Bezugspreise Für Gsterreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2- Fiir Amerika: ganzjährig D. I 25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gesendet. Gottscheer Dote Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Jerwattung des Hottscheer Noten in Gottschee, Hauptplatz Str. 87. Berichte sind zu senden an die Kchriftkeitung des Hottscheer Moten in Gottschee. Anzeige» (Iuferate) werden nach Tarif be> rechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott» scheer Boten erhältlich. Postsparkass en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. M. 14. Aottschee, am 19. Jutt 1909. Jahrgang VI. Die Tätigkeit des Gottfcheer Sauernbundes feit August 1908. (Jahresbericht, erstattet in der Hauptversammlung des Bauernbundes am 18. Juli d. I. in Mitterdorf.) Sehr geehrte Anwesende! Als Schriftführer des Gottfcheer Bauernbundes obliegt es mir heute, Bericht zu erstatten über die Tätigkeit unseres Bundes seit der letzten Vollversammlung, die am 9. August des vorigen Jahres in Schalkendorf stattfand. War das erste Jahr unseres Vereines (1907) gekennzeichnet als ein Jahr des heftigsten politischen Kampfes, so trug die Zeit seit der vorjährigen Hauptversammlung das Gepräge ruhiger, stetiger Entwicklung, vielleicht fast zu ruhiger, denn wir haben seit August 1908 nur eine einzige Wanderversammlung unseres Bundes zu verzeichnen, die in Mitterdorf abgehalten wurde. Ich möchte das Jahr 1908 am liebsten das Jahr der Raiffeisenkassen und der Verständigung nennen. Das Beste und Dankenswerteste, was bisher durch den Bauernbund geschaffen worden ist, sind ohne Zweifel unsere neugegründeten Raiffeisenkassen. Zu den sieben Raiffeisenkassen in Altlag, Ebental, Gottschee, Mitterdorf, Neffeltal, Rieg und Unterlag ist seit unserer letzten Hauptversammlung noch eine achte hinzugekommen, nämlich die in Mosel. Auch diese wurde längere Zeit aufs heftigste angefeindet und' verleumdet, es hat ihr das aber ebensowenig geschadet wie früher den anderen Kassen. Lügen haben eben bekanntlich kurze Beine; die Wahrheit kommt schließlich doch immer zum Durchbruch und zum Siege. Wie wenig das Volk den ausgestreuten Verleumdungen und Verdächtigungen Glauben schenkte, beweist einerseits der Umstand, daß zur Zeit der Kriegsgefahr, als im Reiche viele größere Sparkassen unter einem großen Ansturm, unter Massenbehebungen von Spareinlagen empfindlich zu leiden hatten, die Raiffeisenkaffen in Österreich im allgemeinen und auch unsere Kassen gar nichts davon zu spüren bekamen, beweist aber anderseits auch das Blühen und Gedeihen unserer Raiffeiseninstitute gleich im ersten Jahre ihres Bestandes. Haben sie es doch schon auf bedeutend mehr als eine Million an Geldumsatz gebracht — eine für solche kleine Geldinstitute gewiß imponierende Ziffer, die mehr spricht als die schönsten Worte. Meine Herren! Unser Bauernbund ist bekanntlich ein politischer Verein. Wir müssen demnach am heutigen Tag auch Rückschau halten über das politische Leben in Gottschee im abgelaufenen Zeiträume. Seit dem Spätherbst des vorigen Jahres steht Gottschee bekanntlich im Zeichen der Verständigung, die zuerst im „Gott-scheer Boten" angeregt worden ist. Meine Herren! Politik, nämlich nützliche, praktische lokale Politik, läßt sich nicht machen nach einem allgemeinen Leisten, nach einer allgemeinen Schablone. Auch die Politik muß bodenständig sein, d. H., sie muß sich den besonderen Verhältnissen und Bedürfnissen der betreffenden Gegend und des betreffenden Volkskreises möglichst anpassen, sonst artet sie nur zu leicht aus in einen Kultus bloßer Phrasen und Schlagworte, die dem Volke statt nahrhaften Brotes harte, ungenießbare Steine bieten. Läge Gottschee irgendwo in Ober-oder Niederösterreich, so wären die Richtlinien unserer Parteipolitik sehr einfache und selbstverständliche. Mit nationalen Schwierigkeiten hätten wir dort nicht zu rechnen und für die Durchführung unseres christlichsozialen Parteiprogrammes besäßen wir einen festen, starken Rückhalt an der christlichsozialen deutschen Mehrheit im Landtage und Landesaus-schusse. Wir wären also da recht warm und wohlig gebettet. Aber so gut haben wir's in Gottschee bekanntlich nicht. Weit, weit ab von den christlichsozialen deutschen Alpenländern liegt unser teures Heimatland, die deutsche Sprachinsel Gottschee, tief unten mitten im Slawenlande, an der äußersten Grenze unserer Reichshälfte. Wir Deutschen in Krain haben mit großen nationalen Schwierigkeiten zu kämpfen, die seit den Laibacher Septemberereignissen des vorigen Jahres noch erheblich gestiegen sind. Dazu kommt noch der weitere Umstand, daß Gottschee ein erwerbsarmes, von der Natur stiefmütterlich behandeltes Ländchen ist, das der Hebung seiner materiellen Wohlfahrt dringend bedarf. Man kann doch nicht einfach ruhig zusehen, wie sich unsere Heimat von Jahr zu Jahr immer mehr entvölkert durch die Auswanderung nach Amerika; angesichts unserer nationalen und wirtschaftlichen Lage müssen wir vielmehr alle ohne Unterschied der Partei zusammenhelfen und Zusammenwirken, damit endlich einmal die wirtschaftlichen Lebensbedingungen unseres Ländchens besser gestaltet werden. Wir brauchen Straßen, um unsere Bodenerzeugnisse, insbesonders Holz und Holzkohle, ausführen zu körnten; wir benötigen dringend Wasserversorgungsanlagen (Wasserleitungen, Ortschaftszisternen, Viehtränken); wir wünschen lebhaft eine den neuzeitlichen Bedürfnisseil angepaßte Ausgestaltung des Post- und Telegraphenwesens usw. Das sind alles Dinge, die kein bloßes parteipolitisches Gepräge an sich tragen, das sind vielmehr Dinge, an denen beide Parteien gleichmäßig interessiert sind. Sie lassen sich aber auch eher und leichter erreichen, wenn mit vereinten Kräften gearbeitet wird, als wenn auch in solchen Fragen unklugerweise jede Partei ihre eigenen Wege geht. Die besonderen Verhältnisse unserer engeren Heimat haben es also dazu gebracht, daß in nationalen und wirtschaftlichen Fragen eine Verständigung zwischen den beiden politischen Parteien des Gottfcheer Gebietes zustande kam. Es wurde zu diesem Behufe ein Verständigungsausschuß geschaffen, in den der Bauernbund als berufener Bertretungskörper der christlichsozialen Partei zehn Mitglieder entsendete. Man trat von beiden Seiten zusammen, nicht um etwa bloß schöne Reden zu halten, blendende Phrasen zu drechseln und tönende Schlagworte unter das Volk zu werfen, sondern um zu arbeiten, um angestrengt zu arbeiten für das öffentliche Wohl unserer teuren deutschen Heimat. Es wurde in gemeinsamen Beratungen ein umfassendes wirtschaftliches Hilfsprogramm aufgestellt, es wurden Denkschriften und Petitionen verfaßt und erst vor wenigen Tagen hat sich eine Abordnung des Berständigungs- ausschusses nach Wien begeben, um dort bei mehreren Zentralstellen (Ministerien) Gesuche zu überreichen. An dieser Abordnung nahm seitens der deutschnationalen Partei Herr kaiserl. Rat Bürgermeister Alois Loy und von unserer Partei Hochw. Herr Dechant Ferdinand Erker teil. Se. Durchlaucht Fürst Karl Auersperg hatte die Güte, hiebei die Führung zu übernehmen und die Aktion des Verständigungsausschusses kräftig zu unterstützen, wofür wir dem Abgeordneten von Gottschee gewiß alle wärmsten Dank zollen. Die Abordnung sprach vor bei den Exzellenzen Unterrichtsminister Graf Stürgkh, Handelsminister Dr. Weiskirchner, Minister für öffentliche Arbeiten Dr. Ritt, Ackerbauminister Dr. Braf und Minister Dr. Schreiner und erhielt überall die Versicherung, daß für Gottschee getan werden werde, was nur möglich sei. Bezüglich der Förderung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens in Gottschee wandte man sich auch an den Generalanwalt des Allgemeinen Verbandes landwirtschaftlicher Genossenschaften in Österreich Freiherrn v. Störck und an Hofrat Dr. Ertl. Wir dürfen hoffen, daß die Aktion des Verständigungsausschusses nicht ohne praktischen Erfolg sein wird, und ich bin Ihrer Zustimmung sicher, wenn ich beim heutigen Anlasse dem hochw. Herrn Dechanten Erker und Herrn kaiserl. Rat Bürgermeister Loy den herzlichsten Dank dafür ausspreche, daß sie Opfer an Zeit und Geld nicht scheuten, um für unser Ländchen etwas zu erreichen. In ähnlicher Weise ist auch dem hohen krainischen Landesausschuß eine umfassende Denkschrift, betreffend die im Gebiete von Gottschee notwendigen Straßen und Wasferversorgungsanlagen, überreicht worden. Meine Herren, wenn es gelingt, auch nur einen Teil unserer Wünsche und Bitten vurchzusetzen, dann haben wir alle Ursache, zufrieden zu sein und dem Verständigungsausschusse für seine eifrige, uneigennützige Mühewaltung vom Herzen zu danken. Auch das Rumoren jener wenigen Unzufriedenen im Lande wird dann wohl endlich einmal vielleicht aufhören, die auf den Verständigungsausschuß noch immer nicht gut zu sprechen sind und in ihrer überreizten Phantasie weiß Gott was dahinter wittern. Jeder, der ruhig und ohne irgendeine Voreingenommenheit denkt, sieht doch jetzt schon ganz klar, was der Verständigungausschuß will und zu welchem Zweck er ins Leben gerufen worden ist. Dem Verständigungsausschusse fällt, kurz und bündig gesagt, die Pflege aller jener Interessen zu, die beiden Parteien und der gesamten Bevölkerung Gottschees gemeinsam sind. Die besonderen Parteigrundsätze und die Parteiorganisationen bleiben daneben vollkommen aufrecht bestehen, an diesen wird nicht gerüttelt. Es ist das gewiß die beste und vernünftigste Politik, die unter den gegebenen Verhältnissen bei uns überhaupt gegenwärtig möglich ist. In nationalen und wirtschaftlichen Dingen fahren wir, um mich volkstümlich auszudrücken, zweispännig, in Parteiangelegenheiten prinzipieller Natur marschieren wir getrennt nebeneinander, und falls es notwendig sein sollte, auch gegeneinander. Und nun zu etwas anderem.. Eine für unsere Partei recht unerfreuliche Erscheinung ist der Umstand, daß wir jüngst in zwei Gemeinden, die bei den letzten Reichsratswahlen mit überwiegender Mehrheit christlichsozial gewählt hatten, bei den Gemeindeausschußwahlen unterlegen sind. Unsere eigene Fahrlässigkeit und Bequemlichkeit, wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse und auch Umstände persönlicher Natur tragen die Schuld an diesen Schlappen. Allerdings wird die Bedeutung des Sieges unserer politischen Gegner dadurch sehr gemindert, daß die Beteiligung an den erwähnten Wahlen eine überaus flaue war. Nicht das Volk hat gesprochen, sondern nur einige wenige. Wir brauchen uns daher durch den Ausfall dieser Wahlen durchaus nicht entmutigen zu lassen. Wacker hat sich die Gemeinde Ebental gehalten und auch in Mitterdorf haben wir es zu ansehnlichen Minoritäten gebracht. Nach meiner persönlichen Überzeugung sollten gegenwärtig, wo der Verständigungsgedanke überall immer mehr zum Durchbruche kommt, Gemeindeausschußwahlen überhaupt nicht zum Gegenstände allzuhitziger politischer Parteikämpfe gemacht werden, dies um so weniger, als, wie männiglich bekannt, im Leben der Gemeinde die große Politik ja keine besondere Rolle spielt. Statt des starren Majorität- oderMajorisierungsgrundsatzes sollte einem gesunden Kompromißgedanken Raum gegeben werden, d. H. man sollte überall freiwillig und im gegenseitigen Einverständnis auch der Minderheit eine ihrer Stärke ungefähr entsprechende Vertretung im Gemeinde-ansschusse einräumen. Nicht Zank und Streit gehören in unsere ländlichen Gemeindestuben, sondern edler Gemeinsinn, arbeitsfreudige Rührigkeit und der Geist einer kräftigen Initiative und eines gesunden Fortschrittes. Es wäre gefehlt, alles immer nur vom Staate und vom Lande zu erwarten, auch die Gemeinden müssen das Ihrige dazu tun, daß die öffentliche Wohlfahrt gefördert werde und gedeihe. Den Anforderungen und Ansprüchen, die eine neue Zeit in wirtschaftlicher Beziehung auch an den Landwirt stellt, kann derselbe nicht leicht gerecht werden, wenn die Gemeinde in säumiglässiger Weise mit der fortschreitenden Zeit nicht gleichen Schritt zu halten versteht. Um aber dies zu erreichen, müssen alle Kräfte herangezogen werden, die etwas zu leisten vermögen. Wenn es im großen gelungen ist, eine gewisse Einigung zu erzielen in der Arbeit für das nationale und wirtschaftliche Wohl unserer lieben Heimat, wenn wir im Verständigungsausschusse uns für diesen schönen Zweck zusammengetan haben zu gemeinsamem Wirken, warum sollte dann im kleineren Kreise, im Leben der Gemeinde nicht auch Ähnliches geschehen? Bei einigem guten Willen würde die Sache gewiß gehen, und zwar umso leichter, als die Kluft, die uns trennt, ja nicht allzubreit ist und daher unschwer überbrückt werden kann. Gerade auf dem Lande sind nicht wenige unserer politischen Gegner auch gut christlicher Gesinnung. Sie unterscheiden sich von uns nur dadurch, daß wir Christlichsozialen den Mut haben, für die Sache des Christentums auch im öffentlichen Leben einzutreten, während unsere liberalisierenden Heimatgenossen es vorziehen, nach außen hin als „freiheitlich" zu gelten. Meine Herren! Die jüngsten großartigen Siege der christlichsozialen Partei bei den Landtugswahlen in den österreichischen Alpenländern haben gezeigt, daß mit ganz verschwindenden Ausnahmen das gesamte Landvolk in Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Salzburg und Tirol im christlichsozialen Lager steht. Anders bei uns in Gottschee. Was erschwert denn in Gottschee so sehr den vollen Sieg der christlichsozialen Idee? Wie erklärt sich die widerspruchsvolle Erscheinung, daß die Herzen der meisten Gottscheer zwar christlich fühlen, die Stimmzettel aber zu einem großen Teile liberal sind? Trägt vielleicht nur unsere weite Entfernung von den deutschen Alpenländern die Schuld daran oder sind es am Ende gar nur einige laute Radikale, die das Hindernis bilden? Hat denn nicht von letzteren unser Volk sich großenteils schon abgewendet? Meine Herren! Nicht die paar Radikalen sind es, die den Siegeslauf des christlichsozialen Gedankens in Gottschee hemmen, es sind dies vielmehr einzelne hochachtbare Männer gemäßigtliberaler Anschauung, deren Einfluß beim Volke sehr groß ist und deren Verdienst auch wir bereitwillig anerkennen, obwohl diese Männer nicht unserer Partei angehören. Wenn wir trotzdem mit diesen Männern gemeinsam nationale und wirtschaftliche Politik machen, so ist das ein klarer Beweis, daß wir, ebenso wie diese, nicht von borniertem Parteigeiste erfüllt sind, sondern daß auch für uns der alte Römerspruch gilt: Salus rei publicae suprema lex. Das Heil unserer Heimat ist unser oberster Leitstern! Ünsere Heimatliebe wird nicht überwuchert vom Parteiegoismus. Im Gegenteile. Wenn man unser christliches Empfinden, wenn man unsere religiöse Überzeugung nicht antastet und verletzt, sind wir jederzeit freudig bereit, in allen Angelegenheiten des öffentlichen Wohles mit unseren politischen Gegnern zusammenzuarbeiten. Von gewisser Seite wird immer und immer wieder behauptet, wir suchten in hinterhältiger Weise durch den Verständigungsausschuß Partei vorteile zu ergattern, oder wie sich die Herren auszudrücken belieben, wir beabsichtigen, die Berständigungsaktion für „klerikale" Zwecke zu mißbrauchen! Gerade das Gegenteil ist der Fall. Die Rücksicht auf die Verständigungspolitik legt uns so manche Zurückhaltung auf und bildet in gewissem Sinne daher auch ein Hindernis für die Parteiagitation. Dessen waren wir uns von allem Ansange an klar bewußt und darum gab es anfangs auch in unseren Reihen so manchen, der dem Berständigungsgedanken nur langsam und zögernd näher trat. Wenn aber das Gemeinwohl gewinnt, wenn unserer Heimat durch die Verständigungspolitik schätzenswerter Nutzen erwächst, so verzichten wir patriotischen Herzens gerne auf bloße Parteivorteile. Wir besitzen in Gottschee gegenwärtig zwar nicht die Mehr-heit, aber wir sind uns bewußt, daß wir Christlichsozialen doch ein unentbehrlicher Faktor im öffentlichen Leben von Gottschee sind. Wir sind es, die da berufen sind, jederzeit furchtlos und treu einzutreten, wenn es gilt christentumsfeindliche Angriffe abzuwehren. Oder wer soll dies denn sonst tun? Die Radikalen vielleicht? Von diesen Herren ist doch eher das gerade Gegenteil zu befürchten. Aber auch unsere christlichgesinnten Landsleute liberaler Färbung vermögen dies nicht oder wenigstens nicht mit dem nötigen Nachdrucke und der erforderlichen Entschlossenheit, weil ein mutiges Eintreten für Christentum und Katholizismus in den liberalen Blättern immer als Klerikalismus gescholten wird und sie ja beileibe nicht als klerikal gelten' wollen. Es braucht da z. B. nur auf die seinerzeitige Los von Rom-Bewegung in Gottschee hingewiesen zu werden, um darzutun, daß der Bestand einer ausgesprochen christlichen, bezw. katholischen Partei in Gottschee eine Notwendigkeit ist. Was sich vor wenigen Jahren bei uns abspielte, das kann ja bei günstiger Gelegenheit seine Wiederholung finden. Der volle Sieg wird der christlichsozialen Partei in Gottschee, oder sagen wir lieber der christlichen Sache, denn auf den Namen kommt es ja schließlich nicht an, vielleicht erst dann einmal beschießen sein, wenn bei einem künftigen Kulturkämpfe in den großen deutschliberalen Parteigruppen Österreichs selbst sich eine gewisse Scheidung der Geister vollziehen wird; denn auch diese Parteigruppen haben gegenwärtig noch so manchen Mann in ihrer Mitte, der, wenn auch nicht parteimäßig, so doch persönlich christlicher Gesinnung ist. Darum heißt es für uns ausharren und nicht wegen vorübergehender kleiner Mißerfolge entmutigt die Flinte ins Kornfeld werfen. Meine Herren! Der Gottscheer Bauernbund ist ein kleines, bescheidenes Zweiglein jener großen Bauernorganisation in Österreich, die auf christlicher Grundlage steht. Nur wenn alle deutschen Bauern, und zwar einer für alle und alle für einen, eintreten, können sie sich gegenüber der vorzüglichen Organisation der Industrie und der Arbeiterschaft halten und sortbestehen. Dieser Erkenntnis verdankt eben Österreich die Erstehung einer Reihe von Bauernbünden in den Alpen- und Sudetenländern, die zusammen gegenwärtig schon rund 200.000 Mitglieder zählen. Um die Bauernvereinigung noch fester zu schließen, ist auf dem ersten deutschösterreichischen Bauerntage, der Heuer am 22. Mai in Wien stattfand, beschlossen worden, daß eine große Reichsorganisation der deutschen Bauern gegründet, eine Zentralvertretung geschaffen werden solle, als Brennpunkt und Stütze für die Organisationen in den einzelnen Ländern; eine mächtige Vereinigung zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen des deutschen Bauernstandes, die auch Einfluß zu nehmen hätte auf die Gesetzgebung. Wie notwendig eine solche große Vereinigung ist, sieht man gerade jetzt wieder, wo durch die bevorstehende Öffnung unserer Reichsgrenzen für die fremde Vieh- und Fleischeinfuhr unserer aufstrebenden Viehzucht neue Gefahren drohen. — Auch wir in Gottschee haben daher den Gedanken der Schaffung eines Reichsbauernbundes mit großer Freude und Genugtuung begrüßt. Allerdings wäre es gefehlt, meine Herren, wenn wir unser ganzes Heil einzig und allein nur von der Gesetzgebung oder bloß von auswärts bestehenden oder zu gründenden Örganisationen erwarteten. Wenn wir selbst die Hände müßig in die Schoß legen, so kann und wird uns niemand helfen können. Wir müssen uns vor allem selbst reformieren, wir müssen durch eine bessere Bearbeitung des Bodens, durch einen rationelleren Betrieb der Viehzucht dem wirtschaftlichen Fortschritt in unseren eigenen Höfen eine Heimstätte geben. Gerade wir in Gottschee haben da noch viel, sehr viel nach zuholen, da in einer früheren Zeit, wo der Hausierhandel meist als Haupterwerb betrieben wurde, der Landwirtschaft leider nur eine mehr nebensächliche Bedeutung zugemessen wurde und unser landwirtschaftlicher Betrieb so ziemlich rückständig geworden ist. Dankbar anerkennen auch wir all das Ersprießliche, was die Filiale der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Gottschee in der kurzen Zeit ihres Bestandes bereits geleistet hat. Unsere Landwirte sind aber bekanntlich neuen Einführungen gegenüber anfangs etwas spröde. Es muß daher der Sinn für landwirtschaftlichen Fortschritt nicht nur durch gelegentliche dankenswerte Vorträge geweckt, sondern stets wachgehalten und vertieft werden. Der Theorie muß die Praxis folgen. Zu diesem Behufe hat man in Niederösterreich und auch anderwärts neben den Filialen der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft vielfach noch eigene landwirtschaftliche Ortsvereine oder Kasinos ins Leben gerufen, die dort bestens gedeihen und schöne Erfolge aufzuweisen haben. In diesen landwirtschaftlichen Kasinos werden allwöchentlich oder mindestens einmal im Monate Vorträge, Vorlesungen, Besprechungen und Wechselreden abgehalten. Auch der gemeinsame Bezug landwirtschaftlicher Geräte, Maschinen, Sämereien, ferner von Kunstdünger und anderen landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln wird durch diese Kasinos entweder selbst besorgt oder bei der landwirtschaftlichen Filiale vermittelt; es werden praktische Anregungen gegeben zur Verbesserung der Viehzucht, des Wiesenbaues, der Stallanlagen, der Dungstätten usw.; eS. werden verschiedene Meliorierungen versucht und erprobt, gelegentlich auch kleine Ausstellungen veranstaltet und dergl. So etwas könnte und sollte auch bei uns versucht werden, um die Landwirtschaft zu heben. Der Hausierhandel geht immer mehr zurück, der Verdienst in Amerika ebenfalls, also heißt es mehr als früher auf die heimatliche Hube schauen und ihr Erträgnis steigern. Die Zukunft Gottschees liegt zum großen Teile zweifellos in der Land- und Forstwirtschaft. Es wäre daher wünschenswert, daß auch bei uns landwirtschaftliche Kasinos gegründet würden, die die Tätigkeit der Filialen der Landwirtschaftsgesellschaft zu ergänzen hätten. Solche landw. Kasinos denken wir uns nicht etwa als parteimäßige Vereinigungen, es soll vielmehr jedermann ohne Unterschied der Partei Aufnahme finden. Wo die Verhältnisse hiefür günstig liegen und jemand da ist, der sich um die Sache ernstlich annimmt, dort sollte man an die Gründung landwirtschaftlicher Kasinos schreiten. Daß wir uns damit auf den richtigen Weg begeben, beweist eine Stelle aus der Zuschrift des Allgemeinen Verbandes landwirtschaftlicher Genossenschaften in Wien, bei dem ich mich voriges Jahr diesbezüglich angefragt habe. Es heißt da: „Wenn in dem deutschen Sprachgebiet Gottschee landwirtschaftliche Lokalvereine oder Kasinos noch nicht bestehen, so ist es ganz richtig, deren Gründung der Errichtung von Genossenschaften vorangehen zu lassen. Das landwirtschaftliche Vereinswesen ist die Vorschule für das Genossenschaftswesen, welches einen schon ausgebildeteren Gemeinsinn voraussetzt." Die landwirtschaftlichen Kasinos haben vor allem das Gute, daß der Bauer durch den Bauer zu landwirtschaftlichen Verbesserungen angeregt werden soll. Das schlägt ein und kommt der landwirtschaftlichen Praxis unmittelbar zugute. Meine Herren I Wer sein Volk liebt, der arbeitet auch für sein Volk; sowohl die christliche Nächstenliebe als auch die Liebe zu unseren deutschen Stammes- und Heimatgenossen soll uns anspornen, alles zu tun und alles zu versuchen, damit die wirtschaftliche Lage unseres Volkes sich immer besser gestalte. Die Betätigung unserer nationalen Gesinnung soll sich nicht in bloßen tönenden Worten erschöpfen, sie soll nicht etwa nur in gehobener Stimmung bei Gläsergeklirr und Becherklang begeisterten Ausdruck finden. Wer sein Volk aufrichtig liebt, der läßt es nicht bei bloßen verhallenden Worten bewenden, der kennt nicht bloß nationale Fest- und Feiertage, sondern der arbeitet auch an stillen Werktagen unverdrossen und rastlos für dasselbe, der sucht es vor allem wirtschaftlich zu heben, denn nur ein wirtschaftlich gesundes, kräftiges Volk kann sich auf die Dauer auch national behaupten. „Die Überschätzung der Politik" (ich möchte sagen: der politischen Schlagworte), äußerte sich Fürst Auersperg kürzlich, „verhindert nur zu leicht wirkliche Arbeit. Sie stört aber auch die einzig richtige Erkenntnis, daß die nationale Sicherheit eines Volkes ausschließlich auf wirtschaftlichem Gedeihen beruht und kein Volk einen Boden dauernd behauptet, auf welchem es fein Auskommen nicht zu finden vermag." Hiemit bin ich mit meinen Ausführungen zu Ende gekommen. Es sei schließlich noch angeführt, daß der Gottscheer Bauernbund im Jahre 1908 715 Mitglieder zählte. Vom Bnndesfekretariate wurden, wie in den Vorjahren, in mehreren Fällen für einzelne Mitglieder oder Jntereffentengruppen Gesuche, Eingaben u. bergt, unentgeltlich verfaßt und gelegentlich auch sonstige Aufklärungen gegeben und Ratschläge erteilt. Der „Gottscheer Bote" ist auch im vergangenen Jahre ein treuer, schlagfertiger und kräftiger Anwalt unserer Sache gewesen und hat dabei so manchen harten Strauß auszukämpfen gehabt. Es sei dem wackeren heimatlichen Blatte hiesür neuerlich der beste Dank ausgesprochen. Ich bitte Sie, geehrte Bundesmitglieder, diesen meinen Bericht freundlich zur Kenntnis zu nehmen. Heil Bauernbund! Aus Stabt und Land. Gottschee. (Ernennung.) Herr Forstrat Ferdinand Weil edikt er wurde vor kurzem zum k. k. Oberforstrate ernannt unter Belastung in seiner Stellung als Vorstand der forsttechnischen Abteilung für Wildbachverbauung in Villach. Herr Oberforstrat We-nedikter hat bekanntlich insbesondere in Sachen der Wildbachver-banung sich hervorragende Verdienste erworben, die anläßlich des 60 jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers durch Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Joses-Ordens anerkannt worden sind. — (Die Pastoralkonferenz) findet Mittwoch den 28. Juli in Gottschee statt. — (Auszeichnung.) Dem Fürst Anerspergschen Zentraldirektor Herrn Leopold Husnagl in Wlaschin wurde von Seiner Majestät dem Kaiser das Offizierskreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat die bisherige Supplentin an der vier-klassigen Mädchenschule in Gottschee Fräulein Paula Lehn er zur provisorischen Lehrerin auf ihrem gegenwärtigen Dienstposten ernannt. — (Die Hauptversammlung des Bauernbundes), die gestern in Mitterdorf (Bahnrestauration) stattfand, war sehr gut besucht und nahm einen erhebenden Verlauf. Nach der Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden hielt Hochw. Herr Dechant Erker die patriotische Fest- und Gedenkrede (das Jahr 1809. Aspern—Gottschee). Sodann sprach Herr Hehenbleikner ans Wien über die berufsgenossenschaftliche Organisation des Bauernstandes, worauf Herr Schulrat Ob erg füll den Jahresbericht und Herr Bundessekretär Anton Kresse den Kassabericht erstattete. Da es wegen der Kürze der Zeit (die Versammlung fand nach dem Redaktionsschlüsse statt) nicht möglich war, über die gestrige Versammlung schon heute einen ausführlichen Bericht zu bringen, beschränken wir uns vorderhand auf diese kurzen Mitteilungen und auf die Veröffentlichung des Jahresberichtes an leitender Stelle. Ein ausführlicher Bericht wird in der nächsten Nummer unseres Blattes erscheinen. — (Nationale Exzesse.) Die nationale Siedehitze ist in Österreich noch immer im Steigen, der nationale Haß nimmt leider noch immer zn. Trotz dieser höchst unerfreulichen Erscheinung in sämtlichen gemischtsprachigen Kronländern war unsere Stadt bis vor kurzem von wilden Ausbrüchen des Nationalhasses zum Glücke verschont. Mit den in unserer Stadt wohnenden Slowenen hat man in Gottschee bis vor nicht langer Zeit stets in Frieden gelebt; es muß auch anerkannt werden, daß jene Slowenen, die in Gottschee schon seit längerer Zeit ansässig sind, niemals national herausfordernd auftraten und die einheimische deutsche Bevölkerung nicht reizten. Mit der Gründung der Posojilnica trat aber in dieser Beziehung leider ein recht unerfreulicher Wandel und eine starke Trübung des bisherigen nationalen Friedens ein. Einzelnen exaltierten Herren dieses kleinen slowenisch-radikalen Kreises sagt man allgemein nach, daß sie es an nationalem Takt und Schicklichkeitsgefühl mitunter sehr fehlen ließen. So war denn in unserer Stadt unglücklicherweise ein nationaler Beunruhigungsherd geschaffen worden, es kam zu nationalen Reibungen und allerlei kleinen Demonstrationen. Leiter sollte es infolge der nunmehr neu aufgestachelten nationalen Verhetzung noch ärger kommen, fiel doch vor ein paar Monaten auf deutscher Seite selbst ein Menschenleben dem nationalen Fanatismus zum Opfer. — Neulich gerieten nun in einem hiesigen Gasthausgarten infolge provokatorischen Absingens slowenischer Lieber die beiden nationalen Extreme wieder hart aneinander; es kam zu Tätlichkeiten, die ein gerichtliches Nachspiel hatten, indem ein paar Exzedenten zu Arreftftrafen verurteilt wurden. Wutentbrannt darüber ließen sich die drei Verurteilten so weit hinreißen, daß sie am selben Tage im Lokale des Geschäftes im Posojilnica-Hause Exzesse verübten und die Fenster von innen eiuschlugen. Wir haben seinerzeit die rohen Ausschreitungen gegen die Deutschen in Laibach auf das schärfste verdammt, wir — und mit uns gewiß jeder Einsichtsvolle ohne Unterschied der Partei — verurteilen ebenso scharf die nationalen Ausschreitungen einiger weniger bei uns in Gottschee; denn was der einen Nation zur Schande gereicht, das dient der ändern ebenso wenig zur Ehre. Durch 'solche Roheiten wird unsere Stadt nur geschädigt, indem man in der gegnerischen Presse, wenn auch mit Unrecht, die ganze Bürgerschaft für das verantwortlich macht, was ein paar Tollköpfe verübten. Durch solche Ausschreitungen wird dem Deutschtum nicht genützt, sondern im Gegenteil geschadet, indem ein erfolgreiches Eintreten für unsere nationalen Rechte hiedurch nur erschwert wird. Den Extremradikalen im slowenischen Lager erlauben wir uns aber die Frage vorzulegen : Was würde wohl einem kleinen Häuslein Deutscher, sagen wir etwa in Krainburg, geschehen, wenn es sich herausnähme, die nationalen Gefühle der dortigen slowenischen Bevölkerung zu reizen P1 Die Antwort möge sich jeder selbst geben. Was aber im' slowenischen Krainburg Deutsche sich unter keinen Umständen erlauben dürfen, das sollte im deutschen Gottschee seitens einer kleinen nationalen Minderheit oder eigentlich nur eines Teiles derselben unbedingt auch unterlassen werden. Hinsichtlich der argen Übertreibungen seitens gewisser slowenischer Blätter, in denen die Vorfälle in Gottschee riesig aufgebauscht wurden, ist zu bemerken, daß die Ausschreitungen in Gottschee weder ihrem Umfange nach, noch, was die Haltung der Bevölkerung anbelangt, mit den Septemberereignissen in Laibach auch nur im entferntesten auf eine Stufe zu stellen sind. Als vor vier Monaten ein Deutscher in Gottschee aus Nationalhaß erstochen wurde, ist von der deutschen Presse nicht entfernt ein solcher Lärm geschlagen worden, wie es jetzt von der slowenisch-liberalen Presse wegen ein paar zerschlagener Fensterscheiben getan wird. (Der angerichtete Schaden beträgt 38 K.) Unseren Landsleuten geben wir den Rat, sich nicht provozieren zu lassen, sondern ruhig Blut zu bewahren, wenn's auch manchmal große Selbstüberwindung kostet. Die Provokationen gegen die Gottscheer seitens einzelner slowenisch-radikaler Heißsporne werden ja offensichtlich doch nur deshalb in Szene gesetzt, um die heimische deutsche Bevölkerung aufzureizen, sie zu unüberlegten Schritten zu veranlassen und so das Ansehen Gottschees zu schäbigen. Schließlich sei noch bemerkt, daß von den drei Exzedenten nur einer ein Gottscheer ist, die anderen zwei sind Fremde. — (Konferenz der deutfchen Lehrkräfte in Gottschee.) Unter dem Vorsitze des Bezirksschnlinspektors R. E. Peerz fand am 3. d. M. die Konferenz der deutschen Lehrkräfte des Bezirkes Gottschee 1 3- B. durch Beklebung von Geschäftsauslagenfenstern mit nationalen Schutz- und Trauermarken, durch ostentatives Singen deutschnationaler Lieder in Gasthäusern. (Anm. b. Schrift!.) statt. Herrn Laibac ferner sprach volksst heimisl der V führen aewäh aus 3 Vorsitz über drei-, i bericht wurdei Unterl der Le an bei ivitrbei Petfchi Baschr Schule in Siet Wechsc bei bet über i unb bi der M SSortrc fchaftli der üt es, fei bigte \ Volks! die Kl Gottsü 1. Ju ©teilet in Go Wesen der u Herrn Tom Ranz unb ‘ Joses aussch als W unb 5 die H Malgi Karl Josef Ersten Herr Verstä meiste: ersten Fürste Hmtbi Ritt, bezügl ftntt. Nach Eröffnung der Konferenz begrüßte der Vorsitzende die Herren Dr. Bischof, Professor am deutschen Staatsgymnastum in Laibach, und Röger, Direktor des deutschen Handelskurses in Laibach, ferner als Gast den Übungsschullehrer Petsche aus Gottschee. Hierauf sprach der Vorsitzende in Worten der Begeisterung vom Reichsvolksschulgesetze und berührte in längerer Ausführung auch den heimischen Dichter Anastasius Grün. Zu seinen Stellvertreter ernannte der Vorsitzende den Oberlehrer Lackner von Obergras. Zu Schriftführern wurden Herr Rom und Fräulein Kasch aus Gottschee gewählt, zu Prüfern der Verhandlungsschrist die Oberlehrer Göderer aus Altlag und Georg Erker aus Mitterdorf; dann brachte der Vorsitzende mehrere Erlässe zur Verlesung. Hierauf wurde referiert über das Thema „Die weiblichen Handarbeiten an ein-, zwei-, drei-, vier- u. fünfklassigen Volksschulen". Fräulein Kasch (Gottschee) berichtete über die Bezirkslehrerbücherei. Zu Vermögensprüfern wurden Oberlehrer Krauland in Mösel und Schulleiter Erker in Unterlag gewählt. In die Bibliothekskommission wurde gewählt der Lehrkörper der Mädchenvolksschule in Gottschee und Lehrer Rom an der Knabenvolksschule in Gottschee. In den ständigen Ausschuß ivurden gewählt: Lehrer Perschauer in Lienfeld und Schulleiter Petschauer in Sichtenbach, Oberlehrer Göderer, Lehrer Loser und Baschnik. Über das Pflichtthema „Bodenständiger Unterricht an den Schulen des Gottscheer Landes" referierte Herr Lehrer H. Petschauer in Lienfeld in trefflichen Ausführungen, worüber sich eine mehrfache Wechselrede entspann. Hierauf berichtete der Vorsitzende über seine bei den Inspektionen gemachten Wahrnehmungen. Schließlich wurde über die selbständigen Anträge des Lehrers Petschauer (Lienfeld) und des Oberlehrers Scheschark von Gottschee debattiert. — Nach der Mittagspause hielt Herr Dr. Josef Bischof einen einstündigen Vortrag über die biologische Methode in der Schule, der wissenschaftlich und methodisch wohldurchdacht war. Herr Direktor Röger, der über die kleine Buchführung des Landwirtes referierte, verstand es, seine Zuhörer für den trockenen Stoff einzunehmen, und entledigte sich seiner Aufgabe in gelungener Weise. Unter Absingen der Volkshymne schloß der Vorsitzende um halb 5 Uhr nachmittags die Konferenz. — (Personalnachricht.) Der k. k. Steueroberverwalter in Gottschee, Herr Gabriel Reven, ist über eigenes Ansuchen mit 1. Juli d. I. in den bleibenden Ruhestand getreten. Der Herr Steuerobervermalter, welcher durch eine längere Reihe von Jahren in Gottschee bedienstet war, erfreut sich wegen seines konzilianten Wesens der allgemeinen Wertschätzung und Achtung. — (Sparkasse.) In der Sitzung vom 30. v. M. wählte der neue Sparkassenausschuß der Stadt Gottschee zum Obmann Herrn Bürgermeister Loy, zu dessen Stellvertreter Herrn Florian Tomitsch, ferner ins Direktorium die Herren Franz Loy, Daniel Ranzinger, Josef Röthel, Rud. Schadinger, Florian Tomitsch und Josef Verderber; in den Revisionsausschuß die Herren Josef Oswald und Johann Verderber; in den Skontrierungs-ausschuß die Herren Josef Schober und Johann Verderber; als Wechselzensoren die Herren Daniel Ranzinger, Fl. Tomitsch und Josef Verderber. — (Matura.) Sämtliche Maturanten aus Gottschee, nämlich die Herren Richard Krauland aus Maierle, Johann Krobat aus Malgern, Alois Michitsch aus Kölschen, Franz Perz aus Koflern, Karl Peteln aus Gottschee, Rudolf Schadinger aus Ainödt und Josef Zurl aus Hirisgruben, haben die Maturitätsprüfung am Ersten Staatsgymnasium in Laibach mit gutem Erfolg bestanden, Herr Josef Händler aus Eben mit Auszeichnung. — (Verständigungsausschuß.) Eine Abordnung des Verstäudigungsausschüsses, bestehend aus Herrn kaiserl. Rat Bürgermeister Loy und Hochw. Herrn Dechant Erker, begab sich in den ersten Julitagen unter Führung des Abgeordneten von Gottschee, Fürsten Karl Auersperg, zum Unterrichtsminister Grafen Stürgkh, Handelsminister Dr. Weiskirchner, Minister für öffentliche Arbeiten Ritt, Ackerbauminister Dr. Braf und Minister Dr. Schreiner, um bezüglich verschiedener heimatlicher Angelegenheiten Gesuche zu über- reichen, die Wünsche des Gottscheer Gebietes bekannt ju geben und um deren geneigte Berücksichtigung zu bitten. Die Herren fanden überall die freundlichste Aufnahme und die Minister versprachen, die vorgebrachten Wünsche nach Tunlichkeit berücksichtigen zu wollen. — (Todesfall.) In Krainburg verschied am 6. Juli d. I. der Leiter der dortigen Bezirkshauptmannschaft, Herr Landesregierungsrat Alfons Pirc, nach längerem Leiden im 49. Lebensjahre. Der Verstorbene war seinerzeit Bezirkskommissär in Gottschee. — (Schulschluß.) Die hiesige Knaben- und Mädchenvolksschule sowie die Schule an der Waisenanstalt wurden am 8. Juli geschlossen, an der k. k. Fachschule für Tischlerei erfolgte der Schul-schluß am 15. Juli. — (Verschollen) ist seit Februar 1907 der gewesene Hau? sierer Matthias Eppich aus Obrem. Er ist 72 Jahre alt, von mittelgroßer, starker Statur, hat graues Haar und weißen Vollbart, ist kahlköpfig, defekt gekleidet, spricht deutsch und etwas slowenisch. Außer dem Militärabschiede dürfte Eppichs der die letzten sieben Jahre zu Hause war, keine Dokumente bei sich haben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er irgendwo verunglückt oder gestorben ist. — (Hausierhandelsgesetz.) Um den Christlichsozialen einen Hieb zu versetzen, erzählen die „Nachrichten" im Tone gemachter Entrüstung, daß ein christlichsozialer Gemeinderat in Wien die schleunige Inkraftsetzung des neuen Hausiergesetzes (Regierungsentwurfes) verlangt habe und ein paar andere Gemeinderäte sich über die Hausierer abträglich geäußert hätten. Der „Nachrichten"-Schreiber scheint den Inhalt des neuen Hausiergesetzes gar nicht zu kennen, sonst würde er noch energischer als der betreffende Gemeinderat in Wien fordern, daß derselbe möglichst bald jn Kraft trete. Der Gesetzentwurf enthält nämlich für die nach § 16 begünstigten Hausierer (Gottscheer rc.) eine Reihe von Erleichterungen und höchst wertvollen Zugeständnissen. Insbesondere dürfen die Gottscheer und die übrigen begünstigten Hausierer auch künftighin an allen jenen Orten ihr Hausiergeschäft betreiben, die für die jüdischen, ungarischen und ähnlichen Hausierer gesperrt sein werden. Die Gottscheer werden daher nach Inkraftsetzung des neuen Hausiergesetzes ein besseres Geschäft machen als früher. Und wer hat das Gesetz im Abgeordnetenhause eingebracht? Es ist der christlich-soziale Handelsminister Dr. Weiskirchner! Leider konnte der Gesetzentwurf wegen der Obstruktion im Abgeordnetenhause noch nicht in Verhandlung gezogen werden. Was aber die abträglichen Äußerungen des Publikums gegen den Hausierhandel anbelangt, so weiß jedermann, daß dieselben hauptsächlich gegen das oft unverschämte Auftreten der jüdischen Hausierer gerichtet sind. Mtterdorf. (Sterbesälle.) Am 1. Juli starb die76jährige Maria Tscherne in Koflern Nr. 44; am 3. Juli verschied im St. Johann-Spital in Salzburg der aus Koflern Nr. 31 gebürtige Alois Siegmund. — (Ein erfreulicher Fortschritt.) In Gottschee waren es zuerst Bauern, die vor zwei Jahren mit einem Schlage die Fesseln sprengten, welche der Liberalismus geschmiedet hatte; die christliche Organisation hat jetzt einen weiteren Fortschritt zu verzeichnen, da es sich das erstemal ereignet, daß ein Gottscheer als angehender Hochschüler einer katholisch-deutschen Verbindung beitritt. Herr Franz Perz aus Koflern ist nämlich der katholischen Studentenverbindung „Traungau" in Graz als Mitglied beigetretem Wir begrüßen diese Tatsache aufs aufrichtigste; zeigt sie doch, daß auch unsere Studenten von Vorurteilen und plumpen Schlagwörtern immer freier werden, ihr Heil nicht im Liberalismus suchen und ihrem Ansehen durch Freigeisterei nicht aufhelsen wollen. Möge der erste Bahnbrecher viele Nachahmer finden! Schal'kendorf. (Spritzenweihe.) Sonntag den 25. Juli findet in Schalkendorf die feierliche Einweihung der neuen Feuerspritze statt. Die Festordnung ist folgende: Von 8 bis 10 Uhr: Empfang der Gäste beim Hause des Wehrhauptmannes A. Kresse. Um 10 Uhr: Ansprache und Spritzenweihe. Um halb 11 Uhr: Feldmesse. Nach der Feldmesse Weihe des Spritzenhauses und Defilierung vor den Honoratioren. Um 12 Uhr: Gemeinsames Mittagessen (für die Person 2 K ohne Getränk.) Um 2 Uhr nachmittags: Konzert (ausgeführt von der Altlager Musikkapelle) im Garten des WehrhanptmanneS. Der Wehrausschuß. Anmerkung. Diejenigen Festgäste, die sich am gemeinsamen Mittagessen beteiligen, wollen dies längstens bis 23. d. M. dem Wehrhauptmanne in Schalkendorf bekanntgeben. Kkindorf. (Vermächtnisse.) Die am 5. Juni 1909 in Klmdors Nr. 11 verstorbene Maria Wolf hat testamentarisch hinterlassen: Der Stadtpfarrkirche in Gottschee für die innere Ausstattung 500 K, der Kirche Korpus Christi 10 K, der Kirche in Klindorf 40 K, der Kirche in Schalkendorf 10 K. Mchermoschnitz. (Diphtheritis.) Während in Semitsch unb Tschernembl biese Krankheit, bie bort manchem Kiube baS Leben gekostet hatte, bereits anfgehört hat, hat sie nun auch bei uns ihren Einzug genommen. Die Krankheit würbe wahrscheinlich am Markttage hieher verschleppt, benn balb bamitf erkrankte baS Töchterlein des Herrn Windifchmann unb erlag ber Krankheit. Es sind nun bisher schon mehrere Krankheitsfälle vorgekommen. Hoffentlich wird die Krankheit kein Opfer mehr kosten. Steinrvand. (Trauungen.) Hier wurden getraut: Am 14. Juni der 33 jährige Geschäftsreisende Alois Dralka aus Kalobje in Untersteier mit der 16 jährigen Maria Maußer aus Steinwand Nr. 14. und am 21. Juni der 59 jährige Franz König aus Komntzen mit der 38 jährigen Margareta Grill aus Steinwand Nr. 2. — (Kirchen Verschönerung.) Auf Anregung uns eres Pfarrers wurde unser Kirchlein, das im Laufe der Jahre sehr herabgekommen war, in der letzten Zeit einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Es erhielt ein neues Pflaster ans Beton sowie einen neuen Amvurs innen unb außen unb würbe recht hübsch gefärbelt. Auch ber Platz um baSfelbe wurde geebnet. Als wir am 4. Juli unser Kirchweihfest feierten, fanden diese Herstellungen allgemeine Anerkennung. Besonders verbient hat sich hiebei wieder ber Kirchenpropst Johann Kraker von Steinwanb Nr. 9 gemacht, ber sich seinerzeit auch um die Errichtung unserer Schule unvergängliche Berittenste erworben hat. Wüchel. (Sterbefall.) Der hiesige Besitzer Köstner hat burch den Tod seines einzigen Kindes Josef einen schweren Verlust erlitten. Den trauernden Eltern unser Beileib I Göttemh. (2Baff er rechtliche Verhandlung.) Die k. k. Be-zirkshauptmannschaft hatte auf ben 8. Juli im Sinne beS § 60 beS krainifchen WafferrechtSgesetzeS die gemeinsame wasserrechtliche Verhandlung angeordnet. Zur Verhandlung, die der k. k. Kommissär Herr Friedl leitete, war auch ein Ingenieur aus Laibach erschienen. Nach Beseitigung mehrerer Einwendungen wurde die nötige Abtretung unb Belastung von Grundeigentum geregelt und nach mehrstündiger Debatte durch die Bemühungen des k. k. Bezirkskommissärs eine Vereinbarung erzielt. Uesseltak. (Eine Spende beS Bürgermeisters Dr. Lueger.) Exzellenz Bürgermeister Dr. Karl Lueger hat zur Lin-berung ber Not ber durch die Brandkatastrophe am 24. April l. I. betroffenen Bewohner von Mitterbuch6erg dem Pfarramte in Neffeltal den Betrag von 100 Kronen mit dem Ersuchen übermittelt, ihn nach eigenem Ermessen unter die Abbrändler zu verteilen. DaS Pfarramt hat daraufhin im Namen der Verunglückten in einem besonderen Schreiben dem Bürgermeister für bie hochherzige Spenbe ben Dank ausgesprochen. —- Bisher finb für bie Abbrändler in Mitterbuchberg an Spenben bem hiesigen Pfarramte 342 K 16 h übermittelt worden. — (Eine Militärbrieftaube.) Anfang Juli kam in der Ortschaft Büchel bei Neffeltal eine Militärbrieftaube an, die wegen ihrer Haltung und beS glänzenden, festanliegenden Gefieders bald auffiel. Man fing die Taube ein und gewahrte um ihr linkes Bein einen Aluminiumring mit der Inschrift „Wien 07 723". Auf der Innenseite des linken Flügels waren mit blauer Stampiglientinte die Worte eingedrückt: „Militärbrieftaube in Prämierung. Wasser — Futter — zeitlich früh Freiheit." Auf der Innenseite des rechten Flügels standen die Worte: „Scheibe — Wien." Man hielt die Taube einige Tage in einem Käfig gefangen. Am 6. Juli, früh 4 Uhr, wurde sie ausgelassen, nachdem man sie zuvor noch gut augefüttert hatte. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Jedenfalls wird das nette Tierchen, dank dem ausgeprägten Orientierungssinn, schon längst in seiner Heimat angekommen sein. Wösek. (Austritt aus ber katholischen Kirche.) Franz Lackner, gebürtig in Mosel Nr. 7, hat sich am 22. Mai von feiner Gattin Johanna geborene Taucar in Klagenfurt. gerichtlich scheiben lassen unb hat am 25. Juni b. I. seinen Austritt aus ber katholischen Kirche beim ©tabtmagiftrate in Klagenfurt angemelbet. Er hat als Agent feinen bauernben Wohnsitz in Klagenfurt. Wohin er nach feinem Austritt aus der katholischen Kirche getreten ist, ist uns nicht bekannt. Der Spiritus, mit dem er auch in Gottschee oft agentiert, wird seinen Verstand sicherlich nicht mit gutem Geiste erfüllt haben. Zuerst Ehescheidung und dann Absall vom Glauben, das läßt Ursache und Zweck seines Austrittes erraten. — (Pfarre-Jubiläum.) Die Pfarre Mosel ist im Jahre 1509 errichtet worden und feiert deswegen Heuer (1909) das 400jährige Jubiläum ihres Bestandes. Um dieses Jubiläum zum Heile der Pfarrkinder, zu welchem Zwecke die Pfarre ja entstanden ist, würdig zu begehen, findet vom 1. bis 8. August eine heilige Volksmission statt. — (Licht und Fortschritt.) Nachdem man bereits anderwärts in Gottschee neue Beleuchtung eingeführt hat, ist nun auch in Mösel ein Fortschritt hierin zu verzeichnen. Gemeindevorsteher Hans Jonke hat in seinem Gasthause bie Azetylenbeleuchtung mit ber neuesten Verbesserung einrichten lassen. Büchet. (Buschenschank.) Der Weinhauer Johann Mebitz Nr. 31 hat vor kurzem einen Buschenschank eröffnet. Der Liter. Maierler Eigenbauwein wirb zu 56 h verabreicht. — (Dem Organisten) wurde bei ber Gemeinbesitzung am 12. Juli der Lohn erhöht; ber Besitzer wirb von jetzt an nicht mehr 60 h, sonbern 80, ber Keuschler nicht 30 h, sondern 40 h zahlen. — (Inspektion.) Am 9. Juli I. I. inspizierte der Herr Bezirksschulinspektor R. Peerz die Volksschulen in Neffeltal und Sichtenbach. Waierke. (Billige Weine.) Wer billige, gute Weine trinken und völkische Arbeit leisten will, soll nach Maierle und Rodine kommen. Die Weine ftnb wegen ber voraussichtlich guten Ernte bis auf 24 h per Liter Herabgefunken. Masern. (Verschiebend.) Die Gemeinbejagb Nieberborf, wozu auch bie Untergemeinbe Masern gehört, wird am 21. b. M. im Lizitationswege vergeben werben. Bisher betrug ber Pachtschilling für bie ganze Gemeinbejagb 220 K, ein wahrer Spottpreis, wenn man bebenkt, baß im Jahre 1908 gegen 200 Rehe zur Strecke gebracht worben finb. Im Revier Masern allein würben gegen 100 Rehe geschossen, Hasen unb anberes Wilb gar nicht mitgerechnet. Die Beteiligung an ber Lizitation am 21. b. M. bürste eine sehr starke sein. — (Ge me in beausschuß wählen.) Die Wahlen in ben GemeinbeanSschuß Nieberborf fanben am 7. Juli statt. Für bie Untergemeinde Masern wurden Herr Matthias Jaklitsch und als dessen Stellvertreter Josef Zekoll gewählt. Im britten Wahlkörper brang Herr Matthias Tfchinkel unb im zweiten Herr Alois Sturm burch, fo baß wir jetzt im GemeinbeauSfchuffe brei Stimmen haben. Hoffentlich werben wir bis zu ben nächsten Wahlen von ber slowenischen Gemeinde Nieberborf schon abgetrennt unb Masern zur selbständigen Gemeinde erhoben sein. — Wir finb mitten brinnen in ber Heuernte. Das fortwährenbe Regenwetter stört uns in der Arbeit. Wie sich doch die Zeiten ändernI Nachrichten aus Amerika. Mrookkyn. (Eheschließungen.) In der Allerheiligen-Kirche sind am 22. Mai Josef Kump aus Oberdeutschau Nr. 1 und Rosalia Kump aus Unterbuchberg Nr. 13; am 29. Mai Josef Mille aus Brunnsee Nr. 2 und Antonia Michitsch aus Masern; am 20. Juni t, I. Anna Erker aus Windischdorf Nr. 44 und Matthias Stau-dacher aus Hasenfeld Nr. 14 getraut worden. Klevetani». (Trauungen.) Am 15. Mai haben sich in der hiesigen Allerheiligen-Kirche Johann Stalzer aus Untersteinwand Nr. 6 und Theresia Wittine aus Hinterberg Nr. 2; am 22. Mai in der Dreifaltigkeitskirche Franz Tschinkel aus Mitterdorf Nr. 43 und Josefa Kren aus Gottschee; am 27. Mai Josef Fink aus Langenton Nr. 35 und Maria Schager aus Reintal Nr. 18 verehelicht. — (Neue Bücherei.) Der deutschösterreichische Unterstützungsverein in Cleveland hat eine eigene Vereinsbücherei gegründet und an ihre Spitze den Herrn I. Fink gestellt. San Arancisco (Trauung.) In der hiesigen St. Peterskirche sind am 6. März Theresia Fitz aus Koflern Nr. 10 und Anton Knapp aus Giergyanos in Ungarn getraut worden. KHicago. (Hymen.) Am 2. Juni I. I. verehelichte sich die Tochter Jos'efine des ehemaligen bekannten Wirtes in Obermösel Matthias König mit Wilhelm Alfred Blind in der St. Antoniuskirche in Chicago. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergesxaltene «leindruckzeile oder deren Raum 10 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes Jahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze Jahr eine Zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Ls wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Einnahmen. Spar- und Darlehenskassenverein in Altlag. registrierte Genossenschaft mit nnöeschränüter Kaftnng. Nechnungsablchluß für das Jahr 1908. Umsatz. Ausgaben. Eingezahlte Geschäftsanteile................. Spareinlagen mit den kapitalisierten Zinsen Zurückgezahlte Darlehen...................... Laufende Rechnung mit dem Verbände . Zinsen der laufenden Rechnung.... Eingezahlte Darlehenszinsen.................. Verwaltungs- und Amtskostenbeiträge . . Beitrittsgebühren............................ Stempel....................... Für ret. Bücher.............................. Provisorische Anlehen ....... K h 154 1154.114 44 5.100 — 4.840 32 3.609 32 415 69 54 94 77 — 26 25 35 57 620 15 169.047 68 Behobene Spareinlagen...................... Ausgezahlte Zinsen von Spareinlagen Gegebene Darlehen.......................... Laufende Rechnung mit dem Verbände Zinsen der laufenden Rechnung. . . Bewegliches Inventar....................... Bücher und Drucksorten . . . . . Rückgezahlte Zinsen von Darlehen. . Verwaltungs- und Amtskosten . . . Anteil dem Verbände........................ Stempel . . . Kapitalisierte Zinsen der Einlagen . . Provisorische Anlehen...................... Kassastand am 31. Dezember 1908 . K h 9.755 2 34 25.545 — 127.609 32 2 05 370 27 281 13 27 48 73 22 400 — 40 42 3.656 14 619 65 665 66 169.047 68 Aktiva. Bilanz. Uasstva. Darlehen................................... Laufende Rechnung mit dem Verbände Inventar .................................. Ausstände an Darlehenszinsen . . . Wert der Drucksachen....................... Stempel.................................... Geschäftsanteil beim Verbände . . . Kassestand am 31. Dezember . . . K h 20.445 122.769 — 333 25 27 50 122 78 14 17 400 — 666 66 144.777 36 Geschäftsanteile......... Spareinlagen mit den kapitalisierten Zinsen Vorausbezahlte Darlehenszinsen . . . Provisorische Anlehen............... Reingewinn.......................... K h 154 144.359 44 1 32 50 262 10 144.777 36 Stand der Mitglieder am Ende des Jahres 1908: 77. EIN HAUS samt schönem Garten und Wiese ist preiswert zu verkaufen. Auskunft beim Eigentümer Rudolf Eisenzopf, Obermösel. Eine Realität bestehend aus einer halben Hube samt fundus instructus, verkauft aus freier Hand Georg Hutter, Otterbach Nr. 2, Gemeinde Mosel. verein der Deutschen a. Gonschee — in Wien. 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