D R - JOSEF SUPPAN EHRENMITGLIED D E S VER EI N E S GEB. 9. JANNER 18^8, GEST. 5. JULI 1902. Gedenkschrift liber die Tatigkeit des Laibacher deutschen Turnvereines von 1899 bis Ende 1903 zucdeich mit einem Abrisse O der Geschichte seines vierzigjahrigen Bestandes herausgegeben vom Turnrate. Laibach 190 4. Im Selbstverlage des Laibacher deutschen Turnvereines. Druck von Ig. v. Kleinmayr 61 Fed. Bamberg. I 71083 /7^7 V o r w o r t. Der Laibacher deutsche Turnverein hat nun das vierzigste Jahr seines Bestandes zuriickgelegt. Der AbschluB dieses Vereinsjahres bietet dem Turnrate Veranlassung, den Vereinsgenossen, wie dies bisher jedes fiinfte Jahr der Fali war, eine Art Rechenschaftsbericht zu erstatten, der aber auch, soweit dies innerhalb eines solchen Rahmens moglich ist, ein, wenn auch vveniger scharf umrissenes Bild der Gesamtgeschichte umfassen soli. Manches, was den alteren Vereinsgenossen als zwanglose Auffrischung der Erinnerung will- kommen erscheinen diirfte, wird den. jungeren Mitgliedern einen Blick in die Vergangenheit eroffnen, der sie die Gegenwart richtig abschatzen und wurdigen zu lehren vermag. Das Hauptgewicht ruht naturgemafi auf den Ereignissen und Schicksalen der letzten fiinf Jahre; aus ihnen kann man sich schon ein Bild der nachsten Zukunft entwerfen. — Man mag nun verschiedener Ansicht iiber den Wert der Lehren sein, welche die Vergangenheit gibt, allein die eine Wahrheit wird jedem Leser unserer Geschichtsblatter entgegen- leuchten, dafi nur selbstlose Hingabe in unwandelbarer Volkstreue die Biirgschaft fur den Erfolg ist, aus dem unserem Volkstume Heil und Segen erwachsen soli. Out Heil! Laibach, Ende 1903. Der Turnrat. V om Turnrate beauftragt, anlafilich des Abschlusses des vierzigsten Vereinsjahres den Bericht (iber die letzten flinf Vereinsjahre zu entwerfen, aber doch soweit als tunlich auch die Gesamtgeschichte des Vereines zu beriicksichtigen, war ich begreiflichenveise genotigt, manches aus den Ge- denkschriften von 1888, 1893 und 1898 zu iibernehmen und, wo es geeignete Ankniipfungspunkte gab, 'einzufugen. Am vollstandigsten gelang dies bei den Ubersichtstafeln im Anhange, aus denen sich der Leser gar leicht ein Bild vom Werden und Wachsen des Vereines zu bilden vermag. So glaube ich den Absichten des Turnrates gerecht geworden zu sein und wiinsche nun ftir das Biichlein nicht etwa nachsichtige, sondern um- sichtige und aufmerksame Leser. Zum vierten, vielleicht damit auch zum letztenmal bin ich nun mit der Darstellung d er Vereinsgeschichte betraut worden; so mag die Arbeit einmal in spateren Tagen fiir manche auch eine freundliche Erinnerung an den Verfasser bedeuten. Dr. Josef Julius Binder Sprechvvart-Stellvertreter. B chon in den fiinfziger Jahren des jiingstverflossenen Jahr- hunderts hat man auf dem Turnplatze des hiesigen Gym- nasinms, das damals in dem Lyzealgebaude untergebracht war, welches im Vorjahre abgetragen worden ist, turnerische Leibes- tlbungen gepflegt. Allein erst im Juni 1863 entschlossen sich einige junge Manner, mit Bewilligung der Direktion auf dem er- wahnten Turnplatze einen regelmaBigen Turnbetrieb einzurichten. Im Monate Juli, wo die Teilnehmerzahl auf 35 gestiegen war, beschloG man, nach dem Vorbilde der Grazer und Wiener Turner einen Verein zu bilden. Ein Ausschufi, bestehend aus den Herren Dr. Fojbi, Dr. J. Munda, Id. Bettelheim, Albert Samassa und Karl Laiblin, von denen die zwei letzteren heute nach dem Vereine angehoren, machte die vorbereitenden Arbeiten, berief am 24. Juli eine Ver- sammlung, welche auch noch die Herren Dr. Fr. Keesbacher, Jul. Ledenig, Zurhalek, von Premerstein und Drachsler in den AusschuC sandte, der das Grundgesetz der Landesregierung zur Genehmigung unterbreitete, die am 25. September herablangte. Die ersten Satzungen waren in beiden Landessprachen ab- gefafit, weil man vermeinte, auf dem Gebiete des Fortschrittes die Nationen zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Allein trotzdem waren damals schon slovenische Mitbiirger um die Schopfung einer telovadna družba (spater južni sokol) bemiiht, die es auch nach etlichen Anlaufen zur Grilndung des «Sokol» brachten. Am 11. Oktober fand die griindende Versammlung statt und damit trat der « Laibacher Turnvereini> ins Leben. Es hat also der Verein im Jahre 1903 das 40. Jahr seines Bestandes hinter sich gebracht. — In den letzten fiinf Jahren wirkte an der Spitze des Vereines der Leiter der Handelsschule, Herr Artur Mahr, der nun schon seit 20 Jahren dieses Amt bekleidet. Grundung des Vereines. 'S) 5 r Grundgesetze. Mitgliederstand. Seine aufopfernde Tatigkeit im Dienste der offentlichen Wohl- tatigkeit wahrend der Erdbebenzeit ist im Jahre 1895 von aller- hOchster Stelle durch die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnet worden. Auch die Mehrzahl der ubrigen Mitglieder des Turnrates in seiner gegemvartigen Zusammensetzung gehoren dem Vereine schon seit nahezu 20 Jahren an. 1 Wahrend der 40 Jahre erfuhren die Grundgesetze ftinfmal Anderungen, von denen die wesentlichste die vom Jahre 1885 ist, wonach der Verein von da an «Laibacher deutscher Turnverein* heifit; die im Jahre 1898 geplante weitere Anderung der Satzungen, welche den geanderten Verhaltnissen der jiingsten Zeit entsprechen solite, konnte nicht sofort durchgeftlhrt werden, da erst die behord- liche Genehmigung erlangt werden muBte. Diese konnte aber wieder erst auf Grund einer reichsgerichtlichen Entscheidung vom 18. Janner 1900 erreicht werden, wodurch satzungsgemaG dem Vereine das Recht zugestanden ist, die Dreifarb Schwarz-Rot-Gold als Vereinsfarbe zu fiihren, die sich in Falmen, Abzeichen und Bandern zeigen kann. Am 31. Marž, Z. 1288, erfolgte die Genehmi¬ gung der Satzungen durch das k. k. Landesprasidium. Die ubrigen Anderungen betreffen hauptsachlich die Aufnahme, die nur deutschen Ariern gestattet ist, dann die Verwaltung, wo- nach an Stelle eines zweiten Kneipwartes ein Sangwart tritt, dem ein von der Sangerrunde gewahlter AusschuG zur Seite steht. Die gegenwartige Tracht — Jacke und Beinkleider aus grau- braunem Stoffe, Gtirtel aus grilnem Glanzleder, breitrandiger Hut mit Schildhahnfeder — ist seit 1890 im Gebrauche und zur Er- leichterung der Ausriistung des einzelnen ein eigener Bekleidungs- fonds geschaffen worden. Das Vereinsabzeichen wird seit 1885 an einem schwarz-rot-goldenen Bandchen getragen, die Turnrats- mitglieder tragen es an dem schwarz-rot-goldenen Brustbande. Der Stand des Vereines begann mit 75 Vereinsangehorigen und zahlt heute 583 Mitglieder. Das Verhaltnis der austlbenden zu den bloG untersttitzenden Mitgliedern ist seit 20 Jahren ziemlich be- standig geblieben, da etwa ein Funftel (100 bis 120) von dem Rechte, an den Turnilbungen teilzunehmen, Gebrauch macht. Was aber als ein bedeutsames Zeichen der Zeit aufgefaGt werden muG, das ist 1 Siehe die Ubersichtstafel VI im Anhange. 'g) 6 -g) die Erscheinung, dafi wahrend der letzten ftinf Jahre die Zahl der weiblichen Mitglieder des Vereines auf 62 gestiegen ist, was nicht zum wenigsten dem Umstande der Einfuhrung des Frauen- und Madchenturnens zuzuschreiben sein wird. Die Berufsstatistik zeigt das gieiche Verhaltnis wie vor fiinf Jahren: 1863 1898 1903 1. ) Kaufleute, Agenten, Rentiers .... 64-4 44‘3 39'4 2. ) Techniker, Fabrikanten, Kiinstler . . 6'2 12'7 112 3. ) Arzte, Beamte, Lehrer, Rechtsanwalte . 13'6 26-0 23'0 4. ) Handwerker, Hand-und Fabriksarbeiter 7'3 14'6 14'8 5. ) Sonstige Berufsangehorige.8'5 2-4 2-2 6. ) Weibliche Mitglieder aller Stande . . — — 9’4 Die Bewegung im Besitzstande der Vereinsmittel veranschaulicht die Ubersichtstafel (VIII) im Anhange. Wie man sieht, ist seit dem Jahre 1876 eine fortschreitende Vermehrung des Vermogens zu bemerken. Nur im Jahre 1893 erscheint ein kleiner Abfall, der sich jedoch daraus erklart, dafi der Verein zur Ausriistung seines 30. Griindungsfestes 1000 Kronen dem Vereinsvermogen entnahm; trotzdem betragt aber die damalige Verminderung dank der aufier- ordentlichen Einnahmen nur 375 K 44 h. Der Vermogensstand weist gegen die 10.932 K 38 h (darunter 3348 K Fahrnisse) vom Jahre 1898 — heute 15.853 K 45 h (darunter 4131 K 4 h Fahrnisse) auf. Dank allen denen, welche selbstlos ihre Opfer bringen, Dank allen denen, die durch Spenden und Widmungen den Verein geehrt und sein Gut vermehrt haben, besonders den wackeren deutschen Frauen und Madchen. Heil! Dankbar sei endlich auch aller derer Erwahnung getan, welche wahrend der 40 Jahre des Bestandes in letztwil!igen Verftigungen den Verein bedacht haben: Emil Ritter v. Stoiki, Karl Gcdle, Albert Mallitsch, Franz Ehrfeld, Theodor Elze, Josef Redange, Ferd. Mahr. Ehre ihrem Andenken! Die Verwaltung des Vermogens ftihrt seit 1889, nachdem sein Vorganger Ehrenmitglied A. Cantoni nach 18jahriger Amtstatigkeit erkrankt und nicht lange darauf gestorben ist, ununterbrochen bis heute der Sackelwart Herr Alois Dzhnski, der bei der Vielseitigkeit . der Gebarung tatsachlich als Geschaftsfuhrer mit solcher Umsicht seines Amtes waltet, dafi Jahr fur Jahr die Hauptversammlung des Vereines seinen Bericht mit ungeteilter Anerkennung begriifit und gerne bekennt, dafi der Verein ihm dauernd Dank schuldet. Vermogens- verhaltnisse. 'g) 7 -2) Turnwesen. Der Turnbetrieb, der vor 40 Jahren im Lagerhause vem Recher (jetzt Monturslager), Hilschergasse Nr. 3, semen Anfang nahm, hat schon seit 1876, also seit 27 Jahren, in der prachtigen Turnhalle im Hofraume der Realschule seine Heimstatte, deren Mitbentitzung die Direktion der Krainischen Sparkasse mit Zustimmung der Realschulleitung unentgeltlich gewahrt. Vom Jahre 1885 bis 1896 benutzte sie an den Wochentagen, abwechselnd mit dem Deutschen Turnverein, auch der slovenische Turnverein «Sokol». Nachdem dieser in sein eigenes Heim im slovenischen Vereinshause iiber- siedelt ist, steht die Turnhalle in allen schulfreien Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen in den Nachmittagsstunden unserem Vereine zur Verfugung. Seit 1892 ist auch ein Teil des Hofraumes ftir den Turnbetrieb im Sommer zugewiesen und durch Einrichtung der Gasbeleuchtung auch in den Abendstunden benutzbar gemacht worden. Das Erdbeben des Jahres 1895 hat der Halle zwar bedeutende Schaden zugeftlgt, aber das gab der Direktion der Krainischen Sparkasse den geeigneten AnlalS, bei der Wiederherstellung auch andere langst empfundene Mangel ganzlich zu beseitigen. So wurden an beiden Stirnseiten grofie Fltigelbauten angeftigt, welche bequeme Ankleide- und notwendige Nebenraume in sich bergen. Der nordliche Fltigel ist der Volksschule und der Realschule, der sudliche dem Vereine zugewiesen. Im Innern erhielt die Turnhalle einen neuen Deckenverputz und, — was hochst vvichtig, — einen sorgfaltig auf ein Betonlager gebetteten staubfreien FuCboden; aus der Nische ward die friihere Biihne beseitigt und das Klettergeriist hinein verlegt, wodurch der Ubungsraum in der Halle sich bedeutend vergrofiert hat. In allen Raumen wurde auch die notvvendige Gas- und Wasserleitung eingefuhrt. Mit Beginn des Jahres 1900 hat auch die Krainische Sparkasse die Deckung der Beleuchtungskosten auf sich genommen, was far den Verein eine ganz bedeutende Er- leichterung ausmacht. Freilich kostete die Einrichtung der neuen Ankleide- und Nebenraume auch dem Vereine einige Opfer, was in der grofien Ausgabspost des Jahres 1896 (Anhang, Tafel VIII) sichtbar wird. Der Verein stellte ganz neue Ankleidekasten und in der Turnhalle fur seine Štabe, Hanteln und Keulen zweckmafiig ersonnene Wandregale auf; dazu erwies sich auch die Anschaffung neuer Turngerate notwendig, deren Kosten jedoch zum Teile auch ® 8 ® DIE TURNHALLE IM HOFE DER K. K. STAATS - OBERREALSCHULE. von der Realschulvervraltung getragen werden, insoweit eben die Gerate gemeinsam auch von d en Realschiilern mitbeniitzt werden. Eine besondere Vermehrung und auch durchgreifende Erneuerung des Geratbestandes erfolgte im Laufe des Vereins- jahres 1903, wobei hauptsachlich die Rtlcksicht auf die Festfeier mitgewirkt hat. Die Wiederbelebung der Fechtriege machte endlich auch nicht nur eine Vervollstandigung des vorhandenen, sondern auch die volle Neubeschaffung der notwendigen Ausrtistungsgegenstande fur den Fechtunterricht notwendig. Spenden und Widmungen einzelner Vereinsgenossen haben ebenfalls hinsichtlich der Gerate denVerein in seinem Besitzstande bereichert. Der Verein hat aber im Laufe der letzten fiinf Jahre den Stromungen der neueren Zeit Rechnung dadurch zu tragen gesucht, dafi er ein erhohtes Augenmerk den volkstiimlichen Ubungen und den Turnspielen zuwandte. Um aber diesen Aufgaben voll- kommen gerecht zu werden, muftte der Verein iiber grofiere Mittel verfugen. Trotzdem ging er daran, einen Sommerturnplatz — eine Wiese nachst dem Forstgarten an der Triesterstrafie — zu mieten, welche freilich erst einer systematischen Drainage-Anlage bedurfte, um vollstandig den Anforderungen zu entsprechen. Dank dem Zusammemvirken des Turnwartes Franz Meisetz und des Mitgliedes Ferdinand Adenau (gegenwartig in Klagenfurt) kam auch das Werk zustande und es entwickelte sich in den Jahren 190(J) bis 1902 ein frohliches turnerisches Leben auf dem genannten Platze. — Auch das Fufiballspiel ward in den Spielplan aufgenommen und ,die Fufiballriege, geleitet von Ferdinand Adenau, Valentin Cer er und Anton Achtschin, konnte sich sogar mit fremden Mannschaften im Kampfe messen. Die Grtindung des Laibacher Sportvereines liefi es aber dem Turnrate bald als uberfltissig erscheinen, das Fufi- ballspiel in dem bisherigen Ausmafie zu pflegen. Man beschrankte sich allmahlich auf die bloGe Pflege von volkstiimlichen Ubungen. Schliefilich aber standen die Erhaltungskosten des Sommerturn- platzes nicht mehr im Verhaltnisse zu den kleinen Erfolgen und der Turnrat muGte 1903 daran gehen, unter den gegebenen Um- standen auf die Fortftihrung des Sommerturnplatzes zu verzichten und fur volksttimliche Ubungs- und Turnspiele die Vereinsgenossen auf den geraumigen Realschulhof zu verweisen. ■© 9 ■© Um endlich seinen Mitgliedern auch Gelegenheit zu bieten, sich im Tanze auszubilden, traf der Turnrat im Jahre 1899 die Ein- richtung, dafi dieVorturner Jos. Roger, Dr. V. Paiilitschek, Fr. Meisetz, Valentin Cerer und Anton Achtschin es iibernahmen, in der Zeit vom 1. Dezember bis 1. Marž allwochentlich zwei Unterrichtsstunden zu halten, fur welche in den ersten drei Jahren die Turnhalle selbst und seit 1902 die Raumlichkeiten der alten Schiefistatte seitens der Krainischen Sparkasse zur Verfiigung gestellt wurden. Die Leitung des Unterrichtes und der Ubungen ist den bewahrten Handen des Vorturners Josef Roger anvertraut. Die Beteiligung an diesen Ubungsstunden war bisher stets eine so rege (Mittvvoch 20 Paare und Sonntag bis zu 36 Paare), dafi die Kosten durch die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern gedeckt werden konnten. Mit besonderem Danke sei hier auch des Frauenausschusses ge- dacht, welcher sich gern in den Dienst der Sache stellte und die Aufsicht fiihrte. Der Turnbetrieb, den der Verein im Jahre 1878 auf seine eigenen Mitglieder beschrankte, hat nun seit 15 Jahren eine Erweiterung dahin erfahren, dafi der Verein auch Zoglinge un- entgeitlich heranbildet. Im Laufe der letzten fiinf Jahre aber erbltihte im Vereine auch eine Frauen- und Madchenriege (seit 1898), um deren Zustande- kommen sich besonders Vorturner und Schriftwart Josef Roger verdient gemacht hat, der nicht nur die notigen Anregungen dazu gab, sondern es sich auch mit Eifer angelegen sein liefi, sich selbst fur die Aufgabe, mit der ihn der Turnrat betraute, gewissen- haft vorzubereiten, Die Leitung des gesamten Turnbetriebes liegt in den letzten zehn Jahren in den Handen des Turnwartes Herrn Franz Meisetz, der seit 1890 die schwierige Aufgabe hat, auch als Turnlehrer die Heran- bildung der jungeren Turner und die Ausbildung der Vorturner zu leiten, wobei noch in Betracht kommt, dafi ihn doch auch sein biirgerlicher Beruf (als Goldschmied) ebenfalls ganz in Anspruch nimmt. In seinem Wirken wurde der Turnwart unterstiitzt von dem Turnwart-Stellvertreter Josef Reitz, dessen Amtsnachfolger Valentin Cerer und der Vorturnerschaft, die zum grofiten Teile im Vereine ausgebildet, aber auch von aufien her einige tuchtige Krafte erhalten hat. In den 15 Jahren ihres Bestandes hat die Vorturnerschaft 35 Mitglieder gezahlt, von denen s iebzehn @ to @ (12 Vorturner, 5 Anmanner) noch gegenwartig im Verbande tatig sind. Von diesen gehoren fiinf, nachdem sie die Gauvorturner- prilfung abgelegt haben, auch der Gauvorturnerschaft an. Die tjbungsstunden sind fur die einzelnen Riegen ver- schieden verteilt: Die Vorturnerriege tibt an Donnerstagen abends von 8 bis 10 Uhr und ausnahmsweise an den Sonn- und Feiertagen in den Nachmittagsstunden. In den jahren 1895 bis 1899 wurde sie auch in besonderen Vortragsstunden in die wich- tigsten Zweige turnerischen Wissens, Korperbau und Theorie, ein- geftihrt (Leitung Prof. Dr. Binder). Die Ubungen der beiden Stammriegen (I und II) finden an drei Abenden in der Woche statt: Dienstag, Donnerstag und Samstag, und zwar von halb 9 bis 10 Uhr, in der Ftihrung wechseln die Vorturner ab; die Platzleitung fuhrten der Turnrvart Franz Meisetz und sein Stellvertreter Josef Reitz (seit 1899 Valentin Cerer), die Vorturner Anton Patz (bis 1900), Alois Strimitzer (bis 1898), Anton Acktsckin und Ludwig Binder (bis 1898) und in dem letzten Jahre Anton Achtschin, Rudolf Petz, Aiexander Kretschmer und Theodor Wagner. Die Alte-Herrenriegen turnen Dienstag und Samstag, die erste von 6 bis halb 8 Uhr unter der Leitung von J. Ph. Uhl (seit 1885), die zweite von halb 8 bis 9 Uhr abends unter der Leitung von Dr. Kastern (seit 1901) und Dr. J. J. Binder (seit 1884). Die Fechtriege, seit 1896 \vieder neu belebt, iibt seit dieser Zeit unter der Ftihrung der Flerren Dr. Hans Hogler und Dr. Ferd. Eger, und zwar Montag, Mittwoch und Freitag abends von halb 7 bis 8 Uhr. Die Frauen- und Madchenriege, welche im Oktober 1898 ins Leben gerufen worden ist, turnt unter der Leitung der Vorturner Josef Roger und Franz Meisetz, und zwar Montag und Donnerstag von 6 bis 7 Uhr abends. Im Jahre 1902 iibte sie in der Sommers- zeit, wo der Turnbetrieb unterbrochen ist, auf dem Tennisplatze des Laibacher Bicycleklubs an zwei Wochentagen auch das Netz- ballspiel. Die Gesamtzahl der ausiibenden Turner betrug in dem letzten Jahre etwa 120, noch immer eine zur Gesamtzahl der Vereins- mitglieder, die mehr als das Vierfache davon betragt, — bescheidene Anzahl. ■a> ll @ Die Zčglingsriege, welche seit 1889 in ihrer neuen Ge- staltung aus Lehrlingen des Handels- und Gewerbestandes besteht, zahlt in den letzten Jahren durchschnittlich 16 Mitglieder. Die Zoglinge iiben an Sonntagen nachmittags von 2 bis 4 oder 5 bis 7 und an Donnerstagen abends von 8 bis 9 Uhr. Seit dem Jahre 1900 hat es der Verein, dem Wunsche vieler Eltern nachkommend, auf sich genommen, in sogenannten Jugendriegen den Kindern deutscher Eltern meist unentgeltlich regelmafiigen Turnunterricht zu erteilen. Den Unterricht in diesen Riegen besorgten in erster Linie die beiden Turnwarte, dann abvvechselnd die Vorturner, darunter in den letzten Jahren besonders die Herren A. Achtschin, Wilhelm Fischinger und Theodor Wagner. Die Riege in Abbazia turnt an Dienstagen und Freitagen abends in der Turnhalle der dortigen deutschen Volksschule. Die Ubung leitet Vorturner Lukas Heinl. Die iibrigen auswartigen Riegen Gorz (Vorturner Emtner) Josefstal (Vorturner Reitz) und G6rtschach-Zwischenwassern (Vorturner Bruckmann und Hurtfi) haben den Betrieb eingestellt. Unfallversicherung. Wenn auch die Zahl der Unfalle auf dem Turnplatze eine verhaltnismafiig geringe ist, so war doch die Vereinsleitung seit Einfiihrung der Unfallversicherung darauf bedacht, die austlbenden Turner an dieser Wohltat teilnehmen zu lassen. Seit dem Gautage vom Jahre 1902 sind nun durch eine ftir den Verein bescheidene Erhdhung der Gausteuer samtliche Vereins- mitglieder gegen Unfallschaden, welche sie sich bei Ausiibung des Turnbetriebes auf dem Turnplatze zugezogen haben, versichert, was sich in einzelnen Fallen bereits als eine sehr wohltatige Ein- richtung an einigen unserer Vereinšgenossen erprobt hat. Die Friichte der turnerischen Arbeit kommen wohl in erster Linie dem Korper der Turnenden zugute., allein die Tiichtigkeit derselben offenbart sich erst im Wettbewerbe mit den iibrigen Turnem des Bezirkes, des Gaues, des Kreises und der gesamten Turnerschaft auch zu Ehren desVereines. Wie aus den Jahrbiichern zu entnehmen ist, hat der Verein zu allen diesen Veranstaltungen Abordnungen, Mitiibende, Musterriegen und Wetturner entsendet. Nichts bezeugt mehr die ordentliche schulgerechte Gesamtausbildung als der Umstand, dafi besonders in den letzten zehn Jahren die Musterriegen des Vereines bei solchen Festen immer die hochste oder nahezu die hochstmogliche Bevvertung erzielten; aber auch im © 12 © Wettbewerbe mit den Gaugenossen hat derVerein im letzten Jahre Erfolge zu verzeichnen. Beim Gauturnfeste in St. Veit a. d.Glan 1896 brachten es die Wetturner nur zu ehrenvollen Erwahnungen; beim Gauturnfeste in Marburg 1898 erzielte unser Vorturner Herr Alois Strimitzer (heute Turnlehrer in S. Leopoldo in Brasilien) — der zwar seine erste Ausbildung im Vereine Grazer Turnerschaft ge- nossen, •— den ersten Siegespreis mit 64'7 Einheiten, wahrend von den iibrigen drei Wetturnern unseres Vereines einer, Josef Reitz, den 13., ein anderer, Artur Zettler, den 16. Platz unter 39 Wett- turnern erreichte. Von da an ging kein Gauturnen oder Bezirks- turnen vorilber, an welchem nicht der Laibacher deutscbe Turn- verein einen Sieger im Wettbewerbe sein nannte, so beim Gauturn¬ feste in Marburg, wo sich Valentin Cerer und Rudolf Petz in der ersten Abteilung, Anton Achtschin und Johann Jaklitsch in der zweiten Abteilung Siegerkranze holten. Beim IX. Kreisturnfeste in Linz erreichte Alexander Kretschmer ehrenvolle Anerkennung im Sechskampfe und den ersten Preis im Ringkampfe. Die Beteiligung an den deutschen Turnfesten hat demVereine bis 1903 keine Eichenkranze gebracht, weil der Verein erst in den letzten zehn Jahren angefangen hat, sich auch auf diesen heifien Kampfboden zu wagen und die ersten Versuche immer unter dem Mangel an Erfahrung leiden; auch reichen die dafiir verfiigbaren Mittel nicht aus, um einer grofieren Zahl die Beteiligung zu er- moglichen. Erst im Jahre 1903, also im 40. Jahre seines Bestandes, ist es dem Vereine gegonnt gewesen, sich nicht nur mit einer stattlichen Fahnenabordnung ausiibender Turner an einem grofien deutschen Turnfeste zu beteiligen, sondern auch einen Eichenkranz als Sieges¬ preis heimzubringen. Diese Ehre hat dem Vereine der Vorturner Alexander Kretschmer errungen, der bei dem X. deutschen Turnfeste in Niirnberg am 20. Juli 1903 mit 54 Punkten den Siegerkranz als 33. unter 208 Siegern davontrug. Wenn dieser Sieger nun auch seit einem Jahre im Vereine tatig ist, so mag doch auch zugestanden werden, dali er seine erste Ausbildung, so wie Vorturner Rudolf Petz, im Vereine Grazer Turnerschaft erhalten hat. — So konnen wir, wenn wir die turnerische Tatigkeit der letzten fiinf Jahre tiberblicken, einen langsamen, aber unleugbaren Fortschritt in der turnerischen Ausbildung beobachten; dies zeigt sich wie bisher auch in der regen Beteiligung an allen Bezirksturn- und Bezirks- vorturnerstunden und bei den offentlichen Schaustellungen, Vereins- @ 13 'St Das gesellige Leben. „Kneipe“. wetturnen und Schauiibungen bei den Familienabenden. Der warmste Dank gebuhrt dafiir in erster Linie dem Turnwarte Franz Meisetz, der auch personliche Opfer nicht scheut, um den Verein turnerisch auf seiner Hohe zu erhalten. Ihm zur Seite standen seine Stell- vertreter Josef Reitz, Valentin Cerer, Josef Roger und die Vor- turnerschaft, welche nicht wenig dazu beitragt, turnerische Zucht und volkisches BewuCtsein unter den Turngenossen aufrecht zu erhalten. Freilich entspricht, wie schon wiederholt geklagt worden, dieser Vertiefung der Turnsache keineswegs ihre geringe Aus- breitung. Die Grtinde dieser Erscheinung sind immer dieselben: Wechsei in der Mitgliedschaft durch l)bersiedlungen und Ein- berufungen zum Heere. Nicht geleugnet darf werden, daft die Aus- breitung der verschiedenen Sportgattungen: Bergsport, Eissport und besonders der Radfahrsport, manchen abhalt, auch noch seine Kraft dem Turnen zu widmen, obwohl eben die rationelle Pflege des Sportes unter allen Umstanden geradezu die Pflege des Turnens mitverlangt. Leider wird dies oft von den meisten Sportjiingern tlbersehen. Andere Hindernisse sind ferner Beeinfiussungen, ja Ver- bote, denen Jiinglinge, die im Dienste nicht deutscher oder un- deutscher Burger stehen, wohl oder tibel folgen mtissen, und endlich, wie schon vor Jahren betont worden ist, die vielseitige Inanspruchnahme, welcher jeder Deutsche um seiner Volkssache wi!len sich nicht entziehen kann noch darf. Der gesellige Verkehr bringt die Turner naher in dem ver- traulichen Kreise, wo in Scherz und Ernst, in Lied und Wort die deutsche Gemutlichkeit ihr Heim aufgeschlagen, in der Kneipe, welche bis in das Jahr 1896 regelmaCig j eden Samstag abgehalten wurde, von da an jedoch nur jeden zweiten Samstag stattfindet. Fur die Kneipe des Laibacher deutschen Turnvereines sind die alten Satzungen bis heute in Geltung; sie sind enthalten in der «Kneipbibel», eine Sammlung der wichtigsten deutschen Lieder, die im Jahre 1897 in dritter Auflage erschienen ist und 1904 in vierter vollstandig umgearbeiteter, reichlich vermehrter und schon ausgestatteter Auflage erscheinen wird. Als Heim des Vereines und der Kneipe gilt das Vereinszimmer des Turnvereines, das sogenannte Jahnzimmer, welches jedoch bei der Neuherstellung des Kasinovereinsgebaudes in das frilhere Klub- zimmer, das entsprechend vergroBert und in altdeutschem Stile bemalt wurde, verlegt worden ist. Seine Wande zieren nicht nur ■S) 14 @ erhebende Spriiche, sondern auch zahlreiche Bilder, Erinnerungen aus der Geschichte des Vereines. Der Raum ist aber eine Zeitlang zu eng geworden fur die vielen Mitglieder, und so bildeten sich denn Kneipverbindungen («Eiserne Tafelrunde» und «Eiche»), wovon die eine im Siiden, die andere im Norden der Stadt ihr Zelt aufschlug, deren Mitglieder aber bei den allmonatlich stattfindenden Vereins- kneipen, die in der Glashalle des Kasinos abgehalten werden, sich einfanden. Allein diese Sonderverbande hielten sich nicht gar lange und gingen allmahlich ein. Aus der letzteren Verbindung gestaltete sich heraus der deutsche Radfahrerverein «Edelweifi», der seine Vereinsabende im Klubzimmer des Kasinovereines abha.lt, aber auch an den gemiitlichen Zusammenkunften der Turner teilnimmt. Die Vereinskneipen leitete in den letzten fiinf Jahren mit Umsicht und Ausdauer Herr Alois Dzimski, dem Herr Johannes Somnitz zur Seite stand. Im Jahre 1901/1902 leitete sie Herr Ingenieur Konrad Lachnik, nach ihm, im Jahre 1903, Herr Josef Vetter, die es sich besonders angelegen sein liefien, die Kneip- abende entsprechend auszugestalten. Alles in allem genommen, ist jedoch zu bemerken, dafi sich die Vereinskneipen im Laufe der letzten Jahre einer geringeren Beteiligung erfreuten. Nur ausnahmsweise, wenn besondere Vortrage angekiindigt wurden oder besondere festliche Ver- anlassungen sich boten, dann war dafiir der Besuch ein desto regerer, so zwar, dafi die Raume des Jahnzimmers zu eng waren und die Ver- anstaltung in die Glashalle verlegt werden mufite. Wir wollen im einzelnen den Griinden nicht nachgehen, aber es ist nicht zu leugnen, dafi der Besuch des deutschen Schauspieles, dann der musikalischen Auffuhrungen, vollends der vielen offentlichen Vorlesungen den Vereinsmitgliedern reichlich bieten, was die Kneipe friiher kiimmer- lich ersetzen mufite. Wissenschaftliche, gemeinverstandliche Vor¬ trage wechseln namlich nach alter Uberlieferung mitVortr&gen von ernsten und heiteren Dichtungen. Verdient habeti sich darum gemacht die Herren Prof. A. Belar, Prof. Dr. Fr. Riedl, Prof. Dr. J. J. Binder, Dr. A. Wallner, Dr. M. Mandl und Lehrer Fr. Hurth; durch musi- kalische Vortrage erfreuten die Kneipe die Herren Dr. Fr. Riedl, Karl Burger und Jul. Ohm R. v. Januschowsky auf dem Fliigel, Alex. Ohm-Januschowsky auf der Geige, vvahrend Hans Kastner ab und zu durch Taschenspielerktinste die Kneipgenossen unterhielt. Der Wort- und Tondichter Aug. Piiringer zahlt im letzten Jahre ebenfalls zu den mitwirkenden Kilnstlern. In dauernder Erinnerung @ 15 @ Kranzchen. Familienabende. werden auch bleiben die Liedervortrage des Prof. K. Sclirautzer und des Opernsangers F. Hagenauer. Wiederholt fanden sich in letzteren Jahren auch der Laibacher Bicycleklub mit dem Laibacher deutschen Turnvereine zu gemein- samen Kneipveranstaltungen zusammen, die freilich schon fast den Charakter von Familienabenden annahmen. Die schonste Kneipveranstaltung, die alljahrlich die meisten Turngenossen vereinte, ist die Weihnachts- oder Julkneipe, die seit 20 Jahren zu den geheiligten Gebrauchen des Vereines gehort. Wahrend die Kneipe die sinn- und sangfrohen Turngenossen im Winterhalbjahr, vom Oktober bis Mai, vereinigte, fanden sich dieselben wieder im Sommer zum Kegelscheiben zusammen, und zwar (bis 1896 in der Gastwirtschaft Perles, von da an) auf der unterirdischen, schon ausgestatteten Kegelbahn im Kasinovereine. Seit sich jedoch eigene Spielverbande oder Keglergruppen bildeten, wurde die Beteiligung an dem Vereins-Kegelscheiben schwacher, so dafi der Turnrat es fiir angezeigt fand, vom Jahre 1900 an das- selbe aufzugeben. Die seit 1883 wieder in Aufnahme gekommenen Turner- kranzchen, welche alljahrlich — fast ohne Ausnahme — am 1. Februar abgehalten wurden, sind auch in den letzten zehn Jahren in Ubung geblieben, nur verlangte der erhohte Zuspruch seit 1896 die Verlegung aus den Raumen der Schiefistatte in die schoneren Prachtraume des Kasinovereines. Dreimal im Verlaufe der letzten ftinf Jahre hat der Verein am Faschingdienstag auch eine «Fast- nachtunterhaltung» auf sich genommen, die zwar aufierlich einen meist glanzenden Erfolg bedeutete, aber dem Vereine grofiere Mehr- auslagen verursachte, die nicht im richtigen Verhaltnisse zu dem inneren Erfolge standen, so daB der Turnrat im letzten Jahre davon Abstand genommen hat. Die geselligen Unterhaltungen, welche die Vereinsmitglieder mit ihren Familienangehorigen in den Zwischenraumen von acht bis zwolfWochen entweder in der Glashalle oder in der Sommerszeit im Garten des Kasinovereines versammeln, sind seit zwanzig Jahren unter dem Namen Familienabende in allen deutschen Kreisen unserer Stadt bekannt und beliebt. Miindliche Vortrage, Musik und Lieder, hie und da auch turnerische Schaustellungen machen ihre Unterhaltung aus. — Es soli aber nicht verschwiegen bleiben, daft der Besuch der Familienabende mehreremale trotz der Darbietungen @ 16 © den Erwartungen nicht ganz entsprach. — Es erklart sich zum Teile aus dem Umstande, daB anderweitige Veranstaltungen, im Schau- spielhaus und Konzertsaal, die in den letzten Jahren sich verdoppelt haben, einen grofien Teil der Biirgerschaft abziehen. — Nichts- destoweniger versammelt der Verein an seinen Familienabenden noch immer eine ausreichende, dankbare Zuhorerschaft, die mit Beifall den Auffuhrungen begegnet. — In den letzten ftinf Jahren haben sich um dieselben durch Vortrage ernster und heiterer Art gegen 40 Mitglieder verdient gemacht, darunter als Einzel- sanger Prof. Karl Schrautzer, Dr. Lukan h Josef Moro und Dr. Karl Galle. Die Musikvortrage wurden meist von der Musikkapelle des eben garnisonierenden Regimentes und ofter von der trefflichen Liebliaberkapelle des Laibacher Bicycleklubs, die unter der Leitung des Herrn Viktor Ranth steht, besorgt. Die Lieder werden gesungen von der Sanger runde, die» bekanntlich seit 1886 bestehend, unter der Leitung ihres trefflichen Sangwartes Viktor Ranth ihrer Aufgabe vollstandig gerecht wird. Die turnerischen Schaustellungen bei den Familien- sciiausteHungen. abenden sind meist von der Vorturnerschaft des Vereines unter der Leitung des Turnwartes Franz Meisetz, seines Stellvertreters Josef Reitz und dessen Nachfolgers Valentin Cerer ausgefiihrt worden; sie haben immer angenehme Abwechslung geboten und reichlichen Beifall gefunden. «Der Anteil der Biirgerschaft an den Familienabenden des Vereines hat sich im allgemeinen so entschieden gesteigert, dafi die Raume der Glashalle schon zu eng werden und eine Ver- grofierung derselben sich als ein immer dringenderes Bediirfnis herausstellt.» So ward vor fiinf Jahren berichtet. Da aber die gefafite Er- weiterung nicht durchgefiihrt werden konnte, so blieb nichts iibrig, als die grofieren Veranstaltungen in die oberen Raume des Kasino- vereines zu verlegen. Die kleineren Familienabende jedoch leiden unter der Beschranktheit der Halle und biifien daher an Besucher- zahl ein. . Die Sangerrunde hat zwar den Verlust eines ihrer warmsten Die Sangemmde. Freunde, des Tondichters Theodor Elze (f 1896), zu beklagen gehabt, aber dieser hat ihr im Sangvvarte Viktor Ranth seinen ttichtigsten 1 Derzeit praktischer Arzt in Budweis. <@) 17 'S) 2 Sangerfahrten. Schiller hinterlassen, der dem Meister Ehre macht. Seit fttnfzehn Jahren besteht auch eine Singschule, aus der schon tiichtige Mit- glieder der Sangerrunde hervorgegangen sind, welche auch an schwierigere Aufgaben herantreten konnen. Einen besonders schonen Erfolg erzielte sie, 'zum erstenmale mit einer selbstandigen Musik- auffiihrung auftretend, anlaGlich derFeier des zehnjahrigen Bestandes in der Tonhalle der Philharmonischen Gesellschaft am 2. Mai 1896. Das ziveitemal trat die Sangerrunde selbstandig auf am 20. April 1901 bei der Festfeier des funfzehnjahrigen Bestandes, die ebenfalls in der Tonhalle stattfand und bei der sich 80 Sanger und 40 Sangerinnen mit groGem Erfolge beteiligten. Die Sangerrunde wirkt aber auch seit filnfzehn Jahren an den Auffuhrungen groGerer Tonschopfungen in der Philharmonischen Gesellschaft (Beethovenfeier 1889, Paradies und Peri 1890, Antigone 1891, Schopfung 1892, Paulus 1893, Messias 1894, Elias 1895, Elisabeth 1897, Jahreszeiten 1898, Brahms Deutsches Requiem 1900, Erlkonigs Tochter 1901, Der Rose Pilger- fahrt 1901, Cherubinis Requiem [Trauerfeier nach dem verstorbenen Regierungsrate Dr. Keesbacher] und Beethovens IX. Symphonie zum Jubilaum des 200jahrigen Bestandes 1902) — was immer befriedigende Anerkennung fand. AuGerdem stellte sie sich auch wiederholt der Evangelischen Gemeinde zur Verherrlichung des Gottesdienstes zur Verfilgung, wirkte ferner an den festlichen Unternehmungen anderer deutscher Vereine mit, wie sie sich uberhaupt gerne in den Dienst der volkischen Veranstaltungen stellt. DaG Standchen und Grab- lieder gar oft ihre Sanger in den Dienst der Briiderlichkeit riefen, ist manniglich bekannt. Im Jahre 1899 ward der Versuch gemacht, durch Heranziehung von deutschen Frauen und Madchen auch einen gemischten Chor zustande zu bringen. Der Versuch be- wahrte sich anfangs dank der unermudlichen Tatigkeit des Frauen- ausschusses recht gut. Allein da es alljahrlich nur zweimal Gelegenheit gab (beim Sommerfeste und bei der Jahrwendfeier), gemischte Chore aufzufuhren, so schwachte sich das Interesse derart, daG der Verein nur fallweise die Auffiihrung gemischter Chore in sein Bereich zieht, wie dies z. B. anlaGlich der Feier des vierzigjahrigen Bestandes der Fali gewesen war. Nach auGen hin betatigte sich die Sangerrunde in WeiGen- fels 1894, Gottschee 1894 und 1895, Domschale 1897, Rann 1897 und WeiGenfels 1898; Abordnungen sandte sie nach Graz (1896), Marburg (1896), Stuttgart (1896 zum V. deutschen Sangerbundes- @ 18 - 8 ) feste), Klagenfurt (1897), Pola (1898), Gorz (1898 und 1899), Graz (1899 zum steiermarkischen Sangerbundesfeste), Abbazia (1900), Idria (1900), Triest (1901 zum II. siidmarkischen Sanger¬ bundesfeste), Graz (1902 zum VI. deutschen Sangerbundesfeste), Villach (1903 zum VII. karntnerischen Sangerbundesfeste), Weifien- fels (1903 zum Fahnenweihfeste der dortigen Sangerrunde). Wie schon in den friiheren Berichten erwahnt, verdankt der Sildmarkische (krainisch-kilstenlandische) Sangerbund sein Entstehen dem Zu- sammenwirken der Sangerrunde des Vereines und deš Triester Mannergesangvereines. Gegrundet 2. Mai 1897 steht der Bund heute noch unter der Leitung der Sangerrunde. Noch ist in aller Erinnerung der grofiartige Erfolg des Griindungsfestes am 31. Oktober 1897 und ebenso die Leistungen des Bundes bis zum heutigen Tage. Die Bundesabgeordneten haben daher auch auf dem letzten Sangertage in Abbazia die Leitung neuerdings der Sangerrunde anvertraut, indem si e an die Spitze Dr. J. J. Binder als Obmann, Viktor Ranth als Bundeschormeister, Josef Roger als Zahlmeister, Professor Karl Schrautzer als Schriftfiihrer und Ludvuig Herzmann in die Bundesleitung wahlten, wahrend Herr Heinrich VVettach als Obmannstellvertreter zugleich auch den Mannerchor der Philharmonischen Gesellschaft vertritt. Alle diese oben angefuhrten Leistungen verlangen zahlreiche der Ubungsstunden, deren Leitung der Sangwart Viktor Ranth selbstlos in unermiidlichster Wei.se besorgt. Der Verein hat daher wiederholt Veranlassung genommen, ihm den Dank durch besondere Ehrungen auszusprechen. Die Begleitung auf dem Fliigel in den Proben wie bei den Auffuhrungen fiihrte nun durch vierzehn Jahre in selbst- loser, pflichtgetreuer Weise Herr Friedrich Stark mit feinem Ver- standnisse. Leider šali er sich im Vorjahre aus verschiedenen per- sonlichen Rucksichten, nicht am wenigsten aus Rucksicht auf seine Gesundheit bewogen, seine weitere Mitwirkung zu versagen. Dafiir sprang Herr Dr. Hans Janesch in begeisterter Hingabe ein, mit ihm teilten sich ofter die Herren Dr. Zangger und Aug. Piiringer in die Aufgabe, wahrend auch ab und zu die wackere Frau Gemahlin unseres Sangwartes, Frau Sabine Ranth, dann die Fraulein Marie Ranth und Amalie Panholzer besonders bei den Proben der ge- mischten Chore sich ebenso selbstlos zur Verfugung stellten. Auch Herr Karl Burger hat sich wiederholt durch seine kiinstlerische Begabung als Klavierspieler wie als Tondichter in dem Dienste der ® 19 ® Ubungen Sangerrunde. 2 * Stand der Sangerrunde. Ausfluge und Turnfahrten. Sangerrunde den Dank des Vereines erworben. Endlich sei auch des Herrn Anton Gnesda gedacht, der sich durch sein Geigenspiel dem Vereine etlichemale verdient gemacht hat. Die Sangerrunde zahlt nun etwas liber 60 Mitglieder, und es gewahrt die Ubersichtstafel einen bequemen Einblick in die Ver- haltnisse derselben und ihre Tatigkeit. Die Singschule hat in den fiinfzehn Jahren ihres Bestandes 78 Sanger herangebildet, die freilich nur zum kleineren Teile in Laibach verblieben sind. Der Wechsel machte sich im Bestande der Sangerrunde ebenso ftihlbar wie im Stande der Turnriegen; nichtsdestovveniger hat sie sich, wie wir gesehen, auf der Hohe ihrer Leistungsfahigkeit erhalten und \var in den 18 Jahren ihres Bestandes an 132 Veranstaltungen beteiligt. Die Ausfluge und Turnfahrten des Vereines sind zum Teile auch ersetzt durch Sangerfahrten, an denen sich die Sangerrunde beteiligt. Eigentliche Vereinsausfliige, wie sie in den ersten Jahren des Vereinsbestandes (erste Ausfahrt 7. Mai 1864) unter- nommen wurden, nahmen dank der blutigen Storungen, die ihnen durch die verhetzten slavischen Mitbiirger bereitet \vurden, Anfang der siebziger Jahre ein Ende. Doch schon 1873 wurden sie wieder aufgenommen, aber ihre Ziele beschrankten sich auf den Besuch deutscher Sprachinseln, wo sich die JJberreste der einstigen deutschen Bevolkerung trotz der seit einem Jahrhundert systematisch betriebenen Slavisierung deutsch erhalten haben. In den letzten fiinf Jahren erfolgten Turn vereinsausfliige nach Gottschee 1899 und 1900. Turnfahrten dagegen wurden meist nach auswarts liber die Landesgrenzen hinaus unternommen, wobei sich die Teilnehmer auch turnerisch zu betatigen hatten. In die letzten fiinf Jahre fallen 1 Standchen und Grabgesange sind nicht mit eingerechnet. 'g) 20 'g) die Turnfahrten nach Wi.ener-Neustadt (1900), Marburg (1901) zum IX. Gauturnfest, Abbazia (1902), Gottschee (1902), Auftreten der Frauen- und Madchenriege, Marburg (1902) zum Grtlndungsfeste des Vereines, Linz (1902) zum Kreisturnfeste, Judenburg (1903) zum X. Gauturnfeste, Niirnberg (1903) zum X. deutschen Turnfeste, Pettau (1903) zur Begriifiung des dortigen Turnvereines anlafilich der Feier seines vierzigjahrigen Bestandes. Wie aus diesen Angaben zu er- kennen, hat der Verein besonders in den letzten Jahren eine aufier- ordentliche Tatigkeit nach aufien hin entfaltet, um Anregungen zu geben, meist aber, um Anregungen zu empfangen, welche ihre guten Friichte fur die Zukunft zu tragen haben. Allilberall erfreute sich der Turnverein seitens der Bevolkerung der herzlichsten Aufnahme, und zahlreiche Fahnenbander sind Zeugen und dauernde Zeichen liebevoller briiderlicher Gesinnung. Die Fahrten nach Gottschee, Marburg, Judenburg und Niirnberg gehoren zu den gelungensten und durften deren Eindriicke sich noch lange im Gedachtnisse der Teilnehmer bewahren. Die vaterlandische Geschichte hatte \vahrend der letzten fiinf Jahre keine Ereignisse zu verzeichnen, welche den Verein in seiner Gesamtheit tiefer beriihrt hatten. Die wechselnden Geschicke, welche das gesamte deutsche Volk betrafen, sind mit den Ge- fiihlen alldeutscher Brtiderlichkeit verfolgt worden, und so sind denn auch die beiden Kriegsjahre, in denen das Burenvolk um seine Unabhangigkeit rang, nicht spurlos an dem Vereine vortibergegangen, welcher die Teilnahme seiner Mitglieder an dem Geschicke dieses Stammes durch Vortrage lebendig erhieit, die sich auch wiederholt durch frehvillige Spenden kundgegeben hat. Stadtgeschichtliche Ereignisse von weittragender Be- deutung sind in den letzten fiinf Jahren nicht zu verzeichnen, es ware denn das Fest des 200jahrigen Bestandes der Philharmonischen Gesellschaft, wobei der Verein durch eine begltickwunschende Abordnung wie durch die Mitwirkung der Sangerrunde an den Festaufftihrungen (16. bis 19. Mai 1902) seine Teilnahme an dem bedeutsamen Ereignisse bekundete. ' Die Btirgerschaft hat sich von den wirtschaftiichen Nach- wirkungen des Erdbebens, das vor acht Jahren in der Osternacht 1895 die Stadt teihveise in Trtimmer gelegt hatte, noch lange nicht erholt, wenn auch aufierlich die Spuren jenes Ereignisses durch eine erhohte Bautatigkeit fast zum Verschwinden gebracht sind. Stellung des Vereines nach Aufien. Das Verhaltnis zur Biirgerschaft. 'S) 21 -S) Der Verein hat auch in dieset Beziehung Gelegenheit gehabt, seine Erfahrungen zu rnachen. Nichtsdestoweniger erfreut er sich der opferwilligen Teilnahme und Wertschatzung seitens der deutschen Mitbiirger, welche ihm in guten wie in schlimmen Tagen treue Anhanglichkeit bewahrt. Die slavische Mitburgerschaft aber, soweit sie nicht verhetzenden Stimmen zum Opfer fallt, kann dem Vereine wenigstens die Achtung nicht versagen. Erfreut er sich nur der volkstreuen Freundschaft der deutschen Btirgerschaft, deren wieder- holt mit lautem Danke gedacht worden ist, dann ist der Verein auch ftir alle Zukunft sturmsicher gewappnet. Beziehungen zu Der Verein gehort seit Mai 1868, also seit 35 Jahren, dem Stid- anderen Vereinen: ° _ zzjinnerhaib der osterreichischen Gauverband und damit seit 1875 dem XV. lurn- Tumerschaft. j cre j se (Deutsch-Osterreich) der «Deutschen Turnerschaft* an. Innerhalb des Gaues ist er mit den Vereinen in Gottschee, Triest und Cilli zum Vlil. Bezirke vereinigt, den Turnwart Franz Meisetz als Bezirksturnwart auch die verflossenen fiinf Jahre leitete. Seit der Verein «Eintracht» aus dem Siidosterreichischen Gau¬ verband scheiden muGte, da er sich nicht entschliefien konnte, seine Satzungen zu andern, ruhten die Bemuhungen unseres Vereines nicht, die volkisch gesinnten Kreise in Triest zur Schaffung eines neuen Turnvereines zu veranlassen, der endlich im Vorjahre (1902) als «Deutscher Turnverein Triest* ins Leben getreten ist. Ebenso ent- stand auf Anregung unseres Vereines die Turnerriege in Abbazia, welche sich tapfer halt, wahrend die anderen Riegengrtindungen in Gorz, Gortschach-Zwischenwassern und Josefstal nach kurzem Bestande eingingen, da die meisten Mitglieder derselben die Statte ihres Wirkens wechselten..Die Turnriege in Neumarktl, welche im Jahre 1902 ins Leben gerufen worden ist, hat nach einigem Schwanken sich dem 25 an unser deutsches Volkstum. Die ehrenvollen Uberlieferungen legen den Genossen desto zwingendere Pflichten auf, und so wird denn der Verein tapfer und treu seiner Losung: * Alle Stund auf- recht!* das vierte Jahrzehnt vollenden, ehrhaft und wehrhaft, zu Schutz und Trutz filr deutsche Ehre und fur deutsches Recht.» So lautet es in dem Berichte, den der Verein anlaBlich der Vollendung seines 35.Vereinsjahres hinausgab. Was damals gegolten, gilt fur heute, und zwar noch in erhohtem Mafie. Das Bild der Vereinsgeschichte zeigt gerade im Verlaufe der letzten ftinf Jahre manche Wandlungen; es geht unverkennbar ein neuer Zug durch die Zeit und die Gesellschaft, und wer offene Augen hat, der wird es auch an der Geschichte des Vereines wahrend der letzten fiinf Jahre beobachten konnen. Noch halt sich der Verein auf der ein- genommenen Hohe, noch lebt in den Herzen der Mitglieder der liebevolle Anteil an dem Geschicke des Vereines, wie sich dies gerade an der Beschickung der Hauptversammlungen offen- bart, die meist eine Teilnehmerzahl aufweisen, welche das vor- geschriebene Fiinftel der Gesamtmitgliederschaft immer tibersteigt. Seine Leistungsfahigkeit auf turnerischem und auf volksgeselligem Gebiete hat gerade im 40. Vereinsjahre anlafilich der groCartigen Feier des 40jahrigen Bestandes eine Kraftprobe bestanden, welche nicht sobald ein Verein aufzuweisen hat. Welch ein Kapital von Opfermut und Arbeitsfreude eingesetzt wurde, versteht nur der- jenige zu ermessen, der das Vereinsleben mit allen seinen Lasten kennt. Es ist eben nicht «Vereinsmaierei», sondern ernste volkische Arbeit, welche vom einzelnen wie von der Gesamtheit verlangt wird. Allein es wird aller Umsicht und reger Arbeit bediirfen, nicht blofi den Verein auf der Hohe zu erhalten, sondern seine Kraft noch zu steigern. Neue Mittel und neue Wege wird die neue Zeit verlangen. Wohl dem Vereine, wenn er dann gut beraten ist. Nur echte volks- treue Gesinnung, betatigt in selbstloser Hingabe und — Geduld vermag zu hohem Ziele zu fiihren. Ganz besonders sei dies der deutschen Jungbtirgerschaft unserer Stadt ans Herz gelegt; ihren Handen wird im nachsten Jahrzehnt das Banner des Vereines an- vertraut sein, moge sie es fiihren und schwingen in Sieg und Ehren, bis sie es unentweiht und lorbeerbekranzt den kommenden Geschlechtern wird iibergeben konnen. © 26 © Anhang I. Aus den Jahrbiichern des Vereines. ( 1898 - 1903 .) G e d e n ktage. 1899.1 13. Janner. SechsunddreiBigste Jahreshauptversammlung. Dem langjahrigen verdienstvollen Sackehvarte Herrn Alois Dzimski widmet der Verein auf Antrag des Vereinsmitgliedes Herrn Karl Laiblin ein Ehren- geschenk. 12. Februar. Eine Abordnung der Sangerrunde (Hans Janesch, Ferdinand Adenau, Atiton Arko, Ludwig Herzmann) beteiligen sich an der Griindungsliedertafel der Deutschen Sangerrunde zu WeiCenfels in Oberkrain. 4. Marž. Die Sangerrunde des Gottscheer Turnvereines erscheint als Gast und bringt iiberraschend gelungene Vorflihrungen bei dem von der Sangerrunde veranstalteten Liederabend. 12. Marž. Gauturntag in Leoben. Unser Verein ist vertreten durch Alois Dzimski und Anton Jecminek und einige Mitglieder der Studenten- verbindung Cheruskia. 25. und 26. Marž (Ostertage). Die Sangerrunde und eine Abordnung des Mannerchores der Philharmonischen Gesellschaft beteiligt sich mit dem Siidmarkischen Sangerbunde an der Griindungsfeier des Gorzer deutschen Gesangvereines. Gevvaltige Schneevenvehungen halten die- selben auf der Strecke den ganzen Tag zuriick, so da(3 sie erst um 1 In diesem Jahre wurden dem Vereine durch den Tod entrissen die Mitglieder: Franz Scheschek, Peter Jaklitsch, Otto Baumgart, Aiigust Blechschmidt und August Winkler. <© 27 - 2 ) 7 Uhr abends in Gorz eintreffen, tvoselbst sie, herzlichst begriiCt, briiderliche Aufnahme finden. Das Fest nimmt einen glanzenden Verlauf. Ostermontag erfolgt nach dem von deutschen Frauen und Madchen gespendeten Friihschoppen im Hotel Centrale ein Ausflug nach «Tivoli», den ein herrliches Friihlingswetter begiinstigt. 19. Mai. Der Verein beteiligt sich am Griindungsfeste des Deutschen Turn- vereines beider Hochschulen in Graz durch seinen Vertreter Alois Dzimski. 21. und 22. Mai. Die Sangerrunde beteiligt sich mit dem Siidmarkischen (krainisch-kiistenlandischen) Sangerbunde an dem steirischen Sanger- bundesfeste in Graz. 12. Juni. Die Sangerrunde macht den ersten Versuch der Auffuhrung eines Gemischten Chores durch Heranziehung deutscher Sangerinnen. 21. Juni. Ehrenkneipe fiir den Sackehvart Herrn Alois Dzimski, dem das von der Hauptversammlung gewidmete Ehrengeschenk vom Sprech- wartstellvertreter Dr. J. J. Binder iiberreicht wird. 2. Juli. Eine Abordnung des Vereines beteiligt sich an der Sonmvendfeier in Gottschee, die jedoch durch Ungunst des VVetters beeintrachtigt wird. 7. Juli. Sommerfest. Erstes Auftreten des Gemischten Chores. Der Stadt- magistrat untersagt die bisher libliche Hissung der schwarz-rot- goldenen Fahne im Kasinogarten, infolgedessen samtliche Flaggen eingezogen werden. Auf Grund eingebrachter Berufung hebt die k. k. Landesregierung dieses Verbot als ungesetzmaCig auf. 23. Juli. Zoglingswetturnen in der Turnhalle. Theodor Wagner erhalt den 1., Leopold Mariacher den 2., Adolf Harbich den 3. Preis. 2. Oktober. Die neu ins Leben gerufene Frauen- und Madchenriege beginnt ihre Tatigkeit auf dem Turnboden. 12. November. Bezirksturnen des IX. Bezirkes in Laibach. Der Verein stellt von zehn Wetturnern deren sieben, von denen vier einen Preis er- halten. Valentin Cerer den 1., Heinrich Schwingshakl den 2., Anton Achtschin den 5., Anton Fatz den 7. Preis. Beim nachmittagigen Schauturnen stellte der Verein 29 Teilnehmer zu den Freitibungen, zvvei Musterriegen und eine Zdglingsriege, deren Vorfiihrungen all- gemeinen Beifall und seitens der Kampfrichter die hochste Betvertung erfahren. Den 'Pag beschlieCt in wtirdiger Weise ein Familienabend. 31. Dezember. Die Jahnvendfeier findet zum erstenmal in den oberen Raumlichkeiten des Kasinovereines statt. Zweites Auftreten des Ge¬ mischten Chores, mit tvelchem der Verein einen sehr schonen Erfolg erzielt. Anmerkung. Das Turnerkranzclien fand am 1. Februar in den oberen Raumlichkeiten des Kasinovereines statt. Am 4. Marž veranstaltete die Sangerrunde einen Liederabend. Am 7. Juli wurde das Sommerfest, am 12. November ein Familienabend und am 31. Dezember die iibliche Jahnvend¬ feier abgehalten. @ 28 -g) 1900.1 13. Janner. SiebenunddreiBigste Jahreshauptversammlung. Der Prasident der Krainischen Sparkasse, Herr Josef Luckmann, und der Amts- direktor der ICrainischen Sparkasse, Herr Dr. Josef Sufpan, \verden in dankbarer Anerkennung der wohltatigen Forderung, welche das Turnwesen seitens der Krainischen Sparkasse in den letzten Jahren erfahren hat, zu Ehrenmitgliedern ernannt. 18. Janner. Es erfolgt die Entscheidung des Reichsgerichtes, wonach dem Vereine, der im Oktober 1898 seme neuen Satzungen eingereicht, aber von seiten der Landesregierung ablehnend beschieden \vorden ist, das Redit zuerkannt wird, das Dreifarb «Schwarz-rot-gold» als Vereinsfarbe in Fahnen und Abzeichen zu fuhren 28. Janner. Eine Abordnung des Vereines unter Fiihrung der Turnrats- mitglieder Franz Meisetz und Viktor Ranth beteiligt sich an dem von der Ortsgruppe Gottschee des Vereines Siidmark zugunsten der letzteren veranstalteten Teeabende. 25. Februar. Gauturntag in Wolfsberg. Der Verein ist vertreten durch Alois Dzimski, Franz Meisetz, Valentin Cerer, Anton Achtschin, welche letz¬ teren zwei bei diesem Anlasse die Gauvorturnerpriifung mit gutem Erfolge ablegen. 5 Marž. Schriftfuhrer Josef Roger als Vorturner der Frauenriege wird durch eine Ehrengabe ausgezeichnet. 27. April. Grundung der Turnriege in Abbazia. 28 Mai Der Verein entsendet eine Abordnung, welcher die Turnrats- mitglieder Alois Dzimski, Franz Meisetz, Valentin Cerer und die Vereinsmitglieder Anton Jecminek und Raimund Andretto angehoren, zu dem grofien Schauturnen der vier Turnvereine in Graz, welche der Turnerschaft angehoren. 3. und 4. Juni (Pfingsten). Die Sangerrunde nimmt mit 38 Mitgliedern teil an der vom Siidmarkischen (krainisch-kiistenlandischen) Sanger- bunde veranstalteten Sangerfahrt zum 2. Bundestage nach Abbazia, wobei sich alle der herzlichsten Aufnahme besonders seitens des dortigen deutschen Mannergesangvereines Quarnero erfreuen Der Sangerbundestag betraut neuerlich die Sangerrunde des Vereines, beziehungsweise ihre Mitglieder Dr. J. J. Binder, Viktor Ranth, Josef Roger und Ludwig FTerzmann mit der Bundesleitung. 1 In diesem Jahre entrifi der Tod dem Vereine die Mitglieder: Heinrich Brilli, Adolf von Socher, dann das hochverdiente Griindungsmitgiied kaiserl. Rat Ferdinand Mahr, dem der Verein, in volier Starke ausriickend, das Ehrengeleite gab, endiich den Nestor des Vereines, den humorvollen Gustav Fischer und das ausrviirtige Mitgiied Hans Eder (friiherer Pachter des Schweizerhauses im Tivoli) in Innsbruck. ® 29 29. Juni Wetturnen der Zoglinge in der Turnhalle. Sieger: Theodor VVdgner, Adolf Harbich, Franz Zirnstein und Emil Sc/mingshakl. 23. Juli. Grtindung der FuBballriege desVereines durch die Vereinsmitglieder Dr. Adolf Kaiser, Willi Treo, Ferdinand Adenau, Raimund Andretto und Adolf Brath. 26. August. Die FuBballriege tritt mit der FuBballriege des Turnvereines in Klagenfurt in die Schranken, unterliegt, aber ehrenvoll. 2. September. Sedanfeier, zur Erinnerung an die vor 30 Jahren geschlagene Schlacht, begangen vom Vereine in Gemeinschaft mit der akademisch- technischen Ferialverbindung Carniola, dem Laibacher Bicycleklub und dem deutschen Radfahrervereine EdehveiB. 7. bis 9. September. Der Verein entsendet 33 Mitglieder unter Fiihrung des Sackelvvartes Alois Dzimski und des Turmvartes Franz Meiselz zum Ostmark-Gauturnfeste nach Wiener-Neustadt. Die Musterriegen an Barren und Pferd erreichen eine gtinstige Bewertung. Der zum VVetturnen angetretene ziveite Turnwart Valentin Cerer verletzt sich beim Weitsprung und muB den Wettbewerb aufgeben. Die Abordnung der Laibacher Turner erfreute sich besonders \vahrend des Festzuges hervorragend ehrender Kundgebungen. 7. und 8. September. VI. karntnerisches Bundesfest in Villach. Die Sangerrunde ist durch zwei Mitglieder, Dr. J. J. Binder und Franz Goritschnigg, vertreten. 19. September. Vollversammlung der Sangerrunde zur Wahl des nach den neuen Satzungen zur Vertvaltung derselben berufenen Sangerausschusses. 4. November. Die FuBballriege tritt mit der zweiten Mannschaft des Grazer Sportvereines auf dem Laibacher Felde an. Erfolg 7: 2. 25. November. Der Verein ist beim Gauvorturnerturnen in Graz durch den ziveiten Turnwart Valentin Cerer vertreten. 8. Dezember. Die Sangerrunde unter Fiihrung des Sangwartes Viktor Ranth und des Sprechwartstellvertreters Dr. J. J. Binder folgt einer Einladung des Kasinovereines in Idria zur Beteiligung am Barbara- feste. Von Laibach bis Loitsch mit der Siidbahn, von Loitsch an auf von der Gewerkschaft beigestellten VVagen geht es bei mildern Herbst\vetter nach der tiefgelegenen Bergstadt. Liebensiviirdig auf- genommen, fiir die Vortrage mit rauschendem Beifalle ausgezeichnet, erfreuen sich die Teilnehmer einer herzlich gebotenen Gastfreundschaft. Am nachsten Morgen erfolgt die Einfahrt in den Inzaghi-Forderstollen, dann Besichtigung der Werksanlagen dank dem Entgegenkommen des Herrn k. k. Oberbergrates Josef Schmid und unter Fiihrung von Gewerksbeamten, an deren Spitze Herr Bergverwalter J. Tschemernigg und Herr Oberhiittenvenvalter Luduoig Buchal. Ein von den Frauen gespendeter Friihschoppen halt die Teilnehmer in frohlicher Laune bis @ 30 @ Nachmittag zusammen. Auf der Heimfahrt werden die Riickkehrenden beim Gasthause Gruden von einer aufgehetzten und teilweise bezahlten Rotte mit einem Steinhagel, der Leben und Gesundheit der Sanger- schar gefahrdet, iiberfallen. Gliicklicherweise geht es ohne erhebliche Verletzungen ab und die weitere Fahrt nach Loitsch und von da nach Laibach vollzieht sich in herrlicher Wiiiternacht ganz anstandslos. Anmerkung. Am 1. Februar Turnerkranzchen in den oberen Kasinoraumen. Am 15. Februar zwangloser Familienabend in der Glashalle des Kasinos. Am Faschingdienstag (27. Februar) wurde eine «deutsche Fastnacht», ebenfalls im Kasino, abgehalten. Am 12. Mai war Familienabend in der Glashalle des Kasinos. Am 7. Juli mufite das Sommerfest wegen ungiinstiger Witterung in den Kasinosalen abgehalten werden, wo auch am 31. Dezember die iibliche Jahrwendfeier stattfand. 1901.1 19. Janner. AchtunddreiHigste Jahreshauptversammlung. 24 Februar. Gauturntag in Marburg. Der Verein ist vertreten durch die Turnratsmitglieder Dr. J. J Binder, Valentin Cerer, Anton Achtschin und das Vereinsmitglied Anton Jecminek. 2. Marž. Der Burenkampfer Leutnant a. D. R. v. Goldegg wird in einer Ehrenkneipe festlich begriifit, worauf er einige seiner Erlebnisse aus dem Burenkriege zum besten gibt. 20. April. Festfeier des fiinfzehnjahrigen Bestandes der Sangerrunde des Vereines. Festaufftihrung in der Tonhalle der Philharmonischen Ge- sellschaft unter der Leitung des Sangwartes Viktor Ranth und unter Mitvvirkung der Musikkapelle des k. u. k. Infanterieregimentes Konig der Belgier Nr. 27 und des Mitgliedes des Schubertbundes in Wien, des Sangers Ferdinand Soser sowie des heimatlichen Virtuosen auf der Geige Anton Gnesda. Einzelgesang Fraulein Hail. An der Auffiihrung beteiligen sich 80 Sanger und 40 Sangerinnen, deren Leistungen stiirmischen Beifall ervvecken. Dem Sangwart wird seitens der Sangerinnen ein Lorbeerkranz mit sch\varz-rot-goldener Schleife und von Vereins- angehorigen ein silberner Lorbeerkranz in geschmackvoller Umhtillung gewidmet. Nach der Festaufftihrung gemiitliche Zusammenkunft. 12. Mai. Vormittags Bezirksvorturnerstunde im Vereine mit einer Abordnung von Turnem des Gottscheer Turnvereines Nachmittags erstes Sehauturnen der Fr a u e n- und Madchenriege des V ereines unter der Leitung der Turmvarte Josef Roger und Franz Meisetz, an dem sich 20 Turnerinnen beteiligen und einen glanzenden Erfolg ■ erzielen. 1 In diesem Jahre hielt der Tod eine reiche Ernte unter den Vereinsmitgliedern, deren der Verein acht zu betrauern hatte, darunter meist Mitglieder, die lange Jahre schon dem Vereine an- gehorten. Es sind dies Josef Redange, Frau Klementine Dzimski, Franz Stampfl, das Griindungs- mitglied Regierungsrat Dr. Friedrich Keesbacher, Rudolf Kirbisch, der vielverheifiende Dr. Viktor Schonmetter und Karl Altmann in Laibach und Franz Dolenz in Krainburg. ®> 31 @ 26. Mai. Kreisturntag des XV. Turnkreises (Deutschosterreich) in Wien. Der Verein ist durch Alois Dzimski vertreten. Der Kreisturntag nimmt die Satzungsanderung in dem Sinne vor, d a C von nun an dem Kreise nur Vereine mit Mitgliedern deutscher (arischer) Abkunft angehoren konnen. Der Vertreter unseres Vereines erhebt Einsprache gegen das Zugestandnis, welches die Kreisleitung dem Geschaftsfiihrer der Deutschen Turnerschaft (Dr. Gotz) zu machen versprach, die Reforrn- bewegung nicht nach den iibrigen Turnkreisen im Deutschen Reiche zu tragen. 26. und 27. Mai (Pfingsten) Die Sangerrunde beteiligt sich mit 45 Sangern an dem II. stidmarkischen Sangerbundesfeste in Triest. Ein Eisen- bahnunfall bei Franzdorf veranlaBt, dah ein groBer Teil der Krainer Sanger mit funfstundiger Verspatung in Triest eintrifft, so daB knapp vor Beginn der Festauffiihrung die Sangerrunde vollzahlig antreten kann; sie wirkt bei der groBen Festauffiihrung im Polyteama Rosetti (Pfingstsonntag nachmittags) und abends bei dem Festkommers im Festsaale desselben Gebaudes mit. Der Triester Mannergesangverein hat sich um die Durchfuhrung des Festes sehr verdient gemacht. 23. Juni. Sonnwendfeier bei Podutik, wo der Sprechwartstellvertreter Dr. J. J. Binder den Sonmvendspruch halt. 29. und 30. Juni. Gauturnfest in Marburg. Der Verein beteiligt sich mit einer Abordnung von 20 Turnem unter Fiihrung des Sprechwart- stellvertreters Dr. J. J. Binder und des Turnwartes Franz Meisetz. Die Laibacher Turner sind Gegenstand besonders herzlicher Kund- gebungen. Beim Wetturnen erreichen Valentin Cerer und Rudolf Petz in der ersten Abteilung, Johann Jaklitsch und Anton Achtschin in der z\veiten Abteilung Siegerkranze. Die Musterriegen am Reck (Vorturner Valentin Cerer) und am Barren (Vorturner Rudolf Petz) erzielen fast durctnveg die hochste Bewertung. Beim Festkommerse warnt der Vertreter des Vereines Dr. J. J. Binder vor der groBen Zuversicht, der man sich iiber die durchgeluhrte «Reinigung» im XV. Turnkreise hingebe; ge\visse Vorkommnisse lieBen erraten, daB der in riickstandigen Vorurteilen befangene Leiter der Deutschen Turnerschaft (Dr. G.) auf Halbschlachtigkeiten im «gereinigten» XV. Turnkreise rechne, um der Ausbreitung und Vertiefung des Jahnschen Turngedankens entgegen zu wirken. Dem gegeniiber gebe es nur die Losung: biegen — oder brechen. Die Aufnahme, welche diese Rede findet, beleuchtet die Verhaltnisse. 15. August. VVetturnen der Zoglinge. 25. August. Schauturnen in volkstiimlichen Ubungen auf dem Sommer- turnplatze nachst dem k. k. Forstgarten an der TriesterstraBe, welches erfolgreich verlauft. @ 32 @ 10. Oktober Versammlung der Sangerrunde, welche Berichte erstattet und Neuvvahlen vornimmt. 18. Dezember. Geselliger Abend zur BegriiCung des kartnerischen Ton- dichters Thomas Koschat. Anmerkung. Am 1. Februar tand das iibliche Turnerkranzchen, am 19. Februar (Fasching- dienstag) die deutsche Fastnachtfeier in den Kasinosalen statt. Am 6. Juli wurde das Sommerfesl im Kasinogarten veranstaltet und am 31. Dezember die Jahrwendfeier in den Kasinosalen. 1902A 18. Janner. NeununddreiBigste Jahreshauptversammlung. 10. Februar. Gauturntag in Graz. Der Verein entsendet zwei Mitglieder, Dr. J. J. Binder und Franz Meisetz, vvahrend die iibrigen Stimmen durch gefallige Mitglieder von Grazer Turnvereinen tibernommen \verden. 30. Marž. Vorturnerstunde in Abbazia, an ivelcher sich sieben Vereins- mitglieder beteiligen, vvelche von der Turnerriege des Mannergesang- vereines «Quarnero» in der zuvorkommendsten Weise aufgenornmen \verden. 16. bis 19. Mai Die Sangerrunde beteiligt sich an den Aufftihrungen, vvelche die Philharmonische Gesellschaft anlaClich der Feier ihres 200jahrigen Bestandes veranstaltet. 1 Juni. Turnfahrt der Frauen- und Madchenriege nach Gottschee unter Flihrung der Turnrate Josef Roger und Franz Meisetz und Veran- staltung eines Schauturnens, das glanzend verlauft, aber wegen der \veniger gliicklich geivahlten Tageszeit nicht die geiviinschte Beteili- gung seitens der Stadtbevolkerung findet. 29. Juni. Der Verein entsendet nach Marburg anlaClich der Feier des vierzigjahrigen Bestandes des dortigen Turnvereines eine Abordnung von 12 Turnem unter der Flihrung der Turnrate Alois Dzimski und Franz Meisetz. Die Laibacher Turner beteiligen sich sowohl an der Gauvorturnerstunde als auch am Schauturnen, und zivar bei dem letzteren mit einer Musterriege (Vorturner Valentin Cerer), vvelche Anerkennenswertes leistete. 19 bis 22. Juli. Kreisturnfest in Linz. Der Verein entsendet dorthin neun Mitglieder unter Ftihrung des Turnwartes Franz Meisetz. Am Wett- turnen beteiligen sich unter 168 Turnem 2 des Vereines, von denen Alexander Kretschmer eine ehrenvolle Anerkennung im Sechskampfe • und den ersten Preis im Ringkampfe davontragt Die Musterriege (Vorturner Valentin Cerer) erreicht nahezu die hochste Bevvertung. 1 Der Verein betrauerte in diesem Jahre den Verlust seines hochverdienten Ehrenmitgliedes Dr. Josef Suppan (f 5. Juli), dann der Mitglieder Albert Lugek, Johann Jaklitsch, Josef Schlosser und Karl Reitmayer, welch letzterer, obwohl in der Ferne weilend, in Triest, bis zum letzten Augen- blicke dem Vereine treu geblieben war. @ 33 ■© 3 26. bis 28. Juli. VI. deutsches Sangerbundesfest in Graz. Die Sangerrunde beteiligt sich als Mitglied des Siidmarkischen (krainisch-kiistenlandischen) Sangerbundes mit 32 Sangern, die an den Gesamtauffiihrungen sovvie an der Sonderauffuhrung des Siidmarkischen Sangerbundes am ersten Festabende mitvvirkt. Bundesobmann Dr. J. J. Binder entbietet namens der deutschen Sanger der siidlichsten Gemarkung den versammelten Zuhorern deutsche GriiBe aus dem Stiden, vvelche begeistert envidert vverden. Der Sangerrunde wird seitens der Bundesleitung die An- erkennung fiir die stramme Zucht, mit welcher sie den Verpflichtungen nachgekommen ist, ausgesprochen. 30. Juli. Die Sangerrunde enveist dem auf der Reise nach Triest ver- ungltickten Sanger G. Kastner aus \Vasserburg (Bayern) die letzten Ehren. 18. August. Der Besuch des Gauturnvvartes Georg Franke versammelt eine grofie Zahl auslibender Turner auf dem Turnboden. 5. September. Griindung einer Bergsteigerriege. 28. September. Gemeinsames Bezirksgruppenturnen des VIII. und IX. Be- zirkes in Cilli. Der Verein beteiligt sich daran mit 40 Turnern, von denen 30 den Aufmarsch und die Freitibungen mitmachen. Am Sechs- kampfe beteiligen sich neun, am Dreikampfe zvvei Mitglieder des Vereines. Von den ersteren erringen Alexatider Kretschmer den ersten, Anton Achtschin den dritten, Ludwig Timouschek den fiinften, Rudolf Petz den sechsten Siegespreis Im Dreikampfe erringt Alexander Kretschmer den dritten Platz. Die drei Musterriegen, zvvei am Barren (Vorturner Franz Meisetz und Valentin Cerer) und eine am Tisch (Vorturner Alexa?ider Kretschmer) erzielen die Bevvertung «gut» und «sehr gut». 12. Oktober. Feier der 50. Wiederkehr von Ludvuig Jahns Sterbetag Nach- mittags Schauturnen in der Turnhalle, von 32 Turnern ausgefuhrt (der Raum gestattet keine groCere Zahl), abends Festfeier in der Kasino-Glashalle. Gedachtnisrede gehalten von Dr. Konrad Stocklinger. Vortrage der Sangerrunde bilden einen vviirdigen AbschluC der Ge- dachtnisfeier. 15. Oktober. Enthiillung des Jahn-Denkmales in Graz. Der Verein ist durch Alois Dzimski und Anton Jecminek vertreten, die namens des Vereines einen Kranz mit den deutschen Farben am Denkmale niederlegen. 17. Oktober. Versammlung der Sangerrunde, Neuvvahl des Ausschusses. 7. Dezember. Gauvorturnerstunde in Graz. Der Verein ist durch das I urnratsmitglied und Gauvorturner Anton Achtschin vertreten. Anmerkung. Am 1. Februar Turnerkranzchen in den Kasinosalen, am 11. Februar gab es einen «Faschingdienstag-Gschnasabend» in der Glashalle, am 9. Juli war Sommerfest im Kasino- garten und am 31. Dezember die Jahrvvendfeier in den Kasinosalen. @ 34 ■© 1903.1 9. Janner. Vierzigste Jahreshauptversammlung. Dieselbe beschlieCt, die vierzigjahrige Griindungsfeier festlich zu begehen, beauftragt den Turnrat mit seiner Durchfiihrung und bevvilligt die notigen Mittel. 15. Februar. Gauturntag in Judenburg. Der Verein ist durch die Turnrats- mitglieder Alois Dzimski und Franz Meisetz vertreten. 26. Marž. Der Sommerturnplatz wird aufgelassen. 11. bis 13. April (Ostern). Bezirksvorturnerstunde in Triest unter der Leitung des Bezirksturnwartes. Der Verein ist daran mit sechs Vor- turnern unter Fiihrung des Turnvvartes Franz Meisetz beteiligt. 31. Mai und 1. Juni (Pfingsten). Die Sangerrunde ist als Mitglied des Stidmarkischen Sangerbundes bei dem VII. karntnerischen Sanger- bundesfeste in Villach mit 35 Sangern unter Fiihrung des Sangwartes Viktor Ranth beteiligt und wird iiberall herzlichst begriiCt. 6. und 7. Juni. Griindungsfest. Feier des vierzigjahrigen Bestandes des Vereines. Der Verein begriiCt 92 Gaste von auswarts als Abordnung von 16Vereinen: Turnverein Marburg, Leoben, Cilli, Graz (Allgemeiner deutscherTurnverein, Turnerschaft, Akademischer Turnverein), Zeltweg, Pettau, Klagenfurt, Villach, Judenburg, Tarvis, Triest, Gesangverein Neumarktl, ACling, Domschale. Am Vorabende, Samstag, den 6. Juni, Festauffilhrung im Landestheater. Eingeleitet durch zwei gemischte Chore (80 Sanger und Sangerinnen) unter der Leitung des Sangvvartes V.Ranth: « Einzug der Gaste auf der Wartburg» (Tannhauser, RAVagner), «Deutsche Tanze> von Fr. Schubert, mit Orchesterbegleitung durch die Musikkapelle des k. u. k. Infanterieregimentes Nr. 27 (Kapellmeister Th. Christoph). Schauturnen, an tvelchem sich 24 Turnerinnen und 40 Turner beteiligen unter der Leitung der Turntvarte Franz Meisetz und Valentin Cer er, der Vorturner Anton Achtschin, Alexander Kretschtner, Rudolf Petz und Josef Roger. Freiiibungen. Stabivinden und Keulenschwingen gleichzeitig durchgefiihrt von 24 Turnem (Štabe) und 20 Turnerinnen (Keulen). Ubungen an Pferd und Barren (Frauen- und Madchenriege). Gruppenturnen auf drei Barren, Kiirturnen am Reck, Blumenreigen der Frauen- und Madchenriege in duftiger Gewandung, Leitergruppen (20 Turner), SchluCbild: Jahn bekranzt die Fahne des Vereines Das Schauspieihaus ist ausverkauft. Hierauf BegrtiCungsabend im groCen Kasinosaale, vom Sprechwart Artur Mahr eroffnet. Die Sangerrunde • und die Militarkapelle \vechseln mitVortragen ab. Sonntag Vormittag von 9 bis 10 Uhr Schauturnen der Gliste aus dem siidosterreichischen Gauverbande unter der Leitung des Gauturnwartes Georg Franke. Von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags Friihschoppen in der Glas- 1 In diesem Jahre war der Verein so gliicklich, keines seiner Mitglieder aus dem Leben.zu verlieren. © 35 ® 8 * halle und im fahnengeschmiickten Garten des Kasinos, veranstaltet von dem Ausschusse der Frauenortsgruppe des Deutschen Schulvereines: Mary Gotz, Ninka Luckmann (am Erscheinen verhindert), Cdcilie Mahr, Therese Maurer, Rika Tonnies, Marie Wettach, \velcher sich durch Zu- ziehung der Damen Eugenie Bamberg, Fanni Belar, Relly Hogler, Rosa Krisper, Melanie Luckmann, Susanne Meisetz, Sabine Ranth, Paula Roger, Klara Somnitz, Paula Samassa, Fdelene von Schoeppl-Sonn- walden und Marie Zeschko verstarkt hat, denen zum Schlusse Sprech- wartstellvertreter Dr. J. J. Binder in aller Namen unter sttirmischer Zustimmung dankt. Vortrage der Sangerrunde wechseln mit denen der Regimentskapelle. Wahrend des Friihschoppens Ansammlung einer dichten Menschenmenge in der Sternallee, darunter auch gebildeter und ungebildeter slovenischer Pobel, der bald durch Pfeifen und Johlen seinem gehassigen Neide Ausdruck gibt, bis Btirgermeister BTribar dem Verlangen des Obmannstellvertreters des slovenischen Turnvereines Sokol entsprechend die Entfernung der deutschen Flaggen fordert und als man nicht willig der Forderung nachkommt, durch VVachleute getvaltsam entfernen laCt, worauf der Turnrat — wie imrner in ahnlichen Fallen ■—• samtliche Flaggen einziehen laCt. Der Friih- schoppen endet trotzdem erst gegen 3 Uhr. Die Gaste besehen sich die Stadt und nachste Umgebung, wobei sie und ihre Begleiter an verschiedenen Stellen Gegenstand von Schmahungen, Beschimpfungen und korperlichen Angriffen slovenischen StraCenmobs sind. Abends Festkommers in den oberen Kasinoraumlichkeiten. Spreclnvart Artur Mahr begriiCt die Erschienenen, besonders die Festgaste und, Ehren- mitglieder des Vereines. Lied und Wort losen einander ab, dazwischen bringt die Militarkapelle ihre auserlesenen Vortragsstiicke, tvahrend von der StraCe herauf der Larm und das Gejohle halbtrunkener Pobelhaufen dringt, welche mit Muhe durch ein Aufgebot von VVach- leuten und Gendarmerie zuriickgedrangt werden, bis zuletzt zwei Kompagnien Infanterie den Platz saubern. Indessen nimmt der Fest- abend, an dem sich iiber 400 1 Teilnehmer einfinden, seinen Fortgang. Die einzelnen Vereine, einheimische und auswartige, begliickwiinschen durch ihre Vertreter (ihrer 20) den Verein zu seinem Ehrentage; der Verein Klagenfurt tiberreicht ein Bild als Spende. Zum Schlusse halt Sprechwartstellvertreter Dr. J. J. Binder die Festrede, welche ausklingt in einen segnenden Heilvvunsch auf die Stadt und die deutsche Biirger- schaft, die junge und die alte, in den er aber besonders einschlieCt die «lieben alten» Herren, die Griindungsmitglieder, die noch leben und an dem Ehrenabende teilnehmen. Hierauf \verden den Griindungs- 1 Viele Teilnehmer konnten, durch die Pobelansamrnlungen verhindert, nicht hinaufgelangen, manche, die schon Karten gelost hatten, blieben in gerechter Besorgnis zu Hause. © 36 @ mitgliedern des Vereines, die durch vierzig Jahre ununterbrochen dem Vereine angehoren: Albert Samassa, Dr. A. Schaffer, Dr. A. Pfefferer, Artur Miihleisen, Karl Luckmann, J. V. Krisper, Alois Kraschowitz, sowie denen, die mit Unterbrechungen aber heute noch dem Vereine zugehoren: Josef Baumgartner, Josef Dornik, Karl Karinger, Karl Laibhn, Karl Leskovic, Josef Luckmann und Emerich Mayer Ehren- urkunden uberreicht. Namens der Griindungsmitglieder spricht Dr. A. Schaffer in formschoner und herzbevvegender \Veise auf den Verein, dem er wiinscht, wie bisher durch Klugheit und Festigkeit seine ehrenvolle Stellung zu behaupten. Alois Dzimski spricht in begeistert aufgenommenen Worten auf die edlen deutschen Frauen und Madchen, welche in Freud und Leid, in guten und schlimmen Tagen dem Vereine ihre Treue und dem deutschen Volkstume ihre opferfreudige Hingabe bewahrt haben. Die Sangerrunde bringt einen bisher noch nicht aufgeftihrten Chor von Wilhelm Kienzl: «Wach auf, mein Volk!» (Gedicht von A. Naaff) zur Auffiihrung, der von machtig packender Wirkung ist. Mit dem «Siegesgesang nach der Hermannsschlacht* von Abt schlieCt die Vortragsordnung und damit der eigentliche Festabend. Wahrend der Festtage sind zahlreiche DrahtgrtiCe und Gliickwunschschreiben eingetroffen. 9. Juni. Der Turnverein und seine Festgaste werden vom Biirgermeister und einzelnen Gemeinderaten in der Gemeipderatssitzung der «Uloyalitat» verdachtigt. 12. Juni. Der Turnrat veroffentlicht in der amtlichen «Laibacher Zeitung» dagegen eine \vahrheitsgetreue Schilderung der Vorgange bei der Abnahme der Flaggen im Kasinogarten wahrend des Friihschoppens. 27. bis 29. Juni. Gauturnfest in Judenburg. Der Verein entsendet unter seiner Fahne dahin 23 Turner und 14 Turnerinnen. Die Abordnung \vird gefiihrt von den Turnraten Alois Dzimski, E'ranz Meisetz und Josef Roger. Zum Wetturnen stellt er fiinf Turner, von denen Alexander Kretschmer den ersten, Rudolf Retz den fiinften Preis erringen. Die Turnerinnen beteiligen sich unter den Vorturnern Josef Roger und Franz Meisetz am Riegenturnen mit einer Riege am Pferd und einer Riege am Barren. Die Turner stellen zwei Musterriegen und nehmen an den Freiiibungen teil. Die begeisterte Aufnahme unserer Vereinsgenossen entschadigte fiir die herbe Unbill beim Griindungsfeste Die Madchen- und Frauenriege erhalt seitens des Turnvereines in Judenburg als Ehrengabe ein schones Bild von Stadt und Umgebung in geschmackvollem Rahmen. 28. und 29. Juni. Eine Abordnung der Sangerrunde mit 30 Sangern und 15 Sangerinnen folgt der Einladung zur Fahnen\veihe der Deutschen Sangerrunde in AVeiCenfels (Oberkrain), wo sie freundlichste Aufnahme ©37 ® findet. Sprechwartstellvertreter Dr. J. J. Binder begriifit die Gemeinde und begliickwiinscht den Verein zu dem seltenen Feste. Abends findet am unteren See die Sonnvvendfeier statt, welche groCartig verlauft. 16. bis 18. Juli. X. deutsches Turnfest in Ntirnberg. Der Verein ist zum erstenmal bei einem deutschen Turnfeste durch eine groCere Fahnen- abordnung (11) unter Fiihrung der Turnrate Franz Meisetz und Alois Dzitnski vertreten. Die Mitglieder der Abordnung nehmen an den Freiiibungen teil, ferner stellen sich zwei \Vetturner, von denen Alexander Kretschmer unter 1450 Wetturnern von 208 Siegern den 33. Platz erreicht, wahrend Rudolf Petz infolge eines Unfalles vom Wettbewerbe zuriicktritt. 14. November. Ehrenabend (Familienabend), veranstaltet zu Ehren der Frauen, welche dem Frauenfestausschusse angehort haben, welcher beim 40jahrigen Stiftungsfeste die Sorge fiir die Bereitung des Fruhschoppens auf sich genommen haben. — Die Vortrage der Sangerrunde \vie die Leistungen der Turner (Abteilungsturnen auf zwei Pferden und Bildung von Freigruppen) finden allgemeine Anerkennung. 20. November. Auf neuerliche Verdachtigungen des Burgermeisters im Gemeinderate am 17. November antvvortet der Verein in einem Ein- gesendet der «Laibacher Zeitung», worin er seine am 12. Juni veroffentlichten Erklarungen aufrecht halt. 4. Dezember. Beteiligung am Nikoloabend der deutschen Frauen, ver¬ anstaltet in den Kasinosalen zu Gunsten armer oder mittelloser deutscher Familien. Anmerkung. Am 1. Februar Turnerkranzchen in den Kasinosalen, am 19. Dezember fest- liche Begehung der Julfeier, am 31. Dezember Jahrwendfeier in den Kasinosalen. @ 38 @ Anhang II. I. Griindungsmitglieder, die noch gegenwartig dem Vereine angehoren. (Die mit * Bezeichneten gehoren dem Vereine seit der Griindung ohne Unterbrechung an.) Herr Baumgartner Johann » Dornik Josef * Karinger Karl » *Krasdiovitz Alois » * Krisper Jos. Vinzenz » Laiblin Karl » Leskovic Karl Herr Luckmann Josef » *Luckmann Karl » Mayer Emeridi » *Mtihleisen Artur » *Dr. Pfefferer Anton » *Samassa Albert d. A. » *Dr. Schaffer Adolf II. Ehrenmitglieder. 1. Dr. Emil Ritter v. Stockl, k. k. Regierungsrat, 1 ernannt in der Hauptversammlung am 22. Janner 1883. 2. Alois Cantoni, Hausbesitzer, 2 ernannt in der Hauptversammlung am 17. November 1883. 3. Karl Riiting, Buchdruckereileiter, ernannt in der Hauptversammlung am 17. November 1883. 4. Dr. J. J. Binder, k. k. Realschulprofessor, ernannt in der Hauptversammlung am 9. Janner 1892. 5. Albert Samassa d. A., k. u. k. Hof-Glockengiefier, ernannt in der Hauptversammlung am 11. Janner 1896. 6. Josef Luckmann, Bankier, Prasident des Krainischen Sparkassevereines, ernannt in der Hauptversammlung am 13. Janner 1900. 7. Dr. Josef Suppan, Amtsdirektor der Krainischen Sparkasse, 3 ernannt in der Hauptversammlung am 13. Janner 1900. 1 Gestorben in Laibach am 3. April 1885. 2 Gestorben in Laibach am 14. Juli 1894. 3 Gestorben in Laibach am 5. Juli 1902. 'g) 39 'S) III. Zusammensetzung des Turnrates in den Jahren 1863 und 1903. 1863 . Sprechwart: Dr. Emil Ritter v. StOckl (f), Direktor der Landes-Wohltatigkeits- anstalten. Sprechwart-Stellvertreter: Wilhelm Ritter v. Fritsdi (f), k. k. Bergkommissar. Turnwart: Hermann Bettelheim, Ingenieur (zugleich Vorturner). Turnwart-Stellvertreter: Karl Laiblin, Handelsbuchhalter (zugleich Vorturner). Sackelwart: Gustav Stedry, Handelsmann. Sackelwart-Stellvertreter: Camillo Baumgartner, Handelsgesellschafter. Schriftwart: Julius Ledenig, k. k. Landesgerichts-Auskultant. Schriftwart-Stellvertreter: Dr. Adolf Schaffer, Advokaturs-Konzipient. Zeugwart: Albert Samassa, Glockengiefier. 1903 . Sprechwart: Artur Mahr, Direktor der Handelslehranstalt, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone. Sprechwart-Stellvertreter: Dr. Josef Julius Binder, k. k. Realschulprofessor. Erster Turmvart: Franz Meisetz, Goldschmied. Zweiter Turmvart: Valentin Cerer, Schriftsetzer. Erster Sackelwart: Alois Dzimski, Adjunkt der Krainischen Sparkasse. Zweiter Sackelwart: Josef Philipp Uhl, Lehrer an der deutschen Volksschule des Schulvereines. Erster Schriftwart: Josef Roger, Offizial der Krainischen Sparkasse. Zweiter Schriftwart: Dr. Konrad StOddinger, Notariats-Anwarter. Sangwart: Viktor Ranth, Handelsmann. Kneipwart: Johann Somnitz, Uhrmacher. Zeugwart: Anton Aditsdiin, Schlosser. IV. Vorturnerschaft in den Jahren 1863 bis 1903. a) Vorturner : 1 2 3 Raimund Kleindienst vom 10. Oktober 1875 bis 1. Janner 1876, Franz Krainer vom 1. Janner 1876 bis April 1877, Josef Pock (f), Geschaftsfuhrer, vom 4. April 1877 bis Marž 1887, Hugo Schubert vom 1. September 1880 bis Dezember 1882, Karl Aditsdiin, Sparkassebeamter, vom 1. September 1880 bis 2. September 1886, Josef Maier vom 16. Mai 1881 bis 18. Juni 1882, *J. Ph. UhlJ Volksschullehrer, vom 5. November 1886, * Franz Meisetz, Goldschmiedmeister, vom 13. November 1883, Dr. J. J. Binder f k. k. Professor, vom 22. Marž 1889, Anton Patz, Bankbeamter, vom 26. Oktober 1890 bis 31. Dezember 1900, Anton Ječminek, Kaufmann, vom 19. Dezember 1891, 1 Die im Druck Hervorgehobenen sind heute noch Mitglieder der Vorturnerschaft. — Die mit * Bezeichneten sind zugleich AngehSrige der Gauvorturnerschaft. 2 Leiter der «Alten-Herrenriege» I. 3 Leiter der «Alten-Herrenriege» II. © 40 © *Josef Reitz, Fabriksbeamter, vom 18. Juni 1889, Hermann Nickerl v. Ragenfeld vom 22. Oktober 1890 bis Dezember 1894, *Josef Roger' Beamter der Krainischen Sparkasse, vom 15. Janner 1892, *Josef Pehani, Beamter, vom 15. Janner 1892 bis 22. Mai 1903, Josef Michelitsdi, Kaufmann, vom 20. Janner 1892 bis 28. Mai 1902, Lambert Olhofer, Buchhalter, vom 15. Marž 1893 bis Dezember 1898, Theodor Kom, Werkmeister, vom 24. Februar 1894, *Valentin Cerer, Schriftsetzer, vom 16. Dezember 1894, Josef Paulitsdiek, Korrektor, vom 16. Dezember 1894 bis Oktober 1903, * Anton Achtschin, Schlosser, vom 25. September 1896, Ludwig Binder, Uhrmacher, vom September 1896 bis Februar 1898, Wilhelm Fischinger, Assistent fiir Zeichnen an der k. k. Oberrealschule, vom 17. Oktober 1898, *Alois Strimitzer, Bautechniker, vom 5. November 1896 bis August 1898, *Rudolf Petz, Bautechniker, vom 8. Marž 1899, *Alexander Kretschmer, Maschinenschlosser, vom 5. August 1901, Anton Ozlon, Uhrmacher, vom 27. Janner 1903. b) Anmanner: Anton Bruckmann, Anmann fiir die Riege Gortschach, vom 22. Janner 1900 bis 20. Juni 1900, Franz Hurth, Anmann fiir die Riege Gortschach, vom 20. Juni 1900 bis 1. Oktober 1901, Dr. Ferdinand Eger, Anmann der Fechtriege vom 15. Oktober 1896, Dr. Hans Hdgler, Anmann der Fechtriege vom 1. November 1896, Dr. Viktor Paulitschek, Anmann der Fechtriege, vom 13. Juni 1901, Ferdinand Adenau, Anmann fiir Fufiballspiel, vom 13. Juni bis 1. Oktober 1901, Theodor Wagner, Anmann fiir die Zoglingsriege, vom 13. Mai 1903, Alfred Schzuingshakl, Anmann fiir die Stammriege, vom 13. Mai 1903. V. Turnlehrer wahrend der Jahre 1863 bis 1903. Hermann Bettelheim und Kari Laiblin als Turnwarte vom Oktober 1863 bis November 1864. Ernst v. Bockelberg (Leutnant im Ruhestande, Turnlehrer) vom November 1864 bis Juli 1865. Hermann Bettelheim und Karl Laiblin als Turnvrarte vom Juli 1865 bis November 1865. Gustav Lefeber (aus Berlin, gepriifter Turnlehrer) vom 1. November 1865 bis Mai 1866. Karl v. Rhein (aus Arnstadt in Thiiringen, Schriftsetzer) vom 20. September 1867 bis 13. Janner 1869. Valentin Schbfer (aus Frankenberg in Sachsen, gepriifter Turnlehrer) vom 3. November 1869 bis 24. Dezember 1873. Karl Guilielmo (aus Landshut in Bayern) vom 24. Dezember 1873 bis Marž 1874. Unterbrechung der turnerischen Tatigkeit vom Marž 1874 bis Sep¬ tember 1875. Julius Schmidt (k. k. Turnlehrer) vom September 1875 bis Oktober 1886. Josef Potk (Geschaftsfiihrer bei C. Tambornino) als Turnwart bis zu seinem am 15. Marž 1887 erfolgten Tode. Wilhelm Gettwert (Volksschullehrer) als Turnvvart seit Janner 1888. Franz Meisetz (Goldschmiedmeister) als Turnwart seit Janner 1891. 1 Leiter der Frauen- und Madchenriege. © 41 © VI. Mitglieder des Turnrates in den Jahren 1863 bis 1903. ® 42 @ © 43 @ © 44 © b« J gi^ll 1 šHl 1 $!■§¥! ts 'ii lil' “^'Š ^ ^ S -3 ! | § | ! ! 111 '3 g || ! -S - “S2S> S 2 s “ . SfBt S 3 3 “|o I 4"n?|SI|^i|S i JS *. » 3 ” g .. 2 “ S ; i- cu i « bo : " c >'d.S i ;|||.s s-g: » -h .y oj c - -r •; J o5 «4- N i , 1 k op Z O) i CO ' i 'S S .B a '53 tu "a tu c '5 to w T5 C _0J ^ C * .i - -u r J 3 w « £ ~ “ rt £ c !3£ “ £ 2 7 g ' g a S E 53 " ^ >-} +? 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Ein- und Ausgaben von 1863 bis 1903. 1 Seit dem Jahre 1890 werden auch alle Eingange und Ausgaben der offentlichen Veranstaltungen in die Rechnung eingestellt, ebenso die Ertragnisse des Kneipsackels als gewohnliche Einnahmen behandelt. 2 Diese hohe Summe enthalt auch das Ergebnis der Sammlungen unter den Turn- vereinen zugunsten der durch das Erdbeben Geschadigten in Laibach. 3 Die grofien Ausgaben erklaren sich aus den Neuanschaffungen fiir die nach dem Erdbeben vorgenommene Erweiterung des Ankleideraumes und Einrichtung des Fechtzeuges. 4 Die grofien Einnahmen und Ausgaben erklaren sich durch Einbeziehung samtlicher Spenden (darunter besonders der 4000 K-Spende der Krain. Sparkasse) anlafilich der Jubelfeier. '© 48 -g) IX. Veranstaltungen und Sammlungen des Vereines zu wohltatigen Zwecken . 1 1863, November. Eine Sammlung, veranstaltet zugunsten von verarmten Biirgern. Ertrag.37 fl. — kr. 1864, Marž. Ertrag des von Turnem im Vereine mit Sangern und Schiitzen zum Besten der Gablenz-Stiftung veranstalteten Kranzchens (6. Marž genannten Jahres). Ertrag..126 fl. — kr. 1865, November. Eine Sammlung unter den Turnem zur Unterstutznng ver- armter Burger. Ertrag.14 fl. — kr. 1866, Hilfeleistung und Kosten derselben bei der Befčrderung der Venvundeten osterreichischer Krieger von den Schlachtfeldern in Italien. 1870, August. Sammlung innerhalb der Turnerschaft fiir die verwundeten Krieger des deutschen Heeres im Deutsch-franzosischen Kriege 1870. Ergebnis abgesandt an den patriotischen Hilfsverein der alten Bundes- stadt Mainz.100 fl. — kr. 1876, 27. Mai. Offentliche Unterhaltung im Vereine mit der Philharmonischen Gesellschaft, veranstaltet zum Besten der durch die Uberschwemmung des Laibacher Moores Geschadigten. Ertrag. 252 fl. 38 kr. 1876, 25. Juni. Ergebnis einer zugunsten der Gemeindeschule in Sagor anlafilich einer Turnfahrt veranstalteten Unterhaltung.40 fl. — kr. 1876, 15. August. Ertrag einer zugunsten der durch den Brand verungliickten Bewohner von Loitsch vom Vereine im Kasinogarten veranstalteten Abend- unterhaltung.641 fl. 48 kr. 1877, 3. Mai. Unterhaltung im Kasino, veranstaltet zugunsten der durch den Brand geschadigten Bewohner von Waitsch. Ertrag ... 73 fl. 40 kr. 1878, September. Kapselschiefien, veranstaltet zum Vorteile der hinter- bliebenen Familien der Reservisten der Okkupationsarmee in Bosnien und der Herzegowina. 59 fl. — kr. 1879, September. Schauturnen, veranstaltet gemeinsam mit dem Cillier Turn- verein im Markte Tiiffer. Das Ertragnis flofi zur Halfte der Feuerwehr in Tiiffer, zur Halfte dem Schulpfennig zu. 1883, 20. Janner. Sammlung, veranstaltet anlafilich der Hauptversammlung zugunsten der durch die Uberschwemmung in Tirol und Karaten Beschadigten. Ertrag.15 fl. — kr. 1887, 22. Februar. Veranstaltung eines Familienabendes in den Raumen der alten Schiefistatte zugunsten der durch den Theaterbrand geschadigten Schauspieler. Ertrag. 269 fl. 11 kr. 1887, 2. Juli. Veranstaltung eines Sommerfestes im Kasinogarten zum Besten der durch den Hagelschlag Geschadigten von Innerkrain. Ertrag 46 fl. 80 kr. 1888, 14. Februar. Familienabend, veranstaltet zum Besten der durch die Blatternseuche dieses Jahres schwer betroffenen armeren Stadtbewohner. Reinertrag.100 fl. — kr. 1 Die Sammlungen und Veranstaltungen zum Besten unseres Volkstums oder zur Forderung der Turnsache werden, da sie im Bereiche der naturgemaflen Aufgaben des Vereines liegen, nicht besonders erwahnt. ® 49 @ 4 1888, 25. November. Familienabend zugunsten des Vereines vom Roten Kreuze mit einem Ertrag von.10 fl. — kr. 1889, 20. Februar. Fiir die Abbrandler von Log in Gottschee 5 fl. — kr. 1891, 19. September. Fiir die durch Uberschwemmung in Oberkrain betroffenen Landleute. 10 fl. — kr. 1895. Sammlung fiir die durch das Erdbeben Geschadigten unter den deutschen Turnvereinen. 3982 fl. 52 kr. 1899, September. Fiir die durch Erdbeben geschadigten Bewohner von Graslitz.28 fl. 70 kr. 1901, Janner. Eine Sammlung fiir einen geschadigten deutschen Schau- spieler. 64 K — h. 1903. 14. November. Sammlung fiir die durch den Brand geschadigten Bewohner von Windischgraz in Steiermark und die durch das Hochwasser heim- gesuchten Karntner.100 K — h. X. Besitzstand des Vereines (am 31. Dezember 1903). a) Vermogen: 1. j Angelegter Barschatz. 10646 K 81 h 2. ) Wertpapiere. 1075 » 60 » 3. ) Fahmisse.4131 » 04 » Zusammen . . . 15853 K 45 h b) Unbeiveglidies Eigentum: Das Anastasius Griin - Denkmal (an der Ecke der Herrengasse und des Valvasorplatzes [Deutschen Platzes]). Nach dem Entwurfe des Architekten Herrn Julius Schmidt (derzeit in Pest) ausgefiihrt von den Herren Baumeister G. Faleschini und Steinmetzmeister Peter Thomann, besteht das Denkmal in einer 6’5 m hohen, 2'6 m breiten, mit Fliigelsaulen begrenzten Mauer, welche die aus Karstmarmor in edler Renaissance hergestellte machtige Tafel tragt; in diese sind das iiberlebensgrofie Rundbild des Kopfes des Dichters und der dasselbe umgebende Eichen- und Lorbeerkranz (beides modelliert von J. M. Konti, Schiiler Kundmanns in Wien, und gegossen von der Erzgiefierei J. C. Hemick in Wien) eingelassen. Die Aufschrift lautet: «MDCCCLXXXVI Der Laibacher deutsche Turnverein | Dem Andenken an den deutschen Dichter.» Nun folgt unter dem Rundbild in Bronze- buchstaben: «Anastasius Griin | Ant. Alex. Graf v. Auersperg.» Dann in Stein gegraben: «Geb. hier im Hause der D. R. O. Kommende am 10. April 1806, gest. in Graz am 12. September 1876.» Ein stilvolles Eisengitter, l - 5 m hoch (hergestellt und gespendet von der Eisengiefierei G. Tbnnies in Laibach), schliefit den Unterbau des Denkmales gegen die Strafie ab. — Das Denkmal ist auf Kosten des Vereines im Friihling 1893 sorgfaltig gereinigt, die umgebende Wandflache mit Olanstrich versehen worden. Die aufgesetzten stilisierten Schalen aus Ton sind nun auch ersetzt durch solche aus Istrianer Marmor, eine Spende des Herrn Peter Thomann (f). @ 50 -g) DAS ANASTASIUS GRUN-DENKMAL IN LAIBACH. I c) Fahrnisse: 1. Ehrenschatz des Vereines. 1. ) Die alte Vereinsfahne, im Dienste 1863 bis 1869. 1 2. ) Die neue Vereinsfahne samt Tragriemen und schwergestickter Scharpe fiir den Fahnenjunker, im Dienste seit 1869. 3. ) Standarte fiir die Sangerrunde samt Tragriemen, eineSpende deutscher Frauen und Madchen von Laibach 1891. 4. ) Fahnenbander (8 schwere, 12 leichte). 5. ) Standartenbander (3 schwere, 6 leichte). 6. ) Ftinf Gedenkmiinzen: a) steirisches Sangerbundesfest in Graz 1888, b) deutsches Sangerbundesfest in Wien 1890, c) deutsches Sangerbundesfest in Stuttgart 1896, d) deutsches Sangerbundesfest in Graz 1902, e) 200 jahrige Jubelfeier der Philharmonischen Gesellschaft in Laibach 1902. 7. ) TrinkhornmitSilberbeschlag, gespendet von Herrn Hans Janesch d. A., Lederfabrikant, 1866. 8. Trinkhorn mit Silberbeschlag samt Deckel, gespendet von Frau Lina Kreuter-Galle 21. November 1885. 9. ) Tischaufsatz aus weifiem Tragant (dem Erzherzog Johann-Denkmal in Graz nachgebildet), Geschenk der Herren Rudolf Kirbisdi (f) und Anton Luckmann 1885. 10. ) Willkommbecher (Steingut), gespendet von Herrn August Drelse Tonvvarenfabrikant, 1886. 11. ) Gipsbiiste (Jahn) mit Standsaule aus gebrauntem Alabaster, gespendet vom Gastwirt Herrn Rudolf Konig 1886. 12. ) Ehrenhumpen aus Glas, gespendet von der Glasfabriksleitung in Sagor 1887. 13. ) Rundbild in Gips (Anastasius Griin), gespendet vom Bildhauer J. M. Konti in Wien. 14. ) Ehrenhumpen aus Zink, gespendet anlafilich der Feier des 25jahrigen Bestandes des Vereines von zehn Griindungsmitgliedern, welche durch 25 Jahre ununterbrochen dem Verein angehoren, und zwar den Herren Alois Cantoni (f), Dr. Friedridi Keesbadier (f), Alois Krasdiowitz, Josef Vinzenz Krisper, Midiael Kastner (f), Karl Luckmann, Artur Muhleisen, Ferdinand Mahr (f), Albert Samassa und Dr. Adolf Sdiaffer 1888. 15. ) Miinchener Bierkrug zur Erinnerung an das VII. deutsche Turnfest in Miinchen, gespendet von den Herren Dr. Binder und Wilhelm Gettwert 1889. 16. ) Notenpult (reich geschnitzt), gespendet der Sangerrunde von einem Ungenannten 1889. 17. ) Stander (geschnitzt) zur Standarte, gespendet von den Frauen Antonie Gratzy Edle v. Wardengg und Anna Knapitsch 1891. 18. ) Wanduhr, gespendet von Herrn Gustav Fischer 1891. 19. ) Vereinsstammbuch fiir Lichtbilder (3 Bande), zwei Bande gespendet von Dr. Binder 1888 und 1891, ein Band gespendet von V. Gerber 1892. • Um die Aufbringung der Mittel hiefiir hat sich besonders Herr Anton Koceli.se rdient gemacht. ■© 51 © 20. ) Ehrenhumpen aus Chinasilber, gespendet vom Turnverein in Marburg 1893. 21. ) Willkommhumpen aus Glas, gespendet vom Turnverein in Klagen- furt 1893. 22. ) Acht Spruchtafeln aus Ahorn mit Spruchen in Brandstiftarbeit, gespendet von Frau Antonie Gratzy Edle v. Wardengg am 4. November 1893. 23. ) Umrahmungen und Kasten fur die Spruchtafeln (siehe 22), gespendet von Frau Antonie Gratzy Edle v. Wardengg 1896. 24. ) Ein reich in Holz geschnitztes grofies Wappenschild des Turn- vereines, gespendet von Frau Antonie Gratzy Edle v. Wardengg am 31. De- zember 1893. 25. ) Bildstockel des Anastasius Griin-Denkmales in Laibach, gespendet vom Laibacher Bicycleklub 1896. 26. ) Gipsbiiste K. H. Wolf, gespendet von Herrn Dr. Binder. 27. ) Zwei Sammelmappen fur Ansichtskarten, gespendet von den Herren Dr. Binder und Philipp Zech 1897. 28. ) Eine holzerne Feldflasche (siebenbiirgische Tschudra), gespendet vom Fabriksdirektor Herm Dietridi 1897. 29. ) Ein Tonbecher (siebenbiirgisch), gespendet vom Fabriksdirektor Herrn Dietridi 1897. 30. ) Lichtbild (91: 124 cm), Ansicht der Markuskirche, gespendet vom Munizipium von Venedig 1875. 31. ) Olgemalde im Rahmen 1 (Jahnbild), gemalt und gespendet von Herrn Adolf Eberl 1877. 32. ) Tondruckbild in Glas und Rahmen (Jahnbild). 33. ) Lichtbild in kostbar geschnitztem Rahmen (Gruppenbild der Laibacher Turnerschaft 1883). 34. ) Olgemalde im Rahmen 2 (Uhland, lebensgrofi), gemalt und gespendet anlafilich der Uhlandfeier von Herrn Heinridi Wettadi, akademischem Maler aus Wien, 1887. 35. ) Lichtbild (I. Pentathlon des Ersten Wiener Turnvereines), gespendet von der Kneipverbindung «Friesen » des Ersten Wiener Turnvereines 1887. 36. ) Stahlstich (Rich. Wagner), gespendet von Herrn Viktor Ranth. 37. ) Lichtbild der Vorturnerschaft, gespendet von dieser 1889. 38. ) Bildnis Jahns in Lichtdruck, samt Holzrahmen, gespendet von Herrn VVilhelm Gettwert 1890 (in der Turnhalle). 39. ) Farbendruckbilder in Rahmen («Wacht an der Donau» und «Wacht am Rhein»), gespendet von Herrn Dr. Binder 1890. 40. ) Lichtbild der Stadt Villach (Grofifolio) im Rahmen, gespendet vom Manner-Turnverein in Villach. 41. ) Lichtbild der Vorturnerschaft des Turnvereines «Eintracht» in Triest. 42. ) Lichtbild der Kneipverbindung «Friesen» (Geschenk derselben). 43. ) Lichtbild der Zoglingsriege (Geschenk des Dr. Binder 1891). 1 Der Rahmen gespendet vom Tischlermeister Herrn Vinzenz Hansel. 2 Der Rahmen gespendet vom Tischlermeister Herm Karl Binder. @ 52 © 44. ) Olgemalde im Rahmen (Korner, lebensgrofi), gemalt und gespendet von Herrn Hans Klein 1891. 45. ) Zeichnung (Bismarck), gezeichnet und gespendet von Herrn Hans Klein 1891. 46. ) Zwei Lichtbildaufnahmen der Sangerrunde (durch Ankauf). 47. ) Lichtbild des Rathausplatzes von Marburg (Geschenk). 48. ) Lichtbild des Rathausplatzes von Knittelfeld (Spende des Dr. Binder). 49. ) Lichtbild vom Schauturnen in Knittelfeld (Spende des Dr. Binder). 50. ) Lichtdruckbild des Pettauer Mannergesangvereines (Spende desselben). 51. ) Lichtdruckbild, gespendet von den Marburger Sangern Kofi und VVeidacher. 52. ) Ehrenurkunde zum XXV. Griindungsfest, gewidmet vom Turnverein in Marburg. 53. ) Schulvereinsbild in geschnitztem Rahmen. 54. ) Olgemalde (Hans Sachs), gespendet vom Maler Hans Klein 1895. 55. ) Lichtbild des Niederwald-Denkmales in schwerem Holzrahmen, gespendet von den Herren Dr. Binder und Viktor Ranth 1896. 56. ) Lichtbild, die Gruppe der Sangerrunde des Laibacher deutschen Turnvereines, gespendet von Herrn Viktor Ranth 1896. 57. ) Lichtbild im Rahmen, die Musterriege am Reck beim Gauturnen in St. Veit an der Glan, gewidmet von der Vorturnerschaft des Vereines. 58. ) Lichtbild, das Turnfest in St. Veit an der Glan, gespendet vom Turnverein in St. Veit an der Glan 1896. 59. ) Tondruckbild (Jahn, Grofifolio) in schwerem Rahmen, 1 gespendet von Dr. Binder 1896. 60. ) Tondruckbild (Friesen, Grofifolio) in schvverem Rahmen, 1 gespendet von Dr. Binder 1896. 61. ) Ein Bildnis Schuberts im Rahmen, gespendet von Herrn Viktor Ranth 1897. 62. ) Mitgliedsurkunde des Laibacher Bicycleklubs. 63. ) Mitgliedsurkunde des Vereines «Siidmark». 64. ) Mitgliedsurkunde der Philharmonischen Gesellschaft. 65. ) Lichtbild, Sangerfest Gorz 1899, gespendet von Josef Stransky und Dr. Binder. 66. ) Lichtbild, Sommerfest, Sanger und Sangerinnen 1899. 67. ) Lichtbild, Eskimogruppe (Spende des Herrn Josef ROger). 68. ) Lichtbild, Landsknechte (Spende der Landsknechtgruppe von 1899). 69. ) Lichtbild, Erstes Schauturnen der Frauen- und Madchenriege (Spende derselben). 70. ) Lichtbild, Der verungluckte Sanger Herr Kastner aus Bayern, 'gespendet von dessen Eltern. 71. ) Lichtdruckbild aus dem Festzuge des Sangerfestes Graz (Spende der Herren Brtider Kleinosdiegg). 72. ) Andenken an die Ausstellung des Alldeutschen Verbandes. 73. ) Lichtdruckbild, Graz (Spende des Herrn Prof. Karl Schrautzer). 1 Im Ankleideraum der Turnhalle. © 53 -2) 74. ) Lichtdruckbild (Schonerer). 75. ) Zwei Lichtdruckbilder, Ausschufi der Deutschen Turnerschaft. 76. ) Lichtbild aus dem Festzuge in Wiener-Neustadt. 77. ) Lichtbild, Freiiibungen in Wiener-Neustadt. 78. ) Lichtbild, Kasinogesellschaft in Idria (Spende derselben 1901). 79. ) Lichtbild, Sangerausflug nach Idria (Schachteinfahrt). 80. ) Lichtbild, Siidmarkischer Sangerausflug nach Abbazia 1900 (Spende des deutschen Gesangvereines «Quarnero» in Abbazia). 81. ) Lichtbild, Erstes Schauturnen der Frauen- und Madchenriege Gottschee (Spende derselben). 82. ) Lichtbild, Eiserne Tafelrunde (Spende derselben). 83. ) Lichtbild, Volkstiimliches Schauturnen auf dem Sommerturnplatz 1902 (Hindernislaufen der Zoglinge [Spende des Herrn Dr. v. Koblitz]). 84. ) Kupferstich, Schlacht im Teutoburger Walde, gespendet vom Klagenfurter Turnverein anlafilich des 40jahrigen Griindungsfestes 1903. 85. ) Lichtdruckbild, Judenburg (Spende des Judenburger Turnvereines der Frauen- und Madchenriege des Laibacher deutschen Turnvereines). 86. ) Lichtbild, Leobner Turnverein (Spende desselben). 87. ) Lichtbild, die Frauen- und Madchenriege sowie die Stammriege, beteiligt an den Štab- und Keuleniibungen beim vierzigjahrigen Stiftungsfest (hergestellt und gespendet von Raimund Andretto). 88. ) Lichtbild, der deutsche Turnverein in Pettau (Spende desselben). 89. ) Lichtbild, Aufnahme vom Festzuge in Judenburg (Spende des Herrn Telderer in Judenburg an die Frauenriege). 90. ) Eichenkranz aus getriebenem Blech (Spende des Herrn G. Stadler). 91. ) Salon-Pendeluhr (Spende des Herrn Alex. Gruber). 2. Turngerate. a) Eigentum des Vereines: 1. ) 1 tragbares Spannreck samt Zu- gehor. 2. ) 2 eiserne Barren. 3. ) 1 holzerner Barren. 4. ) 2 Pferde mit Pauschen. 5. ) 1 Bock. 6. ) 1 Sprungtisch mit Lederuberzug. 7. ) 2 Eisenringe mit Lederuberzug. 8. ) 1 Schwebereck. 9. ) 2 Schwebebalken. 10. ) 2 Sprungleinen. 11. ) 3 holzerne Sprungstabe. 12. ) 2 eiserne Sprungstabe (Stahlrohr). 13. ) 50 Keulen aus Holz, fein politiert (Geschenk des Herrn Dr. Binder). 14. ) 48 kleine Hanteln. 15. ) 34 Eisenstabe zu je lm Lange. @ 54 16. ) 10 Eisenstabe zu je l'2m Lange. 17. ) 24 vernickelte Štabe aus Messing- rohr (mit Kiste). 18. ) 10 schwere Hanteln (je 1 Stiick zu 50, 37'5, 24 und 16 kg; je 2 Stiick zu 25, 10 und 8 kg). 19. ) 4 Steine zum Stofien, je 15 kg. 20. ) 2 Kugeln zum Schocken, je 5 kg (Geschenk des Herrn F. Adenaii). 21. ) 2 Kugeln zum Schocken, je 10 kg. 22. ) 1 25 kg-Gewicht. 23. ) 2 Schleuderballe. 24. ) 1 Fufiball. 25. ) 2 Faustballe. 26. ) 1 Seil. 27. ) 5 Stiick Leitern zum Gruppenbau. 28. ) 1 breites Sprungbrett. © b) Gemeinschaftlich mit der k. k. Oberrealschule: 1. ) 4 Ledermatratzen. 2. ) 1 eisernes Sprunggestell. 3. ) 1 holzernes Sprunggestell. 4. ) 2 Laufbretter fiir obige Gestelle. 5. ) 4 kleine Sprungbretter. 6. ) 1 breites Sprungbrett. 7. ) 4 Sprungstander. 8. ) 2 verstellbare Schiebleitern. 9.) 1 Klettergeriist (bestehend aus: 14 Kletterstangen und 2 senkrecht stehenden Leitern). 10. ) 4 Ringe mit Lederuberzug. 11. ) 1 Klettertau. 12. ) 1 Rundlauf. 13. ) 1 Schwebereck. 3. Fechtgerate. 1. ) 3 Rapiere. 2. ) 7 Sabelklingen mit Korb. 3. ) 3 Sabelklingen ohne Korb. 4. ) 16 Handschuhe. 5. ) 10 Gesichtsmasken mit Wulst. 6. ) 2 Gesichtsmasken ohne Wulst. 7. ) 8 Brustschiitzer. 8. ) 9 Armschienen. 4. Einrichtungsstiicke. der Turnhalle und im Ankleideraum: a) In 1. ) 6 Fachkasten mit 79 Abteilungen. 2. ) 2 grofie Kleiderschranke. 3. ) 2 Legekasten. 4. ) 2 freistehende Kleiderrechen. 5. ) 1 langer, 1 kleiner Tisch. 6. ) 12 Sessel. 7. ) 7 Vorhange samt Stangen. 8. ) 1 Wachsleinwand-Vorhang. 9. ) 2 Regenschirmstander. 10. ) 1 Rahmen mit Gerateordnung. 11. ) 1 Schlusseltafel. 12. ) 3 Merktafeln. 13. ) 1 Wandspiegel. 14. ) 1 Apothekenkasten. 15. ) 24 Handtiicher. 16. ) 2 Haarkamme. b) Im Jahnzimmer: 1. ) 1 Biicherkasten mit Glastiiren. 2. ) 4 kleine Kastchen fur Noten. 3. ) 2 Paar schwere Pliischvorhange. 17. ) 1 Kopfbiirste. 18. ) 2 Kleiderbiirsten. 19. ) 1 Gestell fur die schweren Hanteln. 20. ) 1 Wandschrank fiir die Keulen. 21. ) 1 Wandschrank fiir die Štabe und kleinen Hanteln. 22. ) 1 Scheibenstand fiir Pistolen- schiefien. 23. ) 2 Zeitungshalter. 24. ) 2 Steinkohlenbehalter. 25. ) 2 Spucknapfe aus Holz. 26. ) 2 Seifenbehalter. 27. ) 3 holzerne Schuhstreifer. 28. ) 2 Kokos-Tiirvorleger. 29. ) 5 Stiefelzieher. 4. ) 1 Zeitungshalter. 5. ) 2 Zeitungsmappen. 5. Kneipfahrnisse fiir Zwecke der Kneipe und offentlicher Veranstaltungen. 1. ) Konzertfliigel (Bosendorfer), angekauft 1892. 2. ) Kneipbibeln (10 Stuck). 1 i Dieselben sind auch bei anderen Turnvereinen eingefiihrt, welche sie aus dem Verlage des Turnvereines beziehen. Die Neuauflage (1000 Stiick) ist in Vorbereitung. (g/ 55 'S) 3. ) Vortragsbiicher (9 Bande, 32 Hefte). 4. ) Notenvorrat 1 der Sangerrunde: Einzellieder fur den Viergesang; Mannerchore: 122 Quartette, 12 Bande Regensburger Liederkranz (3 fur Quar- tettstimmen samt Partitur), Karntnerlieder (Koschatalbum, 1 Band; Partituren und zweifache Quartettstimmen), 40 Liederhefte des steiermarkischen Sanger- bundes, 40 Hefte kleiner Lieder von F. Zimmer, 250 Partituren ohne Stimmen. Partituren (26 Bande). — Chorlieder: 248 Partituren und je 50 bis 90 Stimmen. Gemischte Chore: 17 mit 100 bis 120 Stimmen. — Instrumentalbegleitung: Notenmaterial fiir 61 Chore. — Instrumentalmusik: 7 Nummem verschiedener Stiicke Streichquartette (1 Band), Quintette (1 Band), 15 Musikstiicke ver¬ schiedener Besetzung. 5. ) Kleidungsstiicke fur Vortragszwecke und Schauspielvorstellungen. 6. ) Ausschmuckungsgegenstande: 11 Flaggen samt Stocken, 50 Fahnen, 43 Wappenschilder. 7. ) Gerate und Einrichtungsstiicke: 1 poliertes Notenpult, 1 Kneipkasten, 1 Fragekasten (jetzt Briefkasten), gewidmet von den Turnem Brtlder Tsdtinkel Marž 1876, 6 Bocke fiir die Buhne samt 18 dazu gehorigen Pfosten, 1 Redner- biihne, 2 Aufstiegtreppen, 1 Obelisk aus Holz mit Marmoranstrich, 1 Tischglocke in schoner Ausfuhrung, gevvidmet vom Turner Herm K. Sdimab 1885, 1 grofie Schalenglocke, gespendet von A. Samassa 1890, 1 Vervielfaltiger fur Schriften, geschenkt von Dr. J. Waldherr. 8. ) 1 Sangerbiihne. Untergebracht zum grofieren Teile im grofien Biicherschranke im Jahn- zimmer, zum kleineren Teile im Turnratszimmer der Turnhalle. Abteilung A. Turnerische Zeitschriften und Festschriften: 62 Bande. Abteilung B. Turnerische Werke: 83 Bande. Abteilung C. Verschiedene Werke wissenschaftlichen und unterhaltenden Inhaltes: 172 Bande. — Jahresberichte und andere Mitteilungen verschiedener Vereine. Samtliche Fahrnisse sind seit 17. Marž 1902 gegen Brandschaden versichert. 1 Die Venvaltung fuhrte Turner Georg Hentschel seit 1888; nach seinem Abgange 1891 iibernahmen sie die Turner Josef Pehani und Josef Leeb, an dessen Stelle Max Andretto und zuletzt Josef Eberle, der sie auch heute noch fiihrt. 2 Die Venvaltung fuhrte Turner Oskar Geifiler seit der Griindung 1887. Nachdem derselbe von Laibach 1888 geschieden war (f 1896 in Stuttgart), iibernahm Turner Ph.Zedi (dz. in Graz) die Venvaltung, hierauf Friedrich Stark. Von 1892 an fiihrten sie die Turner Ernst Matthes (dz. in Graz) und Valentin Cerer, von 1895 bis 1898 Vorturner Anton Patz (dz. in Cilli) und seit 1898 wieder Vorturner Valentin Cerer, der sie auch heute noch inne hat. 6. Bucherei. 2 Vereinsdiener: Josef Papesdi. @ 56 _ 17 ^er deutscber Curimrein* W ~ Seier de$ vierzigjabrigen Bestandes de$ Uereines* o o o am 6. und 7. Bracbmond 1903. Samstag, den 6. Bracbmond 1903, abends balb 8 Qbr, im Candestbeater. €inzug der Daste auf (Jer martburg aus dcr Oper „Cannbauser“ von Richard 'Oda g nor ; fur gemischten Chor mit Ordresterbegteitung. Jreudig begriissen wir die edle Balle, tllo Kunst und Srieden nur verweil’, UJo lange nocb der Ruf erscballe: Cbiiringens Siirsten, Candgraf Bermann, Reil! cfS> Deutsche Canze. Von franj Schubert, Didttung von Ceonhard Steiner, eingerichtet fur gemischten Chor mit Orcbesterbegleitung von Karl filtner. I. Conct, ibr Cicder, erscballe, Gesang, Jreudig die Berge und Caler entlang! Siegend bat maien, der strablende Beld, UJinter, den gritnmen, im Kampfe gefallt. Grde, die seufzte in Dot und in Banden, UJieder zu Cust ist und Jreibeit erstanden. Boffe, mein Berz! Boffe und balt’ dicb bereit! Genab’t ist der Ciebe Zeit. 2 . Jln UJaldes Rand wie rubt sicb’s scbon, (jUann der Jlberid vergliibt! Gs rauscben sacbt dic Bucbcnbob’n, Stili wird’s im Geniiit. JTuf Silbernebeln, wogcnd leis’, Uon IDondlicbt umwallt, Da scbutebt beran und griissend winkt Dic geliebte Bestalt. 3 . Komin, o komm, Eiebcben, komm, Eass im tanze uns fliegen! Scbmicgc dicb, scbmieg’ dicb an Craut an meine Brust !- Conflut umrauscbt uns, JTuf singenden UJellcn Scbuieben vereint wir Selig dabin. 4 . IDie der Rranke nacb der IDorgenbelle, tllie der Pilger nacb dem (Diistenquel1e, So nacb dir verlangt, gliib’nd in Sebnsucbtsscbmerz, Eiebescbmacbtend, acb, mein Rerz. O welcb berbstes Eos auf diesem Štern, So allein zu sein, der Eiebsten fern! Gndet nimmer denn so grimme Pein, Katin icb nimmer gliicklicb sein? 5 . UJarte nur, stiirmiscber Knabe, Ziigle das rascbe Derlangen! Sriicbte, die goldnen, mit UJeile Rerrlicb am Baum dir erprangen. Rein Rasten, kein Drangen das Stundenglas Zur Gile zwingt; geb’ nun und merk dir das! 6 . (Sopran und Hit.) CJcrlicbtes Scbmacbten, siisses 0irren Dic gleisneriscben Hetze spinnt; (iier’s ernst genommen, kann $icb irren, Oft scbon erfubr’s cin armes Kind. So falscb sind, acb, der fflanner Rerzen, Und rnannerscbtviire eitei UJind! Stcts endct unter bittern Scbmerzen, bUas gliickverbeissend frob bcginnt. O, madcben, lasst eucb nicbt beriicken, So kurz die Cust, so lang die Reu’; UJobl nicbts wie Eiebe kann begliidien, Docb nitnmcr obnc treu. (Cenor und Bass.) O glaubl es, Eiebe nur macbt selig, Bcgliicket immerdar aufs neu. Gin lautrer Quell sind unsrc Rerzen Und felsenfest ist lTJannertreu. 7 . Hun cnd’ icb der Zuieifel nagendc Pein, Teb wag’s, um das liebste ITladcben zu frei’n. UJcnn sie micb versebinabt, ei so bat’s keine llot, Dann zieb’ icb zu Selde und frči’ um den Cod. 8 . Bocb uiogcn dic Pulsc, Bang stammdn dic Cippcn: Dein bin icb, o willst du TTTein Gigen scin? O seliger Caumel, cntziickendc Cust! Bold sinket dem Knaben dic Hlaid an dic Brust. 9 . Cauperlen, sielscbimmern im rosigen Kelcb; $o lacbelnd|in|tranen ergliibet dic Braut. O vvebre nicbt, Ciebcben, den seligen Zabren! UJie bimmliscb dein Jluge strablt ivonnebetaut! 10 . fluf! Easset dic Jubclfanfarcn erscballen, Bell tonen zu Gbren^dem gliicklicben Paar! Jort Barmen und Bangen! Grreicbt ist das Ziel! Gliick auf! Bekranzt scbon barrt der Jlltar. ll. Rlie mit Sebnen und mit Beben Siisse UJciscn lockend klingen, Jluf des Canzes leicbten $cbwingen Selig traumend biti zu $cbweben. Gliickes Stunden rascb entflieben! Eacben dir an Dornenuiegen 01iib’nde Rosen frob entgegen: Dicbt vergeblid) lass sie bliiben! Fkil dir, mein Uaterland. 6edicht von ffluller v. d. 50erra; Cbor von Scbmoljer. Deutsche Uolker allesamt, (Do die alte Creue flammt, Jln der Scbelde, IDaas, ant Rbein, Jln dem Deckar, an dem main, (llo die Dibelungenkraft Reut’ nocb spriibt wie Rebensaft, Stimmet alle im Derein In das £ied der Eieder ein: Deutscbland, Deutscbland iiber alles, Deutscbland weibet Rerz und Rand, ITlacbtig wie Posaunen scball’ es: Reil dir, Reil, mein Daterland! Deutsche Uolker obne Zabl Recbts und links im Donautal, Jln der Gtscb, dem Cecb und Inn, Bis zu den Karpaten bin, (Do einst Rarl der Grosse stark Scbiitzte aucb des Reicbes IDark, Stimmet alle im Derein u. s. w. Deutsche Uolker allesamt, (Uo die alte Creue flammt, Jluf den Jllpen bocb und bebr, Jluf dem Eande, auf dem IDeer, Jluf der Grde fernstem Gnd’, Das die deutscbe Spracbe nennt, Stimmet alle im Derein u. s. w. Sonntag, den 7. Bracbmond 1903, vormittags 11 Ubr, in der 6lasballe und im 6arten des Kasino. Deutscber Te$tge$ang. 6cdid)t von C. Roda, Cbor mit Jnstrumentalbegleitung von jfosef piber. Casst klingen die Cieder, lasst scballeti den $ang, Uerkiindet in Conen des berzens Drang, Denn dort, wo die UJorte zu armlicb und klein, Da stellt des Gesanges 0ewalt sicb ein. Ob beiter wir durcbs Eeben zieben, Ob scbwer uns driicken Sorg und miiben, In 6mst und Scberz, in Dot und Pein lllird stets ein treuer 5reund uns sein: Das deulscbe Cied mit seinen bebren Klangen, Die Scbmerz und iOebmut aus der Seele drangen, Das Cied, des deutscben Uolkes Stolz und Jreud, Das sei mit uns zu aller Zeit! Drum steige gen Rimmel voli Jubel und Cust Das beilige Cied aus bewegter Brust Und scblinge ein ewiges, macbtiges Band Um uns und die Briider im Uaterland! Und wenn von griinen Bergesvvanden Die Gcbos freudig JIntvvort senden Und jubelnd einstimmt Ulald und Jlur, Dann bebe sicb die band zum Scbvvur: Vortrage des ffiarmercbores* o o o egriissungsabend. Samstag, den 6. Bracbmond, abends 10 Qbr, im grossen Saalc des Kasinovereines. Ronig Ring. 6edid)t von H. H. Haaff, Ballade fiir Cbor von fratij fldatr. (Jerbraust ist die Bravalla-Scblacbt, Der Jlbendvvind streicbt kiibl, Zerscbmettert ist der Danen macbt, Reld Ring stebt bocb am Biibl. O Scbmerz, o Dot, 3ung Rarald tot i Rcld Ring ziebt bleicb im IDorgenscbein, Dor’m Grab gesenkt den Speer, 6s stobnt der ttlind vom Runenstein, 6r stiirmt ins uteite Illeer. O Eand, o $ee, mer tragt solcb GJeb! Des Ronigs Scbiff scbiesst durcb die Cuft, Beld Ring fiibrfs stark itn Sturm. Rui! scbleudert er der Jackel Glut In Segel, Bord und Curm. Das Scbiff verlobt — O stolzer tod! De$ Belden Hscbe flog vom Bell Uleitbin von Strand zu Strand, Und wo sle rubt in aller UJelt, Grblubet deulscbes Eand. Durcb Eieb’ und Kraft Zur Beldenscbaft! Trubling m Rbein. 6cdicht von 0corg Brenner; fiir Cbor von Simon Breu. UJas singt es und klingt e$ durebs berrlicbe Eand, UJas scbmiicken sicb pracbtig mit beimlicber Band Die Boben, die UJalder und Jiuen, Selbst Selsen und Burgen, die grauen? Den Sriibling verkiindet’s dem gliicklicbsten Eand, Und Srtibling, ja Jriibling muss seini Easst jubeln die Berzen, den Becber zur Band, $o griisst uns der Jrubling am Rbein! Ulas blinken die freundlicben Dorfcben $o klar? Und dort um das Kircblein die scbvvarmendc Scbar Der Cauben, uiobl lockt sie das Eauten, UJas mag docb ibr Scbvvarmen bedeuten? Den 5riibling verkiindet’s u. s. w. UJas flecbten die IDagdlein mit riibriger Band Ins lockige Boldbaar das farbige Band? Ibr Jubeln verinablt sicb dem Eauten! O sagt uns, was kann es bedeuten? Den Sriibling verkiindefs u. s. w. Sonntag, den 7. Bracbmond 1903, abends 8 Ubr, im grossen Saale des Kasinovereines. ftlacb’ auf, mein Uolk! 6cdicbt von H. H. Haaff ; Cbor mit Orcbestcrbegleitmig von Dr. Cdilbclm Kienjl. UJacb’ auf, mein Uolk, zum IDorgenrot, Grbebe dicb und ringe! Im Rasten scbleicbt sicb an die Flot, Im Saumen trifft dicb Scband und Cod! Empor zur Sonn’ und zwinge zur Grd’, FUas feindlicb dir sicb stellt, Damit sicb vueit dein Rimmel belit Und Deid und Rass und Cist zerscbellt Uor deinetn $cbwert in Scberben! Ulacb’ auf, mein Uolk! Sie reicben Steine dir als Cobn, Keck, obne Scbain und Scbeue. Sie drangen dicb mit Spott und Robu Uon deiner CJater Rerd und Cbron Siir tausendjabr’ge Creue! Den du aus 8nad’ zerdruckt einst nicbt, UJill scblagen dicb ins JIngesicbt, Zum Sklaven, zum Runnensklaven! IDacb' auf, mein Uolk, wacb’ auf! Ceg Seuer dir ins Fjerz binein, Du darfst nicbt langcr traumen! Cass lodern bocb den julbrand dein, Dann wir$t du beld und Sieger scin Und kiibn dic UJalstatt raumen Don ali’ dem gier’gen Deidingtross, Der dicb bedraut mit Giftgescboss, Und neu dir fest’gen baus und Scbloss, Die deine flbnen bauten. UJacb’ auf, mein Uolk! Siegesgesang der Deutscben nacb der fiermatumcblacM. 6edicbt von f elu: Dabn, Cbor mit Orcbestcrbegleitung von franj Hbt. Huf, Siegesgesang, Sleucb wolkenentlang UUic rausebendes Jldlergefieder, Dass bocb in IDalball Die 6inberiar* ali’ fluflausebend sebauen bernieder. Seid bedanket zuuor, Ibr, UJodan und Cbor, Ibr focbtet fiir eure Sobne Im Gicbengebraus, In Sturmesgesaus, UJir erkannten die gottlicben Cone. In der UJolken Gebild lT5it Speer und mit Scbild Die UJalkyrien saben wir jagen, tUie der Drescber das Kom, * Die Beister der belden in ttlalballa. In Gliick und Sreud, in Cciden und in Hoten Soli fest und treu uns aneinander ketten Das Cied, des deutscben Uolkes Zier und Sreud: Das walte 0ott zu jeder Zeit! a) T bab dir in d’#uglan gscbaut. Karntner Volkslied, gcsctjt von Cb. Koscbat. I bab dir in d’JTuglan gscbaut, Die JTuglan warn triiab, Und i bab dirs nit z’sagen traut, Ja, dass i di liab. Bein Ciscb is sie gsessan, Bein Sensterlan glabnt, Und vvanns Biiable nit keman is, Bat’s Bascberle gwant. ]eden Bani bab is klagt, Jeden Bacbalan gsagt, Bans den Jelsen vertraut, Bams mi traurig angscbaut. b) Der Sunser gebt umer. Karntner Volkslied, gesetjt von €b. Koscbat. (Basseinjelgesang Berr K. Scbrautjer.) Der Sutner gebt umer, Das Cab fallt von Bam, Und biaz kuman die lustigen Karntnerbuam bam. Drum gfreut mi der Sumer, Und bsunders af d’Hacbt, Und da kriag i viel Bussiatt, Dass scbnalzt und dass kracbt. Soldatenlied. 6edicbt nach einem alten Soldatenliede von B. Scbier, fiir Cbor mit Jnstrumentalbegleitung (nad) enterpfeifenveise aus dem Stebenjabr. Kriege) gesetjt von Sduard Kremser. €s kann nicbts Scbon’res geben flls u>ie den Soldatenstand, 6in sorgenloses Ceben Siibrt uns von Eand zu Cand! 6in jeder Soldat scbnell ein Scbatzel find’t, 3a obne viel miib’ aucb zutei, Rurrab! Dass wir tapfre Soldaten sind Uoller ITlut und Creu, Rurrab! mir zieben frob und beiter Bei bellem Sonnenscbein flls stramme tapfre Streiter Ins Stadtcben singend ein! Und lacbelnd griisst uns maneb liebes Hind, So bold cvie der junge mai, Rurrab! Dass wir tapfre Soldaten sind Uoller Ttlut und Creu, Rurrab! Und gebt’s dem Cod entgegen Und beisst es: auf zur Scblacbt! $teb’n wir im Kugelregen Und balten tapfre UJacbt. Und denken dabei an maneb liebes Hind Oder aucb wobl gar an zwei, Rurrab! Dass wir tapfre Soldaten sind Uoller IDut und Creu, Rurrab! fiat der bimmliscbe Zorn Die Sremdlinge niedergescblagen. fluf der fiotter Mar Bringt die Jabnen dar, Deren Rauscben die UJalder entebrte. Die Eegionen sind tot. Und vom fierzblut rot Ciegt Uarus im eigenen Scbrverte. fieil dem fielden Jlrmin, fluf den Scbild bebt ibn! Zeigt ibn den unsterblicben Jtbnen! Solcbe Jtibrer wie er 0ib uns, UJodan, mebr Und die lUelt gebort den fiermanen! Scbarlieder. -f* 1 . SBetfe tum 2tI6ert SRctljfcfjcI, 1818. 1. ©timrnt an mit tjedern, p o p e m Staitg, ftimmt an baž Sieb ber Sicber, [: bež SSatertanbež fpodfgefaitg! Saž SBatbtat pod’ e» miber! :] 2. Ser otten Sorben Saterlaitb, bem Saterlanb ber Srene, [: bir, niemotž aužgefung’ttež Sanb, bir meip’n mir unž aufž neite.:] 3. $ur Stpuentugenb mir unž meifjit, gum ©cpitpe bciiter ^iitteit, [: mir liebeit beutfcpež groptiipfeiu itnb alte beutfcpe ©itten. :] 4. Sie Skrben ] otten Sieb’ mtb SBeiit, bo d) ofter Sugenb ^reifeit, [: mtb fodeit bieb’re SRaitner feiit in Saten uub iit SBeifert! :] 5. !ypr Sraftgcfang Jod pimntelan mit Ungeftiim ficp reifjeit, [: unb jeber ecpte beutfdpe SRann foEC grcitub unb Gruber peifjen! :] gjjatt^. etaubiu«, 1773 . 2 . 3Bet[e bon SDlet^fefiel. 1. Ser @ott, ber Sifcn madpfe« tiefj, ber motite feine Snecpte! Srunt gab er ©dbet, ©cpmert uub ©pieff bem 3Ramt in feine JRecpte. Srum gab er ipnt bcn fiipnen SRut, beit 3orn ber freien JRebe, [: bafj er beftanbe biž aufž S3tnt, biž in ben Sob bie gepbe. :] 2. @0 moden mir, maž ©ott gemoftt, mit recpter Srene patteu uub ltimmer im Spranncnfotb bie SRenfdpenfdjabct fpatten; bocp mer fiir Sanb unb ©cpanbe ficpt, ben pauen mir ju ©cperben, [: ber fott im beittfcpeit Sanbe nicpt mit beittfcpeit SRaitnern merben.:] 3. D Seutfcptaub, peifgež Satertanb, o beutfcpe Sieb’ unb Srene! Su popež Sanb, bit fcponež Sanb, bir fcpmoren mir aufž neue: Sem Skbcit uub bem ®uecpt bie 3tcpt! ber fpeife ®rdp’tt unb iRaben! [: @0 jiep’n mir auž jur Jpermannžfcptadjt unb moden 9kdje paben!:] 4. Safft branjen, maž uitr branjen fann, in peden, tidjten gtammcn! 3pr Scutfcpen ade, SRmtn fiir 3Ramt, fiirž Sktertanb jufantmeu! Unb pebt bie £>erjen pimmetatt unb pimmetan bie .'oattbc [: unb rufet ade, SRamt fiir iRattit: < Sie iflnecptfcpaft pat ein ©nbe!»:] 5. Safit ftingen, maž mtr ftingen fann, bie Srommeln unb bie fftoteu! SBir moden peute, 3Rann fiir SRann, mit Stut baž @ifeti roteu, mit lieufer« unb mit Snecptebfitt, o fitffer Sag ber JRadje! [: Saž ftinget aden Seutfcpen gut, baž ift bie grofje ©acpe!:] 6. Safjt ibetjen, maž »ur toeljen tanit, ©tanbarten me(j’it unb gafjiten! 2Bir motleu fjent’ itnž, 3Ramt fiir SRantt, 311111 £elbeutobe mosten! Slitf, ftiege, ftotjež ©iegžfiaiiier, borau beii fiifjnen Sieifjeii! [: 2Bir ftegen ober fterben tjier ben fiijjen Sob bcr grden! :] gnift TOori! > toM , 1812 . 3 . SBeife: 3dj lja&’ micfj ergeOcn. 1. ©in (Ruf ift erffititgeit bttrdj 93erg unb bitrdj Sat: [: fperanž, i(jr beutfdjen Suitgcit, gum gritnen SBaffettfaal! :] 2. Gšrtoacfjt finb bie (SJeifter auž fdjmdtjtidjem Sob, [: atž mtS bcr alte ajžcifter ben beutfdjen ©ritji entbot. :] 3. ®a brauften bie gtammen taoit tapferem SRut, [: ba fdjhtgen fie jitfamnten in einer ©eete ©hit. :] 4. Unb ift audj berfttnfen baž ftammenbe SBort, [: ež gtiifjt ein guter gttnfett uodj in ber Slfdje fort. :] 5. Unž ftammt nodj bal Sluge bon manntidjer Suft, [: uitž glitljt bom greifjeitž* (jaudje bie freie, frofje SBruft. :] 6. Unž foH nicfjt bergefjen bcr gitttfcit ber tttadjt, [: biž einft ber greifjeit SBefjen jur gtamrne itjn entfac^t. :] 7. Snmt fcfjmeben uitž toieber bie ©cifter borait, [: bcr geiitbe ©urg bridjt niebcr, bit atter SReifter gatjit. :] 4 . 23efannte SBeife bon (£. SBiOjelnt, 1854. 1. @1 brauft cin (Ruf toie Sonuertjatt, tbie ©djluertgeftirr unb SEogenjiraff: 3um tRtjein, jittit (Rtjcin, gum beutfdjen (Rfjeiit! SBer mitt bež ©troincž .fjittcr feitt? [: Sieb’ (Batertanb, magft ritfjig feitt, feft fteljt unb trčit bie 28adjt, bie 2Badjt ant (Rfjein.:] 2. Surdj fpunberttaufenb ginft ež frfincU, unb atter Shigen btijjen Ijett; ber Scntfdje, bieber, fromm unb ftarf, befdjittd bie fjcifgc Sanbežmarf. [: Sieb’ SSater* tanb n. f. Ib. :] 3. @r bhdt (jinauf in tpitnmetžau’n, ba fpetbenbater nieberfdjauht, unb fdjtbort mit ftotjer Šfamfifežlnft: Sit, ttttjein, bteibft beutfdj mic meine Sruft. [: Sieb’ SBaterfanb it. f. m. :] 4. Unb ob meht §erj im Sobe bridjt, toirft bit bodj brunt ein SBetfdjer nid^t, reicfj, tnie an SBaffer beiite gtut, ift Seutfdjtanb ja an 'petbenbtut. [: Sieb’ SSatertanb n. f. ib. :] 5. ©o tang’ ein Srofifen 93hit nodj ghitjt, nodj eine gauft ben Segen jiefjt nub nocf) ein Slrnt bie Sitdjfe fpanut, betritt tein geinb tjier beinen ©tranb. [: Sieb’ iŽaterfaitb it. f. ib. :] G. Ser ©c^tbitr erfdjattt, bie SBoge rinnt, bie gafjnen ftattern fjodj im SBinb ant (Rfjein, am (Rtjein, ant beutfdjctt (Rtjein; tuir atte tbotteit filter feitt. [: Sieb’ ®ater(aitb tl. f. tb. :] M. Sdjiudenliurgcr, 1840. 3Bei|'e Bon Otto Sodjnet. 1. Jpaft bu bem £ieb ber atten Stegen, mein beittfdjež SSoff, nidjt oft gefaufd)t? SBemt tfjre Stone fonbergfeidfen bie Bmiefprad)’ mit bem fjimmcf taitfdd, banu beten fie mie alte fpefbett: 28ir moden ftarf ttnb tru|ig fein; [: £>err ©ott, bu SJieifter aHer SBeften, mir gittern nur Bor bir adein. :] 2. SBie beine ©idjen fodft bu’ž fjaftett, mein beutfcfjež Soff, fei ftarf uttb feft, ob and) ber Sturme Sanipfgemaftett umbraufen biefi iu Oft unb SBeft. $ež ©eierž gfttg fodft bu »erfdjeudjen, ber beinen §erb umflattern mid; [: bu foltft bid) nie Bor Sftenfdjett Beugeu, Bor beinem ©ott nur beug’ bid) ftifl!:] 3. D rnodet immer trenlicF) fjaften bež Saujfcrž fcfdidjtež ipelbenmort, ber felber ftanb Bor Sturmgemaften fo feft toie beiner ©id)en £mrt! Ob bounernb gfeid) bie Sturme toben, baž beutfdie fperj bteibt rnutgefd)medt: [: SBir SDeutfdjett fitrdjten ©ott ba brobeu, fonft aber uidE)tž auf biefer SSSelt! :] $ ermam , pr s , isss. 6 . SSSeife: ®in SRuf ift ecttuiigcn. 1. Sd) fjab’ mid) ergebeit mit iperj unb mit fpanb bir Sanb Bolt Sieb unb Sebett, mein bentfdjež Saterfanb. 2. SOieiit fperj ift eutgfomnten, bir treit jugemanbt, bu Sanb ber greiett, ffrotnmen, bu fjerrfid) fjertnannžfanb! 3. SSir fjaften unb gfauben an ©ott fromm unb frei! 2Bid, Saterfanb, bir bfeiben auf emig feft unb treit! 4. 9fdj ©ott, tu erfjeben mein juug' £ierjenžbfut ju frifdjem, freub’gem Seben, ju freiem, fromment 3JJut! 5. Safj Sraft mid) ermerbett in fperj uttb in £>anb, ju leben uttb ju fterben fiirž fjeifge Saterfatib! sDta&mami, 1820. 7 . SBeife Bon ®. eil, bag unS fein STeufef raubt [: unb tein S^rannentrug nng tiirjet, bag fei gefjatten unb gegtaubtN :] @ ra ft Kt «™m, isis. 8 . SBeife bon $f). 9iuf$fanb, aucij bon ftoljann $eter§. 1. ©troml tjerbei, itjr ©otferfdjaren, ju beg bentfdjen iRtjeineg ©tranb! SBodt ifjr edjte Suft erfafjren, o fo reidjet mir bie §aub! 9htr atu Sfttjeine miti id) teben, nur am iRtjein geboren fein, [: mo bie ©erge tragen 9teben unb bie iRebeit gotbnen SBein. :] 2. 9Rogen taufenb fcf)5ne granen loden and) mit oder gradit, mo !gtatieng fcfjone 2luen, mo in SJiiften fdjtoetgt bie iRadjt. !Rur am Mjeine mid id) lieben, benn in jebeg 2tugeg @djein [: ftefjet feitrig eg gefcfjrieben: 5Rur am 9ifjeiitc barfft bn frei’n.:] 3. 9Rag ber granjmann eifrig lobeit feineg SBeineg Sldgcmatt, mag er »od ©egeiffrung toben, loenn ber ®orf ber gtafdjen tnadt. Rur am Rfjeine mid id) trinfen eincn cesten beutfdjen Sraitt, [: nnb fo tang’ nod) ©edjer minfen, tone taut iJjnt Sob unb Sanf. :] 4. §ab’ id) nun getebt in SBoitne unb getiebt bod ©etigfeit nnb getrunfen mandje Sonne, manbr’ id; gern jur Emigfeit. Ritr am IR^eitte mid id) fterbeu; grabt am Rfjeine mir ein ©rab, [: unb beg tetjten ©fafeg ©djerbeit merft mir in bie ©ruft ^inab ! :] 9 . aBetfe: Erljett eudj bon ber Srbe. 1. SBenn ade untren merben, fo bleiben mir bocfj tren, baf) irnrner nod) anf Erbcit fiir eud) eitt gafjnteiit fei! [: gljr Sefjrer beutfdjer gitgenb, if;r ©itber beffrer geit, bie nng ju SRannertugenb unb Siebeitob gemeiljt.:] 2. SSodt nimmer bon nng ioeid;en, nng irnrner nafje fein, tren mie bie beutfdjen Eidjen, mie SRonb« nnb ©omtenfdjein! [: Einft mirb eg mieber Ijede in oder ©riiber ©inn, fie fet;ren ju ber Onede in Sieb’ unb SReue tjin. :] ‘ 3. Eg f)aben h>ot)I gerungen bie £>etben biefer grift, nnb nun ber ©ieg getungen, ubt ©atan nene Sift. [: Sod), mie fid) and) geftatten im Seben mag bie Seit, bit fodft ung nidjt beratten, o Sramu ber §err(id;feit!:] COBISS 4. 3if)r ©terne feib ititš $eugen, bie rnfjig nieberfdjait’u: SBenit ntte ©riiber fdjltteigett ltiib falfd)en ©iitjeit traiin, [: to ir toolTn baž 2Bort nidjt bremen unb 93ubett tucrbcu gieid), toolTu prebigen unb fprcd^cit Dom Ijcif gen bcutfdjen 9teid)! :j 3D?fl£ ». Sijeiifcnborf an g. S. Satju, 3imi 1814. 10 . SBeifc Don $eiivi ©aietj: God save the King. 1. 93rnufe, bu greifjeitšfaitg, branje lote SSogenbrang auž getfeubruft! gtfig’ bebt ber Snedjte ©djiuarm, un§ jdjičigt bas £>erj fo tuarnt, un» judt ber 3jintg= tingžarm uoft Jatcnluft. 2. ©ott SBater, bir junt 9lufjm ffammt ®eutfd)(anb3 9tittertum in un§ aufš neti’: 3teu loirb ba» alte Sanb, loacfjjenb toie geuer§brnnb, ©ott, greiffeit, SBatertanb, attbeutfdje Sren! 3. ©tolj, feufdj unb fjeitig fei, giditbig unb beutfdj unb frei §ermann§ @e|d)Ied)t! Bluingffcrrfdjaft, 8nringf)ermnH& tifgt ©ottež 9tad)ebttj3; eud) fei ber §errfd)erfi|, gretffeit unb 9ted)t! 4. greifjeit, in itnS ertoadfjt ift beine ©eifiermadjt! ,'peit biefer ©tunb’! ©(iiijeub fiir 28iffenfd)aft, bfitfjeitb in gngenbfraft, fei SeutfdjlaubS Sungerfdjaft eiu 93ruberbuub. 5. ©djaffe, bu £ieberf(ang, fdjade, bu .jpodjgefattg, au§ beutfdjer Sruft: ©in §crj, cin Seben ganj, ftct/n luir toie SBali mtb ©cfjans’, ©itrger beg SSatertaubž, roli Satenluft. start golt™ (t i84o;. NARODNA IN UNIVERZITETNA KNJIŽNICA SBcrtage beS fiaiba^cr boutj^cn SuriiUcrcinoS. — $rucf bon Sg. u. Steinraaljr & geb. SBainbevg.