Naibach am 9. August 1828. Unter dcn zahllosen Tagen, welche den österrei-Hlschen Unterthanen unvergängliche Denkmale der väterlichen Wohlthaten Sr. Majestät beqründen roar für die treuen Bewohner dieser Hauptstadt auch der gestrige Tag, ein Tag tiefgefühlter Bcwunde. rung und Verehrung des geliebtesien Monarchen Mehr als ein Jahrhundert hat derZeitenstrom der Vergangenheit zugeführt, seit der unermüdet wache Blick der Herrscher aus dem theuern Reqen-tenhame Oesterreichs die siaatswirthschaftlicheWiä), tigkelt der Entfernung jener Sümpfe erkannte, welche Lmbach umgaben, große herrliche Fladen emer nutzbaren Kultur entzogen, und die Luft der Hauptstadt und ihrer reihenden Gegend verpesteten Was die große Kaiserinn Theresia begann, in demselben hehren Geiste zu vollenden, war der Aaterhand unser's heißgeliebten Kaisers Franz vor« behalten, und uns beglückten Zeitgenossen ist es gegönnt den erhabenen Gründer mit dem B.au seiner unsterblichen Werke zu schauen. Vor wenigen Jahren^ als kaum des Friedens Palme den treuen Völkern als ein Geschenk der Weisheit und der Tugenden ihrcs großen Fürsien geworden war, erging schon das kaiserliche Wort, cas die Ausführung dieser Entsumpfung mit unbe« granzttr Großmuth befahl,-belebte Kraft, und 3^l" be/e^" ^llzug des allerhöchsten die Gemeinden, die Zunächst die Vortheile des Unternehmet .. / . ""rymens genießen werden, So wie der Fleiß und die Liebe für den Willen des angebethetcn Monarchen Hand in Hand dieHm- derniffe überstiegen, drängten sich auch die Erfolge, und kaum ist es mehr möglich aus der Vergangenheit ein Bild desjenigen zurückzurufen, was noch vor kurzer Zeit uns gegenwärtig war. Der Fluß, der noch nicht lange vor unserm Blicke xfützenanig siagnirend es ungewiß ließ, ob er sich wohl im trägen Laufe fortbewege, oder ruhe, gleitet munter an geregelten geschützten Ufern dahin, — gereini«' get ist sein Bett, sein Grund verlieft, — verschwunden sind die vielen Wehrgebäude/ die seine Triebkraft hemmten^ und die Felsenmassen, die sich ihm entgegenthürmten, sind wie durch Zauberhand dem Boden entrissen. Auf jener weit gedehnten Fläche, deren Ae« grenzung unser Blick nicht erreicht, und wie ein Meer mit Wasser gefüllt zu sehen gewohnt war, lacbt uns der Wiesen Blumenfülle entgegen, und dort, wo im stinkenden Moorgrunde nur Schlamm-thicre haußten, ordnet schon des Landwirths thätige Hand, Haus und Hof, und des Ackerfelds Bestellung. Diese herrlichen Wirkungen mußten alle Gc«< müther freudetrunken machen, als gestern der Vierhundert Klafter lange Kanal eröffnet wurde, welcher als ein besonders wichtiger Theil des großen Werkes durch einen Kostenaufwand von nicht ganz /^0,000 st. E. M. den bisherigen Schlangenlauf des Flusses verkürzt, und durch seine zweckmäßige Anlage den raschen Abzug des Wassers vorzüglich befördert. In unsern Blattern haben wir im vorigen Jahre unter der Zahl 69, über diesen Bau bereits nähe-re Kenntniß gegeben. Der schnelle und unerwartet derbe Eintritt des 253 Winters stellte sich der weiteren Fortsetzung des Baues entgegen, und verzögerte seine Vollendung. Sie wurde im May d. I. bewirkt, jedoch bisher nicht benützt, um unter dem Schutze der noch .bestehenden Schwellwehre, während der Fluß ganz durch den Gruher'schen Kanal abströmt, die Reste einiger Flußräumungs-Arbeiten um so ungehinderter ausführen zu! können. Noch würde die Oeff-nung der Schwcllwehre nicht erfolgt seyn, hätte sie nicht die Erhaltung des, mit Gottes Hilfe, gün-silgen Gesundheitsstandes der Bewohner räthlich gemacht, und der hohe Wasserstand des Flusses fast gebothen. — Mit gespannter Erwartung wogte die Menge aus aNen Ständen der Bevölkerung der Hauptstadt an beiden Ufern des Flusses hin, während sich die losgelassene Fluth mit stürmender Gewalt in sein lang entbehrtes Bett drängte, und mit einer utrgestümmen Hast Wsgen über Wogen, wälzte. Endlich gelangte sie an den neuen Kanal, stürzte sich, als ob sie herrisch davon Besitz nchmen wollte, in das neu bereitete, sche'n gebaute Bett, und eilte mit raschem Zuge durch dasselbe, um sich an der Ausmündung des Kanals mit den schwesterlichen Wellen, denen sie rorangecilt war, wieder zu vereinigen. Staunend blickte die sprachlose Menge auf da5 überraschende Schauspiel. — Mit tief gefühlter Be« rvunderung ersah Kenner und Laye die herrliche, ;e5e Erwartung übertreffende Wirkung, welche dieftr Kanalbau aufdenAbzug des Flusses,, auf die Schnelligkeit seines Laufes, der nun sehr rasch genannt werden kann, und folglich auch dem Zweck 5er Ent« sumpfung entspricht, und der glänzendste Er« fe lg belohnte die vertrauensvollen Hoffnungen der beglückten Unterthanen, die in ihren dankerfüllten Herzen, die Fülle des göttlichen Segens für ihren allergnädigsten Kaiser, und für das theure Herrscherhaus erstehen. Gott erhalte Franz, unseren Vater', strömt« es von tausend Lippen, und spa« tcr Enkel heißer Dank wird in künftigen Jahrhunderten noch die kaiserliche Hand des Gründers die-f vereinigte Hofksnzley hat die durch die Pensionirung des Aloys Freiherr« von Tauf« ferer, bei dem Illyrischen Gubernium erledigte Gubernial-Secretärs-Stelle, dem ersten Kreis-Commissar, Friedrich Ritter von Kreitzberg, zu verleihen befunden. Väbstliche Staaten. Bologna, den 29. July. Am 25. d. kam de? englische Bothschafter bei der Pforte, Hr. Strat« ford-Ianning, hieran, wo er aus Florenz den russischen Bothschafter, Hrn. von Ribcaupicrre, erwartet, um sich mit ihm über Anccna nach Corfu zu begeben. (B. v. T.) Königreich deziver Sicilien. Neapel, den 17. July. In der kleinen Gemeinde Bosco, in der Provinz Principal« (^e-l'wlsi, welche der nunmehr zerstreuten Räuberbande im Distrikte Ballo alle mögttche Unterstützung geleistet hatte, wurde auf Befehl des Inspectors und General.Commandanttn dcrGendarmeriealleHäu« ser zur Strafe abgetragen, und dem Boden gleich gemacht; nichtmindcr wurde nach einer Verordnung der Regierung der Name Bcsco ganz aus der Liste dcr Gemeinden dieses Distriktes gestrichen. Viele Mitglieder der gedachten Bande liegen bereitö im Kerker, und andere werden thätig verfolgt. (B. r. T.) Bachrichten vom Kriegsschauplatz. Das Journal ä' OäcssH yom 4)16. Juli liefert Folgendes aus Privatbriefcn. Das Hauptquar-tier befindet sich gegenwärtig in Moussabei. Die Türken haben Basardschik und Kowarno verlassen. Diese beiden Plätze hc.t unsere Avantgarde besetzt, Die kaukasische Armee, die unter den Befehlen des General Paskewitsch auf dem Marsch gegeil Grzerum begriffen ist, hat neuerdings bedeutende Verstärkungen erhalten. Mittelst derselben soll deren Essectiv-Bestand, einer glaubwürdigen Angabe zufolge, auf 70,000 Mann gebracht worden seyn, diejenigen Truppen ungerechnet, welche in den durch den Frieden mit Persien neu erworbenen Provinzen zurückbleiben müssen, und was sonst noch zu? Besatzung in denjenigen Gegenden erforderlich isi < die unter dem Militär - Commands des Generals Paskewitsch stehen. (Lcmb. Z.^ Das ^oui-ng.! 6' 0äe5öz vom 23. Juli (neuen Styls) enthält folgenden spätern Kriegs' Bericht au'5dem Lager bei Basardschik vom iä. Juli: „Unsere offensiven Bewegungen dauern fcn. D?e BerennunK ysn Varna kommt Ysllends zn 2I9 Stande, und dcr General Roth verfolgt seinen Marsch auf Silistria am rechten Donau - Ufer ohne Hinderniß. — In der Direction unserer Co-lonnen des Centrums hat der General-Lieutenant Rüdiger Koslidscha besetzt, und die Straßen nach Paravadi und Ienihasar gesäubert. Vorge. siern wurde zwischen diesem letztern Orte und Kos-lidscha ein auf Recognoscirung vorgerücktes Husaren-Commando von einem Haufen feindlicher Kavallerie angegrchen und genöthiget, den an Zabl überlegenen Türken das Feld zu räumen. Mein nach ^nem sehr ledhaften Handgemenge, welches unv lledzlg Todte oder Verwundete kostete wurden die Türken, ihrer Seits von dem Achtyr'schen Huiaren-Regimcrue, welches herbeieilte, anaearif-fcn, und durch das Kartätschen - Feuer aus zw i Stücken reitenden Geschützes niedergeschmettert mtt Verlust zurückgeworfen. Unsere Truppen fola^ ten ihnen , und stehen vor den Thoren von Ieni« basar. — Gestern bci Gelegenheit des Geburts' festes Ihrer Majestät der regierenden Kaiserinn tst der Gottesdienst mit großem Pomp vor dem ^elte dcö Kaisers gehalten worden, und eben so heife als einstimmige Gebete stiegen zum Himmel um Vegen für dlese Fürstinn empor, die dcr Geaen-siand so vieler Zuneigungen und Dankbarkeit ist — Morgen verläßt der Kaiser die Gegend von Ba- 5"^//"" '"^"" Hauptquartier nach Koslldscha vorzurücken. Dasselbe Blatt des ^u-n.l ^o^, ^ Juli enthält folgende Nachrichten: »Vorgestern ist Herr von Operman, Adjutant des Generals Gra< sen Pas^witsch v°n (Krivan, mit der angench. men Nachricht von der Einnahme des wichtigen Platzes Rars, der Hauptstadt des Paschaliks tie. se>5 Namens, durch unsere Stadt pasftrt. Dieses PaschaM liegt in Asien zwischen den Paschaliks von Akhaltslghe und Erserum. Herr von Operman ix. gibt sich ins Hauptquartier Sr. Maj> deö Kaisers.« Die vorhergehende Nummer abgedachten Journals vom 19. Juli meldet aus Odessa von diesem Tage: «Die kaiserliche Yacht Utekha ist am w. 5. M' von Anapa kommend, auf unserer Rhede vsr Anker gegangen. Dieses Fahrzeug hat die Nachricht von der nahe bevorstehenden Abfahrt oer Flotte unter Command) des Admiral Greigh, und de? Brigade, die unter den Befehlen des Gcneral-AdManten, Fürsten Men tschitoff die Festung Anapa belagert hatte, nach der Westküste des schwarzen Meeres überbrachs " ,^Oest. B.) Da5 ^aurn^I 6' 0