LmbllcherWMtlMg. Vtl? > N» "-ll. d^,, 1.5.5". Wrbie^ustclluiln.nsHaue Samstag «7. Juli ?nl«lti°n«g«btlhr bis I« ^««lcn: imal NN lr., 1tI)/»5^ «m.80lr.,3»!.l fl.:l?»stpl.^«>le,m.«lr ,^m.«lr.. > ^H^«§ Amtlicher Theil. Der Miüisl^r fin- Cultus und Unterricht hat den Provisorischen deliver am Gymnasium zn Dcutschbrod Dr. Viuccnz Kotal znin wirklichen Lehrer an der l. k. böhmischen Obcrrcnlschulc in Prag ernannt. DaS k. l. Oberlandcsgericht hat den Oberlicntc-nant-Auditor im k. k. Graf Ielacic 1. Banal-Greuz. Rcgimcute Nr. w Lorcnz Ulcar und den. bci dem t. t. Bezirksgerichte in Wiudischfcistritz in Verwendung stehenden Au^ullauteu Victor Su pp a n t s ch it sch zu Gerichlsadjunctcu bci dcmLaudcsgcrichtc Laibach ernannt. Nichtamtlicher Theil. Das Nlithliuch. Wien, 14. Juli. Zum drittenmale seit dem Bestände der Delegationen tritt das gemeinsame Ministerinn« des Acnßcrn mit seinem Rothbuchc an diese Körperschaft heran. Es ist kein ^ovum, daS wir in diesem Acte begrüßen, und ^och erfüllt es uns stels mit berechtigter ssrendc und ^gründetem Stolze, da aus demselben, schon seiner formellen Seite ,-ach, die Verkörperlina der Reichsidcc le der glänzeudsic und ftiäziseste Abdruck des in . .^"^^'Ungnn, nunmehr eingebürgerten Consti-wän c> q^"^ ""^ entgegentritt. Das Gebiet der aus-liche D ^'^lienheiten. bis uor Kurzem die ausschließ-jcl?t >> ""'^ ber Dynasten- und Cabinctspolitik. es ist uud ^ '"'^"U" Coutrolc der Volksucrtietcr eröffnet Mein iiiitbeslimmenden Einsinsse unlcnvoi-fcn. . . . ^' begreifen demgemäß auch den männlichen Ernst ^'° dic tieft Entrüstung, mit der Graf Acust an der uir'^f ^''^^ ncucflcn Kuudgcbung die bittern Vorwürfe uckwcist, die man an diese seine Schöpfung knüpft. ! . '"lU auch die Sprache, die der Reichskanzler da und > s/, . Nrgen je„<: Nekriminationen anschlägt, mitnntcr > ^^'ttr, so darf man nicht übersehen, das; sich hier die ! ,!, ^ conftitntioncllc Ueberzeugung, der verleumdete , 'uc^^ Gedanke Ausdruck zu schaffen suchten. Was - ' ,^ Man den Insinuationen gegenüber, wie sie von Ber- Notki"^ ^" wurden, s^gcn, welche da behaupten, das l licrm« "'^^ v°" Oesterreich nur zn dem Zwecke Wdwo kl""' "'" die Nachbarn zn wecken? Wer nur ^,s,- ^ blc österreichischen Verhältnisse kennt, der mnß ' °°b für das Votnm der Delegationen eine ernsthafte Grundlage nothwendig ist. Wenn man demgemäß in Berlin seinen Hohn an dem Rolhbuchc damit auszuüben sucht, daß mau cS als ein Spiel bezeichnet, so sollte man wenigstens das Eine nicht vergessen, daß auch der constitntioncllc Mustcrstaat England .seit Jahrzehnten einem „gleich kindischen Spiele" fröhnt. Daß man mit solchen Insinuationen auch dem gangen couslitutio-ncllcn Prinzip den Fehdehandschuh hinwirft, scheint man dorc wohl zn übersehen, wcun es anch nicht unwahr-schcinlich ist, daß sich hinter der höhnisch-lachenden MaSke der Groll über die eigene conslitntioncllc Misöre dirgt. Mit Recht darf aber anch das Rolhbnch dem gegcnüocr in dcm lebhaften Beifall, dessen sich dasselbe in Oesterreich-Ungarn erfreut, seine Genugthuung snchcn; es siu-det sie da in reichstem Maße und wird sie auch in Zn kuuft finden, wenn es unbclümmürt um der Parteien Gunst seiner Aufgabe gerecht wird. Die freudige Genugthuung jedoch, mit der man auch diesmal wieder das Erscheinen des NothbuchcS begrüßt, wird selbst bci nur flüchtigem Einblicke in den Inhalt dcssellien gesteigert. Der Ton, der alle vom Mi-nisterinm des Acußcrn ausgehenden Actenstncke dnrch-wcht, er athmet dort, wo cs sich um politische Vcrwick-lnngen handelt, den Geist wohlwollendster Vermittlung und bringt das Friedeusbcdürsniß wie die Friedensliebe der Monarchie zur Geltung, ohne dabei jedoch irgendwie der Machtstellung deö Staates zu vergeben. Im Gegentheil, auS deu einzelnen Depeschen, sowie jenen, welche den griechisch-türkischen Conflict, die Bczichnugcn zn Italien, zu Belgien betreffen, spricht ein Machlgefühl, welches die Brust eines jeden Oesterrcichers mit ^tolz erfüllen muß und das bclnndet, daß Oesterreich-Ungarn den ihm einen Moment lang streitig gemachten Rang unter den europäischen Großmächten wieder eingenommen. Es sind sehr freundliche Einblicke, welche das Roth--liuch in die Stellung Ocstirrcich-Ungarus zu den europäischen Staaten gestattet. Der gricchisch-lürtischc Cou^ flict zeigt uns Oesterreich im vollsten Eiuvcrständuissc mit den Wcstmächtel,, wie auch mit Rußland, dessen Staatökanzlcr den Grafen Bcnst zu seiner Halluna m Athen wie in Constantinopel beglückwünschen ließ. Die Beziehungen zu Italien haben den freundschaftlichste!! Charakter augcuommeu, uhne daß jedoch da vcrzcihcn' löuncu. cinc andcrc sctwsf Giraten und die Gcschichic dieser Inget.dleiden-M "!"" erborgtem Namen Andern znr Warnung erbebe'm« °^5 ^ unvergleichliche Blume der ersten den , ^ ä" Aodcn ^treten, ehe sie noch gepflückt wor-«uifvr^ ^ N'bt Herzen, die eö verschmähen, eine andere '^ v>N" ;u machen. ^"'Nuna"?^ "^ ^^ 3°nze Geschichte dieser zerstörten ^r l^,/ ''°"1 "nmal an seiner Erinncrnng vorübergehen, "Ües ^,,^ ^"^ ^"st seit zwanzig Jahren. Sein ^ sic "^ ""^"tleffcn mit ihr datirtc von dcm Tage, ""en Ta« '"^ Mädchen in Begleitung ihrer Bonne Ne "oh "Kleiner Schwester Clara zubrachte. Er sah 'hl'ein sto^ Nch in ihrem weißen Jäckchen uud mit Schütz dug H^ sbaud, wie sie voll Vertrauen iu seiucn slcigcn wollte ^^^pferd nur nutcr der Bedingung bc-!l"d Welches Be" ." ^^^ feurige Thier am Zügel hicll. Urauch zu sehen^"^^"' ^'^" berühmtcu Iohannisliecr-Degcnschcidc :crl)r ^ welchem Blut gcfiosscu uud eine ^Ue das hübsch l?" worden war! Und wie bcwun-!")c z^,l^ ^^^ unvergleichliche Phänomen, den Goldfisch, das seinen Zauber erst an dcm Tage einbüßte, da die kleine Gesellschaft cin wnndcrbares ^inlcnucst besuchte, für welch hohe Guust mau dcm Sohne dcö Gärtners die bedeutende Summe von zwei Sons bezahlen mnßtc! Es scheint, daß schon in jener fernen Zeit die Hciratsfragc angeregt worden war, denn Georges mnßtc seine Vielgeliebte einem fürchterlichen, auS drei Stühlen geformt«-!, Gefängniß entreißen, uud er entführte sic dann anf dem Schankelpfcrd in cinc Proviuz der Tar-tarei. Aber verfolgt uud eingeholt von einer Brigaulcu dande — iu Person der Clara Gosling — ergaben sich die Flüchtlinge nuter der Bedingung, von ihrer Verfolgerin selbst unverzüglich vereinigt zu werden. Einige Jahre verflösse,,, während welcher Zeit die Kinder getrennt waren; «tier nach dein Tode deö Generals Mulkastcr verließ scii,c Witwe ihr Haus iu der Sladt und licß sich mit ihren beiden Töchtern wieder in Va Haie. cincr hübschen, fünf oder sechs Meilen von Gosling-Graizc entfernten Besitzung nieder. Mildred war damals dreizehn, Louisa zehn Jahre alt. In jcncr Zeit war es nicht mehr erlaubt, vom Heiraten zu spicchcu. Mildred hätlc cs nntcr ihrer Würde gehalten, cincn solchen Scher; zu gestalten. Sie war vou ihrem Vater gewissenhaft verzogen worden und Madame Mullastcr sctzlc die Methode ihreö Galteu mit einer Treue und einem E,folg fort, daß, wenn ihre Tochter nicht von Natur großmüthig uud liebevoll gc-wcfcu wäre, sic der unerträglichste llcinc Tyrann gcwor^ den wäre. der je ein Haus regiert hat. Wenige ^cntc konnten dem Reiz ihrer wunderbaren Schöuhcit uud noch weniger dc„ bezaubernden Manieren der kleinen Despuliu widerstehen. WaS ihre Umgebungen betrifft, fo waren sie schon seit lange ihre freiwilligen Sklaven und wetteiferten miteinander in unverbrüchlichem Gehorsam. Lnisa war vielleicht die einzige Person, die zuweilen cinc Ansnahme von dieser Regel machte. Lebhaft und intelligent, wic ihre ältere Schwester, uud so hübsch, daß sie ohne ihre reizende Schwester der Licblina Aller gewesen wäre, wagte Vuisc bci außcrordcmlichen Gelegenheiten dcm Willen der Souucränin Widerstand zu leisten. Mer in solchen kritischen Momenten erfuhr die arme illcinc das 9oö gewisser zu hitziger Revolutionäre: sie wurde das Opfer grausame» Vcrraths. Nachdem sie durch alle Arten schciuliarcr Argumente zur Empörung gestachelt worden, sah sie sich von ihrer Mutter, ihrer eigenen Mutter bei der ersten Ahnung einer bevorstehenden Niederlaac feige verlassen, und diese Letztere erkaufte sich Verzeihung, indcm sie dem Feinde t»e Empörung anzeigte, dic sie selbst ucuährt hatte. Es kam cinc Zeit, in welcher man sich in La Haie in großer Verlegenheit befand; cs handelte sich darum, das uerzogeue Kind in ciuc Pension zu bringen. Eine Viga wohlwollender Frenudc hatte Madame Mulkaslcr darauf anfmcrlslim gemacht; diese begriff die Nothwcn-digkcit cincs derartigen Beschlusses sehr wohl, aber wie sollte man ihn zur Ausführung bringen? Ein Pensionat für die nubäudigc Mildred, das gehätschelte, cigcmvil-lige. von Allen ohne Ausnahme vergötterte Idol, das lelucn Zwang und nicht den geringsten Tadel ertragen konnte? Ohne die heroische Aufopferung Louisa's ware cs wahrscheinlich nicht zu Stande gekommen. Sic, die zu Hausc hätte bleiben sollen, machte ihrer Mutter das Anerbieten, nicht nur ihrer Schwester das Project vorzutragen, sondern auch im Falle des Erfolgs, mit ihr in daö Pensionat zu gehen, um ihr Gesellschaft zu leisten, sic anzukleiden, ihr zu schmeicheln, sie aufznhcitcrn. ihr bei lhrcn Aufgaben zn helfen, ihre Strafen auf fich zu nehmen und alle mit der Disciplin eines Pensionat« vereinbaren Lnuncn uub Ezrentricitiite», zu begünstigen. 1198 kannte Depesche an den Freiherr« v. Kübeck, Nr. 38 eine Depesche an den Gesandten in München und Stuttgart, Nr. 39 eine Depesche an den Baron Werner in Dresden, Nr. 40—4? die Instruction des Grafen Trauttmannsdorff und weitere Corrcfpondenzen mit demselben, endlich Nr. 48 die Antwort des Grafen Bcust auf die Hohcnlohc'sche Concildcpeschc. Fürst Mctternich ist von Berlin aus beschul' digt worden, daß er die Pariser Presse gegen Preußen aufgehetzt. Fürst Mettcrnich hat sich gegen diese Anschuldigung gerechtfertigt und Graf Äcust hat diese Rechtfertigung mit einer paffenden Einbcglcitung an unseren Gesandten in Berlin geschickt. Beide Acten-slückc finden wir im Nothbuch. Die Note des Grasen Bcust an den Grafen Wimpffen in Berlin lautet: „Wien. 3. Fcbrnar 1809. In einem der Berichte, zu welchen die heftigen Ausfälle der preußischen Presse gegen Oesterreich Ihnen un-längst Vcranlassnng geboten hatten, erwähnten Ew. Excellenz des Umstandcs. daß man in Berlin unter anderen Verwanden für diese Angriffe anch die früher schon wiederholt vorgebrachte Beschwerde wieder hcrvorgcsucht habe, es werde von unserem Botschafter in Paris anf einige Organe der französischen Presse ein der preußischen Regierung feindseliger Einfluß ausgeübt. Einer Widerlegung dieser Anklage bednrftc es zwar nicht für mich, da die Iustructionen, nach welchen unser Repräsentant in Paris handelt, von mir ausgehen, und ich den Fürsten u. Mcttcrnich als einen getreuen Interpreten der Gesinnnngcn dcö kaiserlichen Hofes kenne. Ich glaubte jedoch cS ihm schuldig zu sein, ihn von jenen neuerdings gegen ihn gerichteten Insinuationen nicht in Untenntniß zu lassen. In Folge hiervon hat Fürst Mcttcrnich einen Bericht an mich erstattet, von welchem ich Ew. Excellenz hiermit eine Abschrift zu Werfenden mich beehre. Der l. t. Botschafter in Paris hat darin den Vorwurf, daß er sich der französischen Presse zu Angriffen gegen Preußen bediene, mit vollster Entschiedenheit und in einer Sprache zurückgewiesen, die über den Werth der in Berlin gegen ihn ausgesprochenen Beschuldigungen nicht den geringsten Zweifel übrig lassen dürfte. Ich richte diese Mitlhcilnng zunächst nnr an Ew. Excellenz persönlich, da Ihnen die Rccriminationen gegen den Fürsten Mcttcrnich nur indirect zn Gehör gekommen sind, und ich nicht ohne Noth an die Zeitungsfchde. die man gegen unö geführt und nunmehr eingestellt hat. erinnern möchte. Sowie aber Fürst Metlernich seinerseits sich unmittelbar und freimüthig gegenüber dem preußischen Geschäftsträger in Paris, Grafen Solms, über den Gegenstand ausgesprochen hat, so können Ew. Excellenz sich Ihrer Kenntniß des erwähnten Berichtes bediene», um allerorten, wo Ihnen dies nöthig oder nützlich erscheinen würde den Ungrund der erhobenen Beschwerden nachzuweisen, oder den Eindruck, den sie etwa hervorgebracht haben könnten, zu berichtigen." Der in dieser Note erwähnte Bc r ich t des Fürsten Met tern ich lautet in der Uebersctzung: „Paris, 28. Jänner 1869, Ich habe die Abschrift eines Berichtes unseres Gesandten in Berlin erhalten, der gewisse Gerüchte anführt, denen zufolge der Bnndcskanzlcr sich in ziemlich bestimmter Weise über meine Thätigkeit in Angelegenheit der Presse beklagt hätte. Nach Herrn Grafen v. BiSmarck soll der Einfluß, den ich auf gewisse französische Blätter ausübe, sich durch eine wühlerische Feindseligkeit (IwM-lit« r^mrmiiw) gegen Preußen kundgeben. Ich gestehe, ziemlich überrascht davon zu sein, daß man im Ernste glauben konnte, ich würde es anf mich nehmen, mich der ernsten Verantwortlichkeit für eine Ihren sehr präcisen Instructionen diametral entgegengesetzte Haltung auszusetzen. Ich habe sehr oft daran erinnert und bin bereit, die glaubwürdigsten Beweise dafür zu liefern, daß Sie die Politik unseres Landes über alle Kleinlichkeiten und Nancüncn emporgehoben haben. Dieses Beispiel schien für alle Welt so bcfolgcnöwcrth, daß ich jede Vellcität, von der von Ihnen vorgczcichncicn Vcrhallnngslinic ab-znwcichen, selbst damals förmlich mißbilligt habe, als zn meinem großen Stannen das Beispiel vom Gegentheil uns dnrch die prcnßischc Presse mit einer Einmüthigkeit der Anstrengung gegeben wurde, deren Motive und Resultate ich nur sehr unvollkommen begreifen und würdigen tonnte. Euer Excellenz wissen es, daß ich über diesen Gegenstand eine sehr freimüthige Explication mit dem preußischen Geschäftsträger in Frankreich hatte, selbst bevor ich noch ahnte, daß man in Berlin mich persönlich an-klagte. Ich bin mit ihm in sehr klare und offene Details eingegangen, die Sie eben so gnt kennen, wie mau sie heute durch die Gerichte deS Grafen Solms kennen muß. Ich hoffe, daß man daselbst jetzt zn einer richtigeren Bcurthciluug meiner Haltung gekommen ist, und ich werde mir dazn Glück wünschen, im Interesse unserer guten Beziehungen zu Preußen und der friedlichen und versöhnlichen Principien, die Sie inangurirt haben, Principien, denen — ich habe es nicht nöthig beizufügen, ich treu bleiben und die mit allen meinen Ueberzeugungen zn unterstützen ich fortfahren werde." Wir sönnen hier den verschiedenen Phasen des griechisch-türkischen Conflictes um so weniger folgen, da die Haltung unseres Cabinets in dieser An-gclcgcnheit ohnehin in den Hauptzügcn bekannt ist, Baron Testa in Athen ist am 10. December 1808 angewiesen worden, seinen Collcgen in jenen schritten zu unterstützen, welcher die griechische Regierung zur Nach' gicbigkcit gegen die Pforte bewegen solle. „Gewichtige Gründe lassen nns jedoch Werth darauf legen" — telc-graphirt Graf Bcnst an Baron Prokesch in Eonstanti-nopel — „daß man uns nicht etwa beargwöhnen könne, oic türkische Ncgicrnng zu ihrem Vorgehen angccifcrt zu haben." Am 23. Dcccmbcr 1808 schreibt Ritter von Haymerlc aus Eonstantinopcl an den Grafen Bensl: „Das inot ä'm'ck-u, Oesterreich für den Bruch zwischen der Türkei und Griechenland verantwortlich zu machen, scheint auf der ganzen Linie gegeben, und ist vermuthlich von hier ausgegangcu." Der mir von einer Seite geäußerten Vcrmuthnng, als habe Baron Prokcsch's Haltung die Pforte in ihrem Vorgehen ermuthigt, konnte ich nicht nur im Sinne der Weisungen Euer Excellenz, sondern auch als Zeuge des Vorgefallenen auf das Bestimmteste widersprechen. Baron Prokcsch hat, wie die übrigen Botschafter, die Sache erst erfahren, als sie bereits beschlossen und sogar in Ausführung war. Am 2. d. war unser Botschafter wegen der Eiscnbahnsache zu Aali Pafcha gegangen, als derselbe ihm den Entschluß, mit Griechenland ins Reine zu kommen, mittheilte und ihm das Concept der bereits fertigen Note vorzeigte, welche fpätcr als Ultima» thum nach Athen ging. ES war dies für Baron Prokcsch eine vollkommene Neuigkeit. Er konnte freilich nicht anders, als die Gerechtigkeit der Forderungen der Pforte anzuerkennen und die Haltung Griechenlands zu uerulthcilcn; er that hierin aber nichts, was nicht die anderen Repräsentanten, jene Preußens uud Italiens uicht ausgenommen, auch gethan. Auf die Cocrcitivmaßrcgeln der Pforte hat er nicht den geringsten Einfluß geübt; er hat Aali Pascha nur bemerkt, daß ihm der Termin von vierzch» Tagen jedenfalls zu kurz fcheinc. Aali Pascha antwortete auf die auch an ihn gc langten Insinuationen gegen Baron Prolesch mit deiü bestimmtesten Dementi, wiederholend, daß die Pforlc Ehre uud Folgen der Initiative für sich ganz allein iü Anspruch nehme. Angesichts solcher Verdächtignngcu lege ich m>l eine um so größere Reserve auf, als ich glaube, ai'l diese Art das Terrain am besten für die BcmühuM» frei zu halten, welche Euer Excellenz für die Haltung dcS Fricdcus später machen könutcu. Aus der eben ei' hallcncn Depesche vom 13. werde ich in mündlicher CoN' versatiou Aali Pascha gegenüber besonders hervorheben, wie Encrc Excellenz seit Monaten bestrebt waren. dnrcl> ein Zusammenwirken mit den Wcstmächtcn lind Abscn' dung von Kriegsschiffen Griechenland zur Ordnung z» rufen nnd der Krisis vorzubeugen, Sie daher auch ein Recht erworben haben, bei deren Beschwörung ein cnt< scheidendes Wort zu sprechen." Daß die Pariser Confcrcnz zn einem günstigen 3^' snltat geführt hat. daran hat die rücksichtsvolle und co> rcctc Haltung unseres auswärtigen Amtes großen A»' theil gehabt. Auch Rußland scheint das zugegeben z» haben, wie aus einer Depesche des Ritters von Vctscra. ddo. St. Petersburg, 9. Februar 1809, an Grafen Bellst ersichtlich ist. AuS den Instructionen, welche Graf Acust dl^ österreichische!« Agenten Ritter v. Znlanf in Bukarest c? theilt hat, heben wir nur folgende Stelle hervor: ..Dein Fürsten Earl sowohl, als seincu Rathgcbell gegenüber werden Euer Wohlgcboren bei jeder passend^ Gelegenheit anf das Entschiedenste zu betonen haben, dal der österreichisch-ungarischen Monarchic nichts ferner licgl« als Anncxions- oder Erobcrungsgclüste anf Kosten d^ vereinigten Fürstcnthünicr, und daß wir den aufrichtig Wunsch hegen, mit der moldo-walachischen Regierung >^ gutem Vcruchmcn zu leben. DieS hindert natürlich ni^ daß für unsere Auffafsimg dcS Verhältnisses zwischen dll Pforte und dem Fürsten die Anfrcchthaltung der vel' tragsmäßi^en Verpflichtungen den bestimmenden Gesicht punkt bildet." Die Depeschen an den Grafen Tranttman n ^ dorff lafsen wir wegen ihrer hervorragenden Wichts tcit in einem besonderen übersichtlichen Artikel folg^ 2. Sitzung dcr Delegation >es NcichsrlW Wien. am 15. Juli. Präsident Sc. Durchlaucht Fürst Carlos Auer^ pcrg eröffnet die Sitzung um 1l Uhr 50 Min. Se. Excellenz der Herr Reichskanzler tht>' mit, daß Sc. Majestät geruhen werden, die Mitglie^ der Delegation am nächsten Samstag, den 17. d., !' Der Vorschlag Louisas erregte nnr geringe Vcrwnn-deruna.. Man fand es ganz natürlich, daß sie Pflichte» auf sich nahm. die nur sie allein erfüllen tonnte, und für welche man keine andere Sklavin gcfnndcn Hütte. Da Louisa ihr Anbieten angenommen sah, umarmte sie ihre Mutter mit einem Ernst, als ob sie sich zu einer fernen und gefahrvollen Mission vorbereitet halte, und ging ihre Schwester aufzusuchcu. Zur unaussprechlichen Verwunderung des ganzen Hauses nahm Mildred diese unerwartete Mittheilung nicht uur mit Nachsicht sondern sogar mit Vergnügen auf. Sie sehnte sich eben nach etwas Neuem, da sie es müde war, immer ihrem eigenen Willen zu folgen. In eine Pension gehen, sagte sie, das gerade wünschte ich ja. Wann reisen wir ab? Heule? Drei Monate später war es Madame Mnllaslcr endlich geluugen ein Pcnsionnat ausfindig zn machen, das all ihren Anforderungen entsprach. ES nahm nur sieben Eleven auf und dcr Preis war etw^s hoch. aber man konnte die einzige fich darbietende Gelegenheit, bei Madame Loflhousc einzutreten, sich nicht entgehen lassen; zwei Plätze waren leer geworden nnd Madame Mullaster beeilte sich. zu sie benutzen. Zur nämlichen Zeit verließ Georges Gosling Eton, um seine Stndien an einer deutschen Universität fortzusetzen, und mit Ausnahme einiger Wochen, während welcher er Mildred nicht zu Gesicht bekam, kehrte er erst nach dem Tode seines Vaters nach England zurück, um die Besitzungen von Gosling - Graize und seinen Äaro< nctStitel. einen dcr ältesten Großbritanniens, anzutreten, Obschon Georges daranf gefaßt war, seine kleine Frau in ein reizendes, junges Mädchen verwandelt zu finden, so ward er doch von dem Anblick ihrer wunderbaren Schönheit überrascht und die anßerorbentliche Leichtigkeit, mit welcher Mildred in wenigen Jahren sich so bcmcrkenswcrthe Talente angeeignet hatte, versetzte ihn in das höchste Erstaunen. Ihre Lehrerin halte bei ihr in dcr That bewunderungswürdige Erfolge erzielt. Dank ihrem ausgezeichneten Tact. hatte Madame Loust-houfc gleich am ersten Tage das Vertrauen und die Zuneigung des jungen Mädchens zu gewinnen verstanden. Dann fühlte fic fich aber felbst von diesem schönen, kleinen, nndiöciplinirten Genie so angezogen, daß sic alle ihre Sorgfalt darauf verwendete, fo ungewöhnliche Naturgaben auszubilden. Der Erfolg war ein vollständiger, und als Mildred, nach vier in der Pension zugebrachten Jahren, in die Gesellschaft eintrat, eroberte fic Aller Herzen im Sturme. Georges war vor kurzem nach England zurückge^ kehrt; er beeilte sich seinen Platz unter den Anbetern dcr jungen Schönheit einznnehmen. und er wußte seine Nachbarprivilcgicn so wohl zu benutzen, daß er bald alle Mitbewerber entfernte, und dcr Verlobte vonMißMul-lllster wnrde. Während sein Pferd langsam unter den herbstlichen Bäumen hintrabtc, ließ Georg traurig die ganze Geschichte der Vergangenheit an sich vorüberziehen. Eine sehr unkluge Handlungsweise, denn, cr war noch nicht damit zu Ende, so war es aus mit seiner erkünstelten Resignation. Sie nach alldem zu verlieren! murmelte cr; uud wen sollte ich an ihre Stelle setzen, wen denn? Er blickte um sich, wie um sich zu versichern, daß er uicht dcr Sfticlball eincs Traums sei .... ach! es war nur zu wahr. Er sah die Bäume, die bekannten Wcgc und da ging cr ja eben an dem berühmten hundctt-dreißig Fuß hohen Lürchenbaum. dem Stolz von la Haie, vorüber. Wie fest er auf seinem Posten ausharrt, der alte Schurke, sagte er, einen wüthenden Schlag mit seiner Reitpeitsche danach schlendernd, daß sein Pferd sich ^ aufbäumte. Rnhig, sagte cr ,zu sciucm Thier, w>^ Du tanzen, gallopircn, springen? Wohlan, marsch,', geht zur Hochzeit, rief er aus, seiuen Hut schwiu.F während das Pferd vorwärtssprang. Aber wo ist de' die Braut? Wer will Lady Gosling werden? Anti^ ten Sie, meine Damen? Ah! ich weiß was ich O werde. Sie hat ihre Launen; gut, ich werde auch l, 'Minigcn haben. Schnell, schnell, nach Hause, so n^ als ich lebe, ich heirate die erste Frau die mir entM kommen, und mein: Hand wird annehmen wollen. A ich schwöre es. Der junge Mann nahm seinen ^ ab nnd hob scin anfgcregtcs Gesicht znin azurblancn ^ wölbe empor: und wenn ich meinen Eid breche, f" er fort, so möge ich die Strafe meines Meincidö trag' Ich will foglcich nach Hanse zurückkehren und die ^ Frau die mir entgegen kömmt, heirate ich. Unter der»? dingung jedoch, und diese flüchtige Hoffnung machte !^ Herz erbeben, nnter dcr Bedingung, daß Mildred!, nicht beugen läßt. Und, bei meinen Ahnen, ich lvill^ ohne Vcrzng auf die Probe stellen. Und in dem >^ lichen Augcublickc wendete er sein Pferd uud ritt nH nach la Haie zurück. Als er dort ankam, sah er M> red, cincn Korb mit Blumen und eine Scheerc tra^. aus dem Hause kommen. Georges sprang zu iß", und sein Pferd am Zügel führeud, ging er ihr c^. gen. Sie war ernst, etwas bei ihr sehr seltenes, . ihr zum Entzücken stand; als sie ihre Veilchens Augen mit unwilligen Erstaunen auf ihn richtete!^ cS dem jungen Mann, daß er den wahren Eh"^ ihrer Schönheit bisher noch niemals vollständig 9^ digt habe. ^ Wieder zurück, sagt? sie? während ibre le>^ runzelte Stirne sich beim Anblick von Gcoraeö ^ gung wieder glättete. Himmel! was ist geschehen- 1199 empfangen. Das von den Präsidien der beiden Häuser dcö NcictMatheö mitgetheilte Ergebniß der Wahlen in die Delegation wird der Versammlung zur Kenntniß gebracht.l Ebenso die Mandatsniederlegung der Delegirten Dr. v. Kaiserfeld und Landgrafen Fürstcubcrg. Dr. Mandelblüh überreicht die Petition der Stadt Oluiiitz um Stadtcrwcilerung und Auflassung der Vau-ttvcrse. (Wird dem zu wählenden Pctitionsausschussc zugewiesen.) Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Lesung der Regierungsvorlagen über den gemeinsamen Staatshaushalt. Delcg. Winterftein stellt den Antrag dieselbe» cinem ans 24 Milglieoern zn wählenden Ausschüsse zuzuweisen. Die Wahl wird vorgenommen. Abgcgeuen wurden 55 Stimmzettel, gewählt wurden die Delegirten: Arncth. McrtcnS. Wüllcrstorf. Diet-richslcin, Iablonowski, Wintcrstcin, Plpitz. Wrbna, Aan> Hans. Ehrzanowski. Dcmel. Fignly. Hopfen, Kaiser, Klier, ^eonardi, Rechbaucr, Steffene«. Sticger. van der Straß. Sturm, Vidulich, WcichS. Ziemialkoweki. ES folgt nun die Wahl des PetilionsanSschusscS. Abgegeben wnrdcn 5>1? Stimmzettel. Gewühlt erschienen : Ezajlowöki. Froschaucr, Baron Kotz. ^apenna, Man-dclblnh. Graf Spiegel, Fürst Czartoryski, Graf Hoyos. Graf Wickcnburg Die Tagesordnung ist erschöpft. Dic Dcnwnstralilincll in Trieft. Trieft, 15. Inli. Der „Osservatore tricstino" veröffentlicht folgende, von gestern dalirtc Zuschrift dcS Herrn Statthallercilcitcrs FM^. Mocriug an den Redacteur desselben, Herrn Professor Eoglicuina: „Gechrtestcr Herr Nedactcnr: Dnrch die Stadtposl erhielt ich gestern Nachmittags ein in Triest am I3tcn Juli d. I. gedrucktes Proclam. Ich lege hier eine genaue Abschrift bei, mit dem Ersuchen, dieselbe in Ihrem blatte zu veröffentlichen, zur Ergänzung und Erlünte-Ulng der Demonstrationen, die gestern und im ^anfc r vcrflosscii^u Nacht versucht wnrdcn, trotz der loyale» der Polizeidirectiou vom 12. Juli. Ich den ^ ."""' '"er Bemertnng. Den loyalen Tricstcrn. ^ ni,^ /"" bcs Fortschritts mit der Ord-» ssre,.>,' " Männern. die Vnrgcrmnth besitzen , den f ich ^« !, ^^ wahren Wohlfahrt nnsc,er Stadt stcllc u.' s n >. ^^^ anheim. Ich benutze diese Gelegenheit rin (^^^ ^" ^se'" Schreiben erwähnte Proclam -^uae» ^ "^" scl'amlrscn Uedcrtlciliungen, frechen liäck,', ^^lichcn Veschimpfnngcn nnd undewiesenc». Antt ^ "^'' ^" gerichtlichen Vcnrlhcilung gelangenden ^ klagen, gcschiicdcii in dem schwülstig« nnd anekelnde» ^, "^°gei,slyl des „Hcbc dich weg. damit ich an die Stelle nnd » ' "" '^ ""^ Briefpapier mit schwarzem Rand gedruckt Mau ^"'^ ^r „Osseru. tr." beifügt, zwar nicht an den la,/ ""^schlagen, aber von den gewöhnlichen Hand-t,,^-" "1 der Stadt verbreitet. Das amtliche Blatt leim,, ^"" fegende Bcmcrkllngcn.- „Es nntcrlic^l woln ?°'scl, daß die nngeheuic Mclnbeit der Be-^T^ dicscg Emporiums, das seinen redlichen E> we, b H:,. f,^ langen noch? sagte der junge Barouct mit lttko, ' ^""" Ü'hr cr fort: M,ß Äinlkastcr, ich bi» schlo-s "'> um Ihnen zu saaen, was ich zu thun c»t-„ lit', bin, um auf Il,rc ^»lsch.idung zn anlworlei,. ^ ' xMen uerlicre ich AlleS, was mir i" der Welt s.^' War; folia,, ist mir allcS glcichnltig, denn mein ^,^ leinn leine Abstufungen des Glückes. Holen S-e ^cw s" '' ^'^ ^'^ ^'^ i'vci Jahre mcinc Verlobte wer! " ^'^' ^^'" S'e sich weigern, mcinc Fiau zu l>cu, ^^^^ ^.^ ^^.^^^ beharre», alle mcinc Hoff-"ngen zu zerstören, so hade ich es im Anrichte des ^'MmclS geschworn,, daß ich ans d.m Wege zurück , ^!"'^ ^/" 'H gctummen, und die eiste Fr.m, dcr ich '«cgne, hnraten wcrdc. — welches ülnigcus ihic Stcl- g ,c>n mag, — we»u sie geneigt sein wild, dn> lion ! 'n), . " ^'sichern, daß er nicht schc.ze, dann brach sie wik . 'Vl'cl"cs dachen ai.s m,d tl^tschtc in die Händc >' "" '^ befriedigtes jlind. ! Wien ^ '^ ^''^ berrlichc Idee, Georges. Welch' hüb- ! sagen? """ """c das gcbcn'. Darf ich es M^ma ! L>^ ^. glanben mir also nicht? rief der jnnge Mann ' ' Die M) ''^'^ ''^ Abhast «crothct HUte. '' I^./^""c,cn Mildred's ändcrtcn sich plötzlich, ? vcrqcsst,, ^. ^'lm', daß Sie bis zu einem solchen G'adc ! »"b Ihren ""' "aS sie ihrcn Freunden, sich selbst s'"d' 'chnldi' s'""°llc„ ?lh»cn, auf welche Sie so stol; „ su unbcgieiM ^ lilanbcu, daß, nachdem Sie einen bedienen wa^n ^'"sclllnß «cfaßt, Sie sich d^n zu zu beleidigen > wlirocn, um mir zu drohen NI!0 mich !^ "nd vettieß ^ unver'- ^^ Multastcr, sagte Georgs, (Forlschiiüg folgt) im Welthandel nnd in dxn Älliicbe einer maritimen Industiie sucht, welche lräfligci' Aufscliwul.g nimmt, die un-angltaslttc Alifr.ch!clhallnng der öffem!iä,cü Nuhe wimsclü und verlangt. Und cbcn dicfc un^ehenle Mehrheit ist cs, welche der Behörde dic Pflicht anfeilegt, sich des § 8 dcS OlscycS uoin 8. Mai 1869 ;u bcdicücn, um endlich einmal und für immcr eine Minderheit zn Paaren zu treiben, welcher cs fo leicht wird, zu terrorisi-ren nnd Perwillung zu stiften, sobald hier die erste der in frcicn Staatm erfuid^lich','Tugenden mangelt, der Vürgciuililh gegenüber lliilltilllichcn und launcn-haften Unordnungen, gegenüber der Zua.eUosia.kcit nnd Gciingschätzuua dcr Gesetze. Endlich berichtet rcr ..Osseiv.«'.": Nachmittags vcrsnchten, trotz dcr von der Behörde cilusscncn Verbote, zahlreiche Gnlppcn run üll'enschcü, die gerade nicht den lcsscrcn El^.sscn angehöltcn. sich den Weg zum Fittdhofe non St. Anna zu bahnen, um den auf' rcizcndcn Proclamen, wclchc von Jenen vertheilt wor den waren, die jede Gele^nhcit lm'ühen wollen, um im Trüben zu fischen nnd Nnordünnqcn hcivo>zurufen ihatjächlichc Durchfnhrulig zn vcrschaffcu. Die Zahl Deicr, die an dieser Bewgnng thcil^enomlncn hadcn, mag lzcgcn WO betragen haben; sie wurden aber alle, und zwar ewige d.i:nntcr wc^cn ihrer Hcirtnacki^cit, nicht ohne Müi> von den anfglstclltcn PulizciorM'en «uiückgcdiänqt, denen ciuc sulchc Tnipperzahl ;ur Seile stand, daß sie dnrch ihre imvoniicndc Ställe allcin gc° nugte, jeden gcwaltlhäligcn Vcrsnch ;n hindern und da-hcr den immer bctlageni'wcllhcn Folgen vorzubeu^n. Doch gelang es sinigen dcr Kcckflcn, sich in die heilige Stätte ennndrängcn, nnd drei de-selben wurden ocrhaficl, wähici'd die andcren die Flucht crciriffen. ^n den spaten Abendstunden drgann sich beim Caff«' Ehio^a nnd ii! der nächsten Umgebung dcssrlbcn eine den gewöhnlichen Moßsl^b in aliff^llcndcr Weise übcr-ichreitendc Znsammcinoltnng zu bilden, ^rößlenlhc>ls auö den ^wohnlichen Nciiqicrigcn und Aiüßigqäxgcrn, und schon ließ sich einiges Pfeifen und Schreien hören, so daß die SickerheilS Behörde sich vcia„laßt fand, nicht nur mit den eigenen Organen, fondcrn auch mit einer starken Abtheilung ^üientnippcn einzuschreiten, da cS, wenn man cinc größere Vottsanhäusuüg gestattet und den Kundgebungen weitere Enlwicklni'g gegönnt dälte, die von Elcmcüle» ausgehe», welche keine andere Färbnng tragen, als jcnc dcr Unordnung n»d der Ab-nc'gling grgcn jede wie immer geartete Ncgicrui'gSform, vielleicht zu Tdällichleitcn gelummcn wäre, deren Fol.^ acn sich nie voraussehen lassen. Die Polizeiflmctionärc wicde»holten mit lauter Stimme und zu öfteren Malen die gesetzlichen 'Auffoi'dcillngcu und ließen die öffentlichen Locale an Ort und SteUe nnd in dcr iliähc schließen, fo daß liimicn lurzem, nachdem ihueu uon dcr Äichllicit der Anwesenden wirklich Gehorsam geleistet wurde, jcnc Gegenden nnd die ganze Stadt wieder das ^ gewöhnliche ÄnSsehcn erhielten. In dcr Nacht winden gegen A) Individuen vc>haftet, mcistcnS in dcr Stadt hcnimslreichcudc Fremde, von denen einige, mclir oder weniger bcirnnken, ci»c verdächtige, widclspänstigc oder herausfordcri'dc Haltung gegen die bewaffnete Macht an den Tag legten. Sie beriefen sich auf die östtrscichischc Verfassung, während sie die ersten warcu, sie zn nnßbrauchen. Alle (^hcfs dcr politischen nnd Militärbehörden hatten sich uuf dcm Schauplätze der Unordnungen cingefundcn. Gestern ist nicht dic geringste Nnhcslüruua, uorge-fallcu. Einc ncuc sta^osisch-itulicllischc Convention. Dem „Frdblt." wi^d aus Florenz, 12. Juli, geschrieben: Die eilige Abreise des italienischen Ministerpräsidenten Grafen Mcnabrca nach Turiu. um dcm dort weilenden Könige Bericht über die neuesten politischen Ereignisse abzustatten, bestätigt neben vielen andern äußeren Indicicn die 'Nachricht von wichtigen, zwischen ^rantl-eich nnd Italien abgemachten Verfügungen. Ol)»e Besorgüiß. von den Ereignissen dcmenlirt zu werden, tann ich Ihnen indessen den Alischluß einer neuen Eon-ucntion zwischen Italien u»o Frankreich melden, welche die bekannte äcptcmbcr-Eouucntion ergänzen, den Rück zug dcr französischen Truppen aus Rom zur Fo!gc habcu wird, und ich tauu sogar bcifügcn, daß dieser Rückzug binnen drei Monaten, also bis Mitte October d. I. bewerkstelligt sein wird. Daß dieses Zugestandn iß von Seite Frankreichs an Italien nicht ohne andere Zugeständnisse dieser Macht an Frankreich crkanft wurde, ist begreiflich und^man munkelt sogar, daß dcr bevorstehende Abzug dcr Franzosen aus Rom und Italien ncnc nnd peinlich harte Opfer loste, welcher Art aber diese Opfer find imd welche Vereinbarungen in dieser Richtung überhaupt zwischen beiden Mächten getroffen wurdcn, tann ,ch im gegenwärtigen Augenblicke nicht sagen, da mcinc Informationen blos dahin rcichcn. daß überhaupt die Räumung des Kirchenstaates von Seite dcr fränkischen Truppen stipulitt wurde und in naher Aussicht steht, nnd ich kann daher auch nicht sagen, was an der Nach« ncht Wahres ist, daß das Znslandelomnicn der getroffenen Vereinbarungen zwisacn der französischen und der italienischen Regierung dcr freundlichen Vermittlung dcr österreichischen Regierung zu danken sei. In Folge dieses Ereignisses ist denn auch die italit-uische Regierung von ihrem bereits fcstgcstllndcncn Ve-schlussc, die Kammer aufzulösen und au das ^and zu appcllircn, abgekommen, sondern sie wird einfach demnächst die gegenwärtige Session schließen und die Kammer erst im October auflösen, um uutcr dem Eindrucke des erfolgten Abzuges der Franzosen aus Rom und dcm Kirchenstaate die Neuwahlen anzuorden. welche, wie sie nicht ohne Grnnd hofft, in diesem Falle für die Regie« rung sehr günstig ausfallen werden. Oesterreich. Pest, 14. Juli. Im Unterhause beantwor» tctcn der Justiz- und dcr Fiuanzministcr mehrere Inter» pcllationcn. — Das Oberhaus hat den Bcschlußan« trag wegen Erthcilung von Diäten an die Delegations' Mitglieder des Oberhauses angenommen. — Um 5 Uhr haben beide Häuser Sitzung. — 14. Juli. (Sitzung d cs U nterh a u ses.) Das vom Oberhause überbrachte Nuncinm über die in der heute Nachmittags abgehaltenen Sitzung ersolgte An« nähme des Gcse.entwurfes über die ungarisch-galizische Verbindungsbahn wnrdc verlesen. Morgen findet die letzte Sitzung statt. Uusland. Paris, 13. Inli. (Empfang.) Das „Journal ,officicll" sagt in seiner Abendausgabe, der K^ser werde liutz dcr Vertonn«, des Ulsetzgebenden Körpers nächsten Donnerstag i>, St. Eloud cmpfal,«cn. — 14. Juli. (Gerüchte.) An der Börse ist das Gerücht vcibrcitct. Piinz Napoleon s't< wurf stellt die Regeln auf, wo allgemeine öffentliche Volksschulcu zu errichte» sind; er bestimmt auch, oaß in jedem Schalbczirte mlndcstens eiue Bürgerschule zu errichten ist. Er regelt die Einschnlnng und die Schul« ausrahme, enthält Normen über den Ban der Schul» Häuser, die Zahl und Einrichtung dcr Lehrzimmer, ms« besondere über ric Beschaffenheit der Schulbänke; er gestattet die Verwendung weiblicher Lehrkräfte auch für den Knabennnlerricht in den unteren vier IahrcSstufen der Volksschule. Er gibt die näheren Bestimmungen über die Aufzeichnung dei- schulpflichtigen Kinde»', über den Schulbesuch, über dic Strafen gegen die Vernach. lässigmlg desselben und behandelt eingehend den Aufwand für das Vollsschulwesen und dic Mittel zu seiner Bestreitung. Diese letztere soll künfiighui ciue gemein« slimc Angelegenheit eineS jeden SchulticzirkeS bilden, ans dessen Easse alle Ausladen zu beslrcilen wären. DaS für die Vczi'tsschulcassc einzugehende Schul» acld soll nicht linbcdentcnd erhöht werden. Die Aeznts--schulcasscn sollen auch die Dotation dcr ^chrelbltilio» >l,ef, zu dcr die Lehrer einen Acitiag init eiuen, halben Percent dcS IahrcSaehalleS zu leisten häticn, ferner die Kasten dcr Abhaltung von Bezirkslehrerconferenzen einschließlich dcr den M tglicd.ln zu cicwähicndcn Reisc-tostei'cnlschädi^nngcn und letztere so wie die Tagaeloer der Abgeordnctru zu den Ü.indcsconfcrenzcn bcstrciten. Aogäul,e der Äelirksschulcass.n sollen zunächst durch Unilaa.cn, welche gleichzeitig mit dcm LandcSerfordermß» znschl^gc z» den dircclen Steuern zu erheben wären, »nd wenn diese Umlagen eine bestimmte Höhc übcrslci-ssrn, durch v^lidlSmiltcl gedeckt werden. Zar Umgestaltung dcr bestchcudcn ^>iothschnlcn in ordentliche Schu« len wird cin Zeilranm von zwei Jahren, für die or-de»tl>chc Einschulung sämmtlicher Ortschaften ein Jahr vom Tage dcr Wirksamkeit des neu zn nlassenden Ge» setzcs bestimmt. " Der Gesetzentwurf über die Rechtsverhältnisse der Lehrer behandelt die Anstellung, t>aS Die»steu'kommen, die Diociplmarvchandlung nnd die Pensionirnng. Die OrtSschl'ldchöldcn sollen cin Vorschlags^, die'Bezirke das Präseutationsrccht ei hallen, dic eigentliche Anstellung durch die ^andcsschulbehördc erfolgen. Untcrlehrer erhalten erst dann cinc definitive Anstellung, wenn sie daS ^ hrbefähigunMeu^niß erworben haben. In Bezugs auf das Dicustcinkommcn sollen die Gemeinden deS Landes in vicr Elasscn getheilt werden, für deren jede ein Mmimalgehalt bestimmt wird. Die Bürgerschulen- 1198 kannte Depesche an den Freihcrrn v. Kübeck, Nr. 38 eine Depesche an den Gesandten in Münchcn und Stnlt-gart, Nr. Z9 eine Depesche an den Baron Werner in Dresden, Nr. 40—4? die Instruction des Grafen TraultmannSdorff und weitere Correspondenzcn mit demselben, endlich Nr. 48 die Antwort dcö Grafen Bcust auf die Hohenlohc'sche Eoncildcpeschc. Fürst Mcttcrnich ist von Berlin aus beschul' digt worden, daß er die Pariser Presse gegen Preußen aufgehetzt. Fürst Mettcrnich l)at sich gegen diese Anschuldigung gerechtfertigt und Graf Acust hat diese Rechtfertigung mit eiucr passenden Einbcglcituug an unseren Gesandten in Berlin geschickt. Beide Actcn-slückc finden wir im Nothbuch. Die Note des Grafen Acust au den Grafen Wimpffeu in Berlin lautet: „Wien. 3. Februar 1869. In einem der Berichte, zu welchen die heftigen Ausfälle der preußischen Presse gegen Oesterreich Ihnen unlängst Veranlassung geboten hatten, erwähnten Ew. Excellenz des Umstaudes, daß man in Berlin unter anderen Verwänden für diese Angriffe auch die früher schon wiederholt vorgebrachte Beschwerde wieder hcruorgcsucht habe, eS werde von unserem Botschafter in Paris auf einige Organe der französischen Presse ein der preußischen Regierung feindseliger Einfluß ausgeübt. Ciuer Widerlegung dieser Anklage bedürfte es zwar nicht für mich, da die Iustructionen, nach welchen uu-ser Repräsentant in Paris handelt, von mir ausgehen, und ich den Fürsten u. Mctteruich als einen getreuen Interpreten der Gesinnungen des kaiserlichen Hofes tennc. Ich glaubte jedoch es ihm schuldig zu sein, ihn von jenen neuerdings gegen ihn gerichteten Insinuation«.'« nicht in Untcnntniß zu lassen. In Folge hiervon hat Fürst Mcttcrnich einen Bericht an mich erstattet, von welchem ich Ew. Excellenz hiermit eine Abschrift zu übersenden mich beehre. Der l. l. Botschafter iu Paris hat darin den Vorwurf, daß er sich der französischen Presse zu Angriffen gegen Preußen bediene, mit vollster Entschiedenheit und in einer Sprache zurückgewiesen, die über dcu Werth der in Berlin gegen ihn ausgesprochenen Beschuldigungen nicht den geringsten Zweifel übrig lasscu dürfte. Ich richte diese Mittheilung zunächst nur an Ew. Excellenz persönlich, da Ihnen die Rccriunnatiouen gegen den Fürsten Mcttcrnich nur indirect zu Gehör gekommen sind, und ich nicht ohne Noth an die Seitungsfehde, die man gegen unS gciührt und nunmehr eingestellt hat. erinnern möchte. Sowie aber Fürst Metlcrnich seinerseits sich unmittelbar und freimüthig gegenüber dem preußischen Geschäftsträger iu Paris, Grafen SolmS, über den Gegenstand ausgesprochen hat, so köuncu Ew. Excellenz sich Ihrer Kenntniß deö erwähnten Berichtes bediene», um allerorten, wo Ihnen dies nöthig oder nützlich erscheinen würde den Ungrund dcr erhobenen Beschwerden nachzuweisen, oder den Eindruck, den sie etwa hervorgebracht haben könnten, zu berichtigen." Dcr in dieser Note erwähnte Bericht des Fürsten Mettern ich lautet in dcr Uebersctzung: „Paris, 28. Jänner 1869, Ich habe die Abschrift eines Berichtes unseres Gesandten in Berlin erhalten, dcr gewisse Gerüchte anführt, denen zufolge dcr BnndcStanzlcr sich in ziemlich bestimmter Weise über meine Thätigkeit in Angelegenheit dcr Presse beklagt hätte. Nach Hcrrn Grafen v. Bismarck soll dcr Einfluß, den ich auf gewisse französische Blätter ausübe, sich durch eine wühlerische Feindseligkeit (!l(M-lit« i^mumito) gegen Prcnßcn kundgeben. Ich gestehe, ziemlich überrascht davon zu sciu, daß man im Ernste glauben konnte, ich würde es auf mich nehmen, mich dcr ernsten Verantwortlichkeit für eine Ihren sehr präcisen Instructions diametral entgegengesetzte Haltung auszusetzen. Ich habe sehr oft daran erinnert und bin bereit, die glaubwürdigsten Beweise dafür zu liefern, daß Sie die Politik unseres Landes über alle Kleinlichkeiten und Rancüncn emporgehoben haben. Dieses Beispiel schien für alle Welt so befolgcnswcrth, daß ich jede Vcllcität, von dcr von Ihnen vorgczcichncien Vcrhaltnngslinic abzuweichen, selbst damals förmlich mißbilligt habe, als zn meinem großen Staunen das Beispiel vom Gegentheil uns durch die preußische Presse mit einer Einmüthigkeit der Anstrengung gegeben wurde, deren Motive uud Resultate ich nur sehr unvollkommen begreifen und würdigen tonnte. Euer Excellenz wissen es, daß ich über dicscn Gegenstand eine schr freimüthige Explication mit dem prcu-ßifchcn Geschäftsträger in Frankreich hatte, selbst bevor ich noch ahnte, daß man in Berlin mich persönlich anklagte. Ich bin mit ihm in schr klare und offene Details eingegangen, die Sie eben so gut kennen, wie man sie heute durch die Berichte des Grasen Solms kennen muß. Ich hoffe, daß man dusrlbst jetzt zu ciucr richtigeren Beurtheilung meiner Haltung gekommen ist, nnd ich werde mir dazu Glück wüuschcn, im Interesse unserer gutcn Beziehungen zu Preußen nnd der friedlichen und versöhnlichen Principien, dic Sie inaugurirt haben, Principien, denen -- ich habe es nicht nöthig beizufügen, ich treu bleiben und die mit allen meinen Ueberzeugungen zu uutcrstützcu ich fortfahren werde." Wir sönnen hier den verschiedenen Phasen des griechisch-türkischen EonfliclcS um so weniger folgen, da die Haltung unseres Eabincts in dieser An-gelegenhcit ohnehin in dcu Hauptzügen bekannt ist- Baron Testa in Athen ist am 10. December 1808 angewiesen worden, seinen Eollcgen in jenen Schritten zu unterstützen, welcher die griechische Regierung zur Nach' gicbigtcit gegen die Pforte bcwegcn solle. „Gewichtige Gründe lassen uns jedoch Werth darauf lcgcn" — telc-grafthirt Graf Vcnst an Baron Prokesch in Constanti-uopel — „daß man unS nicht etwa beargwöhnen kö»nc, die türkische Regierung zu ihrem Vorgehen angecifert ;u haben." Am 2!l. December 18Ü8 schreibt Ritter von Haymerle aus Constantinopcl an den Grafen Bcust: „Das inot d'm'äw, Oesterreich für den Bruch zwischen der Türkei und Griechenland verantwortlich zu machen, scheint auf dcr ganzen Linie gegeben, und ist vermuthlich von hier ausgegangen." Dcr mir von einer Seite geäußerten Vermuthung, als habe Baron Prokesch's Haltnng die Pforte in ihrem Vorgehen crmuthigt, konnte ich nicht nur im Sinue der Weisungen Euer Excellenz, sondern auch als Zeuge des Vorgefallenen auf das Bestimmteste widersprechen. Baron Protcsch hat, wie die übrigen Botschafter, die Sache erst erfahren, als sie bereits beschlossen und sogar in Ausführung war. Am 2. d. war nnser Botschafter wegen der Hiscnbahnsache zu Aali Pascha gegangen, als derselbe ihm den Entschluß, mit Griechenland inS Reine zu kommen, mittheilte und ihm das Concept der bereits fertigen Note vorzeigte, welche fpütcr als Ultima« thum nach Athen ging. Es war dies für Baron Prokesch eine vollkommene Neuigkeit. Er kounte freilich nicht anders, als die Gerechtigkeit der Forderungen der Pforte anzuerkennen und die Haltung Griechenlands zu uerurthcilcn; er that hierin aber nichts, was nicht die anderen Repräsentanten, jene Preußens und Italiens nicht ausgenommen, auch gethan. Auf die Coercitiumaßregeln dcr Pforte hat er nicht dcn geringsten Einfluß geübt; er hat Aali Pascha nur bemerkt, daß ihm dcr Termin von vierzehn Tagen jedenfalls zu kurz scheine. Aali Pascha antwortete anf die auch an ihn gc> langten Insinuationen gegen Baron Prokesch mit dein bcstimmtcstcu Dementi, wiederholend, daß die Pforte Ehre uud Folgen der Initiative für sich ganz allein '" Anspruch nehme. Angesichts solcher Verdächtigungen lege ich mil eine um so größere Reserve auf, als ich glaube. a»s diese Art das Terrain am bestcu für die Äcmühungc« frei zu halten, welche Euer Excellenz für die Hallung des Friedens später machen könnten. Aus dcr eben er» haltenen Depesche vom 13. werde ich in mündlicher Eoi" versation Aali Pascha gegenüber besonders hervorheben, wie Eucrc Excellenz seit Monaten bestrebt waren, durch ein Zusammenwirken mit den Wcstmüchtcn und Abscn' dung von Kriegsschiffen Griechenland znr Ordnung z" rufeu und dcr Krisis vorzubeugen, Sie daher auch eil' Recht erworben haben, bei deren Beschwürung ein c»t< scheidendes Wort zu sprechen." Daß die Pariser Eonfcrcnz zu einem günstigen 3lc-snltat geführt hat, daran hat die rücksichtsvolle uud cor rcctc Hallung unseres auswärtigen Amtes großen A»< theil gehabt. Auch Nußlaud scheint das zugegeben z« haben, wie aus einer Depesche des Ritters von Vctsera doo. St. Petersburg, <1. Februar 180i1, au Grafcu Aeusi ersichtlich ist. AuS dcn Instruktionen, welche Graf Beust d^ österreichischen Agenten Ritter o. Znlanf i» Bukarest cl' theilt hat, heben wir nur folgeude Stelle hervor: „Dem Fürstcu Carl sowohl, als seinen Rathgcbell gegenüber werden Euer Wohlgcboren bei jeder passend^ Gelegenheit auf das Entschicdcustc zu betonen haben, dül dcr österreichisch-nngarischcu Monarchie nichts ferner lic^ als Anncxious- oder Erobcrungögclüste auf Kosten del vereinigten Fürstcnthümcr, und daß wir den aufrichtig Wunsch hegen, mit der moldo-walachischen Regierung >^ Mein Vernehmen ;u leben. DieS hindert natürlich ni<^ daß für nnscrc Auffassung dcS Verhältnisses zwischen d^ Pforte und dem Fürsten die Aufrechthaltung der u^ tragsmäßi^en Verpflichtungen dcn bcslimmcndcn Gesicht puntt bildet." Die Depeschen an dcn Grafen Tranttmann^ oorff lassen wir wegen ihrer hervorragende!» Wichts keit in einem besonderen übersichtlichen Artikel folg^ 2. Sitzung dcr Delegation des NcichsrM Wien, am 15. Juli. Präsident Sc. Durchlaucht Fürst Carlos A ucr^ pcrg eröffnet die Sitzuug um 1l Uhr 50 Min. Sc. Excellenz der Herr Reichskanzler the'! mit, daß Sc. Majestät geruhen werden, die Mitglied der Delegation am nächsten Samstag, den 17. d., ? Der Vorschlag Louisas erregte nnr geringe Verwunderung. Man fand es ganz natürlich, daß sie Pflichten auf sich uahm, die nur sie allein erfüllen tonnte, und fur welche man keine andere Sklavin gefunden hätte. Da Louisa ihr Aubictcn angenommen sah, umarmte sie ihre Mutter mit einem Ernst, als ub sie sich zu einer fernen und gefahrvollen Mission vorbereitet hätte, und ging ihre Schwester aufzusuchcu. Zur unaussprechlichen Verwunderung des ganzen Hauses nahm Mildred diese unerwartete Mittheilung nicht nur mit Nachsicht sondern sogar mit Vergnügen auf. Sie sehnte sich eben nach etwas Neuem, da sie es müde war, immer ihrem eigenen Willen zu folgen. In eine Pension gehen, sagte sie, das gerade wüuschtc ich ja. Wann reisen wir ab? Heute? Drei Monate später war es Madame Mulkaster endlich geluugen ein Pensionnat ausfindig zu machen, daS all ihren Anforderungen entsprach. ES nahm nur sieben Eleven auf uud dcr Preis war etwas hoch, aber man tonnte die einzige sich darbietende Gelegenheit, bei Madame Lofthousc einzutreten, sich nicht entgehen lassen; zwei Plätze waren leer geworden uud Madame Mullaster beeilte sich, zu sie benutzen. Zur nämlichen Zeit verließ Georges Gosling Eton, um seine Stndien an einer deutschen Universität fortzusetzen, und mit Ausnahme einiger Wochen, während welcher er Mildred nicht zu Gesicht bekam, kehrte er erst nach dem Tode seines Vaters nach England zurück, um die Besitzungen von Gosling - Graize und seinen Baro« mtStitcl, einen dcr ältesten Großbritanniens, anzutreten, Obschon GcorgeS daranf gefaßt war, seine kleine Frau in ein reizendes, junges Mädchen verwandelt zu finden, so ward cr doch von dem Anblick ihrer wunderbaren Schönheit überrascht und die außerordentliche Leichtigkeit, mit welcher Mildred in wenigen Jahren sich so bcimrkenSwcrthe Talente angeeignet hatte, versetzte ihn in das höchste Erstaunen. Ihre Lehrerin halte bei ihr in dcr That bewunderungswürdige Erfolge erzielt. Dank ihrem ausgezeichneten Tact, hatte Madame Louft-house gleich am ersten Tage daS Vertrauen und die Zuneigung des jungen Mädchens zu gewinnen verstanden. Dann fühlte sie sich aber selbst von diesen, schönen, kleinen, undiöciftlinirten Genie so angezogen, daß sie alle ihre Sorgfalt darauf verwendete, fo ungewöhnliche Naturgaben auszubilden. Dcr Erfolg w^r ein vollständiger, nnd als Mildred, nach vier iu dcr Pcnsion zugebrachten Jahren, in die Gesellschaft eintrat, eroberte sie Aller Herzen im Sturme. Georges war vor kurzem nach England zurückge^ lehrt; cr beeilte sich sciuen Platz uuter dcn Anbetern der jungen Schönheit einzunehmen. und cr wußte seine Nachbarprivilcgicn so wohl zu benutzen, daß cr bald alle Mitbewerber entfernte, und dcr Verlobte oonMißMul-tastcr wurde. Während sciu Pscrd langsam unter den herbstlichen Gäumcu hintrabtc, ließ Georg traurig die ganze Geschichte dcr Vergangenheit an sich vorüberziehen. Eine schr unkluge HandlnngSweisc, denn, cr war noch nicht damit zu Ende, so war es aus mit sciucr erkünstelten Resignation. Sie nach alldem zu verlieren! murmelte cr; und wen sollte ich au ihre Stelle sctzeu, wen denn? Er blickte um sich, wie um sich zu versichern, daß er nicht dcr Spiclball eines Traums sei .... ach! es war nur zu wahr. Er sah die Bäume, die bekannten Wege und da ging cr ja eben au dem berühmten hundert-dreihig Fuß hohen Lärchcnbaum, dem Stolz von la Haie, vorüber. Wie fest er auf seinem Posten ausharrt, der alte Schurke, sagte er, einen wüthenden Schlag mit semer Reitpeitsche danach schlendernd, daß sein Pferd sich hl aufbäumte. Ruhig, sagte cr zu seinem Thier, w>0 als ich lebe, ich heirate die erste Frau die mir entgef kommen, und mein: Hand wird annehmen wollen. " ich schwöre es. Dcr juugc Mann nahm seinen A ab und hob sciu aufgeregtes Gesicht zum azurblauen^ wölbe empor: und wenn ich meinen Eid breche, !^ er fort, fo möge ich die Strafe meines MeincioS tras' Ich will sogleich nach Hause zurückkehren und die A Frau dic mir cutgcgeu kömmt, heirate ich. Unter dec ^ diugung jedoch, und diese flüchtige Hoffnung machte !^, Herz erbeben, uutcr dcr Bedingung, daß Mildred ''' nicht beugen läßt. Und, bei meinen Ahnen, ich wi^ ohne Verzug auf die Probe stellen. Und in dem '^ lichen Angcnblickc wendete cr sein Pferd und ritt wH nach la Haie zurück. Als er dort ankam, sah cr M'^ red, cincn Korb mit Vlnmen und cinc Schecre tr<< aus dem Hause kommen. Georges sprang zu B^. und scitt Pferd am Zügel führeud, giug er ihr c^ gen. Sie war ernst, etwas bci ihr sehr scltencS, ^ ihr zum Entzücken stand; als sie ihre Veilchens Augen mit unwilligen Erstaunen anf ihn richtete 1^ es dem jungen Mann, daß er den wahren ChlU'^ ihrer Schönheit bisher noch niemals vollständig 9^ digt habe. ..,, Wieder zurück, sagt? sie? während ibre lc'A runzelte Stirne sich beim Anblick von Georaeö ^ guug wieder glättete. Himmel! was ist geschehe»'' 1199 empfangen. Das von den Präsidien der beiden Häuser des Reichörathes mitgetheilte Ergebniß der Wahlen in die Delegation wird der Versammlung zur Kenntniß gebracht.j Ebenso die Mandatsniederlegung der Dclcgirten Dr. v. Klliserfeld und Landgrafen Fürstcubcrg. Dr. Mandclblüh überreicht die Petition der Stadt Olmütz um Stadterwcilcrung und Auflassung der Bau-reverse. (Wird dcm zu wählenden Pctitionsansschussc zugewiesen.) Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Lesung der Regierungsvorlagen über den gemeinsamen Staatshaushalt. Delcg. Ninterstcin stellt den Antrag dieselben cinem aus 24 Mitgliedern zu wählenden Ausschüsse zuzuweisen. Die Wahl wird vorgenommen. l Abgebe» wurden 55) Stimmzettel, gewählt wur- ? den die Dclcgirten: Aruclh. Mcrtcni<. Wüllcrstorf. Dict-richstcin, Iab'lonowski, Wintersteiu, Pipitz. Wrbna, Ban-Hans, Ehrzanowöki, Dcmcl. Figuly. Hopfen, Kaiser, Klier, Leonardi. Rechbaucr, Steffens. Sticger. van der Straß. Sturm, Vidnlich, Wcichs. Zicmialtowöki. ES folgt nun dic Wahl des Pctilionsausschusscö. Abgegeben wnrdcn 52 Stimmzettel. Gewählt erschienen : Ezajluwski, Froschancr, Baron Kotz. Lapcnna. Mnn-dclblnh, Graf Spiegel, Fürst E;artorySki, Graf Hoyos. Graf Wickcnburg Die Tageoordnnng ist erschöpft. Dic Dl'lnonstrlllilincll in Tricst. ^ Tricst, 15. Juli. Der „Osservatorc tricstino" veröffentlicht folgende, von gestern datirtc Zuschrift des Herrn Statthallcrcilcitcrs FML. »INocring an den Redacteur desselben, Hcrru Professor Eoglicuina: „Geehrteslcr Hcrr Rcdattcnr: Durch die Stadtposl ehielt ich gestern Nachmittags ein in Trieft am 13tcn Juli d. I. gedrucktes Proclam. Ich lege hier eine gc- , "auc Abschrift bei, mit dcm Ersuchen, dieselbe in Ihrem , glatte zu veröffentlichen, znr Ergänzung und Erläntc- j ""st der Demonstrationen, die gestern und im Lanfc ^".. ^"°sscncu Nacht versucht wurden, trotz der loyalen < emw!'^"'« der Polizcidirection vom 12. Juli. Ich ° den ^« ^' ' lcder ^emertnng. Den loyalen Tricstcrn. " nun. /"" b^ Fortschritts mit der Ord-, ^,,,'' ^" Männern , die Anrgermnth besitzen , den 'ch d^'!, ""lircu Wohlfahrt nnse,er Stadt stelle n.'s n .. '^^ anheim. Ich benutze diese Gelegenheit ein cz?^. " ^'^^u Schreiben erwähnte Proclam -6 ^üae» "?^ "^' schamlosen Uebertreibungen, frechen ^, nücn« ^'"lichcn Beschimpfungen nnd nnbcwicscncn. " A,M '^ ^'" ^'l' gerichtlichen Beurtheilung gclan.n»dcn ^, ^"- «cschiiclicn in dcm schwülstige» nnd anekelnde» < ^,, '^°^"slyl des „Hebe dich weg. damit ich an die Stelle nnd n ^ '^ "^ Vri'efpapicr mit schwarzem Rand grdrnckl Nlau ' ^ ^" "^ss'l'U- tr." beifügt, zwar nicht an den j^ l,ni "" ""^schlagen, aber von den gewöhnlichen Hand- tiuivf!"^" ^^' ^ladt verbreitet. Das amtliche Blatt >' leim,. 2""" folgende Bcmcrknngcn: „Es unterlief ,t woln, ^^'l'cl, daß die ungeheure Äcclnhcit der Be- ^ ^ "cses Emporiums, das seinen redlichen E'wcib A!gc>n, mcinc Frau zu < ,,,,"' wcnn E>e dnranf bcharrc-', alle meine Hoff-^ uigcn zu zerstören, so hal'c ich es im Anacsichtc des - ^"""nls geschworn,, daß ich ans d,m Wcge zurück ! be "' ' '^' sct°mine,,, und die eislc Fmu, dcr ich t In! '^' graten wcrdc. — wclches übiig.ns ihic Stcl-l>> N sein mag, — wenn fti ^,cncigt s^n wild, dic lion ^ '"'""' ^riick,estof;r»c Hm,d an-,»»chme». ^ s-. /"lldred belrachtclc ihn eine» Augenblick, wie um i i>, . " "ludern, daß er »icht scherze, dann brach sie ,'l> c> ,,ll,cr»cs dachen ans und klalschtc in die Händc! ,>' "" «m beledigtes Kind. ! I' sch^,, ^ lst eine h^rilichc ^dee, Georges. Welch' hnb- ^ iagcn? """ ""rdc das arbcn! Darf ich es Mnna ^ °^ ^ ^cu'l'm mil- also nicht? rief dcr jnnge Man» ^ D> "m) .'^ f'ch lcbhaft gcrothet h^ttc. ^ ^^./^'ueicn Mildred's ändcrtcu sich plötzlich, '^ ^"^ssc,,' . tauben, daß Sic bis zu einem solchen Grade N"t> A)^ ^'^''' "as sic ihrcn Freunden, sich selbst sind, schuld "^"'uolle» ^h»cn, auf welche Sic fo stol^ ^ ^ uubegicif -/'^ ? glauben, daß, nachdem Sie einen '' bedienet^ waacn " ^"^'l"b acfaßt, Sie sich dcss.n zn zu beleidigen > ^^lde„, um mir zu drohen und mich ünd vcrttcs'^ ^°^' Miß Mulkastcr, sagte Georges, ^ (Fortsetzlmg folgt,) im Welthandel nnd in d,m ^Nicbc einer maritimen, Industlic sucht, welche lräsl,gcü Aufs^wn,,^ ninnnt, die u»-llngctaslctc Anfr.chlcrhaünng der öffenlü^cn Nuhe loiinsd't und verlangt. Und cvm dicse un^ehcuie Mehrheit ist cs, welche der Behörde dic Pflicht auferlegt, sich des § 8 des Glscyes vom h. Mai 1869 l,u bcdieüen, um endlich ci»inal und für immer eine Äiinderheit zu Paaren zu treiben, welcher es fo leicht wird, zn terrorist-rcn und Velwinnng zn stiften, sobald hier die erste dcr in freien Slaatcn eifu,dc>lisl>'>'Tugenden mangelt, der Vürgciniuth gegenüber willtnrlichcn nnd launenhaften Unordnungen, gegenüber der ZügeUosigkcit nnd Gciiugschcitzllna dcr Gcsctzc, Endlich dcrichtct rci ..Osseiv. «'.": Nachmittags versuchten, lrotz dcr von dcr Behörde cilassme» Bcr-böte, zahlreiche Gruppen von Ml'schc». die gerntic nicht den lcssercn El^sscn angehörten, sich dc» Ncg zum Flicdhofc non St. A»na zu bah»cn, um den auf-r.izmdcn Proclamen, wclchc von Jene» vcltheilt wor den waicu, die jcdc Gc> von den aufglstclltcu Pulizcior^aneu miückgc^än^t, dc»rn eine solche Truppci'zahl zur Seile slaxd, daß sie dnrch ihre impuniicndc Starte allein gc« l'.ügtc, jeden gewaltthäligcn Versuch zu hindcin und daher den immer licllagensweilhen ssol.nn vorzubeu^n. Doch gelang es sini^n dcr Kecksten, sich in dic heilige Static einmdlängeu, und drei dc>selben wmdc» ucrhaftct, währcod die anderen die Flucht crariffcn. ^n den späten Abendstunden begann sich beim Caff«' Ehioz;a und i» der nächste» Umgrbnng desselben eine deu gswöhnlichcn Aioßstab in anff^llender Weise übcr-'chreilcude Zusanuucnrollung ^l bilden, größlenlhclls anS dcn gcwöholichen Neugierigen uud Muß,Säugern, und schon ließ sich einiges Pfeifen und Schreien hören, so daß die SichcrheilS ^vehölde sich veranlaßt fand, nicht nur mit den eigenen Digancn, soudcin auch mit cincr starten Abtheilung ^»iemiuppen cin;nschreiten, da es, wenn man cine größere Vollc>anhäu!u»g gestaltet n»d den Kundgcbungcu weitere Eniwicklung gegönut bältc, die von Elculcnlc» ausgehen, welche keine andere Färbung traben, als jcnc dcr Unordnung M'd der Ab-»c>gl!Ng gegen jede wie immer gcarlclc Ncgierui>gsform, vielleicht zu Tdällichlcitc» gclommcil wäie, deren Fol-nc» sich nie vorausschcu losscn. Die Polizsif»nctionälc wiederholten mit lauter Stimme und zu öfteren Malen dic gesetzlichen Auffo''dc!ll»gc» und ließen die öfftnt-lichen Locale an Ort und SteUe und in dcr Nähe schließen, fo daß binnen kurzem, nachdem ihne» uon der Mchlhcit der A»weseude» wirll cl) Gehorsam gclcislcl »uurdc, jcuc Gegenden nnd dic ganze Stadt wicdcr Pas s;cwöhnlichc Anc«sehcu erhielten. In dcr Nacht ninideu gcgcn i^O Individucu ve>haftet, mcistcnS iu dcr Stadt hcruinslrcichcndc Fremde, von denen einige, mehr oder weniger bclrnnken, cine verdächtige, widclspäusligc oder hcrausfordcri'dc Haltung gegen die bewaffnete Macht an dcn Tag lcglcn. Sie beriefen sich ans die osterscichischc Verfassung, während sie die ersten waren, sic zn lmßbrauchcu. Alle Ehcfs dcr politischen uud Militärbehördcu hattcn sich a„f dcm Schauplätze dcr Unoidnuugcu cingcfuudcu. Geslcru ist nicht dic geringste Ruhestörung vorgefallen. Einc neue ftall^sisch-italicmschc N«nllc«tjon. Dem „Frdblt." wi^d aus Florenz, 12. Juli. geschrieben: Die eilige Abreise des italienischen Ministerpräsidenten Grafen Mcnabrca nach Turin, um dem dort weilcndcn Könige Bericht über die neuesten politischen Ereignisse abzuslattcu, bestätigt neben vielen andern äußeren Indicieu die Nachricht vou wichtigen, zwischen Frantteiä, und Ilalicn abgemachten Bcrsügungen. Ohne Besorgn iß. von dcn Ereignisse,, dcmentirt zu werden, lann ich Ihncu indessen dcn Abschlnß einer ncueu Eon-ocntion zwischen Ilalicn und Frankreich melden, welche die bekannte ^cplcmbcr-Eonucntion crgänzcn, dcn Rück ;ng der französischen Trnppcn ans Nom znr Folge haben wird, und ich kann sogar beifüge», daß dieser Rückzug binnen drei Monaten, also bis Mlttc October d. I. bewerkstelligt scin wird. Daß dieses Zugestandn iß von Seite Frankreichs an Italien nicht ohne andere Zngcständnissc dicscr Macht an Frankreich crkanft wurde, ist begreiflich uud^man munkelt sogar, daß dcr vevorstehcnde Abzug dcr Franzosen aus Nom nud Italien neue uud peinlich harte Opfer koste, welcher Art aber dicsc Opfer stnd nnd welche Vereinbarungen in dicscr Nichm gegenwärtigen Angcnblickc uicht sagcu, da mciuc Inform iualiuncu bloS dahin reichen, daß überhaupt die Näu-mnng des Kirckcnstaatcö von Seite dcr französischen Truppen stipulirt wurde uud iu naher Aussicht stcht, uud ich kann dahcr auch nicht sagcn, was an der Nach' richt Wahres ist, daß das Zustandekommen dcr getroffenen Pcrcinbarnugcn zwiscdcn dcr französischen und der italienischen Rcgicruug der freundlichen Permiltlnng dcr österreichischen Regierung zu danken sei. In Folge dieses Ereignisses ist denn auch die italienische Regierung von ihrem bereits festgcstandenen Beschlusse, die Kammer aufzulösen nnd an das ^and zu appcllircu, abgekommen, sondern sie wird einfach demnächst dic gegenwärtige Session schließen und die Kammer erst im October auflöscu, um unter dem Eindrucke des crfolgtcu Abzuges der Fran;oscn aus Rom und dcm Kirchenstaate die Neuwahlen anzuorden. welche, wie sie nicht ohne Grund hofft, in diesem Falle für die Regierung sehr güustig ausfallen werden. Oesterreich. Pest, 14. Juli. Im Unterhause beantworteten dcr Instiz- und der Finanzminister mehrere Interpellationen. — Das Oberhaus hat den Bcschlußan« trag wegen Erthciluug vou Diäten an die Delegation«' mitglicdcr dcs ObcrhanscS angenommen. — Um 5 Uhr haben licide Häuser Sitzung. — 14. Juli. (Sitzung d es Unterha u ses.) Das von, Obcrhause überbrachte Nuncinm über die in der hcntc Nachmittags abgehaltenen Sitzung erfolgte Annahme dcs Gcse.cntwurfcs über die ungarisch-aalizische Perbindnngsbahn wurde verlcseu. Morgen findet die letzte Sitzung statt. Ausland. Pariö, 13. Juli. (Empfang.) Das „Journal officicll" sagt in seiner Abendausgabe, der Kaiser werde tilltz dcr Vertagung des ü.sctMbendm Körpers nächsten Donnerstag i» St. Elond cmpfa»«cn. — 14. Juli. (Gcrüchic.) An der Börse ist daS Gerücht veibieitet. Prinz Napoleon sei zum P äsidcnlen des Min'slciralhcS ernannt. Die Ioninalc glunbcn, daß dic E'idii'ctc'bildnn« nnd dic Einberufung dcr Kam» mcr demnächst zu acwäitigcn sci. Madrid, 13. Juli. (5aS neue Ministerium) ist in folgender Weise znsammcngcsetzt: Prim, Minister-Präsident nnd Kriegsminister; Topcle Marlneminisler; Sagasta, Minister dcs Innern; Silvela. Minister deö Acußcru; Zorrilla. Iustizministcr; Ardaiiaz, Finanz-ministcr; Echcgaray, Handclsministcr. und Becerra, Eolonicnminister. Die neuen Minister werden hcute deu Eid leisten. __________________ VMöschulgcsehk. Die uotbwcudissstcu Vorarbeiten znr Ausführung des ncucu Boltsschnlstcs.tzcS sind im Unterrichtsministe« ,inm beendet. Dcn Landtage» sollen in dcr nächsten Session zwei Gcsctzent'vürfc vorgelegt werden, von de» ^en dcr cine dic Regelung dcr Einrichtung der Elhal« lang uud dcs Bcsuchcs der öffentlichen Volloscbulcn, dcr aodcre die Regclni'g dcr Nechtsueihällnisse deS Leh» rcrstandeö an diesen Schulen bezweckt. Der erste Ent-Wurf stellt die Rcgcln auf, wo allgemciuc öffentliche Bollsschnlcn zu errichten sind; er bestimmt auch, oaß in jedem Schlllbczirte mindestens eine Bürgerschule zu errichten ist. Er regelt dic Einschulung und die Schul» aufnähme, enthält Normen über dcn Bau der Schul» Häuser, die Zahl uud Einrichtung dcr Lehrzimmer, ms« besondere nbcr ric Beschaffenheit der Schulbänke; er gestattet die Verwendung weiblicher Lehrkräfte auch für den Knabennnlcrricht in den untcrcn vier Iahrcssluftll dcr Voltsschnle. Er gibt dic näheren Äcstimml,nacn über die Aufzeichnung der schulpflichtigen Kinde»', über den Schulbesuch, übcr die Strafen gegen die Vcrnach« lüssigling desselben nnd behandelt cinssehcnd den Aufwand für das Polksschulweseu uud die Aiütcl zu seiner Bestreitung. Diese letztere soll künfiiahiii ciue gcmein< same Annclcgci'hcit cincs jeden SchnlbezirkeS bilden, aus dessen Eassc alle Auslaa.cn zu brnrcilcn wären. Das für die Vczi't>sch>ilcassc einzugeheude Schul» acld sc'll nicht liudcdciitcud erhöht werden. Dic Bczi>ts-schulcasseu sollen auch dic Dotation dcr ^chrcibililio« ihck, zu dcr die Lehrer cinc» Bcitiag lnit eiuen, halben Pcrccnt dcs IahrcsaehalleS zu lcistcn häticn, ferner die Kosteu dcr Abhaltung von Bszirkolchrerconfereuzen einschließlich dcr den Mitgliedern zu arwähi-cndcn Reisc-kostel'c»lschädi^!ngcll nnd letztere so wic die Tagaelder dcr Abgeordi'cten zn dcu ^.indcSconscrcnzcn bcstrcitcn. Abgän^c der Bcrirlsschulcass.ü sollen zunächst durch Umlaa.cn, welche glcichzntig mit dcm Landeserforderniß-znschlagc zn dcn dircclcu Sleucrn zn erlicbcn wären, »nd wenn diese Umlagen cinc bestimmte Höhe übcrstci-lnn, durch ^lnidlsmiltcl gedeckt werden. Z.ir Umgestal« tnng dcr bestclicndc» ^ioihschnlen in ordentliche Schu« lcn wird ciu Zeilralim von zwei Jahren, für die or-denll'chc Einschnlnng sämmtlicher Ortschaften ein Jahr vom Tage dcr Wirksamkeit dcs neu zu ellasscnoen Ge-sctzcS bestimmt. » Der Gesetzentwurf übcr die Rechtsverhältnisse der Lehrer behandelt dic Anstcllnng, »as Dicilstcu'lommcn, dic Discipliüarbehandlung und die Peusiomrung. Die Ortsschnlochöidcn sollen ein Vorschlags^, die'Bezirke das Präsentationsrccht cihaltcn, die eigentliche Anstellung durch die Landesschulbchöroc crfolacn. Untcrlchrer cihalten erst da»n cinc dcfinitiuc Anstellung, wenn sie das L hrbcfähignngszeu^uiß erworben hadcn. In Bezugs ans das Dicnstcinkommcn sollen die Gemeinden bei» Landes in vicr Elasscn getheilt werden, für deren jede ein Mmimalgehalt bestimmt wird. Die VürgerschuletV 1200 sind mindestens der höchstbesoldeteu Classe gleichzuhal' ten. Erträgnisse von Grundstücken und vorübergehend auch Naturalbezüge, deren Umwandlung in fixe Geld-beziige für Rechnung des Schulbczirkcs angeordnet wird, werden in den Gehalt eingerechnet nnd soU der Abgang aus der Bczirkeschulcassc in monatlichen Anliciftatiuratcn gezahlt werden. Weiter werden für die Lehrer Dienstalterszulagc» von fünf zu fünf Jahren bis znm vollendete!, 30. Dienstjahrc mit je 1(1 Pciccnt de« Gehallt beantragt nnd rücksichtlich der Wohnmi gen oder Qnarlicrgeldcl, dann der besonderen Entlohnung der Dircclurcn nnd Oberlehrer Bcsiinnnnnge» getroffen. Nnlcrlcüicr sollen 60 pCt. deö Vchrgl Halles - beziehen und allc Aczüge dcö weiblichen Lehlpcrsonülci< nlit i^0 pCt, jcinr Ziffern liormirt wcrdcn, welche unter gleichen Verhältnisse» ans Männer cittf^lllN würden. Der Mciislundcmmterricht nnd die Verschling des Mcß--«r- (llüstcr-)DicnstcS sollen aufhören. Als DiSciplinarslrafcn werden beantragt: der Verweis, die Entziehung eines etwa bestehenden VorrückungS. rechtes oder des Anspruches anf die Dicnftaltersznlagc, die Versetzung an eine andere Lchrcrstclle. In jedem Dis-ciplinarfalle muß der Thatbestand actcmnäßig festgestellt nnd dem Beschuldigten zu seiner Rechtfertigung uorgc-halten werden. Die Dicusteutlassung wird dnrch weitere Bestimmungen geregelt. Die Pensionbnormcn schließe», sich möglichst den für Staatsbeamte gellenden an und sind für die Witwen und Waisen insofcrnc noch günstiger, als der so oft eingeschlagene Gnadenweg ansgc-schlosscn ist. Die Pensionsfonds werden nntcr Mitwirkung der Lehrer nnd mehrfacher Zuflüsse gebildet, den Abgang soll das ^and decken. Besondere Bestimmungen norniiren den Beginn der DienstaltcrSznlagcn für die schon im Dienste stehenden Lehrer. Die Verordnung des Unterrichlsministers, welche die Ucbcrgangsdcsiimmnugcn zur Durchführung des neuen Voltsschulgcsctzcs für das nächste Schuljahr festsetzt, behandelt die Lehrerbildungsanstalten, so wie die bisher erworbenen Lehrbcfähignngszeugnisse, den Schulbesuch nnd die Lchrpläne des nächsten Schuljahres; die Lehrerbildungsanstalten in der Mehrzahl der Länder erhalten sofort einen dritten Jahrgang. Durch eine zweite Vcrord« nung wird ein Regulativ für die Lehrerbildungsanstalten erlassen werden, andere Vorarbeiten, namentlich eine Schul- nnd Untcrrichtsordnung, müssen gesetzlich der Begutachtung der Landci?schulbchördc unterzogen und können daher, so »vie die definitiven Lehrplänc, erst im Laufe des künftigen Schuljahres definitiv festgestellt, liezichungs« weise erlassen werden, Locales. — (Schulenende.) Mit Ende d. M. werden dem Vernehmen nach sämmtliche hiesige Volksschulen, mit Ausnahme der Lehrerbildungsanstalt, das Schuljahr beschließen. — (De^ Herr Bezirksschnlin specto r Naktelj) schreibt in dem slovenischen Lchrorblattc „Uci-teljsti wvarö" Über sciue in den letzten Tagen des Monates Juni vorgenommene Vereisung des Schnlbezirks Tschcrnembl. Er sagt, er habe gefunden, daß die Mehrzahl der Lehrer Von Eifer für die Schule eingenommen ist und es versteht, die Saat wahrer Volksbildung in die empfänglichen Herzen der Jugend zu pflauzcu. Dafür zeuge auch das gute Benehmen der Kinder in und außer der Schule. Wenn auch ärmlich gekleidet, seien sie doch fur jede Unterweisuug aufgeweckten Kopfes. Er crmahnt die Lehrer, hauptsächlich für Belehrung der Kinder in Gewerben, welche fiir diesen Landstrich sehr nothwendig wäreu, dann iu der Landwirth schaft, besonders in Obst-, Seidenbau und Vicucuzucht, welche bcsouders in diesen Gegenden vermißt werden, nach dem Beispiele der Pfarrer in Dragatusch und Euhor Sorge zu tragen. Er belobt endlich die Lehrer wegen ihres brüderlichen Einvernehmens, wegen des Fortschrittes in der Gcsangslunst und billigt es, das; sie sich nicht mit der Politik beschäftigen. Der „Uciteljski tovarö" sieht in dieser Mitlheiluug uud dem brüderlichen Geiste, mit welchem der Herr Echuliuspector seinen Eollegeu ent- gegenkommt, ein gutes Omen für das neue Institut der Echulaufsicht. — (ZumKirchendiebstahl in Catez,) von wel« chem wir in Nr. 158 d. Bl. berichteten, schreibt der hochw. Herr Pfarrer Rebiö in der „Zgoduja Danica" vom Gestrigen: „Die Hand zittert mir, da ich dies schreibe. Unsere Kirche ist iu der Nacht vom 12. auf deu 1A. d. Mts. völlig ausgeraubt worden. Das Thor in die Sakristei ist furchtbar zugerichtet, die ganze Kirchemväsche ist geraubt, blos ein Nlba und ein Rötet haben die Diebe uns übrig gelassen, alles ist hiu- und hergcworfen. Der Hochaltar steht aus wie am Eharfreitag, der Taberuatel ist zerschlagen, das silberue Eiborium mit 50 Stück Hostien geraubt, wir haben jetzt keinen Aufbewahrungsort für das a. H. Sacrament. Nur die Moustrauze kouutcu die Einbrecher nicht erreichen. Sogar die Quaste des Lusters ist abgeschnitten. Nicht einmal der Taufstcin blieb unberührt. Alles war offen und das silberne Gefäß mit dem h. Oel fehlte. Vor der Kirche stehen 3 Pflöcke, mit denen die Räuber eingebrochen sind. Das Volt ist arm uud kann sich nicht ciumal Salz taufen, die Kirche hat tein Vermögen." Der hochw. Pfarrer richtet au die „Zgodnja Danica" die Bitte um milde Beiträge, welche iu diesem Falle ganz gerechtfertigt ist uud der wir uus nicht minder als die Redaction der „Z. D." anschließe» uud allfällige uus zukommeudc milde Gabcu geru anuehmeu uud au ihrc Bestimmung beförderu werden. — (Vom Blitze erschlagen.) Am 14. d. M. Nachmittag 4 Uhr giug der neunjährige Kuabc Ios. Ferle vou Rupa aus der Schule von Krcnuburg nach Hause, als sich cbeu eiu starkes Gewitter eullud. Außer der Stadt Kraiuburg, auf dem Feldwege gegen Rupa fiel der Knabe vom Blitze gctroffeu leblos nieder und es blieben alle Belebungsversuche fruchtlos. — (V eruuglückt.) Die anderhalb Jahre alte Auna Grabloviz begab sich, während ihre Eltern in Podborst Haus Nr. 11, Steuerbezirt Sittich, beim Mittagessen saßen, aus dem Hause. Vor dem Hause befindet sich eiue 4 Schuh tiefe Viehtränke, in welcher das Wasser 2 Schuh hoch staud. Was nun folgte, ist nicht aufgeklärt. Genug, mau fand nachdem Anna G. längere Zeit ausgeblieben, dieselbe todt im erwähnten Wasserbehälter. Die Obduction constatirte, daß der Tod durch Ertrinken eingctreteu. — (Eisenbahuuachr ichteu.) Bei der am 15. d. stattgehabte» Vergebung der Karlstadt-Fiumaner Eisenbahu-strecke hat das Consortium Pougratz - Erla»ger - Fra»cobant gesiegt, da dasselbe um 2,300.000 unter die Äegierungs-zisfer herabgegaugen. — (Veräuderuugeu im Cura tcle rus.) Dcm hochw. Herr» Pfarrer Mathias Etruzel, Dechant m Gottschee, wurde die Pfarre Niederdorf verliehen. Eorrrspondeuz. ^. ?. Aus der Wocheili (iu Oberkrain). Am Sonntag den 11. d. M., Abends zwischen 7 uud 8 Uhr, cutlud sich über unser Wocheiuerlhal eiu heftiges Uugewilter. Der Blitz schlug auf der uuweit der Ortschaft Kerschdorf gelegene» Alpe v Ll^kdniößli in die dem Gruudbesitzcr Josef Stare von Kcrschdorf Nr. 13 gehörige Vichuuterstandshütte uud tödletc vou den daselbst befiudlicheu 8 Stlick Horuvich 3 Kühe, währcud der übrige Viehstand, sowie die Hütte selbst uubeschädigct geblieben war. Bemertenswerth ist es, daß die zwischeu deu drei gelödteteu Kühen gestaudeneu Kühe von dem veruichteudeu Elemente gar nicht beschädiget wurden. Neueste Post. Wien, 15. Juli. Dic „Wr. Ztg" schreibt: Anlässig zweier Artikel der „Wchrzeitung," über die Sterb« lichlcit in der k. t. Armee und über den Wirkungskreis der Militärgerichte in Ungarn, ist dieses Blatt in der „Neuen Militär-Zeitung" und dcm „Neuen freien Lloyd" als ein officiöses Organ des k. l. ReichstriegSministcriums, im ersten Blatte geradezu als „Moniteur" dessclbcu be< zeichnet worden. Diese Bezeichnung entbehrt, wie wir zu erklären ermächtigt wnrdcu, jeder thatsächlichen Be- grilndung, da die „Wehrzeitung" nicht nur bezüglich dieser beiden Artikel, sondern auch überhaupt zu dem NeichstriegSministerium schlechterdings in keinen den Charakter der Officiosität begründenden Beziehungen steht. Wien, 16. Juli. (Tr. Ztg.) Erzherzog Wilhelm wurde zum Obercommandanteu der lvestöstcrreichischen Landwehr ernannt. Der Linzer Bischof lehnte die At-gnadigung ab. Die Staats- und die Südbahn verhandeln wegen gemeinsamer Uebernahme der Orientbahnen, In Graz wurde eine steierische Forstindustriegesellschaft gegründet. Die Orientbahn erhielt die General-Agentie der Dampfschiffahrtögcscllschaft „Azizich." In Brunn wurde die Ruhe hergestellt. Paris, 15. Juli. Die „France" sagt: Die Minister Rigault, Niel, Forcade und Magne werde» ihrt Portefeuilles behalten. Bussou-Billaut uud Nogent-St. Laurent, Mitglieder der Kammermajorität, werden wähl' schcinlich ins Cabinet eintreten, drei andere Minister-Portefeuilles werden Mitgliedern des linken Centrums vorbehalten, Rouher soll die Senatspräsidentenstelle annehmen. Saint Ferriol wurde zum französischen Oe< sandten in Kopenhagen ernannt. Telegraphische 2»,cbsv!course l vom 16. Juli. ? hpl'N'. Metalliques 63. - . — 5pcrc. M, talliques mit Mai- unt November-Zinsen 63. -. — 5verc,Natiol!al-Aulrheu 71.55. — 1860el SmatSaulchm 104,10, — Vantactml 756. — Creditaciicu 294,90- — London 124.70. — Silber 121.75. — K. l Ducattu 591 Verstorbene. ! Den 9. Juli. Donat Lerm, Adleber, gewesener Fischer ' und Institutsarmer, alt 93 Jahre, in der Kralau Nr. 37 an Erschöpfung der Kräfte. Theresia Fortuna, Fabritsararbciterin, alt 17 Jahre, im Civilspital an der Lungentuberculose. Den 10. Juli. Dem Herrn Heinrich Brilli, Geschäfts« lciter, sein Kind Josef, alt 3',. Jahre, w der Kapuzinervorstadt Nr. 93 am Zehrsieber. Dcm Herrn Thomas Iantovc, Uran»'t< weinschänker, sein Kind Franz, alt 7 Monate, in der Gradischa' Vorstadt Nr. 14 an der Lungenlähmung — Johann Pecar, Reservist, alt 23 Jahre, im Ciuilspital an der Lungentuberculosl. — Maria Vcrhouc, Institutsarme. alt 86 Jahre, im Versos gungshause Nr. 4 an Altersschwäche. Den 11. Juli. Der Maria Verbic, Zchneidcrswitwe, ihl Kind Gustav, alt 5 Jahre, im Elisabethtinderspital in der Pola« navorstadt Nr. 67, und der Frau Helena Hauptmann, Anstreichers' und Hausbesitzerswitwe, ihr Sohn Heinrich, alt 14 Jahre, ill del St. Petersvorstadt Nr. 87, beide am gehrfieber. — Dem Franz Aubel, Schneider, seinKindAntonia, alt 1 Jahr, iu der Hradeczky' Vorstadt Nr. 31 an Fraisen. — Herr Ferdinand Kosak, Fleischhauer und Hausbesitzer, alt 36 Jahre, in der St.Pctersvorstadt Nr. 45 an der Pyämie. Den 1 2. Iuli. Josef Klander, quiescirter Staatsbuck' haltungs Oft'icial, alt 53 Jahre, im llivilspital, an Erschöpfung der Kräfte. — Dcm Herv» Ignaz Jansche, gewesener Wirth, sei" Kind Paula, alt 3'/, Monate, in der Kratäuvorstadt Nr. 62 a»N Durchfalle. — Dem Primus Zehrer, Schuhmacher, seine Tochttl Maria, alt 13 Jahre, in der St. Petersvorstadt Nr. 67 an del ^ungentubcrculose. — Dem Herrn Iatab Skozia. gewcsencl Bankbeamter, sein Kind Arthur, alt 3 Monate, iu Hiihucrdoli Nr. 3? am Zehrfieber. — Maria Hofmann, Institutsarme, all 64 Jahre, im Persorgungshausc Nr. 4 an der Lungenlahmung' Den 14. Iul i. Josef Schctina, Inwohner, alt 65 Iahtt< ist voll der Polanavorstadt Nr. 70 unterwegs im Tragbette bis zum Spital Nr, 1 au der Tuberculosc gestorben, nnd von ^ nack St. Christof gleich übertragen worden. Den 15. Juli. Herr Karl Nünnagel, l. l. Hauptmann ^ Pension, alt 69 Jahre, in der Kapuzincroorstadt Nr. 73 an de^ ^'ungenlähmung. ^' Barbara Rainer, gewesene Köchin, alt 4" Jahre, im Cwilspital an der Peritonitis. — Der Frau Noft Merluzzi, Kanditenverläusers Oattin, ihr Kind Friedrich, a« 23 Stunden, im Civispital an Schwäche in Folge der FrlO geburt. 3Uotelirlislinische Neofiüchlunneli ill LaMch.^ 6 U. Mg. 326.95 -i-13... N. f. schwach l. g7 bewüllt ^ 16, 2 „ N. 326.<9 l 20.» N. schwach ,.Htilftc bew. C.oo I0„ Ab. 325?? s-15.!, windstill f. g. bcwüllt Nachts größimlhcilö bcwöllt. Uulcrlags wechftliidc Vcw^ lung. Schwach bewegte Luft. Abenorolh,' Mondhof. Daö s^ strige Tagesmittel der Wärme -j- 16-4', um 1-1" libcr dem Norm^ Vrrllulwortlichcr Rsdactrur: Igl>a< u. K l r i n m a v r. Nät'l'a»»!,«,»'»^! Wie», 15. Juli. Der wieder flott gewordene Ocldstand. Ärbitragctäufe und hohe Pariser Course huben dic Physioguomie der Börse scit gestern Mudlich verändert. I'' Fll'l^lllllllU/l. Vcttchr war heule sehr lcdhaft uud dic Slimmuug auimirt. ^rcdilaclicu irrnchtcn 292, StaalSbahu 404, Noiduahu 2325, Karl Ludwig 237, auch audcre Papiere stiegt wein, auch uicht in glcichcm Maße. so daß sclbst nach einer grffeu Schluß ciuacnettmn Al'schwächnug noch imincr lhcilweisc höhere Course als gestern verzeichnet wurde,,. Von Slaat«fond» w»^ besoudcri! Silherrenl? zu stcillcudcm Preise getauft, i?osc von I860 blieben stationär, jene von 1864 offerirt. Dcuise» sicllu um '/, bis '/, pEt. und iu Folge dessen ermäßigten sich auch ei»>s' Silber-Prioritäte». _______________________ ______________ ^. ^U. Allgemeine Staatsschuld. Filr 100 fl. Gcld Waare Eiuhtillichc Staatsschuld zu 5 pCt.: in Noten verzinst, Mai-November 63.— 63,05 .. „ „ Februar-August 62.95 63,— „ Silber „ Jänner-Juli . 71.50 71.6" „ .. „ April-Oelobcr. 71.55 71.65 Stcueranlehcn nlclzahlbar (^) . !M.25 98.50 LosevI. 1«39......251.50 252.— „ „ 1854 (4'/„) zu 250 si. 93.5« 94.^ „ ,, I860 zu 500 fl. . . 104.40 104,<>0 „ „ 1860 zu 100 fl. . . 106.25 106.75 „ „ 1864 zu 10» fl. . . I28.5l, 122.70 StaatölDomäncu-Psaudbricfc z» 120 fl. ö W. i'i Silber . . 119.25 119,75 ». Grllndentlastungs-vbliftationcll. Flir 100 fl. G<>ld Waare Vühmcu .... „5M 93i>5 9!t.?f. Galizien .... „ 5 „ 74.50 75. - Nieder-Ocstcrreich. . „5„ 93.- 93.50 Ober-Ocsterrcich . . „ 5 „ 93.— 94,- Siebenbürgen ... „ 5 „ 79 - 79.50 Swermart ... „ 5 „ 92,75 93.25 Ungaru . .... „5„ 81.7si 82.25« O. Actien von Bankinstitllten. j Geld Waare Anglo-östrrr. Vaul.....361,50 ^2.— Auglo-iiugar. Baut .... 116,75 117.25 Boden-^reditaustalt .... -"0.- 294.- Creditaustalt fHaudcl u. Gcw, . 291,60 291.80 (Ireditaustalt, allgcm. nngar. . . 107 50 108.— Eecomptc-Gcsells'chaft, n, ö. . . 915.- 920,- ssrauco-österr. Banl . . . .13150 132.- Gemralbaul.......?«n0 77,50 Nlllllliialbanl.......760—762-. VcreiuSbaul.......123.50 124.- Bcrtchrebllut.......14^),— 140.50 I». Actie« von Transportunterneh, nlungen. Geld Waare Nlfäld-Fimnaucr Bahn . . . 174.— 174.50 M'hm. Westbahu.....206.50 207,— Carl'^'udwlg-Bahu.....236.50 234.75 Donan.-Dnmpfschifff. Gcscllsch. . 618.— 620.— Elisllbeth-Wcstbahn.....196.— 197.— Fsldinlllld^Nordbahn , . . 2290.-22^5».— Fllnftlrchcu-Varcscr-Bahn . . 1f<6.50 187.-Frauz-Ioscvhs.'Vahu .... 189.- 189.50 rembcrg-Ezern.-Iassycr-Vahu . 199.50 200.-Lloyd, üstcrr........329.- 331.- > Tell» Waare! Omnibus lcrste Emission). . . 270.— 2?!.— NudolfS-Bahn......170,50 I7l.- Siebcubllrgcr Bahu .... 175.— 175.50 SiaatSbahil.......402.50 403.50 Sildbnhn........267.20 267.40 Sttd'nordd Verbind. Bahu . . 171.50 172.- Theiß Bahn....... 26l — 261.50 Tramway........205.— 205,50 «. Pfandbriefe (fllr 100 fl.) Mg öst Boden-Erebit-?lustall Geld Waare verlosbar ,u 5 pCt. in Silber 108.75 109 50 d