iaibacher M o O e n b l ll t t 3 u m N u hcn und Vergnügen ^ro. 43. Freytag den 25. Oc toher >3l6. Ritter Sancho. ' ^V 0 rwglesisch 3 Ni t te r g e sch i ch te. (Beschluß ) Vey diesen Worten sprang er schnell vom Rosse und eilte auf Elwinän zu. -Der Fall des holden Ritters und lein strömendes Blut fachten ihre noch vor sich selbst verhehlte Leidenschaft zur vollen Gluth; Verzweiflung Licbe und Wuth im Auge und Herzen, drang sie auf den verhaßten Sieger ein. Nahe mir nicht, . Unmensch ! schrie sie; vertheidige dich ! und hundertStreiche ih','cs wohlgeubten Schwer» tes fielen auf den Verfolger. — Dcm Rohestcn selbst war dort großmüthige Schonung des schwächern Geschlechts eigen; auch Rostubald begnügte sich den Streichs» der schönen Iunq-f/au auszuweichen, und schonte sich.. sie ihr zurück zn geben , allem dicß war y^cht mehr, die schöne Jungfrau, em Kncgsgott war sie mitten in der Wuth der Schlacht! Rostubald^ W.Gn sty^n weit hinweg; schon röchete des Kriegers Panzer sich mit seinem Blute; er schwankte . ob er stlchcn, oder die Kricgerinn als Feindinn behandeln sollte? Schmerz und Nothwendigkeit bestimmten ihn am Ende für das Letzte, und er gab die Streiche verzweifelt wieder, die cr von ihrem Arme empfing. Auf Tod und Leben kämpften nun die beyden, bis endlich nur die Wundermacht der Liebe den ungewissen Sieg entschied« Im Augenblicke, als schon Elvine sinken wollte, sank Rostubald, den Sancho's Schwertstreich Ichon betäubt, und der Kampf der Kriegerinn vollends entträfet hatte. Er fiel und ließ ihr jetzt die Freyheit, nach ihrem gemordeten Kämpfer umzuschauen. Sie flog aus den unglücklichen, geliebten Sancho zu, der bleich ,md ohne Leben vor ihr lag In dunkeln Wellen fioß ftm Blut aus der furchtbar gähnenden Wunde; sein sanfter Mund war halb geöffnet, als ob er die noch sterbend grüßen wolle, in dsren Dienst er gefallen war; die schönen Augen fest geschloffen. Elwina kniete bey ihm nieder und chrs Thränen fielen brennend m die ' Wunde, doch noch heilte sie diestt Balsam nicht. S^e zerriß die Gewände, die sie unter der Rüstung trug, die Wunde ihres armen Siegers zu verbinden; mit leiser Hand hob sie sein Haupt empor, sie neigte ihr Gesicht dem seinen zu , nur um zu sehen , ob er nicht vielleicht noch athme — un) — so geschah es unversehens — daß ihre Lippen leise die bleichen Lippen des geliebten Stabenden berührten,— und - heilige Wuldermacht der Liebs! mit diesem Kuß schien alles , was noch von Empfindung in Sancho's Körper war, auf's Neue zu erwachen , und seine Seele kehrte im Entfliehen zurück. Er schlng die Augen auf O Sancho! rief Elwine, o mein Freund, mein Geliebter, lebe! — Lebe für mich! — Sie war bey diesen Worccn fortieeilt, in ihrem Helme Wasser vom nahen Quell zu hohlen , doch mehr als dieß hatten ihn die gehörten Worte schon erquickt; er drückte ihre H/cmd , und seine seelenvollen Augen sagten ihr alles, was sein Mund nicht auszusprechen v rmochte. Elwine wollte nun im nächsten Dorfe Hälfe suchen. Ach! seufzte Sancho matt, wollen wir nicht lieber zu jenem schönen Schlosse zurückkehren? — Erröthend wandte ihm Elw na ein, daß sie den Wcg datz'n nicht mehr zu finden wisse. — ' Ich habe diH vorausgesehen , erwiederte der Zärtlichliebende; darum hab' ich die blanken N^gel meiner Rüstung auf unsern Weg gestreut, Euch einst dahin zurückführen zu können. Ich hoffte nicht, daß es sobald geschehen würde. — Ie^t ward Elwmen wohl die Ursache seiner schnellen Niederlage klar, und ihrem Auge entstürzten Thränen tiefster Rührung. Ohne zu antworten, brach sie in Eile Aoeige und Aeste von den nahen Bäumen, pocht daraus eine T.-age, sie zwischen ihr und Sancho's Noß "befestigend, und fährte so den theuern Liebling nach dem Schlosse, sicher der Spur der hellblinkenoen Nägel folgend. Und kaum erreichten sie die Burg, als auch das schöne Kmd schon wieder auf dem Thurme erschien Oeffne ! rief ihm Elwine gleich entgegen — össne geschwind! Wir lieben uns auf ewlg! -— Auf dieses Wort flog Augenblicks die Brücke nieder; dem armen Sancko schlug das Herz als sich das Thor eröffnete und sie das Schloß der Liebe aufnahm, wo er Genesung seiner Wenden und seligen Lol)n der üoerstanoenen Leiden fand. Elwinens Vcuer willigte mit Freuden in den Bund, den himmlische Machte geschlossen hatten. Louise Brachmann« Vsmerkungen eines philosophischen SchncldergcsMrn über Klcidcr- sachen. Kann ick mir doch die Unart nicht cvthnn,,wo ich^ auf .alten, Maßen oder Mustern ein weiß's Plätzchen sehe, etwas darauf zu kritzeln- Es ist nun einmahl das Schicksal des Menschen, daß er aus seiner Berufssphäre herausstrebt. Der Schreiber, der sich den Kopf zerbrechen muß, wünscht sich oft die mechanische Nadel, dem Schneider juckt die Stirne, und er möchte schreiben Habe ich nicht schon oft Wattirtes mitSinnspnichen ab-genaht, daß dem Meister die Arbeit wollte heimqeschlagen werde«/ weil der Träger des Kleides sich auf der Straße mußte lesen lassen? Dafür näht auch mancher Autor seine ordentliche Naht, und der Lesekunde zieht dann das Buch voll Ieder-mannsphilosophie an, wie ein gut ge^ machtes, rein gebmsttt^ und gebügeltes Kleid, nach dem neuesten Schnitte, das M ihm ganz. auf die Seele paßt. ^ Der Mann läßTde^Schneider hohlen, sich wenn das alte Kleid zerreißt, die Frau «n> - wenn sie sich seit emem ganzen Mo- anc «ach kem neues hat anmessen lassen. Hl An dem Mnme, wenn ev auch ganz neu au^chattct aus unsern Händen kommt, ^ soll doch eigenttlch das Kleid nicht als P ^^>de erscheinen: es soll mcht zum Be- ^ wn^seyn kvmmen, daß der Kleiderkünstler E an'ihm war, er soll gut angezogen seyn, ^ oyne es zu laut zn schonen Aber das u' Neib darf allerdings sich durch das Kleid st geschmückt darstellen. d An dem Manne sicht man durch den ^ K5w-r auf die Seele , und man will bey ^ dissens Durchblick nur nicht durck Eckigtcs z nnd Geschmackloses gestört Nyn- 2>oy , dem W^esoU,wievonumcn dn Seele, ^ so von außen unsere tunstreiche Hand den Leib verschönen und verherrlichen Der Herrenschneider soll uicht zu viel Arbeit haben , denn der Mann darf lange in dem nähmlichen Rocke Schemen, "n öfterer WeäM deutet auf unmännliche ^< -^.li,l>- Aber der Damen, chnsider ^^^. und Nacht, Das Weib darf ^ ^ve"m Esbleibt^emEhe-henn überlassen, wie er diese Fordenmg des Geschmackes, die meistens auch die der Ehefrau und der Tochter lst, mtt stiner Börse in Uebereinstunmungbnngt. c^st nicht ^eine hübsche F an in jedem neuen Kleide eine andere; hNt nicht je-? -des Gewand, — so denke ich oft unter dem für mich so vngnäMlM A^^nessi'N und Anprobiren — das süße Räthsel ihres Körpers für die Männerwelt in andere nitzM)s Ausdrücke und vamrt ois Melodie ihrer Form aufeine ang?n:hme Weise ? , .^ . «>"H Au l) fordert man bey chr 'M Ru^.-sicht der Reinlichkeit fast das Unmöglich?, und ihr holder Leib soll ümmev in dem angenehmen Dun der frisch^ewasch:uen Hüllen schweben. Alte und sonst nicht wohlgestaltete Frauen machen sich durch zu modischen Putz lächerlich, unv doch ichuIN ste lo « häusig nach uns , und fordern sur neuest« D ' Stoffe neuesten Schnitt. Sie jollttn sich , den Mämiern gleich stellen, »-nd alles i unterlassen, was die Aufmerklamkett zu 0 stark auf den Körper leitet. Je einfacher dergleichen Personen sich von uns kleiden lasscn, dosto eher »önnen sie mit jungen n Wohlgebiloetern in Gesellschaft gleichen^. ^) Schritt halten, ja durch etwas, was ^ keine Nadel leistet, durch ausgebildete '') Umgangstugenden diesen oft sogar den '^ Rang ablaufen. Unter unsern Kunden ist ein Frauenzimmer , die sich auf Anzug uno Putz ^ aus dem Fundamente versteht: sie gehorcht '-^ aber nicht unbedingt jeder aufonckenden ^ l Mode, sondern sie wählt stets dasjenige, ^ was die kleinen Mißverhältnisse chres Baus ^' es ausgleicht und bedeckt, ars Die lebendigen Mode-Journale — ^ jede Stadt hat solche — meinen es :n "'3 diefem Betrachts oft sehr üdsl mit sich dls s^bst Die schmahlgesichtigeAgnese macht ""t ^^. Militz durch eine Spitzenhaube,, die ^' sich ganz nach demselben z^cht, zu einem abscheulichen Oblongum Es laßt nicht ^.'" anders, als guckte sie aus dem innern Hohlspiegel cines Vorl^glöffels heraus. ^ ^ Die rochwangige volle Maris co.Grt sich ^'s mit einem Stwhhute, d?ffen ungchcuereKM ^ Aach sich wie ein T^u harsch vnf um^ t die ihc Gesicht herumstülpt, und ft M)t sie dem Vollmonde mit einem Hofe. Die kleine R'cke ist kaum so hoch als ihr Kopfputz. Sie muß aber auch jedem starrn Winde ausweichen, weil er sich dai,in fängt, und si umzuw:lfen dvcht. Col-Vula nlit dem gvoßen Vustn acialtt sich darin, mit der'Fveng^bigk.it^ dcr Natur groß zn thun, und das, was schon an den äußersten Gränzen der Schönheit liegt, vollends enorm und exccsslv zu machcn. Der auf ihr Verlangen zu solchem Behufe von mir verfertigte Schnüvleib ist ein wahres Muster dieser Art von 3x-festigungskunst Er enthält ein Sparr-wcrk von Wallfischbarten, und ich mnßce ein ganzes solches Meerungethüm plündern, um sie zu einem auf dem Lande zn machen. Ihre hagere Schwester Esthsr weiß sich gar nicht zu kleiden; es will ihr ober auch das Schönste nicht recht stehen. Was die Natur an ihr im Fleisch gespart hat, das sollte sis durch Zeug ersetzen, Puffen und Falbeln sollten Muskclsurroga-te werden. Seit einiger Zeit scheint sie aber durch Ausschnitt und Verkürzung dem compendiöfsn Anzug im Stand der Unschuld — der doch nicht der ihrige ist — zuarbeiten zu wollen. Da ihr aber der beste Zugehör zur Kleidung , der den Schneider zum reichen Mann machte, wenn er ihn liefern konnte, nähmlich hübsches rundes Fleisch, schlt, so scheucht diese neue Eva in jedem jungen Adam, dem sieden Apfel reichen will,den alten zmlick. Bemerk n g e n. Das leben ist ein Traum. Bald be-fndet man sich in einem Rosenthale, Nwwcht von wohlthätige» Frühlings- Aisten , nnd umstrahlt vom heitern Glanz der Sonne; bald auf eincm dorn-glc« Pfade, mn^ben von schräm Kl-pp^n, wo nur Bl'tze die dunkle Nacht e>hellen. Erst dann wenn der Tod das Augs schließt, schwindet der T anm, und w'lv erbllckcn das Licht der Wahchsit« R e g i e r u n g s ^ l a n e. Ich war uock jung und Lebensfroh, Kciu Büblein so! Da sprach ich: Wcnn's mir balt gefällt 5 So commalldn' ich einst die Welt, Und — paff! — wenn Einer widorbellr. Bald lacht' ich selber frank ui:h frey Der Prahlerey; Und im beglücken Iünglingsstand Gedacht' ich: Basta!. Dor der Hanh Negiert sich's g'nug am Vaterland. Drauf, als ich mebr zn Jahren kam, Und AcnNchen nahn:, Beschicd' ich mich: 'S ist satt und satt, Kutschier' ich uns're kleine Stadt; Ein Narr, der mehr gefaselt hat! Ich fügte mich in's Ehejoch, Mit Freuden doch! Und als ich saß am Hochzeitschmaus, So pfiff ick: Mit der Stadt ist's aus I Doch werd' ich Meister seyn im Haus, Ein Ia^r verlief sich allgemach, Da sann' ich nach 5 Wenn alles Spiel die feblt, wohlan! Regier' dich selber Hcrr Cumpan, . Das geht denn docb zum besten an. So bat mein großes Regiment Ci