poslnins pIsLsns v xolovini. Nr. 44. Crlcheint jeden 1.^ 10. nnd 20. 4. (19.) Jahrgang. Organ der Gotischere Laurrnpartri Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 25 Din, halbjährig 12'50 Din. D.-Oesterreii: ganzjährig 34 Din, halbjährig 17'— Din. Amerika: 2'50 Dollar. — Einzelne Nummern 60 Para. Montag, den 11. Dezember 1922. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Koeevje. Viehverftcherung. Um dcn häufigen Anfragen, welche an mich gestellt werden, sowie den verschiedenen grundlosen Gerüchten, welche im Umlaufe sind, zu begegnen, wird hiemit allen Mitgliedern zur Kenntnis ge¬ bracht, daß die Bersichcrung keineswegs verboten wurde, sondern mir so lange von der Bezirks- hauptmannschafl eingestellt worden ist, bis die behördlich genehmigten Statuten vorliegen. Daß die Statuten bis heute noch nicht rechtskräftig find, trifft die Leitung keine Schuld, da dieselbe schon seit einem Jahre alle möglichen Schritte zur Erlangung unternahm, doch ohne Erfolg. Nun wurden dieselben neuerdings in sechs Stücken in beiden Landessprachen mit den nötigen Belegen und Stempeln versehen eingereicht, um die behördliche Genehmigung zu erlangen, nach deren Eintreffen die Versicherung wieder in Wirk¬ samkeit treten wird. Einstweilen werden für die verflossene Zeit des zweiten Halbjahres 1922 nur die Prämien, um die vorgekommenen Unglückssälle decken zu können, eingehoben. Ist das geschehen, so werden alle Mitglieder zu einer Besprechung eingeladen, bei welcher 1>er Ausweis über sämtliche Einnah¬ men und Ausgaben, mit den Belegen detailliert ausgewiesen, vvrliegen wird, damit sich jedes Mitglied überzeugen kann, daß keine Unregel¬ mäßigkeit vorgekommen ist, und die Versicherung nur einen gegenseitigen Schutz, nicht aber wie die Feuerversicherung auf Gewinn aufgebaut ist. Der Obmann. in Aussicht. Die Regierung in Belgrad hat ihre Dimission eingebracht und, wenn nicht alle Zeichen trügen, so stehen wir vor der Auflösung des Parlamentes und vor der Ausschreibung der Neuwahlen. Die Minderheiten in unserem Staate halten für die konstituierende und verfassunggebende National¬ versammlung kein Wahlrecht und so kam es, daß wir bisher unser Wahlrecht nicht ausüben konnten. Durch die Verfassung ist aber auch den nationalen Minderheiten das uneingeschränkte Wahlrecht zu¬ gesichert und so werden in der nächsten Zeit wahr¬ scheinlich auch die nationalen Minderheiten in den Wahlkampf eintreten. Für uns jugoslawischen Deutschen entsteht nun die Frage, wie wir in den Wahlkamps eintreten können und eintreten sollen. Hiebei ist es selbstverständlich, daß die Stimmen- ausübung unter uns Deutschen schon nach der geographischen Lage eine verschiedene sein muß und sein wird. Die Deutschen in der Wojewodina haben in der Partei der Deutschen im Königreiche SHS bereits vor längerer Zeit ihre politische Organisation hergestellt und werden, wie aus dem führenden deutschen Tagblatte in Neusatz ersicht¬ lich ist, voraussichtlich ihre eigenen Kandidaten nusstellen, da bei den dortigen Siedlungsver- hältnissen ein Durchbringen mehrerer deutscher Ab¬ geordneter gesichert erscheint. Der politische Verein der Deutschen Sloweniens in Maribor hat sich auch konstituiert und wird es Aufgabe dieses Vereines sein, in den Wahlkampf nach den Verhältnissen in Untersteiermark einzutreten, wobei das Eine zu wünschen wäre, daß die Deutschen Untersteiermarks auch geschlossen dem Rufe ihrer Führer folgen. Was nun endlich die deutsche Sprachinsel Gottschee anbelangt, so sind für die kommenden Wahlen für uns nachstehende Gesichtspunkte maßgebend: Vor allem muß hervorgehoben werden, daß sich auch die Gottscheer politisch in der Gottscheer Bauernpartei organisiert haben, um in politischen Sachen als geschlossener Faktor auftreteu zu können. Ausgehend von dem Grundsätze, daß nur Einigkeit stark macht und daß alle Gottscheer ohne Unter¬ schied in unserer Organisation Platz haben sollen, war es seit der Gründung unserer Partei das Bestreben derselben, für unser Gottscheervolk in allen politischen Belangen einzutreten und nach außenhin zu dokumentieren, daß in unserem Volke nur eine Meinung herrscht und dieselbe unentwegt vertreten wissen will. Wie sollen wir Gottscheer uns bei den nächsten Wahlen verhalten? Dies¬ bezüglich ist an erster Stelle hervorzuheben, daß wir nicht soviel Stimmen aufbringen können, um einen eigenen Kandidaten ins Parlament zu senden. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als den Kompromißweg einzuschlagen, das heißt eine der slawischen Parteien in ihrem Wahlkampfe mit unseren Stimmen zu unterstützen. Nun ist es nicht leicht, sich für die eine oder die andere Partei zu entscheiden, da wir nur eine solche Partei unter¬ stützen können, die unseren Lebensinteresssn Ver¬ ständnis entgegenbringt und denselben auch am gehörigen Orte Nachdruck zu verleihen weiß. Es wird daher an unsere führenden Männer das dringende Ersuchen gerichtet, die erwähnte Frage nach sorgfältiger Prüfung zu erledigen, da ja von der Kompromißwahl unser Schicksal in den nächsten Jahren abhängen wird. Es soll die Wahl nicht auf eine Partei fallen, die uns lediglich in poli- tischen Sachen braucht, sondern auf eine Partei, die jeden Chauvinismus abhold, uns auch in wirtschaftlichen Belangen unter die Arme greift. Gerade in letzterer Linie werden wir Gottscheer vernachlässigt und wäre es daher am Platze) wenn in der nächsten Zeit dieser Frage mehr Sorgfalt gewidmet werden würde, als dies bis¬ her der Fall war. Auch soll mit einer solchen Partei, die nur leere Versprechen abgibt, um Stim¬ menfang auszuüben, kein Pakt geschlossen werden, ebensowenig aber auch mit einer Partei, die nur ein Scheindasein führt und absolut keine Macht¬ mittel in den Händen hat. Alle diese schwierigen Fragen wird die Parteileitung unserer Partei zu lösen haben und wir knüpfen daran die Hoffnung, daß es oerselben gelingen wird, die ihr gestellten Aufgaben gut und sicher zu lösen. — politische Nmldschim. Inland. Ministerpräsident H*aäiL über das Verhalten zu den nationalen Minderheiten. Ministerpräsident Pasic hat am 26. w. M. in Neusatz, während des ihm zu Ehren veran¬ stalteten Bankettes, im Hinblick auf die völkischen Minderheiten Jugoslawiens folgende bemerkens¬ werte Ausführungen in seiner Tischrede gemacht: „Das serbische Volk lebte seit Jahrhunderten so¬ zusagen in Sklaverei und aus eigener Erfahrung weiß cs genau, wie schwer das Leben des Recht¬ losen zu tragen ist, daher könne ^er mit gutem Recht sagen, daß das serbische Volk niemals fähig sein wird, andere zu unterdrücken, sondern von dem ehrlichsten Wunsche beseelt ist, mit seinen nichtslawischen Mitbürgern in Freundschaft und Einigkeit zu leben. Das Recht und die Freiheit seien in diesem Hause, das sich der südslawische Staat nennt, für jedermann die gleichen." Die Angelegenheit der Kriegsinvaliden. Der Ministerrat befaßte sich in einer seiner letzten Sitzungen Über die Kriegsinvaliden. Das durch den Sozialminister vorgelegte Elaborat wurde unverändert angenommen. Im vorigen Jahre waren zur Unterstützung der Invaliden 257 Millionen Dinar im Budget vorgesehen, im kommenden Jahr soll diese Summe um 60 Milli¬ onen erhöht werden. Hegen den achtstündigen Arbeitstag. Wie die Ljubljanaer Jugoslavija berichtet, hat der Minister für soziale Fürsorge Dr. Žerjav ver¬ ordnet, daß die Arbeitszeit der Arbeiter in Hinkunft in drei Kategorien zu teilen ist. Für Arbeiter, die schwere körperliche Arbeit leisten, darf die Arbeits¬ dauer acht Stunden im Tage nicht übersteigen; für Arbeiter, die mittelschwere physische Arbeit zu verrichten haben, ist die Arbeitszeit mit höch¬ stens nenn Stunden anzusetzcn; für Handwerker ist als Maximum der 10-Stundentag vorgesehen. Hine Spionageaffäre in Beograd. Vor einigen Tagen machte die Beogradcr Po¬ lizei die sensationelle Entdeckung, daß im Hause Seite 174. des Sohnes des Ministerpräsidenten, Radu Paäic, «agyarische Spione ihrer Tätigkeit erfolgreich nachgingen. Herr Rado PaZic hatte einen Koch, eine Köchin und ein Stubenmädchen im Dienst, die alle drei aktive Mitglieder der „Erwachenden Magyaren" waren, ohne daß ihr Dienstherr etwas davon gewußt hätte. Die Polizei faud bei den Verhafteten eine Menge von Dokumenten, die ihre Spionagetäligkeit bewiesen. Weihnachtsgeschenk für die Staatsbeamten. Im Finanzministerium wurde vor einigen Tagen die Absicht erwogen, den Staatsangestellten ein Weihnachtsgeschenk in Gestalt eines dreizehnten Monatsgehaltes angedeihen zu lassen. Die Slaais- diener sollen 800 Dinar, die nichtdefinitiven Be¬ amten 1000 und die definitiven Beamten 1500 Dinar empfangen. Die Frage eines Bekleidungs- bcitrages ist noch immer in der Schwebe. Zu einem endgültigen Beschlüsse hinsichtlich des Weih¬ nachtsgeschenkes ist es noch nicht gekommen. Da am 21. November das Parlament bis zum 2. Dezember vertagt wurde, hat der Finanzminister auf das Einschreiten einiger Abgeordneten hin ver¬ sprochen, die Teuerungszulagen vom 1. Dezember an zu rechnen, obwohl das Gesetz über die neue Beamtenpragmatik erst Mitte Dezember vom Par¬ lament verabschiedet werden dürfte. Ausland. Moskauer Wevolutionspläne für Deutschland. Ans London wird gemeldet: Bucharin, der Vorsitzende des sowjelrussischen Zentralexekutiv- komitees, erklärte auf dem Kongreß der Dritten Internationale, daß Sowjetrußland jede kommu¬ nistische Revolution, die in irgend einem Lande ausbrechen könnte, durch seine Truppenmacht unter¬ stützen würde. Diese Meldung sei besonders von der Abordnung der deutschen kommunistischen Partei mit lebhaftem Beifall ausgenommen worden. Klara Zettin, die Führerin der deutschen Abordnung, soll sich seit der Eröffnung des Kongresses energisch bemüht haben, bei den amtlichen Stellen in Moskau eine bindende Zusage auf Waffenhilfe für den Fall einer kommunistischen Erhebung in Deutschland zu erlangen. Die „Morning Post", die ein ähnliches Telegramm ihres Moskauer Berichterstatters ver¬ öffentlicht, gibt noch einige weitere Einzelheiten über die Moskauer Revolutionspläne für Deutsch¬ land wieder. Danach seien alle Vorbereitungen getroffen für eine großangelegte kommunistische Erhebung in Deutschland, deren Ausbruch für die Zeil zwischen Dezember bis Jänner festgesetzt sei. Zvlehnung der Schuldenzahlung durch die Türkei. In einer der letzten Sitzungen der finanzwirt- fchaftlichen Kommission in Lausanne erklärte der türkische Vertreter General Jsmed Pascha, daß die Nationalversammlung von Angora die volle Verantwortung für die türkischen Schulden ab¬ lehne und die Forderung stelle, daß diese auf alle Nachfolgestaaten der ehemaligen Türkei aufgeteilt werden. Mußland unterstützt die türkischen Forderungen. Rakovsky erklärte nach seinem Eintreffen in Lausanne, Rußland werde die Türkei fest unter¬ stützen, namentlich in der Meerengensrage. Es überwiegt die Ansicht, daß Rußland und die Türkei bezüglich der Meerengen ein Regime fordern werden, welches jenem vor dem Krieg bestandenen ähneln wird, weiters die Aufhebung der Kontrolle der Großmächte und das Verbot der Fahrt aller Kriegsschiffe durch die Meerengen. Bericht über die Entstehung sowie das Wirken des Unterstützungsfondes! Als gleich nach Beginn des Postverkehrs im Jahre 1919 die Lage des bedrängten Gvtlscheer- landes zur Kenntnis der hier in New Aork an¬ sässigen Gottscheer gelangte, wurde wie über Nacht das Gefühl in ihren Herzen wachgerufen, ihren Gottscheer Zeitung — Nr. 44. Landsleuten in der alten Heimat in der Stunde der Prüfung beizustehen und zu helfen. Diesem Gefühle folgend veranstaltete obiger Verein eine Sammlung für die kciegsnotleidenden Gottscheer und der ansehnliche Betrag von rund 600 Dollar war das Ergebnis dieser Sammlung, an der sich alle Mitglieder ohne Ausnahme beteiligten. Da auch der Gottscheer Verein sowie der damals erst gegründete Bund der Gottscheer solche Sammlungen vornahmen, wurden sämtliche Gelder dem Bunde überwiesen und mit diesen Geldern wurden dann die vielbtsprochenen Liebesgaben beglichen. Die Ansicht, daß die Liebesgaben nur vom Bunde der Gottscheer herstammen, ist falsch, denn er besorgte nur die Einkäufe und die Verladung. Als aber vor nicht allzulanger Zeit die un¬ gerechte Verteilung derselben zu unfern Ohren kam, wurde in der Versammlung des Österreicher M. K. U. Vereines die Gründung eines Unler- smtzungsfondes beschlossen. Nur erwerbunfähige Gottscheer und solche ohne Besitz sind berechtigt, um eine kleine Unterstützung anzusuchen, und müssen solche Bittgesuche vom Gemeindevorsteher be¬ glaubigt sein. Um aber die Gelder für ein solches Hilfswerk aufzubringen, wurde ein Gartenfest ver¬ anstaltet und zwar am 25. Juni 1920. Zu diesem Feste wurden alle Gottscheer aus Brooklyn und New Aork eingela'ven. Alle landmannschaftlichen Vereine waren vollzählig vertreten. Gilt es doch der lieben Heimat zu zeigen, daß den Eltern, Ge¬ schwistern und Kindern in der teueren Heimat, denen auch der Weltkrieg ihr treu an der Scholle ge¬ fesseltes Herz nicht brechen konnte, das Ausharren aus derselben erleichtert und denselben auch finan¬ ziell geholfen werden mässe. Auch bei diesem Feste sah man, daß auch Deutschösterreicher sowie auch Deutschungarn und Reichsdeutsche sehr bestrebt waren, ihr Bestes einzusetzen, um ihren Brüdern im Gvttfchcerlande zu helfen. Sv kam es auch, daß dieses Fest sich sehr erfolgreich gestaltete, denn der erzielte Rein¬ ertrag erreichte die ansehnliche Summe von 450 Dollar. Um das Bestehen des Hilfsfondes zur Kenntnis der Armen zu bringen, wurde im November 1920 eine kurze Anzeige in die Gottscheer Zeitungen ge¬ geben. Einige Mitglieder schrieben Verwandten, um die Bedürftigen darauf aufmerksam zu machen. Alles dies brachte eine nur geringe Anzahl von Bittgesuchen ein. Die abermalige Anzeige im Ok¬ tober 1921 jedoch brachte eine Flut von Briefen an den Verein, denn jeder Tag brachte neue Ge¬ suche und es schien, als ob sämtliche Einwohner ohne Ausnahme ein Bittgesuch an den Verein gerichtet hätten. Die schwere Arbeit, diese Briese einer strengen Prüfung zu unterziehen, wurde einem Komitee von zehn Mitgliedern überlassen, die ihre Aufgabe ge¬ wissenhaft und ohne irgendwelche Bevorzugung durchführten. Die Arbeiten dieses Komitees waren dadurch sehr erschwert, daß bei sehr vielen Bitt¬ gesuchen die geforderten Angaben über die Lage des Bittstellers fehlten oder ungenügend waren, ferner dadurch, daß viele von solchen Dörfern kommen, wo das Komitee keine Auskunft über die wirkliche Lage einholen konnte. Aus diesem Grunde wurden sehr viele abgewiesen, ferner jene Bittsteller, von denen in Erfahrung gebracht wurde, daß sie Grundeigentum besitzen oder aber Ver¬ wandte in Amerika haben, die sie schon unter- stützen. Daß aber doch einige Unterstützung erhiel¬ ten, die es nicht notwendig hatten, andere aber abgewiesen wurden, die es sehr bedurften, ist nur auf die oben angeführten Gründe zurückzuführen. Auch ist es Schuld der Gemeindevorsteher, die alle Bittgesuche beglaubigten, ohne die Verhältnisse des Bittstellers genau zu kennen. Auf Grund eingelaufener Beschwerden hat die Vereinsleitung beschlossen, die Namen aller be¬ Jahraana IV. dachten Personen zu veröffentlichen, so daß es der Bevölkerung von Gottschee überlassen ist, da¬ rüber zu urteilen. Zum Schluß teilt die Vereinsleitung noch mit, daß der Hilsssvnd wegen Mangel an weiteren Geldern derzeit sein Wirken eingestellt hat und daß Bittgesuche, die an den Verein kommen, nicht mehr in Betracht gezogen werden können. Ins¬ gesamt wurde die ganz Nette Summe von über Einhnnderttausenü Kronen bewilligt. Da so viele Bittgesuche vorlagen, mußten die Beträge, die be¬ willigt wurden, nieder angesetzr werden, um für alle anszureichen. Anschließend tu findet sich das Verzeichnis aller mit kleinen Beträgen bedachten Personen. Namensverzeichnis die durch den Österreicher M.K.U.-Veretn Unter- stützang erhielten. 2000 X: Johann Rom und Maria Koren in TschermvsÄuitz, Katharina Agnnsch in Altsriesach. 1500 X: Maria Saunda m Malgern 12, Pantine Lampeter in Gcasenfeld, Johann Kraus in Kočevje, Rosalia Pauc in Obrern 34, Elise Ktckel m Seele 1, Agnes Siegmund in Malgern, Johann Kuöspler in Katzendorf 22, Artur Stalzer m Aitlag, Anton und Josef Perz in Tiesenreuter. 1000 X: Maria Hins, Johann Dular in Kočevje, Georg Wolf in Gcafenfcid 68, Josef Löschte und Katharina Hutter in Nisseltal, Fcz. Schleimer, Josef Briške, Maria Wolf und Joh. Wolf m Grasenfeld, Johann Geiger m Wretzen, Johann Hutter in Liensetd, Magdalena Bartelme m Kliudorf, Georg Poje in Halenfeld, Maria Michusch in Miltergras, Maria Glatz in Ober¬ wetzendach, Josefa Krasse in Ort, Peter Köstner in Schwarzenbach, Maria Kautzky in Kernborf, Maria Brischke in Morobitz, Georg Kump in Obcrloschin, Gertrud Kusche in Wiüering, Josef Schaffer, Josefa Lackner Mich. Kump und Peter Wvgrm in Otterbach, Andreas Kropf m Schal- kendvrf. 500 X: Matth. Sturm in Niederloschin 4, Maua Hoge in Ältlag, Jose, Tschmkel m Ko¬ stern, Maua Widmar in Wu dlsHdvrf, Magdal. Herbst m Verdreng, Johann Stalzer ui Römer¬ grund, Magdal. Eppich in N uloschin 4, Josefa Schleimer, Maria Krater, Maria Bartelme, Maria Jonke, Matth. Jurmanu, Adolfine Etel, Georg Perz, M r a Pischler, Maria Nosse, Ste¬ phanie Perz, Maiih. Thellian, Anton Drobiulsch, Jo>cfa SÄeschark, Johann Höuigmann, Franz Händler, Maria Verderber, Ani. Dragan, Marg. Lustig, Maria Mlchilsch in Kočevje, Matth. Wols in Grafenfetd, Josef Krater m Alltag, Elisabeth Sumperer in Göttenitz, Gertrud Kropf in Lien¬ feld, Maria Kuöspler m Moos, Joses Stalzer in Geschwend, Johann Mille in Brunnsee, Maria Kropf in Lienfcld, Mma Jurau in Neutabor, Matth. Perz in Tiefenreuter, Franz König in Schwarzenbach, Josefa Grill in Lienfeld, Johann Kösel in Morvbitz, Johann Hutter in Unter¬ wetzenbach, Johann Slerbcnz in Mooswald, G. Hurler in Niedertiefenbach, Matth. Jakliflch in Zwischlern, Marg. Matzelle m Tschermoschnitz, Magd. Pirstitz in Morobitz, Josefa Wittine in Unlerftiegendorf, Matth. Eisenzops und Matth. Kump in Zwischlern, Michael Verderber in Unter¬ skull', Jvsesa Schleimer, Andreas Kropf, Maria Kropf, Gertrud Erker und Jakob Hönigmann in Schalkendorf, Maria und Margaretha Agnitsch in Altsriesach, Maria Michitsch in Maseru, Maria Stampfl in Windischdorf, Elisabeth Simrada in Morvbitz, Johann Stonilsch in Kummerdorf 891 X, Maria Putre in Lichtenbach 891 X, Johann Kuöspler in Lichtenbach 1784 X, Maria Koren in Tschermoschnitz 2000 X, Gustav Dürfeld in Wien 2 Doll., Anton Dragan in Graz 3 Doll., Johann Lunder in Koöevje 5 Dollar. Aus Stadl und Land. KoLevje. (S il v e st e r a b e nd). Wie im Vor¬ jahre veranstaltet der hiesige Sportklub „Svoboda" auch Heuer wieder im Saale des Hotels Triest einen Silvesterabend. Das Programm, das außer den turnerischen Vorführungen auch komische Vorträge, Solotänze, eine gegenseitige Bescherung usw. ent¬ hält, ist sorgfältig gewählt und wird an den Vor¬ arbeiten schon fleißig gearbeitet. — Die Beste Jährling IV. Gottsckeer Zeitung — Nr. 44. Seite 175. für die gegenseitige Bescherung (auch namentliche) sind Sonntag den 31. Dezember von 2 bis 5 Uhr nachmittags im Hotel Triest dem dazu be¬ stimmten Ausschußmitgliede des SK zu übergeben. — (Was haben dieSteuerzahlerbis Ende 1922 zu tun?) Die Handels- und Ge- wcrbekaminer in Ljubljana macht auf nachfolgende Punkte aufmerksam: 1. Wohnuvgslistenund -Verzeichnisse. Bis 30. November l. I. müssen alle Hausbesitzer in Slowenien und im Prekmurje selbst oder im Wege ihrer Vertreter den zustän¬ digen Steuerbehörden die Haus- und Wohnungs¬ ausweise, falls die Gebäude vermietet sind, für nichlvermietete Häuser aber das Verzeichnis der Bewohner vorlegen.. Die Ausweise, bezw. Ver¬ zeichnisse sind mit dem Stande vom 15. November 1. I. auszufüllen. Drucksorten sind bei den Steuer¬ behörden und Steuerämtern kostenlos zu haben. 2. Umsatzsteuer. Steuerpflichtige, die ein Um¬ satzbuch zu führen verpflichtet sind, außer Handels¬ gesellschaften, Genossenschaften usw., alle Betriebe, deren Umsatz im Jahre 1921 die Summe vvu 360.000 Din überschritt und welche der genannten Steuer für das dritte Vierteljahr nicht nachge¬ kommen sind, mögen dies nachträglich tun, um Strafen zu vermeiden und sich das Beschwerde¬ recht zu wahren, falls ihre Anmeldung als nicht zutreffend erklärt werden sollte. Die Anmeldung ist nach Muster A, verlautbart im Erlasse der Finanzdelegation vom 25. Mai 1922, in drei Exemplaren auszufertigen, von denen zwei das Sleueraml behält, während eines dem Zahler als Quittung zurückgegeben wird. Die Umsatz¬ bücher darf das Steueramt nicht verlangen, da im Sinne des Z116 des Finanzgesetzes für das Jahr 1922/23 nur der Vorstand der Steuerbe¬ hörde aus Grundlage der Entscheidung des Steuer¬ ausschusses dazu berechtigt ist. 3. Fälligkeit der direkten Steuern. Am 1. November l. I. waren die direkten Steuern für das letzte Vierteljahr 1922 zahlungssällig. Die Steuerämter sind berechtigt, sie nach dem 14. November zwangs¬ weise eiuzutreiben und außer den Zo/o igen Ver¬ zugszinsen noch 4°/s des eingehobenen Restes für die Mahnung zu berechnen. 4. Meldungen für die Hauszins st euer. Hausbesitzer, die die Anmeldungen über die Hauszinssteuer sür das Jahr 1923, bezw. für das Jahr 1923/24 noch nicht eingereicht haben, mögen ehetunlichst ihrer Pflicht nachkommen, weil ihnen bei Urgierung dieser Anmeldungen nur eine Frist von drei Tagen gesetzt wird und sie, wenn sie auch nach der Ans- svrderung nicht innerhalb von drei Tagen die Anmeldungen erstatten, mit Strafen bis 100 Din belegt werden. — (Wichtig für alle Arbeitgeber.) Die Arbeitgeber werden neuerlich auf den Z 102 des Arbeiterschutzgesetzes (Amtsblatt vom 13. Juli 1922, Nr. 74) aufmerksam gemacht, der bestimmt, daß die Arbeitgeber die notwendigen Arbeitskräfte durch die staatliche Arbeitsbörse beziehen müssen, das heißt, daß ein jeder, der irgendwelche Arbeits¬ kräfte benötigt, seien es Männer oder Frauen (Hilfsarbeiter, Fabriksarbeiier, Diener, Kanzlei¬ personal, Handelsangcstellte usw.) dies bei der staatlichen Arbeilsbörse anmelden muß, nicht aber, daß er die freie Stelle irgendwelcher Kraft unter der Hand abgibt. Gleichfalls muß jeder Arbeit¬ geber der staatlichen Arbeitsbörse anmelden, wenn er auf einmal mehr als fünf Arbeitskräfte entläßt. Das Arbeiterschutzgesetz ist schon seit 28. Februar 1922 in Kraft, also war es Zeit genug, daß sich jedermann darüber belehren konnte. Wer noch von nun an gegen dieses Gesetz handeln wird, wird wegen Übertretens des 8 102 nach dem 8 122, Absatz 7, des benannten Gesetzes bestraft, und zwar mit einer Strafe von 50 bis 3000 Din, bei wiederholten Übertretungen nebst der Geld¬ strafe noch bis zu einem Monat Arrest. — (Die landwirtschaftliche Filiale) beabsichtigt, noch in diesem Monate Kunstdünger (für Wiesen) zu bestellen. Da jedoch die Preise ziemlich hoch sind und die Filiale keine Barmittel zur Verfügung hat, sieht sie sich veranlaßt, die Bestellung nur unter der Bedingung zu machen, wenn die Interessenten ihr bestelltes Quantum sofort bei der Anmeldung bezahlen. Die Preise dürsten sich sür 100 KZ Kalisalze auf etwa 200 Din, für Tomasmehl etwa 200 bis 250 Din belaufen. Beim Schriftführer der Filiale Lorenz Hönigmann (Gruber) werden ab 15. Dezember Pläne für verschiedene Stallungen aufliegen und stehen die¬ selben allen Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. — (Der Goldschatz Jugoslawiens aus der österreichisch-ungarischen Bank und die Kriegsanleihe.) Aus Leserkreisen wird uns geschrieben) Der Anteil Jugoslawiens aus der Liquidation der österreichisch-ungarischen Bank im Betrage von 14,600.000 Kronen in Gold ist am 22. September l. I. mittelst Schiff von Wien nach Beograd übertragen worden. Dieser Goldschatz ist streng genommen Eigentum der durch den Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie an Jugoslawien gefallenen Gebiete von Kroatien und Slawonien, Slowenien, Dalmatien, der Wojewodina, Bosnien und der Herzogvwina. Da die Regierung in Beograd im Namen des Staates die aktiven Posten aus dem Verfalle der alten Monarchie übernimmt, so wäre es eigent¬ lich eine logische Folge, wenn sie auch deren Passiva übernähme. Die Kriegsanleihebesitzer erwarten, daß sich endlich einmal berufene Männer, Führer des Volkes in den erwähnten Gebieten, erheben und die Einlösung der Kriegsanleihe in Beograd fordern. In allen Nachfolgestaaten wurden die Kriegsanleihen übernommen; in der Tschecho¬ slowakei kämpfen die Kriegsanleihebesitzer nicht mehr um deren prinzipielle Anerkennung, sondern nur noch um das Maß und die Art der Ein¬ lösung. Der Staat hat nicht nur die moralische, sondern auch die juridische Verpflichtung, die im Besitze seiner Staatsbürger befindlichen Kriegs¬ anleihen einzulösen. Wenn man bedenkt, daß viele Personen gerade des Mittelstandes ihre letzten Spar¬ groschen, die damals hvchvalutarischen Wert hatten, verleitet durch hohe Zinsen, Hingaben und, auch wenn sie die Kriegsanleihe heute eingelöst bekämen, durch die Verwässeruug der Valuta ohnedies enormen Schaden erleiden, so muß es jede Staatsverwal¬ tung als ihre Pflicht betrachten, endlich an die Regelung dieser Frage zu schreiten. Stara cerkev. (Unglücksfälle inAmeri- k a.) Im heurigen Sommer sind zwei hier gebürtige Personen in Amerika uins Leben gekommen. In Cle¬ veland wurde der schon jahrelang ansässige Johann Kösel aus Rain von der Straßenbahn erfaßt und hiebei so verletzt, daß er den nächsten Tag starb. Ec war 58 Jahre alt. Der zweite Fall trug sich in Wallpole zu. Maria Peteln geb. Hönigmann aus Mitterdorf 35 kam dort unter einen Eisen¬ bahnzug. Ihr Tod trat augenblicklich ein. Die auf so traurige Weise aus dem Leben geschiedene Frau zählte 42 Jahre. Witterdorf. (Die Achtzigjährigen in der Pfarre.) Es sind ihrer gegenwärtig 25, und zwar 9 Männer und 16 Frauen. An erster Stelle steht Johann Ostermann aus Koflern mit 90 Jahren; dem Patriarchen folgt Maria König aus Malgern mit 87 Jahren; Maria Perz aus Malgern, Matthias Tfchecne aus Obrern, Elisa¬ beth Jaklirsch aus Koflern zählen 86 Jahre; Gertrud Krvbath aus Wivdischdorf, Margarerha Knaus aus Oct und Martin Konte aus Koflern haben 85 Jahre; Magdalena König aus Win- dischdorf, Johann Perz aus Oberloschin und Eli¬ sabeth Kresse aus Ort haben 84 Jahre; Maria Schneider aus Malgern 83 Jahre; Magdalena Flack aus Ort und Elisabeth Krauland aus Ko¬ flern 82 Jahre; Jakob Michitsch aus Kerndorf, Maria Kren, Elisabeth Hönigmann aus Windisch- dorf und Maria Schober aus Obrern 81 Jahre; Maria Sbaschnik aus Windischdors, Maria Röthel aus Obrern, Andreas Eppich aus Mitterdorf, I. Stalzer aus Unterlvschin, Johann Verderber aus Kerndorf und Engelbert Dallamaßl aus Mitterdorf haben das 80. Jahr hinter sich. Ins¬ gesamt zählen sie 2086 Jahre. Schwarzenbach. (Spenden.) Zu dem Aus¬ weis ui Nr. 43 über die Spenden aus Cleveland und Brooklyn wären noch nachzutragen die Spen¬ den aus Chicago. Es spendeten: Alois Jaklitsch 6'65 Dollar, Franz Jaklitsch, Matthias Knöspler und Lena Dienert je 1 Dollar; Oswald Wi- schoffer 50 Cent; I. Wischoffer, John Rom und Patty Rubino je 25 Cent. Gesammelt wurde in Cleveland durch Herrn und Fran Maichin, in Brooklyn durch Herrn Johann Maichin und in Chicago durch Herrn Alois Jaklitsch. Allen freundlichen Sammlern und edlen Spendern danken wir aufs herzlichste. Wösel. (Nikolobescherung der Schul¬ jugend.) Der Nikvlausabend brachte Heuer unseren Schulkindern eine freudige Überraschung. Um 5 Uhr abends versammelten sich die Alltags¬ und Wiederholungsschüler und viele Eltern im Schulhause, wo die Lehrerschaft das Erscheinen des heil. Nikolaus vermeldete. Bald kam er, der heil. Nikolaus mit seinem Knechte Ruprecht und zwei Engeln, welche Körbe voll Gaben trugen, aber auch der fürchterliche, gehörnte Krampus mit Ketten und Ruien. Die Schulkinder begrüßten den hei. Nikolaus mit kindlicher Ehrfurcht und verrichteten ein Gebet. Auf seine Frage, ob sie was gelernt haben, trugen mehrere passende Ge- dichte, deutsch und slowenisch, vor. Der heil. Ni¬ kolaus äußerte seine Zufriedenheit mit den Vor¬ trägen und beteilte alle Alltagsschüler mit Schreib¬ requisiten, Schiefertafeln, Heften, Federschachteln, Federstielen, Bleistiften, Radiergummi und Bäk- kerei. Auch die Wiederholungsschüler bekamen kleine Gaben aus Bäckerei bestehend. Die trägen und schlechten Kinder bekamen aber auch zu ihren Gaben vom Krampus zur Strafe Ruten, welche sie in heilsamer Furcht annahmen und Besserung versprachen. Nach der Bescherung wurde dem heil. Nikolaus samt Begleitung der schöne Dank ausgesprochen und gingen die Kinder freudigen Verzinst 8psrein- isxen mit o unll rsblt üie Invsli- üen- u. Kentensteuer au8 eigenem. AStvübrt unter kulantesten Leäinx-unß-en, übernimmt 8pSI*L!nIsgvN ebne 2insver1n»t unä rubit sie über Verlangen sofort uns, übernimmt LinIsgSN gvgSN Kündigung, §e§en böbers Verrinsunx, übernimmt TvKvvK, usrv. rur Linkösunx, bankt Vslulen aller Staaten, beson- äer» ru üen böobsten laZ-esbursen. Seite 176. Gotücheer Zeitung — Nr. 44 Jnhrqnnn !V. und dankbaren Herzens nach Hause, wo sie das feierliche Ereignis mit glühendem Gesichte erzählten und wahrscheinlich auch in der Nacht davon süß und schauerlich träumten. Diese Nikolausbescherung veranlaßten Herr Oberlehrer Sumperer und die beiden Lehrerinnen, indem sie hiesür selbst Bei¬ träge sammelten, um den lieben Schulkindern und anderen Kleinen eine Freude zu bereiten. Für das Zustandekommen und den schönen Verlauf der Nikolausbescherung sei hiemit der Lehrerschaft Anerkennung und Dank ausgesprochen. Livold. (Gedenkfeier.) Am 7. November l. J..feierte die hiesige Schulgemeinde auf An¬ regung des neuen Oberlehrers Herrn F. Reiniger das Andenken an den verstorbenen und vielver¬ dienten Oberlehrer Herrn Josef Windisch durch ein feierliches Requiem. Den Gesang besorgte Herr Lehrer Kaucky aus KoLevje mit seiner gut geschulten Sängerschar in vortrefflicher Weise. Die gesamte Schuljugend und der Ortsschulrat mit dem Obmanne Herrn Karl Kresse an der Spitze waren beim Seelenamte anwesend. Auch erschienen alle älteren Herren Oberlehrer und Lehrer, alte Freunde des zu früh von uns gegangenen Windisch. Das Kirchlein von Livold war voll Andächtiger, die ihr Gebet zum Throne des Allmächtigen sen¬ deten zum Seelenheile ihres so geliebten, verehrten und verdienstvollen ersten Oberlehrers Windisch. Nun sei noch gedacht des jetzigen Obmannes des Ortsschulrates Herrn Karl Kresse, der es nicht scheute, aus eigenen Mitteln die Sänger zu be¬ wirten und.dadurch ein schönes Zeugnis seiner Schulfreundlichkeit gab. Glücklich eine Schulge¬ meinde, die solche Männer an die Spitze des Ortsschulrates stellen kann, wie es der gewesene Obmann Herr Franz Klun war und es der jetzige Herr Karl Kresse ist. Freund Windisch ruhe in Frieden! Kulturbund. Bericht ÜSer die Tätigkeit des Schwäöisch-deutschen Kulturbundes. (Fortsetzung.) Bei dem unbefriedigenden Zustande des deut¬ schen Schulwesens, namentlich der deutschen Volks¬ schulen, muß es als eine besondere Härte empfun¬ den werden, daß der deutschen Bevölkerung auch die bescheidenste kulturelle Selbsthilfe verwehrt worden ist. Die auf Anregung der Bundesleitung von den meisten Ortsgruppen aufgestellten Analpha¬ beten- und Fortbildungskurse für schulentwachsene Personen wurden ohne Angabe eines Grundes unterdrückt, und es war trotz wiederholter Vor¬ sprache in Belgrad und trotz persönlicher Verur¬ teilung dieser Maßnahme durch den Herrn Minister für Volksaufklärung nicht möglich, im Winter 1920—21 die Wiedereröffnug dieser Kurse zu erwirken. Im Winter 1921—22 war die Praxis zwiespältig, hie und da, namentlich im Banate ließ man die Ortsgruppen gewähren, an den meisten Orten aber wurde die gewohnte Bc- drückungspraxis fortgesetzt. Wie es im Winter 1922—23 seitens der Behörden damit gehalten werden wird, steht dahin; auf jeden Fall hält der Kulturbund daran fest, daß ihm das Recht zur Veranstaltung solcher Selbstbildungskurse schul¬ entwachsener Personen nicht vorenthalten werden kann, und es werden daher alle Ortsgruppen ein¬ geladen, rechtzeitig die erforderlichen Vorberei¬ tungen zu treffen, damit in der Winterperiode 1922—23 der Unterricht wieder ausgenommen werden kann. Eine sehr rege Tätigkeit entwickelte der Kultur- bund, um die gewerbebeflissene Jugend zum Be¬ suche bewährter deutscher Fachschulen anzuleiten. Da es in unserem Staate, namentlich in der Wojwodina und in Sycmien, solche Lehranstalten fast gar nicht gibt, so wandte sich die Bundes¬ leitung an deutsche Fachschulen, und es konnten erfreulicherweise Verbindungen angeknüpft werden, die es ermöglichten, bisher an 200 strebsame Jünglinge einer höheren fachlichen Ausbildung zu- zuführen. Daß in einzelnen Fällen auch unsere serbischen Staatsgenossen unsere Vermittlung in Anspruch nahmen, gereicht uns zu besonderer Genugtuung. Auch den Besuchern deutscher Hochschulen ver¬ mochte der Kulturbund mit Rat und Tat an die Hand zu gehen, und wenn unser heimatliches Deutschtum heute schon auf eine zukunftfrohe Schar volksbewußter Akademiker blicken kann, so ist dies zum großen Teile ein Verdienst des Kulturbundes. Bedauerlicherweise zeigte sich hier im Sommer 1921 in ganz auffallender Weise die Absicht einer Abschnürung unseres heimatlichen Deutschtums von dem großen deutschen Geistes- und Kultur¬ leben, indem unseren zum Besuche deutscher Hoch¬ schulen entschlossenen Landsleuten alle nur irgend erdenklichen Paßerschwerungen und sonstigen Hem¬ mungen bereitet wurden. Diese Versuche einer willkürlichen Einschränkung der akademischen Frei¬ zügigkeit die seit der Gründung der ersten Universi¬ täten in Italien, Frankreich und Deutschland als ine der wertvollsten Errungenschaften der kultu¬ rellen Versöhnung und gegenseitigen Förderung der Nationen gepriesen wird, haben auch über die Grenzen unseres Staates hinaus Aufsehen erregt, und man darf wohl hoffen, daß solche reaktionäre Maßnahmen, die noch keiner Verwaltung Ehre und Vorteil gebracht haben, von unseren ver¬ antwortlichen Regierungsstellen künftighin nicht mehr versucht werden. Wir halten unter allen Umständen daran fest, daß es niemandem aus unserem Staate verwehrt werden kann, die Musen in München oder in Heidelberg oder in Leipzig aufzusuchen und deutsche Kultur, die noch zu allen Zeiten Menschheitskultur im edelsten Sinne des Wortes war, in sich aufzunehmen. Dabei braucht unsere akademische Jugend nicht erst ermahnt zu werden, was sie dem Vaterlande Und der Heimat schuldet, denn sie hat die Heimattreue neben der Volkstreue ganz aus eigenem Antriebe auf ihre Fahne geschrieben. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger „Gottscheer Bauernvartei" Buchdruckerei Joses Bavl-cek in Gotischer L Nstimssciiine n DU ZodtvinAsestill - Aantralbobbius- kür Namiliš unä üevsrbe in einkaoüer unä keinstwr'LusküüirtnA „Ackler"- 8ctiulimac!iernis8cliinen in rwei Orössen empkiestlt - - kranr l'sctiinkel in Kočevje - - Kranz Jonke gibt im eigenen sowie im Namen seiner Kinder Anny und Audi allen verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht von dem plötzlichen Ableben seiner innigstgeliebten Gattin, bezw. Mutter, Tochter und Schwester, der Frau Mine Jonke geb. Ciseiyapf Broknristensgattin der Zr.-W.-K. welche Samstag den 2. Dezember t922 um halb g Uhr nachts nach kurzem schweren Leiden im 29. Lebensjahre selig im Herrn entschlafen ist. Die irdische Hülle der teuren verbli¬ chenen wird Dienstag den s. Dezember um halb z Uhr nachmittags vom Trauerhause in Berndorf, Bogenstraße SS8, in die Marga¬ rethenkirche getragen, daselbst feierlich ein¬ gesegnet und sodann auf dem hiesigen Fried- Hofe im eigenen Grabe zur Ruhe bestattet. Die heil. Seelenmesse wird am s. De- zember in der obgenannten Kirche gelesen. Berndorf, am z. Dezember 1922. Gkrenerkl'ärung. Ich Anna Herbst aus 8alkavas 94 habe am 17. No¬ vember d. I. Herrn Georg Marinzel aus Lalkavas 18 in seiner Ehre angegriffen und widerrufe auf diesem Wege alles, womit ich genannten Herrn beleidigt habe. Kaus samt Aetbern ist preiswert zu verkaufen. Anzusragen bei Matthias Fink stn Windischdorf 47. Kaus Ar. 9 in Jerdreng mit 40 Joch Grund, Waldanteilen, Stallungen im Hause, alles m gutem Zustande, wird Sonntag den 17. Dezember um 1 Uhr nachmittags verkauft. Doppetspänniger Wagen schwer, neu, ist zu verkaufen. Anzufragen bei Anton Kresse in Schalkendorf. 2—1 Sparks;«