuerlich unterworfen wurden und bereits gemäß der Kundmachung „2" musterungspflichtig waren, nicht zu den auf Grnnd der Einberufungskundmachung „M“ herangezogenen Personen gehören, somit bei der durch diese Einbe-rusungskundinachung für die obigen Geburtsjahrgänge im allgemeinen neuerlich angeordneten Musterung nicht wieder zu erscheinen haben. — (Die Niederwerfung Serbiens.) Immer enger schließt sich der eiserne Ring, von dem Serbien umklammert wird. Serbien erhält jetzt die verdiente Züchtigung, fein Schicksal erfüllt sich. Die Serben wehren sich mit dem Mute der Verzweiflung gegen den drohenden Zusammenbruch, den sie jedoch nicht zu verhindern vermögen. Bulgarien wünscht, daß Serbien von der Landkarte verschwinde. Den gleichen Wunsch äußern Zuschriften, die wir von unseren Landsleuten aus der Front erhalten. Der bulgarische Ministerpräsident Radoslawow äußerte sich, zweifellos werde die Niederwerfung Serbiens auf die gesamte militärische und politische Lage der Mittelmächte und ihrer Verbündeten den günstigsten Einfluß ausüben und voraussichtlich auch das Ende des europäischen Krieges beschleunigen. Der serbische Militärattache in Paris erklärte schon vor ein paar Tagen, daß binnen wenigen Tagen alles verloren und Serbien vollkommen eingekreist und vernichtet sein werde, wenn nicht starke englisch-französische Hilfstruppen rechtzeitig Eintreffen. Diese erhoffte Hilfe bleibt aber aus oder kommt zu spät. — (Die tatkräftigen Friedensbestrebungen des Papstes.) Die „Vossische Zeitung" meldet aus Amsterdam: Der Zentrumsabgeordnete Erzberger sagte in einer Unterredung zum Vertreter des „New-Iorker Journal", er glaube, der Papst tue sein Möglichstes, um den Frieden zu erwirken. Als ich, sagte der Abgeordnete weiter, Se. Heiligkeit das letztem»! sah, war er energisch mit Friedensgedanken beschäftigt. Der Papst war immer ein begeisterter Verfechter des Friedens. Er ist unermüdlich und unparteiisch in den Versuchen gewesen, den Krieg zu beenden. Hiebei setzt er seine Hoffnungen auch auf Amerika. Ich glaube auch, daß die amerikanische Note an England dazu beitragen wird, England für die Friedensverhandlungen günstiger zu stimmen, nämlich wenn die amerikanische Note wirklich so kräftig abgefaßt ist, wie ich erwarte. — (Voraussichtliche Rückwanderung aus Amerika nach dem Kriege.) Nach der Ansicht der Agenten der transatlantischen Personendampferlinien wird nach dem Friedensschlüsse keine große Einwanderung nach den Vereinigten Staaten zu erwarten sein, auch ein bis zwei Jahre nach dem Friedensschlüsse noch nicht, im Gegenteil, die Agenten erwarten eine sehr große Auswanderung (Rückwanderung) aus Amerika nach den europäischen Ländern. Nach ihrer Schätzung wird schon in den ersten sechs Monaten nach dem Kriegsende die Zahl der Rückwanderer die Ziffer von fünf Millionen weit überschritten. — (Der Papst für die Sonntagsruhe derKriegs-gefangenen.) „Osservatore Romano" bringt eine vatikanische Note über eine Initiative des Papstes, den Kriegsgefangenen die Sonntagsruhe zu sichern, um dadurch ihr Wohlbefinden möglichst zu fördern. Der Papst habe an alle Regierungen der kriegführenden Nationen einen warmen Aufruf gerichtet, damit sie aus religiösen und humanitären Gründen allenthalben die Sonntagsruhe für die Kriegsgefangenen festsetzen. Alle Regierungen haben bereitwilligst dem Aufrufe zugestimmt und eine entsprechende formale Verpflichtung übernommen, trotzdem viele von ihnen bereits tatsächlich einen wöchentlichen Ruhetag gewährt hatten. Die Regierungen, einschließlich der Hohen Pforte, äußerten bei diesem Anlaß erneut ihre Befriedigung und priesen das wohltätige Wirken des Papstes. — (Unüberlegte Kuhverkäufe.) Verlockt durch die gegenwärtigen hohen Preise, lassen sich manche Landwirte, beziehentlich da diese zumeist im Felde stehen, ihre Frauen dazu verleiten, auch ihre guten Melkkühe zu verkaufen, so daß in einzelnen Dörfern schon ein gewisser Milchmangel herrscht. Das heißt aber sehr unüberlegt handeln. Schließlich und endlich bildet für den Bauer hauptsächlich das Vieh die Einnahmsquelle. Wenn es aber in einem Bauernhöfe keine Kuhe mehr gibt, woher soll dann die Nachzucht kommen? Schließlich wird man im nächsten Jahre Kühe wahrscheinlich um einen höheren Preis wieder kaufen müssen, als man sie heuer verkauft hat. Denn die Viehpreise werden selbst dann nicht so bald zurückgehen, wenn der Krieg schon beendet ist. — (Kaffee und Tabak keine Bannware.) Nach im Haag vorliegenden Meldungen kommt englischerseits die Erklärung von Kaffee und Tabak als Bannware nicht in Frage. Der Kaffee wird also nicht ausgehen. — (W i e t ö r i ch t I) Eine Bäuerin aus unserer Gegend vergrub vor ein paar Monaten 600 Kronen Papiergeld im Walde unter der Erde. Nach einer Reihe von Wochen sah sie nach ihrem vergrabenen Gelde nach und was war daraus geworden? Wertlose, ganz zerfetzte Papierfleckchen! Wie kann man doch so töricht handeln! Eine ähnliche Torheit begehen jene Leute, die Kleingeld zusammenhamstern und verstecken. Der Metallwert ist doch ein so geringer, daß ein solches Zusammenhäufen und Verbergen ganz unverständlich ist. — (Kälteschutzmittel für die Soldaten im Felde.) Um ein Zersplittern des Materials zu verhüten, hat das k. u. k. Etappenkommando angeordnet, daß unmittelbare Frachtsendungen oder Abgaben von gespendeten Kälteschutzmitteln an die Armee im Felde nicht stattfinden dürfen. Solche Spenden sind vielmehr an die Naturalspenden-Sammelstelle des k. u. k. Kriegsfürsorgeamtes in Laibach (k. k. Landesregierung, Simon Gregoria-Straße 20, Parterre) abzuführen. — (Roßkastanien als Pferdefutter.) Vom Ausschüsse der Zentrale für Futtermittel in Wien, die sich mit der Beurteilung des Nährwertes verschiedener Stoffe befaßt, wurde festgestellt, daß die Roßkastanien einen guten Zusatz zum Pferdefutter bilden. Mehr als fünf Prozent dürfen aber auf einmal nicht beigemengt werden. Witterdorf. (In der Kriegsgefangenschaft gestor-ben.) Der im vorigen Jahre in russische Gefangenschaft geratene Häusler Johann Kamme aus Malgent 55 ist in Dauria in Ostsibirien gestorben. Mit diesem Vermerk kam kürzlich eine an ihn gerichtete Karte aus Rußland zurück. Er war verheiratet und erst 31 Jahre alt. Mögen ihm, der in fremder Erde zur Ruhe gebettet wurde, im Jenseits alle Opfer reichlich belohnt werden! — (Woll- und Kautschuksammlung'.) An Wollsachen sind hier 1560 Kilo, an Kautschuk 13 Kilo gesammelt und fortgesendet worden. — (Fürs Silberne Kreuz) sind 4 goldene und 5 silberne Ringe gespendet worden. Höttenitz. (Fürs Rote Kreuz) haben Josef und Theresia Stampfl aus Göttenitz 95, derzeit in Brooklyn, je 100 K, zusammen 200 K gespendet, die an die zuständige Stelle abgeführt wurden. Kornöerg (Todesfälle.) Im Oktober starben hier Maria Wolf geb. Krauland, verwitwete Auszüglerin, 74 Jahre alt, und Johann Stonitsch, verwitweter Auszügler, 86 Jahre alt, beide an Altersschwäche. Ziefental. (Feldschaden durch Bären.) In unserer Gegend bei Tiefental schlagen sich jetzt nicht weniger als 4 Bären herum und richten auf den Feldern großen Schaden an. Sie fressen das ganze Schweinefutter auf, das wegen des fortwährenden Regens nicht hereingebracht werden konnte. Der Herr Jagdpächter L. braucht nicht zu glauben, daß wir dazu da sind, um seine Bären auszufüttern, ohne daß uns der Schaden ersetzt wird. Er soll lieber seine Bären wegschießen, damit unsere Frauen und Kinder auch von der Angst befreit werden. Jetzt traut sich niemand allein auf einen Weg sich zu begeben, da die Bären schon selbst zu den Wirtschaftsgebäuden kommen. Wooswafb. (Für das Österreichische Rote Kreuz) auf Grund des „Gedenkblattes" spendeten: Johann Jaklitsch Nr. 11 K 5; je 2 K: Josef Schusteritsch Nr. 17, Rosa Perz Nr. 4, Mine Gramer Nr. 4, Theresia Petsche Nr. 1, Margaretha König Nr. 2, Josefa Jaklitsch Nr. 2, Johann und Josefa Verderber 28; je 1 K: Margaretha Jaklitsch Nr. 12, Magdalena Schauer Nr. 20, Josefa Schmuck Nr. 12, Josefa Zekoll Nr. 44, Josef Kropf Nr. 46, Anna Lackner Nr. 25, Elisabeth Michitsch Nr. 26, Karl Testin Nr. 27, Andreas Schmuck Nr. 33, Matthias Verderber Nr. 16, Josef Eppich Nr. 9, Magdalena Sturm Nr. 8, Ignaz Hirsch Nr. 7 und Antonia Zwickte Nr. 15; je 60 Heller: Johann Sterbenz Nr. 24, Josefa Jarc Nr. 10; Josefa Stampfe! 20 h. Zusammen K 34'40. Allen, insbesondere den Sammlerinnen Maria Schusteritsch, Johanna Jaklitsch und Stephanie Schmuck ein kräftiges Vergelt's Gott! Klittborf. (Für das Rote Kreuz „Gedenkblatt") spendeten je 2 K: Josef Kresse Nr. 1, Anna Glatz Nr. 2, Maria Wittreich Nr. 4, Matthias Wittreich Nr. 35, Johann Dejak Nr. 45, Josefa Kraker Nr. 9, Anna Jaklitsch Nr. 38, Josefa Bartelme 40, Maria Jaklitsch Nr. 20, Agnes Kresse Nr. 26; 1 K: Magdalena Tomitsch Nr. 3, Georg Wittreich Nr. 4, Matthias Jaklitsch Nr. 38, Franz Wittreich Nr. 5, Magdalena Fink Nr. 7, Franz Schober Nr. 12, Franz Sturm Nr. 13, Josef Kresse Nr. 30, Josefa Siegmund Nr. 16, Gertrud Bartelme Nr. 17, Johann Wittreich Nr. 25, Magdalena Poje Nr. 27; Gertrud Oswald Nr. 28 und Magdalena Jonke Nr. 48 spendeten je 60 h und Alois Melz 40 h. Allen den besten Dank. Köen. (Todesfall.) Johann Kösel Nr. 2 ist am 25. Oktober im Alter von 71 Jahren an Schlagfluß gestorben. Kösel war ein ruhiger, braver, christlicher Mann, beim Volke allgemein beliebt, wovon auch das zahlreiche Leichenbegängnis Zeugnis ablegte. Der Verblichene war mehrere Perioden hindurch Gemeindevorsteher und Kirchenpropst der Filialkirche zu Eben. Er ruhe in Frieden! WoroöiH. (Gestorben) ist in Amerika der 19jährige Joh. Maurin von Morobitz Nr. 14. Schakkendorf. (Ein Feldpostbrief von der Jfonzo-front.) Herr Vormeister Eduard Kresse bei einer schweren Hau-bitz-Batterie schreibt an seine Eltern in Schalkendors Nr. 2: Bei unserem Halbzug sind nur Steirer und Gottscheer. Heute (24. Oktober) hat einer meiner besten Kollegen, Oskar Sterger, den Heldentod gefunden. Schon gestern hätte uns alle vom zweiten Halbzug bald das Schicksal ereilt. Wir hätten das Feuer einstellen können, wollten jedoch korporativ nicht. Der Feind beschoß unsere Stellung wütend. Unsere Gegengrüße waren ihm sicherlich nicht willkommen. Er ließ uns kaum Zeit zum Laden. Je mehr er uns jedoch beschoß, desto eifriger waren wir bei der Arbeit, bis eine Granate ins Ge- schütz traf und die Deckungen zerfetzte. Zwei Sekunden früher, so wären wir alle des Todes gewesen. Machte nichts. Nächsten Tag, sobald wir wieder kampffähig waren, ging's von neuem ans Werk. Es kam noch ärger als früher. Der Leutnant rief uns während der stärksten Beschießung in die Deckung. Das hörten wir nicht, es war zu lustig. Ich arbeitete ohne Hemd. Wir übrigen waren schon fort — ein Schuß! und meinen lieben Kollegen Sterger riß es weg, ein Geschützrad ging kaput. Der schönste Tod! Schon gestern dankte der Herr Oberleutnant unserem Halbzug für feine tapfere, schneidige Haltung und der Herr Hauptmann schlug uns für Tapferkeitsmedaillen vor, unseren Zugsführer als den Tapfersten der Batterie für die große Silberne. Die Mannschaft wurde wiederholt belobt. Hoffentlich können wir es bald wieder angehen, sobald unser Haubitzerl wieder geheilt ist. Nur drauf und dran, solange ein sch . . . Katzl noch gegenüber steht I Gruß l Wieg. (Eheschließungen.) In Brooklyn haben gehet ratet: am 24. Mai Johann Schmuck aus Stalldors, Pfarre Tscher-moschnitz, und Maria Gerbitz aus Rieg; am 25. September Matthias Michitsch aus Kölschen und Maria Raker aus Moos. Altlag. (Entsührung?) Es ist in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 1915 meine Tochter mit Namen Maria Hönig-mann, 16 Jahre alt, verschwunden. Sie ist groß, blond, hat ein rundes Gesicht. Wahrscheinlich wurde sie entführt, die besten ischuhe und Kleidung ließ sie zurück. Wer mir den Entführer ausfindig macht, wird belohnt. Josef Hönigmann, Altlag Nr. 3. s-i einmaliger Linschal.uxg tollet die °iergespal,ene „ ^ vie Anzeigengebühr i» bei einmaliger ®inf*altuns «lemdruckz-ile ober tren Kaum (0 Seiler, bei mehrmaliger O M ♦* At/fr »l«* bct »«ÜeUung, be, mehrmaliger vor der Zweiten L.w Linschalmng 8 Seller. Pei (Einhaltungen durch ein halbes n|||7Ir ItlK FB jchaltung ;u erlegen. (Es nnrt höflichst ersucht, bet Scstel. Zahr wird eine zebnproze, tige, bei solchen durch das ganze Jab. J 1 llöVIJJVII* lungat °on den „t unserem Blatte angejetgten Ernten n* stets eine zwanzigprozen.ige Lrn.Äßigung gewährt. ^ »«* »®ottfcheer Boten” zu beziehen. Oereiit der Deutschen a. ßottschee ■= in Wien. ättz: 1., Himmelpfortgasse Nr. 3 wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihre» Beitritt amneldeii können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Hlereinslokale „3um roten Igel", I., Alvrechtsplatz Kr. 2. iUild-Kastanien kauft jedes (Quantum Johann Schauer, Gastwirt in pöllandl Nr. 26, post Töplitz, Unter-Arain. Sparkasse der Stadt Gottschee. Ausweis f. den Monat Mtolier 1915. 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