VERP.FLEGSMASSNAIIMEN wahrend der Mandver des 7. Corps im Jahre 1895 . Zusammengestellt von Militar-Unter-Intendant 1 JOSEF BUČAR. Hlezio. .SldLzizen I Tols "VII. Temesvar B u e h il r u c k e 1 « i -I n k o b C* o n d o s 1896. 1067 Ordre de bataille des 7. Corps. K. und k. 17. Infanterie-Truppen-Division. ■33. Infanterie-Brigade 34. Infanterie-Brigade Infantcrie-Regiment Nr. 37 : 4 Baone Infanterie-Regiment Nr. 33: 4 Baone n „ Nr. 39 : 3 „ „ -Bataillon Nr. 1/46 „ -Bataillon Nr. 4/101 4. 5. 6. Escadron des Husaren-Regiments Nr. 1 Divisions-Artilleme-Regiment N. 19. K. und k. 34. Inf.-Truppen-Division. 07. Infanterie-Brigade 08. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment Nr. 61: 3 Baone Infanterie-Regiment Nr. 43: 4 Baone „ -Bataillon Nr. 2/29 „ „ Nr. 83: 3 „ 1. 2. 3. Escadron de$Hušaren-Regiments Nr. 1 Divisiom-Artillerie-Regiment Nr. 20. K. ung. 23. Landwehr-lnfanterie-Truppen-Division 49. Banda;.-Infant.-Brigade 40. Landw.-Infant.-B rigade Band,lo.-lnf'ant.-Regt. Nr. 5: 4 Baone Bandio.-Infant.-Regt. Ar. 7 : 3 Baone .. Nr tl ■ 3 .. * Nr. 8:4 1. 2. 3. Escadron des Landioehr-Husaren-Regiments Nr. 9 K. und k. Divisions-Artillerie-Regiment Nr. 21. Ferner bei jeder Division : 1 Divisions-Sanitdts-Anstalt •• 1 „ Munitions-Park. Corps-Artillerie-Regiment Nr. 7 1. und, 2. Compagnie des Pionnier-Bataillons Nr. 14 1 / 2 leichte Kriegsbrilcken-Eguipage Nr. 28. NB. Die beiden Husaren-Regimenter des Corps Nr. 3 und 15 — (7. Cavallerie-Brigade) — haben an den Flussiibersetzungs-Uebungen bei Zenta theilgenommen. l - s fiie beiden Divisionen des Husaren-Regiments Nr. 1 hatten zu fieginri der Uebungen in der Infanterie-Brigade zu den Brigaden zu stossen. Das Corps-Artillerie-Regiment Nr. 7 \var wahrend der Uebungen in der Infanterie- Truppen-Division bei der 34. Division eingetlieilt und wurde mit IG. Septem¬ ber direct dem Corps unterstellt. Die 2 Compagnien des Pionnier-Bataillons Nr. 14 traten mit der l / 2 leichten Kriegsbriicken-Equipage Nr. 28 um 15. September in den Verband des Corps. -X3<8>C- Einleitung. Die grossen Manover, welche alljahrlich in verschiedenen Gegenden der Monarchie stattfinden, liefern aucli theihveise ein Bild der Kriegsverpflegung. Dieses Bild kann aber niemals den wirkliehen Kriegsverhaltnissen ent- sprechen, weil die Schlussmanover nur kurze Zeit dauern und die eigentliche Verpflegsthatigkeit im Felde in der Nachfassung der aus dem tragbaren Vor- rathe verzehrten Portionen, in der Aufbringung der Schlachtthiere, in der Disponierung der Feldbackereien, in der Activierung des Nachschubes, der Anlage von Magazinen u. dgl. ihr Schwergewicht hat, alle diese Verpflegs- thatigkeiten bei einem 4tagigen Schlussmanover aber entfallen. Das eigentliche Bild des Krieges wiirde langere, etwa 10 bis 14tagige Marschmanover mit vollkommen feldmassiger Verpflegung bedingen. Trotzdem bieten aber die Verpflegslhatigkeiten wahrend der Manover eine Fiille des Interessanten und Lehrreichen, weil sie das Streben kenn- zeichnen, mit den geringsten Mitteln eine gute Verpflegung bei moglichster Einhaltung der Kriegsformen zu erreichen. n B in R di D b I g 1 t I. Ubungen in der Infanterie-Truppen-Division und Anmarsch in den liayon der Uebungen im Corps ( 5. respective 7. bis 16. September). Die beiden Divisionen des Corps waren zur Vornahme der Uebungen in der Infanterie-Truppen-Division und zwar die 17. im Raume Kapocsany, Robogany und Kostyan am Zusammenflusse des Hollod- und Topa-patak, die 34. im Raume um Belenves im Thale der schwarzen Koros concentriert. Die 23. Landvvehr-Infanterie-Truppen-Division liatte ihre Divisions-Uebungen bei Tenke Die Marsche der 34. Infanterie-Truppen-Division und der 34. Infanterie- Brigade in den Divisions-Concentrierungs-Rayon —- (die 33. Infanterie-Bri- gade kam von Grosswnrdein) — fuhrten durcli ein ressourcenreiches, gut bebautes Gebiet. Dasselbe ist mit grosseren und kleineren Ortschaften dicht besaet. Auch die Gegend von Belenyes und Szombatsag ist noch verhaltnis- massig reich zu nennen, obvvohl hier schon das Waldgebiet des bis zur Hblie von 1800 m. arlsteigenden Biharer-Gebirges beginnt und die Ortschaften sich mehr in den Thalern der sehvvarzen Koros, des Hollod- und Topa-Baches massieren. Trotz geniigender Ressourcen erschien es aber bei dem Umstande, als die dortige, an Manover gevvdhnte Bevolkerung derlei Gelegenheiten beniitzt, um die Lebensmittelpreise bedeutend zu erhohen und sich so auf Kosten des Soldaten einen Gevvinn zu sichern, geboten, solchen Preissteigerungen von Haus aus entgegenzutreten, um einerseits der Mannschaft um das knapp be- messene Menagegeld eine reichliche Nahrung bieten zu konnen, anderseits aber, insbesondere bei Futterbeschaffungen, das Aerar vor unnothigen Mehr- auslagen zu bewahren, respective die zugemessene Waffeniibungs-Dotation auf die zvveckmassigste Art venvenden zu konnen. Geraume Zeit vor-Beginn der Manover wurde daher der ganze Manover- raum vom Gorps-Intendanz-Ghef bereist und mit Bezug auf die Beschaffungs- art und Erlangbarkeit der Bedarf-Artikel erforscht. Die Resultate der Berei- sung wurden den Truppen zeitgerecht publiciert; selbe enthielten : 1. Aufzahlung jener Geschaftsleute, Unlernehmer, Landwirthe elc. in den einzelnen Stationen, welche die Bedarf-Artikel vorrathig halten und ab- geben vvollen. 2. Die Preise der Bedarf-Artikel. Selbe standen im richtigen Verhalt- nisse zu den Preisnotierungen in den standigen Garnisonen. c 3. Die Mittheilung der von den Gesehaftsleuten ete. eingegangenen Verpflichtungen zur Abgabe der Artikel um die vereinbarten Preiše. Hafer und Heu mussten bei den betreffenden Gemeinden oder Unter- nehmern abgenommen \verden, welche hiefiir in vorhinein gervonnen worden sind. Beziiglich der Menage-Artikel und des Holzes war es den Trup pen freigestellt, sich die Bezugscjuellen selbst auszusuchen. Dort, wo olfenbar eine versuchte Uebervortheilung zn befitrchtea war, — daher Preis und Ware nicht convenierten, vvurde dies den Truppen bekanntgegeben, um den Bezug der betreffenden Artikel aus Grosswardein oder einer anderen billigeren Concentrierungs-Station zu ermoglichen. Ein Hauptgewieht wurde naturgemass auf den Hauptbestandtheil der Kost — das Fleisch — gelegt. Das Corps-Commando hatte verfilgt, dass bei jeder Infanterie-Truppcn- Division vom Divisions-Commando die Schlachtregie bei den Regimentern durchzufiihren ist und die Schlachtoehsen fiir die ganze Division einheit'ieli sicherzustellen sind, vvobei zur grosseren Sicherung einer guten Fleischvor- pflegung der Grundsatz aufgestellt wurde, dass die erforderhchen, gut genahr- ten Ochsen vom Lieferanten der Division naehzutreiben sind und dass vom Lieferanten fiir Pflege und Erhaltung der Thiere zu sorgen ist. — Der tag- liche Bedarf der Truppen-Schlachtereien solite commissionell furgevvablt, von den Truppen-Fleischhaubrn unter Uebenvachung der Proviant-Officiere gesehlachtet und das Fleisch nach gehoriger Auskiihlung und Ausblutung vom Lieferanten nach Gevvicht um den bedungenen Preis abgegeben werden, vvogegen Haut und Unschlitt der Lieferant behielt. Bis zum Schlusse der Manover (26. September) geschah die Fleisch- sicherstellung durch die Divisions-lntendanzen bei Unternehmern unter nach- stehenden Modalitaten: Der Unternehmer war vei'[)flichtet, in den einzelnen Uebungs- und Marsehstationen den Bedarf an Fleisch in lebenden Schlachtthieren den Truppen abzugeben. — Die Schlachtung geschah immer einen Tag vor der Consumtion durch die Truppen-Fleischhauer. Fiir 1 Kilogramm Fleisch (ohne Abfalle, das sind Fusse, Schnauze, Haut mit den Hornern, Unschlitt, Blut, Gedarme und Kutteln) bezahlte die 34. Division 45, die 17. Division 42 kr., wobei ein 2 1 / 2 %-igos Eintrocknungs- Calo auf das Fleischgervicht aufzugeben war. Die 34. Division musste einen hoheren Preis zahlen, vveil der Unter¬ nehmer schon den Marsch aus der Versammlungs-Station Lippa und die Marsche nach Belenyes mitmachen und fiir den Fleisehbedarf sorgen musste, iiberhaupt die Verpflegs-Verhaltnisse bei dieser Division schvvieriger vvaren. Fiir die Brotcerpjiegung war den Heeres-Divisionen je eine Section der Feld-Biickerei Nr. 7, bestehend aus 2 Garnituren zu je 2 Ofenpaaren, beigegeben; ausserdem wurde eine driLte Section, bestehend jedoch aus mir einer Garnitur, aufgestellt und vorlaufig der 34. Infanterie-Truppen-Division beigegeben mit der Bestimrnung, spater den Brotbedarf fiir die 23. Landvvehr- 7 Division zu decken. — Wahrend der Uebungen in der Infanterie-Truppen- Division hat die 23. Landvvehr-Division den Brotbedarf, sowie alle anderen Artikel im Arendierungswege in Tenke und Concurrrenz sichergestellt und trat erst mit 17. September in den Corpsverband. Vor den Divisions-Uebungen oblag den einzelnen Garnituren der Feld- Backerei, welcbe selbstandig detachiert waren, die Versorgung der einzelnen Brigaden mit Brod wahrend der Brigade-Concentrierung und der Marsche in die Divisions-Conceutrierungs-Rayons. — Durch diese Anordnung war es ermoglicht, das Feldbackerei-Personale in kriegsmassigen Marschen und der rašchen Etablierung der Backerei zu iiben, — Das gesarnmte Ausriistungs- Material war durchwegs vorschriftsgemass auf Landesfuhren verladen und konnte auf der vorgeschriebenen Anzahl Wagen miihelos fortgebracht werden. Das Backrnateriale hatten die Garnituren theils mitzufiihren, theils wurde es ihnen mittelst Eisenbahn zugeschoben. Behufs Orientierung ubor die Leistungsfahigkeit einer Feld-Backerei ist es von Interesse, wenn einzelne Pliasen aus der Thatigkeit derselben her- vorgehoben werden. Die 1. Garnitur hatte den Brotbedarf der 34. Infanterie-Brigade wahrend der Brigade-Uebungen bis zur Concentrierung der Division zu decken, und sich zu diesem Behufe am 14. August in Pankota zu etablieren, woselbst cvahrend des dortigen Aufentbaltes der Backbetrieb olme Storungen vor sich ging. — Fiir den Marsch der Brigade von Pankota nach Bel6nyes (4 Marsch- tage) war der Brotbedarf fiir 2 Tage noeh in Pankota, — fiir 2 Tage aber in der Zwischenstalion Nagy-Maros zu erzeugen. Demzufolge wurde die Garnitur vor dem Abmarsche der Brigade in einem Marsche (56 Km.) in die Zwischenstation dirigirt. Der Marsch dauerte von 3 h 25 l fruIT hiš ’9 h ' abends des 23. August, mit einer Rast von 2 1 /,, Stim- den bei zcveimaligem Umladen der Feldausriistung auf andere, durch Quar- tiermacher sichergestellte Vorspannsvvagen. Am nachsten Tage begann friih die Etablierung und Broterzeugung ; letztere war in 36 Stunden beendet, worauf die Garnitur am 26. August um 3 h 30' friih den 5.3 Km. langen Marsch nach Belenyes antrat. — Eintreffen daselbst um 10 h 15 1 abends. Um 4 h friih des 27. August wurde mit der Etablierung wieder begonnen, und der Backbetrieb aufgenommen. — Die Garnitur wurde sowohl wahrend des Backbetriebes, wie auch am Marsche wiederholt von starken Regengiissen iiberrascht, functionierte aber anstandslos. — Wahrend der zwei grossen Marsche sind wiederholt Beschadigungen an den Fuhrwerken, darunter auch Achsenbriiche vorgekommen, \velche den Marsch verzogerten und Back- material-Verluste verursachten. — Bei der Station Okros ging ein wolken- bruchartiger Regen nieder, welcher bis zur Station Olcsa wahrte und die Strasse derart aufvveichte, dass die unbeschlagenen Pferde stark rutschten; die Fuhrleute weigerten sich weiterzufahren und mussten gewaltsam dazu gezwungen vverden, indem die Verpflegs-Mannschaft die Ziigel ubernahm. — 8 In einer Marschstation, wo umgeladen werden musste, sind einige Fuhrleute entflohen und mussten nachts andere Fuhnverke requiriert werden. Die Garnituren 4 und 5 gelangten am 29. August zur Etablierung in Pankota behufs Deekung des Brotbedarf e s der 34. Infanterie-Tmppen-Division, welche von Radna-Lippa nach Belenves marschierte. In Pankota und der Zvvischenstation Okros-Bogy ging der Backbetrieb ohne Storung vor sich; ebenso ergaben sieh vvahrend des Marsches nach Okros-Bogy keine Storungen. — Far den Weitermarsch von Okros Bogy nach Belenves konnte die fur 5 h fruh angesetzte Abmarschstunde nicht eingehallen werden, weil die bestellten Vorspannswagen nicht beigestellt wurden. — Die Wagen mussten erst beschafft werden, wobei man sich mit schlechten Ochsemvagen begniigen musste. Die Beschaffenheit der Wagen, sovvie der schlechte Zustand der Communication verursachten eine bedeutende Verzb- gerung des circa 50 Km. langen Marsches, so dass die Colonne erst um 7 a ll h nachts in Belenyes eintraf, um nachsten Tag fruh mit der Etablierung zu beginnen. Fiir die Uebungen in der Infanterie-Truppen-Division gelangte die 1. Section (fur die 17. Division) getheilt, und zwar eine Garnitur in Szombat- siig-Rogoz, eine Garnitur in Robogany, — die 2. Section mit ber beigegebenen 3. Section (fiir die 34. Division) in Bel4ny.es derart zur Etablierung, dass beim Eintreffen der Truppen in diesen Concentrierungs-Rayons bereits ein 2-tagiger Brotbedarf fertig sein konnte. Das Brot wurde aus einer Mischung von 73 Weizen- und 2 /» Roggen- mehl unter Beigabe von Kiimmel als Schnittbrot erzeugt und war angeordnet, dass nur frisches Brot abzugeben sei, daher auch jeden Tag gefasst werden musste. Nur die von der Feldbackerei sehr entfernten Abtheilungen bevvirkten die Brotfassungen auch 2-tagig. In gleicher Weise hatten auch die Truppenbacker der Infanterie und Artillerie den 2-tagigen Brotbedarf fiir die eigene Truppe zu erzeugen. Diese, oft unter ungiinstigen Verhaltnissen unter Leitung der Truppen-Proviant- Officiere auf kegelformigen Nothfeldbackofen ausgefiihrten Arbeiten hatten ein vollauf befriedigendes Resultat, indem das erzeugte Brot von der Truppe consumiert wurde und auch gut war. — Die Verhaltnisse haben sich in dieser Hinsicht bereits bedeutend gebessert; — die Truppen fiihren im Grund- buchsstande die erforderliche Anzahl von Truppenbackern, — das sind meist der Backerprofession nicht angehorige Leute, welche bei den stabilen Ver- pflegs-Magazinen in der Militarbrot-Erzeugung untervviesen und ausgebildet worden sind. — Es ware wohl wiinschenswert, dass auch eine entsprechende Anzahl von Backerprofessionisten diesem Dienste bei der Truppe beigezogen und im Grundbuchsstande gefiihrt wiirde, welche sodami die Leitung bei der Broterzeugung auf Nothfeldbackofen ubernahmen; allein die Feldbackereien benothigen eine so grosse Zahl von Backerprofessionisten, dass der Bedarf kaum gedeckt \verden kanu und fiir die Truppe nur ein verschvvindend kleiner Bruchtheil bleibt. 9 In der Zeit vom 1. bis 10. September hatten die Feldbackerei-Garni- turen auch versuchsweise, zur sofortigen Consnmtion, fiir 2 bis 3 Tage Brot mit Beigabe von 1 / i landesublichen Kukurutzmehles zu erzeugen. Dieses Mehi wurde von den Garnituren an Ort 'uiid Slelle selbst beschafft. Das so erzeugte Brot war schmackhaft und wurde von der Mannschaft gern ge- nossen. Dieser Versuch war nicht nur zur Schulung des Feldbackerei-Per- sonales bestimmt, soridern solite auch im allgemeinen die Yerwendbarkeit und den Nutzen dieses Nahrungsmittels auf jenen Kriegsschauplatzen darthun, auf welchen es in grosserer Menge erlangbar sein wird. Brennholz und Strok war von der Truppe selbst zu beschafFen, jedoch auch fiir diese Artikel wurde in der oben beschriebenen \Veise vorgesorgt, indem nicht nur die Bezuggsquellen, sondern aucli die Preise den Truppen vorher bekannt gegeben wurden. Zum Abkochen der Menagen gebtirte 1 / 2 kr. per Mann und Tag fiir Brennholz; fiir die Entleihung von grossen Kochkesseln, welche fiir die Me- nage-Bereitung vortheilhafter sind, konnte 1 J 2 kr. per Mann und Tag auf- gerechnet werden. Viele Unterabtheilungen beschafften sich aus diesem letzteren Betrage grosse Kochgeschirre selbst. In Belenyes gelangte ein Verpflegs-Filial-Magazin zur Errichtung, dessen Aufgabe es war, der dortselbst etablierten Feldbackerei der 34. Infanterie- Truppen-Division das Backmateriale zu liefern, den vom Verpflegs-Magazine in Grosswardein zugeschobenen Hafer an die Truppen abzugeben, dann Con- serven, Tabak etc. vorrathig zu halten und bei der Heubeschaffung mitzuwirken. Fiir die 17. Division,war kein Verpflegs-Filial-Magazin nothwendig, nach- dem die Mehi- und Hafer-Nachschiibe unmittelbar an der Eisenbahn von der Feldbackerei und den Truppen iibernommen werden konnten. Die Vertheilung vermittelte fiir einen Theil der Truppen die in Szombatsag etablierte Feld- backerei-Section 1. Zur Fortbringung der Bagage, vvelche die Truppen mitzunehmen berechtigt vvaren, sind die gebiirlichen Vorspannswagen beigegeben gewesen. Bei Bc- messung der FuhrvverkzahI musste auf den Umstand Bedacht genommen werden, dass viele Truppen langer als einen Monat von ihren Garnisonen fern waren, daher die Officiere mehr als die feldmassige Bagage mitnehmen mussten und auch die Truppen mit diesem Bagageausmasse nicht auslangen konnten. Ebenso musste darauf Rucksicht genommen werden, dass manche Verpflegs-Artikol warend der Marsche mitgefuhrt werden mussten, vvcil sie an Ort und Stelle nicht zu erlangen waren. Die Aufbringung der Vorspannswagen bot bis zu den Concentrierungs- Marschen in das Sebes-Koros-Thal keine Scliwierigkeiten. Wahrend der nun folgenden Marsche in den Rayon der Corps-Manover und wahrend der Marsche iiberhaupt bis zum 22. September, dem Amnarsch- 10 tage in die Ausgangs-Situation gegen das 12. Corps, hatten die Truppen an Verpflegung mitzufiihren: 1) beira Manne ein Nachschub-Verpflegs-Portion ohne Fleisch und 1 Reserve-Verpflegs-Portion ; 2) auf Fuhrwerken 1 Portion Brot und 1 PorLion ausgeschrottetes Fleisch; 3) beim Pferde 1 Haferportion, — zugeladen, — ■ respective aufgepackt; 4) auf Fuhrvverken 1, — respective fiir die GeschiUzbespannungen, wo die Haferportion ad 3 weder zugeladen, noch aufgepackt wird, — 2 Hafer- portionen. Im Gegensatze zu dem Landstriche des Anmarsches in die Divisions- Concentrierung und diescr selbst, tragt der Anmarschterrain in den Raum der Corps Manover, nordlich und nordostlich von Szombatsag—Belenyes, wovon der grossere Theil Wald (Kiraly-erdo) ist, - den Charakter fast volI- standiger Ressourcenlosigkeit. Der ostliche Theil Belenyes — Rossia—Rev hat eine Breite von circa 40 Klm. und ist durchvvegs mit Wald bedeckt ; das Biharer Gebirge erhebt sich hier noch bis zur Hohe von 800 m., um sich gegen Westen, — sudlich Gross\vardein, — allmahlig in die Ebene zu ver- flachen. Von Rossia und Dobrest angefangen gegen Norden exiptieren gebahnte Wege iiberhaupt nicht; die einzigen Communicationen sind schlecht erhaltene, oft wechselnde und daher nicht leicht auffindbare WaVdwege, \velche oft so steil sind, dass aueh die landesublichen Ochsenkarren schwer fortkommen. Ortschaften fehlen in diesem Theile des Biharer Gebirges fast ganzlich. Gegen Westen bessern sich die Verhaltnisse einigermassen, es finden sich 'bei giinstiger Witterung practicable Fahnvege, Ortschaften liegen naher zu einander, jedoch stark zivischen den Waldparcellen. Nur der Thalhang gegen die schnelle Koros enthalt grossere Ortschaften mit fruchtbaren Ackern, viel Wiesen und einer entiviclcelten Viehzucht. Dieser Landstrich musste nach Beendignng der Divisions-Uebungen von den beiden Divisionen in 4 Colonnen durchschritten werden. Die den Divisionen zugevviesenen Marschlinien sind aus Skizze I. zu ersehen. Die Marsche waren von den Divisionen, respective den Colonnen, selbstandig durchzufiihren. Mit Riicksicht auf die Ressourcenlosigkeit eines Theiles des Landstriches musste die Verpflegung auf alle 3 Mai-schtage mitgenommen \verden. Das, was vor dem Abmarsche nicht aufzubringen wur, dann die Con- serven-Verpflegung forderten die Divisions-Intendanzen beim Verpflegs-Magazine in Grosswardein an, \velches den Zuschub mit Eisenbahn nach Rogoz und Belenyes bewirkte. Die Feldbackerei-Sectionen hatten die Broterzeugung so zu regeln, dass vor dem Abmarsche fiir 2 Tage (den 14 und 15. September) das Brot aus- gefasst vverden komite ; am dritten Marschtage (16. September) gelangte 1 Portion Zvvieback zur Consumtion. 11 Die Sectionen mussten den Betrieb tags vor dem Abmarsche der Truppen aus den Divisions-Concentrierungs-Raumen abbrechen, um sich sofort jenseits des KiraIy-erdo im Sebes-Koros-Thale zu • etablieren, damit die Truppen nach dem Gebirgs-Uebergange beim Einriicken in ihre Cantonements sofort wieder Brot fassen konnten, denn in diesem Thale herrscht grosse Ressourcenarmuth, selbst Brot ist nur um selir bobe Preise aufzubringen. Das Fleisch vvurde far eiaen Tag im ausgeschrotteten Zustande, fur einen Tag in lebenden Thieren mitgenommen; die Schlachtung erfolgte am Ende des ersten Marsehes ; am dritten Marschtage gelangte eine Fleisch-Con- serve zur Consumtion. Victualien und Hafer wurden fur alle 3 Marschtage mitgenommen. Demnach war nur mehr Heu, Holz und Stroh von den Truppen in den Marschstationen zu beschaifen. Zu diesem Behufe wurden seitens beider Divisionen Organe der Intendanzen in die tiiglich zu erfeichenden Cantonie- rungs-Raume vorausgesendet, welchen es gelang, den Bedarf an diesen Ar- tikeln aufzubringen. Die Beschaffung des Brennholzes bot insoferne Sehvvie- rigkeiten, als sich in den Ortschaften selbst trotz des Holzreichthums der Gegend keine Vorrathe fanden; das Holz musste meist aus grosserer oder geringerer Entfernung zugefiihrt werden Heu und Stroh hingegen ist in diesem Landstriche in grosseren Mengen iiberhaupt nicht erlangbar; in kleineren Mengen bei Gastwirten, in Meier- hofen etc. Deshalb wurde auch der ostlichen Golonne (68. Infanterie-Brigade) keine Gavallerie und Artillerie beigegeben ; der Heubedarf fiir die wenigen Infan- terie-Pferde konnte aufgebracht werden. Die westliche Golonne der 34. In- fanterie-Truppen-Division war im Stande, den Heu- und Strohbedarf in den Marschstationen Dobrest und Vircsalog knapp aufzubringen. Die 34. Division liess iiberdies durch vorausgesendete Infanterie-Pionnier- Abtheilungen liber Bewilligung des Corps-Commandos den \Veg fiir beide Colonnen markieren und an besonders sclnvierigen Stellen ausbessern. Der Uebergang liber das Gebirge erfolgte jedoch unter den denkbar ungiinstigsten Witteru'ngs-Einflussen, wodurch es kam, dass die Trams auf den bodenlos gewordenen Bergwegen nicht nachkamen, die Truppen oft nicht abkochen konnten nnd so die Reserve-Portion, welche Mann und Pferd bei sich hatten, eine erwiinscljte Aushilfe war. Als wenn im Vorhinein die, ins- besondere durch das eingetretene Regenvvetter entstandene grosse Schwierig- keit dieser Passage geahnt worden ware, sind auf die Truppen auch die vom Reichs-Kriegs-Ministerium fiir besonders anstrengende Marschleistungen zur Verfiigung gestellten Zubussen, bestehend aus Dauervvurst, Fleischgeniiise- und Kaffee-Conserven aufgetheilt worden und haben vorziighehe Dienste geleistet. 12 II. Ubungen im Corps (Division gag en Division ) 16. bis 22. September. Ara 16. September hatten die beiden Heeres-Divisionen, avn 17. Sep¬ tember die 23. Landwehr-Division im Thale der schnellen Koros einzu- treffen, und die Cantonierung nach Skizze I. zu beziehen. Von diesern Zeit- punete bis inclusive 22. September vvurden Uebungen, Division gegen Division, in diesern Thale derart vorgenommen, dass das ganze Gorps successive ge¬ gen Osten in jenen Raurn vorgeschoben wurde, vvelcher als Ausgangs-Situ- ation tur die Sebiussmanover bestimmt war. Nach der Ubung am 20. September wurde von den Divisions-Cavallerien (je 3 Eseadronen) eine Corps-Cavallerie, bestehend aus Regimentsstab, Pion- nierzug und 4 Eseadronen, gebildet und nach Feketeto dirigiert; — bei der 17. Division, welche bei den weiteren Operationen gegen das 12. Gorps die Tete zu bilden liatte, verblieben alle 3 Eseadronen, wahrend die 23. und 34. Division je 2 Eseadronen abgaben und nur noch eine Escadron als Divisions-Cavallerie behielten. Zu Regina dieser Periode der diesjahrigen Wa.flenubungen musste die wahrend des Uberganges der Divisionen in das Thal der sphnellen Koros consumierte Verpflegung wieder erganzt, daher die vorn angegebene Dotie- rung vvieder angenommen werden. Den beziiglichen Bedarf hatten die Divi- sions-Intendanzen direete beim Verpflegs-Magazine in Grosswardein anzu- spreehen, welches den Zuschub bewirkte. Das Thal der schnellen Koros von Grosswardein bis Rev bildet einen fruchtbaren wohlbebauten Landstrich mit vielen Ortschaften in einer Langen- ausdehnung von etwa 50 Km. und einer durchschnittlichen Rreite von 6—8 Km. Bedarfs-Artikel fur die Verpflegung eines Gorps auf langere Zeit sind jedoch nur in Mezo-Telegd und Elesd aufbringbar. Hafer wird nur in der Gegend von Elesd in ausreichender Menge gebaut; vveiter in das Thal hinein sind Kukurutz und Heu die einzigen Bodenproducte. Die Viehzucht ist gut entwiekelt. Eine eminente Nutzfrucht bilden die Zvvetschken und Pflaumen, aus denen in verschiedenen Orten Slivovilz gebrannt wird, der in viele Gegenden, selbst nach Syrmien zum Export kommt. Stroli ist absolut nicht zu erlangen und musste von einzelnen Gemeinden, denen die Vorsorge von der polititischen Behdrde aufgetragen vvar, aus Sie- benburgen zugefuhrt vverden. Bei Rčv verengt sich das Thal zwischen dem Rez- und Biharer-Gebirge zu einem 50 Km. langen, bis Villa-Banlly reichenden Defilee mit wenjgen iirmlichen Ortschaften und minderen Resšourcen als bisher. Die rumanischen Eimvohner in dem von der Natur so herrlich gestalteten Thale der schnel¬ len Koros sind vonviegend arm. Ostlich des Kiraljhago, wo die Strasse den Riicken des Rez-Gebirges schon iibersetzt hat, ist ebenfalls nur Mais- und Heu-Cultur vorherrschend. — 1,1 — Die Verhaltnisse bessern sich erst am Ausgange des Befileds ; je naher' zn Banffy-Hunyad, desto mehr finden sich auch andere Brotfriichte. Die Vorbereitung der Verpflegung konnte sich infolge dessen auf die mangelhaften Ressourcen dieses Raumes, der nur Heu und Holz zu liefern in Stande war, nicht basieren. Es musste Grosswardein, der Ort, aus dem auch die Handelsleute fiir gewohnlich ihren Handelsbedarf beziehen, als Nachschubsort vorbereitet wer- den. Die Corps-Intendanz hatte hier fiir alle Bediirfnisse vorgesorgt. Von hier wurden Brotback- und Kochmehl, Reis, Graupen, Tarhonya, Kartoffeln, Paprika, Speck, Gonserven, Hafer, nachgeschoben. In dem Raume der Ubungen im Gorps gelangten successive, entspre- chend dem Fortschreiten der Divisionen gegen Osten im Thale der schnellen Koros, 3 Marschmagazine, und zwar in Elesd, Nagy-Barod und Csucsa mit dem bei den Feld-Intendanzen eingetheilten Verpflegs-Personale, zur Aufstel- lung. Das. Marschmagazin in Elesd hatte hauptsachlich die Futterabgabe an das Gorps-Hauptquartier und die an das Marschmagazin gewiesenen Truppen der 17. Division zu besorgen. Der Hafer wurde vom Verpflegs-Magazin in Grosswardein zugesehoben, vvahrend das Heu schon friiher an Ort und Stelle sichergestellt war. Ausserdein unterhielt dieses Marschmagazin einen entsprehenden Vorrath an Zwieback, Fleisch- und Suppen-Conserven und hatte die fiir das Corps-Hauptquartier nothigen Bettensorten zu vervvalten. Die hauptsachlichste Aufgabe des Marschmagazins in Nagy Barod war nebst der Intervention bei den Heubeschaffungen durcli die Truppen, die Abgabe des theils vom Verpflegs-Magazine in Grossvvardein zugeschobenen, theils an Ort und Stelle durch das Marschmagazin zu beschaffenden Hafers an die Truppen. Auch waren Verpflegs- und Futterartikel nach der jevveili- gen Situation vom Marschmagazine den Truppen zuzuschieben. Das Marschmagazin in Csucsa hatte die Futterabgabe zu besorgen, bei den Fassungen am 21. September mitzuwirken und die Packgefasse, ivelche nach der Fassung fiir die Schlussmanover abgefiihrt wurden, zu manipulie- ren, dann Gonserven abzugeben. Die Marschmagazine sind eine neuere Einfiihrung der Kriegs-Verpflegs- Vorschrift. Sie ermoglichen eine rasche Manipulation mit den an Ort und Stelle vorgefundenen Vorrathenund die rasche VertheilungdesNachschubes amBedarfs- orte. Die Marschmagazine kOiinen daher im Felde fiir die Verpflegung von grossem Nutzen sein ; jedoch auch bei den Manovern bat sich ihre Zweckmassigkeit be- wahrt, indem eine grosse Zahl von Verpflegs-Aufgaben, die in den meisten Fallen gar nicht vorausgesehen werden konnen, an diese Magazine herangetreten sind. Die einfache Abanderung eines beabsichtigten Mandvers, vvodurch Truppen- Verschiebungen, welche in Aussicht waren, unterblieben, h at zum Beispiel dem Marschmagazine in Elesd neue Aufgaben geschaffen; es musste fiir die Cavallerie und Corps-Artillerie, fiir welche die Verpflegung an einem ande- ren Orte schon sichergestellt war, in Plesd selbst Hafer und Heu durch das - 14 -* Marschmagazin daselbst aufgebracht werden ; es mussten eigene Transporte eingeleitet werden, wobei das Marschmagazin mit in Anspruch genommen war und dgl Das in Elesd etabliert gewesene Marschmagazin ist aber gleichzeitig mit dem Corps-Hauptquartier abgegangen und hat in Csucsa in gleicher Weise sofort in den ausiibenden Verpflegsdienst eingegriffen. Fiir die Losung der Aufgaben des Marsehmagazins in Elesd war die grosse Entfernung des Bahnhofes von der Stadt (circa 6 Kmtr.) von nach- theiligem Einflusse. Auch hat die Entfernung der Bahntrace von Nagy- Barod fiir das Marschmagazin daselbst grosse Schwierigkeiten mit sich ge- bracht, denn die Ausvvaggonierungs-Station tur dieses Marschmagazin war Rev, circa 11 Kmtr. von Nagy-Barod entfernt. Das Marschmagazin in Nagy- Barod hatte nicht nur die zahlreichen, in und um Nagy-Barod zur Bequar : tierung gelangten Truppen, sondern auch die durchziehenden Abtheilungen mit Futter zu verpflegen, und nebenbei auch Nachschiibe in Rev zu iiber- nehmen und Abschiibe nach Bucsa zu besorgen, wodurch ein fortvvahrendes Oscillieren des einen oder anderen Verpflegs-Beamten zwischen Nagy-Barod und Rev nothwendig geworden ist. Der Umstand, dass die Eisenbahnstation Rev mit ungeniigendem Betriebs-Personal dotiert war, hat den Zu- und Abschub-Verkehr in dieser sehr \vichtigen Station ungeheuer erschwert und ist es nur dem taktvollen Eingreifen des Vorstandes des Marsehmagazins in Nagy-Bardd zu danken, dass sich die Transporte so glatt ab'gewickeU haben. Brotverpjlegung. Die fiir die beiden Heeres-Divisionen bestimmten Feld- backerei-Sectionen Nr. 1 und 2 sind sairmit der fiir die 23. Landwehr-Division bestimmten Section Nr. 3 mit der Fertigstellung des Brotbedarfes fiir den Gebirgsiibergang, — d. i. bis inclusive IB. September, — disponibel gewordcn und wurden nun im Thale der schnellen Koros wie folgt vervvendet: Die 1. Section (17. Division) hatte per Balin nach Elesd abzugehen und sich dort derart zu etablieren, dass am 16. September wenigstens fiir einen Tag Brot ausgefasst werden konnte. Auch hatte diese Section den Brotbedarf fiir das Corps-Hauptquartier und das Gorps-Artillerie-Regiment zu decken. Die 2. Section (34. Division) hatte per Bahn nach Rev abzugehen und sich dort naclist der Eisenbahn-Station derart zu etablieren, dass am 16. September gleichlalls vvenigstens fiir einen Tag (den 17. September) Brot ausgefasst werden konnte. Die 3. Section endlich hatte wie die 2. Section, mit welcher sie bisher in Belenyes vereinigt \var, derart per Bahn nach Mezo-Telegd abzugehen, dass am 17. September, dem Eintrefftage der 23. Landvvehr-Division in und um Mezo-Telegd, der Brotbedarf fiir den 18. und 19. September fiir diese Division fertig sem konnte. Theils aus Mangel an prasenter und Reserve- Mannschaft, theils aber zu Uebungs- und Versuchszwecken war diese Section nur mit der llalfte von eisernen Feldbackofen — gegeniiber den anderen zwei Sectionen — daher nur mit 2 Ofenpaaren und mit der Halfte der Ver- pflegs-Mannschaft dotiert. Da diese Section in dieser Starke zur Versorgung der gdnzen Landwehr-Truppen-Division mit Brot nk-ht ausreichen konnte, sd hatte sieh diese Feldbackerei-Section durch kegelformige Nothfeldhackofen zu erweitern, zu deren Betrieb diese Division 40 Truppenbacker der Honv6d- Iofanterie beizustellen hatte. Die mit Eisenbahn beforderten Feldbackerei-Sectionen fanden nach dem Eintreffen im Sebes-Koros-Thale das fur den Betrieb erforderliche Back- materiale bereits in der neuen Etablierungs-Station vor, vvelches direct von Grosswardein zugeschoben ward, und da sie zur Vorbereitung der Etablie- rung auch Verpflegs-Personale vorauszusenden hatten, so war fur die Etab- lierung auch schon jede mogliche Vorsorge getroffen, als sie mit der Backerei-Feldausriistung eintrafen. Am 13. September Nachmittag traf das Personale der 3. Section, — von Belenyes kommend, — in M.-Telegd ein und besorgte noch am selben Tage die Ueberfuhrung der Ausriistung, sowie des Backmaterials (100 q Mehi, entsprechende Menge Salz und Kumine!) auf den Etablierungsplatz. Der Rammbrunnen gab schlammiges, unbrauchbares Wasser, daher das Wasser zugefiihrt werden musste. — Um 7 Uhr abends waren die eisernen Feldbackofen aufgestellt, worauf mit der Ausheizung und Teigberei- tung begonnen wurde. Am darauffolgenden Tage begann das Aufstellen von 10 kegelformigen Nothfeldhackofen mit kreisrunder Herdsohle und dauerte bei dem Umstande, als der unaufhorlich niederstromende Regen den Lehm ganz aufweichte, bis 9 Uhr abends, worauf das Ausheizen dieser Nothofen begann. Letzteres bot grosse Sehwierigkeiten, weil infolge des Regens der Erdboden, der Ofenmantel und das Brennholz nass vvaren; es dauerte daher die ganze Nacht und sind auch 3 muhsam aufgefiihrte Oefen \vahrend des Ausheizens eingesturzt. Der Backbetrieb wurde daher nur auf 7 kegelformigen Nothfeldhackofen aufgenommen. Sofort nach Fertigstellung des 2-tagigen Brotbedarfes fur die 23. Land- wehr-Division marschierte die 3. Section, nachdem die von der Landvvehr beigestellten 40 Mann Truppenbacker zu ihrer Division einruckten, am 17. September friih von Mezo-Telegd ab, nachdem diese Section, gleich der in Blesd etablierten, bestimmt war, sich mit der Feldbackerei in R6v zu ver- einigen, \velche fortab fiir den Brotbedarf des ganžen Corps allein sorgte. Die 3. Section liess das in Mezo-Telegd erzeugte Brot in Zelten an Ort und Stelle unter Aufsicht eines Reserve-Verpflegs-Beamten, dem auch einige Lente beigegeben wurden, behufs Ausfolgung an die, eben in den Cantonierungs-Rayon einriickende Landwehr-Division, zuriick und traf am 17. September in Rev ein. Die 1. Section wurde nach Erzeugung des Brotbedarfes fiir die 17. Division ebenfalls nach Rev dirigirt, so dass die ganze Feldbackerei mit dem 17. September Abends unter einheitlicher Leitung in Rev concentriert war. Sowohl zum Zwecke der Ubung, als auch dem Bediirfnisse entsprechend, hatten die Feldbackerei-Sectionen alle Gattungen Brot zuerzeugen: — 16 — a) Šchnittbrot zum Consum kurze Zeit nach der Ausgabe; b) gewohnliches Brot mit geschlossener Rinde im gewohnlichen und forcierten Betriebe zum Consum nach einiger Zeit (fiir Marsche) und c) Dauerbrot zum Consum nach mehreren Tagen (fiir Scblussmanover). Das Backmateriale wurde in alle vorgenannten Stationen vom Verpflegs- Magazine in Grossvvardein zugeschoben. Die nunmehr in R6v concentrierte, aus 5 Garnituren mit zusammen 20 eisernen Feldbackofen bestehende Feldbackerei Nr. 7 hatte zu erzeugen das Brot fiir : 1) die 34. Division vom 16. an ; 2) die 17. Division vom 19. an ; 3) die 23. Division vom 20. an ; 4) fiir das ganze Corps den Bedarf fiir die 4 Schlussmanovertage. Gleicli hier sei ervvahnt, dass dieser grossen Aufgabe nur mit Aushilfe von Nothbackofen entsprochen werden konnte. Die Gruppierung der 3 Divisionen des Corps am 17. September westlich von Rčv, am 18. und 19. um Rev, am 20. und 21. ostlich von Rev, danti das Vorhandensein eines guten Etablierungsplatzes in unmitelbarer Nahe des Bahnhofes, hauptsachiich aber der Umstand, dass das Defilee im Koros- Thale es nicht statthaft erscheinen Hess, die Fassungen naheran die einzige Strasse zu verlegen, bevvog die Verpflegs-Leitung, Rev als Etablierungsplatz der vereinigten Feldbackerei zu vvahlen. Im Detail gestaltete sicli die Brotverpflegung wie folgt: Die 17. Division fasst fiir den 17. und 18. Septemberbei derFeld- backerei-Section in Eiesd ; am 18. gelangt diese Division in den Raum Bratka— Feketepatak—Nagy-Bar6d, an diesem Tage wird der Brotbedarf fiir den 19. und 20. fiir die Abtheilungen in und nordlicb Bratka von der Feldbackerei in Rev mittelst Eisenbahn nach Bratka unter Begleitung eines Unterofficiers zugeschoben, von wo das Brot von den Abtheilungen um Feketepatak ab- zuholen ist; die Abtheilungen um Nagy Barod holen obigen Brotbedarf mit Wagen von der Feldbackerei in Rev ab. Die 23. Division fasst das Brot fiir den 18. und 19. am 17. bei der Feldbackerei-Section in Mezo-Telegd; am 19. gelangt diese Division in den Raum Rev—Birtiny — Szaszfalva (Skizze II.) und fasst an diesem Tage den Bedarf fiir den 20. bei der Feldbackerei in Rev. Die 34. D i v i s i o n, vvelche vom 17. bis 20. September in der Nahe von Rev cantoniert, fasst den Bedarf fiir diese Zeit bei der Feldbackerei in Rev (Skizze I, II, III). Alle 3 Divisionen endlich erhalten den Brotbedarf fiir den 21. und 22. am 20. September von der Felbackerei in Rev, und zwar : die 34. Division, we)che im Raume K.-Topa—Nagy-Barod cantoniert, holt das Brot von Rev ab ; der 23. Division — Bratka—Sonkolyos — \vird das Brot mittelst Bahn nach Bratka, der 17. Division — Bucsa—Kornicsel — nach Bucsa zuge- schoben ; ebenso der Corps-Cavallerie im Raume Feketeto — GsuCsa mittelst Bahn nach Csucsa. (Skizze III.) Jeden Brottransport begleitet ein Verpflegs-Unteroffieier, welcher die Abgabe zu besorgen hat. Menage, — Victualien. Vom 16. bis inclusive 22. September geburte der Mannschaft das Durchzugskostgeld mit 19 kr. Aus diesem Betrage war dem Manne eine Menage-Portion, bestebend aus: 300 Gramm Fleisch, 100—140 Gramm Reis, Graupen oder Tarhonyaund 100 Gramm Kartoffeln sammt Zubereitungs-Erfordernissen zu verabreichen. Diese Ausmasse war es moglich festzusetzen, indem das Fleisch von den beiden Ileeres-Divisionen mit 42 und 45 kr. per Kilogramm, die Victu¬ alien aber vom Verpflegs-Magazine in Grosswardein fiir das ganze Corps zu relativ billigen Preisen siebergestellt wurden. Die Sicherstellung dieser Victualien geschah iiber Auftrag und unter Intervention der Gorps-Intendanz mit Riicksicht auf die Ressourcen-Armuth des Ubungs-Rayons und um einer zu gewartigenden Preissteigerung beim directen Einkauf durch die Truppen von vornherein zu begegnen, \velcher Fali ansonsten unbedingt eingetreten wiire und dahin gefuhrt hatte, dass mit dem Durchzugskostgelde das Aus- langen nicht zu finden gewesen ware. Von der so zusammengesetzten Kostportion erubrigten noch 4 respec- tive 3 kr. per Mann und Tag, welcber Betrag von den Truppen zur Beschaf- fung von Kaffee, Slivovitz und Speck zu vervvenden war. Ueber diese Beschaffungen liess sich das Corps-Gommando relationieren. H afer wurde fiir die Zeit vom 16. bis 22. September durch die Corps- Intendanz in einzelnen grošseren Stationen siebergestellt, um den Zuschub des Rafers aus Grosswardein dort, wo an Ort und Stelle Vorrathe gefunden wurden, zu ersparen. Audi war der Hafer dadurch wohlfeiler. — Leider war nur in wenigen Orten genug Hafer aufzubringen, weil das Gebiet vor- wiegend der Maiscultur gewidmet ist. Die Haferfassungen wurden entsprechend der Gantonierung der Divi- sionen wie folgt geregelt: Die 17. D i vi s io n fasst den Hafer fiir den 17. und 18. am 16. theils beim Marscbmagazin in Elesd, theils beim Lieferanten in Mezo-Telegd, und zwar in Ermanglung eines'" Marschmagazins durch Vermittlung der Feld- backerei'Section Nr. 3 in Mezo-Telegd; fur den 19. bis 22. fasst diese Divi- sion den Hafer am 18., an welchem Tage sie im Raume Nagy-Bar6d-Bratka cantoniert, beim Marschmagazin in Nagy-Barod urid nimmt ihn auf Fuhr- werken mit. Die 34. D i v i s i o n fasst den Hafer fiir den 17. bis 22. beim Marsch¬ magazin in Nagy Barod, die 23. D i v i s i o n beim Lieferanten in Mezo-Telegd und besorgt den Zuschub des Hafers fiir den 20. bis 22. September nach Szilszfalva, Rev und Bratka mittelst Eisenbahn selbst. •—• Ausserdem ist dieser Dmsion, sowie dem Marschmagazine in Nagy Barod tfafer aucti vdtl Grosswardein zugeschoben vvorden. Das Hm wurde fiir die ganze 6 tagige Periode seitens der Corps-Inten- danz in der Weise siehergestellt, dass die betreffenden Unternehmer ver- pflichtet vvurden, bestimmte Minimalmengen zu einem im vorhinein verein- barten Preise zu liefern, -- die Abgabe jedoch direet an die Truppen erfolgte, welche das abgenommene Heu auch zu zahlen hatten. Nur wo ein Marsch- magazin oder eine Feldbackerei aufgestellt war, hatten bei der Heubeschaf- fung die Verpflegs-Organe zu intervenieren. Die Heulieferanten waren theils kleinere Producenten, theils Handler, der Preis ein geringer, da in der Gegend von Grosswardein bis nach BanlTy- Hunyad, — wie vor erwahnt, — viel Heu produciert und von dort. sogar ausgefiihrt wird. Durch diese Massregel wurde dem Preisaufscbvvunge vorgebeugt, der durch die concentrierte Nachfrage der Truppen ansonsten unvermeidlich gewesen ware, und eine bessere Qualitat Heu gesichert. Gegen die Koros zu hat das Heu viele Pflanzen, die nur auf nassen Wiesen vorkommen. Die Heubeschaffungen wurden analog den Haferfassungen geregelt. Stroh war bei dem Dmstande, als insbesondere im Landstrich ostlich des Kiralyhago bis gegen Banfi‘y-Hunyad fast gar kein Weizen und Roggen produciert wird, der am schwierigsten erlangbare Artikel, infolge dessen die bivakierenden Truppen, welchen keine Zeltausriistung zur Verfiigung stand, wie die Artillerie, — in den sehr kiihlen Nachten der zweiten Halfte Sep¬ tember vom Naehtfroste viel zu leiden hatten. An vielen Orten wurde statt Stroh das billige Heu beschafft. Periode der Schlussmanover (23. bis 26. September). Fiir die 4 Schlussmanovertage, in vvelcher Zeit den Officieren und der Mannschaft die Etapenverpflegung gebiirte, waren liber Anordnung des k. und k. Reichs Kriegs-Ministeriums mitzunehmen: beim Manne: 1 Nachschubs- und 3 Reserve-Verpflegs-Portionen; beim Pferd: 3 Reserve-Hafer-Portionen a 2V 2 Kgr.; auf den Proviantvvagen : 1 Nachschubs-Verpflegs-Portion ohne Kalfee und 3 Nachschubs-Haferportionen a 5 Kgr.; zusammen: Nachdem vvahrend der 4 Tage 2 Nachschubs- und 2 Reserve-Portionen zu verzehren waren, so sind 111 . 3 Nachschubs- 3 Reserve- Hafer-Portionen. 19 1 Reserve-Verpflegs-Portion, dann 1 Nachschubs- und 1 Reserve-Hafer-Portion iibrig geblieben. Die eriibrigte Resorve-Verpflegs-Portion hatten die Truppen als Zubusse fiir den 27. September za vemenden, soferne dere n Verwendung in dringenden Fallen nicht schon friiher geboten sein solite. Die iibrig gebliebene N ichschubs-Hafer-Portion (5 Kgr.) war je zur Halfte zur Completierung der 2 Reserve-Haler-Portionen a 2V 2 Kgr. zu ver- wenden, so dass defacto 4 Nachschubs-lIafer-Portionen wahrend der 4Schluss- manovertage consumirt vvurden, \vahrend die eine eriibrigende Reserve-Hafer- Portion a 2 x / 2 Kgr. als Zubusse iiberlassen wurde. Die schon friiher bewilligte Haferzubusse von 840 Gramni per Tag und Pferd auf 20 Tage fiir alle die Schlussmanover mitmachenden Pferde blieb hievon unberiihrt. An jenen Tagen, an welchen die Reserve Verpflegs-Portion zurConsum- tion gelangte, und welche von den Truppen Divisions-Commanden zu be- stimmen waren, erhielt die Mannschaft zur Reserve-Verpflegs-Portion eine Zubusse von 200 Gramni Fleiscb ; an allen 4 Tagen gebiirte nebstdem zur Erganzung der Verpflegs-Portion auf die volle Kriegs-Verpflegs-Portion der Betrag von 10 kr. Fleiscb war fiir einen Tag in ausgeschrottetem Zustande, fiir 3 Tage in lebenden Schlachtthieren mitzunehmen. Der Verpflegstrain war voin k. und k. Reichs-Kriegs-Ministerium wie folgt norrniert: Es gebiirten an Stelle der Proviantwagen M. 1888. fiir den Transport der Verpflegs-Artikel: Corps-Hauptquartier . . . ,.3 Divisions-Stabsquartier.2 Brigadestab . . . .'.1 a Infanterie-Regiment 4 Bataillone.. . 9 » y> 3 n „ Bataillon . . . Divisions-Cavallerie . . . Artillerie-Regiment . “. . Pionnier-Cornpagnie . . Kriegsbriicken-Equipage 7 2 15 8 1 T3 C a J An Landesfuhren bestand ein Bedarf von circa 330 fiir das Corps. Die Aufbringung dieses Bedarfes schien umso schwieriger, als in der oben genannten Gegend meist nur Ochsemvagen existiren, vvelche aber zu ge- dachtem Zwecke nicht verweudbar sind. Im Wege der freien Concurrenz ware fiir diese Fuhnverke ein enormer Betrag zu entrichten gewesen, da die [Jnternehmer dieselben von weit her 2 * 20 bringen hatten miissen und der Bauer in dieser Zeit mit der Feldarbeit in Anspruch genommen ist. Das Corps-Commando hat sich infolge dessen an den Vicegespan des Biharer Comitates gewendet, welcher aus dem westlichen Theile des Comi- tates die aus Pferdefuhrvverk zusammengestellten Gondueteurschaften herbei- schaffte. Fiir 1 Wagen war die tagliche Vergiitung von 4 fl. 50 kr. zugestanden. Am 21. September friili war die angeforderte Anzahl Landesfuhren, fast durchwegs gute Wagen, geniigend starke Pferde, entspreehende Beschir- rung, dann fiir je 50 Fuhnverke ein berittener Givil-Condltcteur, auf der Strasse Koros-Topa—Rev bereitgestellt, so dass die Uebernahme durch den Civil-Commissar und den Corps-Train-Gommandanten erfolgen konnte. Die zur Uebernahme nicht geeigneten Landesfuhren wurderi vom Civil-Gommissar airect in ihre Heimat zuriickgesendet. Zur Uebernahme der Fuhnverke vom Gorps-Train-Commandanten hatten sich die Divisions-Train-Gommandanten und die Proviant-Officiere der dem Corps direct unterstellten Truppen am 21. friih an der genannten Stelle einzufinden. Noch an demselben Tage wurden die Wagen, — wie vveiter unten ausgefiihrt wird — mit der dtagigen Verpflegung fiir die Schlussmanover beladen. Die Givil-Gonducteure haben den an sie gestellten Anforderungcn nicht entsprochen; sie entwickelten keine Energie und \varen nicht im Staude Ordnung zu halten, so dass ihre Obliegenheiten von dem Personal der Train- Truppe verrichtet werden mussten. Mit Riickdcht auf die Ressourcen-Armuth des Defilees Kiraivluigo—Villa- Banffy mussten nicht nur Zwieback, Fleisch- und Suppen Gonserven, sondern auch die Victualien von Grosswardein zugeschoben werden. Hafer wurde nur insoweit zugeschoben, als der Bedarf nicht aus dem an Ort und Stelle schon vorher sichergestellten Quantum gedeckt werden konnte. Der gesammte Brotliedarf fiir die 4 Schlussmanovertage war von der bei Rev vereinigten Feldbackerei N. 7 zu erzeugen. Derselbe betrug circa 50.000 Portionen (fiir 2 Tage Brot, fiir 2 Tage Zwieback) und zwar zur Halfte gewohnliehes Brot mit geschlossener Rinde, zur Halfte Dauerbrot, letzteres zu den auf denProviantvvagenfortzubringendenNachschubs-Verpflegs- Portionen gehorig. Obige Broterzeugung ist ohne Anstand vor sich gegangen. Erwahnenswert ist es jedoch, dass die kalte regnerische Witterung einen ungiinstigen Einfluss auf den Backbetrieb ausgeiibt und die Anzahl Hitzen zeitweise vermindert hat. Wenn die Gahrung des Brotteiges gut vor sich gehen soli, so muss im Locale eine Temperatur von 15—19° G. hersehen, welche aber bei kalter Witterung mit den zu Gebote stehenden Mitteln nicht erreicht werden kann. Die Nžisse ist insoferne hinderlich, als die Gommunication zvvischen den Ofen, Backstuben, Brotze'ten etc. durch Kothbildung sehr erschvvert wird. 21 Es wurden daher bei allen Etabliemngen Communicationen aus Ziegeln, Sand, Brettern etc. hergerichtet und bei Regemvetter gleich den Backofen mit Flugdachern iiberdeckt. Der Zuschub der Verpflegs-Artikel fiir die Schlussmanovei* erfolgte — Brot und theihveise Hafer ausgenommen — vom Verpflegs-Magazine in Grosswardein in 4 Transporten, und zwar: Transport I naeh Gsucsa fiir das Corps-Hauptquartier sammt direct unterstehenden Truppen (Gorps- Cavallerie, Corps-Artillerie-Regiment, Nr. 7, Bataillons-Stab und 2 Compag- nien des Pionnier-Bataillons Nr. 14, 1 / i ieichte Kriegsbriicken-Equipage Nr. 28). Transporte II bis IV fiir die 3 Truppen-Divisionen in deren Standorte und zvvar: 17. Infanterie-Truppen-Division Csucsa, 23. Landwehr- „ „ Bucsa, 34. Infanterie- „ „ Rev. Damit die beziiglichen Verpflegs-Transporte nach den Fassungskorpern zusammengestellt werden konnten, hatten die Divisions Intendanzen und die dem Corps direct unterstehenden Truppen den Bedarf fiir die Schlussmano- vertage vorher der Corps-Intendanz nachzuweisen, vvelche den Vorstand des Verpflegs-Magazins in Grosswardein personlich dariiber informierte. Bei jedem der 4 Transporte waren die fiir jeden Fassungskorper entfallenden Artikel separat verpackt, die Packgefasse nach den Truppen - korpern bezeichnet, um die Fassung, welche nach ganzen Partien sammt Packgefassen erfolgte, zu vereinfachen. Jedem Transport war ein Begleit-Commando, bestehend aus einem Reserve-Verpflegs-Beamten, 1 Unterofficier und 2 Mann beigegeben. Diese Transporte mussten am 20. September verladen am Bahnhofe in Grosswardein bereit stehen, um auf das betreffende Aviso der Corps-Inten¬ danz, 'vvelches erst nach Bekanntwerden der Ausgangs-Situation erlassen vverden konnte, sofort abgelassen werden zu konnen. Auf Grund der in den Skizzen IV und V dargestellten Situationen wurden nun folgende Fassungs-Dispositionen getroffen : J. Partie: Corps-Hauptguartier mit direct unterstehenden Truppen; II. Partie : 17. Divisiipi, loelche auch dem Detachcinent in Je0.000 Portionen Brot a 700 Gramm, 60.000 Portionen Fleischconserven, 2400 Portionen Hafer a 5 Kgr. B) Fiir Fussmarsch-Transporte: 6000 Portionen Brot a 700 Gramm, 8000 Portionen Victualien a 140 Gramm, 8000 Portionen Suppen-Conserven, 5000 „ Hafer a 5 Klgr. Diese Artikel sollen derart bereit stehen, dass sie auf dasvon derFeld- eišenbahn-Transportsleitung in Klausenburg erhaltene Aviso sofort in die Einwaggonierungs- respective Fassungs-Stationen abrollen konnen. Das Verpflegs-Magazin in Grossvvardein hatte zur Erzeugung von 66.000 Portionen Brot einen langeren Zeitraum gebraucht, so dass das Brot theil- weise sehr alt zur Abgabe gelangt ware. Es vvurde daher die Feldbackerei Nr. 7, welche mit der Fertigstellung des Brotbedarfes fiir die 4 Schluss- manovertage schon mn 21. September ilire Aufgabe ain Manoverfelde erfiillt hatte, von Rev nach Grosswardein disponiert, wo sie die Halfte des obigen Brotbedarfes und zvvar als Dauerbrot zu erzeugen hatte. Die Broterzeugung war so\vohl bei der stabilen, als auch bei der Feld¬ backerei derart, zu rogeln, dass das letzte Brot erst arn 25. Friih aus dem Ofen komme. Auf diese Art gelangte kein altes Brot zur Abgabe. Zur Erleicbterung der Fassungen war die Beladung der Eisenbahn- Waggons nicht artikelwei.se, sondern derart vorzunehmen, dass in einem Waggon immer cin aliquoter Tbeil der zur Verpflegs-Portion fiir Eisenbahn- Transporte gehorigen Artikel verladen war. Z. B. 5000 Portionen Brot, 5000 Portionen Fleischconserven, 200 Portionen Hafer. Fiir Fussmarsch Transporte war die Verladung miter entsprechender Bezeichnung der VVaggons abge- sondert und artikehveise durchzufiihren. Fiir Fusstransporte war Bucsa, fiir Eisenbahn-Transporte Csucsa die Fassungs-Station. Die vorervvahnte Verladung bi letele eine zvveckmassige Erprobung der Verladung von Verpflegstransporten im Kriege Da aber die Fassung nicht ab Waggon gesehehen durfte, so mussten die Artikel auf einen, z. B. in Csucsa vomBahnhof entfernten Platz zur Fassung geschalft werden. 3 26 Betreff der Riickinstradierung sind seitens. der Manover-Oberleitung folgende Befehle ergangen: Befehl Nr. 2. — (Auszug). Bdnffy-Hunyad am 24. September 1895. Die Awga.be der Marxch.pl/ine v tul Transgjortsnbersiehten erfolgt am 20. d. M. am Bahnhofe zn B.-Ilumjad durch einen Ojficier der Feldeisenbahn- Transpnrt-Leitung, icelclier um 0 b 89' friih mit dem Schnellzuge 503 dortselbst eintrifft. Zur Ubernahme ixt vem jedem Corps ein Ojficier zu entsenden. Die Marschplane loerden d,era/rt fascicnliert sein, dass deren Vertheilung sofort erfolgen kanu; die Corps-Commanden haben ihrerseits vorzusorgen , damit die Marschplane noeli rim. Manbverfel.de den Truppen zulcnmmen. Befehl Nr. S. — (Auszug). B.-Hunyad am. 25. September 1895. 8) Morgen, den 20. d. M. nach deni Abblasen sind die Truppen des 7. Corps mesflich, jene, des 12. Corps ostlich der in der mitfolgenden Karte rotil eingezeichneten Linic unterzubri.ngen*). Die Gruppierung rege],n die Corps-Commanden miter thunUc.hster Bedaeht- nahme auf den Abtransport, beziehungsioeise Bilckmarseh. 4) Riickinstradierung : a) Einvmggonir.nmgsstationen: 7. Corps Csucsa: Beginn 27. September mittags, nur der Štab und die 1. und 2. Compagnie des Pidhnier-Bataillons Nr. 14, dami die 1 | g leichte Kriegshriicken.-Equi.pagc Nr. 28, -merilen in B,- Hmiijad einvmggoniert; b) in jeder Einicaggonierungsstation fungirt ein Ojficier als Bahnhof- Commandant. Als Geli Ufe desselben hat d,as 7. Corps filr Csucsa einen Suhaltern- O fficier zu bestimmen ; d) die Verpflegung fiir Fussmarscli- Transporte (Brot,, VicUialien, Suppen- Conssrven, Hafer) auf 2 Toge toird fiir d,as 7. < lorps am Bahnhofe in Bucsa. erliegen; jene fiir Kisenbahn-Transporte, (Brot,, Fleisr.h-Conserven und Haferj auf die Zait bis zur Ausiraggnnierung, vini in den betrejfenden Eimvaggonie- rungs-Stationen zund.chst d,e,s Bahnhofes bere,it stehen. Die Fassungen lcbnnen am 20. mittags begi,imen, Brot muss, insoiceit die Vorrathe reichen, unbedingt, in natura gefasst iver den. Die Marschplane und das Riickinstradierungs-Tableau fiir Eisenbahn- Transporte gelangten, wie im obigen Befehle angegeben, am Manoverfelde zur Ausgabe, wahrend die Instradierung der Fussrnarschtransporte das Corps- Commando durchfiihrte. Auf Grund der Marschplane vvurden vom Gorps- Commando die Cantonements nach Skizze VII angeordnet. In der Eimvaggonierungs-Station Csucsa wurde fiir die Bestimmung und Zuvveisung der Lagerplatze und Freihaltung der Communicationen ein Generalstabs-Officier, fiir die Beaufsichtigung der Fassungen ein Divisions- Intendanz-Chef, fiir die Leitung der Fassungen in Bucsa ein Intendantur- Beamler der Corps-Intendanz bestimmt. *) Die Linie war durch Banffy-Hunyad in der Kichtung Siid-Nord gezogen. 27 Die Feldeisenbahn-Tran portleitung hatte schon am 24. September den Abschub der in Grosswardein bereit gestellten Verpflegsgiiter nach Csucsa und Bucsa beim Verpflegs-Magazine in Grosswardein angeordnet, so dass am 26. September mittags die Artikel in diesen Stationen zur Abgabe bereit standen. Die Eimvaggonierung der Truppen begann am 27. mittags und dauerte ununterbrochen bis zum 29. nachmittags. Der Frachtenverkehr auf dieser Bahn war auf die Dauer der Transporte eingestellt. Die zur Fasstiug vorbereitete Menge von Brot, Fleischconserven und Hafer konnte, da die beziiglichen Weisungen des Reichs-Kriegs-Ministeriums schon vor den Manovern erlassen werden mussten, naturgemass nur dem beilaufigen Bedarfe entsprechen, daher die Corps-Intendanz bei der Verfassung des Vertheilers darauf Riicksicht nahm, so dass nach dem Verpflegsstande alle vom Reichs-Kriegs-Ministerium zudisponierten Vorrathe, ausgenommen Hafer, der nicht ganz Vervvendung finden konnte, zur Fassung aufgetheilt wurden. Mit Riicksicht auf die Reihenfolge der Eimvaggonierung bestimmte das Corps-Commando, dass die 23. Division um 5 Uhr, die 17. ,, ,, 6 „ und die 34. „ „ 7 „ des 27. September die Fassungen in Csucsa bewirke. Die Divisionen schickten daher schon tags vorher ihre Proviant-Officiere mit den Fassungs-Commanden und den erforderlichen Fuhrwerken nach Csucsa; die ersten 3 Transporte, welche noch am Nachmittage des 27. ein- waggoniert wurden, bewirkten die Fassungen vor der Einwaggonierung. Am 27. gelangten die Divisionen in ein nahe zur Einwaggonierungs- Station gelegenes Cantonement., und zwar 23. Division nach Csucsa, 17. „ „ Kis- und Na.gy-Sebes, 34. „ „ Sebesvar. Die Erganzung auf die zur Gebtir entfallende Menage-Portion hatten die Truppen aus dem nach Bezahlung der Fleischconserve (Fleisch-Quote) erubrigenden Theile des Durchzugskostgeldes selbst zu beschaffen. Die Eisenbahn-Mittagskost fiir die Transporte von langerer Dauer wurde iiber Anordnung des ReicKs-Kriegs-Ministeriums schon vor den Manovern in den Stationen Grosswardein, B.-Csaba, Debrezin, Szegedin, Temesvar und Nagy-Kikinda sichergestellt. Auch hier konnte ein nur approximativer Bedarf angegeben \verden vvahrend das erste Aviso tiber das Eintreffen des Trans- portes mindestens 36 Stunden, und das zvveite Aviso iiber die Starke des Transportes mindestens 8 Stunden vor dem Eintreffen des Transportes tele- graphisch dem Eisenbahn-Stations-Chef behufs Verstandigung des Kostbei- stellers zukommen musste. 3 * 23 Es wurde iiberall warme Kost verabreicht und es kann mit Befriedi- gung eonstatiert werden, dass -der ganze ziemlich complicierte Apparat an- standslos functionierte. Diemittelst Fussmarschin ihre Garnisonen riickkehrenden Truppen wurden vom Corps-Commando derart instradiert, dass jeder Transport im Laufe des 27. September die Station Bucsa, wo die Verpflegs-Vorrathe zur Abgabe bereit lagen, passierte und hiebei die Fassung bewirkte. Zur Fassung ge- langten Brot, Victualien, Suppen-Gonserven und Hafer auf 2Tage. An Vic- tualien und Suppen-Gonserven ergab sich — indem die Menge der bereit- zustellenden Artikeln ,wie erwahnt, nur approximativ' sein konnte, ■— ein ge- ringer Ueberschuss, weicher von den Truppen ebenfalls auf die Friedens- gebiir ubernommeri wurde. Die iibrigen zur Menage-Portion gehorigen Artikel, somit auch das Fleisch, dann das Heu hatten die Fussmarschtransporte selbst zu beschaffen. Ein Rest an Fleischgetnuse und Kaffee-Conserven, welcher den Fuss- marschtransporten als Zubusse iiberiassen vvurde, gelangte am 27. September beim Marschmagazin in Csucsa zur Abgabe. NARODNft IN UNIVERZITETNA KNJI (17U (17UNICA 00000463151 Csendes Jakab, Teniesvar. 10G7. Tindd _' ■ m ™:mos x (hi \Kakuce \ \w 4 9 en y J Szdszfiilp ct " X. __ 34 . TintSd \ VTotos \ Sklzze II Cantonierung am 18. u. 19 . September 1895. '\^ Szds. ^ t 'Krajnik fn IvaOp KalotajUi ' — .^Birtmy 3). 58^ H. N./tiarlang A Szonkolyos Tindd alpdr kfalvaOb Birtimj Sktzze !ll Cantonierung am 20. September 1895. Uebungen in der Infant.-Truppen-Division; Uebergang in das Tkal der Sebes-Kdros Cantonierung am 16. u. 17. September 1895. Nyegerfaha / / Szonkojyos V Torniczel ‘ - / Tf. ,0 /V , Corps-Cavall. ' ( 5 oi^eft 4 ^ci 4 -i 4 -tv&ao_ (Feketepaiak \ AteSsiwnv». ""**■ 'm'\ /rasscj 'toBuM« 3 dnlaka ^ l i \ \ ' // •- Koros_ N^CsnoRa SBrdtka\ ' -JI. y MaroilakaW**& Mami ar 6 Korake rnyeny Tindd Pestere Sklzze N Cantonierung am 21. u. 22. September 1895. 3), (5 8 j N./Barlang ir \Kis-Bdrdd Sklzze 1 Ausgangssituation am 23. September 1895. 5 4 3*1 0 » 1 1 . ■» i ■■ !* ■ : * 1 v l * osata 5000 4 5 £ 1 0 Lithographie k. u. k. 7. Corps-Commando iKis-Bdrdd Massstab 1.2-00-000 15 krtl ■—H 29.000 Sch ri fcte. M. Valkd Mdggar- TKeleczel Gyerd- Monostm Skizze VI Cantonierung am 21. u. 25. September 1895. M. Valko Maggar- TKeleczel Gyer6-Monostor Skizze VII Cantonierung am 26. September 1895. M. Valko Maggar- TKeleczel Gyer o-Monostor fren > F/.m/kr kar/ TiužicJca f$6.