Katholische Miffionezeitschrift öer Missionäre Söhne des hist. Herzen© Jesu Stern Nummer 5 - September 1941 dtrlkgtr 44. Jahrgang Spedizione in abbonamento postale. 3am Titelbild: Andere Länder andere Sitten. Diese Frauen aus Chiquimula in Guatemala wirken mit ihrer Kopftracht etwas merkwürdig auf Europäer. Wenn aber diese Mittel-amerikanerinnen mit dem kostbarsten Gewächs ihres Landes, dem Kaffee, die Reife über das Meer antreten könnten, würden sie ebenso erstaunt sein über .bett Kopsputz, den sie in Europa vorfinden. (Fides Foto 1941.) Inhalt: Zum frommen Gedenken, 6. 65. — Der heilige Erzengel Michael, S. 65. — Missionsarbeit in Kriegszeiten, 6. 68. — Unbelehrbar, S. 71. — Sitten und Gebräuche bei den Bapedi, S. 71. — Missionäre im Dienste der Wissenschaft, 6. 75. — Exerzitien und Einkehrtage in Japan, 6. 79. — Gradaus, 6. 79< — Abbildungen: Fr. Engelbert Oberleiter F. 6. C., 6. 65... — Sie wünschen eine Schule, S. 69. — Blick auf das betvaldete Bergland der Bapedi, 6. 73. — Reue Kirche in der Apost. Präfektur Kyoto in Japan, 6. 76. — Denkmal aus Anlaß des 2600jährigen Fubtläums der Gründung des Japanischen Reiches, 6. 77. — Wie wohnen sie?, 6. 78. — Preis: ganzjährig Italien 8 Lire, Ungarn 2.50 Pengö, Jugoslawien 25 Dinar, Schweiz 2.50 Franken. Versand durch Missionshaus Millan b. Bressanone, Italia. Missions-Gebetsmeinung für August: Die Bekehrung der Häretiker und Schismatiker. Die wörtliche Uebersetzung für Häretiker wäre eigentlich „Auswahl"-christen. Wir Katholiken erwecken oft den Glauben mit den Worten: Ich glaube alles, was die katholische Kirche lehrt und zu glauben vorstellt. Es gibt andere Christen, die unter all diesen Glaubenslehren der Kirche erst eine Auswahl treffen. Richtiger gesagt, haben ihre Vorfahren bereits eine Auswahl getroffen und ihnen die Freiheit hinterlassen weitere zu treffen. Rach dem privaten Urteil des Einzelnen bleibt oft vom Christentum kaum mehr etwas übrig. Protestanten nennt man die Mehrzahl dieser Häretiker. Schismatiker hieße wörtlich übersetzt „Spaltungs"-christen. Sie nehmen in der Theorie wenigstens alle Lehren der katholischen Kirche an, nur lassen sie den Papst nicht als das Oberhaupt der ganzen Kirche Christi gelten. Die Leugnung des päpstlichen Primates ist der Keil, der die Spaltung der Einheit herbeigeführt hat. Ihr Papstersatz ist entweder ein weltlicher Herrscher oder einer ihrer Bischöfe, ein Patriarch. Viele Christen dieser beiden Lager leben in gutem Glauben, in unverschuldeter Unkenntnis der Mängel ihrer Kirche. Vorurteile gegen die katholische Kirche, An» hänglichkett ans Ererbte, manchmal auch Scheu vor den Folgen eines Bekenntnisses zur erkannten katholischen Wahrheit, in seltenen Fällen Trotz, halben diese irrenden Brüder von der Heimkehr zur Mutterkirche zurück. Aufklärung und Gnade Gottes führen zwar jährlich Tausende und Tausende heim nach Rom, aber noch ist nach menschlichem Ermessen die Stunde der Einigung aller Christen nicht angebrochen. Beten wir, daß der Strom der Heimkehrer wachse, daß die Katholiken .durch gutes Beispiel und ein kluges Wort zur rechten Zeit der Gnade vorarbeiten, beten wir viel und eifrig, daß der Hl. GM diese Entfremdeten erleuchte und sie mit Opfermut erfülle, den Bruch mit einem ererbten, oft liebgewonnen Irrtum nicht zu scheuen! Wir verrichten damit ein wahres Werk geistiger Barmherzigkeit, eine Tat echter christlicher Bruderliebe. Wir bitten um das Gebet für die in den letzten Monaten verftorbenlen Abonnenten, unter ihnen Förderin Katharina Wallnöfer, Paldaora d. f.; Kath. Garben-.Seiler, (Eiuringen, Schweiz: Agnes Gundern, Ernen, Schweiz: Jakob Wäber, Ob. MUHlental, Schiveiz: Lorenz Hegner, Ruhstcl, Schweiz: Anton Plattner, Rencio-Bolzano: Maria Rauter, Josefa Siller und Barbara Pfattner, Lazfons. Herausgeber: Kongreg. d. Missionäre Söhne d. hlgst. Herzens Jesu, Millan-Bressanone. Schriftleitung: Dr. theol. et phil. P. M. Raffeiner F. S. C„ Millan-Bressanone. Druck: A. Weger's Buchdruckerei, Bressanone. Nulla osta. — R. Prefettura, Bolzano — Gab. No. 5087, 28 dicembre 1939—XVIII. Stern -er Neger Katholische Missions-Zeitschrift herausgegeben von der Kongregation: Missionäre Söhne des heiligsten Kerzens Jesu Nummer 5 September 1941 44. Jahrgang Zum frommen Gedenken an unsern lieben Mitbruder Fr. Engelbert Vderleiier F. 8. C. Wieder ein Opfer aus der Zahl der Jungen. Geboren am 22. Mai 1913 zu 6. Giovanni (Balle Aurina) Diözese Bres-fmurne, roar er nach den Gymnasialstudien am Vinzentinum und nach erfüllter Militärpflicht am 10. X. 1937 in unser Noviziat in Millan eingetreten. Mitten in den Prüfungen zum Abschluß des 3. Jahres Theologie erging Gottes Ruf an ihn zu einer andern schweren Prüfung, Verschlimmerung eines alten Leidens, und am 8. August, einem Freitag, rief ihn das göttliche Herz zur großen entscheidenden Reifeprüfung. Ergeben in Gottes heiligen Willen opferte Br. Oberleiber fein Leben und das ersehnte Priestertum hin. Er schläft beim Muttergotteskirchlein in Millan der Auferstehung entgegen. R. I. P. Der heilige Erzengel Michael. Die kirchliche Teufelsbeschroörung beginnt mit dem heiligen Kreuzzeichen und einem Gebete zum Führer der himmlischen Heerscharen, dem heiligen Erzengel' Michael. Da betet der beschwörende Priester: — — Komme den Menschen zuhilfe, die Gott nach dem Gleichnisse seines Bildes geschaffen und um teuren Preis aus der Tyrannei des Teufels erkauft hat.---------Bitte den Gott des Frie- dens, daß Er den Satan unter unsern Füßen zermalme, damit er nicht fürder die Menschen in seiner Gefangenschaft halten und der Kirche schaden könne.--------Ergreife den Drachen, die alte Schlange, und schleudere ihn gefesselt in den Abgrund, daß er nicht länger mehr die (Heiden-)völker verführe. (Offb. 20)." Die Kirche fordert ihre Gläubigen auf, täglich nach dem hl. Meßopfer im gleichen Sinn zu beten: „Heiliger Erzengel Michael----------Fürst 65 5 der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und die andern bösen Geister, welche zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen, mit göttlicher Kraft in die Hölle hinab." Zu den Füßen des Heilandes im Tabernakel greift da also jeder Gläubige in den gewaltigen Geisterkamps ein, der um die Rettung der Seelen ausgekämpft wird. Jeden Tag sollen wir uns bewußt werden, erstens, daß neben dem sichtbaren Geschehen unseres Alltagslebens eine Riesenschlacht im Gange ist, ein Ringen der guten Engel gegen die Geister der Hölle um die Seelen der Menschen, zweitens, daß wir an diesem Kampf teilnehmen sollen und dabei nicht bloß engherzig an unser eigenes Seelenheil denken, sondern die Interessen des Schöpfers und Erlösers zu unsern eigenen machen und für die Rettung der Seele des Nächsten arbeiten und beten sollen. Aus dem Wortlaut der Hl. Schrift im Buche der Offenbarung ist klar ersichtlich, daß die guten Engel, nachdem sie ihre eigene Probe bestanden rind die Rebellen besiegt hatten, zwar sofort die Fülle ihres Lohnes, ihre! unvergängliche, ewige Seligkeit am Vaterhsrzen Gottes in Besitz nahmen, daß sie aber bis zum Ende der Zeiten nach Gottes liebevollen Absichten und als begeisterte Freiwillige zum Heile der Menschen den Kampf gegen Satan und sein Reich auf Erden weiterführen. Auch in diesem Kampf ist der heilige Erzengel Michael der Anführer des himmlischen Kriegsheeres und die Schutzgeister der Nationen sowie die Schutzengel der einzelnen Menschen stehen unter seinem Kommando. Hat dein treubesorgter Schutz-ciigel, mein lieber Leser, dir noch nie ein Wörtlein zugeraunt, vielleicht gerade beim Gebete nach der hl. Messe, daß du auch etwas leisten könn- test, etwas mehr leisten könntest zum Heile der Seelen anderer? Hat er dir noch nie das große Missivnswerk der Kirche besonders ans Herz gelegt? Horche einmal etwas aufmerksamer hin! Mi — ch a — El, wer (ist) wie Gott? Das ist der Kampfruf, der dem größten Streiter Gottes als auszeichnender Name geblieben ist. Das ist bestimmtes, ausschließliches Treuebekenntnis, womit auch wir uns erklären und Stellung nehmen können, das muß auch unsere Antwort sein auf jede Versuchung gegen den heiligen Glauben, um uns die Seligpreisung von des Heilands Lippen zu verdienen: „Selig, wer sich an mir nicht ärgert", d. h. wer nicht weiser sein will als die ewige Weisheit, wer zu Gottes und Christi Wegen ja sagt, auch wenn diese Wege von Menschen- wegen oft so verschieden sind. Wer ist wie Gott? Das ist auch Ausdruck flammenden Eifers für Gottes Ehre im Streite gegen den Geist des Widerspruches, der Lüge und Lästerung. Drückeberger und Duckmäuser, die sich damit entschuldigen möchten, daß Gott sich sehr wohl selbst verteidigen kann, sprechen wahrhaftig nicht so. Wo Liebe zu Gott ist, da regt sich ein tiefgefühlter Unwille, da meldet sich heilige Unduldsamkeit gegen seine Feinde, um sie in die Schranken zu weisen, sie zu entwaffnen, wenn möglich, zur Besinnung und Sinnesänderung zu bringen. So sollten auch wir jederzeit und überall für Gottes Sache einstehen. Wer ist wie Gott? Das ist auch der Ausruf anbetender Bewunderung, begeisterter Hingabe, tatkräftigen Entschlusses, Gott Freunde zu werben und sein Reich zu verbreiten, das ist die Parole der Glaubensboten, ist Inhalt ihrer Predigt und ihr Trost in allen Schwierigkeiten, Leiden und Opfern. Wie St. Michael der Schutzgeist Israels (d. Streiters Gottes), war, so ist er Schirmvogt aller Gottesstreiter des Neuen Bundes, der Schutzengel der gesamten Kirche Christi. Machen wir ihn zu unserm Freunde! Scharen wir uns um seine Fahne! Laß bid), mein lieber Christenmensch, nicht vom Teufel hinters Licht führen, laß did) von ihm nicht einlullen mit der lästerlichen, trügerischen Einflüsterung: „Geh, geh! Wenn Gott das Heil der Menschen dod) selbst will, wenn Christus im Himmel beständig für die Menschen Fürbitte einlegt und ihnen dort Wohnungen bereitet, wenn St. Michael und seine Engel bod) für die Gläubigen kämpfen, wenn es eine Gemeinschaft her Heiligen gibt und diese Heiligen etwas bei Gott vermögen, dann wird dein Bemühen für andere so notwendig nicht sein." Höre einmal: Gewiß will Gott dein eigenes Heil und doch verlangt Er nicht bloß deine Mit!-wirkung, sondern Er hieß Christus für bid) sterben, gab einem hl. Engel Befehl, bid) zu behüten auf allen deinen Wegen, machte es deinen Eltern zur heiligen Pflicht für Leib und Seele ihres Kindes zu.sorgen, machte allerhand Erzieher verantwortlich für bid), Er hat aus die Schultern anderer den Priesterberuf gelegt, den Lebensberuf der Sejelsorge, die and) dir zuaute kam. Gott hat m deinem Schutz, aedroht: Webe dem Men-schen, bitrd) den Aergernis kommt, zu deinem Besten aud) hat er den Mitmenschen das Gebot der Näd)stenliebe gegeben. Wie Gott unzählige andere dir verpflid)tet hat, so fordert er and) von dir einiges für deine Mitmenschen. Gemeinsd)aft der Heiligen bedeutet „Alle für einen!", aber auch „Einer für alle!" Und dieser eine bist du! Gott selbst will und wünsd)t und mit ihm wünsd)t der hl. Erzengel Mid)ael deine Mitwirkung im Ringen um die Seelen der Menschen, auch der unglücklichen Heiden. Du sollst dich auch zur Gemeinsd)aft der streitenden Kirche bekennen, um einmal mit ihr zu triumphieren, sollst and) täglid) wirklich von Herzen beten „Zu uns komme dein Reid)" und wenn dies Wort dir wirklich vom Herzen kommt, dann wird es bid) von selbst zur Tat drängen. Hilf mit, dem Dra-chen seine Beute zu entreißen, hilf mit die Schlingen zu zerreißen, mit denen Satan die Seelen in die Hölle fd)leist, hilf dem Engel des Lichtes die Finsternis des Heidentums verscheuchen. Mache seinen Schlachtruf zu deinem: Wer ist wie Gott? St. Mid)ael hat als erster die red)te Gesinnung des Gesd)öpfes gegen den 6d)öpfer in Worte gekleidet und hat damit allen wahren Dienern Gattes, allen Heiligen aus dem Herzen gesprochen. Leben wir in solcheni Geiste, dann muß das Gebet der Kirche an unserem Sterbebette Erhörung finden: „Nimm auf, o Herr, deinen Diener in dein Reich. Gottes Erzengel Mid)ael nehme ihn in Empfang, er, der die Führung des himmlischen Kriegsheeres verdiente! Die heiligen Engel Gottes mögen ihm entgegenkommen und ihn ins himmlische Jerusalem geleiten!" Nicht wahr? Es wäre bod) der Mühe wert, nähere Bekannffchaft zu machen mit dem hl. Mid)ael, dem vornehmsten, adeligsten, größten der reinen Geister, erhaben über all die großen Geister, die unter Menschen ein wenig Aufsehens erregen. Es wird interessant sein, ihn kennen zu lernen, der so sd)neidig für Gott Partei ergriffen hat. Es fall uns glücken, wenn wir zu seiner Partei gehören. P. H. 3. F. 6. C. Missionsarbett in Kriegszetten. Präfektur Lydenburg (Südafrika). Am 25. 10. 1940 schrieb P. Stadtmüller aus Witbauk, daß die Missionäre in Witbank selbst noch ruhig weiterarbeiten. P. Netterer und die Laienbrüder Gruber und Lamprecht sind wieder auf ihre Posten zurückgekehrt. — Dafür mußten aber P. P. Klassert, Koch und Zeifang sowie die Brüder Oberstaller, Feil und Hüber die Präfektur verlassen: die Leute von Glen Cowie werden sich von dort zurückziehen müssen, können aber in der Präfektur bleiben, müssen also nicht ins Gefangenenlager. Es ist auch eine Nachricht von P. Klemm vom Jänner 1941 eingetroffen, worin nichts von einer Verschlechterung gemeldet wird. Das besagt also, daß die Missionäre, wenn auch mit einigen Einschränkungen, die Arbeiten weiterführen konnten. Vom März 1941 liegt noch eine Nachricht vor, daß P. Alois Mohn ziemlich schwer erkrankt ist. Wir bitten um eifriges Gebet der Sternleser für ihn und alle unsere Missionäre drüben. Erfreuliches in trüber Zeit aus Efhoive-Südafrika. — Fnkamana (Eshowe, Natal-Südafrika). — Wieder muß der greise Bischof S. Erz. Mons. Thomas Spreitet, der feit 1921 hier mit seinen Missionsbenediktinern von St. Ottilien segensreich wirkt und am 28. Dezember vorigen Jahres seinen 76. Geburtstag beging, das Schauspiel eines neuen Krieges erheben. Exz. Spreiter kam vor 40 Jahren nach Ostafrika und wurde am 13. März 1906 als Nachfolger des am 14. August 1905 von den Eingeborenen ermordeten Bischofs Kassian Spies Apostolischer Bikar von Zan-guebar, dem späteren Dar-es-Salaam. Bei seinem dreißigjährigen Bischofsjubiläum am 1. Mai 1936 hat Mons. Spreiter selbst als bittersten Tag seines Lebens den bezeichnet, da er mit feinen Missionären aus der liebgewonnenen Mission verbannt in die Heimat zurückkehren mußte (int Weltkrieg). Heute erscheint die Lage tröstlicher. Einer der Benediktinermissionäre schreibt: „Unsere Missioitsarbeit kann durch das freundliche Entgegen-kommeit der Behörden fast ungehindert weitergehen, und ... mit Gottes Hilfe hoffen wir durchhalten zu können." (Fides, Februar 1940.) Aus der Benediktinermission Eshowe. — Eshowe (Natah Südafrika). — Auch in dem von den Ottilianermissionären betreuten Zululand kann die Missionsarbeit fast ungehindert von den deutschen Patres weitergeführt werden. Nichtnaturalifierte müssen sich beim Ortswechsel bei der Polizei melden. Auch hinsichtlich des Besuches der Eingeborenenreferven ist für jeden Europäer eine spezielle schriftliche Erlaubnis nötig, damit ja keine Politik unter die Eingeborenen getragen wird. Da finanzielle Hilfe von Europa großenteils ausbleibt, mußte jede größere Bautätigkeit mit Ausbruch des Krieges eingestellt werden. Nur in Nkandhle konnten wir noch ein kleines Hospital auf der neugegrün-deten Station errichten. So bestehen in der Mission jetzt vier Hospitäler, nämlich in Nongoma, Mahlabatini, Mboitgolwane und Nkandhla. Auch die schöne Kirche in Mbongolwane konnte gerade noch fertig gebaut werden. (Fides, Mäch 1940.) Aus Südwestafrika. — Windhoek (Südwestafrika). — Die große dreischifsige Missionskirche in Ukuambi im Ovamboland geht nun ihrer Vollendung entgegen. Die erste herrliche Enzyklika des heiligen Vaters wird durch das katholische Familienblatt allen Kreisen der Bevölkerun.g zugänglich gemacht. Das gesamte Missionspersonal kann ungehindert wie bisher der Arbeit nachgehen, seiner Wirksamkeit ist keine Beschränkung auserlegt. (Fides, Februar 1940.) Rückwirkungen des Krieges bis in die fernsten Missionen. — Rom. — Ein Maristenmissionär schreibt von den Salomoninseln der Südsee: „Durch den Krieg sind meine Mittel recht knapp geworden! die Folge ist, daß die Schule immer kleiner wird. Das ist für die Zukunft der Mission ein schwerer Schlag. Aber gegen das Unmögliche kann man nicht ankämpfen. Ich habe versucht, möglichst viel Gärten anzulegen: aber sie liefern noch Sie wünschen eine Schule. — 6. E. Mans. Guido Beck, O. M, Lop., Apost. Bilmr von Arauconia in Chile, empfängt eine Abordnung der dortigen Indinner unter Führung ihres Kaziiren. Es ist ihnen offenbar ernst mit ihrer Bitte um eine Schule für ihre Kinder. (Fides Foto 1941.) nicht genügend Nahrungsmittel, und die ganze kleine Welt der Schüler will essen. Es ist eine Qual für mich, wenn ich höre, daß die Kinder in der Schule Hunger haben. Lieber lasse ich sie nach Hause gehen. Dabei weiß man, daß sie nicht mehr wollen als gerade zum Missionär, zu gehen. Was soll ans der Mission ohne Schule werden? Der Regierungsinspektor für die Schulen hat bei einem Besuch der Schulen im vorigen Jahr auch unsere Schulen gelobt, insbesondere unsers höhere Schule wegen „der praktischen Dinge, die man dort lernt." Sletf anglikanische Bischof, demgegenüber der Inspektor kein Hehl ans seiner Bewunderung für die katholische Missionsschuld machte, wollte eigens kommen und sich unsern Schulbetrieb ansehen. (Fides.) Lichtblicke für die Missionen im chinesischen Kriegsgebiet. — Rom. — Der Brief einer amerikanischen Schwester in Südchina schildert die Missionsarbeit im gegenwärtigen Kriegszustand und bildet zugleich ein klassisches Beispiel des stillen Heldenlebens, das dort die Missionäre täglich führen. Man versteht auch, wieviel Trost sie der gequälten Bevölkerung zu bringen vermögen, die in ihnen oft den einzigen moralischen Halt findet. .,9as verflossene Jahr, sv beginnt der Brief, brachte uns viel Freude und Schmerz. Die Warnungssignale vor Fliegerangriffen hielten unsere 60-köpfige Familie ebenso wie unsere Nachbarn in tätlicher Spannung. Nicht weniger als zehnmal ging der Gefchvßhagel auf uns nieder, unsere Nachbarn waren nicht immer so glücklich wie wir. Bomben fielen kaum' 60 Fuß entfernt von unserer Niederlassung nieder, und Steine, Schrapnellsplitter und Erderschütterungen richteten an Dächern und Fenstern Schaden an. Auch Menschenleben gingen in Verlust. Die Verletzten kamen ebenso wie die Flüchtlinge nnd andere arme Kranke zu unserer Armenapotheke. Im verflossenen Jahr leisteten wir in 28.000 Fällen ärztlichen Beistand. Das war nur möglich durch die Schenkungen des Roten Kreuzes und der Flüchtlingsfürsorge, die ja z. T. auch von unseren guten Freunden in den Vereinigten Staaten unterstützt werden. Diese Tage waren besonders aufregend für unsere blinden Mädchen, die natürlich die „Vögel" nicht bei ihrer unheimlichen Arbeit sehen konnten. Wir erklärten ihnen, daß Gott denen nahe ist, die ihr Vertrauen aus Ihn setzen, und tatsächlich fiihlten wir oftmals Seinen besonderen Schutz über uns. Es besteht nicht das leiseste Anzeichen für die Wiederkehr normaler Zeiten. Die Postspesen haben sich wie alles andere int letzten Jahr verdoppelt. Autobusstraßen wurden zu Reisfeldern, die in Wasserpfützen zehn bis zwanzig Fuß tief stehen. Stein und Eisenbrücken sind nur noch eine formlose Masse, die das Reisen gerade so schmierig und noch gefährlicher gestalten als vor 20 Jahren. Trotzdem bekommen wir noch von Zeit zu Zeit Post. Oft ist sie durchnäßt und ihr Inhalt zu ollen Kamellen geworden. aber immer noch willkommen... Unser Werk ist gelegentlich zum Stillstand verurteilt, aber im Ganzen geht es voran nnd zwar fehlt es nie an Begeisternng. In das Kinderheim konnten wir 445 Kinder aufnehmen, Hausbesuche haben wir 120 gemach!. Kleine Gruppen von guten Seelen machen ihr Katechumenat durch, um getauft zu werden. Wir möchten gerne mehr Bekehrungen machen, wissen aber, daß wir uns in Geduld fassen müssen. Der Glaube wartet auf die Stunde Gottes und diese wartet auf das Gebet. Vereins- und Katholische Aktionsversammlungen, Greisenasyl, Schule und Heim für verwaiste und blinde Kinder, Armenapotheke etc. halten uns ständig in Atem. Wir begegnen den mannigfachen Auslagen durch eine Reihe von fruchtbringenden Arbeiten als Gartenbau. Schweinezucht, Reisenthülsen, Knüpfen von Handtüchern und Fischernetzen (worin die blinden Mädchen besonders erfahren find), Nähen usw. Wir führten auch eine von der Regierung anerkannte Mädchenschule, mußten sie aber schließen, weil die „himmlischen Besucher" so oft kamen, daß wir die Kinder nach den entfernteren Dörfern entlassen müßten. Zu Weihnachten führten unsere blinden Mädchen ein Mysterienspiel! auf. Es mußte mehrmals wiederholt werden, damit Christen, Katechu- menen und Nichtchristen es sehen konnten. Es war ein großer Erfolg, und auch für die Kinder ein Trost, da sie auf diese Weise aktiv an der'-Dev-, breitung des Glaubens teilnehmen durften. ,(Fides 1940.) Unbelehrbar. Es soll einen Gott geben, Schöpfer des Jill's? Und chm müßte dienen ich, widrigenfalls----? Och habe von allerhand Geistern gelesen, Ulem eigener Fjerc bin ich immer gewesen! Dn glaubst, daß es je einen Gottmenschen gab, Der auch noch erstanden vom Tode, vom Grab? Das würde bedeuten ?!-----!------! Nenn du es Geschichte, Och halte es lieber für schöne Gedichte! was? Kugel die Erde, auf welcher wir steh'n ? wer das mir bewiese, den möchte ich feh’n! Dann müßten die Menschen, um eins anzuführen, Zur Fjälfte mit Köpfen nach unten spazieren! „Giraffe" ? Sechs Meter hoch? Köstlicher Witz! Und ständiger fajching im Tierpark! Potz Gütz! Den Leuten ein X für ein U vorzumachen! Es gibt so ein Tier doch nicht; wäre znm Lachen! n Ä Sitten und Gebräuche bei den Bapedi. (P. M. R. F. S. C.) III. Kindererziehung. 2.) Die Burschen in der Stammesschule. a) Bodikane (Fortsetzung.) In früheren Zeiten spielten kriegerische Uebungen eine bedeutende Rolle während dieser Schulzeit, waren ja die gegenseitigen Fehden das Haupthandwerk der Eingeborenen. Heutzutage hat sich das aufgehört, wenigstens in Transvaal schon aus dem einfachen Grunde, weil die Neger keine Waffen mehr tragen dürfen, nicht einmal eine Lanze. Nur der Häuptling macht eine Ausnahme. So beschränkt sich heutzutage das diesbezügliche Schulprogramm cmj die Erlernung der alten Kriegsgesänge. Genaueren Unterricht bekommen die Schüler selbstverständlich anch auf dem weiten und schwierigen Gebiete der Stammesgesetze, des Erbrechtes, der vielen großen und kleinen Dinge, über welche ein Bapedi vor der Polizei und der Behörde zu schweigen hat usw. Kurz über Alles, was die einzelnen Glieder zu einem geschlossenen Stamme zusammenschweißt und tzlusammenhält. Und derlei Lehren fallen auf fruchtbaren Boden. Es wird z. B. nicht vorkommen, daß ein Bapedi — die kultivierte Welt nennt sie „Wilde" — ein ihm anvertrautes Geheimnis des Stammes, des Dorfes, der Sippe oder Familie, überhaupt eines Stammesmitgliedes verrät, wie es hierzulande trauriger Brauch geworden ist. Er läßt sich lieber totschlagen. Und wenn es geschieht, so ist es ein abgefaulter Ast des Stammes — ein Mann, wenn er diesen Namen überhaupt verdient, der lange in den Städten bei den Weißen herumgelungert und deren Sitten sich angeeignet hat. Doch ich muß trachten mit der Bodikane zum Schluß zu kommen, sonst wird die Geschichte zu lairgweili^ denn es wird leidlich schwer, immer Geschmolzenes aufzutragen, wenn man nur Karten aber keine Butter zu fassen bekommt. Während dieser Schulzeit ist es üblich, daß die Männer aus dem Dorfe dem Stamme der Schule öfters einen Besuch abstatten. Auf dem Heimweg geißeln sie in lauten Gesängen, man könnte sie mjit unsern „Schnadahüpfln" vergleichen, alle Mapa und untreuen Weiber nicht gerade dies ganzen Erdkreises, wohl aber ihres Stammes. Gegen Ende der Bodikane werden die Schüler aufgefordert, eine! Menge Brennholz zu sammeln, womit auf einer ebenen Felsplatte ein mächtiges Feuer angezündet und unterhalten wird. Durch die große Hitze bekommt der Stein Sprünge und einzelne Stücke lösen sich los. Diese Stücke werden ßleißig gesammelt und ins Schulhaus — wir nannten es Schafstall — gebracht bis man eine hinreichende Menge beisammen hat. Bier Tage dann vor Schulschluß erscheinen sämtliche Männer aus dem Dorfe und errichten aus diesen gesammelten Steinbrocken eine Art Monument in konischer Form, nicht unähnlich einem Bauern-Backofen, wie man sie mancherorts noch sieht. Dies Monument nennen sie phiri, was eigentlich Wolf bedeutet. Die Eingebornen von heute behaupten, daß' dieser Steinhaufen keinen anderen Zweck hat als anzuzeigen, wo die Bodikane abgehalten wurde. Aber das war wohl kaum die ursprüngliche Aufgabe und Sinn des phiri. Umsoweniger als die Bapedi absolut keine Anlage und Neigung zu Monumentsucht zeigen; Sucht, von welcher unsere Kulturvölker angefressen sind, die jeden erfolgreichen Strahenräuber durch ein Denkmal verherrlichen und jeden Ort, aus dem ein Rebell einen Kaktus pflanzt, als nationales Heiligtum erklären Dagegen spricht auch der Umstand, daß der phiri mit großer Verehrung und Sorgfalt erhalten wird, ja selbst vom Mutwillen der Hirtenbuben, die sonst alles auf den Kopf zu stellen pflegen, verschont bleibt. So zeigt man z. B. heute noch in Sekukuniland die phiri, die zur Zeit des alten Häuptlings Tulare und des Großhäuptlings Sekoati errichtet wurden. Ersterer aber starb vor mehr als hundert Fahren. Vor einem rein historischen Denkmal in einer einsamen Bergsenkung würde die Zerstörungswut ausgelassener Bengel kaum Halt machen. Andere haben die Behauptung ausgestellt, der phiri diene als Mau^-soleum, als Grabstätte der der Beschneidung zum Opfer gefallenen Körperteile. Aber der Beweis dafür ist nicht erbracht worden. Im Gegenteil, es steht fest, daß bei den Bapedi diese Teile dem Häuptling überbrachb werden, der sie an einem abgeschlossenen Ort in Gras einwickeln und im Geheimen begraben läßt. Vielleicht dürfte man nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß die Eingeborenen ursprünglich den phiri mit einem Schutzgeist in Verbindung brachten, gleichsam als seine Behausung und so als unantastbar betrachteten. , \ : 1 Weil nun die Schüler durch Absolvierung der Bodikane Iungmänner werden nnd aufhören Kinder zu sein, so müssen oder sollen sie auch bett Namen ablegen, den sic bislang getragen und einem neuen annehmen. Das geschieht unmittelbar vor Schulschluß unter .folgendem Zeremoniell: einige Tage vor der neuen Benamfung finden sich einige Männer in der Schule ein, die wohl bewandert sind in der Holzschnitzerei. Es sind gerade keine „Grödner Künstler", immerhin aber besitzen sie eine gewisse Fertigkeit und verbringen nun die Lanze Zeit damit, aus geeignetem Holze allerhand Tierfiguren herauszuzauvern. Den Ehrenplatz darunter nimmt das Rhinozeros ein. Wenn die Sungcns am Abend rund ums Feuer sitzen, wird so eine Figur langsam hinter sie hingelegt. In dem Moment berührt ,jeder Schüler die entsprechende. Figur mit einer ganz kleinen Lanze und gibt Blick auf das berocilöele Bergland der Bapedi. Im Vordergrund eine Agaoenhecke mit den 10 m hohen Blütenftäudern. zugleich den Ehrennamen bekannt, den er für sich erkoren. Für gewöhnlich prahlt er auch schon mit den Heldentaten, die er als Mann vollführen wird. Schulschluß. Ist die Schulzeit zu Ende, dann geht wieder einet Gesandschaft an den Maruteng-Hänptling ab unter demselben Zeremoniell wie bei der Eröffnung. Im Stamme werden die Vorbereitungen getroffen zum festlichen Empfang der Iungmänner und zu einem Feste, rote es ein größeres im Dorfe nicht gibt. Sind diese Vorbereitungen beendet, dann begeben.sich die Männer zur Schule mit einem Lendenkleid für jeden lehaola, wie die Schüler jetzt genannt werden: nach altem Brauche ist's ein Steinbockfell. Die Schüler werden nun über und über mit einer Schmier aus Fett und ockerroter Farbe eingerieben, so daß ihre Körper nur so glänzen: und unter lautem Sang und Pomp werden sie nun ins Dors zum Häuptlingskraal begleitet, in dessen Hofraum sie sich auf ausgebreiteten Matten niederlassen, gleichsam ausgestellt zu einer Art Schau. Eine Woche hindurch verbleiben sie dort als Gäste des Häuptlings. Rinder und Ziegen werden zu ihren Ehren in Menge geschlachtet und auch zu ihrem Vergnügen vertilgt. Daß es an Bier und Tanz nicht fehlt, ist selbstverständlich. Nun verbleibt nur noch die Pflicht für jeden Schulentlassenen, dem Maruteng-Häuptling — auf dessen Erlaubnis die Bodikane abgehalten wurde, das übliche Geschenk zu präsentieren. Es besteht in einem 8 Fust-langen Zaunstecken von beiläufig 4 Zoll Dicke, womit dieser Häuptling bei Bedarf seine Kraalumschließung ausbessern kann. Die Iungens überbringen diese Steuer umsolieber, da sie wissen, daß es dort wieder ein Festmahl absetzt bei Bock- und Schafsbraten, der ihnen zu Ehren krsden-ziert wird. Dies ist beiläufig Alles, was man von der Bodikane weiß. Ein Spruch der Bapedi lautet nämlich: Koma gae boleloe^ d. ch. die Geheimnisse der Koma-Schule dürfen nicht verraten, auch nicht besprochen werden aus-seits der mphato, am allerwenigsten dem weiblichen Geschlechte oder Fremden gegenüber. Er wird dann auch im übertragenen Sinne gebraucht um anzuzeigen, daß man jemand etwas in strengster Vertraulichkeit mitteilt. Was jemand als Koma mitgeteilt wird, darüber wird sicher das Geheimnis gewahrt. S ch luß w o r t. Bemerkung zur B v d i k a n e. Ich habe früher angeführt, daß es zur Zulassung eines Fangen zur Bodikaneschule der Zustimmung seines Vaters oder Stellvertreters bedarf. Eine Ausnahme macht man hier für den Fall, wo es sich um Söhne christlicher Eltern handelt. Der Grund liegt darin, weil nach derzeitigem Brauch der kirchlichen Behörde es Neubekehrten, überhaupt katholischen Fünglingen verboten ist, die Bodikane zu besuchen. Warum dieser Schulbesuch verboten wurde, ist mir eigentlich nicht klar. Zch denke mir, die ersten Missionäre haben in Unkenntnis der Sachlage dem Geschwätze der Weißen, zumal der Buren, die auf die armen Eingeborenen überhaupt nicht gut zu sprechen sind, aus Rassenhaß, zu leicht Glauben geschenkt und Greuelmärchen nach Rom berichtet, wo ein Den-bot schneller gegeben als aufgehoben wird. Man hat behauptet, die Bodikane diene hauptsächlich der Ausübung der heidnischen Gottesverehrung. Niemand hat bislang den Beweis hiefür erbracht. Dagegen spricht sogar der Umstand, daß ein Hexenmeister oder Geisterbeschwörer^ der für Kulthandlungen in Betracht käme,, der Schule gar nicht beigezogen wird. Aus dem Geheimnis, womit die Bodikane umgeben wird, hat man geschlossen und behauptet, daß im mphato grauenhaft unsittliche Orgien abgehalten werden. Auch diese Anklage ist bislang nicht bewiesen worden. Fm Gegenteil, mehr als ein Umstand spricht dagegen: Erpens habe ich oben bemerkt, daß Spuren von sittlicher Ausgelassenheit die sich nach ihrer Auffassung gelegentlich der Beschneidung offenbaren, als Zeichen von Minderwertigkeit notiert werden. Zweitens wird während der ganzen Schuldauer im Unterricht das andere Geschlecht gar nicht genannt; das habe ich von einem „Schwarzen", der es wissen kann und an dessen Wahrhaftigkeit ich keinen Grund habe zu zweifeln: von einem alten Medizinmann, der uns in Glen Sowie schon manchen Dienst im Interesse seiner Stammesgenossen erwiesen hat. Ich habe es von einem „Weißen", dem ehemaligen Kommissär für die Eingeborenen in Nebo-Sekukuni-land, dem die Schwarzen und ihr Wohl sehr am Herzen lag und der sein ganzes Leben sozusagen in ihren Dienst stellte, ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle, den die Schwarzen in Ehren hielten, und der am ehesten von ihren Sitten etwas mehr' wissen konnte. Nun, das spricht nicht gerade zu Gunsten unsittlicher Orgien unter Iungmännern. Drittens kommen während der ganzen Schuldauer diese mit dem weiblichen Geschlechte gar nicht in Berührung. Wehe einer Frau, die sich auf der Suche nach Holz oder Früchten im Gebirge von einem Schulburschen erblicken läßt. Vom Momente an, wo dieser Umstand bekannt wird, bis zu ihrem Tode oei> gehen keine 3 Tage. Sie wird in die Ewigkeit befördert und man streut die Märe aus, der Anblick eines Schülers hat ihr vor plötzlichem Schreck den Atem geraubt. CQJtfJ) Missionäre im Dienste der Wissenschaft. 25 Jahre Komyosha. Sapporo (Japan). — Das Pressewerk des Apo-stolischen Vikariates Sapporo, das in diesen! Fahr auf ein 25jähriges Bestehe» zurückblickt, hat im Jahre 1939 13 Bücher herausgegeben. Das bedeutendste dürste der 2, Band des Katholischen Heiligenlebens sein — in 2000 Exemplaren mit 600 Seiten in Großformat und etwa 100 Bildeinlagen. Das Titelbild in Vierfarbendruck wurde von dem einheimischen Maler Kurosawa Bunosuke gemalt und stellt die 82jährige Märtyrin Luzia Fleites, die japanische Frau eines portugiesischen Christen, dar. Innerhalb von 3 Monaten wurden 500 Exemplare dieses Werkes abgesetzt. Ein russisch-katholischer Christ bedauerte in seiner Zuschrift, daß man bei ihnen nicht auch solche Bücher habe, und ein anderer bezeichnet dieses Werk als eines der besten Bücher, die katholischerseits in Japan bisher herausgekommen seien, es sei ein „Werk von Ewigkeitswert". Auch der Apostolische Delegat für Japan gratulierte dem Verlag zu dessen Ausgabe. Der Komyosha-Berlag ließ im gleichen Jahr noch 5 Katechetische, 3 liturgische, 2 aszetische Werke, ein Geschichtsbuch und ein religiöses Theaterstück erscheinen. Dazu wurden für andere Verlage noch von der Druckerei der Mission 2 liturgische, 2 hagiographische und 4 aszetische Bücher gedrückt. Die beiden kleinen periodischen Zeitschriften konnten, wenn auch mit einiger Einschränkung im Papiergebrauch, weiter geführt werden. Das vor 4 Jahren herausgegebene „Deutsch-Japanische Wörterbuch", das von verschiedenen nichtkatholischen Buchhandlungen angefordert wurde und beinahe ausverkauft ist, gab Gelegenheit, auch religiöse Bücher auszulegen, von denen ein Teil verkauft wurde. Das „Roma mifa tensho" (Missale Romanum) von P. Titus Ziegler wurde ausverkauft und die Vorbereitung zur dritten Auslage begonnen. Ein in letzter Zeit gedruckter Katalog des Verlages zeigt 83 Nummern. i (Fides, April 1940.) Neues Heilserum gegen Typhus an der Pekinger katholischen Universität. Peking. — Das von P. Nutten eingerichtete Laboratorium zur Typhusbekämpfung an der Fu Ien-Universjtät in Peking hat seit einem Jahrzehnt ein ausgezeichnetes Serum gestellt, das die Sterblichkeitsquote unter den Missionären Mongoliens auf eia Minimum reduzierte. Doktor Chang, der Leiter des Laboratoriums, hat neuerdings Versuche angestellt, das umständliche Verfahren der Gewinnung durch Läuse zu vereinfachen durch den Gebrauch von Hühnereiern. Ausgedehnte Versuche an Meerschweinchen ließen das neue Serum als höchst wirksam erscheinen, sodaß man es auch bereits bei Chinesen und Fremden zur Anwendung, brachte. (Fides, August 1940.) Chinesische katholische Enzyklopädie. Peking. — Die Katholische Universität Peking hat es bekanntlich übernommen, unter Mitwirkung des Herderschen Verlags in Freiburg i. Br. ein großes Katholisches Chi- Neue Kirche in der Apost. Präfektur Kyoto in Japan. Die im September 1940 in Otfu bei Kyoto eingeweihte Kirche stellt eine glückliche Lösung jener Kunstrichtung innerhalb der Kirche dar, .die bodenständigen einheimischen Stil mit den liturgischen Forderungen des katholischen Gottesdienstes in Einklang bringen möchte. St. Maria vom See. unter Leitung des Maryknollmisfio-nars P. Everett Briggs gebaut, zeigt in Fassade und Turm Anklänge an den alt-japanischen Burgstil. Das geschwungene Dach, die blauen glasierten Ziegel harmonieren gut zu dem gelbgetönten Zementbau. Der schlichte lichte Znnenraum ist ganz auf den Hochaltar gerichtet. (Fides Foto.i nesisches Lexikon herauszubringen. Neuere Zuwendungen in Höhe von RM. 140.000 bedeuten einen großen Schritt vorwärts in der Erreichung des großen Zieles. (Fides, August 1940.) Neue Kirche in Otsu-Iapan. — Rom. — Einem Brief des Mary-knollmisfionärs P. Briggs von Otsu in der Apost. Präfektur Kyvto-Iapan an Dom Hildebrand Paiser O. 6. B. in Tokyo entnehmen wir.' die folgenden Einzelheiten über einen Kirchennenbau in Otsu. Die neme Kirche darf als Musterbeispiel des s o g. Neuen Orientalischen Stiles angesprochen werden; wenigstens haben die japanischen Zeitungen diesen Ausdruck, geprägt. „St. Maria vom See ist ein Zementbau in Kreuzform in orange- gelber Farbe abgetönt. Das Dach mit seinen blauglasierten Ziegeln ist zweigeteilt und zeigt die charakteristischen einheimischen Schwingungen ebenso wie das doppelbedachte Türmchen. Die Fassade ist eine Anlehnung an den aitjapanischen Burgstil. Das Innere der Kirche hat etwas von dem herkömmlichen westlichen Stil. Alles drängt zum Hochaltar, der in seiner Weihe sich von den kremfarbigen Wänden abhebt. Die Tragbalken für das Dach sind gut sichtbar. Da das bestgeeignete Holz — knotenloser „hiuoki" — nicht zu haben war, mußten die Dachbalken übermalt werden. Grundfarbe ist hellgrün, hie Denkmal aus Anlaß des 2i!00jährigrii Jubiläums der Gründung des Japanischen Reiches. — Auf einem beherrschenden Hügel hat die Stadt Miyazaki aus Anlaß des 26VOjährigen Jubiläums des Japanischen Reiches ein Steindenkmal errichtet: es schaut auf die Orte herab, die erstmals Schauplatz .der Taten des ersten japanischen Kaisers waren. Ein Salesianerbruder hat das Monument in Oel gemalt und in der katholischen Buchhandlung ausgestellt. Es soll seinen Platz in einer Aus^ stellung finden, die mit nächstem in der Stadt eröffnet wird. (Fides Foto, Sännet 41.) und da von Rot und Gold als Verzierung unterbrochen. Aus finanziellen Gründen war Freskoarbeit ausgeschlossen, doch wurde durch feine Anwendung der verhältnismäßig billigen Farbziegel eine dem Fresko ähnliche Wirkung erzielt. Die Gleichförmigkeit der gelbgetünchten Wände wird durch kleine farbige Punkte unterbrochen. Ein hier und da angebrachtes farbiges Glas vervollständigt die Ausstattung des Innern." (Fides.) Missionäre als Naturforscher in China. - S h a n g hai. — P. Leroy, Direktor des Hoang Ho-pai-ho-Museums in Tientsin, und P. Roi, der Leiter der Botanischen Abteilung im gleichen Museum, kamen kürzlich nach Shanghai und stiegen im Forschungsinstitut der Universität Aurora ab. P. Leroy kam von einer Forschungsreise aus Südwest-China und Indochina zurück, wo er fast drei volle Monde Muschelkunde betrieb. P. Roi ist auf dem Weg nach Südchina, um die Frage der A u f s o r st u n g. zu studieren. Am 9. April hielt Pater Roi vor Studenten und Professoren der Aurora einen interessanten Lichtbildervortrag über die Waldverwüstung in Nordchina und die Ueberschwemmungen des Jahres 1939- Wie wohnen sie? — Höhlenbewohner in China. Es sieht nach alten Ruinen aus und ist doch nur ein Produkt des Niederschlages in den in China so häufigen LößgegeU-den. Der südliche Teil der Nordchinesischen Provinz Shansi besteht großenteils aus lößbedeckten Hochflächen, die sehr fruchtbar aber auch sonst sehr praktisch sind. Der Löß läßt sich sehr leicht verarbeiten und Jjat dennoch eine gewisse Widerstandssähig,-keit. So kommen in China und anderswo die bekannten Lößhöhlen zustande, die Mensch und.Tier als Zufluchtsort dienen. Der Lößboden nimmt auch gern AZatfer aut und so ist auch für den Durst gesorgt wie unsere primitive Brunnenanlage auf dem Bild beweist. — Unser Bild stammt aus dem Apost. Vikariat Luan, wo holländische Franziskaner und St. Iosephschwestern arbeiten. (Fides Foto 1940.). Au der Hand von Karten und Dokumenten wies der Gelehrte noch, daß die Katastrophe, die Millionen armer Menschen das Leben kostete imb die über die Stadt Tientsin soviel Unheil brachte, ihre Hauptursache in der Abholzung der Berge hatte. Alle Deiche der Welt, erklärte der Vortragende, können die Flut in ihrem Lauf nicht aufhalten, wenn sie sich unter den Bedingungen des letzten Jahres vollzieht. Als einziges Mittel bleibt nur die Rückgabe ihrer grünen Baum-Krone an die Berget Das ist dringende Aufgabe, an der vor allem die jungen Ingenieure mitarbeiten müssen. (Fides.s [<3X£D Exerzitien und Einkehrtage in Japan. Exerzitien und Einkehrtage in Japan. — Tokyo. — Jeder Missionär, der Japanern Exerzitien gab, ist voll des Lobes über den großen Eifer der Teilnehmer. Der außerordentlich tiefe Eindruck, den die Ignatianische Darbietung der großen Glanbenswahrheiten auf die japanischen Christen macht, ist nicht zu verkennen. Bedauerlich ist nur, daß Japan noch heun. regelrechtes Exerzitienhaus besitzt. Gewiß erhalten die Ordenslente und Priester alljährlich regelmäßige Exerzitien, und in den katholischen Mädchenschulen werden während der Ferien häufig geschlossene Kurse für Damen gegeben; aber Männerexerzitien können nur selten gehalten werden außer für die Studenten der Katholischen Schulen. Um einen Ersatz für regelrechte Kurse zu bieten, begann man vor mehr als Jahresfrist mit eintägigen Exerzitien, sogenannten EinkehrtaZen. Die Teilnehmer versammeln sich in der Patreswohnnng der Katholischen Universität Tokyo, wo ein Priester ihnen zwei Vorträge gibt. Sie wohnen gemeinsam der hl. Messe bei, und 'čine Andacht vor ausgesetztem Allerheiligsten beschließt den Tag. In der freien Zeit stehen den Teilnehmern die Räume des Kulturheimes nebst Bibliothek und Garten zur Verfügung. Wenn auch kein strenges Stillschweigen vorgeschrieben ist, sieht man trotzdem selten, daß sich die Teilnehmer miteinander unterhalten. Vielmehr wandeln sie still betend oder meditierend im Garten, lesen ein geistliches Buch oder verbringen ihre Zeit vor dem Allerheitig-sten in der Kapelle. Den ersten Versuch machte man mit den katholischen Professoren und Angestellten der Katholischen Universität zu allseitiger Befriedigung und mit dem Resultat, daß auf allgemeinen Wunsch alle sechs Monate, ein solcher Einkehrtag gehalten werden sollte. Auf Anregung Sr. Exz. des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs von Tokyo, Mons. Doi, versammelten sich bald darauf katholische Studenten im Kulturheim der Universität zu einer gleichen Veranstaltung. Vor einigen Wochen erhielten auch die Katholischen Mittelschüler einen Einkehrtag: die Tatsache, daß man 40—50 Teilnehmer zählte, ist Beweis genug, daß auch bei den Jungen ein Bedürfnis nach Vertiefung in den Glanbenswahrheiten vorhanden ist. __ Am zweiten Einkehrtage für katholifche Studenten nahmen über 60 Jünger der Wissenschaft teil, und es steht zn etwarten, daß in Zukunft die Zahl noch weiter steigt. Wenn auch die Errichtung von Ererzitien-häusern mit regelrechten geschlossenen Kursen für Männer als Ideal festgehalten wird, so dürften doch vorläufig die halbjährlichen Kurfe beibehalten werden. (Fides 1940.) Gradaus. (Nach einer wahren Begebenheit.) Marie Buol. Langsam strich der alte Kapuziner seinen langen weißen Bart. Zugleich ließ er sein Auge teilnehmend auf der schmächtigen Frau ruhen, die vor ihm stand. Dann sagte er bedächtig: „Hören Sie, Frau Rieder, wie wär' es denn, wenn Sie's ihm frisch und gradaus sagten?" Agathe Rieder zuckte zusammen; sie seufzte. „Ja, wenn ich das zup wege brächte! Ich hab's wohl schon öfters versucht. Erst gestern hab ich gefragt: Lieber Franz, möchtest du, möchtest du nicht vielleicht...? Aber dann ist mir der Mut gesunken und ich hab zuletzt nur gefragt: Möchtest du nicht etwas Limonade?" Der Pater lachte. 3a, meine gute Frau, so kommen Sie freilichi nicht ans Ziel. Fragen Sie nicht lange und werfen sie nicht mit hundert Vielleicht herum, sondern sagen Sie einfach: Lieber Mann, du solltest doch 'beichten." „Himmel, wie soll ich das anstellen?" rief Frau Rieder entsetzt." Ich sehe doch Tag für Tag, wie der Arme sich über seinen Zustand täuscht, wie er auf die bessere Jahreszeit hofft, ro» er Pläne für den Sommer macht, wie er so gar nicht ahnt, daß seine Tage gezählt sind." „Glauben Sie wirklich, daß er's nicht ahnt?" fragte der Pater nachdenklich. „Ich weiß es aus Erfahrung, liebe Frau, daß die Schwerkranken sich oft viel zuversichtlicher zeigen, als sie sind. Meist aus Rücksicht für die Ihrigen." „Aus Rücksicht?" wiederholte die Frau schmerzlich. Nein, an Rücksicht war sie wahrhaftig nicht gewöhnt! Ihr Mann hatte nicht einmal jene traurige Rücksicht, die manche antreibt, ihre Abwege zu verschleiern. Sie wußte ja, wie wenig sie ihm genüge. Und dennoch liebte sie ihn, die Arme, und freute sich, daß sie ihm jetzt wenigstens willkommen war, jetzt wo er ihre treue Pflege so nötig hatte. Ihrem frommen Herzen war der Gedanke unerträglich, daß er hinübergehen sollte unversöhnt mit Gott, und, Tag und Nacht sann sie auf neue Wege oder Umwege, die sie zum ersehnten Ziele führen sollten. Aber sie durfte nicht zu lange zögern. „Noch ein solcher Anfall und es ist aus", hatte ihr heute der Arzt ganz umver-blümt gesagt. Da war sie in ihrer Herzensangst zu ihrem Beichtvater^ dem alten Guatdian, gelaufen, um sich Rats zu erholen. Der aber roar ihr mit seinem „Gradaus" gekommen und nun wußte sie sich erst recht nicht §n helfen. Eben trat ein Bruder ein, den Guardian abzurufen. Während Agathe Rieder allein zurückblieb im kahlen Pförtnerstübchen und sich die Augen trocknete, damit die Leute nicht merken sollten, daß sie geweint habe, ging es draußen laut und luftig her. Denn eben war die Schule ans und das junge Volk stob lachend u'nb lärmend nach allen Seiten auseinander. Mancher Bube suchte sich mit seiner Rodel weit draußen einen schattigen Hang, wo König Winter noch etwas Schnee für ihn bereit hielt, während, eine Gruppe Mädelchen nach dem Stadtparke lief, um zu sehen, ob es dort nicht schon Leberblümchen gebe. Einige Bübchen aber wurden von einer Aufsichtsschwester in die Pfarrkirche geführt, denn heute war Osterbeichte für die Kleinen. Die erste Beichte für manche. Auch für Willi Rieder! Ernst und sorgenvoll betrat der kleine Mann die Kirche und stellte sich nach einiger Ueberlegung an den Beichtstuhl seines Katecheten. Ach ja, der Katechet war ein guter Herr und hatte es seinen kleinen Kunden genau gesagt,, wie fie’s anstellen sollten, aber eine arge Sache war das Beichten eben doch! Sieben volle Jahre schon war Willi auf der Welt, eine erschrecklich lange 3eit, und wenn er zurückdachte, was er in dieser Zeit alles verbrochen hatte, dann wurde ihm das Köpflein ganz wirr. Ob's auf Erden noch etwas so Schlimmes gab wie den Willi Rieder? Höchste Zeit roar’s^ daß er endlich beichten ging! Leid tat's ihm freilich, daß er so viele Sünden auf dem Kerbholz hatte, daß er Mutti so oft umsonst halte rufen lassen, daß er beim Beten rechts und links geschaut hatte und dann, das Schrecklichste von allem — ach, er konnte gar nicht daran denken, ohne rot zu werden! ja, da hatte er vom Küchenschranke Eingesottenes genommen und dann gesagt, er sei es gar nicht gewesen. Und was dann erst noch weiter zurücklag in der Zeit, da er ganz, ganz klein war, ach, da konnte er sich gar nicht mehr genau erinnern, er mochte die Brauen noch so zusammenziehen, ihm fiet's einfach nicht mehr ein. Aber er wüßte schon, man müsse nur beichten, was man wisse, und der liebe Gott würde dann alles verzeihen. Wie einem wohl zu Mute wäre, wenn man sicher, ganz sicher wüßte: der liebe Gott hat mir alles verziehen? Eine Viertelstunde später wußte es Willi! Ganz eigen war ihm zu Mute, als er still vor dem Muttergottesaltare kniete und seine Büße betete. Ob ihn der liebe Gott nicht etwa jetzt gleich sterben ließe? O wäre doch das schön! Ganz rein und weiß fühlte er sich, ganz hell und froh roar's in ihm: ihm war, als seien ihm Flügelein gewachsen und als müsse er im nächsten Augenblicke ausfliegen vor Freude. Aber nein, Flügelein hatte er nicht, nur Strampelbeinchen und die litt es nicht lange am gleichen Platze: er mußte heimlaufen zu Mutti und seine Seligkeit ausschütten. Er lief aus der Kirche, lief nach Hause, sprang die Treppe hinan. Di« Wohnungstür stand offen. „Mutti! Mutti" Aber sie war nicht da. Vielleicht würde er sie bei Vatti finden. Einen Augenblick zögert der Kleine. „Pst! pst!" heißt es immer, wenn er auf das Krankenzimmer losstürmt. Aber jetzt ist niemand in der Nähe. Mit einem Satze ist er drinnen beim Vater. Der Kopf des Schwerkranken hebt sich langsam aus den Kissen. „Willi, du...?" tut er. Ja freilich, der Willi! Und ohne „Pst, pst!" Er wirft sich jubelnd dem Vater an den Hals. „Vatti, beichten war ich! Und fein ist's jetzt! und schön ist's jetzt! Und schneeweiß ist mein Heüzerl!" Der Kranke schaut dem Kinde tief in die frohen Aeuglein. Er sagt nichts, er seufzt. Willi hört den Seufzer und deutet ihn auf seine Weise: Vatti ist traurig. Und das soll nicht sein. Er soll gleich froh werden, froh und glücklich wie sein kleiner Willi. „Vatti, geh doch auch beichten!" schmettert er ihm ins Ohr. Und klatscht in die Händchen und hüpft im Zimmer herum vor Freude über seinen Einfall. Da tritt Frau Rieder ein. Sie ist entsetzt, das kleine Quecksilber beim Kranken zu finden. „Aber Willi, was fällt dir ein?" Und sie schiebt ihn zur Türe hinaus. Dann tritt sie behutsam ans Bett des Kranken. Der faßt ihre Hand. „Agathe, ich muß dir etwas sagen." „Was denn, lieber Franz?" Sie beugt sich besorgt zu ihm. „Willst du etwa...? willst du viel!-leicht...?" „Hör', Agathe, ich will beichten." — Der weißbärtige Kapuziner hat die Beichte des Kranken gehört und tritt aus dem Zimmer. Frau Rieder eilt ihm entgegen mit verschlungenen Händen, mit strahlenden Augen. „Das hätt' ich nie gewagt zu hoffen. Und ich hab ihm doch nichts gesagt." „Aber ein anderer hat's ihm gesagt," erwidert der Pater schmunzelnd. „Und zwar gradaus gesagt!" ........ Am folgenden Tage empfing Franz Rieder mit herzlicher Andacht die Wegzehrung und die heilige Oelung. Und dann geschah, was nicht selten geschieht: sein Zustand besserte sich: die Familie durfte «in frohes Ostern feiern. Cr aber war jetzt ein anderer geworden, ein echter Christ, ein guter Familienvater. Klein Willi war des Herrgotts Werkzeug gewesen. O du Kindermund! Bruder Meinrad hilft. Bruder Meinrad verhilft einer Krankenpflegerin, die eine Novene zu ihm gemacht hatte, zu einer sehr guten Anstellung. H. Sch., Kt. Schwyz. Nach meinem Besuch in Einsiedeln habe ich zur lieben Gnadenmutter und zum gottseligen Bruder Meinrad eine Novene gemacht und habe volle Erhörung gefunden. F. H., Baden, Deutschland. „H. M. hat aus inniges Gebet und neuntägige Andachten zur lieben Gnadenmutter und zu Bruder Meinrad nach langjährigem Suchen eine befriedigende Lebensstellung gefunden." Kt. SchwyF. „K. L. bezeugt, daß sie nach einer Novene zu Bruder Meinrad in schweren Anliegen erhört worden ist. K. £., Freiburg, Breisgau. Bruder Meinrad hat geholfen, daß in flauer Zeit wieder gute Arbeitsauftrüge eingegangen sind. A. M., Kt. 6t. Gallen. Der Fürbitte der Einsiedler Gottesmutter und des Bruder Meinrad verdanken wir die gesundheitliche Besserung eines Familienangehörigen. M., Kt. St. Gallen. Man ist dringend gebeten, Erhörungen durch Bruder Meinrad zu melden an P. C e l l e r a r, Kloster E i n s i e d e l n. Gebels-Erhörungen und -Empfehlungen. Bitte inständig, im Gebete nicht nachzulassen für einem bei der Wehrmacht befindlichen Soldaten, auf daß er s. z. heil und gesund in die Arme seiner Eltern zurückkehren möge. Arme Seele, Brunico. Zu Ehren Br. Meinrads für Bewahrung vor einem Unglück spendete Lire 60.— A. W. in Sesto. Allen Freunden und Verehrern des Dieners Gottes P. gofef FesrnsrSsnrstz SVD, sowie allen, die lernen möchten, wie man eine „neuntägige Andacht" hält, sei das handliche Heitletn wärmstens empfohlen, das Dr. Johannes Baur bei der Berlags-anstalt Athesia Bolzano veröffentlicht hat: „N o v e n e, A n l e i t u ng zu m fruchtreichen Halten von Novcnen vor allem zum Diener Gottes p. Fosei Freinademetz S. V. D." Missions-Haus Millan-Bressanone, Italia.