MITTHEILUNGEN des historischen Vereines für Krain im Mai L8ST. Redigirt vom Dr. V. ,F. Kliut, Vereins - Secrctär und Geschäftsleiter rc. rc. Beiträge zur Geschichte des Laibacher Bisthums. Von A. J. In dieser Stadt, die der Sage nach 1222 Jahre vor Christi Geburt, oder 469 Jahre vor Rom's Erbauung von den, unter Anführung des Jason, eines Sohnes des Äso, Königs von Thessalien und der Pollymilla, einzewanderten Argonauten gegründet worden sein soll (?), und die zu den Zeiten der Römer Ämona oder Emona hieß, — wurde das Christenthum frühzeitig geprediget; denn schon im I. Chr. 51 soll der h. Patriarch Hermagoras aus Aguileja — vom h. Markus abgeschickt — hierher gekommen sein und hier den wahren Glauben nicht nur mit apostolischem Eifer und entsprechendem Nutzen geprediget, sondern auch schon den ersten Bischofder Stadt Ämona gegeben haben, von welcher im folgenden Jahre dieser (angenommene) erste Stifter des junonischen Bisthum's seinen Diacon, den h. For tun atus, in das Noricum und Pannonien in eben der Absicht, um das Evangelium zu predigen, soll gesendet haben. Wie nun der erste Bischof von Ämona, und die unmittelbar auf ihn Gefolgten mögen geheißen haben, davon schweigt die Geschichte und führt bloße Muthmaßungen an. So werden folgende Bischöfe des alten Ämona namhaft gemacht: Der heil. Marimus (Märtyrer) wurde auf der Flucht zu Afsessia in Liburnicn auf Befehl des Optiinus, Präses von Istrien, gemartert und gesteiniget, 252. Sein Fest wird jährlich am 29. Mai gefeiert; seine Religuien befinden sich zu Venedig in der Kirche des heil. Kanzian. Castus, 349, gestorben 368. Hl. Florus, 368, starb zu Pola 397. Hl. Gennadius, Bischof, 485, starb tut I. 503. Patritius, Bischof um das I. 580. Er befand sich int Jahre 579 bei dem auf der Insel Grado abgehaltenen Concilium. Mauritius, Bischof int I. 788, übersetzte im I. 790 wegen der feindlichen Einfälle seinen Sitz in die damals sogenannte neue Stadt Laibach. Oswald, Bischof in Carantanien (Kärnten) und zu Laibach, mit das I. 845, machte sich um die Verbreitung des Christenthums verdient, und starb um das I. 860. Er wird sonst auch Bi>chof der Slaven genannt. Nach dem Tode Oswald's scheint das alte Bisthum von Ämona eingegangen zu sein; denn es ist nicht bekannt, daß derselbe im Laufe der nächstfolgenden sechs Jahrhunderte einen Nachfolger hatte. In dieser Zeit waren aber die Patriarchen von Aguileja, als Metropoliten, darauf bedacht, daß das in Krain — welches in Folge eines, zwischen dem Salzburger Erzbischöfe Arno und dem Urban oder Ursus, Patriarchen von Aguileja, über die beiderseitige Diöcesangränze entstandenen Streites vom Kaiser Carl dem Großen zu Aachen am 14. Juni 810, 14. Mai 811, und vom Kaiser Ludwig I. am 27. December 820 ihrer geistlichen Jurisdiction zugewiesen worden war, — so frühzeitig und mit so, erwünschtem Erfolge aufgepflanzte Kreuz nicht wankte. Indessen wurde an der erhabenen Stelle der heutigen Cathedralkirche von frommen, da herum wohnenden Fischern schon int Jahre 745 ihrem Schutzpatron, dem heil. Nicolaus zu Ehren, die ältere St. Nicolaikirche erbaut; diese wurde im I. 1248 zu einer Pfarrkirche erhoben, zwar am 24. Juni 1361 zur Nachtzeit, und dann wieder am 27. Juni 1386 durch das Feuer zerstört, aber bald wieder hergestellt. Am 6. December 1461 stiftete*) nun Kaiser Fried-rich IV. zu Gratz, auf Einrathen seines ehemaligen Secre-tärs, damaligen Papstes PiuL II., in der aus dem Steinhaufen Äemona's nach der Zeit Kaisers Karl des Großen allmälig entstandenen Hauptstadt Laibach das (neuere) Bis- *) Diese Stiftungsurkunde haben als Zeugen untersebrieben: die Bischöfe von Augsburg und Briren, welche zugleich Cardinälc waren; ferner die Bischöfe von Eichstädt, Freisingcn, Gurk, Lavant und Triest; die Brüder Johann und Sigmund, Pfalzgrafcn bei Rhein und Herzoge von Baiern; Wilhelm, Herzog von Sachsen; Albrecht, Markgraf von Brandenburg; Carl, Markgraf von Baden ; mehrere Prälaten und Pröbste: Ulrich Edler von Schaum-burg, Landeshauptmann von Krain) Sigmund Rogcndorfcr, Lan-desvcrweser der Steiermark; Sigmund Kreuzer, Landcsvcrwestc von Käuten, mehrere Grafen, Edelleute, kaiserliche Räthe rc. rc. thum, foie Probstei, Dechantei, 10 Canonicate und 4 Vicariate, welche Stiftung am 6. September 1462 vom Papst Pius II. bestätiget, und am 10. September 1462 von der Jurisdiction des Patriarchen von Aguileja und des Erz-bischofes von Salzburg befreit, und unmittelbar dem päpstlichen Stuhle unterworfen wurde. Die Pfarrkirche St. Nicolai wurde zur Cathedral- und Domkirche erhoben, und Sigismund von Lamberg zum ersten Bischöfe eingesetzt. Diese Execution bestätigte auch Papst Paul II. am 8. Jänner 1468. Das Präsentationsrecht hiezu behielt Kaiser Friedrich IV. sich selbst und seinen Nachfolgern im Herzogthume Kram bevor. Bischöfe »ott Laibach. 1. Sigismund von Lamb erg, Sohn des Georg, Herrn von Lamberg, Guttenberg und Deniuth, vorhin Pfarrer zu St. Martin bei Krainburg, dann zu Wien bei Kaiser Friedrich IV. Hofkaplan, Almosenpfleger und Beichtvater, endlich auf dessen Ernennung im Juni 1463 erster Bischof von Laibach, wozu er vom Papste Pius II.,' ber sodann zu seinem und seiner Nachfolger Gunsten das Benedictinerstift Oberburg*) der Mensae Episcopali einverleibte, feierliche ingeweiht wurde, — ward im Jahre 1464 vom päpstlichen Nuntius angewiesen, einen Kreuzzug gegen die Türken zu predigen, — ein Muster der Frömmigkeit, starb er im Rufe der Heiligkeit am 24. Juni 1488, und wurde in der alten Domkirche beigesetzt, im 17. Jahrhunderte aber sein Sarg in die Lamberg'sche Familiengruft nach Stein übertragen. Georg von Kirchberg, Bischof von Pola, Administrator des Laibacher Bisthums, 1488 —1497. 2. Christoph (Freiherr) von Räuber, gebürtig aus Krain, wurde als Jüngling von 20 Jahren in der Mitte seiner Studien, denen er damals in Wien oblag, wegen seiner auserlesenen Gemüthsgaben und hoffnungsvollen Anzeigen vor allen Anderen zum Bischöfe für das bereits durch vier Jahre erledigte Visthum Laibach vorgeschlagen, und erlangte auch wirklich am 28. Februar 1493 vom Papste Alexander VI. die Dispensations- und Bestätigungsbulle, in Folge deren er am 17. Juli 1493 zum Priester, im Jahre 1497 aber zum Bischöfe geweiht wurde, versah dann an mehreren Höfen Gesandtschafts-Posten, erlangte vom Kaiser Marmilian I. durch den Schenkungsbrief vom 17. August 1807 das Patronatsrecht zur Pfarre Krainburg, und vom römischen Könige Ferdinand I. durch Schenkungsbrief vom 2. Mai 1333 das zur Pfarre Altenmarkt bei Windischgraz in Steiermark,— *) Dieses Benedictinerstift hatte am 13. April 1140 Peregrin, Patriarch von Aquileja, gemeinschaftlich mit dem Edlen Theobald von Hager und dessen Gcmalin Gertraud (Truta oder Zutha) gegründet. Kaiser Conrad III. bestätigte zn Regensburg am 13. Februar 1147 diese Stiftung, und Papst Gregor IX. bestätigte am 15. März 1226 die Privilegien von Oberburg. Die Uebcrgabe an das neue Bisthum Laibach erfolgte zu Laibach im deutschen Hause am 11. October 1463 durch den letzten (in der Reihe 20.) Abt Gregor Honig, gebürtig aus Treffen in Unterkrain, welcher sich für die Auslieferung der Urkunden ein Entgelt von 120 Ducate» ausbcdung. wurde auch im Jahre 1509 Administrator des Bisthums Seckau und Commendator zu Admont, ließ im Jahre 1512 zu Laibach die bischöfliche Residenz herstellen, ferner das Schloß Oberburg erweitern, und mehrere Kirchen auf seine Kosten theils neu aufbauen, theils wieder herstellen; — wurde vom tont. König Ferdinand I. durch Urkunde vom 26. Mai 1533 für sich und für seine Nachfolger zum Fürstbischöfe ernannt, welcher Titel zwar nach der Aufhebung der erzbischöflichen Würde im Jahre 1807 aufhörte, aber vom Kaiser Fran; I., am 12. Jänner 1826, wieder dem Bischöfe von Laibach verliehen wurde; — war zuletzt auch Regierungs-Präsident zu Wien, und starb daselbst am 26. October 1536; —- er wurde zu Oberburg beigesetzt. Kaiser Friedrich IV. stiftete am. Sonntage nach St. Markus 1493 das Collegia! - Capitel zu Neustadtl (Rudolphswerth), welche Stiftung vom Papst Alexander VI. am 30. April 1494 bestätiget wurde; die, ersten Ca-pitularen wurden am 3. Jänner 1496 installirt. Ihre Rechte und Besitzungen bestätigte und erweiterte Kaiser Maximilian I. im Jahre 1509. — Dieses Collegiat-Capitel wurde zur Zeit der französischen Occupationen am 17. December 1810 aufgehoben, vom Kaiser Franz I. aber im Jahre 1818 wieder hergestellt, und am 25. September 1831 neu installirt. Die Kirche St. Christoph außer Laibach wurde im Jahre 1497 erbaut. •— Die Juden wurden aus Laibach abgeschafft im I. 1515. 3. Franz Kazianer, Freiherr von Kazenstein, vorhin Domherr zu Passau, und Probst zu Maria-Saal bei Klagenfurt, dann Coadjutor, endlich im I. 1536 Fürstbischof von Laibach, starb im Jahre 1544, und wurde zu Oberburg begraben. 4. Urban Tertor, ein Krainer vom Karste, vormals Pfarrer zu Bruck an der Muhr, dann kaiserlicher Hofprediger, Beichtvater und Almosenpfleger des röm. Königs und nachmaligen Kaisers Ferdinand I., Fürstbischof im Jahre 1544, gab sich äußerste Mühe, die von seinen Vorfahren übernommenen Schulden zu tilgen; unterhielt vertrauten Briefwechsel mit dem h. Ignaz Loyal«, Stifter des Jesuiten-Ordens, — war ein gelehrter und sehr eifriger Mann, und ein überaus strenger Vertheidiger der katholischen Religion, daher er sich unter den Gönnern des Lutherthums viele Feinde zuzog, welche ihn stets verfolgten, und — während er sich als kaiserl. Gesandte zu Donauwörth befand, bei strengem Winter die unter seinen Wohnzimmern befindliche steinerne Treppe absichtlich mit Wasser begossen, wo er früh Morgens ausglitschte und sich das Genick brach, im Jahre 1558; — er wurde zu Donauwörth bestattet. Mathias Klobner verbreitete im Jahre 1550 zu Laibach die Lehren des Dr. Martin Luther. 8. Peter von Seebach, aus dem krainischen Ritterstande, kam aus dem Oberburg'schen Alumnate auf die Pfarre nach Moräutsch, dann nach Roßbach in Oesterreich, endlich im Jahre 1559 zum Laibacher Bisthume, wo er in jenen unglücklichen Zeiten, des Glaubens wegen, viele Drangsale auszustehen hatte; ließ auf inständiges Bitten seiner noch römisch-katholisch verbliebenen Diöcesaneu zu Tyrosegg (bei Oberburg) die Kirche Unserer Lieben Frau, Neustift genannt, aufbauen, erhielt am 26. April 1568 vom Kaiser Maximilian II. die Bestätigung des fürstlichen Titels; starb im Jahre 1570 und wurde zu Oberburg bestattet. 6. Conrad Glusitsch (oder Gusitsch), ein Krainer von Korne« am Karste, vormals Pfarrer zu Oberlaibach, wegen seiner Sprachkenntnisse und seines Diensteifers im J. 1570 zum Fürstbischöfe eingesetzt, bestätiget vom Papste Pius V. tut I. 1571, wurde im I. 1574 in Religionsangelegenheiten als Abgeordneter nach Görz geschickt, kaufte die Herrschaft Ru-denegg in Steiermark zum Bisthume, und verpfändete zur Sicherstellung des Kaufschillings die Zehente in Kaltenbrunn; starb 1578 und wurde zu Oberburg beigesetzt. 7. Balthasar Radlitz, aus Weichselburg in Unter -krain, zuerst Domherr, dann Domdechant und Dompredigcr zu Laibach, seiner Beredsamkeit wegen der krainische Cicero genannt, — ernannt zum Fürstbischof von Laibach tut 1.1578, bestätiget vom P. Gregor XIII. 1579, starb noch vor erhaltener Weihe am 19. Juli 1579. 8. Johann Tautschcr, ein Krainer vom Karste, vormals Archidiacon zu Görz, seit 1578 aber Reformations-Commissär in Krain, wurde tut 1.1580 zum Fürstbischöfe von Laibach, und am 24. September 1584 vom Erzherzoge Carl , zum Statthalter der innerösterreichischen Provinzen ernannt, auch Administrator der Klöster Oberndorf und Millstett in Kärnten, hatte mit den Glaubensgegnern manche Kämpfe aufzunehmen. Auf seine Mitwirkung kamen tut I. 1595 die Jesuiten nach Laibach und übernahmen daselbst unter dem Schutze des Erzherzog's Ferdinand die Leitung der lateinischen Schulen. Er hatte auch bereits im I. 1595 den Kapuzinern zu Görz ein Kloster verschafft, und starb voll Verdienste zu Gratz am 24. August 1597. 9. Thomas Chrön, geboren zu Laibach tut Jahre 1560, Sohn des Leonhard Chrön, welcher int I. 1574 Bürgermeister von Laibach wurde,vollendete seine Studien zu Wien, wurde tut I. 1588 Pfarrer der Seckauer Diöcese, im Jahre 1596 Domdechant und Domprediger zu Laibach , zu Gratz in Folge Empfehlungen seines Vorgängers am 18. October 1597 zum Fürstbischöfe von Laibach ernannt, bestätiget int Jahre 1599 vom Papst Clemens VIII., consccrirt zu Gratz vom apostolischen Nuntius Hieronymus de Porcia in Gegenwart der Bischöfe von Seckau und Lavant in der Domkirche am 12. September 1599;— wird wegen seines besonderen Religionseifers gerühmt, und war ein großer Feind der Protestanten; berief im Jahre 1602 die Kapuziner nach Laibach, weihte deren Kirche, zu welcher er tut I. 1606 den Grund gelegt hatte, in Gegenwart beinahe aller Pfarrer seiner Diöcese, welche mit 500 Fahnen und mehr als 20.000 Menschen erschienen waren, am 31. August 1608^ettt, welche Kirche sammt Kloster aber während der französichen Occupation int Jahre 1809 aufgehoben, und int Jahre 1817 niedergerissen wurde; legte am 1. Mai 1613 den Grundstein zur St. Jacobi-Kirche, weihte dieselbe- am 15. November 1615, und übergab sie den Jesuiten; kaufte zu Folge landesfürstlicher Bewilligung im I. 1615 den Edelmannssttz Altenburg um 14.000 Gulden, und schenkte ihn dem Laibacher Bisthume, so, daß der Stiftungsfond dieses Bisthums tit der Pfalz Laibach, den Herrschaften Görtschach und Oberburg, und den steierischen Gütern Altenburg (seit 1615) und Rudenegg (seit 1587) bestand. Am 29. December 1614 wurde er als Statthalter von Jnnerösterreich nach Gratz berufen, von wo aus er mehrmals die Laibacher Diöcese besuchte, im I. 1621 aber dort abdankte. Er ließ die Laibacher Domkirche und andere Kirchen wieder herstellen, für die Jesuiten aber das Schloß Unterthurn bei Laibach aufbauen; löste das verpfändete und verschuldete Schloß Görtschach wieder ein, legte auf einem Hügel nächst dem bischöflichen Schlosse Altenburg am 26. Juli 1624 den Grundstein zu einer kleinen Kirche, die er aus eigenem Vermögen aufführte, wegen ihrer Aehnlichkeit mit dem zu Loretto befindlichen Nazarethanischen Hause Maria Nazareth genannt und von ihm int I. 1628 eingeweiht wurde; — legte am 27. April 1628 den ersten Grundstein zur Pfarrkirche des h. Paul in Oberlaibach, die aber wegen ihrer Unzweckmäßigkeit im I. 1851 ganz niedergerissen und im größeren Maßstabe wieder aufgebaut wurde; erlangte durch die Urkunde Kaisers Ferdinand II. vom 12. August 1628 das Patronatsrecht zur Pfarre Stein, welche vorhin unter die Diöcese von Aguilesa gehört hatte; führte int Jahre 1629 das Fest der Unbefleckten Empfängniß Mariä in seiner Diöcese ein; starb zu Oberburg am 10. Februar 1630, 70 Jahre alt, und wurde daselbst neben seinen Vorgängern feierlich beigesetzt. Sein Wahlspruch war: Tarret labor, as-pice praemium. 10. Reinold Scarlichi, gebürtig aus Dalmatien von ^ adeligen Altern, zuerst Hofmeister des damaligen Erzherzog's, nachmaligen Kaisers Ferdinand III., dann Probst zu Mitter-burg und Bischof von Triest, wo er vom Bischöfe Thomas Chrön, unter Assistirung der Bischöfe von Capod'Jstria, Zengg und Pcdena, am 14. August 1622 feierlich consecrirt wurde; Fürstbischof von Laibach tut I. 1630, zugleich seit 26. August 1630 Statthalter von Jnnerösterreich und Steiermark, und oberster Reformations - Commissär durch Krain und Untersteiermark bis an die Drau; stiftete das Franziskaner-kloster zu Nazareth tut Cillier Kreise; — starb zu Laibach am 7. December 1640, und wurde in der alten Domkirche beigesetzt. 11. Otto Friedrich, Graf von Buchheim (oder auch Puchheim), zweiter Sohn des Johann Christoph II., Grafen von Buchheim und Herrn von Gellersdorf, Hofkriegsrathes und General-Feldzeugmeisters, und dessen Gemalin Susanna, einer Tochter des Hofkriegsraths-Präsidenten Wilhelm, Freiherrn von Hofkirchen; geboren zu Wien am 31. August 1606, erwarb sich auf der dortigen hohen Schule große Kenntnisse in der Philosophie, Theologie und.Jurisprudenz, zuerst Canonicus zu Salzburg, Passau und Magdeburg, dann Hausprälat und Kämmerer des Papstes Urban VIII., der ihn auf Empfehlungen und Vorschlag Kaisers Ferdinand III. int Jahre 1641 zum Fürstbischöfe von Laibach ernannte; ein sehr czelehrtcr und in allen Wissenschaften erfahrener Mann, ein * besonderer Liebhaber der römischen Ceremonien, die er auch in der Domkirche unter seinen Chorherren einführte; ließ den Bischofhof um ein Stockwerk erhöhen und das abgebrannte Schloß Görtschach wieder Herstellen, sah sich aber wegen der damaligen Unruhen öfter genöthigt, nach Rom und Salzburg zu reisen. Kaiser Ferdinand IH. ernannte • ihn auch wegen feines Verstandes und seines politischen Benehmens zu fernem geheimen Rathe; durch mehrere Jahre gichtkrank., starb er am 3. April 1664 zu Passau, wohin er zur neuen Bifchofs-wahl verrdist war, und wurde auch daselbst bestattet. Wahlspruch: Tempora tempore tempera. Am 12. Juli 1646 wurde der Grundstein zur Kirche Mariä Verkündigung (jetzt Franziskanerkirche) gelegt. Im Jahre 1646 begann der Bau der Wallfahrts-Kirche des Pestpatrons heil. Rochus bei Laibach. Im Jahre 1633 wurde das heil- Grab bei St. Stephan außer Laibach errichtet. 12. Joseph Graf von Rabatta, Freiherr v. Dornberg, gebürtig aus Görz, Sohn des Anton (seit 1634) ersten Grafen von Räbatta, Hauptmanns zu Gradiška, kaiserlichen geheimen Rathes und Gesandten zu Venedig, Maltheser-Ritter und Commendator in Loser, Oberlaibach und Proßnitz, Oberhofmeister des Erzherzogs Ferdinand Carl Joseph, wurde zum Fürstbischöfe von Laibach ernannt am 9. April 1664, nahm Besitz am 13. September, und wurde in der Cathedralkirche zum Bischöfe consecrirt am 9. November 1664; legte im Jahre 4672 ben Grund zur St. Florianikrrche am alten Markt, war auf eine Herstellung der baufällig gewordenen Domkirche bedacht, die jedoch wegen der ungünstigen Zellvethältniffe und Jjj des erforderlichen großen Kostenaufwandes unterblieb, und sich bloß auf die Mwerterung des Chores, im Jahre 1674, beschränkte. Er starb am 18. Februar 1683, und wurde in der alten Domkirche beigesetzt. Der Bildhauer Wolf Weißkircher und der Glockengießer Christoph Schlags verfertigten im December 1680 im Gußhause vor der Carlstädter-Linie eine Statue der heil. Jungfrau Maria, welche zum dankbaren Andenken an die im Jahre 1664 gegen die Türken erfochtenen Siege, im I. 1682 von dem Jesuiten-Collegium am St. Jacobs-Platze aufgestellt wurde. Diese Statue wurde wegen Baufälligkeit hn August 1844 abgebrochen. 13. Sigismund Christoph Graf von Herber-stein, aus Steiermark, Enkel des Veit Sigismund Freiherrn von Herberstein, innerösterreichischen Regierungsrathes, Sohn des Ernst Friedrich Freiherrn, nachher Grafen von Herberstein, aus Freiburg und Gutenhaag, k.k. Kämmerers und inner-österreichischen Regierungsrathes, Landeshauptmanns zu Gör; re. -— geboren am 13. Februar 1644, Domherr zu Passau und Regensburg, bereits im Jahre 1667 infulirter Probst zu Neustadt (Rudolphswerth), dann seit 1679 Domprobst zu Laibach, ernannt zum Fürstbischöfe von Laibach am 20. April 1683, hielt seinen Einzug den 16. December 1683, wurde installirt und nahm Besitz am 6. Februar 1684, bekam die Insel am 1. Mai 1684; er hat in Betreff der Kirchendisciplin Vieles wieder hergestellt und verbessert, war ein großer Ver- theidige der bischöflichen Rechte und Wohlthäter der Armen, stiftete im Jahre 1700 unter Mitwirkung des Domprobstes Johann Bapt. Preschern eine Bibliothek zum öffentlichen Gebrauche (die heutige Seminars-Bibliothek), weihte aut, 28. März 1700 die Kirche Mariä Verkündigung bei den Augustinern ein, trug ';u dem beabsichtigten Baue der neuen Domkirche des heil. Nicolaus aus eigenen Mitteln eine große Geldsumme (2674 Gulden) bei, resignirte aus Liebe zur Einsamkeit freiwillig im Jahre 1701, und begab sich zugleich mit seinem Beichtvater Andreas Schweiger, Soe. Jesu, nach Perugia in Italien, in die Congregation des heil. Philipp Herius, wo er 1711 starb. Zu dieser Zeit wurde in Folge des vom Domdechant und General-Vicar Johann Anton Thalnitscher von Thalberg am 2. December 1699 gemachten Antrages., und vom gesammten Domcapitel am 13. Jänner 1700 beifällig aufgenommenen Beschlusses die alte St. Nicolai-Domkirche abgetragen. Das Abtragen der alten Domkirche dauerte vom 8. April -bis 14. Mai 1701; — während man noch mit dem Niederreißen derselben beschäftigt war., wurde auch der Grundbau begonnen, und bis 6. Juni 1701 vollendet. Die Hauptmauern waren schon im Jahre 1701 so weit hergestellt, daß, man bereits am 28. September d. I. den Dachstnhl aufzusetzen im Stande war. Im Jahre 1700 wurde die neue St. Peterskirche außerhalb der Stadt Laibach erbaut. 14. Ferdinand Carl Graf von Küenburg, aus Gratz, geboren am 3. September 1649, vorhin Domherr zu Salzburg, ernannt am 22. September 1701, war der erste Laibacher Bischof, der am 1. August 1706 ein Rituale für die Laibacher Diöcese herausgab. Im Juli 170,8 begab er sich als kaiserlicher Gesandte nach Lissabon, und wurde nach seiner Rückkehr im Jahre 1711 Erzbischof von Prag, wo er am 6. April 1731, 82 Jahre alt, starb. Zu seiner Zeit wurde der unter seinem Vorgänger begonnene Bau der LaibachekDomkirche eifrig fortgesetzt; am 18. Juni 1704 wurde der Grundstein zu den Thürmen gelegt, der eine im I. 1705, der andere im I. 1706 gänzlich hergestellt, beide mit aus Kupfer verfertigten und vergoldeten Thurmknöpfen, deren jeder 4 Metzen faßt, geziert, und in denselben mehrere Reliquien nebst Inschriften auf Pergament aufbewahrt, worauf die durch die Freigebigkeit des Freiherrn( Peter Anton Codelli von Fahnenfeld mit einem Ko-stenaufwande von beiläufig 4800 Gulden beigeschaffte große, 64 Centner wiegende Glocke, von Caspar Franchi gegossen, am 17. October 1707 aufgehängt wurde. Die Domkirche war am 29. October 1706 vollendet, und die feierliche Einweihung derselben erfolgte am 8. Mai 1707. Die gesammten Baukosten werden auf 36.423 Gulden 54 Kreuzer Conv. Münze angegeben. Der Patricier Johann Jacob Schell von und zu Schellenburg, gebürtig aus Sterzing in Tirol, stiftete am 1. Juli 1703 zur Bildung weiblicher Jugend das Frauenkloster der Ursulinerinen; — dieses Frauenkloster war zum Theil im Jahre 1714 vollendet; dessen frommer Stifter starb ant 2. Februar 1715, 63 Jahre alt, und wurde nachmals in der Ursulinenkirche beigesetzt. Der Domprobst Johann Bapt. Preschern (geboren p Radmannsdorf ant 9. Juni 1665), starb ant 28. September 1704, und ist der Erste, welcher in der neuen Domkirche bestattet wurde. An der Laibacher Domkirche wurden gestiftet die Cano-nicate Kilchberg und Wallwitz im I. 1704, das Cano-nicat Lamberg im J. 1708. Erbauung des Laibacher Priesterhauses im Jahre 1708. Der Grundstein dazu wurde ant 5. Mai 1708 gelegt. 15. Franz Carl Graf von Kauniz, gebürtig aus Prag, vorhin Auditor Rotae zu Rom von Seite des Reiches, dann Probst zu Altöttingen, Domherr zu Olmütz, Salzburg, und Passau, Coadjutor int I. 1710, Fürstbischof von Laibach im I. 1711, installirt ant 10. September 1711, starb auf der Reise von Passau nach Laibach zu Wien ant 26. Sept. 1717, alt 41 Jahre. Die 12 «Stationen zwischen Laibach und Mariafeld wurden im I. 1711 erbaut. Das Lauten mit dem Zügenglöcklein wurde in Laibach bei der Domkirche ant 29. November 1711 von Franz Adam Grafen von Lamberg angeordnet. Im I. 1712 wurde die Marienkirche ant Kahlen-berge neu aufgebaut. Die neue Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Dobrova wurde im I. 1713 erbaut. Der Baumeister der neuen Laibacher Domkirche, Franz Bombagio, starb ant 24. Jänner 1714. Der Domdechant Johann Anton Thalnitscher von Thalberg, Gründer der neuen Domkirche und des Priester-hauses, starb ant 19. April 1714, alt 52 Jahre; er wurde in der Domkirche bestattet, wo ihm im I. 1721 das Domcapitel ein Denkmal setzen ließ. Der Bau der dermaligen D. R. Ordenskirche begann im I. 1714 nach dem Plane des Dominicus Roßt, Baumeisters aus Venedig. 16. Wilhelm Graf von Leslie, aus Edimburg, vorher seit 1715 Bischof von Weitzen in Ungarn, installirt als Fürstbischof zu Laibach am 24. Juli 1718; ein Mann von besonderer Gelehrsamkeit und Klugheit, und ein Vertheidiger der Kirchendisciplin, benedicirtc ant 18. October 1726 die neu erbaute Klosterfrauenkirche; starb zu Laibach ant 4. April 1727, alt 76 Jahre, und wurde in der Domkirche bestattet. 17. Sigismund Felir Gras von Schrattenbach, geboren ant 10. Jauner 1679, vorhin seit 29. December 1696 Domherr, und seit 30. Mai 1718 Domdechant zu Salzburg, ernannt zum Fürstbischöfe von Laibach ant 12. Juni 1728, starb ant 12. Juni 1742 zu Oberburg, und wurde daselbst bestattet. 18. Ernst Amadeus (Gottlieb) Gras von Attems, Sohn des Grafen Ignaz Maria (gest. zu Gratz am 12. December 1732, alt 84 Jahre) und dessen 1. @entastn Maria Regina, einer Tochter des Georg Andreas, ersten Grafen von Wurmbrand, — geboren ant 21. December 1694, widmete sich dem geistlichen Stande, studierte tut deutschen Collegia zu Rom, wurde Domherr zu Salzburg und Passau, im I. 1733 des Passauer Fürstbischofes Vicarius generalis in Oesterreich unter der Enns, und Offizial des Passaufchen Consistoriums zu Wien, Bischof zu Traconien in partibus, Fürstbischof von Laibach 1742, nahm Besitz ant 31. Marz 1743, consecrate ant 26. Juli 1747 die neuerbaute Klosterfrauenkirche, ließ das Schloß zu Görtschach verschönern, vergrößern und um ein Stock erhöhen, die bischöfliche Residenz und Collegiat-kirche zu Oberburg neu aufbauen; starb zu Wien, wo er sich damals wegen Geschäften aufhielt, ant 5. December 1757, und wurde zu Oberburg beigesetzt. 19. Leopold Joseph Hannibal Graf von Pe-tazzi, vorher Dechant und Deputirter, dann seit 30. September 1740 Bischof von Triest, wurde im August 1760 Fürstbischof von Laibach, confirmirt ant 15. December 1760, nahm Besitz im Jahre 1761; k. k. wirklicher geheimer Rath, ein vorzüglicher Wohlthäter der Domkirche und großer Gönner ' des Regular - Clerus, gab am 4. April 1767 ein neues Rituale für seine Diöcese, starb ant 28. November 1772, alt 68 Jahre, und wurde in der Domkirche bestattet. 20. Carl Joseph Graf von Herberstein, Enkel des Grafen Johann Ferdinand, k. k. Kämmerers rc. Sohn des Grasen Johann Ernst, k. k. Kämmerers, geheimen Rathes und Landesverwesers in Steiermark (geb. 5. Juni 1671, gestorben 1746), und dessen Gemalin Maria Dorothea, geb. Gräfin von Dietrichstein; — geboren zu Gratz am 7. Juli 1719, widmete sich dem geistlichen Stande, wurde nach vollendeten theologischen Studien zu Folge päpstlicher Bulle vom 23. Lhwil 1743 schon ant 17. Juni 1743 zu Trient als Domherr installirt; Coadjutor mit dem Rechte der Nachfolge ant 20. November 1769, als Fürstbischof von Laibach 1772 installirt, und nahm Besitz am 5. December 1772; erließ int I. 1782 an die Geistlichkeit und an das Volk der Laibacher Diöcese einen schönen | Hirtenbrief; hat mittelst Cessions - Urkunde vom 19. Juni 1786 mit Beistimmung seines Capitels, seine in Kärnten und im Cillier - Kreise gelegenen Diöcesan-Pfarren an den damaligen Erzbischof von Salzburg, als Metropoliten von Gurk und Lavant, für diese beiden Dwcesen abgetreten; — war bereits zum Erzbischöfe der zu einem Erzbisthume und zur Metropole zu erhebenden Laibacher Diöcese bestimmt, starb aber, ehe diese der Papst Pius VI. zu einem Erzbisthume erhoben hatte, zu Laibach am 7. October 1787, alt 68 Jahre, und wurde in der Mitte des, acht Jahre vorher ?bei St. Christoph außer Laibach neu errichteten Friedhofes begraben. Als würdiger Priester hatte er sein Vermögen den Schulen und dem Armeninstitute vermacht. Durch die päpstliche Bulle: „In universa Gregis Dominicas: cura“ vom 8. März 1787 wurde die Aufhebung des Erzbisthums Görz angeordnet, sodann aber die Diöcese Laibach zu einem Erzbisthume und zur Metropole erklärt und deren Gränzen bestimmt. 21. Michael Freiherr von Brigido zu Mah-renfels und Bresoviz, geboren zu Triest int Jahre 1742, zuerst Canonicus des regulirten Chorherrnstiftes zu Voran, dann zu Zips, Pfarrer zu Leutschau in Ungarn, ernannt zum Fürstbischöfe und Metropoliten von Laibach am 17. December 1787, consecrirt zu Wien am 28. April 1788, und geziert mit den erzbischöflichen Insignien als Erzbischof und Metropolit feierlich eingesetzt am 8. Juli 1788, bekam im Jahre 1798, jedoch nur für seine Person gegen Abtretung anderer Güter, auch die Einkünfte der Rel. Fondsherrschaft (vorher im I. 1133 gestiftetes und am 23. October 1784 aufgehobenes Cisterzienserstift) Sittich, welches Einkommen jedoch, nachdem er im I. 1806 als Bischof nach Zips in Ungarn übersetzt, und das Erzbisthum auf Ansuchen Kaiser Franz I. vom Papst Pius VII. durch die Bulle: „Quaedam taenebrosa caligo“, am 19. August 1807, wieder in ein, jedoch wie vorhin dem päpstlichen Stuhle unmittelbar unterworfenes Bisthum verwandelt wurde, davon abfiel. Zur Uebernahme des Bisthums Zips reiste er am 18. December 1806 von Laibach ab, und starb im I. 1818. Seine drei Hilfs- und Weihbischöfe in Partibus infidelium waren: Joseph Mikolisch, ein Krainer aus Laibach, Ehren-Domherr, General-Vicar und Bischof von Grenoble (Gratia-nopolitanus), consecrirt zu Laibach am 31. Juli 1790, starb am 4. December 1793, alt 53 Jahre, und wurde bei St. Christoph begraben. Franz (Borgias) Freiherr von Reigersfeld, ein Krainer, vormals Jesuit, seit 1788 wirklicher Domherr, seit 1795 Stadtpfarrer, General-Vicar und Weihbischof, consecrirt zu Laibach am 8. September 1793, starb am 16. Juli 1800, 65 Jahre alt, und wurde bei St. Christoph begraben. Den dortigen, zu seiner Zeit erweiterten Friedhof hatte er am 10. März 1797 eingeweiht. Anton Ricci, gebürtig aus Görz, vorhin Domherr, dann Domdechant und Domprobst an der Laibacher Cathedral-f kirche und Weihbischof, consecrirt im Jahre 1801, starb am 27. Juli 1818 zu Naclas, und wurde am dortigen Friedhofe neben der Pfarrkirche bestattet. 22. Anton Kautschitsch, geboren zu Jdria am 8. December 1742, zuerst Korrepetitor der Alumnen im erz-bischöflichen Seminar zu Wien, zugleich auch Seelsorger daselbst, dann Director der Ordinariatskanzleien zu Wiener-Neustadt und St. Pölten, und dortiger wirklicher Domherr; im Jahre 1803 zu Wien Domherr und General-Vicar, bald daselbst Domprobst, Weihbischof, als solcher am 3. November 4805 consecrirt, am 25. October 1806 aber zum Bischof von Laibach ernannt, wo er am 11. October 1807 Besitz nahm. Im Jahre 1808 gab er ein neues Rituale für die Laibacher Diöcese. Er mußte bei der Besitznahme Krain's durch die Franzosen, 1809, seine Residenz dem französischen Gouverneur einräumen und im Priesterhause wohnen, wo er am 17. März 1814 starb und bei St. Christoph begraben wurde. 23. Augustin Gruber, geboren zu Wien am 23. Juni 1763, zum Priester geweiht am 9. November 1788, Pfarrer zu Wien in der Leopoldstadt 1793, Katechet an der Musterhauptschule bei St. Anna 1796, niederösterreichischer Regierungsrath 1802, wirklicher k. k. Hofrath im I. 1806, ernannt zum Bischöfe von Laibach am 23. Juni 1815, confir-iitirt vom Papst Pius VII. am 22. Juli 1816, consecrirt in der St. Stephanskirche am 8. September 1816, nahm Besitz am 10. November 1816, wurde am 23. April 1823 zum Fürsterzbischofe von Salzburg ernannt, reiste am 15, Jänner 1824 von Laibach ab, nahm in Salzburg am 25. März 1824 feierlich Besitz, und starb daselbst am 28. Juni 1835; alt 72 Jahre. 24. Anton Alois Wolf, geboren zu Jdria am 14. Juni 1782, geweiht zum Priester der Laibacher Diöcese am 15. December 1804, wurde als Triester Gubernialrath und Ehren-Domherr von Laibach vom Kaiser Franz I. am 27. Februar 1824 zum Bischöfe von Laibach ernannt, zu Rom am 12. Juli 1824 bestätiget, consecrirt zu Görz am 3. October 1824, nahm feierlich Besitz am 31. October 1824, erlangte vom Kaiser Franz I. wieder den Titel eines Fürstbischofes am 12. Jänner 1826, und vom Kaiser Ferdinand I. taxfrei die Würde eines k. k. geheimen Rathes am 6. September 1844, gab am 13. Juni 1843 ein neues Rituale für die Laibacher Diöcese, — bekam das Comthur-Kreuz des Franz-Joseph-Ordens am 7. Juli 1850. Nachdem zu Folge der päpstlichen Bulle: „In superemi-nenti apostolicae dignitatis specula“, — vom 3. August 1830, versehen mit dem Placetum Regium, am 4. Februar 1831 das neu errichtete Erzbisthum Görz zum Metropolitensitze für die Bisthümer Laibachs Trieft mit Capo d'Jstria, Parenzv, Pola und Veglia erhoben wurde, so sind an das Bisthum Laibach von der Triester Diöcese die Decanate Adelsberg und Feistriz, von der Görzer Erz-diöcese aber das Decanat Wippach zugewiesen worden, welche Bestimmungen der päpstlichen Bulle, laut einer Mittheilung des Fürstbischofes von Trient, als Erecutors der Bulle, am 29. Juni 1831 in Wirksamkeit traten. Diese, bishin dem päpstlichen Stuhle unmittelbar unterworfen gewesene Diöcese erkennt demnach als seinen Metropoliten den Erzbischof von Görz. — Die Bischöfe von Laibach hatten nie das Münzregale oder Münzrecht, es können daher von denselben auch keine Münzen, einst cursirendes Geld, sondern nur Medaillen vorhanden sein. Alle Stücke von ihnen sind wohl nur Medaillen, und vom Bischöfe Otto Friedrich Grafen von Buchheim gibt es aber eine thalerähnliche Medaille. Es sind daher Medaillen vorhanden: 1. Vom Bischöfe Thomas Chrön, und zwar: a) auf seine durch Papst Clemens VIII. am 29. März 1599 geschehene Bestätigung als Bischof von Laibach. b) auf seine, am 12. September 1599 zu Gratz stattgefundene Consecration. 2. Vom Bischöfe Otto Friedrich Grafen von Buchheim eine silberne, thalerähnliche und seltene, int k. k. Münzcabinet zu Wien vorhandene Medaille von 1V16 Loth im Gewichte. 3) Silberne und goldene Medaillen auf die im I. 1707 geschehene Vollendung und Einweihung der Laibacher Doin-kirche, im Gewichte von 1I4/16 und 22/32 Loth. Dergleichen Medaillen, auf deren Reversscite man die neue Domkirche und daneben den Patron, den heil. Nicolaus, im bischöflichen Ornate in Wolken sitzend, erblickt, — ließ zum Andenken der damalige Bischof Ferdinand Carl Graf von Küenburg austheilen. Georg Japel. * **)) Eine kurzgefaßte Biographie dieses merkwürdigen Mannes, der für unsere, den slovenischen Sprachstudien so verdient befreundete Zeit, wie für Jeden, dem ein edler Charakter, ein uneigennütziges Streben, Wissenschaft und Volksbildung zu fördern, mehr gilt, als durch Geschick und Glück errungene Auszeichnungen — von Interesse ist, hat bereits die Zeitschrift „Drobtince‘‘ in ihrem heurigen Jahrgange, Seite 121, geliefert. Die dadurch gegebene Anregung ließ so manches, sonst in die Vergessenheit Uebergehende, über das Leben und Wirken dieses seltenen Gelehrten und Priesters zum Vorschein kommen, daß es uns nun thunlich ist, in unserem heimischen Blatte davon eine umfassendere Schilderung zu entwerfen. Georg Japel war den 11. April 1744 zu Stein, einem kleinen Städtchen Krauts, nicht ferne von Laibach, geboren. Sein Vater, Bäcker und Hausbesitzer, fand Mittel, seinen Sohn, der eben so viel Hang als Talente zum Studieren zeigte, die lateinischen Schulen bei den dort befindlichen Franziskanern, und die höheren Studien in Laibachs) unter den Jesuiten besuchen zu lassen. Hier war der nachherige General-vicar von Gurk und schließlich Bischof von Linz, Sigmund von Hohenwart, sein Schulgespan und Freund; ein Verhältniß, welches nicht ohne den entschiedensten Einstuß auf seine späteren Schicksale blieb. Japel, ebenso ausgezeichnet durch seine Kenntnisse als sonstige Bildung, bekleidete während der Vollendung seiner Berufsstudien die Hofmeistersstelle bei höchst angesehenen Familien, und wurde als damaliger Görzer Diöcesan für dieselbe zum Priester geweiht, als welcher er seine erste Anstellung an der Nationalkirche St. Anton zu Triest erhielt. Dieser Posten entsprach so ganz seiner Neigung für das Sprachstudium, und gab ihm Gelegenheit, sich nicht nur im Italienischen und Französischen zu vervollkommnen, sondern auch im Englischen sich gründlichen Unterricht zu verschaffen. Seine Muttersprache lag ihm bei allen dem am meisten am Herzen, und es war ihm daher sehr ewünscht, bei der dortigen poligloten Bevölkerung sich die Kenntniß der einzelnen Dialecte Jllyriens und des Küstenlandes anzueignen. Hier war es, wo *) Aus der „Carinthia" de 1852. **) Dort hörte J a pcl den berühmten Wulfen als Professor der Philosophie, daher er dieses Umstandes in seiner zu Klagenfurt am 13. April 1805 auf dessen Tod zum Vorschein gekommenen Elegie mit den Worten gedenkt: Ipse ego discipulus quondam de vultibus haerens DWe tuis, sophiae sacra dogmata bild. ihw nach zwölfjährigem Aufenthalte der Fürstbischof von Laibach, Carl Graf von Herberstein, kennen lernte, und als Hof-caplan und Secretär mit sich nach Laibach nahm. Wenn ihn gleich dieser Posten in der Metropole zu den entsprechendsten Leistungen für vaterländische Literatur, besonders im Fache religiöser Volksbildung, wie wir sie nachhin besprechen werden, befähigte, waren doch seine Verpflichtungen zu mannigfaltig und durchkreuzend, als daß er nicht eine selbstständige Anstellung vorgezogen hätte. Er erhielt sie als Beneficiat an der Vorstadtpfarre von St. Peter in Laibach und Verwalter der, Schilling'schen Stiftung zugleich, aber auch als Anerkennung seiner beim Ordinariate geleisteten Dienste die Auszeichnung eines Consistorialrathes. Mehr noch als dieser viel beschäftigte Posten schien der im Jahre 1787 erlangte eines Dechants und Pfarrers von St. Kanzian zu Jezca an der Savebrücke bei Cernuc seiner literarischen Muse zu entsprechen. Seine letzte Anstellung in Krain war die, als Dechant zu Raklas, in einer der schönsten Gegenden des Landes, auf der Kärntnerstraße nach Krainburg. Hier wirkte er vom 22. October 1793 bis in das Spätjahr 1799 als Seelsorger, Schulbeförderer, Jugendfreund, Pomolog, ohne aufzuhören, Gelehrter zu sein, fortwährend mit solchem Erfolge, daß ihm als verdiente Auszeichnung die goldene Civil - Ehrenmedaille zu Theil wurde. Man erzählt es sich als Charakterzug seiner Einfachheit und Bescheidenheit, daß, als er um dieselbe feierlich in Empfang zu nehmen, zu Fuße nach Laibach ging, ihm am Wege einer seiner Gönner begegnete, der, nicht genug sich verwundernd, den zu Decorirenden auf solche Art zu treffen, ihn erfreut in seinen Wagen nahm. Von Naklas aus besuchte Japel seinen alten Freund, den Generalvicar und Domherrn Hohenwart in dem nicht fernen Klagenfurt, den er seit seinen Studienjahren nicht gesehen, doch im Geiste unzertrennlich nahe gebsieben. Es war ein Wiedersehen so reich an harmonirenden Gefühlen und Anschauungen, so überschwenglich für Entwürfe und Wünsche, aber weit entfernt von selbstsüchtigen Zwecken. Bald sollte jedoch die Sehnsucht, der geheime Wunsch des Freundes, den Pylades seiner Jugend an seiner Seite zu haben, in Erfüllung ^ehe». Der Domherr und Priesterhausdirector zu Klagenfurt, Herr von Wucherer, war gestorben, und Fürstbischof Franz Altgraf von Salm berieth sich mit seinem Generalvicar über die Einsetzung eines Individuums, welches den leergewordenen Posten mit gleicher Befähigung in den Wissenschaften, als mit Sprachgaben und Seelsorgserfahrungen würdig ausfüllen könnte. Hohenwart konnte keinen tauglicheren Mann in Vorschlag bringen, als Japel, den er auf seines Fürstbischofes Erlaubniß zur Bewerbung aufforderte. Japel berief sich in seiner, unterm 12. September 1799 an den Fürstbischof, als damaligen Collator, gerichteten Competenz auf seine bisherige Verbindung mit der Gurker Diöcese, welcher er durch seine Ausgaben in slavischer Sprache bei Verbreitung des göttlichen Wortes so wesentliche, allgemein anerkannte Dienste geleistet, und erhielt bereits unterm 14. September seinen Ruf nach Gurk mit dem Ausdrucke hoher Befriedigung, einen so verdienten und befähigten Mann in die Reihe der Capitularen treten zu sehen. Japel war nach Pavlic (Paulitsch) der zweite un-adeliche Domherr. Das Directorat int Priesterhanse besorgte er jedoch wegen der damals damit eingetretenen Veränderungen nur noch int Jahre 1800, von wo an er in dem Diöcesan-Schematismus als Doncherr und Conststorialrath, tin Jahre 1806 und 1807 als Diöcesan - Schulenoberaufseher und Referent in Schulsachen vorkömmt; ein Amt, welches mit aller seiner weit umfassenden und tief eingreifenden Wirksamkeit er nach dem Austritte des k. k. Kreisschulrathes Stamperl, dessen Geschäfte größtentheils auf jenes übergingen, zuerst verwaltete. Nur kurz sollte Japel diesem, seinem Herzen und seinen Kenntnissen so entsprechenden Wirkungskreise vorstehen; am 11. October 1807 rief ihn ein Schlagfluß in seinem vier und sechzigsten Lebensjahre, kurz darauf, als ihm ein hoher Gönner die Nachricht mitgetheilt hatte, er sei als Bischof von Triest ersehen*), von der so hoffnungsvoll für das Wohl der Diöcese und der Menschheit betretenen Laufbahn. Dieses die äußeren Umrisse seines Daseins und Wirkens; die seiner literarischen Thätigkeit runden sich nach den verschiedenen Epochen seines öffentlichen Lebens ab. Als Japel Noch an der bischöflichen Curie zu Laibach weilte, trat daselbst ein Verein zusammen, der fich zur Aufgabe machte, die slove-nische Literatur zu pflegen, daher sein Name »Verein der Arbeiter (operosi) zur Hebung der Kunst (družba modrine delavnih.)« Das Haupt des Vereines war Markus Pohlin, einer der vorzüglichsten slovenischen Schriftsteller seiner Zeit. Der Verein zählte ausgezeichnete Männer zu seinen Mitgliedern, durch deren Thätigkeit die slovenische Literatur erfreuliche Fortschrite machte. Außer Aufsätzen und Werken in Prosa, religiösen wie profanen Inhaltes, fand auch die Poeste ihren Pfleger itt Valentin Vodnik, dessen gemüthliche Gesänge in den Herzen der Nachkommen freudigen Wiederklang finden. Daß auch Japel £tu-ben Mitgliedern des Vereines gehörte, versteht sich von selbst, besonders da seine umfassenden Kenntnisse zur Bearbeitung einer slovenischen Bibel, deren Herausgabe der Verein beschlossen hatte, unentbehrlich waren. Die Herausgabe des genannten Werkes war für die Slovenen ein dringendes Bedürfniß, da in der von Juri Dalmatin übersetzten älteren Bibel mitunter Versionen nach Luthers Lehrsystem ein* gestreut waren. Die Hast, mit welcher das Volk damaliger Zeit nach den Bibeln griff, war mit der augenscheinlichen Gefahr für die Slovenen verbunden, zugleich damit jene Irrthümer (?) einzusaugen und vom Glauben abzufallen. Diesem Üebelstande für die Folgezeit vorzubeugen, nährte Japel den sehnlichsten Wunsch, durch Herausgabe einer katholischen Bibelübersetzung seinen Standesgenossen das Buch aller Bücher *) Dahin bezieht sich die Stelle in der Elegie Cerfogli's auf seines Freundes Javel Tod: Et tu, sublimes qui sanctus et aequus habenas Austriaci Imperii, Maxime Caesar babes. Nonne putans virtutes, olli sacra paras ti Jam Tergestini munera Pontificis? genußbar herauszugeben. Zu diesem großen Unternehmen waren natürlich vereinte Kräfte nothwendig , und sie fanden sich vorerst in Blasius Kumerdaj, aus Veldes gebürtig. (Schluß folgt.) VERZEICHNISS der vom historischen Vereine für Krain erworbenen Gegenstände. (Fortsetzung.) Nr. 29. Vom Herrn Heinrich Costa, k. k. Oberamtsdirec-tor, Vereinsmitglied und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften: Acten - Convolut, bezüglich der (im August 1831 durch die Mittheilungen bereits bekannt gegebenen) Biographie des Herrn Joseph Repeschitz. Nr. 30. Vom Herrn Professor und Ausschußmitglicde Johann Poklukar, folgende Münzen: a) Ein Brandenburger Silberkreuzer, 1749. b) Eine Kupfermünze vom Kaiser Hadrian. c) Eine » » » Gratian und Ein Wie- ner Stadt-Banco-Zettel pr. 10 fl. vom 1. Juni 1806. Nr. 31. Vom Herrn Joseph W—r in Gratz, folgende zwei Broschüren: a) Notenwechsel zwischen den Höfen von Wien, Petersburg und Paris in Bezug auf die erneuerten und von dem erstern dieser Höfe vorgeschlagenen Friedensverhandlungen 1803. b) Tagebuch seit dem Anfange des österreichisch - ftanzö-stschen Krieges int Jahre 1813 bis zur Einnahme des Laibacher Castells durch die Oesterreicher. Laibach 1813. c) Zwei kleine Kupfermünzen, 1759 und 1788. Nr. 32. Vom Herrn Franz Stroin, Cooperator zu Altlak: a) Der Zuschauer. Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und geistiges Leben. Redigirt und herausgegeben von I. S. Ebersberg. Jahrgang 1842. Vier Bände in 2 Theilen, steif geb. 8. b) Derselbe. Jahrgang 1843. Vier Bände in 2 Theilen, steif geb. 8. c) Carniolia. Vaterländische Zeitschrift. Sechster Jahrgang. Vom ersten Jänner bis letzten December 1844. Steif gebunden. 4. (Fortsetzung folgt.) Berichtigung Am Schluffe der in dem April - Hefte dieser Mittheilungen, Seite 30, Spalte 1 endenden Biographie des Thomas Dolliner wurde das Sterbejahr desselben, statt 1839, unrichtig mit 1841 bezeichnet. Druck von Jgn. v. Kleinmayr Fedor Bamberg in Laibach.