024 L/ oiooZmzt Sonderabdruck aus Nr, 32 der „WoGhenschrift fiir Therapie und Hygiene des Auges“, XI. Jahrgang. Verlag von Bleyl & Kaemmerer, Dresden-Blasewitz. Die „Wochenschrift fiir Therapie und Hygiene des Auges“ (Redakteur: Dr. Wolffberg, Breslau) erscheint jeden Donnerstag in der Starke von Bogen gr. 4. Preis vierteljahrlich 3 M k. Bestellungen sind nur an die Geschaftsstelle Dresden- Blasewitz, Hochuferstr. 9, zu richten. Sophol in der Augenheilkunde. Von Dr. H mi) B o c k, Primarius iti, I ^ai^apl u^ Die schonen Erfolge mit Sophol als Vorbeuguugs- mittel bei Ophthalmoblennorrlioea neouatormn, iiber welche Gallatia*) berichtete, und welche mitzn- beobachten ich Gelegenheit hatte, veranlassten mich, das genannte Mittel bei einer Reihe verschiedener Augenkrankheiten zu versuchen. Sophol ist der Schutzname fiir eine Verbindung vou Silber mit Formaldehydnucle'insaure, welche auf 100 Teilen 20 Teile Silber enthalt. Dieses ist hier in der sog. maskierten Form vorhanden, d. h. es wird durch Chloride u. dgl. niclit gefallt, kalin dalier auf diesem Wege nicht nachgewiesen werden. Sophol ist ein ge!blichweisses, in VVasser leicht losliches Pulver. Die zu arztlichen Zwecken dienenden Dosungen miissen kalt bereitet werden, weil bei Ervvarmen das nur locker gebundene Formaldehyd sich abspaltet. Dies ist ein fiir die Brauchbarkeit der Losnngen vvichtiger Um- stand. Am besten verfahrt man folgendermassen: Mau schiittet des Sopholpulver vorsiclitig auf das in eiuem Becherglase oder in einer Schale befindliclie kalte destillierte Wasser, so dass es nun obenauf schwimmt. Die Losung vollzielit sich daun binnen kurzem von selbst bei gleichzeitiger Bildung eines ‘) \Viener niedizinische Wochensclirift 1908, Nr.' 6. 97024 geringen Bodensatzes. Von diesem giesst man die Eosung vorsichtig ab und bewahrt sie in eiuem gelben Glas vor Eicht und Luft moglichst geschutzt. Die Empfindlichkeit gegen diese beiden Einwirkungen ist immerhin ein Uebelstaud, den man in Betracht zieben und dem moglichst zu begegnen man bemiiht sein muss, will man nicht Misserfolge oder geringere Wirkung haben. Ich babe aber z. B. gegenwartig eine Eosung in Gebrauch, welche in der Menge von 100 Gramm vor 4 Wochen bereitet vvurde und von der ich damals eine kleine Menge gleich venvendete, dami aber die Flasche gut verstopft bis heute aufbewahrte. Ich kann aber weder au den bei der Anwendung augenblicklich eintretenden Erscheinungen, noch au den Erfolgen etwas beobachten, was auf eine Verande- rung, Zersetzung der Eosung schliessen lassen konnte. Man wird aber docli gut tun, immer nur moglichst frisch bereitete Eosungen zu verwendeu, ebenso zur Aufbewahrung sich einer Flasche mit »eingeriebeuem Glasstopfen zu bedienen; deun die naeh dem Aus- g'essen im Flaschenhalse zuruckgebliebene Fliissig- keitsschichte verklebt sich mit dem Korkstopfen so innig, dass beim nachsten Herauszieheu clieses kleine Brockel Kork an der Wand des Flaschenhalses liaften, nun mit der Eosung in das Schalchen geschiittet werden und selbstverstandlich unerwunsClite, die Binde- haut reizende Fremdkorper sind. Die Eosungen von Sophol sind je nach der Starke, gelb bis dunkelbraun, im durclifallenden Eichte klar, im auffallendeu leicht opalisierend. In Stoffen, wie Leinwand u. dgl. macht das Sophol braune Flecken, die sich durch Waschen nur vermindern, aber nicht entfernen lassen, ebenso farbt es, wenn es nach reichlicher Anweudung aus dem Bindehautsacke iiberfliesst, die Haut der Eider leicht braun, aber voriibergeheud, nur in den Falteu halt sich der braune Schimmer einige Tage. Auf Glas oder Porzellan eingetrocknet, bildet es eine satt- braune, glanzende, lackartige Schichte. Ich habe Eosungen von 5 und 10 : 100 verwendet, bin aber schliesslich bei der von 5 : 100 stehen ge- blieben, weil ich mit dieser ausgekommen bin, was mich aber nicht hindern wird, in Falleu, wo sich eine kraftigere Wirkung als notwendig erweist, zur starkern Eosung zu greifen. 2 Schon seit Jahren verwende ich zur Behandlung der Bindehaut mit Bosungen keinen Pinsel melir, sondern ich bediene mich Wattestiickchen, die atif Holzcheu (Zuudholzchen ohne Kopfchen) aufge\vickelt siiid. Das mit der Bosung getrankte Wattebauschchen wird bei umgestiilpten Bidern leicht auf die Binde¬ haut gedriickt, so dass diese von der Bosung reich- lich bespiilt wird. Die wieder in ihre Bage gebrach- ten Bider drucken dann den Ueberschuss heraus, der mit einem Bauschchen Gaze aufgetupft wird. Schwarzung der Fingernagel des Arztes durch Sophol habe ich nicht beobachtet. Ich habe das Sophol bei allen Bindehauterkrau- kungen angewe:rdet mit Ausnahme des Augentrippers und des Friihlingskatarrhs, von welchen Krankheiten ich in den letzten Monaten keinen Fali gesehen habe. Von Ophthalmobleunorrlioea neonatorum standen mir sowohl auf meiner Spitalsabteilung als auch in meiner Sprechstnnde eine grossere Anzahl zur Verfiiguug iu allen Formen der Entwicklung und zwar a) frische Erkrankuugen verschiedener Starke bei Kindern von 3—6 Tagen; b) noch nicht fcehan- delte Falle bei 3 Kindern von 10, 21 und 23 Tagen, mit starker Schwellung der Bindehaut und reichlicher dickfliissiger Absonderung; und c) 2 Kinder von 2(1 und 28 Tagen mit schmutzigroter, grobsammtaitiger, verdickter Bindehaut und geringer, dunnfliissiger Ab¬ sonderung, bei denen die Miitter angaben, dass die Augen bald nach der Geburt zu eitern begannen, aber nicht behandelt \vurden. In den Fallen der Gruppen a und b konnten Gonokokken nachgewiesen werden, bei c \var die Suche nach diesen fruchtlos, dagegen waren liier Staphylokokken und Diplokokken ohne kennzeichnendes Aussehen vorhanden. In allen diesen Fallen ervvies sich das Sophol als eiu Mittel, nach dessen Anwendung die kraukhafte, vermehrte Absonderung der Bindehaut abnimmt. Nicht gleichen Schritt damit halt die Abschwellung der Bindehaut. Auch bei starkster Absonderung und auch nach einer Bosung von 10 : 000 habe ich nie Schorfe, Zeichen von Gerinnung oder Reizung gesehen. Auf diesen Umstand mochte ich besonderes Gewicht legen, \veil er uns gestattet wenn notwendig — auch in kiirzeren Zeitraumen das Sophol anzurvenden, was bei 3 Rosungen von salpetersaurem Silber niclit moglich ist, weil man in nicht wenigen Fallen nach 7—8 Stunden noch Hollensteinlosung auf der Bindehaut besonders in den Falten noch Schorfe findet, deren Anwesenheit die abermalige Amvendung dieses Mittels aus gnten Griinden verbietet, diese iibrigens auch nutzlos ware, abgesehen von der Schadigung des Gewebes, die mit der von Blutung begleiteten Ent- fernung der fest anhaftenden Gerinnungen verbunden ist. Wenn aber einmal die Absonderung vermindert ist und die Veranderungen im Gewebe der Bindehaut — Ve:dickung der Oberflache und Schwellung in der Tiefe — die vorherrschenden Erscheinungen sind, dann war das Sopliol ohne Wirkung, die Bindehaut blieb tagelang unverandert; die oben genannteu Eigen- schaften verminderten sich aber nach wenigen Tagen unter Amvendung von salpetersaurem Silber 1 oder 2 : 100, so dass uur samtartige Oberflache und ge- ringe Rotung zuriickblieben. Diese Beobachtung machte ich besonders deutlich bei den Fallen c, bei denen Sophol die krankhafte Absonderung nach 2 und 3 Tagen zum Verschwinden brachte, dann aber war es wirkungslos, so dass der salpetersaure Silber mit Erfolg wieder in seine Rechte trat. In den frischen Fallen bin ich mit Sophol allein ausgekommen, weil infolge der rechtzeitigen Behand- lung der Gonococcus keine Tiefenwirkung entfalten konnte. Ich muss aber doch erwahnen, dass es in einem Falle der Gruppe b nicht gelang, der Spat- erkrankung des zweiten Auges mit Sophol Herr zu werden. Nach dreitagiger Behandlung des einen sehr schwer erkrankten Auges wurde mir mitgeteilt, dass durch ungeschickte Ragerung des Kopfes der Eiter des kranken Auges in das gesunde iiber den Nasen- riicken geflossen sei. Obwohl ich gleich den Binde- hautsack mit Sophol 10 : 100 durchspiilte, kam es doch zu einer allerdings weniger heftigen Eiterung auch auf diesem Auge. In allen Fallen \var die Heilung vollkomtnen, auch in bezug auf Erhaltung der Hornhaut. Ich muss noch hinzufiigen, dass die Augen — je nach der Menge der Absonderung — in grosseren oder geringeren Z \v i s c h e n r a u m e n mit Kalium liypermanganicum 0.05 : 100 ausgespiilt wurden. Unter dem giinstigen Eindrucke dieser Falle, 4 welche zeigten, dass Sopliol ein Mittel ist, welclies die krankhafte vermehrte Absonderung der Bindehaut mit Erfolg bekampft, ging ich daran, Sopliol auch bei anderen Bindehauterkrankungen mit solchen Eigen- schaften anzuwenden, vor allen beim akuten Bi n de¬ li au tka tar r h, zu welcher Bezeichnung man aber ein »sog.« setzen solite, da \vir heute zweifellos Er- krankungen verschiedener Art mit diesem Namen zu- sammenfassen, bezw. Erkrankungen, die verschiedenen pflanzlichen oder chemischen Korpern ihren Ursprung verdanken. Das Sophol hat sich liier in Eosung von 5 : 100 gut bewahrt, indem die Absonderung rascli nachliess, ebenso auch die fiir den Kranken so lastigen Erscheinungen der Eichtscheu, sovvie des Hitzegefiihls und Juckens. Besonders angenehm ist es in diesen Fallen, dass die Anwendung des Sophols schmerzlos ist; die Kranken geben ein nur augenblickliches leichtes Brennen an, offenbar nur die Empfindung der Be- riihrung der Bindehaut mit dem Wattebauschchen. Dieser Mangel eines jeden Schmerzes wurde besonders von jenen Kranken gelobt, welche ich bei gleiclier Erkrankung friiher mit salpetersaurem Silber behan- delt hatte und die damals im Wartezimmer sich von der Reizung erst erholen mussten, bevor sie die Strasse betreten konnten. Dieselben Kranken teilten mir auch mit, dass sie nach Sophol keinen unange- nehmen Geschmack empfanden, im Gegensatz zu Hollenstein. In eiuigen Fallen von wiederkehrendem Binde- hautkatarrh mit dem so iiberaus lastigen nassenden Ekzem der Eidrander, denen es aus raumlichen Griin- den nicht moglich ist, jedesmal und regelmassig meine Sprechstunde zu besuchen, habe ich Sophol 5 : 100 verschrieben, mit der Weisung, taglich vormittags einige Tropfen der Losung in die Augen einzutraufeln. Die betreffenden Kranken sind mit dem Mittel sehr zufrieden, es wird aber notwendig sein, festzustellen, ob nicht nach einiger Zeit Silberfarbung der Binde- liaut entsteht. Ich erweiterte nun meinen Kreis der Sopliol- anwendung auf Conjunctivitis sc r op h u losa und Conjunctivitis eczematosa, wenn diese mit von Eiter durchsetzter Absonderung verbunden waren, in Beriicksichtigung der Kenutnis, dass die gefahrlichen s Eigenschaften det' allfalligeu Hornhautgesčhwure attf die Einwirkung jener Bakterien zuriickzufiihren sind, vvelche sich erst in zweiter Reihe auf dem fiir sie giinstigen Bodeu der erkrankten Bindehaut entwiekeln. Ich hatte bisnun mit bakterientotenden Mitteln in solchen Fallen wenig befriedigende Erfahrungen ge- sammelt, weil die Wirkung nicht lauge genug anhielt oder mit zu starker Reizung verbunden war. Mit Sophol habe ich in solchen Fallen immer nur Gutes, zum Geringsten nie einen Schaden gesehen: Kein Schmerz, keine Reizung der Bindehaut oder des Aug- apfels, rasche Verminderung des Eiters. Eetztere Wirkung ist besonders dami deutlicli, wenn man mit Sophol den' Bindehautsack auswischt und daran die gewohnte Behandlung mit Scopolamin und Verband anschliesst, indem dann das Verbandbausclichen zu- sehends weniger Absonderung aufweist. Ich verwende dalier in allen solchen Fallen von Conjunctivitis scro- phulosa und eczematosa — besonders in vernach- lassigten — das Sophol, indem ich mit einer Eosung von 5 : 100 gleich nach der ersten Untersuchung die Bindehaut auswische uud dies nach Bedarf auch an dem folgenden Tage wiederhole. Selbstverstandlich habe ich das Sophol auch bei verschiedenen Fallen von Trachom verwendet. Auch liier Verminderung der Absonderung in frischen Fallen, oder in jenen alten, vernachlassigten, wo nachtraglich entstandene Eiterung der Bindehaut in den Vorder- grund tritt; im iibrigen kein Erfolg. Bei frischen Fallen riihrte sich die Schwellung der Bindehaut und die Korner gar nicht, alles bekam aber ein anderes, giinstigeres Gesicht, als ich Argentum .nitricum oder Cuprocitrol anwendete. Zwei Falle will ich aber des Genauern anfiihren. Im ersten handelte es sich um einen Mami, der seit 16 Jahren an Trachoma oc. utr. leidet und der alles durchgemacht hat, was diese schreckliche Krankheit erzeugeu kann, insbesondere liartnackigen Pannus und Geschwursbildung; trotz seinerzeit eingetretener Argyrosis konnte man nur mit salpetersaurem Silber behandeln, welches dann liier durch Cuprocitrol mit Erfolg verdrangt wurde. In jiingster Zeit kam der Kranke wieder zu mir in einem recht verzweifeltetn Zustande mit der Angabe, er konne seit Wochen die qualendste Eichtscheu nicht verlieren, 6 obwohl von seinem Arzte alles angewendet worden sei, was er in seiuer langen Keideuszeit friiher ge- braucht und als wirksam erprobt babe. Absonderung war fast keine vorhanden, in der Bindehaut sassen unverandert die keiinzeichnendeu Narben, vom Panuus waren am oberen Rande der Hornhaute schmale dichte Trubungen zuruckgeblieben. Fiir die uniiberwindliclie Lichtscheu konnten nur zahlreiche kleinste Verluste in dem Deckzellenlager der Hornhaut verantwortlich gemaclit werden. Ich wisehte die Bindehaut mit Sophol 5:100 aus, am dritten Tage kam der Kranke mit gut geoffneten Augen zu mir, die Kichtscheu war fastgeschwunden, die Hornhaute beider Augen glanzeud. Der zweite Fali betraf einen Mann, der seit Jahren von verschiedenen Arzten wegen seines Trachoms be- handelt wurde, insbesondere wegen der fortwahrend wiederkehrenden Randgeschwiire der Hornhaut. Als der Kranke zu mir kam, \varen deren mehrere vor¬ handen, in der Bindehaut nur Narben, keine Korner rnehr sichtbar. Nach dreiwochentlicher Behandluug mit Sophol 5: 100 war der Kranke und ich zufrieden, alle Geseh\viire waren gut veruarbt, seit sechs Mo- naten sind die Augen ununterbrochen reizlos, eine Ruhepause von einer Zeitlange, wie sie der Kranke nocli nie erreicht hatte. Diese Falle sind natiirlich keinesfalls fiir eine Wirkung des Sophols bei Trachom zu vervverten, sondern sind nur dahin zu deuten, dass das Sophol den Bindehautsack griindlich reinigt und dann fiir die Heilung von Gesclivviiren der Hornhaut u. dgl. giinstigere Bedingungen gesetzt werden. Ge- wiss ist es mit Freude zu begriissen, wenn der Kreis der zur Verfiigung stehenden Mittel erweitert wird, besonders aber beim Trachom, bei dessen Behandluug man fast nie mit der Schabloue auskommt. Ich liabe auch Falle von eiterigeni Katarrh des Tranensackes mit Sophol behandelt, indem ich in den Tranensack Sophol 5 : 100 und 10 : 100 einspritzte. Die Wirkung glich hier der des Protar- gols: die eiterige Absonderung war schon nach einer Elinspritzung geringer, nach mehreren fast Nuli. Ich meine aber, dass man ebensowenig wie mit Protargol mit Sophol Dauerheilungen wird erzielen konneu. Das Sophol wird also mit Frfolg ange- w e n d e t bei E r k r a n k u n g e n der Bindehaut 7 mit reichlicher Abs on der u lig, welche auf dasVorhandeusein kleinsterEebeivesen zn- riickzufiihren ist, die dan n durch dasSophol vernichtetwerden. DasSophol erweist sich als ein n i c h t reizendes, m i 1 d e s, k e i n e Schorfe bildendes, Bakterien totendes Mit- t e 1, w e 1 c h e s n i c h t a t z t. S e i n e W i r k u n g d r i n g t a b e r nic h t in die T i e f e, denn die S c h \v e 11 u n g d e s B i n d e h a u t g e w e b e s w i r d durch S o p h o 1 g a r n i c h t oder n u r w e n i g b e - e i n f 1 u s s t, so d a s s man d a n n in s o 1 c h e n P' ii 1 - len z u r V o 11 e n d u n g der H e i 1 u n g L o s u n g e n v on salpetersaurem Silber anwenden m us s. Diese beim Kranken gewonnenen Erfahrungen stehen in gUteui Einklange mit den an anderen Orten mitgeteilten Versučheu verschiedener Art.*) Sophol reizt unter allen Silberverbindungen am wenigsten, mir Argj rol selieint ihm zn gleichen, docii ist dieses ein wegen wechselndem Silbergehalt niclit einwandfreies Mittel. Wahrend Argentum nitricum mit einem Silbergehalt von 63,5 Proz. sclion in einer Eosung von 0,05 Proz. die Bindehaut des Auges reizte, ist dies beim Sophol mit einem Silbergehalt von 2() Proz. erst bei einer Eosung von 10,92 Proz. der P'all. Auf den Silbergehalt umgerechnet, ergibt sieli danil als sog. Reaktionssclivvelle 0.032 Proz. Ag im Argentum nitricum und 2.000 Proz. Ag itn Sophol. Bestreicht man Fischscliwanze mit Losungen von verschiedeneu Silbermitteln, so sielit man, dass Ar¬ gentino nitricum die starkste, Sophol die geringste Gerinnung erzeugt. Sophol 0.37 Proz. totet Staphylo- coccus aureus und Bacillus pyocyaneus in 5 :l / 4 Stunden, Sophol 1 : 5500 liemmt die Entivicklung von Bak¬ terien vollstandig. *) von Herff, Miinchener mediz. Wocbenschrift 1906, Nr. 20 und GynaekoIogische Rundschau Nr. 19, Sondciabdruck. Narodna in unioerziteina knjižnica 00000451108