September 1912 der Sühne des heiligsten Herzens Jesu. = Organ deß aNarlen-VereinS für Afrika. = Der Seifige Datei Papst Pius X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den apostolischen Legen erteilt. Mit Empfehlung vieler hochwürdigster Bischöfe. Erscheint monatlich einmal und kostet jährlich mit Post 2 K — 2 Mk. — 3 Franken. Redaktion und Administration: ddissionsbaus dbtiland bet Lrken, Tirol. .................. = Inhalt: ■ =-------------—.... —. St. Josef in (Sulu. Die Seelsorge der Baganda (Schluß) 193. — L»l einst und jetzt (Forts.) 200.. — Rundschau in den Missionen: Das Werk zur Verbreitung des Glaubens im Jahre 19U 204. -„Elmira" 206. — Innige Bitte an meine Freunde 207. — Unterhaltendes: Die Schrecken der Sklaverei (Fort-setz,mg) 209 — Verschiedenes: Aus unserem Missionshause 212. — Erste Missionskonfereiiz des Münstcrschen Diözesanklerus 213. — Der Akademische Missionsvcrein in Münster 215. — Der Katholische akademische Missionsverein Tübingen 216. — Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften. SbbilOungen: Teilansicht von Khartoum. — In der Straußenfarm. — Attigo: Schillnkfranen bei der Bierbereitung. — Attigo: Negerknaben beim Spiel. — Attigo: Negerknaben beim Tombola. — Ein> Baumkuriosum. — Attigo: Schillukkrieger vor dem Zelte, der ersten Wohnung der Missionare. Dem Memento der hochw. Missionäre und dem Gebete aller Leser werden folgende Verstorbene empfohlen: Herr Josef Eisenbarth, Lehrer, Nenreichcnau; Fr. Wälder, Dcutsch-Matrei. „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen!" Vom 10. Mai bis 10. August haben folgende Nummern ihr Abonnement erneuert: 146 170 240 632 635 648 851 946 959 1133 1181 1619 1671 1865 1957 2029 2386 2531 2595 2699' 2887 2899 3246 3281 3413 3418 3484 3600 3717 5023 5210 5334 5391 5422 5456 5513 5531 5544 5745 6594 6636 7015 7176. Empfehlenswerte Bücher und Zeitschriften, Die -Missionpvcrci'iiirrung lrathvlischxr Frauen itiib Jungfrauen. Eine Darstellung ihres Werdens und Wirkens von Franz Hamm, Doktor der Theologie und Staatswissenschast, Professor der Moral am bischöflichen Priesterseminare zu Trier. Druck und Kommissionsverlag der Paulinus-Druckerei, Trier, 1912. 160 Seiten. 8°. Preis 50 Pfg. Die Missionsvereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen, welche an 170.000 Mitglieder zählt, stellt durch Prof. Dr. Hamm dem Leser den ganzen Entwicklungsgang vor, schildert das Ringen und Kämpfen der.jungen Gründung in den ersten Jahren und die Stürme, die das Werk zu vernichten drohten. Das reizende Büchlein „Nlein-MM ,tmm heiligen ißatt1, das Veilchen des allerheiligsten Sakramentes" von P. Hildebrand Bihlmeyer 0. S. B. iit Beuron, aus dem Verlage von Herder zu Freiburg (80 Pfennig), hat rasch eine dritte Auflage erlebt. Auch diese Ausgabe wird bald in Vereinen Und Bibliotheken, bei Verehrern des allerheiligsten Sakraments, bei Kranken, Ordensleuten, Kinderfreunden und Kindern Verbreitung finden. Suiicürrg in Geschichte und Sage. Bon Dr. Alois Bittur. Konimissionsverlag: Buchhandlung Karl Riedmann in Lana a. E. bei Meran. Das in jeder Beziehung preiswerte Buch ist reichlich illustriert und hübsch ausgestattet, in feinen Original-Einband gebunden. (Entwurf von Herrn v. Nordegg, Lana.) Der Preis des Buches mußte nachträglich um Kr. V— erhöht werden, da das Werk nach seiner Vollendung einen um mehr als ein Viertel größeren Umfang, als auch mehr Illustrationen erhalten hat. Gr.-8" mit über 460 Druckseiten und 40 Illustrationen (mit Voll- und Wappenbildern). Preis Kr. 8-—; franko Kr. 8-30. Die tirolische Geschichtsliteratur findet durch das vorliegende Buch eine gewiß begrüßenswerte Bereicherung und ist dies heute das erste so umfangreiche Werk über Enneberg, das entschieden infolge seines eigenartigen Stoffes eine Lücke in der Tirol-Literatur ausfüllt. Der Verfasser, ein Kind des von ihm beschriebenen Tales, schildert in anziehender Sprache den Werdegang der Geschichte in all seinen Teilen entsprechend der Entwicklung des ladinischen Boltsstamines. Das Buch sollte daher in keiner-Schulbibliothek und bei keinem Tirolensien-Saminler fehlen. Die vielen Voransbestellungen von allen Seiten lassen schließen, daß die Auflage des Buches, in Kürze vergriffen sein dürfte. ebraucbte Briefmarken sammeln mir in allen Nuanlitäken und werden solche mil Ijer?« lichem „Vergell's Volk!" von der Verwaltung des Missions« Hauses in fliMlIanb bei Wriren entgegengenommen. * MholischeMisswnsMschrist tlerLöhne des Heiligsten h ersens Jesu' (Organ des Earim-Weins fur HfriUa) j ©sent vornehmlich der Unterstützung und Ausbreitung der Mistionstätigkeit der Sobne des heiligsten Derzens Sefu und sucht Verständnis und werktätige Liehe des MWonswerkes in Mort und Schritt zu fördern. Bas Arbeitsfeld dieser flbtsstonare ist der Sudan (Lentral-Afrtba). Der „Stern der Neger" erscheint monatlich und wird vom Missionshaus Milland bei Brixen (Südtirol) herausgegeben. BBonnementsprefB ganzjäbrig mit Voftrerfcndung TRr. 2.-, ÄB. 2.—, zfr. 3.—. Der Zeitige Baler ZUpst Plus X. hat der Redaktion, den Abonnenten und Wohltätern den Apostolischen Segen erteilt. Für die Wohltäter werden wöchentlich zwei heilige Messen geiesen. Mit Empfehlung der hochwürdigsten Oberhirten von Brixen, Brünn, Leitmeritz, Linz, Oimütz, Marburg, Trient, Triest und Wien. Ibeft 9. September 1912. XV. Zadrg. St. Josef in Sulu. Die Seelsorge der Baganba. P. ipasqu. ilrazzolara F. S. C. (Schluß.) Dienstag um 4 Uhr in der Früh verließ ich Nimule wieder, um mich weiter nach Gondokoro zu begeben. Der Weg, der acht Tage in Anspruch nimmt, lucir mir von meiner ersten Reise vor zwei Jahren noch bekannt, nur daß ans dem oben schon erwähntest Grunde die Straße schöner, die Hütten zahlreicher und viel bequemer waren; er führt fast ausschließlich durch Wäldgebiet. Die ersten drei Tage bekommt man keine einzige Hütte von Eingeborenen zu Gesichte, einige Eingeborene lassen sich hie und da allerdings erblicken, es find Madi. Zu meiner angenehmen Überraschung nahm ich wahr, daß diese Madi fast alle, wenigstens soweit sie Erwachsene sind, sehr gut und geläufig Atscholi sprechen. Auf meiner Rückreise vernahm ich auch den Grund hievon. Alle diese Madi, die ursprünglich ihre Wohnsitze nördlich von Nimule hatten, lebten eben auch, wie übrigens alle Stämme dahier, Btb vor kurzem in beständiger Fehde miteinander lind mit anderen Stämmen, zum Teile ist das auch jetzt noch der Fall. Sie schlossen sich dann je nach den besseren Aussichten bald diesem, bald jenem Häuptlinge an, um bei ihm Schutz zu finden oder um dessen Partei zu ergreifen. Ein Großteil der Madi lebte aus diesen Gründen unter mächtigen Atscholi-Häuptlingen und besonders auch unter dem Häuptling Oliü, südöstlich von Nimule, dessen Gebiet ich gerade durchzogen hatte. Erst vor ungefähr zehn Jahren wurden sie von der englischen Regierung genötigt, in ihre alten Wohnsitze zurückzukehren. Es ist daher leicht einzusehen, daß das Atscholi ihnen nicht fremd sein kann, besonders den Erwachsenen, außerdem find sie auch jetzt noch mit den Atscholi in beständigem Kontakte. Sie haben eben nur einen engeren oder breiteren Landstrich 194 Heft 9. Stern der Neger. längs des Nils time und grenzen an die weit nach Norden vorgeschobenen Posten der Atscholistämme, auch hält sich-bei ihnen das Interesse für die Atscholisprache wach. Es ist das Bekanntsein der Atscholi-Sprache bei verschiedenen anderen Stämmen eine Tatsache, die wir Missionäre mit größtem Interesse feststellen. Gehören diese Stämme doch alle zu unserer Mission und früher oder später wird uns unser Beruf auch zu ihnen führen; es ist dann ein Moment von weittragendster Bedeutung, wenn der Missionär, der zum erstenmal zu einem neuen Negerstamm kommt, sich gleich ohne Schwierigkeiten mit ihnen verständigen kann. Er kann sozusagen vom ersten Tage an seine eigentliche Missionsarbeit in Angriff nehmen, auch die Leute selbst sind gleich bereit, ihm bei Errichtung der Station zur Hand zu gehen, endlich hat er ein großes Hilfsmittel zur Hand, ihre Muttersprache mit Leichtigkeit zu erlernen. Jeder wird leicht einsehen, welch ein Unterschied und welch eine Erleichterung es ist, wenn ich sofort direkt fragen kann: „Was heißt ,laten1 (Kind) auf Madi?" oder wenn ich erst durch verschiedene Zeichen und umständliche Versuche das Wort herausfischen muß mit dem zunächst sehr zweifelhaften Resultat; ich weiß ja nie, ob derBefragte meine Zeichensprache richtig verstanden hat. Sehr unliebsame Erfahrungen diesbezüglich mußten ja auch unsere ersten Missionäre bei den Schilluk machen. So frage ich z. B. um die Bedeutung von Baum, ohne Schwierigkeit wird mir einer ein Wort sagen, bei dem ich erst lange nachher herausfinde, daß es nicht Baum im allgemeinen heißt, sondern die bestimmte Baumart, auf welche ich damals gerade zeigte, bedeutet, und vielleicht erfahre ich jetzt noch nicht das gewünschte Wort, sondern wieder eine andere Baumart. Das ist nur ein Beispiel von so vielen, die uns in Omatsch tagtäglich zustießen. Alle diese Schwierigkeiten schwinden aber von dem Augenblick, wo Missionär und Eingeborener ein Idiom haben, in dem sie sich verständigen können, wenn es auch nicht die Muttersprache weder des einen noch des anderen ist. Möge der Zeitpunkt, in dem wir uns diesen günstigen Umstand zu Nutzen machen können, nicht mehr-allzu ferne sein. Den 18. April hatten die Träger, alles Baganda, große Bedenken, bei Nachtzeit aufzubrechen, da sie vernommen hatten, daß Löwen die Gegend unsicher machten und erst vor kurzem zwei ihrer Stammesgenossen von denselben zerrissen worden waren, daher blieben beim auch auf dem ganzen Marsch alle bei-sanunen, was sonst höchst selten der Fall ist, auch ich fühlte mich an diesem Tage sehr unwohl und langte recht ermattet am nächsten Lagerplatze — Uma River — an.. Der Fluß Uma bildet die Grenze zwischen den Distrikten Nimule und Gondokoro. Schon lange hat es geheißen, daß möglicherweise dieser Fluß, der übrigens zur Trockenzeit nur einige Pfützen aufweist, einstens die Grenze zwischen Uganda und dem anglo-ägyptischen Sudan bilden werde. Die Frage soll jetzt so ziemlich spruchreif sein und nach der Rückkehr des Gouverneurs von seiner Rundreise dürfte in Entebbe die Entscheidung fallen. Die Sudanregierung stützt ihre Ansprüche darauf, daß die ägyptische Regierung diese Provinz schon besetzt habe, bevor sie von Uganda aus jemand beanspruchen konnte (S. W. Baker, 1870). Die Rechtsnachfolgerin, die anglo-ägyptischeSndan-regierung, beansprucht sie deshalb auch entschieden. Wir Missionäre würden es sehr beklagen, wenn auch nur das kleinste Stück von Uganda unter sudanesische, d. h. mohammedanische Herrschaft käme. Der Islam würde, wie im Sudan, sich auch hier sofort breit machen, obwohl bisher sein Einfluß hier soviel wie Null ist. Wir hätten vielmehr gewünscht, daß auch die vormals belgische Ladd-provinz zu Uganda geschlagen worden wäre. Die Entscheidung wird also jedenfalls in diesem Jahre fallen und gebe Gott, daß sie nicht zu unseren Ungunsten, d. h. zu Ungunsten unserer Sache ansfalle, ©ubiti über die Bedeutung des Uma-Flusses. Wie erwähnt, kam ich heute sehr ermüdet in der Herbergshütte cm. Zu meinem Staunen fand ich in der Haupthütte verschiedene Bekanntmachungen angeschlagen. Beim ersten Durchlesen wurde ich mir über deren Bedeutung nicht klar und staunte über die neue Weisheit; erst bei wiederholtem Lesen ging mir ein Lichtlein auf und trotz der Ermattung ließ ich es mir nicht nehmen, eine Abschrift davon zu machen, um sie bei Gelegenheit den „Stern"-Lesern zum besten zu geben. Man lese und staune über die afrikanische Weisheit: „Der folgende Auszug ans den Vorschriften des .Travellers' Club' (Touristen-Klub) wird zur Information veröffentlicht." (Der Sitz dieses Tonristen-Klubs ist nicht angegeben und ist mir auch leider unbekannt.) Rule Q. T. Die Reisenden sind gebeten, ihre Hüte nicht ans den Boden oder auf die Tische zu „hängen" (not to hang their hats on the ground or tables), da zu diesem Zwecke hölzerne Nägel vorgesehen sind. (Natürlich sind die betreffenden Nägel so angebracht, daß sie ihrem Zwecke absolut nicht dienen können.) Rule X. Z. Reisende sind gebeten, ihren Dienern, Trägern oder anderen harmlosen Leuten (NB. stehlen, lügen und faulenzen sind unbekannte Begriffe bei diesen Leuten!) nichts zur Last zu legen. Der Assistent des Distrikts-Kommissärs ist der dafür vorgesehene Dübel. Rule Z. Reisende sind gebeten, sich nicht zu erhitzen oder nutzlos zu Plagen, noch auch sich irgendwie Gedanken zu machen über den morgigen Tag oder das Gesinde auszuschimpfen. Der Assistent des Distrikts-Kommissärs wird sich in dieser Hinsicht vollauf genügend betätigen. Man erwartet, daß letzterer alle zur Genüge mit heißer Luft versehen wird. (Eine Regel voll wichtiger Ratschläge und Trostgedanken für einen Reisenden, der sich mitten in einem afrikanischen Walde befindet, weit entfernt von jedem zivilisierten Menschen!) Rule V. V. Die Reisenden sind gebeten, keine elektrischen Klingeln zu gebrauchen, da eilt Schrei hinreichend sein dürfte (?). (Das Fragezeichen ist im Original und hier allerdings am Platze. Ob die elektrischett (!!) Schellen ihren Aufgaben genügen würden, wenn die Leute müde oder faul sind?) Rule N. Kaltes, reines Wasser wird man für gewöhnlich in den goolahs (? etwa Pfützen!) vorfinden, die Reisenden brauchen daher ihr Gläschen ungetansten Whiskys nicht zur Hand zu nehmen. Notice. Alle Klagen sollten schriftlich direkt im Himmel vorgebracht werdett und nicht vor dem „Assistant District’s Commissionar“. (Wahrscheinlich weil letzteres vergeblich wäre!) Soweit die Vorschriften. Die letzte Bemerkung ist wohl zu beachten. Ich las die sonderbaren Reiseregeln und die entschwundenen Lebensgeister kehrten wieder zurück. Am 21. kamen wir in Kiriba an, wo sich kein eigentlicher Lagerplatz befindet, daher waren auch keine Uttterkunftshütten errichtet worden. Wir mußten also zu unserem zu diesem Zwecke eigens mitgeführten Zelte greifen und schlugen dasselbe unter einem mächtigen Baume ans. Doch gerade heute sollten wir Pech haben. Gegen Abend stiegen im Nordwesten finstere Wolken auf, immer näher rückten sie heran, nun setzte auch der dem Regen gewöhnlich vorausgehende Wind ein und nahm bald eine solche Gewalt an, daß er unser ganzes Zelt fortzutragen drohte, alle Träger mußten herbeigeholt werden, mit es zu halten, doch schien alles nutzlos zu sein. Ein Pflock nach dem anderen wurde vom Sturme losgerissen. Inzwischen hatte auch der Regen eingesetzt und drang überall zu uns herein, so daß wir vollständig durchnäßt waren. Endlich ließ der Wind etwas nach und der Mutigste begab sich ins Freie, um die Pflöcke wieder in den Boden festzuschlagen; doch vergebliche Mühe, anstatt des festen Bodens hatte er nur mehr einen Lehmbrei unter den Füßen, in dem nichts hielt. Wir ließen also das Zelt wie es war und suchten uns ein Plätzchen, wo wir etwa ruhen könnten. Mein Lager war glücklicherweise vom Regen verschont geblieben, so das; ich wenigstens ein trockenes Bett hatte, das mir bei der empfindlichen Kälte, die während der Nacht herrschte, sehr wohl tat. Der Tag, der nun anbrach, sollte aber leider nur der Refrain des nassen Abends werden. Kaum waren wir eine Viertelstunde auf dem Wege, als wir auf ein 150 bis 200 Meter breites Flußbett stießen (von früher war es mir nur als solches bekannt). Heute war es in einen gewaltigen Fluß umgewandelt, in seiner ganzen Breite war es mit Wasser angefüllt, das eine durchschnittliche Tiefe von 80 bis 90 Zentimeter hatte. Was jetzt tun: mich hinübertragen lassen? Doch das hätte mir zu lange gewährt und ich wäre zu dem noch Gefahr gelaufen, kopfüber in das Wasser zu fliegen, ich tat daher ohne langes Zaudern den ersten Schritt ins Wasser. Mit diesem einen Flusse war es jedoch nicht getan, etwa ein halbes Dutzendmal wiederholte sich die Sache, so daß wir fast nicht mehr aus dem Wasser herauskamen. Gegen 12 Uhr langten wir endlich in Gondokoro an. Die Katholiken erschienen gleich nachdem sich die Nachricht von meiner Ankunft verbreitet hatte, um mich zu begrüßen und bei dem Aufschlagen des Zeltes behilflich zu sein. In den nächsten Tagen kamen die meisten Katholiken zu den heiligen Sakramenten. Auch hier hatte ich wieder das Mißgeschick, daß der Kollektor auf Reisen war und mit ihm zahlreiche katholische Baganda als Träger, sie kehrten zwar wieder zurück und trafen mich noch au, mußten aber am darauffolgenden Tage wieder in aller Frühe aufbrechen, bevor ich noch die heilige Messe lesen konnte. Einige benutzten die kurze Frist, um wenigstens zu beichten, während sie infolge der frühzeitigen Abreise verhindert waren, zu kommunizieren. Im ganzen hatte ich 23 Jahres- und vier Andachtsbeichten sowie 19 Oster- und vier Andachtskommnnionen: dazu vier Taufen von Kindern von Ibis 6 Jahren: drei Erwachsene wurden in die Skapulierbruderschaft vom Berge Karmel aufgenommen. Eine kleine, erbauliche Episode sei noch angeführt. Am zweiten Tage erschien mit den Katholiken auch eine Frau, die, wie alle anderen, ebenfalls ihren Rosenkranz am Halse trug. Sie war aber offenbar anderer Herkunft, die Physiognomie war von der der Baganda gänzlich verschieden, außerdem war sie im Gesicht und anderwärts reichlich tätowiert, es stellte sich auch bald heraus, daß sie aus dem belgischen Kongo stammte. Als sie zu mir kam, sagte sie entschlossen: „Ich will auch beichten!" „Gut," sage ich, „kannst Du Luganda?" „Nein, ich kann es nicht", war die entschiedene Antwort, die sie mir durch einen Dolmetsch mitteilen ließ. „Kannst bit Arabisch?" „Nein", heißt es wieder. „Kannst du vielleicht Allurn?" Die Alluru verzweigen sich nämlich bis in den belgischen Kongostaat. Doch noch einmal heißt es „Nein". Wie sollen wir es nun anstellen, wenn wir uns nicht verständlich machen können; das gab ich auch ihr zu verstehen und traurig entfernte sie sich für jetzt. An, Abend erscheint sie von neuem, um mir noch einmal ihren Wunsch ztt äußern. „Aber wie willst du beichten, wenn ich deine Sprache nicht verstehe?" Sie verrichtet jetzt gemeinschaftlich mit den anderen das Abendgebet und entfernte sich, um am nächsten Morgen wieder ztt erscheinen. Zugleich mit ihr kommt auch ein anderer Katholik und beruhigt ntich mit den Worten: „Wir haben sie gestern unterrichtet und jetzt ist sie imstande, in Luganda zu beichten." Sie gibt gleichfalls zu verstehen, daß jetzt jede Schwierigkeit behoben sei. Sie beichtete und ich kann versichern, daß ich keinen besser verstanden habe als sie-, mit großer Andacht empfing sie dann die heilige Kommunion, am nächsten Morgen kam sie noch einmal zur heiligen Beichte und Kommunion. Ein jeder kann sieb leicht denken, welch einen Eindruck solch lebendiges Glaubensleben auf mich machte. „Liebe macht erfinderisch", dachte ich und pries Gott. Am 26. wollte ich in der Frühe abreisen, um mich nach dem fünf Stunden fernen Redschaf zu begeben. Redschaf befindet sich bereits auf sudanesischem Boden. Schon war alles reisefertig, als plötzlich ein heftiger Regen einsetzte, der uns bis zwei Uhr nachmittags aufhielt. Als es sich endlich etwas aufhellte, hatten die Träger noch keine Lust aufzubrechen, sie hätten noch zu essen, hieß es, als ob sie dazu nicht den ganzen Vormittag Zeit genug gehabt hätten, schließlich mußten sie doch nachgeben. Der Regen hatte zwar gänzlich aufgehört, jedoch waren die Wege noch sehr-schlecht und durchweicht. Als ich mich ungefähr eine halbe Stunde auf dem Wege befand, kamen noch einige Katholiken nachgelaufen, die vorher keine Gelegenheit hatten, Abschied zu nehmen, sie wollten es jetzt wenigstens nachholen. Das Haupt der kleinen katholischen Gemeinde von Gondokoro war auch dabei. Ich ermahnte sie nochmals, sich allsonntäglich zu versammeln und gemeinschaftlich ihre Gebete zu verrichten und wenn möglich, auch eine kleine Lesung aus der Bibel oder dem Katechismus anzuschließen, um so ihr religiöses Empfinden wachzuhalten; es ist das etwas überaus Wichtiges für die zerstreut lebenden Katholiken. Alle drückten mir den Wunsch aus, ich möchte bald wiederkehren. Gebe es Gott! Wenn es uns nur möglich wäre, wenigstens alle Jahre einmal zu kommen, so ließefiich vieles aufrechterhalten; die Schwachen und Wankelmütigen könnte man zum Widerstande gegen die vielen schlimmen Einflüsse aufmuntern, viele Ärgernisse beseitigen und den religiösen Eifer von neuem beleben. Bei diesen Katholiken findet man, wie es bei den hiesigen Verhältnissen leicht begreiflich ist, viel Faules, aber auch viel guten Willen und viele schöne, echt christliche Züge; sie bedürften einer Aufsicht und Leitung, „wenigstens eines Katechisten", heißt es. Durch viele, manchmal auch über einen Meter tiefe Lachen watend, gelangten wir gegen fünf Uhr nach Ibrahim-Camp. Hier mußten wir übernachten. Nächsten Morgen, den 27., waren wir nach kurzem Marsche Rejaf (Redschaf) gegenüber. Rejaf (Redschaf) liegt malerisch auf einem gleichnamigen Berge. Nach halbstündigem Rufen erschien die Fähre und brachte uns über den Fluß nach Rejaf (Redschaf), in der sudanesischen Provinz Mongalla gelegen. Doch hier wurde uns ein schöner Empfang zuteil. Kaum bemerkte der Mahmur (ein ägyptischer Beamter) die Baganda, da fing er auch schon an zu schimpfen und zu schreien und gebärdete sich, als sei Rejaf (Redschaf) wegen der paar Baganda in seinem Bestände bedroht. Ich ersuchte ihn, wenigstens einen für zwei Tage als Koch bei mir behalten zu können. Doch da kam ich schlecht an, unverzüglich sollten alle ohne Ausnahme auf die Ugandaseite zurückgebracht werden. So etwas ist mir noch nie zugestoßen; es wurde ihnen fast nicht einmal gestattet, mein Gepäck in einer Hütte unterzubringen. Nun war ich denn vollständig auf mich angewiesen, da meine ganze Begleitung auf das andere Ufer zurückkehren mußte. Einen Koch zu finden, würde leicht sein, hatte der Eiferer fürs Gesetz gesagt, aber zu der Erwägung, daß niemand für solche Eventualitäten einen Koch oder Diener in Bereil-schaft zu halten pflege, reichte sein seichtes Gehirn nicht hin'; er wies mich zwar an mehrere Personen, die jedoch alle keinen überflüssigen Diener in Bereitschaft hatten. Znm Schluß wandte ich mich an einen griechischen Kaufmann, der mich gleich einlud, während meines Aufenthaltes in Rejaf (Redschaf) bei ihm zu speisen. Von der Not gezwungen, nahm ich sein gastfreundliches Anerbieten an. Ich gedachte jedoch, sobald als möglich von diesem Platze fortzukommen, und lud die Katholiken ein, noch am gleichen Abend zur heiligen Kongolese, die anderen vier hingegen Baganda. Sonntag, den 28. empfingen sie die heilige Kommunion und wurden in die Bruderschaft vom Berge Karmel aufgenommen. Ich begann die heilige Messe schon um 5 Uhr, da alle Diener waren und zur bestimmten Zeit zu Hause sein mußten. Hier in Rejaf (Redschaf) findet man nur ausnahmsweise Baganda. Es bestehen nämlich strikte Befehle, keinem Baganda den Aufenthalt hier zu gestatten, um die Schlafkrankheit möglichst fern zu halten. Mit welcher Gdlansicbt von IRbartoum. Beichte zu kommen, um am morgigen Tage, einem Sonntag, die heilige Kommunion zu empfangen. Sie folgten meiner Einladung auch fast alle, d. h. ganze fünf Mann erschienen, zwei zogen es vor, sich nicht sehen zu lassen. Unter den fünf war einer ein 1 Bei den Reisen muß man seinen Koch oder doch wenigstens einen Diener, der dieses Geschäft verrichten kann, stets bei sich haben, denn auf den Lagerplätzen muß man sich das Essen selbst Herrichten, da kein Gasthaus vorhanden ist, auch in Rejaf ist das gleiche der Fall. Genauigkeit dem Gesetze Folge geleistet wird, mußte ich, wie der Leser gesehen hat, selbst erfahren. Am 28. April gegen 2 Uhr nachmittags verließ ich das ungastliche Rejaf (Redschaf). Am gleichen Tage wollte ich bis zu dem 21/.1 Stunden entfernten Lagerplatze von Musora gelangen, die Träger machten mir jedoch Schwierigkeiten, sie wollten heute überhaupt nicht mehr aufbrechen. Es war nicht das erstemal, daß sie mir derartige Schwierigkeiten bereiteten, besonders war es einer, ein Heide, der jeden Tag zu klagen hatte. Anfangs suchte ich, soweit möglich, ihren Wünschen zu willfahren, sie aber suchten immer wieder eine Gelegenheit, mir entgegen zu handeln. Zur Charakterisierung dieser Leute nur ein Beispiel. Von Mnsa bis Lejjo braucht man sechs bis sieben Stunden. Mitte des Weges sind einige Herbergshütten aufgeführt. Ich wollte daselbst nicht halten, da wir ja erst etwas über drei Stunden zurückgelegt hatten, die Träger dachten jedoch anders. ÜDZit zwei kam es noch schöner. Ich gab die Weisung, daß die Anwesenden mir gleich folgen sollten, die Abwesenden sollten dann bei ihrer Ankunft sofort nachkommen. Dem Rädelsführer der Unzufriedenen gelang es, die Anwesenden zu überreden, zuerst noch gemütlich zu kochen und die übrigen zu erwarten und dann gemeinschaftlich aufzubrechen. Die Folge war, daß ich um 6 Uhr abends ganz allein am Lagerplatze ankam und daselbst, mitten in einem tropischen Walde, vier lange Stunden 1sn der Straußenfarm. Trägern langte ich trotzdem um 10 V2 Uhr in Lejjo an-, die Unzufriedenen kamen dann um 4 Uhr auch nach. Der folgende Tagesmarsch bis Kiriba war ebenso lang, wenn nicht noch länger, trotzdem langten die letzten nur 20 Minuten nach mir cm; diesesmal war es eben nach ihrem Geschmack. Es sind das Schwierigkeiten, die einem manchmal sehr lästig sein können, sie scheinen jedoch unvermeidlich sein zu müssen, besonders bei den Professionsträgern. Streik über alles! Am Tage, da ich Rejaf (Redschaf) verließ, I warten mußte. Ich glaubte schon, sie würden heute überhaupt nicht mehr kommen, und suchte mich, so gut es ging, einzurichten. In der Nähe des Feuers streckte ich mich ohne Moskitonetz ans, doch an ein Ruhen war nicht zu denken, die Moskitos ließen mir keine Ruhe. Es waren vier peinliche Stunden, die ich allein in jener Wildnis verbringen mußte. Später wechselte ich dann die Taktik. Ich bestimmte die Stunde des Aufbruches, ohne jemandem etwas mitzuteilen; in der Frühe zur bestimmten Stunde weckte ich dann die Leute, ohne viel Umstände zu machen, wenn auch der eine oder andere anfangs mürrisch war und nicht fort wollte. Einige Träger, die bereit waren, nahm ich mit und ließ die anderen zurück. Das zog. Von jetzt ab gab es keine Aufregung mehr. In Uma traf ich den Kollektor von Gondo-koro, der sich auf dem Rückwege befand, er hatte ungefähr 80 Träger bei sich, während ich ihrer nur sechs hatte. Hier ist die Grenze zwischen den Bari und Madi und das Atscholi herrscht wieder vor. Als wir den Aßna- Fluß erreichten, war er zu einem mächtigen Strome angeschwollen. Um 3 Uhr in der Frühe des 4. Mai setzten wir über denselben, ich stand bis zu den Hüften im Wasser. Um sieben Uhr waren wir 'nieder in Nimule, wo noch 26 Baganda die heiligen Sakramente empfingen. Nächsten Tag, Sonntag, den 5. Mai, nachmittags 3 Uhr, verließ ich Nimule wieder und gelangte am 9. Mai, genau einen Monat nach meiner Abreise, 6 V2 Uhr abends, wohlbehalten nach Gulu." %ul einst und jetzt. (Fortsetzung.) AIs Fortsetzung des Artikels: „Lrtolgretcbe cDIfftcmstätigkeitin Lul" von P. flslöot Stang F.S C. Da des Großhäuptlings Pläne nur langsam in Erfüllung gehen wollten, so nahm er zu den verschiedensten heimischen Hexenmeistern seine Zuflucht. Diese sollten uns Missionäre und alle uns gutgesinnten Schilluk verhexen und seinem Willen gefügig machen. Doch bald mußte er es selbst einsehen, daß die Schillukhexenmeister mit all ihrem faden Hokuspokus uns nicht das Geringste anhoben konnten. Aus Ärger hierüber ließ nun unser armer, abergläubischer Niker heimlich einen berühmten Hexenmeister aus dem nahen Denkalande zu sich rufen. Doch auch dieser Diener des Teufels mußte unverrichteter Sache nach Hause gehen, nachdem er als Lohn für seine zweifelhafte, betrügerische Tätigkeit eine schöne Lanze und ein fettes Schaf eingeheimst hatte. Ich erfuhr zufällig von einem jugendlichen Verwandten Nikers nähere Einzelheiten über die Wirksamkeit des Denkahexenmeisters. Zur näheren Beleuchtnng diene nur folgendes klägliche Rezept, welches er dem ränkesüchtigen Dorfscheich aufband als ein sicheres Mittel, das Herz unseres P. Obern seinen Wünschen geneigt zu machen. „Wenn ich", so sagte der listige Betrüger, „in mein Land zurückgekehrt bin, so suche so bald als möglich in den Besitz des Löffels zu gelangen, mit welchem der weiße Mann gewöhnlich ißt. Sobald du ihn hast, nimm ihn mit in deine Hütte und spucke ihn dreimal an. Dieses wiederhole dann im Laufe des Tages dreimal und bringe ihn dann schleunigst wieder au seinen früheren Ort zurück, aber so, daß der weiße Mann nichts merkt. Wenn dann der weiße Pater mit diesem Löffel nichtsahnend wieder seine gewöhnlichen Mahlzeiten einnimmt, wird sein Herz dir wieder völlig geneigt werden und alles, was du nur von ihm verlangst, wird er dir stets bereitwilligst und unverzüglich gewähren." Zum besseren Verständnis dieses sehr fragwürdigen Zauberrezeptes muß ich noch erwähnen, daß das Anspucken hier im Schilluk-lande sehr häufig ist und für gewöhnlich eine Art Segen oder Glückwunsch bedeuten soll. Wenn Eltern ihre Kinder besuchen, welche fern vom Vaterhause bei Verwandten oder Freunden weilen, um das Vieh zu hüten oder andere Arbeiten zu verrichten, so setzt sich der Sohn oder auch die Tochter vor dem Vater oder der Mutter auf die Erde und begrüßt sie in aller Demut. Hierauf spuckt der Vater oder die Mutter fast regelmäßig dem Kinde vorerst auf das Haupt, ehe die Begrüßung erwidert wird oder das Gespräch beginnt. Am meisten kann man diese Zeremonie des Anspuckens bei den Großmüttern, Großvätern, Großtanten und Großonkeln beobachten, wenn sie ihre entfernt wohnenden Enkel und Neffen besuchen. Überdies scheint dieses Anspucken auch den bei uns in Europa gebräuchlichen elterlichen Kuß zu vertreten, denn dieser ist hier bei den Schilluk fast unbekannt. Das Anspucken spielt auch eine große Rolle bei den Hexenmeistern und soll den Leuten Glück bringen, feindliche Machenschaften abhalten oder zerstören oder auch die Herzen der Leute umstimmen und den Wünschen irgend eines anderen geneigt machen. Leider war es dem guten Niker nicht möglich, sich auch nur für eine kurze Zeit in den Besitz des ersehnten Löffels zu setzen, so viele Mühe er sich auch gab, schon aus dem einzigen Grunde, weil der P. Obere sich keines bestimmten Löffels bediente. So konnte er also dieses probate Rezept des schlauen Denka-hexenmeisters nicht erproben und auf das Herz des P. Obern keine Gewalt ausüben. Dieser Mißerfolg brachte ihn ganz aus Rand und Band. Es war fast um dieselbe Zeit, als er den Nil mit seinem Abaschboote übersetzte, um auf dem jenseitigen Ufer zu fischen, und in der Mitte des Flusses von einem Krokodil angefallen wurde. Seinem Begleiter wurde das Ruder aus der Hand gerissen. Zum Glück hatte sich das Ungeheuer mit den Zähnen so fest in das Holz der Ruderstange verbissen, daß es längere Zeit brauchte, bis es sich des Ruders wieder entledigen konnte. Unterdessen ruderte der zu Tode geängstigte Scheich sein kleines Fahrzeug mangels eines andern Ruders mit der Lanze so schnell als möglich und erreichte mit seinem Begleiter glücklich das rettende Ufer. Zu Hause angelangt, nahm er ein Hühnerei, begab sich wieder zum Flusse zurück und warf dasselbe, seinen Nikang um Hilfe anrufend, als Opfergabe in den Nil. Die Schilluk gebrauchen als Opfertiere gewöhnlich nur Hühner und Schafe. Nur die reichen Leute, Großhänptlinge und Schillnk-könige, opfern Stiere. Das Ei ist das kleinste Opfer und soll ein Huhn versinnbilden. Eier und Hühner werden meistens nur von den ärmsten Leuten geopfert. Jedoch als Opfer zur Erlangung eines guten Fischfanges oder um sich vor den Nachstellungen der Krokodile zu schützen, wird von den meisten Schilluk das Ei (als gewöhnliche Opfergabe) gebraucht und unter Anrufung ihres Halbgottes Nikang und seiner Mutter Nikaia geopfert und in den Fluß geworfen. Nikaia hat, nach dem gewöhnlichen Glauben des Volkes, ihren Wohnsitz im Nilflusse und soll die Herrscherin aller Bewohner des Flusses sein. Von wilden Tieren und Krokodilen angefallen werden, gilt bei den Schilluk als Vorbote kommenden Unglücks. Um dasselbe abzuhalten, werden Opfer dargebracht; so will man Nikang und die Gottheit wieder versöhnen und sich geneigt machen. Durch diese Unglücksboten wird der Schilluk zum Nachdenken angeregt, wo er denn eigentlich seinen Nikang beleidigt habe. Da kann man ihn ganze Tage in tiefes Nachgrübeln versunken antreffen. So ähnlich ging es auch unserm Niker. Endlich glaubte er herausgefunden zn haben, warum Nikang ihm zürne und ihm mit Unglück drohe. Sa* Hauptgrund sei sein Verweilen bei uns. Nach seiner Ansicht konnte ihm der Himmel nur deshalb zürnen; denn der allgewaltige erste Schillukkönig Nikang dulde es nicht, daß seine Schilluk mit den weißen Fremden Freundschaft schlössen, sich bei ihnen ansiedelten und die neuen, ungewohnten Religionslehren sich zu eigen machten,' die man hier aus ihrem Munde vernähme. Jedes Volk habe seine von alters hergebrachte Religion und der müsse man treu bleiben. In dieser seiner Ansicht wurde er von seiner ebenso abergläubischen als stolzen Ehefrau immer mehr bestärkt und sie trieb ihn zu allen möglichen dummen Streichen gegen uns Missionäre an. Die Schillukfamilien. welche sich in unserem Dorfe ansiedelten, hatten die Verpflichtung, jeden Sonntag der Predigt beizuwohnen und ihre Kinder in den Religionsunterricht zu schicken. Das ging anfangs sehr gut. Bald Zttttgo: ScbUtuMrauen bei der Wierberettung. jedoch stellten sich Schwierigkeiten ein und daran waren meistens die Frauen schuld. Nikers Frau war diejenige, welche es systematisch darauf abgesehen hatte, ihre Kinder, so oft es nur immer ging, vom Religionsunterrichte abzuhalten. Ihre zwei Töchter folgten getreulich der schlimmen Weisung ihrer Mutter; jedoch ihr einziger Sohn, ein kleiner, geweckter Knabe, fand sich anfangs ganz regelmäßig mit seinem älteren Verwandten Niaquec zum Religionsunterricht ein. Dieser Niaquec ist der bereits schon früher genannte Knabe, welcher uns sehr zugetan war und es mit dem Religionsunterrichte so ziemlich ernst nahm; in kurzer Zeit hatte er sich die haupisächlichsten Gebete und die Grundwahrheiten angeeignet. Er meinte es aufrichtig und war bestrebt, alle Kinder in die jeweiligen Religionsstunden mitzubringen. Er deckte auch die Falschheiten und Intrigen seines Verwandten Niker schonungslos uns gegenüber auf und von ihm erfuhr ich gar manche köstliche Anekdote über die zahlreichen Hexenmeister, welche fast täglich in Nikers Hause verkehrten. Nikers Weib konnte diesen Knaben wegen seiner großen Offenheit uns gegenüberschon längst nicht recht leiden. Überdies hatte sie ihn schon öfters verleiten wollen, bei uns Holz und andere Gegenstände zu stehlen und ihr zu bringen, jedoch der Knabe war standhaft genug, ihrem falschen Begehren nicht zu gehorchen. Das erregte natürlich ihren Groll gegen ihn immer mehr, zumal da sie sah, daß der Knabe seinerseits uns sehr-gut leiden konnte und stets trachtete, die Milch unserer Kühe, die er hütete, uns getreulich und unverfälscht zu überbringen. Nachdem das hinterlistige und böse Weib mit all ihrer Überredungskunst es nicht fertig gebracht hatte, Niaquec zur Lüge, Falschheit und Unehrlichkeit zu verleiten und sogar gewahr werden mußte, wie er unserer Sache immer anhänglicher wurde, da kannte ihr Groll keine Grenzen mehr. Heft 9. Stern ber Neger. 203 Eines Tages erfuhr sie nun von ihrem kleinen Sohne, daß Niaguec sich in Gegenwart anderer Knaben über die Hexenmeister lustig gemacht und ihre zweifelhaften Künste verspottet habe. Das war nun das langge-fuchte Öl auf ihr Feuer! Der arme Knabe wurde herbeigerufen und da er auf ihre Fragen frei antwortete und nichts verschwieg, so wurde er von ihr tüchtig durchgeprügelt. Von diesem Tage an erfand ihr unerschöpflicher Haß stets neue Mittel, ihn mürbe und ihrem Willen ganz gefügig zu machen. Alles, was im Hause Schlimmes geschah, mußte er verbrochen haben. War die Flasche mit der flüssigen Butter zerbrochen, so mußte er es getan haben: hatte der Hund oder die Katze die Milch ausgeschütlet, so mußte es natürlich Niaguec gewesen sein. Selbst wenn das liebe Vieh wegen Mangel an Futter oder weil es attigo fast einen ganzen Tag geregnet hatte und es hungrig im Stalle bleiben mußte, wenig Milch gab, so war kein anderer als er daran schuld. Es regnete fast jeden Tag Verwünschungen und Prügel über den bedauernswerten Knaben. Zum Essen bekam er selten etwas Ordentliches und gar oft kam er versteckt auf kurze Zeit zu mir und bat mich flehentlich um Nahrung. Natürlich half ich ihm stets bereitwilligst mit einigen Datteln aus der Not. Da es Niker absolut nicht sehen konnte, daß er zu mir aufs Zimmer kam, so besuchte er mich heimlich des Nach- mittags, während ich im Garten am Flusse das Brevier betete und dabei das wenige Gemüse unseres damals noch kleinen und unfruchtbaren Gartens vor den zahlreich heran-stürmeuden Ziegen und Schafen verteidigte. Ich erbaute mich sehr an des Knaben Standhaftigkeit und ging ihm stets mit Rat und Tat an die Hand. Er teilte mir auch den Hauptgrund mit, warum sein Onkel Niker, der ihm sonst wegen seines lebhaften Wesens anfangs sehr^ge- IRegevknaben beim Spiel. neigt war, ihn gar nicht mehr beschützte und ganz dem teuflischen Haffe seiner Frau über-anwortet hatte. Nikers und Niaqnecs Vater waren nämlich zwar keine gewöhnlichen Hexenmeister, hatten aber seit undenklichen Zeiten von ihren Ahnen das Privilegium geerbt, die Leute von Schlangenbissen zu heilen. Das war ihr größter Stolz und ein Anrecht aller ihrer Familienmitglieder. Dadurch, daß nun Niaguec sich über die Hexenmeister lustig gemacht hatte, fühlte sich Niker in seinem Innersten schwer gekränkt und es hatte ihn beleidigt, daß ein Mitglied seiner Familie, und wenn auch nur ein Knabe, sich so weit hat vergessen können, die von ihm so gesuchten und geschätzten Hexen- meister zu verlachen-, das -war einfach unerhört und daran konnten nach seiner Meinung nur wir Missionäre mit unseren neuen Religionslehren schuld sein. (Fortsetzung folgt.) IRunbfdbau in den Missionen. Das Merk zur Verbreitung des Glaubens im Zabre 1911. Im Jahre 1910 betrugen die Einnahmen des Werkes zur Verbreitung des Glaubens 6,986.678 Franken. 275.216 Franken mehr als im vorhergehenden Jahre. Wir schätzen uns glücklich, mitteilen zu können, daß sie sich im Jahre 1911 auf 7,274.226 Franken belaufen und somit ein Mehrbetrag von 287.548 Franken im Jahresbudget des Apostolats notiert werden kann. Das ist die höchste Summe, welche seit der Gründung des Werkes eingegangen ist. Zum zweitenmal überschreiten die Einnahmen die Summe von 7 Millionen. Im Jahre 1890, als Seine Heiligkeit Papst Leo X1IL beim Anlasse seines Jubiläums in einer Enzyklika der katholischen Welt das Werk zur Verbreitung des Glaubens empfohlen hatte, erreichten wir diese ermutigende Ziffer, aber heute sind wir noch fast 200.000 Franken höher gekommen. Ein solches Resultat zeigt, daß, wenn die Kirche allezeit groß ist durch den Eifer ihrer Apostel, sie es auch versteht, ihre Getreuen zu einer Großmut zu begeistern, welche vor keinem Hindernis zurückschreckt; das beweisen die tausenderlei neuen Schöpfungen im Dienste der Charitas. Zu diesem Budget des Apostolats haben die Nationen des alten Europa, trotz den hartnäckigen Krisen von heute und den Drohungen für die Zukunft, ebenso große, ja oft noch höhere Summen als im Jahre 1910 zusammengebracht. England und Irland, Spanien und Deutschland nehmen in dieser erfreulichen Zunahme des Werkes unter ihnen den ersten Rang ein. Aber auch die kleine Schweiz hat durch eine beachtenswerte Erhöhung ihres bisher gewohnten Jahresbeitrages den guten Willen und gläubigen Sinn ihrer braven Katholiken bewiesen. Wenn wir unsere Blicke auf die anderen Kontinente werfen und wenn wir die Tabellen der dem Werke zugeflossenen Opfergaben überfliegen, so sehen wir mit Freuden, daß mehrere Missionsländer eine Ehre darein gefetzt haben, zur Verbreitung des Reiches Jesu Christi beizutragen. Wie rührend sind die kleinen Beiträge, welche diese armen Neophyten, die gestern noch Heiden waren, darbringen! Sie sind der Groschen des Armen, der, kaum gewonnen, auch seinerseits auf Eroberung ausgeht! Hat aber, trotz dieses Ergebnisses, die katholische Charitas ihr letztes Wort zugunsten unserer geliebten Missionen gesprochen? — Wir antworten mit den Worten aus der Rede des Msgr. Demimuid, des General-Direktors der heiligen Kindheit, die er am 3. Mai 1898 in der Kathedrale des hl. Johannes hielt: „Wenn man aller Lasten gedenkt, welche heutzutage der katholischen Wohltätigkeit obliegen und welche sich von Tag zu Tag mehren, kann man sie wahrlich nicht genug loben und bewundern. Aber wenn man neben unseren Ziffern diejenigen der jährlichen Sammellisten der Gesellschaften der protestantischen Propaganda setzt, würde mehr als einer meiner Zuhörer höchlichst erstaunt lein. Der nur allzu leicht aufzustellende Vergleich wird unseren Katholiken viel zu selten vor Augen gestellt. Das Budget unseres Werkes zur Verbreitung des Glaubens erhebt sich mit dem um die Hälfte bescheideneren der heiligen Kindheit in den günstigsten Jahren, wie in dem vergangenen, auf ungefähr 10 Millionen, währenddem die protestantischen Bibel-Gesellschaften ihren Sendlingen jährlich über 100 Millionen zur Verfügung stellen können. Es ist schon wahr, daß nebst dieser verhältnismäßig so ungleichen Einlage der katholischen Charitas die Aufopferung und Selbstverleugnung unserer Missionäre und besonders die unvergleichliche Kraft der Wahrheit und der göttlichen Gnade in die Wagschale fällt. — Gleichwohl bleibt es wahr: Wären unsere Hilfsquellen reichlicher, so würden auch die Leistungen noch weit erfreulicher ausfallen."1 In den einzelnen Ländern wurden gesammelt: Europa. Frankreich................ Monaco.................... Deutschland............... Schweiz................... Österreich................ Ungarn ................... Belgien .................. Niederlande ...... Luxemburg ................ Irland.................... England................... Schottland ............... Franken 3,025.788-89 2.596-50 930.562-54 97.052-28 54.575-52 5.719-67 359.952-87 66.272-63 24.203-33 134.117-20 82.971-35 6.801-60 1 Es ist zu erwähnen, daß unter obigen Summen die Geldmittel, welche die einzelnen Missionsgesell-ch asten sammeln, nicht inbegriffen sind. Franken Spanien........................220.947-73 Portugal.................... 19.079 17 Italien....................... 253.257-52 Levante..................... 24.189-40 VerschiedeneGegendenimNorden 2.937 69 Asien. Verschiedene Bistümer in Asien 7.900-10 Afrika. Verschiedene Bistümer in Afrika 23.299-43 Amerika. Bistümer von Kanada . . . 20.697-95 ,, „ Saint-Pierre und Miquelon . . . . . . 54'— Bistümer von den Vereinigten Staaten 1,401.675-90 Bistümer von Mexiko . . . 127.528-56 ,, „ Zentral-Amerika 8.621-26 ,, „ Kolnmbia . . 290'— „ „ Venezuela . . 390 — „ „ Guyana ;. . . 750-— „ „ Ecuador . . 85-— . ,, „ Peru . . . 2.805'— „ „ Bolivia . . . 1.524-40 „ ,, Brasilien . . 26.478-28 , „ „ Chile . . . 69.049-40 „ „ der Republik Argentinien 242.302-93 Bistümer von Paraguay . . 854'- „ „ Uruguay . . 16.062'— Ozeanien. Verschiedene Bistümer von Ozeanien.................. 12.832.49 Summe . 7,274.226-59 „Elmira" (bei den Liribergen im Kordofan). 10. Mai 1912. Etwa 10 Stunden im Umkreis ist in dieser Jahreszeit kein Tropfen Wasser zu finden. Nur hier am Fuße der Berge sind kleine Brunnen (Erdlöcher). Alles kommt hier zusammen: Eingeborene, Reisende, Vögel, Wild aller Art und, was am schlimmsten ist, auch die Raubtiere, wie Hyänen, Tiger (es sind jedoch Leoparden; die Eingeborenen nennen sie einfach Tiger) und Löwey. Zum Glück kommen jedoch letztere nur nachts; am Tage sieht man sie selten. DasFelldes Leoparden ist sehrschön, daher auch sehr geschätzt und gesucht. Natürlich ist die Leopardenjagd immer mit Lebensgefahr verbunden. Es wird hier durchschnittlich ein englisches Pfund (Kr. 24) für ein schönes Leopardenfell gezahlt. Die Löwenjagd soll nicht so gefährlich sein, auch ist das Fell nicht so schön. Eines Nachts nun hörte ein Häuptling ganz in der Nähe das Knurren eines Leoparden und begab sich sofort, mit seinem Gewehre bewaffnet, in Begleitung von ein paar Getreuen zur Stelle. Ganz in der Nähe angekommen (ein Neger schießt nie aus der Ferne), schoß er drauf los. Das Tier stürzte sofort. Nun wollte der Kühne aber ganz nahe hinzugehen und ihm die letzte Kugel geben; doch siehe da: der Leoparde erhob sich wieder mit Blitzesschnelle und stürzte sich auf den Jäger. Schier wäre der Häuptling verloren gewesen, doch hatte er noch so viel Geistesgegenwart, dem grimmigen Feinde die Faust und den nervigen Arm entgegenzuhalten. Nun schnappte die Bestie nach dem Arm und zerbiß ihn derart, daß nur noch Fetzen übrigbleiben konnten. So hätte man meinen sollen; aber es wurde nicht so schlimm. HattedasRaub-tier schon zu viel Blut und Kraft verloren? Der Neger spürte, daß kein Knochen gebrochen war, vergaß allen Schmerz und — schnitt ihm mit der rechten Hand die Kehle durch! Das alles ging in einigen Augenblicken vor sich. Die zur Hilfe herbeigeeilten Freunde bemühten sich, sofort die Hand und den Arm aus dem Rachen des bereits verendeten Leoparden zu befreien. ISSIF? Sttigo : IRegerftnaben beim Tombola. Und wie steht es mit dem Manne? Dort Hegt er nun schon mehrere Wochen auf einer Matte; Hand und Arm sind derart angeschwollen und voller Eiter, daß es gute Nerven braucht, sie anzuschauen. Ich habe diesen Unglücklichen auch besucht, als ich Ende April in Kordofan war, kountejedochmit meinen Medizinen nicht ankommen, da wir in jener Gegend noch nicht bekannt geworden und jeden Augenblick ein schwarzer Zauderer kommt, um seine Kunst an ihm zu versuchen. „Spiele nicht mit Schießgewehr", habe ich inmeiuerJugend oft sagen und hingen hören; ich glaube, man könnte noch hinzufügen für alle Zager und Touristen: Ist dir dem Leben lieb und teuer, Bleib' fern von jedem Ungeheuer! Pater Bernard. M. Zorn. Innige Bitte an meine Freunde. Hier im Schilluklaude herrscht dieses Jahr eine Hungersnot. Schon lauge haben die meisten Leute kein Korn mehr und viele kommen täglich zur Mission, um sich eine Handvoll zu erbitten; sie möchten auch gerne dafür arbeiten. Obwohl wir nun Arbeit genug haben, können wir doch nur wenige befriedigen, da wir selbst kaum genug haben für uns und unsere Schüler. So entschloß ich mich, mit einem Karren nach dem Kordofan zu fahren, um dort Durrah zu kaufen. Guten Mutes zog ich in Begleitung von einem Mitbruder und drei Schillukab,doch nicht lange währte mein guter Humor. Schlag auf Schlag, Unglück aus Unglück folgte: Kurz nach der Abfahrt verließ mich mein Führer. War ein scheinbar gutmütiger, jedoch schlauer und verschmitzter Araber. Zwei Stunden später brach dann auch das Joch der Ochsen in der Mitte durch und, da mittlerweile die Nacht hereingebrochen, mußten wir mitten auf der Straße Halt machen. Weit und breit war kein Baum und kein Holz, um ein Ersatzjoch machen zu können. Erst spät, als die Sonne schon hoch war und die Hitze von neuem begann, konnten wir langsam weiterfahren. Da auf den nächsten 20 Wegstunden kein Wasser mehr anzutreffen war, mußten wir das Nötige mitnehmen; wir hatten zu dem Zwecke zwei Eimer mitgenommen, doch was waren zwei Eimer Wasser für fünf Personen und für drei Tage bei einer Hitze von 40u C im Schatten! Am zweiten Tage verließen uns auch zwei unserer Schilluk, es blieb üns noch einer. In der nun folgenden Nacht logierten wir wieder im Freien,und zwar am Rande eines großen Waldes. Unsere Sachen und Lebensmittelwarenalle gut auf dem Karren verpackt, den wir zurückließen, als wir uns am anderen Morgen auf die Suche begaben. Ich mußte unbedingt voraus, sonst wäre auch mein Schilluk nicht gegangen. Dieser führte die Ochsen. Soll ich den Bruder zurücklassen? Das ging auch nicht; er war seit gestern schon krank und ich konnte mich auf keine Weise von ihm trennen. — Schließlich schien mir auch eine Wache nicht gar so notwendig. Bis hierher waren wir noch kaum einem lebenden Wesen begegnet; noch war es stockfinster und wir hofften, bald zurückzukommen. Ja wir hofften, kamen aber erst gegen 10 Uhr zurück. Mein erster Blick war nach meinem Koffer und meinem photographischen Apparate, den ich gleichfalls zurückgelassen hatte. Fast starr vor Schrecken bemerkte ich sofort, daß er fehlte. Viele meiner Freunde kannten meinen Apparat; und gar viele haben wohl auch noch ein schönes Andenken davon. — Fast allen, die ein Heidenkind loskauften, habe ich versprochen, ihnen zur Zeit die Photographie davon zu senden. Doch jetzt ist mein Apparat verschwunden und es ist mir nicht möglich, meinem Versprechen gerecht zu werden, doch ich hoffe, daß der eine oder andere meiner Freunde noch ein Scherflein übrig hat und es mir durch Übersendung desselben bald möglich gemacht werden wird, mir einen anderen Apparat zu verschaffen. Man möge dieselben unter dem Schlagworte „Für Apparat P. Zorn" an das Missionshaus Milland bei Brixen, Tirol, oder auch direkt an mich: Tunga-Attigo, White Nile Aeg. Sudan, via Khartoum, senden. P. Bern. Zorn F. S. C. atttgo: Schilluk Krieger vor dem Leite, der ersten Mahnung Oer Missionäre. Heft 9. Stern der Neger. 209 z? W VwJ \_ ^ 1 Unterhaltendes. £ S\ 1 WW — ^ Die Schrecken der Sklaverei. tSrznblung von Dr. Dugo /llMom. (Fortsetzung.) Der Negerknabe betrat jetzt das Zimmer mit einem Kaffeeservice aus reinstem Silber und setzte es auf den kleinen Tisch aus Ebenholz, der vor dem Sofa stand; dann zog er sich in eine Ecke zurück, um dort seines Amtes zu walten, das darin bestand, die Wasserpfeifen der beiden Araber zu besorgen, von Zeit zu Zeit mußte die Kohle erneuert oder frischer Tabak hinzugefügt werden. Kiniama und Harun genossen den vorgesetzten Kaffee und vertieften sich dann in ein Zwiegespräch, das sich um die Absichten des letzteren drehte. „Du bist also gekommen, mir einige Sklaven anzubieten." „Das war allerdings meine Absicht." „Hast du ihrer viele?" „Vierhundert auserlesene." „Wie steht es mit dem Preise?" „Du wirst sehen, daß ich ihn so niedrig als möglich angesetzt habe." „Ich werde später deine Sklaven besichtigen und sollte mir der eine oder andere zusagen, so werde ich ihn kaufen, vorausgetzt, daß deine Preise nicht zu hoch sind." „Der reiche Kiniama wird doch nicht lange nach dem Preise fragen", entgegnete Harun. „Kiniama zahlt für eine Ware nur das, was sie wert ist", erwiderte dieser auf die letzte Bemerkung. „Die Sklaven werden aber immer seltener." „Gerade das Gegenteil ist der Fall, je mehr das Innere von Afrika erschlossen wird, umsomehr Sklaven können auf den Markt gebracht werden, da im Innern noch Völkerschaften wohnen, die nie ein Sklavenjäger heimgesucht hat und die infolgedessen sehr zahlreich sind und Sklaven in Hülle und Fülle liefern können; man braucht sie nur auszusuchen und die Ware auf den Markt zu bringen." Harun wollte jedoch den Erwägungen des Alten nicht beipflichten; nicht als ob er anderer Meinung wäre, er beabsichtigte nur den Preis seiner Sklaven in die Höhe zu treiben. Er entgegnete daher: „Du täuschest dich, einst völkerreiche Gegenden sind gegenwärtig fast gänzlich unbewohnt, blühende Königreiche vernichtet. Der Neger ist ein Wild, das stets seltener wird und deshalb von Tag zu Tag im Preise steigt." „Wir werden schon sehen," bemerkte Kiniama lächelnd. „Du wirst die Preise festsetzen und ich werde mich entscheiden, je nach dem sie mir entsprechen." „Mit meinen Preisen wirst du schon zufrieden sein, umsomehr, da ich unter meinen Sklaven zwei habe, die dir sicher zusagen werden." „Und das wären?" „Ein Sultan und ein Ngil." Kiniama lachte. „Der Sultan wird sicherlich ein gebrochener Greis sein und der Ngil nicht viel besser." „Mit Nichten! Beide sind jung und kräftig und wenn sie auch alt wären, so dürftest du dir diese Gelegenheit doch nicht entgehen lassen." „Alte Sklaven habe ich genug und kann dir ihrer um billigen Preis so viele abtreten als du willst." „Ein Sultan hat immer seinen Wert, auch wenn er alt ist." „Ein schwarzer Potentat; das elende Haupt einer Schar von Hunden soll mehr wert sein als ein jeder andere Sklave?" höhnte Kiniama. „Ein Sultan bleibt immer ein Sultan!" „Dir, der du von unbekannter Familie abstammst, macht es vielleicht Freude, von einem Sultan bedient zu werden; für mich aber, der ich auf berühmte Ahnen zurückblicken kann, ist das die natürlichste Sache der Welt und ich mache mir gar nichts daraus." „Eben weil du von so berühmten Ahnen abstammst, geziemt es sich, daß du zum persönlichen Dienste nur Sklaven benützest, die einstens gleichfalls Herrscher warm." „Wir werden schon sehen", sagte Kimam a von neuem. „Mein Ngil sodann ist gleichfalls sehr preiswert, da er klug und schlau ist . .." „Ich bin ein Anhänger des Propheten Mohammed und kann daher nicht dulden, daß an meiner Sette ein Fetischpriester lebe." „Mein Ngil hat aber außergewöhnlicheGaben ; er sieht die Zukunft voraus. Auch die Anhänger Mohammeds dürfen sich die Vorzüge zunutze machen, welche die Fetische ihren Dienern verliehen haben." Kiniama entgegnete lächelnd: „Wenn der Ngil einen so großen Wert hat, warum behältst du ihn dann nicht für dich selbst, oder willst du mir vielleicht zu verstehen geben, daß dir nichts daran liege, die Zukunft zu erfahren?" „Ich habe bereits meinen Ngil", entgegnete Harun. „Jener, den du mir anbietest, muß jedenfalls viel weniger wert sein, als dein eigener, denn sonst würdest du mir ihn doch sicherlich nicht anbieten." „Nein, er ist sehr tüchtig." „Genug, auch darüber werden wir noch ins Klare kommen." „Mochtest du nicht jetzt meine Sklaven besichtigen?" fuhr Harun fort. „Nein, ich werde sie besichtigen, wann es mir beliebt." „Ich möchte aber schon Morgen in aller Frühe aufbrechen." < „Nach dem Mittagessen werden wir schon sehen, was sich machen läßt." Harun nahm die Einladung zum Mittagessen bereitwilligst an. Nach demselben drang er von neuem auf die Besichtigung der Sklaven. Kiniama hielt jedoch noch immer zurück. „Wir werden später gehen", bemerkte er auf das Drängen. „Du wirst sie dann nicht mehr genugsam besichtigen können, da die Nacht bald hereinbrechen wird." „Auch bei loderndem Feuer kann man die Sklaven untersuchen", erwiderte Kiniama und fuhr dann fort: „Würdest du einen Schluck guten Likörs verschmähen?" Harun lächelte, nichts kam ihn: gelegener als diese Frage, daher die Gegenfrage: „Verschmähst du ihn etwa?" „Hat es aber unser Prophet Mohammed nicht verboten?" „Mohaimned verbietet nur den Genuß von Wein", warf Harun schlagfertig ein. „Die anderen geistigen Getränke hat er also nicht verboten?" „So viel ich weiß, ist es nicht der Fall." „Ich weiß gleichfalls nichts von einem solchen Verbote und wenn er deren Genuß nicht verboten hat, so ist er gestattet; wir wollen uns deshalb einen guten Tropfen zu Gemüte führen." Das Anerbieten wurde natürlich bereitwilligst angenommen und die beiden treuen Anhänger des Propheten machten sich trotz aller Verbote Mohammeds über eine Flasche Schnaps, denn etwas besseres stellte Kiniama seinem Gastfreunde natürlich nicht vor; die besseren Sorten nahm er lieber hervor, wenn er allein war. Endlich sagte er: „Jetzt wollen wir hingehen, deine Sklaven zu besichtigen." Nachdem die Träger alles hergerichtet hatten, bestieg Kiniama seinen Tragsessel, während Harun zu Fuß folgte. Sie durchschritten Kiniamas große und wohlgepflegte Pflanzung. Alle Kulturen, die nur in den günstigen klimatischen Verhältnissen der Tropen gedeihen, waren hier vertreten, und zwar sehr zahlreich. Man hätte beim Anblicke all dieser Fruchtbarkeit und Herrlichkeit wähnen können, sich in einem irdischen Paradiese zu befinden, wären einem nicht die elenden Gestalten, die auf den Feldern beschäftigt waren, unter die Augen gekommen. Die Sklaven unterbrachen beim Erscheinen des Kiniama die Arbeit und warfen sich auf den Boden, die Aufseher ließen die Peitsche fallen und machten vor ihrem Herrn eine tiefe Verneigung; Auch sie waren Neger, doch hatten sie es verstanden, das Vertrauen ihres Herrn zu erlangen, indem sie seine Religion annahmen und sich den armen Sklaven gegenüber grausam zeigten. Kiniama schien all diese Aufmerksamkeit nicht wahrzunehmen und setzte seinen Weg fort, ohne sich um irgend jemanden zu kümmern. Harun hatte hingegen die Sklaven sehr genau beobachtet und zu seinem Mißbehagen wahrgenommen, daß sie sich in einem sehr elenden Zustande befanden; er verurteilte jetzt die Grausamkeit des Kiniama, aber nicht weil er mit den armen Sklaven Mitleid empfand, vielmehr weil sie ein Kapital darstellten, das er bereits jetzt als sein eigenes ansah und das Kiniama nutzlos verschwendete. Nachdem sie die Pflanzung durchschritten, gelangten sie zu dem freien Platze, auf dem die Karawane lagerte. Auf einen Befehl Haruns hin erhoben sich alle Sklaven und Kiniama musterte sie, einen nach dem anderen. Nicht gar zu lange währte die Besichtigung, da Kiniama nur jene absonderte, die ihm auf den ersten Blick zusagten, um sie dann einer gründlichen Musterung zu unterziehen. Diese letztere Musterung war ebenso demütigend als entwürdigend. Die armen Sklaven mußten den Mund öffnen, um die Zahne untersuchen zulassen, die Hände aufheben, sich bewegen, tanzen und laufen. Der Sklavenhändler betastete sie, um zu sehen, ob sie auch kräftig und stark seien. Mit einem Worte, er benahm sich so, als ob er ein Stück Bieh vor sich habe, das er zu kaufen im Begriffe stand. Fand er dann endlich Gefallen an dem Sklaven, so hieß er ihn beiseite treten, die übrigen mußten wieder in ihre Reihe zurückkehren. Die Unglücklichen gehorchten, ohne zu wissen, ob sie sich ihres neuen Loses freuen durften oder ob sie vielmehr darüber meinen sollten. Sie kannten ihren neuen Herrn noch nicht und wußten daher auch nicht, ob er mit den Sklaven Mitleid habe und sie gut behandle oder ob er nicht etwa noch grausamer war als Harnn. Endlich kamen die beiden Araber auch zu Dongu. „Das ist der Sultan, Emir", sagte Harun, indeul er Dongu vorführte. Kiniama brach in ein verächtliches Gelächter aus, indem er zu Dongu sagte: „Du bist also der Affensultan?" „Bezähme deine Zunge, wenn du meinem Zorne nicht verfallen willst", rief Dongu entrüstet. Kiniama, der von seiten eines Sklaven keine Widerrede erdulden konnte, geriet gleichfalls in Zorn und entschloß sich, den Sklaven um jeden Preis zu kaufen, um dann seinen Groll an ihm auszulasten. „Wieviel verlangst du für diesen elenden Sklaven da?" wandte er sich an Harun. Dieser hatte die Situation gut erfaßt und richtete darnach seinen Preis ein. Soweit er Kiniama kannte, konnte er sich sagen, daß derselbe jetzt von Dongu nicht mehr ablassen würde; kr verlangte daher eine unerhört hohe Summe. Unter anderen Umständen hätte er kaum den zehnten Teil zu verlangen gewagt. Lange währte der Handel, bis sie sich endlich auf eine Summe einigten, mit der Harun vollkommen zufrieden sein konnte. Die Musterung wurde nach diesem Zwischenfalle fortgesetzt; zum Schluffe hatte sich Kiniama vierzig Sklaven ausgesucht, unter ihnen auch Musenso, den er, aufgestachelt von Harun, erstanden hatte; natürlich war auch ein Stück Aberglaube dabei, was der alte Araber jedoch nicht eingestehen wollte. Jetzt wurde der Handel rasch zu Ende geführt und Harun brachte die betreffenden Sklaven in die Zeriba, wo er auch den vereinbarten Betrag in Empfang nahm. Die Einladung jedoch, die Nacht in der Zeriba zu verbringen, wollte er um keinen Preis annehmen, indem er vorgab, er könne die Sklaven nicht ohne Aufsicht lassen. - Bei seiner Rückkehr ins Lager bemerkte Jais: „Versprechen wir unseren Sklaven die Freiheit, wenn sie uns im Kampfe gegen Kiniama unterstützen." „Nein, es ist besser, wenn wir uns jetzt aus den Markt begeben und bann später zurückkehren, frei von jeglichem Hindernisse und noch besser: bewaffnet, als es jetzt der Fall ist. Keiner feiner-Sklaven wird Kiniama verteidigen, die Zeriba: samt den Sklaven sowie den Reichtümern, die sie beherbergt, werden uns gehören", antwortete Haruu. Jais wagte es nicht, noch mehr Einwürfe zu machen. Am folgenden Tage verließ die Karawane die Pflanzung. 12. Kapitel. Die beginnende Empörung. Der arme Dongu hatte in seiner neuen Gefangenschaft viel zu leiden. Kiniama hatte ihn nicht mit den anderen Sklaven vereinigt, die auf den Feldern arbeiteten, vielmehr hatte der neue Herr ihn zu seinem persönlichen Dienste bestimmt. Der Exsultan hatte zwar auf diese Weise weniger Mühen zu ertragen, als wenn er den ganzen langen Tag unter der brennenden Tropensonne im Freien hätte arbeiten müssen, befand sich aber stets unter den Augen seines Herrn und Kiniama war ein grausamer Herr, der die Nilpferdpeitsche stets in seiner Nähe hatte und gleich bereit war, sie zu gebrauchen. Er hatte auch bald herausgefunden, daß es Dongu besonders schwer fiel zu gehorchen, deshalb trug er ihm gerade die niedrigsten Dienste auf; wehe, wenn der Sklave dann mit der Ausführung zauderte, er mußte es jedesmal teuer bezahlen. Fast täglich machte er mit der Peitsche nähere Bekanntschaft, und zwar auf grausame Weise. Auch das Los der übrigen Sklaven war nicht besser. Nicht einmalMusenso wurde geschont, obwohl er als Ngil etwas mehr Freiheit genoß. Kiniama fürchtete in ihm den Diener einer Gottheit, an die er trotz seines Mohammed glaubte. Er hielt dafür, daß Musenso eine geheimnisvolle Macht besitzen müsse; wenn er mit Ruhe darüber nachdachte, sagte er sich selbst, daß er den Ngil milder behandeln müsse, um den Fetisch für sich zu gewinnen; war er jedoch in Zorn geraten, so blieb auch der Zauberer nicht verschont. Eines Tages befahl Kiniama seinem Sklaven, eine Tasse Kaffe zu bringen; der Sultan hatte das Unglück zu stolpern und verschüttete den Kaffee auf den kostbaren Teppich. Kinjama erblaßte vor Zorn. Da Dongu nichts Gutes ahnte, erhob er flehend seine Hände und, bat um Erbarmen, obwohl ihm diese Bitte ungemein schwer ankam. „Rufemir Burru", herrschte ihn Kiniama an. Beim Vernehmen dieses Namens flehte Dongu von neuem um Gnade, denn Burru war der Strafvollzieher des grausamen Kiniama, der nicht weniger grausam war als sein Herr selbst. Dongu sah ein, daß ein weiteres Flehen sein Los nur noch verschlimmert hätte; er entfernte sich daher, um dem Befehle nachzukommen. Er mochte jetzt vielleicht an jene Szene denken, wo er selbst einen armen Negerknaben niedergestochen, da derselbe ihn in seiner Ruhe gestört hatte, um ihm die Ankunft eines Fremden zu melden. Er konnte in der Ähnlichkeit der beiden Fälle die strafende Gerechtigkeit erkennen, die, wenn auch nicht gleich, doch sicherlich seinerzeit sich an dem Verbrecher rächen wird. Ein Negerknabe betrat inzwischen die Hütte, um die Scherben zu sammeln und den Teppich zu reinigen. Als dann auch Burru und Dongu erschienen, befahl Kiniama ersterem, den Exsultan an den Pfahl zu binden und gehörig zu bestrafen. „Wieviel Streiche soll ich ihm verabreichen?" „Binde ihn, ich werde dann selbst kommen und der Bestrafung beiwohnen." Nach einigen Augenblicken verließ Kiniama seine Hütte und begab sich auf den Richtplatz. Burru waltete jetzt seines Amtes, ohne auf die Schmerzensrufe des armen Opfers zu hören. Als es Kiniama genug schien, befahl er ihm, aufzuhören und den armen Dongu noch einer anderen Tortur zu unterziehen, die noch furchtbarer war als die soeben stattgefundene Züchtigung; er befahl ihm einfach, Dongu „zum Singen zu bringen". Ueber das Antlitz des grausamen Burru, der seinen Herrn wohl verstand, glitt ein zufriedenes Lächeln. (Fortsetzung folgt.) Verschiedenes. Bus unserem süMssionsbause. Am 4. August verkündeten die Fahnen, die von unserem Missionshause wehten, der Stadt Brixen und Umgebung, daß ein hoher Gast im Missionshaus weile. Mit dem 10 Uhr-Schnellzuge war nämlich unser hochwst. apostolischer Vikar Msgr. Franz datier Geyer, von Rom kommend, hier angelangt. Der hochwürdigste Herr verweilte den Sonntag bis Montag mittags hier unter uns. Mit besonderer Freude erfüllte ihn, wie er selbst hervorhob, dieser Aufenthalt aus dem Grunde, weil er das Entstehen und erste Heranwachsen dieses Hauses als Rektor ganz miterlebt und unser neues Missionshaus selbst gebaut hat. — Von hier begab er sich nach München und Aachen zum deutschen Katholikentage, wo er, wie schon in unserer letzten Nummer erwähnt, bei der Missionsversammlung als zweiter Redner auftreten wird. Möge ihm die Freude zuteil werden, daß er den Zweck seiner diesmaligen Enropareise voll und ganz erreiche. Erste lDistionskonkerenz des Münster fed en Diözesanklerus. Dir Missionsgedanke ist im katholischen Deutschland in den letzten Jahren in erfreulicher, großartiger Weise erblüht und erstarkt. Die Stadt Münster i. W. hat dabei den hohen Ruhm, daß die neueren Bestrebungen hinsichtlich der Heidenmission in ihr einen Feuerherd gefunden haben: die Zeitschrift für Missionswissenschaft, das Institut für missionswissenschaftliche Forschungen, die akademische Missionsbewegung. Jetzt hat Münster auch eine Missionskonferenz des Klerus erlebt, die bisher im katholischen Missionsleben immer noch fehlte. Der Klerus, die Seelsorgsgeistlichkeit der Diözese Münster, trat am 7. Mai auf Anregung und Einladung der Pastoral-konferenz der Stadt Münster und namentlich des Professors Dr. Schmidlin, des eifrigen Förderers des Missionsgedankens, zum erstenmal zur Missionskonferenz zusammen. , Welch freudige Sympathie der Konferenz- wie überhaupt der Missionsgedanke in unserem katholischen Klerus findet, zeigte der überaus zahlreiche Besuch der Konferenz, die im Saale der „Union" abgehalten wurde. Der anregende, schöne Verlauf bewies, ein wie glücklicher, zeitgemäßer Gedanke in der neuen, vielversprechenden Institution liegt. Es waren mehr als 250 Geistliche erschienen. Der Hauptversammlung am Dienstag Nachmittag ging morgens eine vorbereitende Delegiertenversammlung in der „Union" voraus, an der 64 Herren teilnahmen. Universitätsprofessor Dr. Schmidlin leitete die Versammlung, die kurz nach 11 Uhr begann. Nachdem die Tagesordnung der Nachmittagsversammlung festgesetzt war, besprach man die Frage der Gründung einer Vereinigung unter dem Klerus der Diözese Münster zugunsten der Heidenmission. Die Delegierten beschlossen einstimmig, die Gründung einer Missionsorganisation des Diözesanklerus in der nachmittägigen Versammlung zu beantragen, die den Namen: „Missionsvereinigung des Münsterschen Diözesanklerus" erhalten soll. Der von Professor Schmidlin vorgelegte (Statuten» entwnrf wurde mit geringen Änderungen in der vorgeschlagenen Form vorläufig angenommen. Ein eigenes Organ für die Missionsvereinigung wurde nicht bestimmt, doch wird das Pastoral-blatt über die katholische Missionsbewcgung eingehender berichten. Die Versammlung beschloß, die Mitglieder des Diözesanklerus sämtlich zum Beitritt zur Missionsvcreinigung dringend aufzufordern. Die Plenarkonferenz int Saale der „Union" begann bei überaus zahlreichem Besuch gegen 3U3 Uhr unter der Leitung Stadtdekans Pfarrer Müer. Dieser eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er zunächst die Bedeutung der Heidenmission kurz würdigte. Die Mission ist eine wichtige, notwendige Aufgabe und Pflicht der katholischen Kirche. Die Kirche, die sich rühmt, in der Verkündigung der Gotteswahrheit den Befehl des Herrn auszuführen, kann und will nicht gleichgültig an dem Schicksal der Heidenvölker vorübergehen. Indes erwachsen der katholischen Missionstätigkeit gerade in unserer Zeit mancherlei Schwierigkeiten, in der Zeit der intensiven europäischen Kolonisation. Mit reichen Mitteln setzte in bat letzten Jahren allgemein die Missionstätigkeit ein. Die Länder China, Japan usw. nehmen wohl die christliche Kultur an, aber die christliche Religion lehnen sie ab. Eine besonders große Gefahr gegenüber dem Christentum bildet der einflußreiche Islam. In unserer gärenden Zeit ist die katholische Missionstätigkeit in gewissem Sinne an einem Wendepunkt angekommen. Gerade heute darf der Eifer für die Mission nicht erlahmen, sondern muß mehr als je belebt und entflammt werden. In dieser Erwägung haben die Mitglieder der Pastoral-konferenz der Stadt Münster unter tätiger Mit- Wirkung des Professors Schmidlin von der Westfälischen Willi elms-Universität eine Besprechung abgehalten und darüber beraten, was wohl zur Förderung der Missionstätigkeit und zur Hebung des Missionssinns getan werden könne. Am 13. Februar beschloß man, den Klerus der Diözese einzuladen zu einer Besprechung behufs Förderung der Missionstätigkeit. Zum Vorsitzenden wurde Semiuarregens Domkapitular Greving gewählt, der heute jedoch durch Heiserkeit verhindert war, den Vorsitz der Konferenz zu führen. Stadtdekau Müer begrüßte dann die erschienenen Herren, deren zahlreiches Erscheinen er mit Recht als einen Beweis der Begeisterung für die Missionssache auffaßte. Der hochwst. Herr-Bischof Felix von Hartmann war zu seinem Bedauern durch Amtsgeschäfte verhindert, an der Tagung teilzunehmen. Der hochivst. Herr entbot allen Teilnehmern seinen Gruß und ließ sagen, daß er den Verhandlungen reichsten Erfolg und Segen wünsche. Seminarregens Greving war als Vertreter des hochwst. Herrn Bischofs erschienen. Pfarrer Müer begrüßte namentlich noch die Professoren der Universität, die einzelnen Missionsgenossenschaften sowie die Ordensgenossenschaften der Diözese, die schon lange die Missionstätigkeit in ihr Programm aufgenommen haben. Der Schriftführer Kaplan Farwick von St. Lamberti verlas dann das Protokoll der Morgenversammlung, von der im Vorstehenden schon die Rede war.. Universitätsprofessor Dr. Schmidlin nahm darauf das Wort zum ernsten Bortrag über: „Die Pflicht der Teilnahme der Seelsorgsgeist-lichcn an dem Heidenmissionswerk." Wir stehen, so führte Professor Schmidlin in seinem gedankenreichen, begeisterten Vortrag aus, heute an einem Wendepunkt und Markstein in unserem Missionsleben. Zum ersten Male in Deutschland versammeln sich die katholischen Priester zu einer Beratung über eine der wichtigsten Funktionen der Kirche, über die Ausbreitung des Glaubens und die Bekehrung der Heidenvölker. Die Voraussetzung dieser Konferenz ist es, daß wir uns von dem Gedanken der Notwendigkeit und Bedeutung der Heidenmission durchdringen und die Pflicht der Teilnahme der Seelsorger an dem Missionswerke recht erkannt haben. Es fehlte dem katholischen Klerus niemals an Interesse und Eifer für die Missioussache, prinzipielle Gegner des Missionsgedankens waren nie unter ihnen. Aber von der allgemeinen Ueberzeugung bis zur tiefen, klaren Erfassung des Gedankens und zur Ziehung der letzten Konsequenzen ist noch ein weiter Schritt. Darum werde zuerst in aller Bestimmtheit das theoretische Fundament gelegt, io Drauf die praktischen Forderungen sich sicher ergeben werden. Wenn die Missionssache bisher nicht immer genügend gewürdigt wurde, so geschah und geschieht es meistens nur aus Unkenntnis. Für die Pflicht und Notwendigkeit der Teilnahme des Klerus an der Missionsarbeit, an der Pflege des Missionssinnes und -Eifers, führte Redner zunächst eine Reihe genereller Gründe an. Zuerst macht der ausdrückliche Befehl Christi der Kirche die Missioustätigkeit zur Pflicht. Die Missionsaufgabe ist den übrigen Funktionen der Kirche durchaus ebenbürtig. Die Missionsarbeit ist aber nicht nur eine religiöse, sondern auch eine eminent earitative Pflicht, da es sich um die Rettung vieler Tausende von Seelen handelt. Für unsere Zeit, fuhr Redner daun fort, hat der Missionsgedanke eine ganz besondere Bedeutung; wir haben jetzt den psychologisch günstigen Augenblick, der jedoch auch wieder kritisch und gefährlich ist. Denn zahlreiche andere Mächte treten auf und rüsten sich zur Eroberung der Heidenländer. Die Bestrebungen des Islams, des Unglaubens u. a. stehen der katholischen Missionstätigkeit entgegen. Redner gab noch einen vergleichenden Ueberblick über die verschiedene Missionsarbeit in Deutschland und Frankreich; in Frankreich geht sie nach der Trennung von Staat und Kirche' begreiflicherweise sehr zurück. Weiter verglich Redner noch die parallele Entwicklung der protestantischen Missionsbewegung, die in großer Blüte steht. Mit einem Hinweis auf die Pflicht der Teilnahme und die Verantwortung des Klerus gegenüber dem Missions-Werke schloß Professor Schmidlin seinen gehaltvollen, mit begeistertem Beifall aufgenommenen Bortrag, für den ihm Stadtdechant Müer den Dank der Versammlung aussprach. Im zweiten Vortrag sprach P. Schwager 3. V. D. aus Steh! in praktischen, fesselnden Ausführungen über das Thema: „Die Pastoralen Mittel zur Heft 9. Štern der Neger. Hebung des heimischen Missionswesens." Im Eingänge seines eindrucksvollen Referates würdigte P. Schwager kurz die Bedeutung, Pflicht und Wichtigkeit der Mission. Es bedarf intensivster Arbeit der Missionssreunde, ivenn nicht die Heiden dem Unglauben verfallen sollen. Der Klerus muß deshalb die Missionsfürsorge als seine Berufspflicht erkennen und ausüben und der Erfolg wird gewiß nicht ausbleiben. Redner besprach dann im einzelnen die Mittel und Wege zur Hebung des Missionssinnes in Predigt, Katechese und Unterricht. Der Missionsgedanke muß mehr als bisher dem Volke zu Herzen geführt werden. An praktischen Materialien dafür sind in den letzten Jahren mehrere gute Werke erschienen, die den dringenden Bedürfnissen Rechnung tragen, für die Kanzel und die Katechese. Auch das Gebet für die Mission darf neben dem Geben nicht vergessen werden, das Gebet mit die Mehrung des Missionsgedankens und Missionsgeistes in der Kirche, wie Gott ihn will. So wird die Kirche durch allseitige Pflege des Missionsgedankens eine wahre Missionskirche, was sie nach Gottes Willen sein soll. Bemerkenswert ist noch, wie reich z. B. die Psalmen mit ihrem Leitmotiv „Laudate dominum, omnes genles“ an Missionsgedanken sind. Die Pflege der Missiousberufe findet auch in dankenswerter Weise durch den Klerus eine tätige Unterstützung und verdient sie auch in Zukunft in reichem Maße. Mit dieser erhöhten Pflege und Berücksichtigung des Missionsgedankens ist keine Arbeitssteigerung verbunden. Redner ging dann noch im einzelnen auf die Frage der Beteiligung an den verschiedenen Missionsvereinigungen ein; namentlich berücksichtigte er den Xaverius-Verein und den Verein von der Kindheit Jesu, welch letzterer in Deutschland aufs schönste blüht. Auch die Bedeutung der Missionsfeste ist nicht zu unterschätzen. Wenn die Kirche die Missionsaufgabe in dieser Weise zu erfüllen sucht, so gibt sie nicht nur, sondern empfängt selbst reichsten Segen für das Glaubensleben in der Heimat. Besonders lebhaften Beifall fand die anerkennende Bemerkung des Redners, daß Münster mit der Ignorierung der Missionswissenschaft aufgeräumt und das Banner der neuen Wissenschaft zuerst erhoben habe in seiner vorzüglichen theologischen Fakultät. 215 Stadtdechant Müer dankte den beiden Rednern im Namen der Versammlung für ihre gehaltvollen, anregenden Vorträge. Professor Dr. Schmidlin referierte dann über die Gründung einer Missionsvereinigung fürdenDiözesanklerus. JnausgiebigerBesprechnng der einzelnen Punkte und lebhafter Diskussion, welche die freudige, allseitige Zustimmung zu dieser Gründung ergab, wurden die Statuten einer solchen „Missionsvereinigung des Münster-schen Diözesanklerus" beraten und dann wurde beschlossen, denEntwurfderselben dem hochwst. Herrn Bischof zur Genehmigung zu unterbreiten. Ferner wurden einige wichtige Resolutionen bezüglich Förderung der Missionssache in der Versammlung mit hohem Interesse debattiert und angenommen. Mit der genauen Formulierung des Wortlautes und ihrer Veröffentlichung wurde der Vorstand beauftragt, den die Versammlung heute wählte. Er wird bestehen aus einem Vertreter des hochwst. Herrn Bischofs, mehreren Vertretern aus dem westfälischen, rheinischen und oldenburgischen Anteil der Diözese, Vertretern der hochw. theologischen Fakultät, einem Vertreter der Religionslehrcr und hat das Recht der Zuwahl. Der Vorschlag des Professors Mcincrtz, die heutigen Verhandlungen und Vorträge in einer Broschüre zu sammeln und sie so dem hochw. Klerus mithin zugänglich zu machen, fand freudige Zustimmung. Die ganze Tagung nahm so einen erfreulichen Verlauf, und es steht zu hoffen, daß sie den Grund zu einer reichen Förderung des Missionsinteresses gelegt hat. Der Akademische f$lMflionsm*cm in Münster. Einen schönen Erfolg brachte dem Akademischen Missionsverein Münster seine letzte öffentliche Veranstaltung im verflossenen Semester, die wohl das Interesse weiterer Kreise beanspruchen darf. Galt die Versammlung doch einem Problem, das für die Missions-, Kolonial-, ja Wcltpolitik eine brennende Frage geworden ist, der man nicht länger gleichgültig gegenüberstehen darf, der Jslamfrage. Autoritäten auf dem Gebiete der Jslamforschung hatten als Redner zugesagt und so fanden sich Freunde und Gönner des Vereins in überaus stattlicher Zahl ein, mehr fast, als der geräumige Saal zu fassen vermochte. Nach kurzen Begrüßungsworten des Vorsitzenden eand. phil. Wenz bot Herr llniversitätsprofessor Dr. Grimme (Münster) die Grundlage zum Verständnis des Islam und seiner Gegenwartsbewegung in seinem Vortrag: „Die Grundzüge der islamitischen Religion." Aufbauend auf diesen mit Spannung entgegengenommenen Ausführungen behandelte Herr Dr. Froberger (Bonn) die Beziehungen zwischen Islam und christlicher Religion: Es kann nicbt oft genug darauf hingewiesen werden, daß der Islam auch für unsere Kolonien eine schwere Gefahr bedeutet, und zwar nicht allein für die Religion, sondern auch für die Kultur. Darüber darf nicht ein gewisser poetischer Hauch, dürfen nicht Beweise äußerer Frömmigkeit und ebensowenig die Unterwürfigkeit mancher niederer mohammedanischer Beamten in den Kolonien hinwegtäuschen. Das sind bloße Äußerlichkeiten und faßt man den jetzigen Islam, wie es nötig ist, nicht als abstrakte Idee, sondern konkret, in seinen Anhängern verwirklicht, so vermögen sie den vollständigen religiösen wie moralischen Ruin nicht zu verdecken. Der Islam ist antikultnrell. Er ist es, um nur diesen Punkt zu betonen, schon wegen seiner Stellung zur Familie. Wir sehen in ihr die Grundzelle des Staates, die Vorbedingung für die rechte Stellung der Frau und die Erziehung der Kinder. Der Islam hat keine Familie, er kennt nur Männer, Sklaven und Sklavinnen. Dazu kommt die Polygamie, die die Frau von dem ihr gebührenden Platz in Familie und Erziehung fernhält, und die Sklaverei. Solange der Islam auf diesem Standpunkte beharrl, wird er stets antikulturell sein. Der Redner wies dann auf die Gefahr der Ausbreitung des Islams in den europäischen, besonders in den deutschen Kolonien hin. Rechnet man zu all dem das neu erwachte intensive geistige Leben im Islam, die Tätigkeit religiöser Orden und der Presse, so ergibt sich für die Mission gegenüber dem Islam eine sehr schwierige Lage. Dennoch weist der Redner mit aller Entschiedenheit die vielfach verbreitete, ebenso bedauerliche wie verhängnisvolle Meinung zurück, es sei unmöglich, Mohammedaner zu bekehren. Gerade katholischerseits ist eine solche Ansicht unverständlicki, da es der Kirche seitdem Mittelalter, seit einem Johannes Damascenus, an erfolgreichen Glaubensstreitern gegenüber dem Islam nicht gefehlt hat. Auch die letzten 30 bis 40 Jahre katholischer Missionstätigkeit haben jene grundlose Behauptung widerlegt. Besonders in Nordafrika haben die Weißen Väter durch schöne Erfolge den Bekehrungsbeweis erbracht, Auch die Bemühungen und Erfolge der protestantischen Missionen sind geeignet, in dieser Hinsicht die nötige Klarheit zu geben. Ein begeistertes Schlußwort richtete noch der Protektor des Vereins, Herr Universitätsprofessor Dr. Schmidlin, an die Versammlung. Ausgehend von dem bedeutsamen Kongreß des christlichen (protestantischen) Studentenweltbundes, der voriges Jahr unter der Parole der Jslambekehrung im Herzen des Islam, in Konstantinopel, stattfand und auf die islamitische Welt tiefen Eindruck machte, forderte er in flammenden Worten dazu auf, das Kreuz nicht dem Halbmond preiszugeben, sondern auch unserseits alles zu tun, den Islam in seinem Vordringen zu hemmen und das Christentum zum Siege zu führen. Mit scharfem Auge schaut der Osten auf die Gebildeten Europas, geben wir ihnen darum das Beispiel praktischen Christentums und anderseits hegen wir Missious-sinn, wecken wir ihn, machen wir die Missionssache zur Herzenssache, wie es ja der Akademische Missionsverein sich zur Aufgabe gestellt hat, und das Kreuz wird siegen. So brachte der Schluß der Versammlung nochmals zum Ausdruck, was sie ihrem ganzen Gedanken nach war und sein sollte, ein dringender Aufruf zur Mitarbeit an der katholischen Mission. („K. B.") Der lUatboltsehe akademische fliMsstonsverem Tübingen hielt gleichfalls am 5. Juli einen gut besuchten Vortragsabend ab. Der Vorsitzende berichtete über die Arbeit, die der Verein im abgelaufenen Semester geleistet hat. Nach ihm verbreitete sich Repetent Herr Haag über die „Missiousauf-gaben in Palästina, Eindrücke von einer Palästinafahrt". Als zweiter Redner sprach der hochwürdige Pater Dick, Pallotiner aus Limburg, über „Missionsprobleme in Kamerun". p mntwottlfdm- Schriftleiter tsiefttor P. Dr. fiß. IRaffeiiier F. S. C. — «udbbrudierci Wotta, JBriien, Südtirol. Gebetserhb'rungen uit6 -Empfehlungen. Danke recht herzlich allen für das Gebet; besonderen Dank der seligsten Jungfrau, die mich in meinem Anliegen ansfallend erhört hat. — Eine Abonnentin empfiehlt sich in einem wichtigen Anliegen recht innig dem frommen Gebete der „Stern"-Leser, Hcrben-Wevzeichnis txnrx 10. Iul'r öis lO August 1912 -----------In Kronen. ---------- Gpferstock: Diersbach, Z. St. 1; Epp an, M. M. 10; Gars, Koop. G. 30; Gvpis, A. H. 10 (für Kerzen); Hochkretscham, Fr. M. 8'24; Kl. Heinrichschlag, H. H. 3; Lambach, P. B. G. 145; Mauth, R. H. 1-17; Metten, P. B. 141, Niederau, Pfr. F. M. 10; N. N. 300; Pram, Th. Fr. 20; Reichhub, I. K. 1; M. St. 40; St. Peter i. d. Au, F. K. 3; Schwanen-stadt, Fr. K. 1; Bahrn, I. M. P. 6; Weitersfelden, K. L. 1; Wien, I. Sch. 1. Zur persolviermig von heiligen Meffen sandten ein: Ahrweiler, E. F. 702; Atzbach, S. R. 10; Aubing, G. St. 5 28; Doren, I. H. 10; Fürstenfeld, M. K. 30; Gars, Koop. G. 30; Hall, Fr. G. 5; Hochkretscham, Fr. M. 5-20; Längenfeld, A. G. 5; Milland, N. N. 10; Salzburg, Gräfin M. 17 62; St. Ulrich, D. H. 20; Schicdlberg, I. St. 5; Sexten, I. St. 5; Bornholz, Fr. v. N. 5'85; Wahlen, N. N. 4. Zur Taufe von lfeidenkindern: Fernitz, M. W. 25 (Maria); Graz, Frl. E. H. 25. (Marias; Octz, Sr. A. 20 (f. d. Heidenkinder); Riedenburg, St. Aloisins B. 25 (Alois); Rattenberg, st Pfr. A. Sch. 20 (Alois); Schnaitsee, Fr. P. 74-04 «zwei Theresia, ein Sebastian!. Zur die Mission: Götzis, I. A. H. 5; Kostelzen, Pfr. Sch. 10; Wahlen, Pfr. F. A. 96. Briefmarken liefen ein aus: Brixen, Eggenberg, Kirchental, Lana, Kremsmünster, Marling, Meran, Sarajewo, Straubing, Trient, Wien. „© Herr, verleihe allen unseren Wohltätern um deiner Namenr willen dar ewige Leben!" /(.■'sr.:), ; 5., Handwerker, wie Schuster, Schneider, Tischler, Bauernburschen usw. finden als 1 Laienbrüder Ausnahme im Missionshaus in Milkand Bei Ariden. Für Bbonnenten aus allen Studentenkreisen wird eine außerordentliche Preisermäßigung gewährt Gins Bitte an Mnlilrßssunds. Daß die Neger sehr die Musik lieben, ist bekannt. Daher ist es Pflicht des Missionärs, sich hierin beizeiten auszubilden. — In unserem Juvenat, im Laverianum, haben wir für Musik besonders veranlagte Zöglinge: doch womit lernen? — Wir richten daher an Musikfreunde unter unsern Abonnenten die innige Bitte, uns Musikinstrumente, welcher Art sie auch sein mögen (natürlich brauchbar), für unsere Zöglinge nach Milland zusenden.zu wollen. Sie üben dadurch ein Liebeswerk an den Negern und das heiligste Herz Jesu wird es sicher lohnen. i Hl 6« IllllllSi Kiliill festschrift des xxiil. Eucharisti-schen Kongresses in Wien 1912. Brosch. K 3’—. :: (Luxus-Ausgabe BL XO*—.) :: Niemand sollte versäumen, sich, dies© hüTbsche Erinnerung anzuschaffen. führer torch Wien und Umgebung o n Leo Woerl. Jri ui® IX 1 uv» Ein handlicher, guter Führer mit 2 Plänen, Straßen Verzeichnis und über 80' Illustrationen. 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Man wende sich vertrauensvoll an die Adresse: P. Gbere des Missionshauses in Milland bei Vrixen, Tirol. wmm