ibeft 3 März 1905 Vlil. Zadrg ilQf0osiscf)e-Tnissiotis* ■XeifscQnft čer 5öf)ne Des 0sgst. seneni Jesu. Orpn Dtsmarien -Herein fürftfrifta Erscheint monatlicb einmal und Rostet jäbtlicb mit Voltzusendung 2 X — 2 /IbR. — 3 zfraiiRen, kDissionsbaus filMllanb bei Brixen, Tirol. l(S! V— ') III Briefkalten der Redaktion. H 11' ■>) H. tu Bayern. Wohin Sic das Geld schicken, ist gleich, ob an die Administration oder Redn itivn oder BerwlMmg, wenn mir nicht fehlt: Missionshaus in Milland bei Brixen; doch ist's nicht gleich, ob viel oder wenig — ersteres natürlich besser. — An mehrere in Deutschland. Der Abonnementsbetrag ist 2 M. oder Kr. 2'40. - Fr. Fr. Die Schlafkrankheit greift in Uganda schrecklich um sich und fordert viele Opfer, fast ausschließlich jedoch nur Einheinrische; vielleicht später einmal hierüber Artikel samt Bild. -An mehrere. Wenn Sie unter einer.andern Adresse den ,,'atent" zahlen als unter jener, mit der Sie die Hefte erhalten, bitte gütigst, diese alte Adresse anzugeben, da wir sonst das Geld nicht einschreiben tonnen. _— P. R. N. Nur ausnahmsweise finden Sie ein Gedicht, da der Räum zu beschränkt; danke für weitere poetische Schöpfung. — I. N. Ihr frommer Entschluß ist nur zu loben; doch möchte ich Sie aufmerksam machen, daß Sie besser tun, schon bei Lebzeiten Ihre große oder kleine Gabe dem Missionswerke zu opfern, als bis nach dem Tode zu warten, Ivo von Ihrem Legat nicht wenig davon dem Fiskus zufallt. -P. K. in T. Hoffentlich Brief erhalten; warte auf Erklärung der Bilder und noch mehr Versprochenes. — P. B. in M. Fortsetzung noch nicht erhalten, vielleicht Postschiff versäumt. Tausend Dank für ersten Teil; sehr schön. -An mehrere. Datum des Redaktionsschlusses gilt für alles, also auch für Abonnementserneuerungen, Gaben usw. Wenn Sie darum Ihre Nummer int Heft nicht fanden, brauchten Sie nur obengenanntes Datum zu beachten. — An viele. Nochmals eilt herzliches „Vergelt's Gott!" detten, die wie bisher 3 Mark oder Kr. 3 für die Hefte sandten. IReöaMionapnuD am 17. [jFetmiar 1905. Zur Beachtung, 1. Die Abnahme dieser Zeitschrift, solange eine ausdrückliche Abbestellung derselben nicht erfolgt, gilt als Abvnnementsverpflichtung. 2. Unter beut Titel Abonnementser-nenerung werden wir jeden Monat auf dem Umschlag die Schleifennummern jener Abonnenten veröffentlichen, welche während der Zeit, die dort verzeichnet ist, ihr Abonnement erneuert haben. Wir bitten deshalb unsere Abonnenten, stets ihre Schleifennuinmern zu beachten und sich zu vergewissern, indem sie unten nachsehen, ob der Abonnementsbetrag zu uns gelangt ist. 3. Einige Abonnenten, um nicht jährlich den Abonnementsbetrag für die Zeitschrift einsenden zn müssen, möchten wissen, welche Summe genügt, mit lebenslänglich auf den „Stern der Neger" abonniert zu sein. Da nun der „Stern der Neger" 2 Kronen kostet, wurde die Summe von 50 Kronen bestimmt, um lebenslänglicher Abonnent des „Stern der Neger" zu sein. 4. Wer mindestens 20 Kronen einsendet, kann als Taufpate eines Negerkindes fungieren und ihm den Namen, den er will, beilegen. 5. Wer unser Missionswerk in vorzüglicher Weise unterstützen will, der suche zehn Abnehmer des „Stern der Neger" zu gewinnen, er erhält sodann das elfte Exemplar umsonst, wenn er alle unter einer Adresse bezieht. 6. Auf d i e Zeitschrift „Stern de r Nege r" k a n n noch i nt in e r a b o n it iert werden; die bereits erschienenen Hefte w erden n a ch g e l i e f e r t.. Fortsetzung des Gaben-Verzeicbmsses vom 14. Dezember 1904 bis 20. Januar 1905. ----------lut Kronen Konhala 1, Regensberger 1, Hw. P. Blcininger 3, Pf. Unterlangendorf 2, Schießling 1, Fröhlich 1, Pf. Fellner 3, Wucher 3, Fuchs 3, Marböck 1, Karl Rumpel 3, Pf. Ebner 2, Frl. Fuchs 2, Babel 0.50, Hiller 1, Gebrüder 1.20, Pfr. Eigner 1, Zacher 1, Gruber 1, Stummer 1, Gstöttner 1, Ah am er 1, Kaiser 1, Dr. Freiseisen 18, Haller 1, Kreidenhuber 1, Winder 1, Mayer 1, Berch-thold 1, Stockt 1, Dr. M a is bück 1, Salzer 1, Fink 1, Hw. Thaler 1, Obertipfer 1, Zeh miner 1, G amp er 1, Dr. Abart 1, Pfr. Hallmayer 1, Senfter 1, Weiserer 1, Makur 1, Anzengruber 1, Puch er 1, Mach 18, M. Mayer (samt Abonne- ment) 5, G. Ehr hart 5, Jak. Mayer (samt Abonnement) 5, M. Flatscher 2, K. Marinell (samt Abonnement) 4, A. Scheinecker 2, Pf. Meilieger (samt Abonnement) 4, Th. Mayr 2, Ant. Landerl 4, I. Winsbcrger 2, Bauchegger 3, Martin Hofmann (samt Abonnement) 30, Profanier 1, Röggla (samt Abonnement) 6, Hw. Mätzler 1, Kempter 1, Wibner (samt Abonnement) 4, Tertiarschw. Asch 1, Mayer 4, Förstl (samt Abonnement) 4, Hw. Pitscheider 8, Pfr. Lageder (samt Abonnement) 6, Pfr. H. Pizzinini 2, Kan. Oberkofler 2, Prof. Ammann 3, Himmcr 2, Prälat A. Winkler (samt Abonnement) 10, Krater 1, William 8, Hw. Christanell 8, Gogerl (samt Abonnement) 10, Haslinger 1, M. Marocutti (faint Abonnement) 6, Pfr. P. Steck (samt Abonnement) 4, j 9ii eberreib er 0.50, Mo ns. Jos. Pflnger 8, Jos. Hosner8, Pircher 1, Al. Beza 3, Joh. Engl (samt Abonnement) 4, Pescollderungg 1, Hänpl 1, Sinner 1, Zöschg 1, Regele 1, Soppl» 1, Kreuzberger 1, Moßhammer 1, Rnsch 0.25, Rnngaldier 1, Lichtenegger 1, Katzmaier 1, Hiv. Winkler 1, Eichberger i, Hw. Kan. Danner 2, Binder 1, Sprenger 1, Schönleitner 1, Pfr. A. Waldner 1, Pfr. A. Waldner 1, Pfr. König 1, Pfr. Lengauer 1, H essend erg er 1, Mälzer 1, Sonntag 1, Schaber 1, M. Grnber 1, F. Czermenczek 1, Schnlschiv. Traunk. 1, Hiv. Th. Jnnerhvser 3, Haib 1, Englmaier (samt Abonnement) 4, Schiv. | Klag. 1, Fr. Baronin von Hoffmann 10, Dosch 1, v. Gerstenberger 1, Dentl 1, Eberharter 1, Hw. R. Jungbauer 3, Mair 1, Hw. I. Egger 1, Kresz. Prngger 2, Jos. March (samt Abonnement) 10, Hw. P. Mohn 1.17, Lettner 1, Hw. Unterleitner 2, Rugger 1, Jos. Peter 3.62, Mentis 1.17, Mff 1.17, Hw. Geiger 1.17, Grabner (samt Abonnement) 5/ Pfr. I. Sigl 2, Walthaler 1, Hw. Pfr. Längte 8, C. Tendering 4, Michaeler 1, Ursula Ager 3, Rückt 1, Putz 1, Hartler 1, Klotz 1, Geschw. Fink 3, Rotschopf 1, Schuster 1, Ord.-Schw. Pradl 2, Waraschitz 1, Gebr. Fritz 1, Oberinair 1, Reiter 1, Ortner 1, Wöß 1, Premstaller 1, Reines 1, Krump-huber 1, Flora 1, Will). Wolf 8. Gaben-Verzeicbnis vom 21. Jänner bis 17. februar 1905. ----------------In Kronen.--------------------- Opfer pock: I. Friebl 2, P. Krischanitz (Antoninsorot) 2, A. Oberdörfer 2, Prof. Wies-baner 1, I. Anzengruber 1, A. Gitschtaler 1, F. I. McnSbnrger 1, B. Puchreiter 3, Hw. Pfarrer 1. Abersteiner 1, Hohenleitner 1, I. Goller 3, I. Sturmbauer 2, Hw. Pfarrer Schratz 2, M. Ludwig 1, durch Hw. Pf. Pecho 3.36, M. Amort 2, I. Huber (s. Abonnement) 4, I. Rußegger 2, Stanzt 1, Solder 1, Fasolt 1, A. Tschluchlens 3, Gruber 1, Lehner 1, Lötsch 1, E. M. Reifer 1, Papst 1, St. Wieser, 2, M. Wiedmann 3, Moser 1, Lichtenwagner 1, litten* thaler 1, Binder 0.40, K. Moroder 8, F. Raben-fteiner 2, Traschwandtner 1, Brückler 1, B. Mondree 2, Hw. Dekan A. Zoderer 1, Wa-pienik 1, L. Schcitz 2, Gesch. Endraß 1, Grabmaier 1, Steiner 1, G. Mahr 2, Ploner 1, Zacherl 1, Falser 1, Schwaighofer 1, Kern 1, Eitel 1, Maurer 1, A. Grager 3, Hohenwarter 1, Koster 1, Schmid 1, Bachbaner 1, Wimmer 1, Pendl 1, Gschwandtner 1, Stockt 1, Fried-Huber 0.20, Hiesl 1, Mnttersgleich 1, Wurm 0. 50, Haidegger 0.30, A. Schaber 3, Schulschwestern Obrau 3, Osterhuber 1, Millinger 1.51, Hw. Milschmid 1, Fr. Gamper 2, FraNwieser 1, 1. Schenk 3, M. Schweiger 2, Lainer 1, Schweigt 1, Rztha 1, Schmuck 1, Ganschitter 1, Bolgger 1, Angerer 1, Hw. Al. Frog er 2, Hw. A. Nieser 2, Seb. Heis 8, Ungenannt Pinzgau 10, Oberndorfer 1, Mayr 1, F. Führer 2, I. Böckle 3, I. Christanell 8, Graf Brander 1, Spitaler 1, Pschorn 1, Hw. Fr. Kruljci 2, Niederfadinger 0. 40, Haitel 1, Winkler 1, Lagg 0.50, M. Berger 3, Brauner 1, Jg. Mayer 3, Gnggenberger 1, Reicht l, Elbs 1, Hotter 1, Hummer 1, Ferkl 1, Arbeiterverein Waidhofen a. d. I. 1, Krenn 1, Brenß l, Gntwenger 0.60, Kleindienst 1, Haitel I, Dr. Brixa 1, A. Weinberger 3, F. Mayer Hofer (s. Abonnement) 6, barmherzige Brüder St. Beit 1, Karmelit.-Konv. Linz a. b. D. 1, J. Komp atseher 2, Seidl 1, R. Schweigt 2, Ehr. Riedl 2, A. Lunger 2, Hiv. Kapl. Zanrekovie 1, Th. Scharingcr (f. Abonnement) 8, Ungenannt 1, Schuster 1, A. Schnöll (s. Abonnement) 4, M. Wagenbichler 3, J. Schatzmann (s. Abonnement) 10, Walpach 3, Gottwald 2.34, F. Lins 3, Ammer 1, L. Hornschitd 2, C. Covi 3, M. Brandlmayer 2, B. Müller 3, Donat 1, A. Glatzl 8, Weis bach er (für Heidenkinder) 1, Kath. Gasser 2, Rottensteiner 1, Hw. I. Riedl, Pfarrer (s. Abonnement) 6, Fnchslehner 1, I. Straß-mayer 4, B. Ramler 2, N. Lehr 3.52, Brandstetter 1, Pichler 1, Schweiger 1, H>v. H. Mar-fstCcf (f. Abonnement) 5, durch M. Pfitscher (s. Abonnement) 5, Fr. Fridolin 3.50, A. Pranzl 2, Engl. Frttnl. Meran 1, durch Hw. Pfarrer Pirchhofer (s. Abonnement) 20, Marg. Glast 3.52, Hw. Dech. Faschorner 4, Aster 1, Jos. Mahl-knecht 8, Pohl 1, Schulschwestern für Missionäre in Afrika St. Peter 8, Uebersberger 1, Kapplcr 1, Wiv. Berghof 4.14, Hw. H. Koop. A. Bide-sott 4, Hiv. E. Schäfer 1, Schnlschwestern Waid-hofen 2, Federte 1.20, Hw. H. A. David Kapl. 0. Cist. 7, Kasp. Jäger 2, Wander 1, Wimmer 1, A. Siller 2, B. Anßerbrnnner 2, Mons. Friedrich (s. 2 Abonnement) 10, Kreuzberger 1, Pfnndler 1, Fleiß 1, Mayr 3, Aßmannsdorfer 1, Schmalz 1, Ramler 4.40, I. Lnchner (f. d. Mission) 3, Hermann 2,, Reiter 1, Hw. Fr. Leo 1, Wieser 1, Hiv. Ag. Mayer (s. Abonnement) <>, Hw. Joh. Stanchner 1, Strobl 1, Mnßkefer 1, Herbst 1, Weiler 1.17, Dr. Schacht 5.90, I. Mayer 2, Mühlberger 1, Dolbauin, 1.66, L. v. Belies (s. Abonnement) 10, Karoli v. Acorandel (s. Abonnement) 10, Brunner 1, durch Fr. Putz 2, Mödlauer 1, Schivcstka 1, Feichtinger 1, Fr. Barb. Plattner 10, Hiv. F. Hager 2, Novotny 2, A. Gstrein 2, Ladurner 1, Al. Weissteiner 2, Spalter 3, Fog er 1.20, Dorler 1, Rest 1, Hw. Pf. M. Kragt 2, M. Treibenreif 2, M. Uerivinka (s. Abonneiiient) 10, G. sBaldmif 4, Desch 1, Solderer 1, Krenn 1, Steiner 1, Hiv. Hönigl, Abt, 2, Streicher 1, A. Streitberger 2 I. Brugger 1, Manaigo 1, Prof. Anthaler 1, Hiv. I. Vollger 18, Eich maier 2, Krap b erg er 1, M. Geisbcrger 1, Pernegger) 1, M. R. Gröden 100, I. Runggatscher 20, durch das erzbischöfl. Konst- storim» in Salzburg 384.70, Sc. G». Fürstbischof Pfarrer D. Gamper 2, Sc. Hw. Mons. A. Dr. J. Altenweisel 50, Joh. Schätzer 20, N. N. 1 Rantenkranz für Mons. Geyer 60, desgl. zur Taufe Brixen 2, J. Kr. Innsbruck 2, ans Geitendorf : eines Negerkindes (Maria) 20, M. Gaißbacher 200, Jos. Plattner 1, M. M. Weistrach 3, Asts. 11, A. M. Gninnden für Mons. Geyer 20, Sterlz für den Marienoerein 4, aus Bayern 200, 1 A. Schm., Toren 4. Maria D. Uttendorf 14, Tyer. B. Niedertal- Ueberdies sandte» ein: I. H. Bücher, ehrw. heim 20, A. M. Lorenzen 100, M. u. K. R. Schw. Bi. Alacoque P. Ansichtskarten, Brief-Schlanders30, M.N,Maishofen3, Hw.H. Pfarrer marken re., I. Mösender Bücher, N. N. Brixen Pet. Stanger 2, Jäger Schlanders 2, durch viele gebrauchte Briefmarken, Theresia v. Angeli die Sakristeidirektion der St. Jakobskirche in j Bücher, L. Rettl Bücher, I. Wilfliug Bücher, Innsbruck vom Marienverein dortselbst 378, Hw. ' Briefmarken rc., E. D. aus St. Christina ein H. Tech. Fr. Große 60, I. S. Dcntschnofen 10. prachtvolles Kruzifix (seine Holzschnitzerei), H. Zur Taufe timt Hcidcnkindcrn und für die Dörner Bücher und Kleider, Hw. H. Pfarrer Mission: Mary sest 80 (zur Taufe von vier von Eaiupill 14 Stationsbilder für die Mission, Heidcnkindern Marie, Margherita, Aloisius und Filomcna Obertimpfler Handtücher und Wollgarn, Antonius v. P.), ehrw. Schnlschwcstern in Stcrnb. ; Frl. Giampicolo, Vorsteherin der Marianischen 3, Gertr. Weißbacher 1, A. Ohner 1, Haueis 2, j Kongregation, Kelch und verschiedene Paramente Joh. Annner 2, I. Schätzer 18, I. Waibl 1, i für die Mission, durch Luise Rohlcdcr Bücher und Hw. H. Pfarrer I. Fetz 14.50, Schw. M. Ala- schönen Chorrock. eoque Perkmann 2, Tyer. Pescoldernngg 20, Al. Zur Persoltiicrung heiliger Messen: N. N. 3, Bonsky 2, Sr. Hochw. Mons. A. Rantenkranz j A. Rühl 13, Lehrer Klassert 19.11, R. Lener 100, Hw. H. Kaplaneiverweser Bader 2.35, Atu. ; Griesk 3, St. Antoniuskloster in Schwarzan 4, Brandstätten zur Taufe eines Negerkindes (Amalia) ' B. Waldner 3, K. Nappenbcrger 9/41, Fanny 20, desgl. für die Mission 5.91, M. Schlcchtlcitner Allwang, 3.16, M. Poller 2.34, I. Kapp euch P. B. „Stern"-Leserin in Bregenz zur Taufe bergcr 2.34, Th er. Bachtnair 20, Frei in von eines Negerkindes (Antonius) 22.66, durch Frl. : Devivere 5.86, E. Lieberer 10, Pfarramt Kistler für Mons. Geyer 10, N. N. 1, Schloß- : Weikertschlag 18, Lehrerin Fröhlich 17.62, Barbara kaplan Salzmann 2, die armen Schulschwestern ! Horwarth 1, K.Walporzheim32, M.M. Schlanders D. N. D. Wien 8, Se. Gn. Dr. E. Schoebel : 12, Marie von Sartori 7, Hw. H. Pfarrer Bischof von Leitmeritz für Mons. Geyer 20, A. Morsch 205.23, Stiftswäscherei Melk 18, A. Ehg. Linz 2, I. F. Haag für Mons. Geyer 10, Eh gurtn er 8, N. N. 10, N. N. Milland 2.20, Maria Thcrcsienanstalt München 5.87, Hw. H. M. Zorn 5.39. „® Derr, verleibe allen unseren Wohltätern um deines IRamens willen das ewige 2Leben!‘* Abonnements-Lrneuerungen. Bis zum 17. Februar haben ferner folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 7 9 14 15 20 25 27 29 36 38 4L 70 73 74 86 101 112 123 144 146 148 J59 160 164 169 171 179 180 181 183 196 198 200 214 254 260 286 291 296 1056 1099 1141 1154 1202 1205 1241 1250 1259 1271 1298 1304 1324 1328 1346 1357 1359 1365 1373 1396 1402 1420 1422 1438 1455 1466 1478 1489 1494 1501 1519 1529 1543 1561 1579 1600 1601 1614 1680 1683 1728 1772 1776 1784 1786 1789 1793 1817 1818 1836 1849 1857 1862 1880 1891 1920 1959 1966 1990 1991 2024 2038 2040 2042 2076 2099 2107 2140 2142 2143 2147 2153 2165 2188 2195 2206 2207 2234 2238 2239 2241 2246 2250 2273 2311 2313 2324 2358 2395 2397 2409 2435 2466 2472 2475 2476 2481 2482 2491 2501 2502 2506 2543 2549 2572 2600 2621 2706 2707 2712 2713 2720 2726 2745 2752 2760 2765 2772 2778 2783 2798 2807 2814 2848 2862 2868 2878 2884 2887 2899 2903 2928 2931 2948 2964 2969 2974 2993 2996 3001 3027 3031 3042 3060 3085 3087 3092 3097 3129 3145 3152 3166 3185 3197 3198 3201 3245 3255 3267 3268 3281 3283 3285 3297 3312 3383 3387 3393 3398 8400 3401 3402 3408 3409 3130 3431 3434 3435 3436 3438 3439 3441 3445 3446 3447 3448 345 2 3454 3 455 3457 3459 3462 34 6 4 3468 3470 3471 3477 348 1 3482 3483 3487 3488 349 1 3492 3495 3496 3498 3500 3501 3502 3509 3512 3518 3523 3527 3530 353 i 3534 3538 3540 3547 3556 3558 3559 3562 3563 3564 3565 3567 3569 3573 3574 3575 3577 3581 3582 3583 3584 3585 3589 3591 3592 3593 3594 3595 3597 3599 3600 3601 3603 3604 3606 3609 3610 3611 3612 3614 3619 3625 3632 3633 3642 3645 3650 3651 3652 3654 3665 3671 3673 3675 3678 3679 3680 3683 3685 3688 3689 3691 3693 3697 3699 3704 3706 3707 3712 3714 3715 3720 3722 3727 3736 3737 3738 3739 3741 3742 3743 3744 3747 3748 3749 3751 3752 3753 3754 3755 3758 3759 3764 3765 3766 3768 3770 3773 3775 3777 3778 3780 3781 3782 3784 3785 3788 3789 3791 3793 3796 3805 3806 3807 3808 3811 3817 3824 3825 3827 3829 3830 3836 3839 3841 3843 3853 3855 3859 3860 3863 3872 3874 3881 3884 389» 3895 3896 3898 3899 3900 3902 3904 3905 3906 3908 3912 3913 3914 3915 3918 3920 3924 3926 3929 3931 3932 3933 3934 3936 3937 3940 3945 3948 3950 3956 3960 3961 3962 3964 3965 3967 3972 3976 3979 3982 3983 3986 3988 3992 3993 3995 3997 3998 4011 4012 4013 4014 4015 4016 4019 4023 4024 4032 4033 4038 4040 4041 4048 4050 4051 4055 4061 4063 4066 4069 4072 4073 4074 4079 4081 4083 4084 4086 4088 4098 4099 4100 4101 4104 4106 4108 4115 4118 4122 4123 4128 4133 4144 4146 4150 4155 4158 4163 4168 4170 4172 4181 4183 4185 4195 4197 4198 4201 4207 4208 4209 4210 4212 4214 4215 4220 4222 j? nf0o(isc(K •'missions • ^eltstOtisc Oti 50hne Oes fjlgst. gerrrn. lesu. Organ ües'lliarlfi» "Dessin sürfifrifta Der Stern der Neger und Ausbreitung der Missionstätigkeit der „Söhne des heiligsten Derzens Aesu" und sucbt verttändnis und werktätige Liebe des Missionsvverkes in Movt und Schrift zu fördern. — Das Arbeitsfeld dieser Missionäre ist der Sudan (Lentralatrika). „HUUe rdDöii sind die Fübe derer, die den Frieden, die frohe TßotfdDaft des Theiles verkünden!" TRönt. 10, 15. Der Stern der Neger “ “ Missionshaus Milland b ei Krtren (Uirol) herausgegeben. Abonnement ganzjährig mit ipottversendung 2 K — 2 Mk. — 3 Franken. Ibeft 3. März 1905. vin. Zadrg. iiiiiiiiiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiiiiiiiiiii „Gott segne unsere Mobltäter!" eint Empfang dieses Heftes brauchst du, lieber Leser und verehrte Leserin, nicht zu erschrecken über die vielen Zahlen und Nummern, die du ans dem heute ausnahmsweise doppelten Umschlag findest. Das ist vielmehr ein Grund der Freude, zu sehen, wie sich so viele edle Seelen für das große Werk der Erlösung Afrikas interessieren, andere für die Schwarzen drüben in Afrika zu begeistern und zu gewinnen suchen, damit auch diese sich den blauen „Stern" bestellen und zu den Mitarbeitern des Missionswerkes gezählt werden können. Diesen eifrigen Förderern und emsigen Fördererinnen muß ich heute schon ans der ersten Seite mit den kleinen Negerbuben, wie du sic am Bilde siehst, zurufen: „Gott segne itnser e W o h ltät er!" Als ich noch ein Bub war und ähnliche Hefte wie unseren „Stern" las, habe ich die letzte Seite mit den Zahlen und Gaben immer überschlagen: aber nachdem ich ein wenig Einsicht bekommen, was für ein wichtiges Kapitel eben dieses für den Missionär ist, las und zählte ich manchmal zweimal die Gulden und Kreuzer. Und jetzt erst hören und lesen, daß eine einzige Expedition ins Zentrum von Afrika -und hinein müssen wir, die unsterblichen Seelen retten — gar so viele Tausende von Kronen kostet und für die Heranbildung der jungen Missionäre ungeheure Summen aufgehen denn studieren kostet Geld — dann, edler Wohltäter wirst du begreifen, mit welcher Freude der Missionär die auf dem Umschlag verzeichneten Scherflein und Groschen mit Dank gegen die göttliche Vorsehung liest. Dann wirst auch du, teure Spenderin, verstehen, wie dankbar wir dein Christgeschenk für das arme Missionshaus, das der Hilfe gerade jetzt so sehr bedarf, entgegengenommen haben. Darum möchte ich nun das nacht r a g e n, was wir beim einen oder anderen noch nicht getan und allen unseren Wohltätern und Lesern Gottes reichsten Segen wünschen. Doch, noch ein Wort der Freude und des Trostes möchte ich hinzufügen: denn, wie du, Seite 50. Heft 3. Stern der Neger. lieber Leser, an den Leiden und Entbehrungen der Missionäre teilnehmen willst, so hast du auch gerechten Anteil an den Freuden unserer Mission und Kongregation. Am lctztversiossenen 20. Dezember wurde nämlich der hochwst. P. Angelus Cvlomlmrvli, General-Superior der Kongregation der Söhne des heiligsten Herzens Jesu, vom heiligen Vater Pins X. in Privatandienz empfangen. Mit jener Sanftmut und Milde, welche diesen Papst besonders kennzeichnen, unterhielt er sich lange Zeit über die Entwicklung und das Wirken der jungen Kongregation, welche er seit langem kennt. Besonderes Interesse zeigte er für den Fortschritt der Mission von Zentralafrika und für die neuen Stationen, welche Dank dem Eifer des apost. Vikars Msgr. Geyer und den Opfern der Missionäre gegründet wurden. Er hatte nur Worte der Ermunterung und Ermutigung für alle und wünschte reichlichen himmlischen Segen allen denen, die in der Mission arbeiten, jenen, welche sich auf dieses Werk vorbereiten und allen denen, die durch ihre liebreiche Hilfe an demselben mitarbeiten. Diese Worte des Papstes seien darum für alle treuen Kinder ein unter Ansporn, das Reich Christi unter den armen Negern nach Kräften zu verbreiten. o fSIMffionsfabrt tm Bahr el (BbasaL Dem kurzen Bericht über die letzte Reise des hochwst. Bischofs. Franz Xaver Geyer im Gebiet des Bahr el Ghazal, den wir im letzten Hefte veröffentlichten, fügen wir folgende Einzelheiten, die uns aus seiner Hand zukamen, hinzu: I. 19cm IRbartomn bis sum 3>jur. — Anblick des Muffes in den ersten Tagen. — Schwierige Schiffahrt. - Doppelte ^Begegnung. . Š ine der Hauptschwierigkeiten im Gebiet (aßtf des Bahr el Ghazal ist der Transport. Während der trockenen Jahreszeit, d. i. vom November bis August, können die Schiffe nur bis Meshra el Rek gelangen, von wo aus die Reisen und Transporte zu Lande gemacht werden müssen. Nur in beit Regen-inonaten, August bis November, schwellen die Zuflüsse des Bahr el Ghazal so stark an, daß sie alle schiffbar wären, wenn die die Flußbette verstopfende Sumpfvegetation dies nicht vereitelte. Nur der Djurfluß ist durch langwierige, mühsame Arbeiten von den Sumpf-gräsern soweit gereinigt worden, daß in der angegebenen Zeit die Fahrt für kleinere Schiffe möglich ist. Diese Zeit wird von der Regierung zum Transport der notwendigen Vorräte benützt. Auch der Missionsdampfer „Redemptor" sollte in dieser Zeit unsere beiden neuen Stationen Kayango und Mbili mit den notwendigen Vorräten versehen und so benutzte ich die Gelegen- heit, jene Gegend auch in der Regenzeit, in der sie einen völlig veränderten Anblick darbietet, kennen zu lernen. Am 22. August verließ ich Khartoum mit vier Brüdern, denen sich in Lul noch ein Pater anschloß. Am 1. September fuhren wir aus dem See No in den Gazellenfluß ein und erreichten nach zweitägiger, anstrengender Arbeit bei Durchschiffung der eng verwachsenen Grasbarren am 4. September die Einmündung des Djurflußes in den Bahr el Ghazal. Der Gazellenfluß bildet hier eine seeartige Erweiterung, in die sich der Flußkanal des Djur in einer Breite von ungefähr 40 Meter ergießt. Die schilfbewachsenen Ufer desselben verlaufen in endlosen Grasflächen, aus denen nur einige Ambadjsträucher (Herminiera ele-phroxylon) emporragen, die zugleich die gewaltige Ausdehnung des Sumpfgebietes anzeigen. Der Fluß, der eine sehr starke Strömung har, macht unzählige, oft rechtwinklige, rasch sich folgende Windungen. Da der Flußkanal sich bald bis zu 20 Meter verengte, so mußte die große Barke, die wir mit uns führten, mittels Tauen hinten am Dampfer angehängt werden, was im Verein mit den vielen plötz- Seite 51 Stern der Neger. Heft 3. lichen Krümmungen und der starken Strömung das Vorwärtskommen ungemein erschwerte. Oft fuhr der Dampfer schon in einer neuen Windung, wenn sich die Barke noch in der vorigen befand und gegen die reißende Strömung hart ankämpfte. Oft mußte der Dampfer, um der Barke das Nachkommen überhaupt zu ermöglichen, seitwärts ins dichte Schilf hineinfahren, aus dem er sich dann nur mit größter Mühe befreien konnte. Die einem unendlichen Grasmeer gleichenden Ufer machen einen einförmigen Eindruck. In der trockenen Jahreszeit ist dieses ganze, jetzt grüne Gebiet gelb und fahl und brennen die dürren Stengel beim Anzünden sogleich henmter. Um 3 Uhr nachmittags tauchte vor uns am Horizont ein Gegenstand auf, 'der einem Sandal, einer Art einstöckiger Schleppkähne aus Eisen, die zum Holz- und Warentransport dienen, glich. Infolge der Flußwindungen sahen wir ihn bald links, bald rechts und bald wieder vor uns. Erst um 6 Uhr abends erreichten wir ihn; es war wirklich ein Sandal, und zwar ein sehr großer. Er hatte einen kleinen Dampfer zur Seite, der aber zu schwach war, um das eiserne Ungetüm schleppen zu können und deshalb auf einen Hilfsdampfer wartete. Die Begegnung mit einem Schiffe ist in dieser völlig unbewohnten Sumpfgegend immer ein Ereignis. Von beiden Seiten eilt man herbei und betrachtet neugierig das fremde Fahrzeug; die Schiffsleute, fast durchwegs Barabra aus Nordnubien und unter sich Bekannte, begrüßen sich in ihrer schwülstigen Art, erkundigen sich nach dem gegenseitigen Befinden, das immer „gut" ist, und tauschen im Vorüberfahren einige Neuigkeiten aus. Abends um 8 l/-2 Uhr machten wir inmitten einer Flußerweiterung Halt. Im Uferschilf flogen Leuchtkäfer herum und sunnnten Tausende von Stechmücken ihr unheimliches Konzert. Kaum lag das Schiff stille, so stellten sich die letzteren auch schon ein, flogen mit tückischem Gesumme um die Ohren und suchten, die unbedeckten Körperteile überfallend, ihren Blutdurst zu stillen. Unter solchen Umständen heißt es, sich schnell zur Ruhe zu begeben und dabei zu sorgen, daß das Mückennetz gut geschlossen sei. Alles auf dem Schiffe zieht Mückennetze auf; es wäre Vermessenheit, in diesen Gegenden ohne ein solches schlafen zu wollen, denn diese Mücken sind nicht nur Blutsauger, sondern auch Träger des Malariafiebers. Am nächsten Morgen fuhren wir um 7 Uhr weiter. Mit Anbruch des Tages werden die Stechmücken träge und verbergen sich tut Schilfe. Noch immer sahen wir hinter uns den Sandal aus dem grünen Grasmeer emporragen und schon tauchten vor uns zwei andere auf. Die Strömung wurde immer reißender. Das Flußbett ist sandig, das Wasser lichtgelb. An beiden Ufern sind Seitenwässer nnd Lagunen sichtbar, auf denen weiße Nymphäen schwimmen. Nachdem wir die beiden zum Holztransport bestimmten Sandals hinter uns hatten, tauchte vor uns ein großer Dampfer auf. Es war der „Tamai". Er steckte, auf der Talfahrt begriffen, in einer Flußkrümmung int Sande fest und arbeitete schwer, um loszukommen. Nur mit Mühe gelang es, den „Redemptvr" mit der angehängten Barke in dem engen Kanal an dem breiten Dampfer vorbeizubugsieren. In Meshra el Rek hatte man uns die für Wau bestimmten Postsachen übergeben, von denen wir dem an Bord des „Tamai" befindlichen englischen Offizier seine Briefe ausfolgten. Ich machte demselben auch das Anerbieten, den „Redemptor" zur Flott-machung des „Tamai" zur Verfügung zu stellen; derselbe dankte jedoch freundlich und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Schiff in kurzer Zeit ohne Hilfe flott sei. Der Fluß wurde nun derart enge, daß unser Dampfer bald rechts, bald links anstieß, so daß er in allen Fugen zitterte. Dabei mußte er stets mit Hilfe von ©tätigen in der Strömung gehalten werden. In einer Stunde machten wir kaum einen Kilometer. Mittags erreichten wir die Lagerstation Boliz, die aus einer langen Strohhütte und zwei kleinen runden Hütten, im Schatten einiger Bäume, besteht. Kurz zuvor hatten wir am linken Ufer die ersten Bäume zu Gesicht bekommen. Am Nachmittag sahen wir drei Abu-Markub. Der große Vogel (Balaeniceps Rex), der seinen arabischen Namen Schuhschnabel oder Vater des Schuh (Abu - Vater, Markub —Schuh) seinem eigentümlichen Schnabel verdankt, erreicht eine Höhe von V2 m und klaftert mit ausgespannten Flügeln 2 m. Er ist von schöner lichtgrauer Färbung: der Kopf ist groß und rund mit am Hinterschopf abstehenden Federn; das große, vorsichtige Auge ist hellgelb mit schwarzer Pupille: die schwarzen Beine sind hoch und stark. Der interessante Seite 52. Heft 3. Stent der Neger. Schnabel, von der Farbe eines Kuhhorns, ist etwa 20 cm lang, 8 cm breit und ebenso hoch. Der obere Teil ist leicht eingebancht und trügt eine vorstehende Mittelrippe, die in einem scharfgekriWmten Haken endigt, welcher über dein unteren Teil vorsteht. Dieser seltene Vogel ist charakteristisch für diese Sninpf-gebiete, steht stundenlang auf einem Beine und gewährt einen besonders schönen Anblick, wenn er, aufgescheucht, sich mit majestätischem Flügel-schlag erhebt und mit vorsichtiger Anmut sich im sicheren Schilfgras niederläßt. Die Ufer bekleideten sich immer mehr mit Baumwuchs; auch eine schöne Delebpalme (Borassus flahelliformis) wurde sichtbar. (Fortsetzung foUit.) \f/ \f/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ »»»*-•••—••• —•••—•••—•••—-• •*—•••—• ••—— »«» —• • •— ««»—,»I— ~• /JX /jX /jX /j\ /jX /j\ /jX /[\ /jX /J\ /j\ /[\ /jX /jX /jX vT/ vT/ \f/ vT/ vT/ vT/ vT/ vT/ /|\ /jx /jx /jx /jv /jv c|\ /j\ Dom 1FUI zum Noten flßeev. Von tboebwüröen P. ©tto Dnber F. S. C. (Fortsetzung.) 4. 19cm Ikokereb nach Iberetn. rafte, teils abgestorbene Tondoba- und Samrabäume lagen längs des Weges mn Eingang des Tales. Nach un-A-Af) gefähr einer halben Stunde waren wir bereits am ersten Brunnen, m atar genannt: er befindet sich neben dem Bergabhang, ist nur ein Paar Meter tief und hat gutes Wasser. Hier ist das Wasser überhaupt reichlich; bei Regenzeit soll es am Fuße der Berge herausquellen. Die verschiedenen Gießbäche fließen sämtliche nach Süden. Dann kommt ein zweiter Brunnen mit ebenfalls vorzüglichem Wasser, namens delhabed. In der Umgegend wächst ein großer Dattelbanm, der einzige auf der ganzen Straße. Wir ritten bis zur späten Nacht. Dieses Tal Kokerob war höchst wichtig zu Zeiten des Kalifen. Denn hier lag eine berittene Besatzung, um von den Karawanen die Regierungsgebühr abzufordern und die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Zu Anfang seines Reiches hatte der Kalif jeden Verkehr mit den Ungläubigen verboten. Aber trotz solchen Verbotes wurden dennoch Waren vom Roten Meere her eingeführt, was mittels der Nomaden geschah. Diese kamen bei stockfinsterer Nacht, hielten vor gewissen, ihnen wohlbekannten Häusern an und luden ab. Dann blieben sie ein paar Tage versteckt und verschwanden, wie sie gekommen waren, d. h. im Dunkel der Nacht. Dieser gefährliche Schmuggel konnte natürlich nur in kleinem Maßstab betrieben werden. — Allmählich sah aber der Kalif ein, daß er Geld brauche und Geld nur durch den Handel komme. Sodann eröffnete er zwei Handelsstraßen von Berber aus: die eine nach Koroško und Assuan, die andere nach Suakin. Erster Zollerheber auf der Straße von Berber nach Suakin war Raser, Scheich der Jadlab. Anfangs war er vom Kalifen gern gesehen und jahrelang erhob er int Koker> btal die Regiernngsgebühren. Da wurde er einmal mit Osman Digna, der zu Adarama am Atbara verweilte, vom Kalifen nach Omdurman zum aid attabia*) eingeladen. Nach dem Feste kehrte Nafer nebst Osman Digna zu den Seinigen mit dem Verdacht im Herzen zurück, daß der Kalif ihm nach dem Leben trachte. Deshalb gab er sich mit dem Gedanken ab, sich auf Seite der Regierung zu schlagen. Osman, der gegen einen feindlichen Stamm zu kämpfen hatte, lud Nafer ein, ihn bis nach Adarama zu begleiten und mit ihm ins Feld zu ziehen. „Sehr gerne," erwiderte Nafer, „aber zu diesem Zwecke muß ich erst meine Leute sammeln, die *) Bei diesem Feste schlachten die Muselmänner einen Widder znm Andenken an den Stammvater Abraham, der auf dem Moriaberg den Widder anstatt seines Sohnes Isaak geschlachtet hatte. Heft 3. @tcrit bev Neger. Seite 53. S e si' soeben zerstreut sind. Du aber erwarte mich mit deinen Soldaten an jener und jener Stelle in der Nähe von Sinfät." „Gut," sagte Osman und beide trennten sich. Zu Kvkerob angekommen, schickte Naser sämtliche Herden mit Hab und Gut nach Suakin voraus. Dann erschien er selbst an der Spitze seines Stammes und bot der Regierung seine Dienste an. Diese empfing ihn mit Frohlocken und gab ihm einen guten Gehalt. Der betrogene Osman wartete indessen ungeduldig auf Rasers Ankunft, aber vergeblich. Endlich erschien ein Bote mit der Nachricht : „Naser läßt dir sagen, er verweile hier zu Suakin. Wenn du ein Mann bist, so kommst du zu ihm." Der Kalif wütete, als er von Rasers Abfall vernahm. „Er ist ja immer gottlos gewesen," rief er aus. „Schade, daß ich ihn habe entgehen lassen." Hieraus schickte er den Sohn des Bruders von Osman, namens Abu ei fatah, nach Kokereb. Dieser waltete dortselbst als Zollerheber bis zur Einnahme von Berber und wurde dabei ein reicher Mann. Denn der Kalif zu Omdurman war zufrieden, wenn er nur recht Geld bekam, und hielt keine Kontrolle über Ein- und Ausfuhr. Hauptsächlichste Ausfuhrartikel waren Elfenbein, Gummi arabicum und Straußfedern. Davon nahm Abu el fatah den zehnten Teil. Eingeführt wurden Mehl und Reis, besonders in Notstandsjahren: ferner Zucker, Früchte, Gewürz, Wohlgeruch und Tuch. Auch von all diesem nahm Abu el fatah von neuem den zehnten Teil. Zu Berber angekommen, mußten die Karawanen wiederum ein Zehntel abgeben. Trotzdem machten sie gute Geschäfte, denn die Einfuhrartikel hatten hohe Preise: so verkaufte man z. B. anfangs einen Zuckerhut für 2—3 Real Derwischmünze (8—12 K). Dieses zweite Zehntel suchten die Leute von Berber und der Umgegend zu vermeiden: sie fanden allerhand Wege, ihre Waren unbeobachtet ins Land einzuschmuggeln, was ihnen mitunter gelang, mitunter auch nicht. Atallah, mein Führer, war in der Lchmugglerknnst ein Meister gewesen: er wußte vortrefflich zu lügen und zu betrügen: So erzählte er unter anderem folgendes: „Am Zollamt zu Berber angekommen,, fragte man mich einst: iSind ^brefe Waren"alles, ums dir hast?' .Ja,' antwortete ich. .Warum bringst du nicht mehr?' ,Jch bin eben ein unvermögender Mannst erwiderte ich und ging ab. Indessen hatte ich aber ein paar beladene Kamele flußabwärts führen und bei gewissen Freunden abladen lassen. Aber Zaki, Emir von Berber, wurde argwöhnisch. Er schickte Spione ans, die Wüste zu bewachen: diesen gelang es mitunter, die Fnßstapfen der auf Abwegen gegangenen Kamele zu entdecken und dann folgten sie hinterher nach. So bin ich bisweilen auch ertappt worden," fuhr Atallah weiter. „Einmal, es war gerade in einem Notstandsjahr, brachten wir Mehl und Reis von Suakin. In der Nähe von Berber ließ ich zwei beladene Kamele auf schiefe Wege gleiten. Am selben Tage erschien ein Spion, der sagte: .Du hast zwei Kamele ins Land geschmuggelt. Gib ihre Ladung heraus, denn sie ist Beute der Regierung? Ich versuchte alle guten Wege mit ihm, gab ihm auch vier Real, aber es wollte nichts nützen. Nach langem Zanken trat ich ihm noch einen Sack Mehl ab, womit der Spion sich begnügte und mich in Ruhe ließ. Der Sack Mehl wanderte natürlich in sein Haus: auch er hatte Hunger. Ein anderes Mal aber ging die Sache nicht so glatt ab. Ich hatte eines Tages 400 Zuckerhüte eingeschmuggelt und freute mich schon in der Hoffnung des guten Gewinns, als plötzlich die Bagnra erschienen, Hausdurchsuchung zu halten. Sie durchstöberten alles und fanden leider auch den Zucker. .Woher ist der Zucker?' fragten sie mich. Dieser ist bei meiner Abwesenheit von einem Diener heimlich eingeführt worden, erwiderteich ihnen. Aber sie schenkten mir keinen Glauben. Sie ergriffen mich samt dem Zucker und führten mich zu Emir Zaki. ,Du habsüchtiger Mensch!‘ schrie mich dieser an. ,Aüs Geiz hast du keine 40 Zuckerhüte opfern wollen: jetzt verlierst du alle 400: geschieht dir recht? Und vor meinen Augen wurden sämtliche davongetragen." Eine andere Aufgabe der Besatzung von Kokerob war, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Beduinen sind bekanntlich Diebe von Haus. Deshalb mußte zum Schutze der Sicherheit zu strengen Maßregeln gegriffen werden. Ein Nomade, der zum ersten Male beim Diebstahl ertappt wurde, bekam die rechte Hand abgeschnitten: stahl er von neuem, so schnitt man ihm auch den linken Fuß ab. Im Kokereb-tatbeimAbuetfatah,BefehlshaberderBesatzung, wurden die Instrumente der Exekution, d. h. ein langes Messer und eine Fettpfanne, aufbewahrt. Die Vollziehung der Strafe begann mit dem Erwärmen der Fettpfanne. War das Fett siedend, so schnitt man dem Schuldigen ohne Komplimente Hand oder Fuß ab und tauchte das verstümmelte Glied rasch ins kochende Fett, damit der Mensch nicht verblute. Ich selbst sah zu Suakin einen Beduinen, dem die rechte Hand und der linke Fuß abgeschnitten worden waren. Solch' radikales Mittel flößte den beutelustigen Nomaden zwar Respekt ein, aber sie stahlen dennoch. Sagt ja das Sprichwort: Die Katze läßt das Mausen nicht. Schließlich machten die Karawanenführer mit dem Scheich von Ariab einen Vertrag, mittelst welchem sie sich verpflichteten, ihm ein Achtel won jeder Kamellast abzutreten. Er von seiner Seite machte sich über die Sicherheit in seinem' Gebiet mit der Pflicht verantwortlich, jeden begangenen Diebstahl aus eigenen Mitteln zu ersetzen. Nach dieser Vereinbarung hatten die Karawanen einigermaßen Ruhe. Nach der Einnahme von Berber 1897 konnte sich die Besatzung von Kokeröb nicht mehr halten und so zog sie ab. Regierungstruppen kamen von Suakin, zertrümmerten und verbrannten alles, was sie vorfanden: heute noch sieht man dortselbst die Ruinen der zerstörten D erw is ch w o h nung eit. Morgens beim Aufstehen waren unsere Decken mit Tau benetzt: Ursache davon war der Einfluß des Roten Meeres. Von hier bis nach Suakin herrscht vor und nach Sonnenuntergang Feuchtigkeit: stechend ist die Sonne, wenn sie morgens die Dünste und Nebel durchbricht. Hier beginnt auch die Plage der Stechmücken, die weder Kamel noch Reiter schonen. Ein frischer Wind wehte uns entgegen. Die Natur war wunderschön. Bäume, Sträucher und Gräser prangten im Glanze der Morgensonne. Eine süße, seelenvolle Stimme erscholl mis einem nahen Bttsche und erinnerte an das Schlagen der Amsel. Der gefiederte Sänger wird von den Arabern omm zuegät genannt: er hat graues Gefieder mit roter Brust. Andere Vögel sin noch prangenderen Farben belebten Bannt; und Busch. Die Araber haben nur für die gewöhnlichen Vögel eigene Namen. Die selteneren nennen sie mit allgemeinen Bezeichnungen: so sagen sie z. B.: der grüne, der gelbe, der rote, der., schwarze Bagel. Alle, außergewöhnlichen, deren Gefieder ins Graue sticht, nennen' sie Spatzen. Alte Bäume von phantastischer Gestalt und einem Wirrwarr von Wurzeln wucherten hier und dort. Auch eine Schlingpflanze, abu Hamäda genannt, tritt hier auf. Schlaugen-artig umwindet sie die Bäume und bedeckt deren Kronen gleich einem riesigen Spinnengewebe. Zum ersten Male begegneten wir hier auch kleine Büsche mit frischem, hellgrünem Blätterschmuck, die stellenweise die Erde bedeckten und sich recht hübsch ausnahmen. Das ist die Aragstaude mit wohlriechendem Holze. Die Statide wird sehr alt und wächst zu einem Baume heran. Auch dieOscharastaude (euforbia) trat hier zum ersten Male auf. Dürre, teils vom Winde, teils von den Gießbächen umgeworfene Bäume lagen gleichfalls wie int Ariabtal zerstreut umher. Dies findet man nun in allen Tälern bis nach Suakin. Die meisten Bätune verwerten die Beduinen nicht, da ihr Holz schlecht brennt: sie werden von den weißen Ameisen aufgefressen. Nur die Salam-, Satnra- und Saialabäume benützen sie für Holzkohlen, und zwar auf einfache Weise. Sie werfen den Baum über eine Vertiefung und zünden ihn an. Wenn das Holz vom Feuer durchdrungen ist, schlagen sie mit Stöcken solange darauf, bis allmählich alles in Stücke geht. Diese fallen hinab in die Grube und werden mit Sand bedeckt. Am anderen Morgen zieht man sie als Kohlen heraus und verkattft sie in Säcken nach Suakin und in die Nilgegenden. Ans dem Samrabaum gewinnen die Be-duinen auch Teer, und zwar auf folgende Weise: Sie schälen einen Ast, schneiden ihn in Stückchen und werfen dieselben in ein Gefäß aus Tonerde mit engem Halse. An diesem bringen sie viele kleine Oeffnungen an und schließen ihn, indem sie eine Reihe dünner Stäbchen querdurch die Halsöffnung schieben: so können die Holzstückchen nicht herausfallen, obwohl das Gefäß umgekehrt wird. Dann graben sie in der Erde eine Höhle mit zwei senkrechten Oeffnungen, deren eine weit, die andere eng ist. Durch die weite Oefsitnng lassen sie einen Behälter hinab und schieben ihn drtmten in der Höhle vorwärts, bis er genau unter die Mündung der engen Oefsnung ■ zu stehen kommt. Dann stecken sie das umgekehrte Tonerdegesäß mit dem Halse in die enge Oefsnung hinein, schließen sorgfältig ringsherum, damit nichts in den Teller hinabfallen kann, und bedecken das Gefäß mit glühenden Kohlen. Dieses erhitzt sich wie auch das Samraholz, dem allmählich ein dicker, schwarzer Saft ent- Seite 56. Steen der Neger. Heft 3. ~Q) Das Himere Oer Ifcivcbe zu Ibelouan. (9 quillt, welcher durch den Hals des Gefäßes in den unterstehenden Behälter hineintröpfelt, und so ist der Teer gewonnen. Hiermit werden die Kamele gegen die Grinde und Zecken beschmiert, welch letztere nach ein paar Tagen abfallen. Das Kokerebtal ist ein Wirrwarr von Schluchten, Gießbächen und Hügeln, die sich inmitten des Tales erheben; dazu eine prangende Natur. An den Abhängen der Berge, die das ganze Tal einfassen, findet man hier zum ersten Male etwas Baumwuchs. Auf allen erhöhteren Stellen findet man Pfähle aufgerichtet, die mit Strohmatten bedeckt sind. Unter dem Schatten derselben sitzen die Hirten und bewachen ihre Herden. Die Malatinab bewohnen das Tal und die Umgebung. Wir begegneten einem davon. Der schmächtige, braune Nomadensohn trug ein überaus üppiges Haar; es war sozusagen umfangreicher als sein Kopf. Nach zweistündigem Ritte gelangten wir zum dritten und letzten Brunnen fast am Talende. Brunnen und Umgebung heißen Haiüba, die aber doch nur eine Fortsetzung von Kolerab sind. Der Gießbach hatte den Brunnen verschüttet und die Beduinen arbeiteten eben daran, ihn zu reinigen. In der Nähe hatten sie ein tiefes Loch gegraben, aus dem jedoch nur wenig Wasser herauskam. Ein Beduinenweib saß dort im Schatten und arbeitete. In einem Ledersack hatte sie Schafs- und Ziegenhaare, die sie büschelweise mit der linken Hand herauszog, geschickt verfeinerte und einen dicken Faden daraus bildete, während sie mit der Rechten den Faden auf einem Stäbchen aufrollte. Sic hatte eine ansehnliche Rolle solcher gesponnener Fäden und war es ein Vergnügen, ihren flinken Handbewegungen zuzusehen. Aus diesen Fäden verfertigen die Beduinenfrauen Säcke, überziehen damit auch die Innenseite der Strohmatten ihrer Hütten, damit Kälte und Regen nicht durchdringe. Nach kurzem Aufenthalt am Brunnen ging es weiter. Das Terrain erhöhte sich augenscheinlich, als »vir plötzlich am Fuße eines Berges waren. Ueber diesen Berg geht der Weg; er ist ziemlich steil und mit kantigen Steinen verschiedener Größe besät. Ein böser Weg fürwahr, aber der einzige nur, den wir nehmen mußten. Behutsam erklommen wir die Höhe; selbst die Kamele schienen die schwierige Lage zu merken, denn sie traten vorsichtiger auf. Atallah, mein Führer, war schweißtriefend unb rief alle Scheichs um Beistand an. Glücklich langten wir oben an und genossen einen herrlichen Ueberblick ans die romantische Umgebung. Ein Hochplateau dehnte sich vor uns aus, rechts und links mit niedrigen Hügeln bekrönt. Es war eben gegen die Mittagsstunde, dazu herrschte eine völlige Windstille; die Hochebene war glühend und man sah das Flimmern der Atmosphäre gerade lute in einem Backofen. Das leere Bett eines Gießbaches mit bewachsenen Ufern durchzieht die Hochebene; seine Wasser stürzen sich bei Regenzeit ins Kokerebtal hinab. Hier begegneten wir zum ersten Male dem (von den Beduinen so genannten) Ketrastrauch. Allmählich dachte sich die Hochebene stufenweise ab und gelangten wir ins Kolaidüdatal. Ein schöner, voll-behangener Nabakbaum stand dort und schien uns einzuladen. Wir rasteten unter seinem Schatten und füllten uns beim Aufbruch die Taschen mit dessen reichen Früchten an, die wir längs des Weges zum Zeitvertreib aßen. Unter den Scheichs, die mein Führer am Vormittag beim Erklimmen des Berges angerufen hatte, befanden sich auch der „Scheich al chatmia“, der „Abu cljalabiä“ und der „Siel el hasan“. Ich wollte etwas über deren glorreiche Taten vernehmen und fragte daher Atallah. Dieser erklärte mir, daß alle drei Titel sich auf einen und denselben Mann beziehen. Er heiße „Scheich al chatmia“, weil am Chatmiaberg bei Kassala sein Denkmal sei; ferner „Abu djalabiä“, weil er mit Vorliebe das Djalabiakleid trug. Am meisten aber geziemt ihm der Titel „Siel el hasan“, d. h. der gute Herr, fuhr Atallah begeistert weiter. Denn dieser Scheich war wirklich gut, er hatte Mitleid mit jedem und wußte sämtlichen zu helfen; er heilte alles, was unheilbar war, erweckte vom Tode Mensch und Vieh. Eines Tages ritt Siel el hasan in Begleitung seiner Getreuen zu Esel im Orte Goz Redjeb ein. Da standen ouf der Straße einige Weiber, die rauften und sich gegenseitig die Haare ausrissen. „Weiber, lasset das Raufen sein!" rief er ihnen zu und sie folgten ihm. „Was ist denn eigentlich der Grund, daß ihr euch auf solche Weise gebälgt habt?" fuhr Siel el hasan fragend weiter. Eines der Weiber erhob ; nun ihre Stimme. „Herr, gesegnet sei deine Ankunft hier!" begann sie. „Wisse, daß ich von einem Unglück betroffen worden bin. Ich habe in meutern Hanse die Plage der Mäuse, weshalb ich eine Katze kaufte, um das Ungeziefer loszuwerden. Die Katze fraß zwar fleißig Mäuse, jedoch gestern schlich sie sich in das Haus meiner Nachbarin, wo sie ein Gefäß voll Milch fand. Sie trank die Milch und zerbrach nebenbei noch das Gefäß. Beim Lärm eilte die Nachbarin herbei und von Zorn entbrannt erwürgte sie die Katze mit einem Stricke. Sieh da, o Herr, die tote Katze, noch mit dem Stricke am Halse, liegen!" „Das ist fürwahr ein Unglück," bemerkte Sid el hasan, „aber deswegen sollt ihr nicht streiten. Versöhnt euch miteinander und rufet bett Propheten an, ich indessen werde zu helfen suchen." So gesagt, berührte er die Katze mit seinem S torke und ries: „Bess!“ O Wunder! Die erwürgte Katze sprang auf, kehrte ins Haus zurück und fing Mäuse mehr als je. Indessen durchzogen wir das Kolaidada-tal und gelangten abends ins bebaubare Tal Föt. Hier wird bei Regenzeit viel Durrah gepflanzt. 'Einige Grasbüsche von lebhaftem Grün wuchsen hier und dort; aber trotz der verlockenden, frischgrünen Farbe beißt weder Kamel noch Schaf hinein, denn es ist dies ein bitteres Gras, von den Beduinen hamareb genannt. Sie gebrauchen es als Abführmittel. Mitunter kocht man es im Wasser: mitunter zerstampft man es und gießt heißes Wasser darüber, das nachher erkaltet getrunken lvird. Auch die wilde Rizinuspflanze und der Kvrmot-bauin kamen zum Vorschein. Es dämmerte bereits: dennoch ritten wir ein paar Stunde» noch weiter und stiegen im Tondobtal ab. Die Nacht brachte viel Feuchtigkeit und infolgedessen fanden wir unsere Decken morgens völlig betaut. Schön war die Gegend um uns herum, bedeckt mit vielen Bäumen, die besonders am Rande eines Gießbaches üppig wuchsen. Hinter unserem Nachtlager sahen wir alte Sarchabäuine, voll mit hochroten Blüten, ähnlich den Löwenmäulchen. In kurzer Enfernung vor uns prangte ein dicker Kormvtbaum mit breiten Aesten. Seine Zweige waren behängen mit großen, duftenden Blütenbüscheln von weißer Farbe. Fröhliches Vogelgezwitscher erscholl von allen Seiten. Die Bajudub bewohnen dieses Tal und säen Durrah bei Regenzeit. Wir brachen in der Richtung der Bergketten auf, die sich etwas nordöstlich vor uns am Horizont ausdehnten. Sie waren von ansehnlicher Höhe und mit leichten Schleierwolken umflort. Das sind die Berge von Herein, zu denen wir nach mehrstündigem Ritte gelangten. (Fortsetzung folgt.) \fy Vz Vz Vz xfz Vz \fz vz Vz Vz Vz \fz Vz Vz \fz — • —4 — . —• —* — , —^•— . —* -* - - —* -- . —4 - - —*». . —4 -- . -4 - . —4 .- . —■ —4 I. . —4 VX VX VX /IX /IX /IX /IX /IX /IX /IX /IX /IX /IX /IX /iX Die Engländer im Suban. ^Betrachtet vom Standpunkt Oes Missionärs. (Fortsetzung.) II. Die Lage des Sudan vor dem englischen Protektorat. ritifieren kann ein jeder: das Kritisierte aber besser machen fast keiner. Indes fyyk gibt es allem Anschein nach viele, welche ""'V' ans reinem Aerg er kritisieren, daß ein anderer den Bissen verschlungen hat, den sie ihm nicht mehr rechtzeitig selbst hinwegschnappen konnten. Man versteht es zwar leicht, daß Türken und Aegypter darüber böse sind, daß die Engländer im gewissen Sinn ein äghptisches Protektorat errichtet haben; daß sich aber auch andere daran stoßen, ist etwas schwerer begreiflich. Mögen nun die letzten Motive davon sein, was sie wollen — eines ist gewiß: die türkisch-ägyptische Regierung war, wenn auch nicht dem Tode, so doch ohne Gnade beut Bankrotte verfallen. Ein Trost mochte indes die bittere Pille versüßen. Die Schuld an dem kläglichen Zusammenbruch lastete trotz der Gewalttätigkeit eines Mehemet Ali, trotz der wahnsinnigen Verschwendung eines Ismael, trotz der unverzeihlichen Schwäche eines Tew- sieh nicht allein ans ihrem Gewissen. Aegypten und seine sudanesischen Provinzen mußten auf eine höhere Stufe- der Kultur gehoben werden. Man erkannte dies und w ulite es auch: gewiß eine lobenswerte Absicht. Allein imm sah auch die bare Unmöglichkeit ein, dies aus e i g e n e r Kraft ins Werk setzen zu können: jedenfalls eine heilsame Erkenntnis. Alan wandte sich daher an einen europäischen Staat als politischen Meister und das war im Grunde vernünftig. Daß man hingegen gerade ans jenen verfiel, der, arm an festen Grundsätzen und reich an ehrgeizigen Plänen, die eigene Heimat zugrunde richtete, war für die ägyptisch-sudanesische Verwaltung schlechthin verhängnisvoll. Zum Verdruß der Feinde des britischen Reiches war die Quelle dieses verderblichen Einflusses nicht in London zu suchen, sondern in Paris. Ich habe ans Gründen der Gerechtigkeit diese Bemerkungen hier fallen lassen, um einem Schlüsse vorzubeugen, der aus dem Folgenden leicht gezogen werden könnte, als ob nämlich die türkisch-ägyptische Regierung eilt ji g n it d allein der verantwortliche Sündenbvck wäre für jene Mißwirtschaft, welche den Sudan ruinierte und in ihren entsetzlichen Folgen fast zwei Jahrzehnte lang ganz Europa zum hilflosen Zuschauer himmelschreiender Greuelszenen machte. Doch wenn irgendwo, so ist es hier am Platze, jenes Wort Fenelons anzuwenden, das da sagt: „In solchen Dingen muß man vom Anfang beginnen." Es war im Oktober 1822, als in Scheudi (Sudan) ein großes Gottesgericht stattfand. Ismael, der Sohn Mehemet Alis, hatte durch List und Gewalt ganz Nubien und Sennar dem Szepter seines Vaters unterworfen. Nach Verübung der haarsträubendsten Grausamkeiten trat er endlich den Rückzug an, auf welchem ihm Gleiches mit Gleichem vergolten wurde. Der Schech Nimr hatte sich dem siegreichen Aegypter ohne Kampf ergeben, da er die Nutzlosigkeit eines Widerstandes einsah und nicht leichtsinnigerweise seine Leute hinopfern wollte. Aber gleichsam zum Hohn auf seine Bereitwilligkeit wurden ihm Bedingungen auferlegt, die er sich jedenfalls nicht erwartet hatte. Er sollte Tausende von Sklaven stellen, die Vorräte seines Stammes den türkischen Soldaten als Lebensmittel ansliefern und den fürstlichen Backschisch (Trinkgeld) einer Barke Goldes hinzufügen. Es hätte an hellen Wahnwitz gegrenzt, würde sich der Schech auch nur einen Augenblick ernstlich damit befaßt haben, diese unerhörten Bedingungen zu erfüllen: und selbst angenommen, er hätte es tun wollen, es wäre nicht gelungen. Auch ein eiserner Wille bricht sich an dem unerschütterlichen Felsen der Unmöglichkeit. Die gegebene Frist war viel zu kurz und ein Volk entäußert sich niemals seiner ganzen Habe, um sie leichthin in den Rachen der unersättlichen Habsucht eines Eindringlings zu werfen. Wir dürfen des weitern nicht vergessen, daß der Araber eigentlich ein Doppel-mensch ist: ein Mensch, wie er denkt und fühlt, und diesen hütet er sich jemals zu zeigen: und ein Mensch, wie er nicht denkt und nicht fühlt, und diesen trägt er immer zur Schau, ganz gewiß aber seinem Feinde gegenüber. Nimr war keineswegs der tveiße Rabe seines Volkes. Ein großes, ohrenbetäubendes Fest wurde zu Ehren Ismaels in Szene gesetzt und die ganze Bevölkerung ans die Beine gebracht. Es war allem Anschein nach ein herrlicher Tag allgemeinerVerbrüderung. Die Merissa, das aus Kaffernkorn gebraute Bier, strömte aus unversiegbaren Quellen und tat die gewünschte Wirkung. Als die Nacht hereinbrach, konnte keiner der Soldaten mehr stehen. Selbst die Offiziere der Leibwache des Pascha hätten mit Pfalzgraf Friedrich ins Tagebuch schreiben dürfen: „Dieses geb' ich zum Attest — heut' mal wieder voll gewest!" Es war für sie das letzte Mal. Eine lohe, prasselnde Fenergarbe stieg plötzlich zum Himmel empor und enthüllte ein schreckliches Schauspiel. Hunderte von Nimrs Leuten waren beschäftigt, Stroh und Heu herbeizuschaffen, um die schlafenden Aegypter zu verbrennen. Das heulende Jammern der hilflos Sterbenden ward übertönt von den schrillen Schreien der fanatischen Sieger. Einige Stunden später verriet nur noch die glimmende Asche, daß hier ein erbarmungsloses Feuermeer seine verheerenden Wogen gewälzt. Kein einziger Aegypter war den Flammen entronnen. Nur der Leibarzt des Pascha, ein Italiener, konnte aus seiner brennenden Hütte entfliehen — umeinen noch schrecklicheren Tod in den Händen der besessenen Menge zu erleiden. „Das Feuer," sagte man, „hat den Türken gefressen." Der Schech Nimr war mit einem Male der Nationalheld seines Volkes geworden. Doch die Tage der Freiheit waren gezählt. Als der Schwager des unglücklichen Pascha, der berüchtigteMehemed-Bey-el-Defterdar,dieKunde j von der Rache Nimrs erhielt, eilte er mit allen verfügbaren Truppen aus Kordofau herbei und übte fürchterliche Vergeltung an den Nubiern. Nimr floh, seine Soldaten wurden besiegt und unter der ganzen Bevölkerung wütete der Mordstahl. Hnnderttausende sollen ihr Blut vergossen haben zur Sühne für Ismaels Tod. Ich habe diese Episode schon hier mitgeteilt, weil sie in einer einzigen Handlung die Beweggründe, den Verlauf und das verhängnisvolle Ende aller türkisch - ägyptischen Zivilisationsbestrebnngen im Sudan zur Ver- j anschaulichnng bringt. Der ungezügelte Ehrgeiz, unter die führenden Staaten gezählt zu werden, folgte nur zu gerne einer glückverheißenden Habsucht und schmetterte mit der eisernen Faust einer beispiellosen Brutalität und Skrupellosigkeit das Glück von Btillionen harmloser Geschöpfe zu Boden, bis er selbst in dem vergossenen Blut erstickte. Zwar hat Dr. Peney Recht, wenn er sich in seinen Memoiren dahin ausläßt, daß Me-hemet Ali neben vielem anderen auch das als Geheimnis mit sich ins Grab genommen, daß er sich niemals darüber äußerte, warum er denn eigentlich seine Feldzüge gegen den Sudan ins Werk gesetzt Habe. Gleichwohl kann nicht der geringste Zweifel obwalten, daß er sich nach Süden wandte, in der Ueberzeugung, der Sudan sei ein üppiges Land, fruchtbar in Produkten jeder Art, reich an Minen, besonders solchen von Gold, dicht bevölkert und deshalb wie geschaffenzurSklavenjagd. Gewiß, Mehemed Ali war persönlich kein Verschwender, wie das Budget von 1833 ausweist. Während damals die Totalausgaben des Landes sich auf 55'5 Millionen Kronen beliefen, war für den Hof nur die Summe von 500.000 Kronen in Anrechnung gebracht — Jedoch sein Ehrgeiz, seine hohen politischen Ideen und sein Enthusiasmus für europäische Staatsverhült-nisse stürzten ihn tief in Schulden. Nun hatte er aber ans den Schilderungen der Reisenden und den Berichten der Kaufleute den großen ökonomischen Wert des Sudan kennen gelernt und glaubte deshalb ganz gewiß, die rechte Salbe für seine heillose Wunde dort finden zu können. Mehemet Ali war nicht ein Mann halber Maßregeln oder langen Zögerns und rüstete kurz entschlossen zwei Armeen aus, wenn dieser Ausdruck für türkische Verhältnisse damaliger Zeit erlaubt ist. An die Spitze der einen stellte er seinen Sohn, den obenerwähnten Ismael, während das Kommando der zweiten in den Händen seines Schwiegersohnes lag, des ebenfalls bekannten Mehemed Bey-el-Defterdar. Da die Zusammensetzung eines Heeres ans afrikanischem Boden, und zumal mit Anwendung türkischer Taktik, von großen Nachwirkungen für das unterworfene Volk begleitet ist, so will ich die Einteilung der beiden Armeen nach den zwei hauptsächlichsten Quellen geben, welche indes nur in der ungefähren Gesamtzahl der Streitkräfte übereinstimmen. Nach dem Berichte eines unbekannten amerikanischen Augenzeugen bestand das Heer Ismaels aus 300 Mann türkischer Infanterie, 700 Mogrebiner zu Fuß, 120 Mann Artillerie, aus türkischer und beduinischer Reiterei und einer Abteilung nomadischer Äbabde zu Kamel; alles zusammen ungefähr 4000 Mann. Der Franzose Cailliand, welcher die Expedition mitmachte, teilt diese 4000 Mann jedoch folgendermaßen ein: 1200 Mann türkische Kavallerie, 400 Mann beduinischer und mogre-binischer Reiterei, 600 Mann türkische Infanterie, 900 Mann Artillerie mit 24 Kanonen und 800 Beduinen und Mogrebiner zu Fuß. Diese Truppen erhielten im Laufe des Feld-! zuges einen Zuwachs von ungefähr 1400 Blaun, welche die 'Besatzungen in den verschiedensten Garnisonen Dongolas abzulösen hatten. Der Troß des Heeres bestand aus 3000 Kamelen und einer Unzahl von Schiffen auf dem Nil. Die zweite Armee unter Mehemet Bey-el-Defterdar muß ähnlich zusammengesetzt gewesen sein und zählte beiläufig 5000 Mann, so daß der Sudan von gut 10.000 Mann unterworfen wurde. Diese 10.000 Mann waren aber nicht etwa von dein Kaliber der Fellachen Aegyptens, sondern geschulte Soldaten — Söldner, welche der Vizekönig von Kairo forthaben wollte, zusammengewürfelt aus Türken, Albanesen, Rnmeliern, Mogrebinern, Tripolitanern, Tunesiern, Algeriern, Marokkanern und Gott weiß, was noch für Volk. Die ganze Armee bot ein kunterbuntes Schauspiel dar. Die Soldaten kleideten sich just nach höchsteigenem Geschmack: so herrschte große Verschiedenheit der Kostüme. Ihre Gewehre waren eine vollständige Sammlung aller herrschenden Modelle; ihre Säbel blitzblank, die sie mit unverkennbarem Stolz in der Sonne spiegeln ließen. Sie schleppten ihre langen Pfeifen und Säckchen Tabak mit sich. Schwerbeladene Esel trotteten zwischen den Soldaten dahin, während die Kamele einen majestätischen Vortrab abgaben. „Niemals," sagt Cailliand, „haben die üppigen Theater Frankreichs und Italiens solch prächtige Szenen dem Auge vorgezaubert." Wer jedoch mit dem Orient einigermaßen vertraut ist, weiß, was gerade diese prächtig zusammengesetzten Truppen zu bedeuten haben. Man nehme die orientalische Natur wie sie ist, lüstern nach allem, ohne Zucht und Schranke. Man denke sich solche Soldaten einzig gesandt zu Raub und Mord, wie Ludwig XIV. Mordbrenner, und man wird leicht vorausahnen, wie diese Truppen den Sudan zivilisierten. Man erinnere sich der Grausamkeiten, welche die türkischen Heere in denselben Jahren in Griechenland und auf dem Archipel verübten, und man vergesse nicht, daß es dieselben Türken waren, welche gegen den Sudan marschierten. Man vergegenwärtige sich die furchtbaren Un-menschlichkeiten Mehemet Alis gegen junge Haremswächter und das schreckliche Blutbad, welches er unter den Manielucken anrichtete, und man wird es nicht ungewöhnlich finden, daß sein Sohn jedem Soldaten 25 Piaster (6l/2 K) ausbezahlte für jedes Paar Ohrläppchen, das er dein Feinde abgenommen hatte. Natürlich ließen sich die Soldaten die günstige Gelegenheit, 25 Piaster zu verdienen, nicht so leicht entschlüpfen und da sie nicht von Skrupeln geplagt waren, machten sie wenig Unterschied zwischen toten oder lebenden, gesunden oder kranken Feinden. So wurden ganze Barken voll abgeschnittener Köpfe und Ohrläppchen nach Kairo gesandt. Die Schandtaten, welche aus diesen Kriegszügen begangen wurden, sind schlechthin unbeschreiblich. „Alle", sagt ein Augenzeuge, „machten sich eine Ehre daraus, zu morden, Ohren abzuschneiden, aufzuspießen, zu verbrennen und zu schänden". Kein Wunder, daß er sich inmitten einer „Herde ausgehungerter Tiger" zu befinden glaubte. Der Charakter des Sudanesen ist ein luftiges, lustiges Gebäude: das gerade Gegenteil von jenem der Bourbonen, von denen man sagt, sie lernten nichts und vergäßen nichts. Der Sudanese lernt leicht und vergißt noch leichter. Zweifelsohne hatten sich im Herzen Afrikas schon große Ereignisse vollzogen: sie sind vergessen; aber die Sage von jenen Großtaten türkisch-ägyptischer Regierung pflanzt sich fort von Geschlecht zu Geschlecht. Doch dies gäbe auf der kulturellen Wagschale nur einen leichten Ausschlag, hätte sich anders diese Regierung nicht fortwährend als ein unersättlicher Blutegel bewiesen. Frankreich war jederzeit bestrebt, sagte Burdeau in seinem Bericht über das Budget von Algier (1892), seine Oberhoheit nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern auch zum wahren Nutzen des unterworfenen Volkes anzuwenden. Das konnte Mehemet Ali von seinem eigenen Regierungssystem jedenfalls nicht sagen. Zwar ist es wahr, daß er die sudanesischen Gebräuche bestehen ließ und dem Volke die einheimischen Scheche nicht nahm, diesen sogar nicht untersagte, die alte Auszeichnung ihrer Machtstellung zu tragen, aber es ist auch ebenso gewiß, daß dies kein Zeichen von Freisinnigkeit oder Achtung fremder Rechte war. Er tat es einzig und allein, weil er eine sozial politische Revolution zu fürchten hatte. Mit Recht sagt Munzinger in den ostafrikanischen Studien: „Der erobernde Muselmann läßt Sitten und Gebräuche bestehen: er erobert nur, um sich zn bereichern." Nun war der Sudan keineswegs sehr förderlich für die Gesundheit, weshalb die Beamten oftmals gewechselt werden mußten; ein Uebelstand, den unter ähnlichen Umständen selbst der blutgierige Tiberius begriffen hatte. „Blutegel," lautete seine Weisheit, „sollte man nicht zu rasch einander ablösen lassen, da der frische viel heftiger saugt als ein voller." Natürlich suchten sich diese Beamten auf jede Weise zu entschädigen und zu bereichern und bewerkstelligten ihre unsauberen Machenschaften um so frecher, als sie wußten, daß der Khedive aus guten Gründen nicht dagegen einschritt. Die Steuerlast war drückend, da auf allem, was überhaupt steuerfähig war, Abgaben ruhten. Um uns ein Bild von der damaligen Lage git machen, lasse ich hier eine Liste der hauptsächlichsten Steuern folgen. 1. Die Kopfsteuer 20 bis 30 Piaster (5 bis 7 K). Von dieser Steuer war niemand ausgenommen, selbst nicht die Neugeborenen. Als Zahlungstermin war das Ende des Fasten-monats Ramadan festgesetzt. 2. Die Grundsteuer, als: a) Geruf, d. h. das Land, welches durch die Nilfluten überschwemmt und fruchtbar gemacht wird; b) Gesaier oder die kleinen Jnselchen im Flusse, die mehr oder weniger durch das Steigen des Niles unter Wasser gesetzt und nach dem Fallen des Flusses angebaut werden: c) Nakda, das sind große, smnpfartige Lachen in der Nähe des Ufers, welche nach und nach von der Sonne ausgetrocknet werden und als Ackerland zu benutzen sind: cl) Seluka oder das Land, welches vom Flusse entfernt ist und nur vom Regen befruchtet wird: e) Hac es sakia, das Land, welches nur durch die Sakia, das ägyptische Wasserrad, Tragfähigkeit erhält. 3. Steuer ans die Datteln. Diese Einnahmsquelle des Fiskus war besonders ergiebig in Dongvla. 4. Steuer auf Immobilien in Khartoum und größeren Plätzen, wie: El Obeid, Berber, Kassala usw. 5. Steuer auf das Vieh der Nomaden. 6. Steuer ans die Schiffe int Nil. 7. Die verschied enartigsten Taxen, wie Eigentumsrecht-Uebertragung u. dgl. Allem Anschein nach war der Grundsatz des türkischen Finanzministers in Kairo: „Steuer auf alles, was da kräucht und fleucht und was es nicht tut." Die Steuern wurden entrichtet in Silber und Naturalien. Die Beamten gaben aus naheliegenden Gründen dem Silber den Vorzug. Allein da fast kein Geld unter den Einheimischen flott war, so nahmen fie Naturalien hinweg, zu welchen auch die Sklaven gerechnet wurden. Daß dieser Umstand die Habsucht der Beamten nicht nur reizte, sondern auch begünstigte, liegt auf der Hand und so blieb denn der Menschenhandel fortwährend in schönster Blüte, trotzdem ans dem Papier das gerade Gegenteil stand. Charakteristisch für das ganze System sind die Briefe Mehemet Alis an den General-gouverneur von Khartoum. Sv schrieb er unter anderm an Dschurdschi Pascha: „Ich verstehe gar nicht, daß du jedesmal, wenn ich Einkünfte verlange, mir die Armut deiner Untergebenen vorhältst. Laß diese Faulpelze arbeiten und sie werden reich werden!" Das klingt ja ganz vernünftig: nur hat man das Recht zu fragen: „Reich für wen?" Nach Geld und Sklaven waren die Ochsen das beliebteste Geschöpf für die türkischen Steneraufseher. 12.000 bis 15.000 Ochsen wurden alljährlich nach Aegypten gebracht. Als im Jahre 1844 eine Seuche das Vieh in Aegypten dezimierte, wurdeusogar45.000 Ochsen aus dem Sudan ausgeführt. Wie schwer diese Steuern auf dem Volke lasten mußten, möge man schon daraus ersehen, daß in Dongola im Jahre 1837 für eine Sakia (Wasserrad) 302 Piaster (78'/2 K) und 1853 sogar 350 Piaster (91 K) zu erlegen waren. Der Negercdrist Donatus Hllabbjab. Don ffcocbw. P. 30s. Metller F. 8. C. (Schluß.) Baggaradorf Oualtar liegt am Fuß c'ne~’ mittelhohen Berges und besteht aus ungefähr 150 Hütten, die ganz ^ planlos nebeneinander gebaut sind. Keine Straße ist darin erkennbar. Die Hiitten sind durch unregelmäßige, bald große, bald kleine Zwischenräume von einander getrennt: sie sind, von der ersten bis zur letzten, auf dieselbe Art gebaut und gleichen einander wie ein Ei dem anderen. Der runde Unterbau besteht aus unförmlich dicken Lehmziegeln, die an der Sonne getrocknet sind: das Dach ist aus einigen Baumstämmen gebildet, die mit Reisig und Schilfrohr bedeckt sind und in der Mitte sich zu einer Spitze vereinigen. Die Haustiere, welche aus Hühnern, Ziegen, Schafen, Kühen und Pferden bestehen, siitd in kleinen Anbauten hinter oder neben den einzelnen Hütten untergebracht. Als unsere kleine Karawane im Dorf angelangt war, trennten sich die uns begleitenden Baggära von einander, indem jeder seiner Be-hansung zueilte. Nun erst erfuhr ich den Namen des Mannes, der mich beim Viehweiden ergriffen und auch aus der Heimat dorthin entführt hatte. Er hieß Abd et © ab er und war ein Familienvater, der in ärmlichen Verhältnissen lebte. In seiner Wohnung traf ich seine zwei Frauen nebst drei Kindern, einem Mädchen und zwei Knaben. Letztere blickten mich bei meiner Ankunft gar «gierig an und stellten an mich allerlei Fragen, von denen ich jedoch kein Wort verstand. Der ältere Knabe zählte ungefähr 15 Jahre, während der jüngere mit mit' im gleichen Alter stehen mochte. Abd el Gader besaß drei Lehmhütten, die dicht nebeneinander gebaut und von den benachbarten Wohnungen durch eine niedrige, mit Dornen versehene Lehmmauer geschieden waren. Wie sich bei der Arnult Abd el Gäders nicht anders erwarten ließ, war meine Nahrung schlecht und karg, was mich den Verlust meiner Freiheit um so schmerzlicher empfinden ließ. Glücklicher-weise hatte er nicht die Absicht, mich als Sklaven in seinem Hause zu behalten, denn er war einer von jenen Leuten, welche den Regerraub geschäftsmäßig betrieben und die zu jener Zeit unter den Baggäras nicht gerade selten waren. Die jeweils geraubten Neger, welche meistens ans Knaben und Mädchen bestanden, pflegte er so bald als möglich zu verschachern, um so seine Gewinnsucht zil befriedigen. Dies Los sollte auch mich treffen. Schon in den ersten Tagen nach meiner Ankunft in Quältar ritt Abd el Gader auf seinem Esel in nahe Ortschaften, um mich unter möglichst günstigen Bedingungen zu verkaufen. Ich mußte jedesmal als Eseltreiber hinter ihm herlaufen und war zuweilen Gegenstand eines heftigen Wortwechsels, wenn der eine Teil den Preis zu hoch fand und man des Handels nicht einig werden konnte. Erst nach einem Monat wurde mein Los entschieden. Ich begleitete Abd el Gader ins Dorf Allal, wo er mich an einen Araber, namens Dafallah, zil einem mir unbekannten Preise verkaufte. Diesen Wechsel meines Herrn hatte ich nicht zu beklagen. Dafallah war einer der Wohlhabendsten seines Dorfes. Er war ein Händler und hatte in seinem Magazin einen Vorrat an Kleidern und allerlei Tuch-stoffen, die er ans El Obeid bezogen hatte und mit entsprechendem Gewinn an seine Landsleute verkaufte. Seine Familie bestand aus zwei Frauen und vier noch unmündigen Kindern. Er hatte außerdem drei Sklaven, die er teils bei sich im Geschäft, teils auf seinen Feldern beschäftigte. In der ersten Zeit war ich im Hause tätig, wo ich die Eßgefäße und andere Küchengeschirre zu waschen und sonstige kleine Arbeiten zu verrichten hatte. Später arbeitete ich mit den anderen Sklaven ans dem Felde, wo ich zuweilen ganze Tage verbrachte, besonders zur Zeit der Aussaat und Ernte. Was mir in jener Stellung besondere Schwierigkeiten machte, war meine Unkenntnis der Baggära-sprache, von der ich anfangs kein Wort verstand. Ich erregte dadurch oft die Ungeduld meines Herrn, der es an Vorwürfen und zu-lueilen auch an körperlichen Strafen nicht fehlen ließ, um mich zu größerer Aufmerksamkeit und regerem Fleiß in der Erlernung der Baggnra-sprache anzuspornen. Doch mit der Zeit überwand ich auch diese Schwierigkeit und da ich mich aus Furcht vor Strafe bemühte, meinen Herrn in der Arbeit zu befriedigen, so wurde mir bald eine bessere Behandlung zuteil. Da ich der jüngste unter den Sklaven war, so scherzte Dafallah nicht selten mit mir nub nahm es nicht übel, wenn ich mir gewisse kleine Freiheiten in meinem jugendlichen Brickwillen erlaubte. Auch die Verpflegung bot mir keinen Anlaß zur Klage. Ich merkte, daß Dafallah mich durch Milde und Güte an seinen Dienst zu fesseln suchte. Trotz alledem war ich mit meinem Lose nicht zufrieden und suchte es mit einem besseren zu vertauschen. Der Anlaß dazu war folgender: In Allal, wo eine nicht geringe Zahl geraubter Neger ails dem Stamme der Dinka und Nubaner Sklavendienste leisteten, kam es von Zeit zu Zeit vor, daß ein Sklave die Flucht ergriff und für immer verschwand. Ich selbst erinnerte mich, daß ein Knabe meines Heimatsdorfes, der von den Baggära geraubt worden, aus der Sklaverei entflohen und glücklich zll den ©einigen zurückgekehrt war. Auch in mir war die Sehnsucht nach der Heimat keineswegs erstorben. Oft, wenn ich mich allein befand, dachte ich in stiller Wehmut an meine Geschwister und Verwandten und an die heiteren, sorgenlosen Tage, die ich in ihrem trauten Kreise verlebt hatte. Wie wohl war es mir damals zumute, als ich das Vieh auf die Weide trieb und mich in Gottes freier Natur nach Herzenslust hernmtnmmeln oder wenn ich in mondheller Nacht den fröhlichen Tänzen meiner Stammesgenossen beiwohnen konnte. Und welche Freude, so dachte ich weiter, würden die Meinigen empfinden, wenn ich unversehens unter ihnen erscheinen würde. Es dauerte nicht lange, da fühlte auch ich einen unwiderstehlichen Drang, in meine Heimat zurückzukehren: der Entschluß, aus dem Dienste Da-fallahs heimlich zu entfliehen, war die unmittelbare Folge und ich tröstete mich mit der süßen Hoffnung, daß ich bald die Meinigen in der teuren Heimat wiedersehen würde. Um vor der Gefahr einer Entdeckung gesichert zu sein, beschloß ich, meinen Plan zur Nachtzeit auszuführen. Da ich mit zwei anderen Sklaven in einer Hütte schlief, so ging ich mit größter Vorsicht zu Werke, um jedes Geräusch zu vermeiden. Während die beiden in tiefen Schlaf verfallen waren, entschlüpfte ich durch eine Oeffnung, die ich selbst gemacht hatte, und gelangte unbemerkt ins Freie. Doch, o Schrecken! Kaum hatte ich mich einige Schritte von der Hütte entfernt, als der Hund meines Herrn laut zu bellen anfing und auf mich losstürzte. Im Nu waren die anderen Sklaven auf den Beinen und schleppten mich vor meinen Herrn, der sich ebenfalls von seinem Lager erhoben hatte und unter den heftigsten Zornesausbrüchen mich an Händen und Füßen binden ließ. Am folgenden Morgen traf mich eine Strafe, die mir zeitlebens nicht aus demGedächtnis schwinden wird; auf Geheiß meines Herrn wurde ich von einem Sklaven mit dein Korbatsch gezüchtigt und zwar derart, daß sowohl mein Rücken als auch meine Arme und Beine sich mit blauen Striemen bedeckten und ich mich gleich einem Wunne vor lauter Schmerzen auf dem Boden hin- und herwand. Es war das erstemal in meinem Leben, daß ich eine derartige Züchtigung erhalten hatte. Seit diesem Vorfall war Dafallah wie umgewandelt. Er wechselte mit mir kein freundliches Wort mehr, betrachtete mich stets mit mißtrauischen Augen und ließ mich auf Schritt und Tritt bewachen. Damit nicht zufrieden, machte er seinem Unwillen über mich täglich durch heftige Vorwürfe und gräßliche Scheltworte Luft, so daß es den Anschein hatte, als sei er meiner ein für allemal überdrüssig und wolle mich nicht länger in seinem Hanse dulden. So war es in der Tat. Bald darauf erklärte er unverhohlen, daß er sowohl mich als auch eine seiner Sklavinnen mtf dem Sklavenmarkt in Gola, einer benachbarten Ortschaft, verkaufen werde. Diese Sklavin war eine Negerin ans dein Stamme der Nubaner, namens Bachita, die im Alter von ungefähr zwanzig Jahren stand und bereits zehn Jahre als Sklavin im Hause Dafallahs gedient hatte. Gesagt, getan! Zwei Tage später führte er uns beide nach Gola, woselbst zu jener Zeit alle Monate ein Sklavenmarkt abgehalten wurde. Jener Tag, an dem ich auf dem Sklavenmarkt zum Verkauf ausgestellt wurde, war gewiß einer der peinlichsten, die ich je erlebt Hobe; denn damals war es, wo ich mich der llnehre und Schmach meines Sklavenlebens lebhafter denn je bewußt wurde. Ab und zu kamen arabische Händler, um mich bezüglich meiner körperlichen Kraft und sonstigen Eigenschaften einer genauen Prüfung zu unterziehen. Nach ihrem Belieben mußte ich ihnen meine Füße und Hände, sogar meine Zähne vorzeigen. Wie groß war meine Furcht und Angst, wenn sich als Käufer ein Araber einstellte, dem man die Rohheit und Grausamkeit aus den Gesichtszügen und seinem ganzen Benehmen ablesen konnte. Ich zitterte bei dem Gedanken, in die Gewalt eines solchen Menschen zu geraten und seiner Willkür schütz- und rechtlos preisgegeben zu sein. Die neben mir befindliche Nubanerin wurde bereits am Vormittag von einem Araber gekauft, der dieselbe alsbald wegführte und mit ihr in der sich ans dem Markte drängenden Volksmenge für immer verschwand. Mein Los wurde erst abends entschieden. Ich gelangte in die Hände eines Kophten aus Aegypten, namens Naggla, der mich zum Preise von zehn Talern kaufte. Mit lächelnder Miene faßte er mich bei der Hand und geleitete mich in eine nahe Hütte, wo ich die folgende Nacht zubrachte. Naggla begleitete als Dolmetsch den dents ch en Afrikareis end en Emin Bey (Dr. Schnitzler ans Reißen), der damals gerade auf einer Forschungsreise in die Gebiete des Weißen Nil begriffen war und später als Mudir (Statthalter) die Aequatorialprovinz verwaltete. Wider Erwarten erkrankte Naggla kurz darauf an einem bösartigen Fieber, das aller Heilmittel spottete und schon in drei Tagen seinem Leben ein Ende machte. Dies an sich schmerzliche Ereignis war meine Rettung. Denn Naggla machte kurz vor seinem Tode die letztwillige Verordnung, daß ich der österreichischen Mission in Khartoum zur Erziehung übergeben werden solle. Emin Bey schrieb dieserhalb an den Obern des Missionshauses, der ohne Zweifel mit meiner Aufnahme einverstanden war, denn wenige Tage darauf bestieg ich einen Regiernngs-dampfer, der nach achttägiger Fahrt in Char-fuimt anlangte. Der Obere des Missionshauses nahm mich bereitwilligst auf, hörte mit herzlicher Teilnahme die Erzählung meiner Lebens- Missionäre erteilte uns auch Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen und nahm sogar an unseren gemeinschaftlichen Erholungen im Missionshaus rührigen Anteil. So hatte ich die heißersehnte Freiheit wiedererlangt; durch die Aufnahme in die österreichische Mission Y Fr. Ittarl Mangler F. 8. C. schicksale an und führte mich dann unter die Negerknaben, welche, ungefähr vierzig an der Zahl, daselbst unentgeltlich verpflegt und erzogen tvurden. Ich wurde von allen aufs herzlichste bewillkommt, so daß ich mich unter ihnen bald ganz Heimisch fühlte. Einer der war mir eine Wohltat zuteil geworden, deren vollen Wert ich erst später erkannte und wofür ich nächst Gott dieser Mission zu lebenslang-länglichem Danke verpflichtet bin." So weit die Erzählung Allahdjabs. Welches waren seine späteren Lebensschicksale? Nachdem er die Missionsschule in Khartoum vollendet und sich die für sein Leben notwendigen Kenntnisse erworben hatte, bekam er rat Alter von 14 Jahren auf seine inständige Bitte hin die heilige Taufe, in der er den Namen Donatus erhielt. Ein Jahr später wurde'er mit mehreren anderen Negerknaben in die Missionsstation El Obeid in Kordofan abgeschickt, wo er beim Baue einer neuen Kirche mehrere Monate hindurch Hilfe leistete. Hierauf kehrte er nach Khartoum zurück, jedoch nur für kurze Zeit. Denit im selben Jahre (1882) stand der Mahdi auf, der den ganzen Sudan gegen die Regierung aufwiegelte und nach Vertreibung aller Europäer die Herrschaft erlangte. Die Missionäre flüchteten sich saint ihren Negern nach Aegypten, wo der damalige apostolische Vikar die Negerkolonie Gesirah bei Kairo zu ihrer Unterkunft angekauft und eingerichtet hatte. Unter ihnen befand sich auch Donatus Allahdjab. In Gesirah heiratete er die Negerin Mariam Morsala aus dem Stamme der Bari, welche im Hause unserer Missionsschwestern erzogen worden und kurz vor ihrer Verehelichung die heilige Taufe empfangen hatte. Die Wahl dieser Lebensgefährtin war eine glückliche. Mariambesitzt häuslichen Sinn, ist recht arbeitsam, dazu anspruchslos und friedfertig alles Eigenschaften, welche inehr als alles andere für das Glück des Ehelebens eine sichere Gewähr leisten. Beide lebten bisher in Frieden und Eintracht zusammen. Während Mariani als wackere Hausfrau den kleinen Haushält besorgt, arbeitet Donatus als Taglöhner: bald ist er als Maurer, bald als Gärtner, bald als Acker- bauer beschäftigt. Doch an Arbeit fehlt es ihm nie. Und ivas noch erfreulicher ist, beide sind gewissenhaft in Erfüllung ihrer Christenpflichten und gehen hierin den Negern unserer Kolonie mit gutem Beispiel voran. Natürlich vergessen sie dabei auch nicht die Erholungen und Vergnügen im Kreise ihrer schwarzen Stammesbrüder. Ihr beliebtestes Vergnügen ist der Tanz, der unter den weithinschallenden Klängen der Darabuka (Trommel) an den Abenden der Sonn- und Feiertage unter allgemeiner Teilnahme unserer Neger ausgeführt wird. Die drei Kinder unseres Negers, die der geneigte Leser an seiner Seite auf dem Bilde (siehe Heft 2, Seite 41) erblickt, werden gegenwärtig im Missionshaus erzogen. Die beiden Mädchen wohnen im Hause unserer Missionsschwestern „der frommen Mütter des Negerlandes", von denen sie sowohl im Lesen und Schreiben als auch in den weiblichen Hausarbeiten unterwiesen werden. Der kleine Josef, erst fünf Jahre alt, ist eilt echter Springinsfeld, I der weder in der Kirche noch in der Schule auch nur eine Minute in ruhiger Haltung verharren kann und daher die Geduld des mit der Aufsicht unserer Negerknaben betrauten Laienbruders Plazidns manchmal auf eine harte Probe stellt. Wir schließen mit dem Wunsche, daß diese sowie alle anderen Negerfamilien in unserer Kolonie Gesirah im Guten verharren und daß ihnen die Segnungen unserer heiligen Religion sowohl im Diesseits als auch int Jenseits tut vollsten Maße zuteil werden. Der junge flfMsftonäv. Lum 3oöe des Klerikers Fr. Ikarl Mangler F. 8. C. gewidmet von Jßontfatius Ikieferl O. S. A. Vom Westen grüßte dis Sonne zum Hang; Im goldenen Glanze zogen Zur blauenden Ferne mit seltenem Sang Des Wildbachs tosende Wogen. Ein Glöcklein kündete leise die Nacht Dem Pilger auf fernen Wegen lind hat in das stürmende Herz gebracht Des Himmels Frieden und Segen. Und einsam schaut in die goldene Glut Ein sinnender Knabe so gerne: Wie leuchtet und sprühet die Eisackflut lind treibet und dränget zur Ferne! Sv zieht es das sehnende, junge Gemüt Zum freien, zum sonnigen Süden; Das Herz in dem Knaben lodert und glüht, Und kann nicht und Ivill nicht ermüden. Dort irret ein Volk ohne Weg, ohne Wacht Und hat nicht Schützer noch Pfleger — Der Himmel so ferne, so düster die Nacht — Die armen, die klagenden Neger. — Und drohen ihm Mühen und drohet Gefahr, Es flammet die Sehnsucht im Knaben, Als Priester zu retten die suchende Schar, Mit himmlischem Lichte zu laben! So steht er am Hänge und sinnet und träumt Und schauet die Gluten so gerne, Wie drüben der zornige Wildbach schäumt Und treibet und dränget zur Ferne. So hat es ini Herzen des Knaben getoste Die Glocke war leise verklungen, Und hatte des Himmels labenden Trost Ins stürmende Herz ihm gesungen. Es schwinden die sonnigen Tage dem Tal; Nun ward es so düster und bange. Wie standen die Fluren so öd, so kahl; Die Nebel kröchen am Hange. — Ich stand im Friedhof bei dämmernder Nacht Mit traurigem Herzen am Grabe. Du hast eilt goldenes Opfer gebracht, Du lieber, du friedlicher Knabe! Aus Gesirah schreibt uns der hochwürdige P. H. Larisch hierüber folgendes: Vorbereitung. Gewiß wurde in allen Teileit der Welt das Jubiläum der unbefleckten Empfängnis Mariä mit großer Feierlichkeit begangen. Auch unsere kleine Negerkolonie von Gesirah ivollte nicht zurückbleiben, um ihren schuldigen Tribut der Verehrung im Jubeljahre der Unbefleckten darzubringen. Schon ein Jähr vor dein Jubelfest wurden auf Anordnung des nun verstorbenen Erzbischofs Gaudentius Bonfigli, apostolischen Vikars von Aegypten, unsere Neger durch besondere Andachts-Übungen am achten jeden Monats oder am darauffolgenden Sonntag auf das hohe Fest vorbereitet. Auch die neuntägige Andacht vor dem 8. Dezember wurde besonders feierlich begangen. Obgleich das Fest der unbefleckten Empfängnis sich unter allen Festen der Kolonie dadurch auszeichnet, daß sich unsere Neger alljährlich darauf durch eine dreitägige Mission vorbereiten, so wollte man doch diesmal mehr tun. Statt einer dreitägigen wurde eine viertägige Mission abgehalten; alle, groß, und klein, wohnten mit Eifer den Predigten bei, welche von einem syrianischen Priester in arabischer Sprache gehalten wurden. Währenddem unsere Neger sich so in die rechte Feststnmnung zu versetzen suchten, wurde die Kirche aufs schönste geschmückt. In der Mitte derselben wurde ein Gerüst errichtet und darauf die Statue der Unbefleckten gestellt; eine Menge Kerzen und Lampen, Lilien und andere Blumen umgaben die Statue und viele Fahnen in allen Wie glühte das Herz dir, von Sehnsucht so tiott — Du hattest die Neger so gerne; Nun ruhst du, ein Fremdling, im Lande Tirol, Der sonnigen Heiniat so ferne. Dein glühendes Herz, du hast es bewacht, Es sorgsam zum Himmel zu leiten; Es hat dich zum glänzenden Engel gemacht Für nimmermehr endende Zeiten. Nun haltest du treue und sichere Wacht Als himmlischer Schützer und Pfleger Und führest und lenkest zur göttlichen Macht Die armen, die klagenden Neger. — Und ziehen die frostigen Nebel durchs Tal, Daß Lieder und Sänge verstummen, Es locket doch endlich ein Frühlingsstrahl Und wecket die träumenden Blumen. Sie ranken und glühen im stillen aufs neu', Die krankenden Herzen zu laben, Und flüstern von Liebe und Brudertren' Ins Grab dem schlafenden Knaben. — Vom Osten begrüßet die Sonne den Hang; Es ziehen in goldenen Gluten In blauender Ferne mit seltenem Sang Des Eisacks rauschende Fluten. ter trt Hftifca. Farben trugen besonders zur Erhöhung der freudigen Feststimmung bei. Ein schöner Anblick,; ein jedes liebende Marienkind fühlte sich entzückt, die allerreinste Jungfrau auf dem Throne stehend zu sehen, wie sie die Augen gen Himmel gerichtet, um Gnade und Barmherzigkeit für die armen Neger fleht. 8. Dezember. Der Himmel war bewölkt und man zweifelte sehr, einen schönen Tag zu haben. Bald nach 5 Uhr rief die Glocke alle Bewohner der Kolonie zur Kirche. Nach der Predigt über die Unbefleckte erhielt ein elfjähriges Mädchen die heilige Taufe und wurde nach dem Wunsch von P. H. aus Wien, die als Patin fungieren ivollte, Natalia Ferdinanda Maria genannt. An diesem schönen Tage wollte auch der Heiland zum erstenmal in fünf Negerherzen einkehren. Diese fünf glücklichen Mädchen wurden «feierlich vom Schwesterninstitut von zwei Priestern abgeholt. Alle fünf waren weiß gekleidet, selbst die Schuhewaren weiß, nurdie Gesichter waren mehr oder weniger schwarz. Unter Absingen von schönen Marienliedern langten sie in der Kirche an, wo sie nach einer kurzen arabischen Ansprache über die heilige Taufe die Taufgelübde erneuerten. Gegen 7 Uhr war das Hochamt. Nach dem Evangelium hielt der Zelebrant noch eine kurze Rede über die Worte des göttlichen Kinderfreundes: „Lasset die Kleinen zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich." Nach den Erstkommnni-kanten näherten sich die übrigen dem Tische des Herrn. Die Erstkommnnikantinnen wurden nach Be- ©eite 1)8. Stern der Neger. Heft Z. eildigimg des Gottesdienstes unter Freudengeschrei der Negerfranen und unter dem Schlagen der Darabnka (Trommel) von den Mädchen ins Haus begleitet. Die schöne Feier machte einen großen Eindruck auch auf die Negerknaben und mehrere derselben baten mich, ihnen doch sobald als möglich j die heilige Tairfe zu spenden. wurden getragen und an mehreren Stellen aufgehißt. Auch Kränze und Blumensträuße (obwohl im Dezember) fehlten nicht. Vier Schwestern trugen abwechselnd die Statue der Unbefleckten, die Nengetaufte und die Erstkommunikantinnen trugen verschiedene Embleme. Beim Auszug aus der Kirche stimmten die Negerknaben das „Tota pulehra es Maria“ tGanz 1Rie|'en=Sflenbrotbaum bei Zu! im Sudan. Prozession. Nachmittags 3 Uhr rief die i Glocke noch einmal die Bewohner der Kolonie in die Kirche. Ein Platzregen fiel, als man den Rosenkranz zu beten anfing, doch als dieser zu Ende war, hörte auch der Regen auf und so hielt nun die Unbefleckte im Garten ihren Triumphzug. Alles wurde aufgeboten, mit ihn recht feierlich zu gestalten. Viele Fahnen und Fähnchen schön bist du, o Maria) an. Böller wurden fortwährend losgefeuert und die schönsten Marienlieder gesungen. Bei einem eigens errichteten Altar imtt'bc Halt gemacht, ein Gebet zur Unbefleckten verrichtet und dann der Segen mit der Reliquie gegeben. Von dort ging man durchs Negerdorf und kehrte hierauf unter Absingen des Tedenms in die Kirche zurück. Heft 3. Stern der Neger. Seite 69. Am Abend war zur größten Freude und : Aehnlichcs berichten auch die anderen Sta- znm Jubel besonders der Negerknaben herrliche timten. Selbst die neugegründete von Kayango Beleuchtung und krönte so den schönen Tag, der wollte nicht zurückbleiben. Wir lassen dnrmn einen den lieben Negern unvergeßlich bleiben wird. interessanten Bericht hierüber folgen. Ikajamjo, am Zubelkest der unbefleckten Linpkängnis 1904. Von P. Kern. Altana Lorn F. S. C. Während ich diese Zeilen niederschreibe, beschließe ich einen Tag, wie ich ihn kantn schöner und freudiger seit meinen 33 Jahren erlebt. Mein Wunsch wäre es, in einem einzigen einleitenden Satze seinen Charakter und das „Warum" seiner für mich und unsere ganze Kongregation so hohen Bedeutung darzustellen; doch drängen sich mir so viele und mannigfaltige Gefühle auf, daß ich mich mit dem Sprichwort trösten muß: „Wer langsam fährt, fährt sicher und kommt doch zum Ziele." Wo wäre tvohl in der ganzen Welt eine christliche Seele, die sich nicht schon lange im voraus ans ganzem Herzen über die Jubelfeier der unbefleckten Jungfrau gefreut und nicht alles aufgeboten hätte, diese Feier möglichst glanzvoll zu begehen? Was so viele Millionen fromme Seelen, sollten das nicht auch lute, int fernen Afrika, am „Bahr el Ghazal", wo doch bis jetzt diese unsere himmlische, gute Mutter noch ganz unbekannt, wenn nicht mit größerem, so doch mit gleichem Enthusiasmus anstreben? lind ich werde mich bemühen, allen, die diese Zeilen lesen werden, zu beweisen, daß wir es getan haben. Schon einige.Wochen vor dem Feste begannen wir unsern schwarzen Zöglingen, die immer zahlreicher werden, schöne Marienlieder geläufig zu machen. — Das gelang uns. Zivci Mann arbeiteten beständig in der Schneiderei. Jeder Neger-knabe sollte für das Fest eine feine Hose und eine noch elegantere Jacke erhalten; selbstverständlich zu Ehren der Unbefleckten, in der schönen Farbe der Unschtild. An jenem $age. wollten wir sie alle so glücklich und zufrieden sehen, wie sie nie in ihrem Leben gewesen. Die Schlauberger hatten bald die Sache heraus — mußten wir doch für jeden das Maß nehmen und auch hie und da anprobieren. Das brachte ihnen jedoch keinen Schaden und uns noch viel weniger: sie halfen uns mit so freudiger an den sonst noch notwendigen Vorbereitungen. Kaum konnten sie den schönen Tag abwarten. Früh morgens waren schon alle auf den Beinen. Mancher, glaube ich, mochte wohl kaum ein Auge während der ganzen Nacht geschlossen haben. -Endlich waren die heiligen Messen zu Ende nnd cs wurde mit der Schelle ein Zeichen gegeben, daß die zukünftigen Katechumenen sich versammeln sollten. Das brauchte nicht zweimal zu geschehen! Selbst unsere 3 erwachsenen Arbeiter schämten sich nicht, sich unter die Kinder zu mischen, um der Freuden dieses Festes mit teilhaftig zu werden. Erst wurden in einem „Dordor" seine Hütte, wie sie hier die Eingeborenen und einstweilen auch wir noch haben) alle schön gekleidet. Ich sage „schön", denn wie schon früher erwähnt, hatten wir sämtliche Kleider ans schneeweißem Tuch angefertigt. Daß sie sich in solch nie» gesehenen und noch weniger je gehofften Paradeanzügen recht gefielen nnd von allen Seiten Seite 70. Stern der Neger. Heft 3. beschauten und bewunderten, ist selbstverständlich; haben ja dvch auch in Europa noch viel angesehenere Persönlichkeiten bei ähnlichen Anlässen noch den Mut dazu. Zu je zweien wurden sie nun in die Kirche geführt, die so geschmackvoll als möglich geschmückt worden war. (Sasse mir jedoch die Freiheit, auf die „Kirche" und die „geschmackvolle Ausschmückung" später nochmals zurückzukommen; diese beiden Ausdrücke sind poetisch und bedürfen einer Erklärung.) Kniend beteten sie laut drei „Gegriißet seist du, Maria" und die Antiphon „Salve Regina", worauf der hochwürdige P. Oberer den Altar bestieg, um für jeden einen Rosenkranz und das Skapulier der unbefleckten Empfängnis zu segnen. Aufmerksam horchten fie auf jedes Wort und verfolgten mit ihren glänzenden Augen alle seine Bewegungen. Nach vollendeter Zeremonie führte ich sie alle zum Altare, vom Größten angefangen bis zu einem 40 bis 50 Zentimeter messenden Bürschlein, das jedoch der geweckteste von allen ist und, wenn nicht alle unsere Hoffnungen auf ihn fehlschlagen, sich einstens in Rom als Priester ausbilden läßt. Mit solcher Andacht empfiengen sie den heiligen Rosenkranz und ließen sich das Skapulier umhängen, daß die meisten sich gar nicht getrauten, diese Gegenstände mit eigenen Händen zu berühren. — Doch nun wurde es ihnen zu lang, bis sie vor der Türe waren, um sich ihre gegenseitigen Gefühle mitteilen zn können. Sie wurden hierin bald befriedigt, nachdem sie zuvor noch ein Lob- und Danklied zu Maria gesungen hatten. Aus der Kirche führte ich sie direkt in unser eigenes Speisezimmer, wo für jeden ein außergewöhnlich gutes und reiches Frühstück und zudem noch zwei Geldmünzen bereit lagen. Da hätten Sie mal das Durcheinander von Fragen und Antworten, von Ausdrücken der Freude und der Bewunderung hören sollen! Es ging, als ob 99 Spatzen auf einem Birnbaum um die Wette sängen. Die Feier ist jedoch noch nicht zu Ende. — Während die Glücklichen fröhlich schmausten und sich ihre Abenteuer erzählten, bereiteten wir im Zimmer des Obern einen kleinen Tisch, darauf stand ein Kruzifix und zu beiden Seiten eine brennende Kerze. Ich rief die Gesellschaft herbei und das Buch der Katechumenen wurde aufgeschlagen. — Wieder vom Größten anfangend, mußte jeder seinen Bor- und Zunamen sagen. Diese wurden zwischen Klammern gesetzt und ein jeder erhielt noch den Namen eines bekannten Heiligen, wie Josef, Petrus, Paulus, Johannes, Andreas, Matthias, Bernard usw. Zn bemerken ist noch, daß jeder auch noch dazu den Namen „Maria" erhielt. Neunzehn konnten wir au diesem Tag einschreiben, worunter sich mehrere befanden, die jeden Tag bereit wären, die heilige Taufe zu empfangen. Wir müssen sie jedoch zuvor noch unterrichten und wenn wir sie genügend vorbereitet haben, sollen sie dieser Gnade auch teilhaftig werden. Wir werden ihnen sodann eine gute Ehehälfte besorgen und in nicht zu langer Zeit ist ein christliches Negerdorf gegründet. O, luic schön und trostreich wäre dass Doch kehren wir wieder zu unseren Helden zurück. Bei dieser Gelegenheit sollten sie auch ihrem Landesfürsten, ihrerschwarzen Durchlaucht, offiziell vorgestellt werden. Der hochwürdige P. Bertola und ich begleiteten sie zu seinem etwa 5 Minuten von unserer Kolonie gelegenen, aus vielen Dordors bestehenden Dorfe. (Palast kann ich die Residenz unsers Landesherrn nicht nennen; seine Wohnung unterscheidet sich von der eines jeden anderen nur dadurch, daß sie mit mehr Geduld und Zeit und mit etwas geraderen Pfählen gebaut ist.) Er empfing uns sehr freundlich. Selbst die Buben wurden alle ins Gastzimmer eingelassen. Doch das wäre noch wenig. Wer sollte es glauben?! Seine fürstliche Hoheit, der Kronprinz, ließ es sich nicht nehmen, alle unsere Katechumenen, die noch, nebenbei bemerkt, den Rosenkranz und das Skapulier am Halse trugen, mit Rosenwasser zu besprengen! Als die Reihe an uns Patres kam, konnten wir uns kaum des Lachens enthalten. Wohl nicht, als ob ivir uns dadurch geschmeichelt fühlten, sondern wegen der Seltenbeit des Schauspieles und des guten Herzens, oas sich in jenem Akte zu erkennen gab. Ich dankte dem guten Mann freundlichst; lud ihn aber halblaut ein, den hochwürdigen P. Bertola etwas duftig zu machen, da er ein wenig Fieber habe und es ihm vielleicht gut bekommen würde. — Meinem Wunsche wurde sofort Folge geleistet, oder besser gesagt, man wollte ihm Folge leisten, denn jener, der meine Absicht bemerkt, spielte mir zugunsten dieselbe Rolle. Schließlich mußten alle lachen und der Prinz zog sich unverrichteter Dinge zurück. Dieser ersten Erfrischung folgte ein Gläschen Kognak, an dem wir ein wenig nippten. Zahlreich war das Gefolge, das sich inzwischen gesammelt. Der Häuptling zeigte uns alles, was uns nur interessieren konnte; sprach jedoch wenig. Er ist eben einer von jenen, die alle Worte messen, und wenn sie mal sprechen, so hat's auch Hand und Fuß. „Gegen 11 Uhr kommen Sie doch hinüber," bat ich ihn, „heute ist Festtag und da müssen wir alle zusammen speisen!" Er nahm die Einladung dankend an und ivir verabschiedeten uns. Pünktlich traf er ein und, obwohl nicht ganz am Platze, darf ich doch wohl unserm König zu Ehren hier noch einige Bemerkungen einschalten. Bei dieser ganzen Handlung zeigte er eine so große Klugheit und Bescheidenheit, daß sich Heft 3. Stern der Neger. Seite 71. jeder darüber wunderte. Als Heide hatte er be- | kanntlich nicht die Gewohnheit, vor Tisch zu beten. Als er jedoch sah, daß wir alle aufstanden, kam er nach, versuchte auch das Kreuzzeichen zu machen und ettvas später nahm er selbst die Kopfbedeckung ab. Er war der letzte, der sich tuieber niedersetzte und auch später immer der letzte in allen Dingen. Der Schlaumeier tat es eben, mit zu sehen, wie wir es machten, und so gelang es ihm, sich ganz nach europäischer Weise den Appetit zu stillen. Würzige Bemerkungen fehlten hie und da nicht. „Auch die Golo," meinte er, „haben Gabeln, nur blinken sie nicht so wie die eitrigen; dafür haben sie jedoch den Vorteil, daß sie je fünf Zähne haben und beide Instrumente durch ein bloßes Einziehen der Btuskeln zu Löffel werden. Auch dauern sie einem jeden gewöhnlich solange er lebt und sollte erstemal im Jenseits brauchen, so braucht er nicht erst zum Krämer laufen." Ich meinerseits sah nicht ein, warum ich so stichhaltige Gründe widerlegen sollte. „Ich bin sehr zufrieden mit euch," bemerkte er nach einer großen Pause. „Ich werde mit meinen Leuten kommen und selbst ein großes Grundstück auswählen, damit ihr euch einen schönen Garten anlegen könnt. Auch das Wasser soll euch dafür nicht mangeln, denn ich lasse einen tiefen Brunnen in demselben graben." Einen uns angenehmeren Vorschlag hätte er uns gar nicht machen können. Gebe Gott, daß er sein Versprechen nur halte! Nach dem Mahle fehlte selbst das Konzert nicht. Ein Bruder spielte Harmonika und ich begleitete ihn so gut ich konnte, auf einem mir jüngst zugeschickten Instrument. Die meisten der Anwesenden hielten, mit nur keinen Laut zu ver- lieren, die Augen zu und Mund und Ohren offen. Zur Abwechslung nahm ich noch meine Klarinette zur Hand, ans der ich in letzter Zeit gute Fortschritte gemacht, und blies, was das Zeug nur halten konnte. Gegen 2 Uhr sehnten sich alle nach Ruhe und die Sitzung wurde aufgehoben. Möge der himmlische Sämann den guten Samen, den er heute durch unsere Hände auszustreuen sich gewürdigt hat, auch gutes Aufkommen und Gedeihen geben, damit er dreißig-, sechzig-, ja hundertfältige Frucht bringe! Den nötigen Tan der Gnade wird schon unsere Mutter Maria zu Ehren ihrer unbefleckten Empfängnis spenden. Zu unseren Silbern. Das Bild (Seite 56) zeigt uns den schönen Hochaltar der Kirche in Helouan (Aegypten). Die Kirche ist der heiligen Familie geweiht, was man dem Altarbild entnehmen kann. Auch in der Station Helouan - - wie wir einem Briefe vom 20. Januar d. I. entnehmen — ist wiederum eilt großer Fortschritt zu verzeichnen. Die Räumlichkeiten für Schule und Waisenhaus wurden bedeutend vergrößert; daselbst erhalten die armen österreichischen Waisenkinder aus Kairo Unterricht, auch ist die Missionsschule mit Vorliebe, von den Fremden, bereit es in dieser Jahreszeit sehr viele hier gibt, besucht. Die Kirche wird von den Touristen und Kranken aller Nationen besucht, welche hieher kommen, mit int milden und trockenen Klima dieser Wüstenstadt die Gesundheit wiederzuerlangen. Nicht wenige, besonders Lungenkranke, kehren geheilt in die Heimat nach Europa zurück. (Bebetserbörungen und -Empfehlungen. Gebetserhörmigen und -Empfehlungen, bei welchen nicht Name und Wohnort der Redaktion aiweaeben werden, werden nicht veröffentlicht. — Die Abkürzung wird durch die Redaktion besorgt. St. P. in A. Wir wurden gefordert, eine nicht existierende Schuld zu zahlen, sogar mit dem Gericht wurde gedroht; wir nahmen unsere Zuflucht zum hl. Expositns und wurden erhört. Innigsten Dank dafür. — Wir bitten, eine magern kranke Person und eine mit krankem Arme dem heiligsten Herzen Jesu zu empfehlen. M. G. aus W. Dem heiligsten Herzen Jesu unendlichen Dank für eine glückliche Operation. Bitte um weiteres Gebet, damit die Besserung anhält. L. R. in R. Ich danke innigst dem heiligsten Herzen Jesu und Mariä, dem hl. Josef und Antonius für die Erhörung in sehr schwierigen Angelegenheiten und bitte nochmals um das Gebet in wichtigen Anliegen. Seite 72. Stern der Neger. Heft 8. Anton K. Danke den: heiligsten Herzen Jesu, unserer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe, dem hl. Antonius und der Fürbitte der armen Seelen, welche in großer Not und Kummer geholfen haben. Bitte auch ferner, unsere Anliegen ins Gebet einzuschließen. S. M. bei B. Bor allem muß ich dein göttlichen Herzen Jesu für Hilfe in einem schweren Anliegen danken und bitten, znm Preise des heiligsten Herzens Jesu es zn veröffentlichen. Ungenannt. Danke dem heiligsten Herzen Jesu, der lieben Mutter Gottes, dem hl. Antonius und den armen Seelen für das Wiederfinden eines wertvollen Gegenstandes. * * * N. N. ans B. bittet, seinen schwerkranken Obern ins Gebet einzuschließen. Um Einschluß ins Gebet der Leser des „Stern", um in schweren Anliegen erhört zu werden, bitten Th. W. in W., S. M., Th. H. ans N. bei I., Frau A. Eg. I. H. bittet, um die Bekehrung eines verstockten Sünders zu beten. A. Sch. bittet, ein schweres Anliegen dem. heiligsten Herzen Jesu, Mariä und der hl. Anna 51t empfehlen. R. S. empfiehlt eine Frau aus Innsbruck dringend dem Gebete zum heiligsten Herzen Jesu und Mariä in einem Anliegen. S. M. B. Bitte um ihr Gebet am Altar in schweren Familien- imb Verkaufsanliegen; helfen Sie uns das heiligste Herz Jesu bestürmen, da schwere Geldangelegenheiten und große Bekümmer-nis daran hängen; für bedrängte Familien, für mehrere Kranke und Leidende tut Körper und Geist und andere Anliegen. Veröffentlichung bei Erhörung versprochen. 9Č. N. empfiehlt sich dem Gebet znm heiligsten Herzen Jesu und Mariä, damit die Hindernisse für den Eintritt in den Ordensstand beseitigt werden. Bk. K. Bitte, für mich um Hilfe in finanziellen und Geschäftsanliegen, um Gnade, meine Pflichten recht zn erfüllen, und in anderen Anliegen zn beten. M. W. ans H. bittet von: Grunde des Herzens, ihr Anliegen den heiligsten Herzen Jesu und Mariä zn empfehlen, da sie dem Erblinden nahe ist. Eine Frau aus N. empfiehlt sich dem Gebet der Missionäre in einem leiblichen Anliegen. P. Kr. aus Sch. bittet ums heilige Gebet um Erhörung in geschäftlichen Angelegenheiten. A. P. empfiehlt seine Tochter, die einein hartnäckigen Nervenleiden und Krämpfen verfallen, dem Gebete der Leser. A. B. Tr. Ente Person Ivird wegen ehelichen Friedens für ihre Tochter und in Dienst-botenanliegen ins Gebet empfohlen. Aus P. Eine „Stern"-Leserin bittet in einein Anliegen ums Gebet, I00 nur das heilige Herz Jesu helfen kann. S. M. in M. Ich bitte um Ihr Gebet für einen jungen Herrn wegen Sinnesänderung. Dr. Sch. empfiehlt seine Familie und Verwandten in ewigen und irdischen Angelegenheiten dein Gebet zum heiligsten Herzen Jesu und Mariä. Fr. St. bittet, für ihn am Herz Jesu-Altar um Befreiung von schwerem Nervenleiden zu beten. M. M. Bitte inständig ums Gebet für meinen Bruder wegen Befreiung von einem großen Seelenleiden und mit körperliche Gesundheit; ferner ums heilige Gebet nach Meinung. H. H. bittet zur Erlangung seiner Gesundheit ums Gebet zum heiligsten Herzen Jesu, Mariä und Josef. Familienvater I. K. empfiehlt sich dem heiligsten Herzen Jesu, um von seinem oft wiederkehrenden Leiden befreit zu werden. Eine Jungfrau bittet, ihrer im Gebet zu gedenken behufs Erkenntnis ihres Berufes znm Ordensstand und Beseitigung der Schwierigkeiten. I. 4k. bittet nins Gebet für seinen schwerkranken Arzt, mit dessen Erhaltung und baldige Genesung. m innrere Bitten. Unserem Missionshaus fehlen noch manche Paramente für den Gottesdienst, wie Meßgewänder für Festtage, ein Velum Immen,le, Kirchenwäsche, besonders Alben, Chorröcke, außerdem noch ein Meßbuch. — Auch nehmen wir Bücher stets dankbar an. Dein frommen Gebet werden empfohlen: Der hochwürdigste Bischof Geyer samt Missionären auf der Expedition zn den NjaiNfNjam. — Unsere Noviziate. Ucvantwovtl. Sdbriftleitev: P. Georg /lßarfa Utirh F. S. C. — ipreDverdnsM-uchcrd, Bitten, Südtirol. 4223 4224 4237 4243 4250 4253 4320 4323 4331 4333 4334 4339 4387 4394 4397 4398 4399 4401 4435 4436 4438 4443 4453 4456 4489 4490 4491 4496 4498 4500 4552 4554 4556 4576 4576 4582 4631 4634 4637 4643 4645 4648 4691 4693 4695 4696 4699 4702 4729 4730 4731 4733 4739 4745 4906 4907 4910 4916 4917 4925 4979 4980 4982 4985 4988 4989 5050 5051 5052 5053 5054 5055 5094 5097 5101 5104 5105 5106 5141 5146 5147 5148 5152 5154 5180 6183 5186 5188 5190 5191 5246 5249 5254 5258 5262 5265 5312 5318 5319 5322 5324 5326 5380 5383 5394 5396 5399 5400 5133 5137 5148 5450 5152 5453 5524 5527 5529 5533 5534 5554 5660 5666 5667 5669 5670 5671. 5704 5705 5706 5710 5712 5714 5752 5753 5754 5756 5760 5766 5812 5814 5816 5818 5819 5825 5903 5904 5908 5912 5914 5916 5974 5975 5976 5977 5986 5990 6035 6050 6051 6052 6061 6065 6126 6129 6130 6131 6133 6135 6164 6165 6166 6167 6168 6212 4254 4265 4272 4273 4280 4281 4349 4354 4357 4360 4361 4362 4402 4403 4406 4409 4410 4411 4457 4458 4466 4467 4470 4471 4502 4506 4509 4511 4519 4523 4584 4586 4587 4588 4594 4597 4649 4650 4654 4656 4659 4663 4705 4710 4711 4714 4716 4717 4747 4750 4830 4831 4833 4834 4926 4937 4945 4947 4957 4959 4993 4998 4999 5000 5004 5006 6058 5059 5060 5064 5073 5076 5113 5116 5119 5120 5126 5129 5’55 5156 5157 5158 5169 5162 5193 5194 5198 5199 5202 5204 5266 5269 5270 5272 5277 5288 5334 5339 5340 5344 5346 5347 5401 5404 5405 5406 5409 5412 5155 5468 5473 5478 5493 5500 5566 5575 5579 5586 5588 5621 5675 5676 5677 5682 5686 5688 5715 5716 5717 5718 5723 5731 5767 5768 5772 5780 5783 5785 5826 5831 5840 5850 5854 5859 5917 5922 5931 5989 5945 5947 5992 5994 5996 6000 6005 6008 6066 6070 6079 6081 6083 6088 6137 6139 6140 6142 6143 6144 6223. IRacbträgltcb erneuerten 4293 4296 4303 4308 4312 4313 4318 4366 4373 4376 4379 4380 4381 4382 4414 4417 4425 4428 4430 4433 4434 4472 4474 4475 4479 4482 4485 4486 4532 4535 4536 4537 4539 4543 4549 4600 4608 4610 4612 4616 4618 4626 4668 4672 4676 4678 4679 4683 4684 4719 4721 4722 4723 4726 4727 4728 4845 4847 4863 4871 4896 4898 4904 4962 4965 4969 4970 4971 4972 4978 5008 5015 5023 5031 5031 5039 5040 5078 6060 5081 5082 5085 5091 5093 51HO 5131 5133 5134 5138 5139 5140 5163 5164 5166 5169 5171 5173 5177 5210 5212 5214 5217 5220 5226 5238 5289 5295 5297 5298 5301 5304 5411 5352 5358 5364 5366 5872 5375 5378 5 115 5 <16 5418 5419 5422 5423 5426 5501 5505 5507 5510 F>514 5516 5517 5635 5645 5647 5648 5649 5656 6658 5K9Ö 5692 5693 5695 5697 5699 5700 5734 5736 5738 5741 5745 5746 5748 5793 5794 5800 5081 5802 5806 5808 5865 5866 5878 5879 5883 5885 5889 5951 5952 5957 5960 5962 5963 5973 6010 6017 6023 6026 6028 6030 6034 6097 6098 6102 6111 6119 6123 6125 6145 6147 6148 6152 6156 6157 6161 : 3322 3713 4302 4355 5456 6062. pr Knaben, welche Ordens- und Missionspriester werden wollen. werden brave und talentierte Knaben mtfgenonmmt und zu Missions-Priestern herangebildet. -----— Bedingungen der Aufnahme sind: - ■ ....— 1. Selbständige Neigung und sonstige Zeichen des Berufes zum Ordens-ltnö Alis ft onspri esterstand. 2. Gelehriger, lebhafter, offener Charakter, energischer, standhafter, opferfreudiger Wille: sittliche Unverdorbenheit. 3. Gesundes Urteil und gutes Talent, das befähigt, leicht und ohne Anstand die ganzen Gynmasialstudien durchzumachen. 4. Gute Gesundheit und kräftiger Bau, frei von körperlichen Fehlern. 5. Alter von ungefähr zwölf Jahren. Für die erste Klasse wird ein Aller nicht unter zehn und nicht über zwölf Jahre erfordert. 6. Pensionsbeitrag nach Uebereinkvminen mit den Eltern oder deren Stellvertretern. Weitere Aufschlüsse werden bereitwilligst vom Obern des MissionS- hanses erteilt. Man wende sich vertrauensvoll an die Adresse: P. Obere des Missionshauses in Milland bei Vrixen, Tirol. Kongregation der „Sobne des heiligsten Derzens Zessl"» Missionare kür Lentralakrika. 't8&. t£5ii Außer Priestern und Theologen, welche Neigung und Beruf zum Ordensstaude haben und sich dieser Mission widmen wollen, finden in dieser Kongregation Aufnahme Studenten der oberen Gymnasialklassen, welche in entsprechendem Alter stehen und Neigung zum Ordensstande haben: endlich sind auch Laien (als Handwerker, Bauern usw.) als Ordensbrüder sehr erwünscht und für das Wirken der Kongregation von großer Wichtigkeit. — Es werden auch brave und talentierte Anaben allsgenommen lind zu Missionspriestern ausgebildet, sowohl solche, welche noch keine, als solche, welche bereits eine oder mehrere Gymnasialklassen gemacht haben. Wegen der sonstigen Aufnahmsbedinguugen wende man sich vertrauensvoll an den Obern des Missionshauses der „Söhne des heiligsten Herzens Iesu" in Milland bei Brixen, Tirol. Verlag von Hel. Rauch in Innsbruck, zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Die heilige Kommunion — das kostbarste Geschenk des Derzens Zesu. = Belehrung und Gebete von P. Hranz hattler S. J. Zweite, vermehrte Auslage. — Mit fürstbischöflicher Approbation und Erlaubnis der Grdenrobern. L'irka 350 Seiten in S". Mit 2 Bildern. — Broschiert K 1.80 - Mt. 1.80, tu Leinwand mit Rotschnitt K 2.40 = Mt. 2.40. Inhaltsverzeichnis: Vorwort. — Im Auftrag des heiligen Vaters. — Das Geheimnis des Glaubens im Lichte der Liebe. — Ein Blick in die Tiefen der Gottheit. — Die heilige Kommunion hat ihren letzten und tiefsten Grund in der Liebe des göttlichen Herzens Jesu zu uns Menschen. — Ein Blick in die Tiefe des Menschenherzcns. - Der zweite Grund für die Einsetzung der heiligen Kommunion ist das Bedürfnis des Menschen. - - Noch ein Blick ins Menschenherz. Ter dritte Grund für die Einsetzung der heiligen Kommunion ist das Bedürfnis unseres übernatürlichen Gnadenlebens. — In väterlicher Pflege. — Erste Wirkung der heiligen Kommunion: sic bewahrt und erhält dasGnadcn-leben. — Geistiges Wachstum. - Zweite Wirkung der heiligen Kommunion: sie mehrt das Gnadenleben. — Der göttliche Scelenarzt. - - Dritte Wirkung der heiligen Kommunion: sie heilt. — Zu Schutz und Trutz. — Vierte Wirkung der heiligen Kommunion: sic schützt vor Gefahren, die von außen drohen. Zur Wohlfahrt des Leibes. Fünfte Wirkung der heiligen Kommunion: sie ist auch dem Leibe des Menschen sehr heilsam. . Das Frcudenmahl. — Sechste i Wirkung der heiligen Kommunion: sie gewährt : geistige Freuden. — Das Liebesmahl. — Siebente Wirkung der heiligen Kommunion: sic eint die Herzen der Gläubigen untereinander. — Göttliche Lebensversicherung. — Achte Wirkung der heiligen Kommunion: sie sichert uns das ewige Leben. Die Herzen finden sich. — Die heilige Kommu-! nion das kräftigste Mittel, zur wahren Andacht ginn göttlichen Herzen zu gelangen. - Ein Tag der Liebe. — Der Empfang der heiligen Kommunion ist die edelste, gottgefälligste Uebung der Herz Jesn-Andacht. - Festlicher Empfang. -Die würdige und andächtige heilige Kommunion. Der schönste Tag des Lebens. — Die erste heilige Kommunion. - - Einladungsschreiben. -Tie öftere Kommunion. Verschmähte Liebe. — Die seltene Kommunion. Eine Räubergeschichte, unglaublich, aber leider nur zu wahr. Die unwürdige Kommunion. - Der Engel des Trostes. --- Die Sühnungskommunion. — Kühler Trunk am frischen Brunnen. Die geistliche Kommunion. Das letzte Abendmahl. -Die letzte heilige Kommunion als Wegzehrung. Schlußwort. ■ Andachtsübnngcn für den j Empfang der heiligen Kommunion. Aus Anlaß bcv am 1. Jänner 1905 erfolgten Heiligsprechung empfehlen wir: Leben und Tod der zwei Märtyrer B. B. p. Ngatangelus und Ikasstan, Missionäre des UNpuzinerordens. Bon P. N arbeit Sto ek O. CI. — 8n. 128 Seiten. - Preis broschiert 60 Heller. — Zn beziehen durch die veremsbuchhandlung, Innsbruck. Dieses vom bekannten Prediger geschriebene Büchlein wird Avis; allen jenen gefallen, welche sich für das Missionsleben interessieren, da es das Leben und Wirken zweier Missionare in kurzen Zügen, aber trefflich zeichnet und den Leser beim Märtyrertod für den wahren Glauben recht lebhaft in die erste Zeit der Kirche versetzt. Ihn Ibtmmel erkennen wir uns Wieder. Trostbriefe, geschrieben von P. 8 1 o t S. J. Beim Lesen dieses Büchleins wird manche Trostlosigkeit beseitigt und in die Seele Worte voll Balsam gestreut, welche sie. beim Verlust der teuren Angehörigen wieder aufrichten. Schon mancher, sagt die Vorrede, hat durch die Lektüre dieses Büchleins den Weg zur Kirche iviedcr gefunden, ist wieder zum Glauben gelangt, da dieser allein wahren Trost über das Grab hinaus zu spenden vermag. 8°. 148 S. — Zehnte Auflage. — Preis broschiert Mk. —.50, Halbleinen Mk. —.80, Ganzleinen Mk. 1.20. Verlag von $. X. U Roux & Co.. Strafiburg tut Elsaß. 2. Auflage. Pit finis einer Itlfeiiiifsionäriit für Jftiki. 2. Auslage. Mit Empfehlungsschreiben Sr. Eminenz des Kardinals Kopp von Breslau und der hochwürdigstcn Bischöfe von Marburg, St. Gallen, Linz und St. Pölten und einem Beglcitwort von Dr. Ignaz Rieder, Theologieprofessor. Mit Druckerlaubnis des Magisters des heiligen apostolischen Palastes und des Bize-Gereus von Rom. Preis: 24 h, 20 Pfg., 25 cent. Zu beziehen durch die Herderscheu Berlagshaudluugeu in Freiburg int Breisgau und in Wien sowie durch die St. Petrus Claver-Sodalität, Salzburg, Dreifaltigkeiisg. 12, und bereit Filialen und Ausgabestellen: München, Türkenstr. 15/11. — Breslau, Hirschstr. 33. — Solothurn, Ober-Stalden 69. ln bet Blphonfii6=Bucbbanblung zu Münster in Westfalen sind erschienen: (Beschichten für Neu- RS 1**5 Rommunmanten. heiligen Kommunion verfaßt von jferiMnnnd Mucker» Pfarrer. — 5. Auflage, elegant gebunden Mk. t.SO. — Eine vorzügliche, höchst brauchbare Sammlung von Erzählungen und Musterbildern für den ersten Tag der heiligen Kommunion. Das Buch kann ebenso den Erstkommuni-kanten, aber auch anderen als fesselnde und erbauende Lektüre in die Hand gegeben, wie von Seelsorgern zum Borlesen am Schluß der einzelnen Lehrstunden verwendet werden; cs sei bestens empfohlen, wie auch die Zahl der Auflagen es schon empfiehlt. Erzählungen, Beleh-rnngen und Gebete für die Borbereitungszeit der heiligen Erstkommunion, verfaßt von M. 1s.toi.ioff (mit, einem Vorwort von Pfarrer üb. Jßeming). — 3. Auflage, 64 Seiten, elegant geheftet 20 »dkg. Die durch ihr Buch „Glockenklänge fürs Kinderherz" vorteilhaft eingeführte Verfasserin gibt in der ihr eigenen 'herzlichen Sprache in vorliegendem Werkchen in der Form von Erzählungen den Erstkommunikanten wertvolle Belehrungen und Ermahnungen. Der schönste Tag des Lebens. Die unbefleckte Empfängnis. Lesungen und Gebete für eine Novene oder Monatsandacht zu Ehren der makellosen Jungfrau Maria. Festgabe zum isumtakulala-jubiläum 1904 von P. Jos. tbättenscbwiller 8.1.» Redakteur des „Sendboten des göttlichen Herzens Jesu". — 384 Seiten, broseb. Mb. 1.80 (K 2.10), geb. Mb. 2.15 (K 2.50). — Ein echter Edelstein sprüht nach allen Seiten Feuer. So sind die Wahrheiten des heiligen Glaubens voll Licht und Schönheit, von welcher Seite man sie auch betrachten mag. Das vorliegende Buch unterwirft den Gnadenvörzug der unbefleckten Empfängnis Mariä einer allseitigen Erwägung, eben um zu zeigen, wie viel Herrlich keitund Trost cr4rhält.Entsprach end diesemZweck, behandelt der Verfasser die unbefleckte Empfängnis in leichtverständlicher, mit zahlreichen Vergleichen und Beispielen geschmückter Sprache: als Geheimnis der Ehre für Maria — des Trostes für uns — der Hoffnung für die Kirche. Das elegant ausgestattete Werk dürfte übrigens nicht bloß zur würdigen Begehung des gegenwärtigen Jubiläums schätzbare Dienste leisten, sondern auch eilt schönes Andenken an das marianische Jubeljahr bilden. Auch als Lektüre für den Maimonat wird cs bleibenden Wert haben. Prediger und Vorstände marinnischer Vereine (Kongregationen re.) werden darin viel brauchbares Material für Vorträge finden. &.4k&.£Mk4k£4k4k4k „Eve filbatia/4 4ckch-chtK, Das großartige Krönmigsfcst d er Immakulata in Linz am 1. Mai, zu dem zwölf Bischöfe und zwei Kardinäle erwartet werden, kündigt das Februarheft der Zeitschrift „Ave Maria" (Preß-tierein, Linz, 12 Hefte 1 K 84 h = M. 2.10) an. Vierzehn prächtige Bilder schmücken das reichhaltige Heft, darunter vier Illustrationen zum Artikel „Nach Einmaus" von Konsistorialrat Janetschek, die herrliche Gruppe „Blutschwitzung" von Huber, Monte Cassino, das doppelseitige Vollbild „Zar und Zarin in Nationaltracht". Sehr interessant sind die Oriainalberichte aus Indien, die Erscheinungen von Lourdes, die humorvollen Berichte aus den: Schulleben, ein Gedicht von Eichert, General Stössel und Nogi, drei Erzählungen IC. Das kleine Ave bringt seinen Tausenden Lesern eine äußerst schön illustrierte Nummer 2. St. Petrus Ctaver-Soialitlt für die a/rikan. Missionen, Rom, via Dell’ ölmata 18 -st jlaria Sorg bei Salzburg, Österreich. Wer einem besonderen Zuge des Herzens folgend, aus Liebe zu den verlassensten Seelen in Afrika sein Leben ganz in den Dienst der afrikanischen Missionäre und Missionsschwestern stellen möchte, wird auf die St. Petrus Claver-Sodalitnt, eine vom heiligen Stuhle genehmigte weibliche Hilfsmissionsgesellschaft zur Unterstützung der afrikanischen Missionen, aufmerksam gemacht. Genannte Sodalität besitzt bereits zwei Probehäuser, das eine in Sinnt, das andere in Maria Sorg bei Salzburg. — Fräulein mit sehr sorgfältiger Erziehung, in erster Linie solche, welche die Kenntnis mehrerer Umgangssprachen besitzen, finden Aufnahme. Erläuternde Druckschriften stehen zur Verfügung. Man wende sich an die Generalleiterin Gräfin Maria Theresia Ledöchowska, Rom, via dell' Olinata 18, oder an die Leiterin des Missionshauses zu Maria Sorg bei Salzburg, Österreich. „Liebe Kinder, betet an!“ Neun gemeinsame Anbetnngsstnndcn für die Kinder. Dann eine gemeinsame Meßandacht, Beicht- und Kommunionandacht, ein Predigtlied, die Predigtgebete und einige Responsorien, Morgen- und Abendandacht. Sir. 5688. hohe Es wird der hochwürdige Klerus aufmerksam gemacht, daß in Bälde ein. Büchlein zu Anbetungs-stnnden für Kinder von Kooperator Martin Hölzl in Altenmarkt erscheinen wird. Dasselbe ist so innig, warm und kindlich geschrieben, daß es gewiß größten Nutzen stiften wird. F n r st e r z b i s ch ö f l i ch es Sonst st o r i it m Salz b u r g, 21. Stockst Präses. 16. Dezember 1903. Seb. Banner, Kanzler. Preis: sauber und dauerhaft gebunden 25 Heller = 20 Pf. 25 Cts.; auf 12 Exemplare ein Frei-Exemplar, auf 50 Stück 10, auf 100 Stück 25 Frei-Exemplare. — Bestellungen an den Herausgeber: Martin Hölzl, Altenmarkt bei Radstadt (Salzburg). Zn beziehen durch jede Buchhandlung. NB. Die Lieder sind zitiert nach dem bei Ulr. Moser, Graz, Herrengasse Nr. 23, erschienenen Büchlein:„30ausgewählte Lieder zum Gebrauch bei der Anbetung des allerheiligsten Sakraments" ' von Franz Puchas. (Preis 24 Heller; Orgelbegleitung hiezu, gebunden 2 Kronen.) l>‘ V2 Seite 20 K - 1/4 Seite 12 K - 1/6 Seite 7 K -1111 jtfcdcllw1 vljiv » i te Seite 4K — Bet XlttlieöerboUmgen BoberIRabatt. OHtOch.HHUnbalt: $£&££££ Seite Seite Gott segne unsere Wohltäter. ...............49 Missionsfahrt am Bahr el.Ghazal..........50 Vom Nil zum Roten Meer (Fortsetzung) . . 52 Die Engländer int Sudan (Fortsetzung) ... 58 Aus dem Missiousleben: Der Negerchrist Donatus Allahdjab (Schluß)................. 62 Verschiedenes: Der junge Missionär..........66 Immakulata-Feier in Afrika................67 Kayango, am Jubelfest der unbefleckten Empfängnis 1904 . ......................... 69 Zu unseren Bildern ........................ 71 Gebetserhörungen und -Empfehlungen; Unsere Bitten. . ............................ 72 Abbildungen: Negerschule in Gesirah. — Das Innere der Kirche zu Helouan. — ft Br. Karl Wangler F. s. C. — Riesen-Affenbrytbautti bei Lul im Sudan. — Die unbefleckt, Empfängnis.