Erscheint jeden Samstag und kostet: Mit bei Post ganzjährig . . fl. 5 — halbjährig . . „ 2.50 Für Laibach ganzjährig . . fi. 4.— halbjährig . . „ 2.— Für die Zustellung in'« Hau« find ganzjährig 50 kr., halbjährig 3N fr. zu entrichten. Einzelne Nummer 10 tr. ^ NIMV. Insertionsgebühren: Für d,e 3sp»ltigeZeile oder deren Raum bei lmaliger Ginschaltung 8 kr., 2 Mal 8 kr., 3 Mal IN tr. Stempel jede« Mal 30 kr. Redaktion und Administration: Klofterfrauengaffe Nr. 5? (gegenüber dem Cafino). Zuschriften und Geldsendungen find zu richten «n den Vigenthümer de« Blatte«. Manuskript« werde« nicht zurückgesendet Zeitschrift für McMMslhc Interessen. Gigenthümer, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: I'Swi - (5i»9.886l1i . in. Jahrgang, Laib ach am 15. August 1868. ^ 35. Der Tabor in Luttenberg. Die Geschichte der nationalen und politischen Entwicklung des slovenischen Volkes hat wieder einen glänzenden, sonnigen Tag zu verzeichnen. Ein epochemachendes Ereigniß im Leben der Nation, ein Schauspiel, wie seinesgleichen die slovenische Erde seit Jahrhunderten nicht gesehen, hat sich vor unfern Augen abgespielt. An 7000 Bewohner slovenischen Bodens hatten sich über Einladung begeisterter, tatkräftiger Patrioten am 9. August im altehrwürdigen Luttenberg (I^'utoiusr) ver­sammelt, um nach der Väter Sitte unter freiem Himmel über die Angelegenheiten des Landes, über das Wohl des Volkes zu berathen. I n musterhafter Ordnung, in würdigster Weise und ohne die mindeste Störung fand das erste große slovenische Meeting statt. Schon am Vorabende hatten sich viele Gäste in Luttenberg eingefunden, das Gros der Theilnehmer kam jedoch erst Sonntag an. Bei letzterem befanden sich auch die Laibacher, darunter 10 Mitglieder des „80K0I"; in Frieda« erwartete die Ankunft dieses Zuges, der auf der ganzen Strecke stets neuen Zuwachs erhielt, das Ausschußmitglied Dr. Val. 2arnil , dem nach übereinstimmenden Versicherungen das Hauptverdienst für das Zustandekommen dieser imposanten Kundgebung gebührt. Nach kurzer Rast in Frieda« setzte sich die bereitstehende Wagenreihe in der glühenden Sonnenhitze gegen Luttenberg in Bewegung, undurchdringliche Staubwolken aufwirbelnd. I n den Dörfern wurden die Passanten allenthal­ben mit lebhaften Zurufen und Pöllerschüssen begrüßt. Eine halbe Stunde etwa vor Luttenberg, auf der Höhe L,aä,o8la­vijy , empfing die Ankömmlinge unter einem reich dekorirten Triumpfbogen das Meeting-Comitö mit dem Advokaten Dr . Ploj , Vorsitzenden der Luttenberger Oitalnica und Obmann der Bezilksvertretung, an der Spitze. Dr . Plo j hielt eine zündende, kernige Ansprache, die im Namen der Gäste Advokat Dr . N a 2 la g aus Raan beantwortete, worauf die Fahrt fortgesetzt wurde. I n Luttenberg setzte man sich alsbald, da wenig Zeit mehr zur Erholung übrig war, in den Räumen der Oitalnica zu einer tresslichen Tafel, die noch durch Liedervorträge der Laibacher Sänger und durch die Produktionen eines Streich« orchesters gewürzt wurde. Von den ausgebrachten Toasten er« wähnen wir die des H. Nol i aus Laibach, deren erster dem verehrten Dr . Plo j galt, der in gewinnender, herzlicher Weise, dankte; im zweiten Toaste, vor dem Schlüsse des Bankeies gedachte H. N. der bereits auf dem Sammelplatze harrenden „Taboriten". Nach 3 Uhr erfolgte der Auszug auf den Festplatz, auf dem bereits das Volk in Massen angesammelt war; gleich« zeitig rollten eben 25 dichtbcsetztc, mit Reisig und tritoloren Fahnen geschmückte Wägen aus der Gemeinde St . Thomas einher, die gleich den andern zahlreichen Wagenzügen aus der Umgebung mit stürmischem Jubel empfangen wurden. Der Ort , auf welchem die Versammlung abgehalten werden sollte, befindet sich in einer reizenden Landschaft und eignet sich hiezu ganz vorzüglich. Für das Präsidium und den landesfürstlichen Commissar, dann für die beiden Musikkapellen waren geeignete, mit Laubwerk geschmackvoll verkleidete Tribunen errichtet, die Rednerbühne stand an der Mündung einer breiten, stattlichen Eichenallee, zwischen den einzelnen Baumgruppen ringsum be­ fanden sich allerlei Zelten und Buden mit Erfrischungen; überall, besonders auf den Bäumen flatterten zahlreiche na­ tionale Fahnen und Fähnlein. Als l. f. Commissar fungirte Herr Bezirksvorsteher G l 0­boünik . Zuerst betrat die Nednerbühne Stadtpfarrer Dr . Klemenöiö . Er betonte die Notwendigkeit, daß man vom Versammlungsrechte Gebrauch machen müsse, um den Wün­schen und Bedürfnissen des Volkes Ausdruck zu geben. Z u diesem Zwecke haben wir uns heute hier eingefunden, müssen uns aber, bevor wir an's Werk gehen, einen Vorsitzenden wählen, der die nothwendige Ordnung aufrecht erhalten wird. Redner bringt als Präsidenten in Vorschlag den Landtagsab­geordneten Dr . Ra2lag . (Stürmische Akklamation.) — Dr. Ra-ilag nimmt unter endlosem Beifall den Vorsitz ein: „Mehr als 1000 Jahre sind vergangen, seit unsere Vorfahren unter freiem Himmel berathschlagten. Es ist unsere Pflicht, die Gelegenheit, die uns jetzt gesetzlich geboten ist, zu benützen, auf daß es unfern Kindern besser ergehe als uns. (Beifall.) Wi r müssen es uns angelegen sein lassen, unser Volk auf die höchste Stufe der Kultur zu bringen." Redner dankt für die Ehre, die ihm die Versammlung durch die Wahl zum Borsitzenden des ersten Tabor erwiesen, bittet um Be­obachtung der strengsten Ordnung und Ruhe, da ohne diese die Verhandlungen nicht ihren geregelten Fortgang nehmen können, und theilt mit, daß der §. 19 der Staatsgrundgesetze den Gegenstand der heutigen Berathungen bildet; er verliest diesen §. und hebt dessen Wichtigkeit für das slovenische Volk hervor. Das Amt der Schriftführer übernehmen die Herren I . U. C. Rapoc und »wä. pdil. 2elenik. Bevor wir den Verlauf des Meeting kurz darstellen, theilen wir das Resultat desselben mit. Einstimmig — nach vorgenommener Gegenprobe — wurden folgende Resolu­tionen angenommen: „Die Versammlung erklärt, daß sie im Z. 19. des Staatsgrundgesetzes vom 21. Dezember 186? über die all­gemeinen Rechte der Staatsbürger leine Bürgschaft für die Erhaltung und EntWickelung der slovenischen Nation findet, so lange nicht 1) die slovenische Sprache in den slovenischen Ländern zur ausschließlichen Amtssprache erhoben und deßhalb den Be« amten unverzüglich die Erlernung der slovenischen Sprache in Wort und Schrift innerhalb der Frist eines halben Jahres zur Pflicht gemacht wird ; 2) so lange nicht die kirchlichen Behörden in den slove­nischen Ländern in slovenischer Sprache amtiren und in den Priesterseminaricn für jene Fächer, die derzeit deutsch tradirt weiden, das Slovenische als Unterrichtssprache einführen werden; 3) so lange nichs die Volksschule ganz slovenisch und in den Mittelschulen das slovenische die Unterrichtssprache wird ; die deutsche Sprache bleibt in letzteren Lehrgegenstand; 4) so lange nicht aus dem steilischen Landesfonde der slovenischen Bevölkerung und ihrer Steuerleistung entsprechende Summen zur Errichtung, Unterstützung und Erhaltung slove­nischer Institute, wie slovenischer Realschulen, landwirtschaft­licher Lehranstalten u. dgl. verwendet werden; 5) so lange nicht die Slovenen zu Einem Regierungs­gebiete mit nationaler Verwaltung vereinigt werden; 6) so lange nicht der §. 19 durch Ausführungsgesetze praktisch ins Leben eingeführt wird." Zunächst ertheilte der Vorsitzende das Wort dem Realitä­tenbesitzer Kukove c aus Luttenberg. I n faßlicher, klarer Weise begründete dieser den ersten Punkt der Resolution, in­dem er darauf hinwies, daß in aller Welt die Sprache des Volkes den ihr im Amte naturgemäß gebührenden Platz ein­nehme. I n Frankreich, in Deutschland hält man's damit so, warum sollte das Gleiche nicht bei den Slovenen der Fall sein? Die Einwendungen sind alle nicht stichhältig. Man sagt, es gebe keine Leute, die der slovenischen Sprache mächtig sind! Ma n verhalte sie nur recht zum Lernen — das liebe tägliche Brot wird sie schon dazu zwingen. Man behauptet, das Volk selbst wolle nichts von der Einführung des flovenischen im Amte wissen! Ist das wahr? (Tausendstimmiges Nein!) Soll der slovenische Staatsbürger noch länger bei Winkel» schreibern herumlaufen, um sich den Inhalt von Schriftstücken, die ihm nicht verständlich sind, verdolmetschen zu lassen? Der Kaiser selbst fordert uns in slovenischen Aufrufen zur Verthei­digung des Vaterlandes auf — und die Beamten sollten nicht slovenisch mit uns verkehren? (Beifall.) Fordern wir unfer Recht! (Liest die Resolution.) Vorsitzender Dr . Rlllila g macht auf die Wichtigkeit und hohe Bedeutung des Antrages aufmerksam, bevor er zur Ab­stimmung gelangt. Wer damit einverstanden ist, solle j a sa­gen. Einstimmiges, donnerndes Ja! Um jedoch denjenigen, welche sich alle erdenkliche Mühe gegeben hatten, das Meeting zu hintertreiben, jeden Anlaß zu böswilligen Auslegungen nnd Verdächtigungen zu benehmen, leitete Dr, Ra^lag die Gegenprobe ein. Kein Laut war zu hören! — Der zweite Redner war Dr. 2arnit. Ein Beifalls­sturm empfing ihn, als er auf der Tribüne sichtbar wurde. Die Slavenapostel Chrill und Method haben dem slovenischen Volke das Christentum in seiner Sprache geprediget, in der Kirche herrschte ausschließlich die slovenische Sprache, wie noch heutzutage in Zengg. Freilich kam es anders. Die Kirche wurde als Mittel mißbraucht, um unser Volk deutschen Interessen dienstbar zu machen und zu erhalten. Aus dieser Zeit datirt die Einrichtung, welche unsere Geistlichkeit, die für ihre Nation glüht und an der Spitze der geistigen Bestrebungen des Vol­kes einherschreitet, zwang, den schriftlichen Verkehr mit ihrem Oberhirten deutsch zu unterhalten und in ihrem Wirkungskreis deutsch zu amtiren. Vorsitzender Dr. Ra^lag resumirt, nachdem Dr. 2ar­nik unter allgemeinem Beifall geendet, dessen Ausführungen, und fügt hinzu, in den angeführten Uebelständen sei auch der Grund zu suchen für die Entstellung und Fälschung der Ei­gennamen, die in so ausgedehnter Weise bei uns eingerissen ist, daß ihr kaum mehr zu steuern sei; es sei ein Gebot der Notwendigkeit, daß die Matrikeln künftighin slovenisch geführt werden. — Die Resolution wird verlesen und abermals ein­stimmig angenommen. Die Gegenprobe ergab keine Stimme. Die dritte Resolution betreffend die Schulen beantragte und motivirte BoÄdar Rai6 , dessen Rede gleichfalls glän­zend durchgriff. Rauschender Beifall empfing den Redner, der zunächst die Aufgabe der Schule dcfinirte und dann die Frage auswarf, ob die gegenwärtigen Unterrichtsanstalten den Anfor­derungen entsprechen. (Nein! Nein!) Der Italiener, die Deut­schen und die andern Nationen haben die höhere Stufe der Bildung errungen nur durch volksthlimliche Schulen. Warum sollten wir nicht solche Schulen haben? Die schlechten Schulen sind einzig Schuld an dem traurigen Zustande unseres Landes; die Schulen konnten dem Volke nichts nützen, weil sie der nationalen Grundlage entbehren. Unsere Schulen müssen daher slovenisch werden! (Allgemeiner Applaus.) Vor der Abstimmung erzählt noch Dr. Ra^lag, daß er bei Beginn des Schulbesuches lein Wort deutsch, der Schulmeister kein Wort slovenisch verstanden habe. — Die Resolution wird einstimmig angenommen, beider Gegen­prob e erhob sich keine einzige Stimme dagegen. Hierauf erhielt das Wort Dr. Prelog. Er erklärt Ein­gangs seiner Rede, es sei sehr zu wünschen und unumgänglich nothwendig, daß die Volksvertreter die Bedürfnisse und Wllnfche ihrer Wähler kennen. Sodann übergeht er zur Besprechung der finanziellen Frage und weist zissermäßig nach, daß zwe i Fünfte l sämmtlicher Beiträge zum steilischen Landesfonde von den Slovenen geleistet werden. Die Verwendung entspreche nun durchaus nicht der Leistungsproportion. Die Steuerzu­schläge, an denen der Schweiß des slovenischen Bauers klebt, kommen ausschließlich deutschen Instituten zu Gute; nie denke man in Graz daran, den Anforderungen der Slovenen Rech« nung zu tragen und für die Förderung ihrer nationalen Ent­Wickelung etwas zu thun. Abhilfe sei da dringend nothwendig, daher habe er feine Resolution eingebracht. Vorsitzender Dr . Rasla g faßt die Argumente des Red­ners in Kürze zusammen; auf das Geld, das unser war, das en Worten „Oesterreichs Fühlun g mit Deutschland" meinte, für uns ist der Ausdruck zu diplomatisch, zu vieldeutig; und — wir sagten es bereits — mit uns muß man deutlicher sprechen, wenn wir's verstehen sollen; wir stehen vor dem Princip der „Fühlung Oesterreichs mit Deutschland" wie vor einer Phrase, der höchstens der durch und durch deutsche Charakter des cisleithanischen Regie­rungsorganismus einen Kern verleiht. Damit sind wir auch an dem Punkte angelangt, der b i s zu diesem Momen t den faktischen Werth der Rede des Herrn Reichskanzlers arg herabdrückt, ihn namentlich auch her­abdrückt gegenüber der von ihm gerühmten „freien Entwicke­lung aller geistigen und materiellen Kräfte der in Eintracht vereinigt sein sollenden österreichischen Völker", da die Worte in grellster Weise mit den thatsächlichen Zustän­den Westösterreichs kontrastiren. Ein politisches System, das die nichtdeutschen Volksstämme daheim dem deutschen unterordnet, das freiheitliche Gefetze auf­stellt, die in vollstem Maße von dem deutschen Stamme aus­gebeutet werden dürfen, während deren Handhabung bei dem böhmischen Volke dahin führt, den Belagerungszustand mit seinen harten, aber gleichmäßigen und bestimmten Satzungen der so gehandhabten Freiheit gegenüber begehrlich zu finden, das Kerker- und exorbitante Geldstrafen in Permanenz setzt, das einen durchaus deutschen Verwaltungsorganismus einführt, — ein solches Politisches System ist nicht geeignet, die „freie EntWickelung aller geistigen und materiellen Kräfte" als Wahr­heit erscheinen zu lassen; ist nicht geeignet, „die Vereinigung, die Eintracht aller Völker Oesterreichs" anzubahnen. Nach dieser Richtung hin hat Baron v. Beust nur ge­lernt, besser zu sprechen, hat er einen Fortschritt nur in der Wahl seiner Worte gethan; allein dem Manne der wahren Zukunft Oesterreichs darf vor allem Eines nicht fehlen; wenn er den richtigen Gedanken erfaßt und dem Gedanken das rich­tige Wort geliehen, darf ihm — die vollste Vereinigung von Wort und That nicht fehlen." Publizistik. I n Pari s erschien soeben eine Broschüre unter dem Titel: „I^s Population» ä« 1'Nurope Orientale par un Crantz»,!»", welche sich in durchaus objektiver und klarer, da­ bei aber sehr nachdrücklicher Weise über Oesterreich äußert. Die „Corr." skizzirt den Inhalt der Schrift im Folgenden: „Die Broschüre bespricht die Verhältnisse der verschiede­ nen Völker unseres Kaiserstaates zum gegenwältigen Regie­ rungssystem und zieht daraus ein Resums auf die Zukunft. I n erster Reihe hebt sie die Böhmen hervor. Der Autor faßt, nachdem er die Gefahren gezeichnet, welche den Böhmen vom deutschen Anncxionsfieber drohen, ihr Hauptbestreben in dem Worte zusammen: „NoluiunZ FerrüÄuisari" (wir wollen nicht germanisirt werden), und weist dieß am deutlichsten durch die Citirung der Rede Ricgers im böhmischen Landtage am 13. April 1867 nach. Er schildert hierauf das loyale Ver­halten Böhmens während der preußischen Okkupation und geht dann auf die gegenwärtige Mißstimmung gegen Wien über, die er sehrcharakteristisch daraus ableitet, „daß die Böhmen fürchten, von der deutschthümelnden cisleithanischen Strömung für eine Annexion an Preußen vorbereitet zu weiden." Aus diesem Grunde habe der Panslavismus in Böhmen Eingang gefunden, denn man wolle nicht im deutschen Meere unter­gehen. Uebrigens, fahrt er fort, seien die Böhmen nicht so weit, daß sie, nachdem sie sozusagen „den nationalen Tod be­siegt", nun ihre eigene nationale Individualität etwa leichthin an Rußland aufgeben wollten. Es sei, sagt er, ein weiter Weg von der bloßen Sympathie bis zur That, und Böhmen habe eigene- Stärke genug, um den Schutz Rußlands nur dann direkt anzurufen, wenn es einmal von ganz Deutschland be­droht sein sollte. Vor allem handle essich bei den Böhmen jetzt darum, durch die deutsche Verwaltung des Herrn Dr. Gistra nicht germanisirt, das heißt aufgezehrt zu werden, sie seien in diesem Sinne die beste Schutzwehr eines gerechten Oesterreichs gegen den Pangermanismus. Hierauf bespricht der Verfasser das Verhältniß der Po­len und Ruthenen zu einander und findet, daß die österrei­chische Regierung alle Ursache habe, die Polen mit ihrem eigenen österreichischen Interesse zu identificiren und eine Ver­söhnung derselben mit den Böhmen nur zu unterstützen, da im Zusammenhalten der Polen und Böhmen die sicherste Garantie Oesterreichs gegen russische wie gegen preußische Ge­lüste liege. Nun geht er auf Ungarn über, wo er von den Ma­gyaren sagt, daß sie „so herrschsüchtig wie die Deutschen, sich al« die eventuellen Erben Oesterreichs und der Türkei be­trachten." „Böhmen und Ungarn", schließt er dieß Kapitel, „besin­den sich in derselben Lage, obwohl in verschiedenem Sinn. Wenn Böhmen geneigt wäre, sich von Rußland verführen zu lassen (?), fo geschähe dieß nur, um vor einer Borussisicirung sicher zu sein. Ungarn dagegen sei natürlich kein Verbündeter Rußlands, aber nur zu geneigt, sich mit einem borussificirten Deutschland zu verständigen. Diese Perspektive ist um so ern­ster, wenn, sobald der Dualismus so angewandt und verstan­den wird, wie man ihn in Pest aussaßt, die Ungarn nicht nur die Hälfte der Reichsarmee, sondern auch durch die projektirte Inkorporirung Fiume's, des Littorales und Dalmatiens die Marine in die Hand bekommen." Nachdem der Verfasser hierauf die Lage und Bestrebungen der Südslaven und Rumänen noch ausführlich geschildert, kommt er zu dem Schlüsse, daß das Nationalgefühl der östli­chen Völker und die Hegemoniegelüste der Deutschen und Ma­gyaren es seien, nicht aber russische Agenten, welche die große Bewegung unter denselben hervorriefen und schließt dann sein Resum«: „Viele Personen denken noch immer, daß Oesterreich an die Spitze einer Konföderation, einer Liga freier Allianzen treten könne, dazu bestimmt, den deutschen und russischen An­ nexionsgelüsten zuvorzukommen, aber nach dem, was bisher geschieht, wird man erkennen, daß, wenn Oesterreich diese große Rolle spielen will, es die Autonomie der angrenzenden Länder achten, im Innern aufrichtig decentralisiren und endlich die legitimen Ansprüche all' seiner Völler in gleicher Weise befriedigen müsse. Weder die Slaven noch die Rumänen kön­ nen einen Zustand der Dinge unterstützen, welcher die deutsche oder ungarische Hegemonie aufrecht erhalten würde. Man sagt: „Die Gleichheit der Nationen, das ist die Fahne, die früher oder später über dem wiedergeborenen Oesterreich wehen muß." Allein der Centralismus und der Dualismus sind nicht ge­ eignet, dazu zu führen." — Schuselka schreibt in seiner „Reform": „Jeder unbefangene Beobachter muß am Schlüsse dieses pompösen Fe­stes das Urtheil sprechen: Wenn diese Deutschen nicht durch die Macht irgend eines Gewaltigen geeinigt werden, sie selber werden sich die Einigung nicht schaffen. Die Festgenossen ha­ben im Nebel der Eigenliebe und des Selbstlobes nur sich selber/ nicht aber die thatsächlichen Verhältnisse außer sich ge­sehen. Sie haben Wien kennen gelernt, und glauben nun Oesterreich zu kennen. Aber Wien ist nicht Oesterreich; und selbst Wien haben die Gäste nicht so gesehen, wie es wirtlich ist, sondern nur, wie es sich unter der Diktatur einer herr­schenden Partei zeigen mußte. Sie glaubten ein wiedergebore­nes, neu erstarktes, durch und durch freies Oesterreich zu sehen, während ein Gesammtösterreich überhaupt gar nicht mehr exi­stirt, und die in Wien sich laut machende Freiheit von den nichtdeutschen Völlern mit Schmerz und Zorn als Unterdrückung empfunden wird. Die in Wien herrschende Partei hat auf das Schützenfest große Hoffnungen gebaut, sie hat mit demselben einen hohen, vielleicht ihren letzten Triumpf ausgespielt. Aber sie hat nicht einmal im Festspiel das politische Spiel gewon­nen. Sie hat sich selber und den deutschen Brüdern maßlos geschmeichelt und dadurch in eben dem Maße die nichtdeutschen Völker Oesterreichs verletzt, ja selbst bei den Magyaren neues Mißtrauen erregt. Diese Partei hat durch das Schützenfest nach außen hin nichts gewonnen und im Innern die Schwie­rigkeiten gesteigert. Sie hat von den deutschen Brüdern für ihre Herrfchaft offenbar nichts zu hoffen, und wenn sie sich nicht entschließen kann, mit den nichtdeutfchen Reichsgenossen in das Verhältniß brüderlicher Gleichheit zu treten, so wird sie sehr bald vom Schauplatz abtreten müssen." — Unter dem Titel „Die Freiheit in Böhmen" bringt der „Wanderer" einen Artikel, in welchem er auf die Widersprüche zwischen Theorie und Praxis hinweist. Er sagt: „Beim Schützenfeste ließ man die Leute von Freiheit reden, auch schwätzen; Programme schmieden, auch träumen. Während dessen aber führt man in der Praxis aus, was hier in der Theorie verdammt wurde: Gewalt, Gewalt, und wieder Ge­walt, nicht der heilende Genius der Freiheit soll die Czechen zu der Ueberzeugung bringen, daß sie unrecht thun, in der Opposition zu verharren. Preßprozesse, einer schärfer als der andere, in solcher Zahl, daß die Gerichte wegen Geschäfts­überbürdung sich im Delegationswege Luft machen müssen, Meetingsverbote, die fast regelmäßig eintreten, wenn eine Voltsversammlung in Böhmen angemeldet worden, andere Re­pressivmittel und Polizeikünste: das sind die Ergebnisse des freiheitlichen Regiments, und so macht man bei uns für Frei­heit Propaganda. Man hat ihnen das Hinschielen nach Ruß-z lllnd zum Vorwurf gemacht und dieß mit großem Rechte; wenn ihnen aber zu Hause das Wort entzogen wird, ist es natürlich, daß sie nach dem Auslande blicken und vom Aus­land eine Besserung ihrer Lage erwarten — gerade so wie einer der Wiener Schützenredner, Herr Trabert, aus Despera­tion über die Zustände seiner Heimat unter preußischer Herr­schuft, sein Heil und die Besserung der hessischen Zustande von der Verwirklichung ganz ausschweifender „Volkspartei"-Programme und konfuser Einigungsplane, nicht von Preußen erwartet. Wir dachten: Was dem Einen recht, das ist dem Andern bil­lig, und was man bei Herrn Trabert ganz selbstverständlich, ja beifallswürdig fand, das sollte man bei den Czechen wenig« stens entschuldigen." — Die „Nat. Ztg.« vom 5. d. M. sieht sich zu fol. gender Aeußerung über ihre Wahrnehmungen beim Wiener Schützenfeste veranlaßt: „Etwas so Hohles und Halbverrücktes, wie diese Aeußerungen (es ist die Rede von Trinkreden und Festsprüchen), die den Geschmack von Tausenden von Personen treffen, wird in einem Lande immer nur in einem langen po- Wischen Elend entstehen, unter dessen Drucke zuletzt den schwä­cheren Geistern der Verstand zum politischen Denken verloren geht und ihr Dichten und Trachten ein Taumel wird. Eine unglückliche Geschichte, eine verfehlte Bestimmung eines Volles bewirkt eine Zerrüttung des Denkvermögens und Viele wissen nicht mehr aus noch ein, kennen nicht mehr das Woher und Wohin. Wie oft haben wir uns nicht über die Czechen ge wundert. Oder die Polen, die Ungarn, die gleichfalls von widerwärtigen Schicksalen betroffen, keiner gesunden Entwick lung theilhaftig werden konnten, wie oft haben nicht auch sie durch Ueberschwänglichteit, wüste Träumerei und Mangel an Lebenssinn sich bemerklich gemacht, so daß die Polen gänzlich daran zu Grunde gingen, während die Ungarn hoffentlich auf den rechten Weg jetzt zurückgekehrt sind! I n der That aber, Aehnliches hat sich auch in Deutschland, Dank dem Verfall der Reichseinheit, herausgestellt, und auch uns fehlte es lange, lange Zeit nicht an verbrannten Köpfen, die unser ganzes Voll in den Ruf brachten, zu einem tüchtigen Staatsleben von Natur unfähig zu sein. Bodenlose Schwärmer wurden in der Zeit des Frankfurter Bundestages vorsätzlich großgezogen, um die Nation nicht zu sich selbst kommen und erstarken zu lassen. Die Presse selbst wurde gemißbraucht, um das Volk in Un freiheit und Finsterniß zu halten, und tresslich gelang eS bei den Leuten, welche in der Schützcnhalle nach Freiheit, Wahr heit und Licht verlangen. Die Aufhetzung der Süddeutschen gegen den Norden, war das nicht ein Werk österreichischer Soldschreiber? Oesterreich hat früh und spät an dem Zurück bleiben der politischen Bildung des deutschen Voltes viel ver schuldet; in dieser Beziehung bestand allerdings und leider ein Stück Gemeinsamkeit zwischen dem deutschen und dem üsterrei chischen Volke." Zum Schlüsse heißt es: „Alles ist jetzt daran gelegen, daß das österreichische Volk zu einem rechten Bewußt sein von seiner Lage, seineu Verhältnissen und Aufgaben ge lange. Es foll sich von der alten Zeit losreißen, wo seine Staatsmänner sich zu ihrem und zu unserem Schaden um Deutschland bekümmerten; es soll, woran es ihm bisher sehr fehlt, den eigenen Staat und seine Bedürfnisse verstehen lernen." Politische Revue. Inland. Wien. Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht ein kaiserliches Befehlsschieiben an den Ncichskriegsminister, welches die na tionale Selbständigkeit der ungarischen Regimenter durch die Weisung ergänzen hilft, daß denselben nur ungarische Offiziere beigegeben werden follen und in Bezug auf die Regimenter der anderen Nationalitäten wenigstens die Berücksichtigung der Nationalsprache bei der Auswahl der Offiziere anordnet. Das allerh. Befehlschreiben lautet: „Die von Mir im verflossenen Jahre genehmigten Beförderungsvorschriften für die Offiziere Meiner Armee und Kriegsmarine sind, den neuerlich von Mir erlassenen organischen Bestimmungen entsprechend, von Ihnen bereits einer eindringlichen Berathung unterzogen worden. I n dem Ich Mir vorbehalte, über die nothwendig werdenden Aenderungen der berührten Vorschriften Meine Entschließung seinerzeit folgen zu lassen, ist es Mein Wille, daß im Sinne des einzuführenden Wehrsystems und als Erfordernis; einer zweckmäßigen Heeresorganisation zugleich den wiederholt aus gesprochenen Wünschen des Landes entsprechend, in die aus den Ländern der ungarischen Krone sich ergänzenden Regimenter und Truppcntörper, so weit es möglich, aus diesen Ländern gebürtige Offiziere eingetheilt werden. „Zugleich sind die wie­derholt erlassenen Vorschriften betreffs Aneignung der Ncgi mentssprachen sämmtlichen Truppentörpern der Armee erneuert in Erinnerung zu bringen und es ist bei Einteilung der Of­fiziere auf die Kenntniß der in den Regimentern vorherrschen den Sprachen besonders Rücksicht zu nehmen." Zltlll. Die Triester Vorgänge finden auch in Dalmatien Nachahmung. Der „Naz." berichtet aus Spalato, daß die von der italienischen Partei aufgestachelten Vriganti ihr Un­ wesen nach kurzer Unterbrechung von Neuem beginnen. Am Sonntag wurden Vorstadtbewohner, welche ganz ruhig ihre slavischen Lieder saugen, von dem wüthenden Haufen mit Pfeifen und Schimpfen attaquirt und in der Vorstadt selbst am Leben bedroht. Eine Hauptrolle spielte dabei der berück) tigte Tribüne der „Consorteria", Namens Ghire, der am 28. Juli am hellen Tage die Frau des Vorstadtbewohner« Ie­ lasta mit dem bloßen Säbel überfiel, so daß sie sich nur durch die schleunigste Flucht retten tonnte. Zwei Tage darauf attaquirte derselbe Kerl einen Mann Namens Rosandiä, wel­ cher ihn indeß packte und ihm den Säbel entriß, worauf der Elende einbekannte, daß und von wem er gedungen sei. Alle diese einzelnen Erscheinungen lassen mit Sicherheit darauf schließen, daß die ganze Bewegung, die sich gegen das slavische Element an den Küsten des adriatischen Meeres tundgibt, nicht dem Zufall entspringt, sondern ein Werl der italienischen Attionspartei und wohlorganisirt fei. Ausland. München. Gegen den süddeutschen Bund, den die Wie ner Vundesschützeu auf's Tapet brachten, erheben sich selbst hier allerlei Bedenken. Die dortige „Süddeutsche Presse" er tlärt sich gegen die Tendenzen der schwäbischen Demokratie, die beim Wiener Schützenfeste zu Tage traten und bekämpft alsdann in einem längeren Artikel den in der „Augsburger Postzeitung" abgedruckten Plan Karl Barth's zur Errichtung eines süddeutschen Bundes. Ein solcher, sagt das Blatt, sei unmöglich, da beim Eintritte Oesterreichs in denselben und der Verschmelzung mit dem Nordbunde die alte Nebenbuhler­schaft zwischen Oesterreich und Preußen wieder wach gerufen würde und alsdann nochmals blutig ausgekämpft weiden müßte. Türkei. Zu dem vorhandenen Brandstoffe ist ein neuer zugewachsen. I n Skutari wurde der Leichnam des Fürsten der Mirditen am 2. d. M. von den Türken ausgegraben und die kirchlichen Insignien heruntergerissen; die Mirditen drohen deß­halb mit Repressalien. — Bezüglich des bulgarischen Auf stanbsversuches will die Pforte an die Mächte des Pariser Vertrages das formelle Ersuchen richten, gemeinsam mit ihr in Bukarest die geeigneten Schritte zu thun, auf daß die ru manische Regierung gegen einen wiederholten Einbruch bewaff neter Banden von rumänischem auf ottomanisches Gebiet Si> cherstellung gewähre. Wie die „Indep. Belge" wissen will, zöge sich ein Ungewitter über dem Prinzen Karl von Rum« nien zusammen. Midhat Pascha soll nämlich einige der gefan genen Bulgaren zu Aussagen veranlaßt haben, welche die ru­mänische Regierung als eigentlichen Anstifter der bulgarischen Insurrektion erscheinen ließen. Er foll dieserhalb eine form­liche Anklageschrift gegen dieselbe aufsetzen, deren Bestimmung es wäre, der europäischen Diplomatie überantwortet zu wer­den. Der französische Gesandte in Konsiantinopel foll an die ser Angelegenheit, durch welche die Türkei einen Druck auf Rumänien auszuüben hofft, großen Nntheil nehmen. Tagesneuigkeiten. Laibllch, 15. August. — (Studentenversammlung.) Die gestrige Stu­dentenversammlung war sehr zahlreich besucht, über 100 Stu­denten hatten sich dazu eingefunden. Zum Präsidenten wurde per aeolamÄtioueiü Doktorand TomZiö, zu Schriftführern 8wä. pkü. Celestin und »wä.ziiiil. Levec gewählt; als Regierungskommissär fungirte Herr Landes-Regierungs Sekretär Hoöevar. Sämmtliche Resolutionen (mit Ausnahme der vom Ausschusse fallen gelassenen Rechtsakademie) wurden einstimmig angenommen. Das Meeting zeichnete sich durch Ruhe und die vollkommenste imponirende Einigkeit seiner Theilnehmer aus. Einen ausführlichen Bericht bringen wir demnächst. — (Theatralische Vorstellung.) Zu Ehren des Studenten-Congresses veranstaltete der dramatische Verein gestern im Saale der öitalnica eine Vorstellung, wobei die Lustspiele „?i1o2uf" und „Vitra " zur Aufführung gelangten. — (Der nationale politische Verein.) Der pro­visorische Ausschuß hat sich vorgestern konstituirt und zum Obmann H. Dr. Ioh. Ahaöiö, zu dessen Stellvertretern Herr I . N. Horak und Herr Dr. Poklukar, zu Sekre­tären die Herren Dr. Pape» und Murnik, zum Kassier Herrn F. X- Sova n neu. gewählt. — (Acht Volksschullehrer) aus Kram sind nach dem Vorschlage des h. Landesausschusses vom k. k. Ministe­rium nach Wien berufen worden, um den Cursus in der Ackerbau- und Landwirthschaftsschule zu besuchen, welcher bis Ende künftigen Monates dauert. — (Lehrerstellenbesetzung.) Die an der hiesigen Oberrealschule erledigte Lehrerstelle für Chemie wurde mit Hintansetzung des bisherigen provisorischen Lehrers einem Deutschen verliehen, der weder der slovenischen noch überhaupt einer slavischen Sprache mächtig ist; in der Concursausschrei­bung war natürlich die stereotype Kenntniß der slovenischen oder einer verwandten slavischen Sprache gefordert worden. — §. 19! — — (Herr Dr. Jordan,) Redakteur der „Zukunft", wohlbekannt durch die von ihm redigirten „Slavischen Jahr­bücher", weilt, vom Meeting in Luttenberg kommend, seit meh­reren Tagen in Laibach. — (Todfall.) Mittwoch den 12. d. M. starb Herr Josef Saler , Eigentümer des „Hotel Elefant", ein allge­mein bekannter und geachteter Mann. — Herr Sabin» hat soeben das Libretto einer neuen komischen Oper vollendet, zu welcher Herr Prof. Blodek, dem Prager Publikum bereits durch feine allerliebste Operette „ V nwäui" rühmlich bekannt, die Musik komponirt. Die Oper nennt sich „ToulisIlliK 2lteK". — („Geheime.") Ein interessantes Histörchen von den geheimen Organen der k. k. Polizei in Prag, wo sie in der Zahl von über 1600 einander fehr stark Konkurrenz machen, weiß der „P. z P." zu erzählen: „In einem Gast­hausgarten saß ein „Geheimer" allein bei einem Tische, als sich an demselben ein zweiter „Geheimer" niederließ. Keiner von den würdigen Herren kannte den andern, jeder aber wollte in getreuer Pflichterfüllung den andern auf den Leim bekommen, bis endlich nach einigen Hinundherreden über ver­schiedene „verfassungsfeindliche" Angelegenheiten der Eine auf­stand und den Zweiten zum „Mitgehen« aufforderte. Der Zweite, welcher eben dasselbe thun wollte, war nicht wenig verblüfft, und wer weiß, was da geschehen wäre, wenn nicht zufällig jeder von den Herren sein bezügliches „Dekret" bei sich gehabt hätte!" — (Böhmischer Landtag.) Wie lange dürfte der jetzige böhmische Landtag tagen? Auf diese Frage antworteten die „Mr. Nov.": Gerade eine Woche, denn auf so lange wurden die Landtagsstenografen aufgenommen. — (Vom Schützenfeste.) Mehr wie °/g des ange­schafften Inventars sind abhanden gekommen. Am letzten Tage des Festes wurden sogar die goldenen Quasten der Bundes­fahne gestohlen! — (Auch vom Schützenfeste.) Die Tiroler hatten so manches zu bestehen. So schreibt man dem „G. V." aus Wien: „Eine Demimondlerin von herkulischem Körperbau und seltener Fülle, die sie mit unerhörter Frechheit zur Schau trug, ging noch bei guter Tageshelle einem ziemlich bejahrten Tirolerschützen zu Leibe. Die Demimondlerin war als Schützen-Jungfrau adjustirt, mit einem Gürtel geschürzt, und als Schnalle darauf eine weiße Scheibe mit schwarzem Tupf. Nun, Se Herr Tiroler, fagte die Jungfrau und deutete mit einladender Miene aus die Scheibe, da wäre Platz genug zum Scheiben-Schießen für so an feschen Schützen, wie Se sein, und das halbe Land Tirol. Der erstaunte Gebirgsmann lallte nur ein „a" „a" „das is do stark!" Indigo. Durch die besondere Güte des Herrn Handelskammer­selretärs I . F. Devidö in Agram erhielt die Administration des hiesigen landwirthschaftlichen Versuchshofes guten Indigo­samen, — und da für 1 Pfund Indigofarbe bis 8 fl. gezahlt wird, fo sollen mit diesem offenbar rentablen landwirthschaft­lichen Zweige künftiges Jahr auch in Krain Versuche angestellt werden. Ich bringe die ausführliche Vehandlungsweise des Indigo-AnbaueS und die Farbstoff-Erzeugung, wie Herr De­vidö selbe kundmachte, nachstehend zur allgemeinen Kenntniß. Die Gattung Indigo (luäi^uler») enthält 120 Arten, die über alle Länder der Tropenzone veitheilt sind. Es sind meistens Kräuter oder Halbsträucher, deren Größe zwischen 2—5 Fuß wechselt und die im Ansehen Ähnlichkeit mit Vo­gelwicken haben. Die Blätter sind unpaarig gefiedert und aus den Blattwinkeln entspringen Blüthentrauben, bei einigen von rother, bei anderen von violetter Farbe. Die einzelnen Vlü­then sind Schmetterlingsblüthen, die Früchte Hülsen, wie bei den Wicken und Erbsen, und die Gattung deshalb zur natür­lichen Familie der I^FiuniuoZLQ oder ?»pilionÄ,os6u ge­ hölig. Ein Indigofeld hat vor der Blüthe Aehnlichkeit mit einem Luzernfelde und zeigt zunächst gar nichts, das seinen Gehalt an blauer Farbe verriethe. Monates statt. Zu dieser Zeit beginnen die Vlüthen sich zu entwickeln, die Blätter sehen dunkelgrün aus und zeigen, wenn sie gebogen werden einen Silberschein, der von feinen Flaum-Härchen herstammt. Nach anderthalb bis 2 Monaten haben die Wurzelsiücke wiederum solche Stengel getrieben, die von neuem geschnitten werden können, und man wiederholt dieses Abernten so oft, bis man merkt, daß das Produkt ein geringes wird. Die ganzen Indigopflanzen werden in eine aus Steinen gemauerte Küpe (seltener in einen Holzbottich) die etwas hoch angelegt ist, gebracht. Man nennt diese Küpen Faulkufen. Man übergießt die Pflanzen mit Wasser und bei der herrschenden hohen Luftwärme tritt bald Gährung ein. Nach 5 bis 12 Stunden beginnt die Mischung Gasblasen zu werfen und ver­breitet einen sehr unangenehmen, fauligen Geruch. Durch diese Maceration wird der in den Pflanzen enthaltende zunächst noch farblose Stoff ausgezogen und aufgelöst, welcher später die Farbe liefert. Es gehört richtiger Blick und gehörige Erfahrung dazu, diesen Gährungsprozeß zur rechten Zeit zu unterbrechen. Ge­schieht dieß zu zeitig, so bleibt noch ein Theil des Farbstoffes in den Pflanzen zurück, läßt man aber die Fäulniß zu lange fortgehen, fo wird wiederum eine Quantität des Indigo durch dieselbe zerstört. Da während des Gährenssich die Masse auf­bläht, so legt man Bretter mit Steinen beschwert auf dieselbe und zwingt die Pflanzen unter Wasser zu bleiben. Die Flüssigkeit hat eine tiefgelbe Farbe erhalten und die Schaumblasen schillern in Regenbogenfarben. Die Pflanzer erkennen den Zeitpunkt daran, daß eine aus­geschöpfte Probe beim Umrühren rafch einen gut gekörnten Indigo niederschlägt. I n den meisten Fällen ist die Gährung nach 18 Stun­den soweit vorgeschritten, daß man die Flüssigkeit abzapfen kann. Man läßt sie in ein kleineres, tiefer stehendes Gefäß „die Schlagkufe" ablaufen, und bringt sie durch beständiges Umrühren mit der Luft in möglichst vollständige Berührung. Die gelbe Färbung geht zunächst in eine grüne über; es bilden sich rasch blaue Flocken, aus kleinen Indigokörnern be­stehend, und setzen sich als dunkelblauer Schlamm zu Boden. Den erhaltenen Farbe'nbrei läßt man nachher auf Leintüchern ausgebreitet abtropfen und im Schatten in luftigen Gebäuden trocknen. Wenn der Teig hinreichende Steifheit erhalten hat, auch wohl noch durch Pressen von einem Theile des Wassers befreit worden ist, schneidet man ihn in Würfel, die beim weiteren Eintrocknen ein Drittheil ihres Umfanges verlieren. Bei uns dürfte der Anbau am zweckmäßigsten anfangs Mai, der Schnitt Ende August vorzunehmen sein. I'. ßciiollillllvr. Offene Sprechhalle. Eine neue Art Executive. Wir müssen uns hiernieden auf allerlei unvorhergesehene Unglüsfälle und Todesarten gefaßt machen. Bald läuft man Gefahr, von einem dahinlaufenden Wagen zermalmt oder durch einen vom nächstbesten Dache fallenden Ziegel verletzt zu werden, bald haben es die Bauernburschen im Norden, Osten und Westen auf mißliebige Stadtleute abgefehen, bald brummt es im Süden, um den Berg Krim herum, und eines fchönen Morgens geht es den Bauern in Sonegg, Brunndorf und Piautzbüchel wie weiland den guten Bürgern von Pompeji und Hertulanum. Der Krim wird über Nacht ein Feuer­speier, er verschüttet unsere Besenstiel- und Fliegenwedelliefe­ranten und die Kunst, ein Fuder Holz derart zu laden, daß der Wagen voll ericheint, nichtsdestoweniger aber bloß sechzehn oder zwanzig Scheiter Holz enthält, geht auf immerdar ver­loren. Nach Jahrhunderten können die Engländer an jenen Stätten nach versteinerten Besenstielen und Fliegenwedeln fahnden. I n neuester Zeit beginnen auch die Mauthschranken so eine Art Executive zu üben. Es ist ein recht angenehmes Gefühl für den Kutscher irgend eines Gespannes unter solchen Mauthbalken zu stehen und als friedliebender Staatsbürger dem Mauthaufseher die übliche Gebühr sammt Pflastermauth hinzureichen; Plötzlich kracht es und der Mauthbalken fährt wieder unbekümmert, ob sein Auf- oder Niederzieher oder andere Leute die Wucht feines Falles zu kosten bekommen. Wenn nun der betreffende Aufseher selbst ganz naiv ge­steht, der Balken sei schon seit langer Zeit beim Zapfen ganz morsch gewefen und er habe dessen Fall bereits täglich er­wartet, auch fei der schlechte Zustand desselben lein Geheimmß gewesen was soll man erst da sagen?! „Die Sache macht sich sehr gut!« pflegte der mit der „Novara" zugereiste Neuseeländer zu sagen. Künftighin unternehmen wir keinen Spaziergang außer­halb der Barrieren der Stadt, ohne früher die Mauthschran­ken durch Fachmänner untersuchen zu lassen und auf das Kutschergestell hängen wir statt dem Kasten oder statt den Sitzen irgend einen offenen Dampfkessel, in dessen Innern Sitze angebracht sind. So fährt man verhältnißmässig sicher. „Wer hatte vermuthet, daß der Balken gerade auf einen unter demselben haltenden Wagen fallen wird", jammerte der Aufseher. . . <«> ^ Nun freilich, so ein kleinwinziger Körper, wie ein Mauth­balken, wird der menschlichen Gesellschaft zu gefallen, einmal vom Naturgesetz abweichen und wie ein Papierdrache in die Lüfte steigen! . . . Die Sache ist sehr komisch, wenn sie nur nicht so ver­zweifelt ernst wäre. Einer, der die Mauthbalken nie zu M visitiren Pflegt. Erwiederung auf den Artikel des Herrn Drenil von 1. d. Mts. Auf den fraglich gegen mich gerichtet gewesenen sehr ver­ hat sich genannter Herr Magister aufbrausend erhoben, und gegen mich sehr keke Bemerkungen gemacht, die ihm kurz er­wiedert wurden, und schließlich machte ich die Bemerkung, daß nach meiner Ansicht die Kenntniß mehreren Sprachen ein Vortheil sei, ich bin für die Ausbildung der Muttersprache einverstanden, doch sollen deßhalb bereits gebildete Sprachen nicht unterdrückt werden, und machte endlich die Bemerkung, daß ein Mensch, der nur eine Sprache spricht, so erscheint, wie ein Hund, der nur lediglich bellen kann, dieß ist der wahre Sachverhalt, und ich überlasse es Jedem einsichtvollem Manne, ob darin Herr Drenit einen Anstoß finden konnte, und die Einschaltung des gemeinen Artikels rechtfertigen kann. Nachdem ich jedoch über seine Verfügung den Grund in der unrichtigen Information des genannten Magisters erachte, so behalte ich mir vor, in dieser Richtung gegen den keken Schul! meister, der bereits wegen Agitationen eine entsprechende ämt» liche Rüge erhielt, die weitern Einleitungen zu treffen, und es wird sich sodann sein unverschämtes Auftretten heraus stellen, und sicherlich von Folgen sein — daher vorläufig nur dieß. — Wippach am 10. August 1868. Ioh. Suppanz. Verstorbene. Dm 30. Juli. Maria KremLar, gewesene Köchin, »lt 62 Jahre, in der St. Peters-Vorstadt Nr. 90, an der Aruftwaffersucht. Den 3>. Juli. De« Herrn Franz Iüvolnif, Schumachermeifter, sein Kind Ann», alt 5 Tage, in der Gradischa-Vorftadt Nr. 14, an Fraisen. Den 2. August. Helena Lampiö, Inwohnerin, »lt 67 Jahre, im Zivilspital, an Entartung der Unterleibsorgone. — Agnes Streiner, Iüstitutsarme, alt 70 Jahre, im Zivilspital, an Altersschwäche. Den 4. August. Ursula Perko, Inwohnerswitwe, alt 88 Jahre, im Zivilspital, an Altersschwäche. — Agnes Kurat, Iüstitutsarme, alt 75 Jahre, im Versorgungshause Nr. 4, »n Entkräftung. Den 3. August. Matthäus Vodopivec, Knecht, alt 26 Jahre, im Zivilspital, an der Lungentuberkulose. Den 6. August. Dem Thomas NoLiL, Oebstler, seiu Kind Franz, alt 3 Jahre, in der Gradischa-Vorstadt Nr, 15, an der Gl« hirnlühmung. — Gregor Osredkar, Inwohner, alt 49 Jahre, in der Polana-Vorstadt Nr. 50, am Nervenschlage. Den 7. August. Dem Vartholmä 5e»nar, Oebstler, sein Kind männlichen Geschlechte«, alt 2 Minuten, nothgetauft, in der Gradisch»" Vorstadt Nr. 15, an Fraisen. Den 8. August. Dem Herrn Josef Pol, bürgerl. Hutmachermei­ster und Hausbesitzer, sein Sohn Cduard, Hutmachergeselle, alt 22 Jahre, in der Stadt Nr. 162, an der Lungentuberkulose. Den 10. August. Ludwig Grilz, Schustergeselle, alt 17 Jahre, ist im I^ca-Flusse ertrunken gefunden und von da nach St. Christoph überbracht worden. — Gertraud Kallan, Witwe, alt 80 Jahre, iuder Stadt Nr. 294, an Altersschwäche. Den 11. August. Aegidius Lusterziö, Inwohner, alt 85 Jahre, und Herr Ludwig Eder, l. k. Steueramts-Kontrollor, alt 39 Jahre, beide ins Civilspitalsterbend überbracht. — Herr Josef Saller, Hotel» besitzet, alt 53 Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. 13, an der Was sersucht. Anmerkung. Im Monate Juli 1888 sind 71 Personen gestor­ben, unter diesen waren 38 männliche» und 33 weibliche» Geschlechtes. s 43-1. ralN5. Eigenes Erzeugniß Seidenwürmer-Samen von heuriger und bester Gattung sind beim Gefertigten zu haben. Realitätenbesitzer, St. Bartelmä in Unterkrain. ^ V I 8 Der Zahnarzt Herr I . G. Popp i» Wien, Stadt, Bog­»ergaffe 2, bereitet seit, zwanzig Jahren eine Essenz, welche un­ter dem Namen „Anatherin-Mundwllssel" in den Handel ge­kommen und so weit verbreitet «ud vortheilhaft bekannt gewor­den ist, daß ihr Ruf mit Recht ein europäischer genannt zu weiden verdient. Die Essenz wirkt heilend und lin­dernd auf alle Zahn- und Mnndlrankheiten, stärkt die Weichtheile de« Munde«, besonder« da« Zahn­fleisch, vertilgt Schwämme, Geschwüre und üblen Geruch de« Munde«, den Weinstein derZähne,und wird selbst gegen Carte« und Skorbut mit glän­zendem Erfolg angewendet, wie sie auch jeden Zahnschmerz besänftigt und überhaupt allen Thei­len des Mundes ihre ursprüngliche Frische, Kraft und Gesundheit wieder gibt und bei fortgesetzter Anwendung dauernd erhält. Es ist natürlich, daß diese seine überall erzielten Wirkungen dem „Anatherin-Mundwaffel" die mannigfachsten und entschiedensten Anerkennungen verschafft haben, sowohl von Seiten hoher Personen als auch von Auto­ritäten der Wissenschaft; und möge von letzteren da« Urtheil eines bedeutenden Fachmannes hier Platz finden: Ich bestätige Ihnen mit Vergnügen, daß ich Ihr „Nna­therin-Mundwaffer"chemisch analysirt habe und dasselbe nicht nur von allen schädlichen Stoffen gänzlich frei, sondern selbe« sehr «mpfehlenswerth, wie Herr Professor Oppolzer, be­funden habe. ^ ^ « ^ Wien. Dr. Ioh. Flor. Heller, Vorstand der k. t. pathologisch-chemischen Lehr­anstalt, k. k. Landesgerichts-Ehcmiker,c. Neben diesem „Anatherin-Mundwaffer" bereitet dessen Er­finder auch eine „Anllthtlin-Zllhnpllst»", die zum Putzen der Zähne vermittelst einer Bürste benutzt wird und besonder« zur Reinigung und Konservirung der Zähne und Mundtheile geeignet erscheint, d» sie in ihren Veftandtheilen dem obigen trefflichen Mundwasser ähnlich ist. Auch diese „Anatherin-Zahnpasta" erfreutsich viel­fältiger Anerkennungen, und urlheilt namentlich der k. l. Lau« desgerichts-Lhemiker und Professor Dr. V. Kletzinsky darüber folgendermaßen: Die „Anathelin-Zahnpasta" de« prakt, Zahnarztes I . G. Popp in Wien enthält keinellei gesundheitsschädliche Nestand­theile. Ihre »romatischen Bestandtheil«, von ather. Oelen ge< wählt, wirken erfrischend und belebend auf die weichen Mund­partien. durch deren Duft sie die Pasta angenehmer machen, und alle parasitischen Thier- und Pstanzenorganismen im Zahn» und Zungenbelege tödten und weitere EntWickelung verhüten; die mineralischen Veftandtheile wirken »einigend auf die gähne, ohne daß die Gemengtheile den Zahnschmelz an­greifen; die organischen Gemengtheil« der Pasta «'Mgend»« Schleimhäute und den Zahnschmelzchemisch ohne einen schäd­lichen Einfluß darauf auszuüben, sie wirken tonisirend aus Schleimhäute und Zellgewebe der Mundhöhle. stellten, und in einer rohen Gemeinheit geschriebenen Artikel, Wien. Tr. V. Kletzinsky, u>. ?. Zum Anbau de« Indigo wählt man wo möglich einen leichten sandigen Boden, der entweder von Natur aus Feuch­tigkeit genug besitzt, ohne sumpfig zu sein, °ber den man ab­und zu bewässern kann. I n Mittel Amerika säet man den Indigo reihenweise, macht dabei einzelne Löcher von 1—2 Zoll Tiefe in Abstünden von 10—20 Zoll und legt in jedes eine Prise Samen, die man mit etwas Erde bedeckt. Bei hinlänglicher Feuchtigkeit keimen die Körner bald. Besonders hat man darauf zu sehen, daß kein Unkraut zwischen dem Indigo aufschießt. Der erste Schnitt findet gewöhnlich am Ende des dritten erwiedere ich Nachstehendes: Ich war am fraglichen Tage mit einigen Herren in den Gartenanlagen des Herrn Grafen Lanthieri, dafclbst befand sich auch der Herr Schullehrer GorZiö, und in der Folge lamm ein fremder Herr, der sich nun als Drenil aufwirft, dahin, er setzte sich knapp neben mir, und den genannten Herren Magister, und dieselben sprachen in der slovenischen Sprache über mir nicht errinnerliche Gegenstände. Nachdem sich genannter Herr entfernte, bemerkte ich scherzweise, dieser Herr scheint nicht deutsch zu können, über diese meine ohne beleidigender Absicht gemachte Bemerkung, DM - Da« „Anathelin-Mundwllsser" sowohl als auch die „Anatherin-Zahnpasta" , Zu haben in Laibach bei Anton Kiisper, Josef Klllln­°er