für Annst, Literatur, Theater u. geselliges Lebe»». Nedigirt von Leopold Kordesch. ^ ZK. Freitag am M3. OKtolier ^ ^ No,, d,c,>-r Zc,l,,bl,!l er,che,nei, ,l>öche»ilich zwei Nilnnner», jedes V!al ein halber Noae». Der Vreis des Blaltes ist in ?aibach aanziübr,« t>, l,»!b,abr,ei 5 ft, 1„,ck d,c f. f. Post nnicr Loeivert »,,i roeioireicr Zusenduna aauzjab,,!, », b»Ibiä!,,,a 4 ,1, C,N,, und w,rd bail>,l!d,,a vor,,,,»' bezahlt, '.'llle l, l. Poünnlicr nchn,en,Pr»nnn!crai,°n »». I» 3a,baw vra„u,neriri »>a» bei,» Nerieaer ani ^taan, Nr, >c,ll, ,„> erste» ölocke. Präniunerations - Anzeige. M^ei dem herannahenden Ende des ersten Semesters dieser Zeitschrift erlauben wir uns, unsere !'. 1'. Herren ?lbonnentcn zur gefällige» Erneuerung der Pränunieration für den folgenden zweiten Semester, so wie über­haupt zur Pränumeration mir der Bitte einzuladen, die Bestellungen bald machen zu wollen, damit darnach die Auf läge des Blattes bestimmt werden tonne. Zugleich bemerken wir, dasi wir der Bewilligung des projettirten krainischen Beiblattes zur (,',>,-,,,»>,!! täglich entgegensehen, und das; es, zur Beruhigung aller Zweifel, unvcrzüg lich nach herabge­langter Bewilligung erscheinen werde. Laibach am 4). Oktober 1839. Der Verlag «nd die Redaktion. Auf den Tod meines Liebliugsvogels. bräuchen der Vorzeit, die zum Theile gänzlich zu ver­^eb' wohl, mein fleiner, lieber Freund, schwinden beginnen, noch allgemein erhalten hat. Man Anch diel, nah,» mein Geschick, wird uns vielleicht vorwerfen, daß wir mit der Beschrei. Keh,st in dein hübsches, grünes Haus bung dieses Kinderfestes Hierlandes nichts besonders Unter­ M>r ninimerlnehr zurück! scheidendes bieten, nachdem es auch in andern, vorzüglich Dein ?eben , zwar ei» kleiner Preis, in den Nachbarländern üblich ist; allein in Oesterreich und Für dich war's dennoch schön. überhaupt in Deutschland freuen sich die Kinder weit mehr Und dennoel! dnrfl' der böse Tod Dir nichl «orübcrgeh'n! — auf ihren Christbau in zu Weihnachten, wenn er ihnen lichtbesteckt mit seinen vielfachen Geschenken encgegenschim- Wie freudig schlug dein Flügelpaar, mert, wovon in ganz Krain nichts bekannt ist; dazu sind Wenn ick nach Hause tam, lind tosend dich nii! linder Hand bei uns, besonders am Vorabende des Festes, bei de«! nach ?lnf meinen Finger nahm! dem Kinderglauben personlichen Umgange des heiligen Bi­Und wenn, gedrückt von bilt'rem Weh» schofs, viele Ceremonien von denen der Nachbarländer ver- Ich ofinial »locht' llergch'n. schieden, und überhaupt die ganze fromme Mythe, die sehr Hat mich dein schwarzes Neuglein stets viel zur Folgsamkeit und zum Fleisie der Kleinen beiträgt, To freundlich angeseh'li! in diesen vaterländischen Blättern einer kleinen Schilde­Eo freundlich nnd so liebevoll. rung werth. Es ist herzerfreulich zu sehen, wie um die Als sprächest du zu nur: Zeit, des Nikolaifestes herum blondgelockte Flachskopfchen die N.rläht dich auch die ganze Welt, Ich bleibe doch bei dir! Mutter umlagern, und sich sorgfältiger vielleicht, als das ganze Jahr hindurch, in Acht nehmen, dasi sie ihr ja nicht D'rnm will ich es auch laut gesteh'»: zuwider handeln, in der Hoffnung, der heilige Nikolaus Ich Hab' um dich geweint! Die Größe macht den Freund nicht aus. »verde ihrer Folgsamkeit gedenken, und ihnen recht viele D u warst mein treuer Freund! Gaben bescheren. Nie ist die feurige Jugend des Knaben, R, Nigler. nie sein Starr- und Eigensinn leichter zu zähmen, als Das ?tikolai-Fest in Krain. kurz einige Tage vor Nikolai, und nie entwickelt sich die Von Joseph Vnchenh ö'llenpfuhle. Die Kinder, die sich nichts Schlimmes vor­zuwerfen haben, sehen unverwandten Auges erwartungs­voll nach der Zimmerthüre, die unartigen hingegen schmie­gen sich ängstlich und zitternd an die ihnen zur Seite stehenden Eltern und Bekannten, und flehen, goldene Ber­ge von Folgsamkeit versprechend, nur um Schutz vor dem etwaigen Angriffe der schwarzen Unholden, die dem Heili­gen nachfolgen. Das Geklingel kömmt immer näher und näher, immer lauter tönen die Glöckchen, immer vernehm­licher wird das Kettengerassel und Geheule des Schwar­zen. Da öffnet sich endlich die Thüre. Zwei ganz weiße Engel, gewöhnlich mit einer vergoldeten Stirnbinde, die Haare eingepudert, treten ein. Der Eine davon trägt in einem zierlichen Körbchen verschiedene kleine Gaben, als: Pomeranzen, vergoldete Nüffe, Feigenkränze, Zuckerwerk, vergoldetes Obst, auch verschiedene Bilder u. dgl.; ihnen folgt der heil. Nikolaus im bischöflichen Ornate. Ein lan­ger, weißer Bart aus Flachs und eingepudert, hängt ihm herab, auf dem Haupce prangt die Bischofsmütze aus Goldpapier, und über ein weit hinabgehendes Hemd trägt er einen Vespermantel von ähnlichem oder auch buntem Papier; in seiner Rechten trägt er den gekrümmten Bi­schofsstab mit Silberpapier belegt. Er stellt sich vor den Tisch der erwartungsvollen Jugend, den nachfolgenden Un­holden (iikrKU) Schweigen und Ruhe gebiechcnd, oder n'enn die Angst der Kleinen zu groß seyn sollte, sie gar aus der Stube hinaus verweisend. (Beschluß folgt.) Der Vriefsteller n« Dachstübchen. N°,i Kr. Rudolph Puff. mg,) IV, Die Ferien, die goldene Zeit, in welcher der Musen­sohn auf leichten Schwingen dem Neste enteilt, und in freundlichere Zonen fliegt; die Blütenzeit so mancher bun­ter Ideen, die der Hauch des Schulkurses zu reifen Früch­ten gestaltet, war erschienen. Aus allen Thoren wander­ten mit leichten Nänzcln lustig die Musensöhne, und auch mir ward das Glück zu Theil, mich meinen Kollegen an­schliessen, und einige derselben zwei Tagreisen weit beglei­ ten zu dürfen. Ich hatte nämlich den ehrenvollen Ruf erhalten, über die Dauer der Ferien zu Haberfeld, ei­nem kleinen, zwischen drei Bergen gelegenen Städtchen, dessen Mühlen zu Lieb ein träger Bach vorbeischleicht, die hoffnungsvollen Söhne des Bürgermeisters als Hof­meister in den Fächern, welche sie das Jahr hindurch vernachläßigt hatten, mithin in allen, zu unterrichten. Ich schlosi mein halbdunkles Comptoir, übergab meiner Zimmerfrau die stabilen Möbeln, nahm einen rühren­den Abschied, bei dem sie meinen guten Orion noch mit einem reichlichen Mahle beglückte, um das ich ihn in frü­hern Tagen oft beneidet hätte, und wanderte singend aus der Stadt. Ach wie wohl that mir jeder warme Son­nenstrahl, wie lieblich däuchte mich das Kosen der Lüfte. Jeder gauckelnde Schmetterling, der sich träumend von den bethauten Blumen hob, schien mir zu Lieb frei geworden, jede Lerche meiner Freiheit zu Gefallen ihr Lied anzustim­men. Meine Gefährten, in cordialer und finanzieller Stim­mung ziemlich gleich mit mir, trugen nicht wenig zu mei­nem Frohsinne bei, und ich wunderte mich selbst, wie lustig und munter ich seyn könne; ich überraschte mich so mehr denn ein Ma l auf nicht üblen Einfällen, und kam mir vor wie Einer, dem man weiß gemacht, er sey ohne Füfse geboren, und der, nachdem er jahrelang an einen Block gefesselt war, bei plötzlich erlangter Freiheit sich nicht ge­nug erstaunen kann über die immer mehr sich entwickelnde Elasticität seiner Beine. Am ersten Abende eröffnete mir Im herzlichen Vertrauen der eine meiner Gefährten, daß sein Geld bereits auf der Neige, und er kein anderes Mit­tel wisse, um mir Ehren heimzukommen, (er hatte noch gu­te fünfzehn Meilen in sein Vaterhaus,) als die Taschen­bücher dramatischen Inhaltes, welche er zur Ueberraschung seiner Schwestern gekauft, wo möglich an Mann zu brin­gen. Der Einband war elegant, der Inhalt mir meistens neu, und wenn man von der Universität als Hofmeister urplötzlich in ein Landstädtchen kommt, so imponirt man ohne Zweifel mit einer tragbaren Bibliothek immerhin mehr, als ohne derselben; kurz, ich taufte die Büchlein, that mit meinem Gelde ziemlich vornehm, und war daher am näch­sten Tage (der Wirth hatte meine Börse recht gut amun­teren Ende zu fassen gewußt —) nach einer etwas homöo­pathischen Mahlzeit seelenfrch, die gähnenden Thore vo» Haberfeld zu erreichen. Ich stellte mich meinem und des Städtchens Ehef, er mich seiner Gattin, sie mir meine beiden Eleven vor, zwei allerliebsten Jungen; Rudolph , ein verhätscheltes Muttersöhnchen von 12, August, einen mit Händen und Füssen in den Flegeljahren stehenden Jüngling von 16 Jah­ren mit der treibhausmäßig bearbeiteten Localität eines künftigen Schnurbartes, einer Lorgnette am gelb und blauen Bande, einem höchst überstüßigen Pfeifenrohre in der Tasche. — Während ersterer, für den ich vorzugsweise den Titel ,/Hofmeister" führen sollte, sich sogleich über die Un­tersuchung meines leichten Nänzelchens machte, war Au­gusts (für den man mich als Correpetitor einstallirte) erste Forderung: „Herr! Ihren Hund, den müssen Sie mir «er. SO3 kaufen, nicht wahr, Mama? er muß!" Ich zog eine saure Miene, mir that es leid um die nominelle Abtretung mei­nes Orion für die Ferien;—nachdenselben wußte ich ohne­hin, daß er mit mir gehen, oder ich ihn wenigstens ent­führen würde. Es mochte zu weitläufig seyn, all' die pas­siven Freuden, all' die activen Leiden im bürgermeisterli­chen Hause aufzuzählen, von den lichtdichten Köpfen mei­ner Eleven, bis zum Familienkriege des bürgermeisterlichen Ehepaares—von den Vergnügungen Haberfelds, bis zu den Abstinenztagcn unserer häuslichen Feste zu berichten; kurz, ich sage nur soviel: hätte ich nicht an dem murhwilli­gen jungen Kanzellisten Karl , Musik-, Tableaur-, Tan;-, Zeichen-Meister, und Hofpoeten des Städtchens, einen köst­lichen Leidensgefährten gehabt, es wäre zum Verzweifeln gewesen. August hatte beschlossen zum Namensfeste seiner Mut­ter eine dramatische Produktion von Dilettanten' im städ­tischen Theater zur Aufführung zu bringen. Dem Brannt­weinbrenner, der seit undenklichen Zeiten das Lccale zum Depot seiner Fässer benützte, wurde von Amtswegen die Räumung desselben aufgetragen, die Ratten darin auf halben Sold gesetzt, mir die Stelle eines Regisseurs, Kari n die des ersten Liebhabers angewiesen, den Intri ­guant behielt sich August, den geprellten Ehemann der Bürgermeister vor, ein Paar niedliche Mädchen übernah­men die weiblichen Rollen, und so ging es lustig an die Proben, welche im Allgemeinen trefflich ausfielen, die kleine Unannehmlichkeit abgerechnet, daß noch bei der letzten der­selben — den debutirenden Herren die Lichter gehalten werden mußten, damit sie ihre Rollen lesen konnten. Nur die Damen und August machten eine vortheilhafte Aus­nahme, besonders hatte letzterer seinen Part ohne die ge­ringste Kenntniß des darin waltenden Characters in eben dem Maße wörtlich inne, in welchem Kar l den seinigen vernachläßiget hatte. Es war der saure Tag der Generalprobe erschienen, und von allen Seiten tadelte man Karl s Gewissenslosig­keit, der sich aus Haberfelds erstem Kaffehhause (zweites eristirte keines) ohne noch ein Wort gelernt zu haben, holen ließ. Alles brach in Verwünschungen seines Leicht­sinnes aus, während August und derstädtische sogenannte Bauadjunctus sogar von der tauben Großmutter des Bür­germeisters mit Beifall überschüttet wurden. Endlich war der verhängnißvolle Sonntag erschienen; ich ordnete seit drei Uhr Bühne und Orchester, es wurde Abend, das Pu­blikum war ungewöhnlich zahlreich versammelt, und wußte bei herumgereichten Würsten und Bier kaum mehr seinen ungeduldigen Kunstsinn zu zügeln; die Herren und Damen saßen frisirt, geschminkt und geschnörkclt in der Gardero­be, alles ging gut, nur Kar l ließ sich nicht sehen. Der Bürgermeister warf mir saure Blicke zu, der Adjunctus schimpfte, die Damen sahen sich verlegen an, die vor fünf­zig Jahren gehörte Ouvertüre wurde bereits zum dritten Male herabgeleiert, die Stunde des Beginnens war längst vorüber. Der zum Aufsuchen ausgesendete stotternde Amts­diencr berichtete, man habe den Herrn Kar l Vormittag mit einigen guten Freunden nach dem alcen, zwei Stu». den vom Städtchen entlegenen Wirthshause „zum Affen" wandern sehen. Der Grimm der Dilettanten und des Pub­likums wurde immer zügelloser, da -— wie Pete r Czar unter die Strelitzcn — trat Kar l in die Garderobe. — Beinkleider und Stock bewiesen den Octoberpfad, den er gegangen war. — Bruder, ich habe getrunken und getanzt, rief er lustig aus, und so die ganze Komödie vergessen! Hastig schob er den keifenden Adjuncten. zur Seite, und in wenig Minuten stand er bis auf die ominöse Fußbe­kleidung wohl geputzt auf der Bühne. Sein glückliches Auffassen der Rotten half ihm trefflich über alle Schwie­rigkeiten; der Souffleur kümmerte ihn gar nicht, die Mit­spielenden noch weniger, Schlagwörter waren ihm höchst überflüßig, und so brachte er in der ersten Scene im bun­ten Chaos alle Reden August's und des Adjunctus vor, brachte diese aus aller Fassung, flüsterte dem Adjunctus bei einer unbeschäftigen Scene auf seine Aufforderung et­was Spiel zu zeigen, einen Hagel von Schimpfreden in's Ohr, daß dieser ihm entsetzt von einem Ende der Bühne bis zum anderen auswich, und rief gar am ersten Schluße des ersten Acres statt des Bürgermeisters, der seine Toch­ter verzeihend an's Herz drücken sollte, parodirend mit la­chendem Munde: O Anna, warum hast du mir das ge­than? — Stürmischer Beifall war sein Lohn von Seite des Publikums, während die Mitspielenden ihn wie die Menaden weiland Herrn Orpheus, umgaben. I m zweiten Acte ging es Anfangs ganz gut, aber zu allem Unheile hatte ich der tauben Großmutter des Bürgermeisters, wel­ che jedes Menschengewühl« scheute, einen Platz zwischen den Coulissen verschafft; auf der Bühne wurde Nacht, und während eines hölzernen Monologes von August schlug die auf dem Tische stehende Uhr zwölf. Zu meinem und des ganzen Personals Entsetzen erhob sich die alte Frau aus den Coulissen, trat auf die Bühne, zündete das Licht ihrer Papierlaterne an, sah sich rings um, machte endlich dem Publicum einen tiefen Knicks, und mit den Worten: Hätte mir nicht gedacht, daß eine Komödie so lang dauern könne, trippelte sie knicksend über das Podium. Der Sturm des Gelächters ließ keine weitere Aufführung zu. Mein war die Wahl des Stückes, mein das Taschenbuch, aus dem es entlehnt, mein die unselige Leitung des Ganzen gewesen; war es daher nicht ganz billig, daß man mir mit dem nächsten Tage die Hofmeisterrolle abnahm, und ich so nach meinem ersten und letzten Mitwirken auf den unseli­ gen Bretern ziemlich arg recensirt, das Städtchen verlas­ sen mußte? > (Beschluß f°lgt.) Revue des Mannigfaltigen. Nachstehende Angabe aller katholisch-bischöflichen Sit­ze der Welt dürfte nicht ohne Incerresse gelesen werden: Es gibt solcher Stühle in Irland 2? , m Frankreich 80, in Spanien «1, im spanischen Amerika und auf den Phi­lippinen >i«, in Portugal 1«, in den portugiesischen, über­seeischen Besitzungen 42, in Brasilien !, im nördlichen Italien »8, in Toskana 21 , im Kirchenstaat «8, in Nea­pel 3», in Sicillen 12, in Sardinien 10, in den österrei­ 2<54 chischen Staaten außer Italien «4, m Deut,chland 23, in Belgien ö, in der Schweiz 3, in Rußland 14, m der europäischen Türkei 18, m der asiatisthen Türkei 8, >n China 2 , in den vereinigten Staaten von Nordamerika 12 Stühle w i,!»tidl>« 122, Patriarchen 12, und in Al­lem zusammen 788. Inmitten des 631? Fuß hohen Kaisersteines des Wie­ner-Neustädoler Schneeberges soll in einer bei 600 Fuß hohen Felsenwand dem verewigten Kaiser Franz I. ein Denkmal eigener Art, desgleichen Europa nicht aufzuwei­sen hat, errichtet »werden. Es soll nämlich in dieser Fel­senwand das Kopfbild Sr. Majestät Franz i. in Art eines Medaillons im Durchmesser von 42 Wiener-Fuß gehauen werden, welches Denkmal in Übereinstimmung der imposanten Natur dieses Felsenthales gewiß eine» großartigen Anblick darbieten wird. Zur Zeit der Weinlese wird es an seinem Platze seyn, wenn wir erwähnen, daß die Erfinder der Weinfäs­ser die cisalpinischen Gallier waren. Die Romer jelbst kannten vorher diese nützlichen Gefäße nicht, sondern be­wahrten den Wein in großen irdenen Topfen auf, oder in Schläuchen, die aus Thierhäuten, (gewohnlich von Böcken) verfertiget waren, und dem Weine oft einen wi­derlichen Geschmack mittheilten. Ein Schreiben aus Lissabon berichtet: I n einem Gast-Hause zu 8!>uttlrem saßen kürzlich zwei sehr elegant geklei­dete, sich fremde, Herren zu Tische; ihrem Gespräche nach schienen sie reich, von nobler Geburt, und nicht geringer Bildung zu seyn, ihre Conversation wurde immer lebhafter, und der eine trug dem andern für Abends eine Spazierfahrt an; sie wurde, wie es schien, mit Vergnügen angenommen, und zur bestimmten Stunde die Straße nach einem Landgute eingeschlagen. — I n einem Gehölze hielt plötzlich der Wa­gen, der Eigenthümer desselben zog eine Doppelpistole her­vor, und wandle sich gerade zu seinem Gaste mit der Bit­te um Uhr und Börse, als der Gast ebenfalls seinen Be­gleiter niederzuschießen drohte, wenn er nicht Uhr und Börse ausliefere. Man kann sich das Erstaunen der bei­den senuui'«!« denken! Endlich meinte der Herr des Wa­gens, er sei der stärkere, weil sein Diener auf dem Bocke 'eben so gut bewaffnet sei. — Und säßen noch hundert herum, erwiederte der Andere; ich bin Bonza , der Name sei Euch genug!— Und ich Zamontara! — Neues Erstaunen! in der That hatten sich hier zwei der berüch­tigsten Banditenhäuptlinge auf eine ihrer würdige Art gefunden! ^ Statt sich zu erschießen, schüttelten sie sich nun erfreut die Hände, und beschießen den Tag ihrer Be­kanntschaft glänzend zu feiern; — hieran wurden sie je­doch gehindert. Man hatte indeßen in der Stadt Wind bekommen; sie wurden daher bei ihrer Rückkehr ohne Wei­teres festgenommen, und in sichere Haft gebracht. — Literatur. »Sagen und Erzählungen aus meinem Wanderle­ben" von Dr. Rudolph Gustau Puff, Jahrgang ILZY, 5. Bündchen von des Verfassers bereits erschienenen Werken. Grcitz, bei I . Lcytam . 12. Die Novellistik unserer Tage sucht ihren Triumph gewöhnlich in ge­künstelter Sprache; ein seltsam tlingend,r Anfang ist jetzt so kostbar, als früher ei» unerwarteter Ausgang; früher dienten die Worte nur, m» die Hand« lung zu z.igen, jetzt ist die Handlung Nebensache, und man benutzt sie blos, um auf ihren Rucken die Wort- und Satzgcbäude im abcntheuerlich­sten Geschmackc baue» zu tonnen. Die vor uns liegende frische Spende des geschätzten Herrn Verfassers hat sich von dieser neuen Schule in einer wohlthuendcn Entfernung gehal­ten: ohne Ansprüche auf die moderne Classizität und Aufsehen zu machen, huldigt sie den altern Grundsätzen der Einfachheit, und spricht eben darum an, weil sie d>n Beifall nicht herausfordert. Der Verfasser ladet'uns freundlich ein, ihn ans einigen seiner A„s< finge zn begleiten, führt uns Arn, in Ar,» durch die schönsten Punkte sei« „er Wanderung, und wo sich eine fromme interessante Voltssage daran bindet, da erzählt er sie uns in jenem trauten, «»gezwungene» Tone, der sie am besten kleidet. Wir können sonarl, diese Erzählnngen, 13 an der Zahl, wovon bereits mehrere, wie der Möllthaler, der dankbare Krieger, der See­mann, des Wohlthuns Lohn n. s. w. in den betreffenden vatci-läiidi­schen Blättern sich als anziehend bewiesen, allen Freunden und Frenndine,, unterhaltender und schlotenloser Lektüre unbedingt empf.hle». Druck und Änsstaitung ist angemessen. «r. Korrespondenz. Tr i est am ?l>. Ottober inZy. Die dritte Oper unserer interessante» Saison war Donizctli s »M a r i n F a l i e r 0". In der Titelrolle ereellirle C 0 ßeIli als verständi­ger, denkender Künstler und eckit dramatischer Sänger, und wurde mit lim« tcni Beifall und öfter,» Hervorrufen für seine wuklich gelungene Leistung belohnt. Morian i als Fernando ist nicht der Edgardo in der'>>L u cia», theils war er anch nicht ganz bei Stimme. Aber hi,reihend, entzücke,,«, sinneberauscheud war die großarüge U»ghe r alsElcua. Ihre gr^ßeSccne im dritten Akte, ist ,ine Kunstlcistung, die fü r sich allei» , ei»e Epoche i» den Annale,, des leidenschaftlichen, dramatischen Gesanges bildet. Diese Künstlerin versteht es, die Macht des Gesanges zu üben, sie, und keine andere, wie sie, versteht es, jeder Note Si»>, B,deutung, Leben und liefe Empfindung einzuhauchen. — «Gehet hin »ach Adder »" kömite man den andern sogenannten Künstlern zurufen, die mit der Stimme aller» den Vorn der Kunst sel»n erschöpft zu haben wäh,,cn, und sonst nichts auf» zuweise» haben, als was ihnen Mutter Nainr geliehen hat! — Doch znrück zur geniale» herrlichen Ungher . Der Beifallssturm, der Applausdonner, welcher dieser große,, Sccne folgte, war so stark und «»haltend, daß das entzückte jubelnde Publik,,,» einige Minuten Zeit brauchte, um sich zu fassen und zu mäßige». — De» Israele sang ein ge­wisser Torre , der erst seit kurzer Zeit die Bühne betritt, und daher billige Rücksicht verdient. — Nun kommt bald die »Parisina" von D 0 n i z e t t i, zur Aufführung, worauf dan» die Rosmuud» (»der j^uricu II.) von Nicolai, folge» wird,— , Der Improvisator, Dr. Nindocc i ist wieder hier, und wird eine Akademie geb.n, in welcher die Ungher mit Coßelli und Moriani ei» neues von Lnigi Rice i coniponirtes Terzet singen solle». — Außer der Schauspielergesellschaft, welche im Anisiteatro Manroner Vorstellungen gibt, spielt auch die Comvagnie Ber laffa im ehemaligen te^tru e!ei U!» lotUinli mit Beifall. Ga»z vorzüglich soll aber ei» gcwißer Moden«! (ein Devrien t Italiens) sey», der ebenfalls einige Gastrollen gebe» wird, worauf Viele sich freuen. Auch wird er, wie es heißt, im teulru grunele an ein Paar Abenden Vorlesungen geben, und den Dante , declamirc». De» Piano-Hercules Liß t erwartet man nun von Tag zu Tage, da er schon auf der Reise sehn soll. — N d a,». Vharadeu - Sonnet. Mein Erstes birgt im unerforschten Räume Von Wunder» aller Art ei» zahllos Heer; Dort wälzet sich ei» Ungeheuer her. Und hier erstarrt ein Wurm zu,» nst'gc» Naumc. Viel Leckerbisse» liefert es dem Gaumc; Der kostbar-schöne Schmuck, wornach oft sehr Die Dame lüster!, doch den Juden mehr. Entsteht nach alter Sag' aus seinem Schaume. I n meinen beiden Letzten nährt und trägt De» Himmel Der, und Jener eine Hölle, Nachdem er Lust nnd Unlust bei sich hegt. Mein Ganzes ward vom Ersten ausgehöhlt, Und ist es klein, vertritt es oft die Stelle, Von dem, was unger» »ur ein Schiff verfehlt. —d- Laibach. Druck und Ve lag von Joseph Blasnik.