Ankündigung eines nächst zu veröffentlichenden allgemeinen Lateinisch - finnischen, zugleich deutsch on, ftauhisischen, ilatienischeu und eventuell auch eines Nnivevsal- oder Welt- mit Beigabe eines Ltrevi in»««-Vorschlages des slovenischen Alphabetes als Probe. Von Joseph Poklukar, Demkas'itular au der Kathedrale zn Laibach, cmerit, k. k. Professor der Theologie. Druck von J g n. v. K l e i n m a yr et F e d o r B a m b e r g. 02^0^2^ 3. Lv^x - - o Hk^in gemeinschaftliches slavisches Alphabet ist ein langst anerkanntes Bedürfnis? der slavischen Nation. — Will dieselbe in Kunst und Wissenschaft zu höheren Stadien sich erheben und Größeres leisten, als sie bisher gethan: muß sie vorerst ihre isolirt wirkenden Krafts sammeln, und dieselben durch Schrift und Schriftsprache, wie im gemeinsamen Brennpuncte, zum kräftigen Ganzen zu vereinige» trachten. Denn vereinzelte Bestrebungen, wer weiß es nicht, erzielen wenig, oder ermüden, ehe sie zum Ziele kommen: Großes kann nur durch große, das ist, vereinte Kräfte vollführt werden. — Daher die vielen Aufrufe und Aufforderungen älterer und neuerer slavischer Philologen und anderer Literaten: sich vor Allein zur Grund¬ bedingung aller literarischen Einigung, zur Einheit des Alphabetes zu verständigen. Siehe ?. ^ppcn«1i»l: vo volu-ttsto et prrwAanlm lintzuae Ilhriese. llaxusii, 1806. Dobrovski 8ünvin,S. 86.5kopi- tar's slav. Grammatik, S. 196, 212. Bcrlii Grammatik der illyrischen Sprache, Vorrede zur 1. und 2. Ausgabe. Jordan s Jahrbücher der slavischen Literatur, V. Jahrgang, 1. und II. Heft, 1847, rc. ES ist zwar in den lehtverflossenen Jahren durch Annahme der gegenwärtigen eechisch - illyrischen Schreibweise mit diakritischen Buch¬ stabenzeichen eine Art Schrifteinigung, wenigstens unter den vordern Westslaven des Nordens und Südens erzweckt, und hie¬ durch ein großer Schritt zum Ziele näher gethan worden; allein das E i u i g ungö m i t tel selbst, ich meine, das Alphabet, leidet (ohne den hochverdienten Urhebern und Förderern desselben nahe tre¬ ten zu wollen) an so vielen Mängeln und Unbequemlichkei¬ ten, daß ein eruditer Author in den oberwähnten Jahrbüchern für slavische Literatur, V. Jahrgang, Seite 42, keinen Anstand nimmt, es mitBerliLfür ein bloß provisorisches zu halten. — Wahrlich, ein Geständnis?, dem Jeder beipflichten wird, dem die Hoffnung auf «in besser kvuditionirtes noch nicht vollends ausgegangen. Denn — um das Mangelhafte dieses Alphabetes näher zu berühren — es fehlt ihm 1- z t. Dl« optische Schönheit. Die Buchstaben stud ein Object für das Auge; sie sollen daher, wie in ihren einzelnen Formen, so auch in ihrem Tota lauödrucke dem Typus der optischen Gesche entsprechen, und durch Gefälligkeit und Schönheit sich empfehlen; was bei diesem Alphabete großentheilS der Fall nicht ist. Denn die immer¬ während rekurrirenden Puucte und Schnörkel über den Buchstaben stören die Reinheit und Gleichförmigkeit der Schrift und des Druckes; und, indem sie das Auge unangenehm afficiren, ermü¬ den sie es um so eher, je öfter und häufiger sie wiederkehren, und je zarter das Auge den Mißstand empfindet; was insbesondere bei schwachen und krankhaften Seheorganen der Fall ist. 2. Ist.dieses Alphabet auch anstrengender für daü Auge, indem es eine verdoppelte Thätigkcit desselben in Anspruch nimmt. Die diakritischen Zeichen ober den Buchstaben kommen in manchen Wör¬ tern — besonders bei einigen Dialekten, die viele Jotirungen haben, und dieselben gleichfalls damit bezeichnen — so häufig vor, daß sie gleichsam eine zweite Zeile formtreu, (z. B. «vvl». stüML; nüMiek).— Diese nun muß das Auge in einem und demselben Momente mit den übrigen Buchstaben zusammen erfassen, und somit beinahe zwei Zeilen in Einem lesen: was natürlicher Weise eine größere Augenan- strengung erheischt, und daher, besonders bei schwächerer Sehekraft, eine frühere Ermüdung derselben zur Folge haben muß. st. Nicht unbedeutender sind auch die UnbeqnenUichkeitcu, die dieses Alphabet in der Schrift mit sich führt. Beinahe bei jedem Worte wird durch die diakritischen Bezeichnungen der Fluß der Feder ge¬ hemmt, oder muß am Ende desselben verdoppelt werden; was offenbar einen bedeutenden Zeitverlust herbeiführen muß. Außerdem, wenn der Schreiber, was sehr leicht geschieht, ein oder anderes diakritisches Zeichen vergessen hat, leidet die Schrift au Unverständlichkeit, die oft zu gröberen Mißverständnissen Veranlassung geben kann. — Ein besonderer, wenn auch kleiner, doch ganz eigenthümlich genirender Umstand, worüber ich öfters klagen hörte, ist auch noch der: daß mau das reine nicht, wie man es im lateinischen gewohnt ist, bezeichnen darf, um es desto deutlicher vom o zu distinguiren; was demnach beim Schreiben dieser beiden Buchstaben eine immerwährende, höchst lästige Attention er¬ heischt, um Mißverständnissen, oder doch wenigstens Lectür-Anstößrn vorzubeugen. 4. Daß nebstbei dieses Alphabet auch in typographischer Hin¬ sicht mit mehreren besondcrn Unbequemlichkeiten verknüpft ist, 3 die nolhwendig eine grössere Kostspieligkeit des Druckes herbeifüh- ren; ist Jedermann bekannt, der bierinfallS eine nähere technische Kennt- niß besitzt. 3. Zu allen diesen, sicherlich nicht geringen Unbequemlichkeiten aber kommt endlich noch dieser wesentlichste und fühlbarste Mangel, dass diesem Alphabete mehrere, zur vollkommenen Be¬ zeichnung der slavischen Sprachlante wesentlich uothwendige Schriftzeichen fehlen. — Wir Südslaven wenigstens, haben äusser dem offenen e auch ein geschlossenes oder hohes (wie z. B. die Deutschen in „Väter und Petter"), daS wir genau von dem ersteren unterscheiden; desgleichen haben nur nebst dem geschlosse¬ nen n auch noch ein offenes, das dem österreichischen n in klar, wahr gleichkommt, und sehr oft über die Bedeutung des Wortes entscheidet. Ferner bedürfen wir in Gemeinschaft mit allen übrigen Slaven eines kurzen, verhaltenen o oder sogenannten Halb-o, wie in jwrsl, iwen, lcrclev (pr.ck. Inn, licln). — Weiters braucht der grösste Theil der Slaven (etwa uns SloVenen ausge¬ nommen), äusser dem gewöhnlichen i und .j, auch noch ein kurzes i oder), wie in cljelo; so wie auch ein doppeltes, d. i. weiches und hartes ü, welches letztere mehrere Dialecte mit eü bezeichnen. Endlich sind besonderen Dialekten noch besondere Vo¬ kale und Konsonanten eigen, z. B. den Russen und Po¬ len ein dem deutschen n nahe kommender Vokal; ferner den Polen und Lausitzern ein jotirteS und unjotirteö clr; den Illyriern und S e r b e n ein dein italienischen x in gernw entsprechendes cl.-rcck rc. — Für alle diese und noch mehrere an¬ dere bei einzelnen Dialekten gebräuchliche Laute werden in diesem Alphabete nicht bloß keine eigenen Schriftzeichen (gebo¬ ten ), sondern selbst auch standhafte, allgemein a n g e n o m- mene diakritische Zeichen vermisst. lind da man letztere bei Vokalen gar nicht anwenden kann, ohne den Accenten den Platz zu rauben, so ist dieses Alphabet auch nach etwaiger Verbesserung keineswegs geeignet, ein allgemeines zu werden. 6. '.sticht zu übersehen ist endlich die Anforderung au ein voll¬ kommenes Alphabet: daß es auch eine vollkommene Chronogra¬ phie in sich enthalte; die dem besprochenen ebenfalls fehlt; indem es für die „Zahl 10" keinen Buchstaben, der mit dem lateinischen X eine Aehnlichkeit hätte, anzuweisen vermag. Um nichts davon zu er- 6 wahnen, daß auch das 0 für die Zahl 100 im Slavischen wenig paßt, indem es in den meisten Dialekten zu selten verkommt, als dieß für chronographische Terte erwünschlich ist. Es wäre demnach, — wenn cö auch nicht zu läugnen ist, daß dieses Alphabet wegen seiner größeren Einfachheit, und insbesondere vom Gesichtspunkte der Schrifteinigung betrachtet, vor dem verwirrendeü Buchsta- benchaoö der alten slavischen Alphabete einen unvergleichlichen-Vorzug hat, — doch sehr zu bedauern-, wenn man, ohne Aussicht auf ein besseres, beständig mit den vielseitigsten Unbequemlichkeiten und Mängeln desselben zu kämpfen hätte. S- 2. Schon lauge vor Einführung des eben besprochenen neuen öechisch- illyrischen Alphabetes regte sich in mir, indem ich die Z« rissen heit der slavischen Nation in Schrift und Schriftsprache tief be¬ dauerte, der lebhafte Wunsch: wo möglich durch Verbesserung des damals gangbaren, oder Erfindung eines tauglicheren Alpa be¬ te s, zur Beseitigung eines der größten Hemmnisse der slavischen Li¬ teratur beizutragen. — Und von dieser Zeit an verwendete ich einen großen Theil meiner Mußestunden zu diesem Zwecke. — Aber lange konnte ich zu keinen bedeutenden Resultaten gelangen. Endlich wurde ich, um die Möglichkeit neuer lateinischer Vuchstaben-Formcn deutlicher zu ersehen, zur Analyse des lateini¬ schen Alphabetes geleitet, die mich unter Einein auch zur Wahrnehmung einiger Gesetze der alphabetischen Synthetik führte. — Um mir die Kenntniß beider zu vervollständigen, analysirte ich in der Folge auch mehrere andere Alphabete, als: das griechische, hebräische, koptische, arabische, syrische und samari- t isch e. Aber nur langsam und nur nach einem Studium von meh¬ reren Jahren konnte ich mich znr volleren Kenntniß der syntheti¬ schen Gesetze der Alphabete erheben. — Wie aber diese sich immer mehr erweiterte, wuchs zu meiner freudigen Ueberraschung auch die Zahl neuer Buchstaben-Formen, die ich zu neuen Alphabeten brauchbar fand. — Als ich aber nach Entdeckung der letzteren Klas¬ sen der Synthetik des lateinischen Alphabetes auf einmal die uner¬ meßliche Menge der darnach zu bildenden lateinischen Buchstaben sah — hob ich, vom Staunen überrascht, meine frendebcthranten Au¬ gen zum Himmel, Gott dankend, daß er auch der engbegranzten menschlichen Vernunft, selbst in den kleinsten Dingen, Gesetze erblicken 7 lässt, dem, Resultate beinahe an die Unendlichkeit gräuzen. — 7- Üm so mehr noch war ich hiebei zur Verwunderung hingerissen, da ich aus der Analyse des lateinischen Alphabetes bereits wußte, daß nur drei Nrzüge eS sind, auS welchen diese ganze enorme Menge von Buchstaben hcrvorgeht. Oft suchte ich die Zahl derselben zu berechnen, aber allezeit wurde ich, durch die Große der Rechnung verwirrt, zurückge- schreckt. — Um jedoch den verehrten Lesern einen kleinen Begriff von der immensen Zahl derselben zu geben, will ich nur ein einziges Bei¬ spiel hier anfuhren. ES laßt sich nämlich jeder beliebige lateinische Buchstabe, er mag alt oder neu erfunden sein, auf verschiedene, mehr oder weniger vielfältige Arc schreiben, ohne seinen Hauptcharakter zu verlieren; wie dieß beispielsweise in der beiliegenden Vorschlags¬ tabelle unter der Rubrik der Varianten zu ersehen. Ich wähle geflissentlich zu diesem Beispiele das lateinische K, daS in sei¬ ner doppelten Gestalt als Majuskel und Minuskel (It u. k) alle Gattungen der lateinischen Schriftzuge, d. i. ganze, halbe und Viertel-Züge in sich vereiniget. — Von diesem habe ich die Zahl der Buchstaben, die sich nach den verschiedenen Klassen der syn¬ thetischen Gesetze aus ihm bilden lassen, berechnet: und eS stellen sich von jeder Hauptklasse (aus der ich in dem beiliegenden Vorschläge des neuen Alphabetes in der Rubrik der Varianten unter Nr. 9 j c ein Beispiel anführe) folgende Zahlen heraus: lr Mit 1 einfachen Grnndzugeu. 2 Halbstrichen . 2.197 ff- „ „ „ „ „ 2 Viertelstrichen 2.197 v) „ „ „ „ „1 Halb- und 1 Doppelviertelstriche nach 2 Klassen .... 37.122 ff- Mit 1 einfachen Grundzuge u. 2 Doppel - Viertel- strichen . 371.293 e) Mit 1 doppelhalben Grnndzuge u. 2 Halbstrichen . 28.361 / ) „ ,, „ „ „ 2 Viertelstrichen 28.361 5t- „ „ „ 1 Halb- und 1 Doppelviertelstriche nach 2 Klassen .... 742.386 4Mit 1 doppelh. Grundzuge n. 2 Dopelviertelstrichen 4.826.809 0 Mit 1 gemischten Viertelgrundzuge nach 10 Klassen 11.233.034 *) Grundzug heißt hier: der selbstständige einfache oder zusammenge¬ setzte Schriftzug des ll, der die ganze Höhe der Uncial-Zeile ausfüllt. 8 />'- Mit 1 gemischten Zweiviertel - Grnndzuge nach 13 Klassen . 219.434.163 Mit 1 Vierviertel-Grundzuge nach 3 Klassen . . 930.881.373 Sunnne 1,187,627,896 Eine wahrhaft große Sninme! von welcher (da zn einem Universal¬ oder Weltalphabete nicht über vier Alphabete erfordert werden) bloß die zuerst angeführte Klaffe pr. 2197 mehr als zwanzig Uni¬ versa l a lp h a bc te liefern könnte; — und doch ist diese Sum¬ me kaum ein Tropfen zum Ocean der Bnchstabenzahl, die sich nach den erwähnten synthetischen Gesehen, dem lateini¬ schen Alphabete vollkommen analog, und nicht über vier Grund¬ züge enthaltend, bilden lassen. Denn es gibt, nach Inhalt der er¬ sten synthetischen Klassen, Myriaden von Buchstaben, die sich auf ähnliche Art mehr oder weniger, ja die meisten derselben noch viel höher als daS !< vervielfältigen lassen. Und cs laßt sich — um die Größe dieser Zahl durch ein populäres Beispiel anschaulich zu machen — mit mathematischer Gewißheit Nachweisen: daß, wenn alle Menschen, von Adam angefangen, mit nichts Anderem als mit Buch- ftabenbilden sich beschäftiget hätten — und angenommen auch, daß jeder derselben 2000 Buchstaben täglich machen würde — sie damit noch bis auf den heutigen Tag nicht fertig geworden wären! — Gestehen muß ich hier, daß ich in keiner Sache die Beschränkt¬ heit des menschlichen Horizonts deutlicher sah, als eben in diesem Alphabetsstndium. — Schon über 2000 Jahre eristirt das lateinische Alphabet; fast alle gebildeten Nationen von Europa haben es angenommen; und jeder derselben fehlte es an hinreichenden Buch¬ staben, alle ihre Sprachlaute damit zn bezeichnen: aber ungeachtet der unermeßlichen Menge von Bnchstabenformen, die sich denselben ganz analog bilden lassen, wurde kein neuer ent¬ deckt, der allgemeine Aufnahme gefunden hätte, wenn wir etwa das einzige Doppel-V, d. i. >V, ausnehmen. — Auf ähnliche Art er¬ ging es mir in meinem Alphabetsstndium. Mehrere Jahre, die ich demselben zugeweudet, waren bereits verstrichen; ohne daß ich zu nen- nenswerthen Resultaten kam. Buchstaben fremder Alphabete wurden durchsucht und nachgeahmt, die deS lateinischen gedoppelt, gewendet, gestürzt; aber — mit Ausnahme eines einzigen Buchstaben — des offenen c», der zufällig erfunden wurde — nichts selbstständi¬ ges Neues, nichts, waö der Regelmäßigkeit zur Norm 9 hatte diene» können, ward zu Lage gefordert. — Wie mit einem dichten Schleier umhüllt sah ich selbst im nächstliegenden Hori¬ zonte nicht Einen Baum von dem uner möstlichen Wald, der vor mir lag! — Erst die heinahe zufällig angeregte Entdeckung der analytischen und synthetischen Gesetze deS Alpha¬ betes lichtete allmabg den beinahe gränzeulosen Gesichtskreis! — Ich habe bis nun von der l! icht s e i t e der a l p h a b e t isch e n Synthetik gesprochen; aber-- sie hat auch ihre Schattenseite: und wenn es einerseits löblich ist, zur Förderung der Wahrheit ihre Lichtseite hervorzuheben; so gehört es andererseits nicht minder zur Marime der Offenherzigkeit, auch die letztere nicht zu verschwei¬ gen. — So grost nämlich auch die Menge der Buchstaben ist, die nach den erwähnten Gesetzen der Synthetik neu geformt werden kön¬ nen; so gering ist die Zahl solcher, die für ein praktisches Alphabet nach allen (Zeiten hin zusagen würden. Denn ohne Zweifel gehört cs unter die ersten Eigen s ch a ft e n praktisch taug¬ licher Buchstaben: dast sie schön, leicht von einander zu unter¬ scheiden und bequem zn schreiben seyen. Aber wie selten treffen alle diese Eigenschaften in Einem Individuum zusam¬ men! wie oft fehlen sie alle! — Die Schönheit, diese gewünschteste der Eigenschaften, ist überall selten, und must es seyn; so auch hier. In mehreren Klassen der Buchstaben findet man unter tanseut kaum Einen, den ein streng richtendes Eensorange im Gnadenwege für mittcl- m a st i g anseh:» könnte. — Doch diefi darf uns nm so weniger be¬ fremden; als selbst unter den 24 Buchstaben deS lateinischen Alphabetes — das au Schönheit alle übrigen Alphabete weit überragt, und dem in dieser Beziehung daS griechische nur in weiter Entfernung Nachkomme, die übrigen aber alle in keinen Vergleich mit ihm kommen — nicht alle das Verdienst der Schön¬ heit haben. Wer z. B. wird daS kleine ü, daS große b', und die M a j n s k el und M i n n S k el 4', schön finden? — Ich glaube, schwerlich Zemand; denn es fehlt ihnen an Symmetrie, Aequilibri- tät und Abrundung. Darum, und auch aus andern Ursachen, habe ich für alle drei Benannte n e u e vorgeschlageu. — Selbst das 6, g, r würden, wenn sie erst heut zu Tage Jemand in Vorschlag brächte, schwerlich vielen Beifall finden. Nicht weniger Schwierigkeiten haben die neuen Buchstaben auch in Ansehung der Unterscheidbarkeit; einer Eigenschaft, die jy ihnen noch unentbehrlicher ist, als die Schönheit. Die schönsten Klaffen der nen zn bildenden Buchstaben geben ganze D c c a d e u von solchen, die sich in ihren Zügen so ähnlich sind, daß, wofern sie nicht mit der größten Genauigkeit geschrieben würden, sie zu beständigen V c rw e ch S l u n g e n Anlaß gaben. Ein kleines Beispiel hievon ist in der Vorschlagstabelle Nr. 21 in der Barianten-Nnbrik im IV. Vor¬ schläge vom Bnchstaben n zn ersehen. Jedem ist es einleuchtend, daß solche Bnchstaben für ein praktisches Alphabet nicht taugen, mö¬ gen sie noch so sehr durch Schönheit sich auSzeichnen. — Aber auch selbst das reine lateinische Alphabet ist nicht ganz frei von diesem Mangel; denn die Bnchstaben n und x und o s i s a I p I> a d o I oi- u in, in lateinischer Sprache zu veröffentlichen. Allein, da in der Zwischenzeit die Schwäche meiner Sehekräfte dergestalt zugenommen hat; dass ich mich äusser Stande sehe, das ganze Werk zur Ausführung zu bringen: so beschränke ich mich bloss auf die Be- kanntgebung des a ll g e in einen slawischen (und, weil die deutsche, italienische und französische Sprache nur ein Paar Buchstaben mehr, als die slawische erheischen, auch für die letzteren genügenden) Alphabetes; und übergebe in der anliegenden Tabelle als Probe¬ stück hiezu eine» drei- und mehrfachen Vorschlag des slo¬ veni s ch e n E r g ä n z u n g s - A l p h a b e t e S allen jenen, die an der Alphabetsfrage Interesse nehmen, zur gefälligen Beurtheilung, mit *) Vorzüglich empfehlenswerth zu obgenanntem Zwecke sind die ver¬ doppelten Viertelstrichbuchstaben, wovon ich ebenfalls unter der Rubrik ein Paar Beispiele (die jedoch, mit Ausnahme des letzten, dem Lithographen beinahe durchgängig misslungen sind) anführe. Sic bieten der Kunst ein unabsehbares Feld zur Erfindung stets neuer, mitunter schönster Buchstabenformen. j2 ker Bitte: »ür ihre allfälligen Bemerkungen oder Bemängelungen ;mn Behufe etwaiger Verbesserungen des, wo möglich, darauf folgenden allgemeinen slavischen A l p h a b e t e s g e fä ll i g st i n p o r t o s r e i e n Zuschriften mittheilen zu wollen. Es bleibt mir nun übrig, im Kurzen das System darzulegen, nach welchem ich bei der Bildung und Adaptirung der neu vorgeschla- genen Buchstaben des allgemeinen slavischen (hier zunächst slovenischen) Alphabetes vorgegangen bin. Z. ll. System *) eines allgemeinen slavischen Erginizilngs-LUphabeles. ») Damit das slavische Ergänzungs-Alphabet seinem Zwecke voll¬ kommen entspreche, muß es auch vollkommen zureichend, oder allgemein sein, d. i. für alle bei den verschiedenen slavischen Dialekten gebräuchlichen Sprachlaute eigene und e i n fache Schrift- zeichen enthalten. Alle slavischen Mundarten, die gesammte slavische Nation soll in der Literatur sich einigen können und einigen. Nur von großen, nur von zahlreich geeinigten Kräften läßt Großes sich erwarten. -- Die Hoffnung der Jsolirtheit aber wurzelt immer nur — aufsch m a l e m G r u n de! — b) Da das zu ergänzende Alphabet ein lateinisches ist, so müssen auch die Ergänzungs-Buchstaben lateinisch, d. i. in allen ihren Formen lind Verhältnissen zu einander dem lateinischen Alphabete vollkommen analog sein; sonst stören sie die Gleich¬ förmigkeit, Symmetrie und Einheit des Ganzen, und in¬ dem sie hiedurch das Auge beleidigen, geniren und ermüden sie die Leser, und sind demnach zur Aufnahme in ein allgemeines Alphabet nicht geeignet. o) Das Ergänzungs-Alphabet soll dem lateinischen Mntter - Alphabete nicht widersprechen, d. h. jene Buch¬ staben , die im ergänzten slavischen Alphabete ans dem lateinischen bei behalten werden, sollen keine andere, auch keine be¬ schränktere L a u t - F u n k t i o n erhalten, als sie selbe im l a t e i - Unter System versiehe ich hier die allgemeinen und besonderen Grundsätze, nach welchen die Buchstaben des Ergänzungs-Alpha¬ betes gebildet, und zur Bezeichnung besonderer Laute bestimmt worden sind. 13 Nischen haben. — Denn, da die lateinische Sprache gleichsam die Weltsprache ist, so würde eine einzige Abweichung vom lateinischen Alpbabete die a u s g e b reitet st e n Störungen der Lerner und Leser zur Folge haben, wie dieß bis jei)t bei den verschie¬ denen slavischen Alphabeten der Fall war und noch ist. Aus diesem Grunde habe ich die so häufig missbrauchten Buchstaben <: und x- die im lateinischen Alphabete eine doppelte Bedeutung haben (in¬ dem das erstere bald z, bald k, das zweite aber bald h, bald ds bedeutet), im n e n v o r g eschl a g e u e il Alphabete, wo sie nur Eine Bedeutung haben könnten, beseitigen zu müsten erachtet. cl) Die Buchstaben sollen einfach sein, und zwar in doppelter Beziehung, nämlich: in Rücksicht ihrer Bedeutung und ihrer Form, In Rücksicht der Bedeutung sind sie einfach, wenn zur Bezeichnung Eines Lautes auch allezeit nur Einer, nicht aber zwei oder mehrere Buchstaben zugleich gebraucht werden, wie z. B. !j> nj, -ch, c/, Die D u p p l i k a t i o n der Buchstaben, die in den alten slavischen Alphabeten zur Bezeichnung einfacher Laute so vielfach und bei verschiedenen Dialekten so verschieden geschah, war die u n gl ü ck l i ch e Q u e lle jener D i s k r e p a n z der slavischen Alphabete, die selbst die verwandtesten Dialekte von einander ferne hielt, und durch die dadurch erzeugte Jsolirtheit jeden höheren Aufschwung der Literatur unmöglich «nachte. Bereits wurde dieser größte aller Missstände so eben durch das neue diakritische Alphabet wenigstens größeren aHeils behoben, muss also um so mehr von jeden« v oll k o mm n e r e n Alphabete fern bleiben. — Weiters sollen die Buchstaben auch einfach sein, in Rücksicht ihrer Fvviu »der ihrer Züge. Tenn, je weniger Züge ein Buchstabe erheischt, und je weniger komplizirt seine Biegungen sind, desto leichter und schneller ist er auch zu lesen und zu schreiben. Nach der Norm des lateinischen Alphabetes dürfen die einzelnen Buchstaben aus höchstens 4 Zügen bestehen, wie dieß aus den typischen U, 4V' , u zu ersehen. Jedoch ist cs von selbst evident, daß die Buchstaben von 3- 4 Zügen schon zu den weniger einfachen gehören, und daß daher ein¬ fachere ihnen vorzuziehen sind, wenn sie nicht etwa von ersteren durch besonders hervorragende Eigenschaften übertroffen werden, wie dieß eben bei den o b an g e führ te n der Fall ist. e) Die Buchstaben sollen in Ansehung ihrer Form, so viel als möglich, den Gesehen der optische» Schönheit entsprechen. Denn je angenehmer sie das Auge afficiren, desto weniger ermüden sie es, 14 wie schon oben bemerke wurde. Jedoch soll man bei dieser Eigenschaft auch nicht zu viel verlangen. Denn es gibt bei neu zu bildenden Buchstaben noch v i e l e a n d e r e R ü ck s i ch t e n, diehö h e r stehen, als ein größerer G r a d von Schönheit. — Ueberdieß ist die optische Schönheit, so wie jede andere (wenn man die Grundlineamente aus- nimmt), in ihren weiteren Progressionen, vielseitig von der Bildung und Auffassnngsweise des subjektiven ästhetischen Geschmackes abhängig, die in verschiedenen Individuen oft sehr verschieden ist, so daß eö schwerlich je zu einem allgemeinen Alphabete kommen könnte, wenn man dem subjektiven Geschmacke jedes Einzelne n huldigen wollte. Selbst im r e i n l a t e i n isch e n Alpha¬ bete, wie schon oben bemerkt wurde, sind nicht alle Buchstaben schön, im griechischen kaum, oder nicht einmal die Hälfte derselben, ohne von anderen Alphabeten, die diesen weit nachstehen, nur eine Erwäh¬ nung zu machen. Das Wesentliche in Ansehung der Schönheit der Buchstaben ist nur ihre Regelmäßigkeit, wozu jedoch bloß die synthetischen Gesetze des Alphabetes den Schlüssel geben, und deren Mangel sich dem nach bloßem Gefühle urtheileuden Auge nur da¬ durch kund gibt, daß ein solcher Buchstabe im Zusammenhänge mit anderen zu schnell und zu scharf bemerkbar wird, und hiedurch gleichsam als ein Anstoß den Leser beleidiget. k) Aus dem eben erwähnten Gründe soll kein Buchstabe, der aus der Zeile geht, eine .Ober- und Unterlänge zugleich haben; weil dieß, besonders bei parallelen Konkurrenzen, die Schönheit der Schrift und des Druckes stören, und nebstbei auch die Schriftzeichen u n n ö t h i g e r w e ise verlängern müßte. Auch findet inan imlatei- nischen stehenden Alphabete kein Beispiel davon. x) Hingegen ist es zur Erleichterung der Leser ungemein dienlich, daß einige Buchstaben des Alphabetes entweder nach oben oder unten aus der Zeile hinausgehe», und dadurch dem Auge gleichsam höhere Standpuncte bieten, von welchen ans es die übrigen in der Zeile bleibenden desto leichter unterscheiden könne. Auch diesem Bedürfnisse entspricht das kurrente lateinische Alphabet so vollkommen, wie kein anderes. Warum ist z. B. das hebräische, das russisch-kyrillische, und nicht weniger auch das Enoisl- l a tein ische Alphabet so äußerst ermüdend für daS Auge, und so schwer zu lesen? Wohl hauptsächlich aus dem Grunde, weil sich da beinahe alle Buchstaben gleich sehen; indem keiner aus t' e r Zeile geht, der dem Auge ein offeneres U n t e r s ch e i d n n g s- is Merkmal, und dadurch gleichsam einen Ruhepunct vermitteln würde. — Die Zahl der ans der Zeile gehenden Buchstaben sott jedoch nicht zu groß sein, weil sonst der Zweck derselben eludirt werden wurde. Ich suchte dieselbe bei dem Ergänzungs-Alphabete dem Verhältnisse des reinen lateinischen anzupassen, und bildete daher nach dein unten su!» Xr. ö' folgenden Grundsahe für alle rauschenden S a n se l a ute, nämlich: für L, «isvli. «» ä (venia v.-rdo), auszeilige, d. i. ans der Zeile verlängerte Buchstaben; obschon es mir möglich gewesen wäre, statt deren auch in zeitige, den sumsenden nach Xr. ä korrespondirende vorzuschlagen, wie man sich aus dem IV., V. und VI. Vorschläge in der Viirinnwn-Rubrik unter Xr. 2, Ist und 2ü überzenge» kann. Uebrigens sind einige von den vorerwähnten auszeiligcn so geformt, daß sie sich nach Belieben auch in zeitig schreiben lassen. l>) Eine weitere Eigenschaft der Buchstaben, die ihnen noch unent¬ behrlicher ist, als die Schönheit, ist die leichte Unterscheidbarkeit derselben, von der ebenfalls ob.n erwähnt wurde. Um dieser uner¬ läßlichen Bedingung zu genügen, mußten im neuen Vorschläge mehrere der einfachsten und schönsten Buchstaben beseitiget werden, wie dies; an besonder« Orten bemerkt werden wird. >) Die schwierigste Aufgabe eines jeden "Alphabetes aber ist und bleibt immer die leichte Schreibbarkeit desselben, worin bekanntlich wieder das lateinische alte übrigen ohne Vergleich übertrifft. Nach entdeckten Gesehen der alphabetischen Synthetik wäre es zwar ein Leichtes, neue Alphabete, so viel man deren will, zusammen zu sehen; aber Buchstaben zu erfinden, die nebst allen übrigen Eigen¬ schaften auch die haben, daß sie sich leicht schreiben lassen, bleibt noch immer ein schwieriges, oft mit vielen und langen synthe¬ tischen Versuchen verbundenes Geschäft. Unzählige Male war der gegenwärtige Vorschlag bloß dieser Eigenschaft wegen geändert, und nur im Vorschläge der ersten und zweiten Klasse hoffe ich — falls man auch die Buchstaben Xr. .'i mid 14 unter die leicht schreibbaren komputiren will — die dießfälligen Hindernisse vollkommen besiegt zu haben. Außer den bisher erwähnten allgemeinen Eigenschaften glaubte ich bei Adaptirung einzelner Buchstaben und Bestimmung ihrer Laut-Funktion noch folgende besondere Grundsätze befolge» zu müssen: !6 «) Den Laut der neuen Vokale, so viel als möglich, durch die Figur selbst Nachnahmen. Ans diesem Grunde wurde das gewöhnliche lift o, dessen Figur offen ist, für das offene «- belassen; für das geschlossene «' aber wurden Schriftzeichen gebildet, deren Figur ebenfalls mehr oder weniger geschlossen ist. (SieheVorschlags-Tabelle IA'. 3.) Ebenso wurden auch für das offene <>, dessen daS slavische Alphabet nebst dem geschlossenen benö- thiget, in allen 3 Vorschlägen dem <> ähnliche Buchstaben mit offener Figur geformt. (Siehe T'r. 1l>.) Endlich wurde in dem sogenannten Halb-Ll, dessen Laut einem abgekürzten oder halben s gleicht, die charakteristische Figur des L beibehalten, in der beson¬ deren Form desselben aber im 1. Vorschläge die Idee der Abgekürzt- heit, im 2. und 3. die Idee der Halbirnng ausgedrückt. (Siehe Nr. !>.) /S) Solche neue Lautzeichen, die im Ergänzungs- Alphabete eine den alten lateinischen Buchstaben ähuliche Laut Funktion erhalten sollen, auch der Form nach den letzteren ähnlich zu gestalten. — Diesemnach wurde bei den Buchstaben, die für das harte Ii, IL, »j, (wie über¬ haupt für alle jotirten im allgemeinen slavischen Alphabete) vorge¬ schlagen werden, die Hauptform der einfachen lateinischen beibehalten, die nene Modifikation des Lautes aber nur durch eine kleine Aenderung derselben angedeutet. (Siehe Nr. 8, 11, 13. Die Jvtiruug der Buchstaben, d. i. ihre Ver¬ schmelzung mitZ, nach einer allgemeinen Norm zu be¬ zeichnen. Da nämlich mehrere slavische Dialekte, insbesondere der polnische und oberlausitz'sche, so wie auch die italienische Sprache, sehr viele jotirte Laute haben; so wäre das Gedächtniß der Lernenden und die Attention der Leser zu sehr belastet, wenn die jotirten Buch¬ staben beliebig geformt, kein gemeinschaftliches Merkmal der Jotirung an sich trügen. Allein, worin soll dieses bestehen? — Ein angehängtesj würde die Schönheit des Druckes und der Schrift mindern, und zugleich dem allgemeinen Grundsätze d e r E i n f a ch h eit widersprechen. — Ein d i a k r i t isch e s Z e i ch e n ober dem jotirten Buchstaben wie dieß bei dem neuen öechisch- illyrischen Alphabete geschieht — würde ebenfalls die optische Schön¬ heit stören und zugleich auch den Flnß der Schrift unterbrechen. — Ein in die Fignr des jotirten Buchstaben verflochtenes i, was 17 ich bei Vielen versucht, würde die Züge der Buchstaben zu k o m p licirt machen und die leichte Schreibbarkeit hindern. — Jedenfalls bleibt also ein tauglicheres und bequemeres JotirungS-Merkmal erwünsch- lich. — Bekanntlich werden die jotirten Konsonanten breiter als die dießfälligen einfachen ausgesprochen, wie schon die Theorie der Aussprache es erklärlich macht: indem zur Hervorbringung eines doppelten Lautes, mag die Verschmelzung der beiden einfachen noch so vollkommen sein, eine vielfachere Thätigkeit der Sprachorgane erfordert wird, als sie zur Aussprache eines dießfalligen einfachen nöthig ist. Diese Idee der breiteren Aussprache nun habe ich auch auf die Form der jotirten Buchstaben übertragen, und sie eben¬ falls breiter, d. i. mit runden »der mehr runden Zügen als die einfachen geschrieben. Dem zu Folge habe ich bei allen jotirten Buchstaben die Form der einfachen oder unjotirten beibe¬ halten, und die Jotirung nur dadurch angedentet, daß ich den ersten Zug eines jeden solchen Buchstabens, statt spitzig: rund oder gebogen schrieb, wie dieß in der Vorschlags-Tabelle Ar. 10 und 13 bei dem slovenischen tj und nj, so wie auch bei den jotirten c, und « unter i^r. 2, 18, 20 in der Rubrik der Vuriantin zu ersehen ist. d) Bei den Sauselauten di« besonderen Arten der¬ selben durch ein gemeinsames Kennzeichen zu unter¬ scheiden. Es gibt im Gesammtslavischen vier Klassen der Sauselaute, nämlich: 2, -i; cl«, cl8oü; 6, e und 8, 8. Jede dieser Klassen begreift zwei Hauptarten in sich, nämlich Einfache, oder richtiger: Sumsende, und Zusammengesetzte, oder rich¬ tiger: Rauschende. Beide dieser Arten sind wieder entweder unjo- tirte oder jotirte, wie z. B. bei den Polen und Lausitzern <:.j, 8j, xj Da die besondere Art der jotirten, sie mögen sumsend oder rauschend sein, dadurch kennbar gemacht wird, daß sie breiter oder rund geschrieben werden: so bleibt nur noch die Art der sumsenden und rauschenden durch ein g e m e i n sa m e s M e r k m a l von einander zu unterscheiden. Diesen Zweck zu erreichen, habe ich, wie der Vor¬ schlag es weiset, die sumsenden alle in die Zeile eingeschränkt; bei den rauschenden aber, so viel es geschehen konnte, die Form der su m se n d en, d. i. den ersten Grundzug derselben, b e i b e h a lten, nebstdem aber sie auch aus der Zeile verlängert, öder auszeilig geschrieben. — Diesemnach werden alle vier Arten der Sanselante im Vorschläge dadurch kennbar gemacht: daß die sumsenden nnjv- 2 18 ti rte» m der gewöhnlichen Form in der Zeile, die sumsenden jvtirten ebenfalls in der Zeile, aber rund, oder mit einer Zugabe von Rundung; die rauschenden aber alle mit einem aus der Zeile gehenden, und, je nachdem sie jotirt oder unjo- lirt sind: runden oder geraden Striche geschrieben werden. (Siehe Vorschlags-Tabelle Ar. 1 und 2; 17 und 18; 19 und 2V.) r) Endlich auch die Chronographie des slavischen Alphabetes zu vervollständigen. Denn das neue eechisch- illyrische Alphabet, wie schon oben bemerkt wurde, leidet hierin an einem wesentlichen Mangel: indem es für die Zahl I« keinen chron »graphischen Buchstaben hat. Zu diesem Behufs habe ich dem Buchstabe» K, der in allen Sprachen vorkommt, und eben die dießfalls nöthige Frequenz hat, eine solche Formänderung gegeben, daß es mit dem lateinischen x eine größere Aehnlichkeit erhielt; nm sonach in der Chronographie um so leichter als dessen Stellvertreter angesehen werden zu können. (Siehe Vorschlags- Tabelle Ar. 9.) — Da aber ferner in dem neu vorgeschlagenen Alphabete durch Beseitigung des l a t e inisch e n 0 (das ohnedieß zu einem cbronographischen Buchstaben in einem allgemeinen Alphabete nicht passen würde, indem einige Sprachen, wie z. V. die franzö¬ sische, diesen Laut nicht haben) wieder eine neue chronographische Lücke für die Zahl entsteht; so habe ich das umgekehrte O, das ohnehin in lateinischen Jahreszahlen öfters statt des 6 gebraucht wird, zu diesem Zwecke ausgewählt, und ihm die Bedeutung des öechisch- illyrischen n, eines Lautes, der in allen Sprachen in hinreichen¬ der Anzahl vorkommt, übertragen. — Somit wäre die Chronogra¬ phie im neu vorgeschlagenen Alphabete vollkommen ergänzt. — Bei der Publikation des allgemeinen slavischen Alphabetes aber werde ich, nebst der gegenwärtigen lateiuische», auch noch eine besondere slavische Chronographie in Vorschlag bringen. Aus dem bisher dargelegten Systeme des neu vorgeschlagenen Alphabetes werden die verehrten Leser ersehe», wie mannigfach die Rücksichten und wie eng die Gränzen waren, die ich mir bei der Bildung und Konstrnirung der einzelnen Buchstaben und Buchsta- hengattungen feststellen zu müssen glaubte; und wie leicht sich daher auch eine geneigtere Entschuldigung rechtfertigen lasse, wenn nicht alle einzelnen Schrist Zeichen jenen Grad von Schön¬ heit, den man allenfalls wünschen könnte, an sich tragen. 19 Ich übergehe nun zur Erklärung der einzelnen Buchstaben des vorgeschlagcnen Alphabetes. S- 4. Erklärung -es Lllphabets-Vorschlages im Einzelnen. Aus mehrfacher Rücksicht, theils nämlich, um die Möglichkeit einer Auswahl unter den vorgeschlagenen Ergänzungsbuchstaben zn erzielen; theils um die Resultate der alphabetischen Synthetik in mehrseitigen Modifikationen darzustellen; theils auch, nm auf praktischem Wege zu zeigen, daß m a n che Buchstabe n- Formen, die der Einfachheit oder optischen Schönheit mehr zu ent¬ sprechen scheinen, im Ganzen doch znm Alphabet weniger tanzen: habe ich in diesem Probestücke einen drei- und mehrfachen Vor¬ schlag entworfen, den ich nun in der be ili eg e n d en'T a bell e den Augen der verehrten Leser vorführe. Die alphabetische Folge der Buchstaben betreffend, habe ich, obschon mir eine Anreihung derselben nach den Sprachorga¬ nen viel natürlicher zu sein scheint, doch aus lexikalische» Rück¬ sichten jene des lateinischen Alphabetes beibehalten; bei den neuen Buchstaben aber in jeder Klasse die ein fächern und weicher» den zusammen gesetzter» und Härtern vorangehen lassen. — Daß jene lateinischen Buchstaben, die in diesem Vorschläge nicht ausdrücklich vorkommen, im Slavischen eine gleiche Laut¬ funktion haben, versteht sich von selbst. Doch habe ich auch einige dieser letzteren ausgenommen, wo mir eine Vergleichung derselben mit den neuen nöthig schien. Da der gegenwärtige Vorschlag als ein bloßes Probestück sich nur auf das slovenische Ergänzungs-Alphabet beschränkt: so erscheint in der dicßfälligen Tabelle außer dem lateinischen Grund- Alphabete nur das deutsche, französische und italieni¬ sche, und das jetzt im Sloveni sch en gebräuchliche 6echisch-Jl- lyrische den neu vorgeschlagenen Buchstaben gegenüber; im spater folgenden Vorschläge des allgemeinen slavischen Alphabetes aber werden nebst den vorgenannten auch alle neueren slavischen Alphabete nebst Anmerkungen über die richtige Aussprache der Buchstaben in Parallele aufgeführt werden. 1) Der im lateinischen Alphabete zuerst vorkommende Buch¬ stabe, der im Slavischen einer neuen Form bedarf, ist das l". 2- 20 Warum dasselbe in dieser Form zur Beibehaltung im allgemeinen Alphabete nicht geeignet sey, ist schon im Vorigen bemerkt worden. Statt dessen schlage ich unter eben dieser Zahl, d. i. Nr. 1, ein dem « ähnliches Schriftzeichen vor, das zum 2 heile noch einfacher ist, als das «, und das in der Schrift ganz so, wie das v geschrieben, so wie auch, damit es vom v desto leichter unterschieden werde, mit dem gewöhnlichen diakritischen Zeichen ober der Zeile bezeichnet werden kann. Einige Varian¬ ten, die seinen Hauptcharakter nicht ändern, kommen in der dießfälligen Rubrik der Varianten vor, empfehlen sich jedoch, nach meinem Dafürhalten, weniger, als die zuerst vorgeschlagene Figur. Die am II- und III. Plaste vorkommenden Schriftzeichen, die sich für diesen Buchstaben allenfalls auch eignen könnten, stehen, nach meinem Dafürhalten, dem zuerst locirten sowohl iu Hinsicht auf Einfachheit als Schönheit der Form merklich nach. 2) Zu einer und derselben Klaffe mit dein vorigen gehört der rau¬ schen de Zische r, den die Deutschen mit tsel» bezeichnen. Ich habe diesen Laut, wie aus Nr. 2 ersichtlich, im I. Vorschläge mit einer dem lateinischen gleichen Figur bezeichnet, wobei nur der Un¬ terschied Statt findet, das; sich das « hart an das Ii anschließt. Da das lateinische « aus diesem Alphabete ausgeschlossen ist, und für sich allein keinen Buchstaben bedeutet; so ist diese Figur nur als Ein Buchstabe mit drei Grundzügen zu betrachten. Leicht hätte ich dafür einfachere Formen mit weniger Grund¬ zügen wählen können, wie mau dies; in der Rubrik der Varianten unter a, b, o ersehen kann; aber die besagte Figur zeichnet sich durch Schönheit, Deutlichkeit und leichte Schreib barkeit vor anderen so sehr aus, das; sie, nach meiner Meinung, vor allen übrigen den Vorzug verdient, um so mehr, da sie bei einigen Süd¬ slaven für die nämliche Lautfnnktion bereits im Gebrauche ist. — Dem oben «ub ölr. ä) aufgestellten Grundsätze gemäß „bei den Sau- „selauten die sumsenden iuzeillg, die korrespondirenden rauschen¬ den aber, diesen ähnlich und auszeilig zu schreiben", habe ich die für den einfachen Zisch er vorgeschlagene Figur « im ersten Grundzuge bei behalten; iu der weiteren Formiruug aber einen Zug über die Zeile hinaus verlängert, und zum Unterschiede von «H demselben noch einen e i n fach e n Z ug beigegeben. Da überdieß das L, so wie alle übrigen rauschenden Sauselante, nämlich L. «Isvl, und « in einigen Sprachen, z. B. in der i t a l i e nischen, sowohl j ot > rt 21 als unjotirt gebräuchlich sind: so Habs ich die jotirieu nachdem Grundsätze Nr. geformt, und nach Befund entweder die joiirteu oder unjotirten in der betreffenden Varianten - Rubrik aufgeführt. Siehe I§r. 2, 18, 20. Auf gleiche Art sind auch die am II. und III- Platze für das tsvl» vorgeschlagenen Schriftzeichen adaptirt worden. Das Erstere hievon, das hinsichtlich der Figur einem deutsche» z gleicht, ist zwar einfach und leicht zu schreiben, aber viel weniger gefällig, besonders, wenn eS ohne alle Variation in den Zügen gedruckt wird. Das dritte steht sowohl in Rücksicht der Gefällig¬ keit, als leichten Schreibbarkeit den beiden vorhergehenden bedeutend nach. Wollte man aber das i. oder auch andere rauschende Sause¬ laute mit Uebergehung des oben dir. ä ausgestellten Grundsatzes lieber inzeilig haben; so habe ich zu diesem Behufs auch inzeilige gebildet, und die Verwandtschaft der rauschenden mit den korre- spondirenden sumsenden dadurch kenntlich zu machen gesucht, daß ich bei den rauschenden jotirten im 1. Grundzuge immer das Schrift; eichen der entsprechenden sumsenden beibehielt; die besondere Modifikation ihres Lautes aber, die sich durch eine größere Schwellung oder Erweiterung kund gibt, durch eine gleichfalls erweiterte Figur derselben andeutete, wie man sich hievon aus dem IV., V. und VI. Vorschläge in der Varian¬ ten-Rubrik unter ölr. 2, 18, 20 überzeugen kann. 3) Das geschlossene oder hohe U, das öir. 3 in der Vor¬ schlags-Tabelle folgt, ist der Natur nach weicher, als das offene; daher habe ich es in Folge des oben ausgesprochenen Grundsatzes dein letzteren vorgereihet. Manchen ist der Unterschied des geschlos¬ senen und offenen 6 nicht ganz genau bekannt. Er besteht kurz darin, daß das erstere wie ein deutsches ö oder franzö¬ sisches (jedoch ohne Spitzung des Mundes) mit weniger — das zweite genau wie ein deutsches ä oder französisches ui mit mehr offenen Lippen ausgesprochen wird, wie dieses ein Jeder an sich selbst beobachten kann. Um dem Gedächtnisse der Leser zu Hilfe zu kommen, habe ich, wie schon oben bemerkt wurde, das lateinische U, das ganz im Einklänge mit seiner Figur immer offen ausgesprochen wird, für daS offene U belassen; das ge¬ schlossene aber — mit ebenfalls geschlossener oder weniger geö ffneter Figur gebildet. (SieheVorschlags-Tabelle ölr. 3, I. u. II. Vorschlag.) Wohl würde das am III. Platze vorgeschlagene Schriftzeichen dem Systeme derlei am meisten zusagen, und wenn ich bloß meinem sub- 22 jektiven Geschmacks gefolgt hatte, würde ich dieses allen übrigen vor¬ gezogen haben. Denn hiedurch würden die drei nicht bloß die größte Aehnlichkcit mit der Aussprache, sondern auch die möglichst voll¬ kommene Konformität der Figur gewinnen. Alle drei L bestünden nämlich in diesem Falle nur aus einem einzigen Grundzuge in Verbindung mit Halbstrichen, und ein jedes derselben würde ganz im Einklänge mit der Aussprache, nämlich daö geschlossene ge¬ schlossen, das offene offen, und daS Halb-L gleichsam abgekürzt oder zusammengeschrumpft in der Figur erscheinen. Anderer¬ seits würde das zuerst vorgeschlagene Schriftz'eichen, daö dem lateinischen 0 und L zugleich ähnlich ist, im allgemeinen Alphabete für das deutsche v oder französische «u mehr als jedes andere passen; obschon ich dafür auch andere nicht ungeeignete im Vorrathe habe. Die einzige Schwierigkeit, die sich dem eben besprochenen Vorschläge des am III Platze gezeichneten Buchstaben entgegenstellte, und mich lieber dem Urtheile meiner Mit-Censoren, als meiner eigenen Meinung zu folge» bestimmte, ist die: daß die M i n n s k el desselben zu sehr dem l a tei- nischenll, die Variante hievon aber dem umgekehrten n ähnlich, und nebstbei etwas unbequemer zu schreiben ist. Doch glaube ich, daß die Aehnlichkcit der erstgenannten Minuskel mit dem II um so weniger beirren würde, als schon die verschiedene Uncial- undMinut- Form des einen und des anderen ein hinreichendes Unterscheidungs- Merkmal darbietet; die mindere Geläufigkeit im Schreiben aber so gering ist, daß sie durch die kürzeste Uebung leicht beseitigt werden könnte. Ueberdieß würde auch durch die Adoptirung dieses Schriftzeichens die Druckschrift um einen halben Schriftzug profitiren, indem das erstvorgeschlagene einen Raum von 2^, das letztere aber nur von 2 Schriftzügen erheischt. — Schade nur, daß die fragliche Minuskel dem Lithographen nicht ganz gelungen ist. Denn damit sie vollkommen regel¬ mäßig wäre, müßte der erste Zug einem umgekehrten geraden v (s. die Minuskel des I. Vorschlags Kr. 13) gleichen; der zweite Theil dieses Buchstaben aber, der aus zwei Viertelzügen besteht, müßte in der oberen Hälfte ein umgekehrtes, vollkommen rundes, oben und in der Mitte an den ersten Zug ganz angeschloffenes Viertel-«, in der unteren Hälfte aber ein umgekehrtes, von der Mitte des ersten Schriftzuges schräg nach vorwärts abgleitendes Viertel-z darstellen. Desgleichen müßte auch in der Schrift-Majuskel der zweite Zug uuterhalb an den ersten ganz angelehnt, in der Minuskel hingegen ganz so, wie sie gestochen ist, nur- nahe gebracht, nicht aber angeschlossen werden. — Noch bin ich mit mir 23 nicht eins, ob ich bei der Hernusgabe des allgemeinen Alphabetes mehr daS eben beschriebene Schriftzeichen für das hohe L Vorschlägen soll. Sehr erwünscht wäre eS mir daher, von Lesern, die an diesem Alphabete ein praktisches Interesse nehmen, eine nähere Andeutung ihres die߬ fälligen Geschmackes zu vernehmen; was auch von allen übrigen ähnlichen Fällen verstanden werden wolle. 4) Das offene lateinische L erscheint in der Vorschlags-Tabelle nur wegen Andeutung seiner Reihenfolge im Alphabete und wegen dessen bequemerer Vergleichung mit den beiden anderen Arten des 6) Bei Bildung deö Schriftzeichens für das Halb-L, unter Kr. 3, suchte ich im I. Vorschläge die Idee der Abgekürztheit, im II. und III. die Idee der Halbheit durch Theilung des Buchstaben in zwei Hälften auSzudrücken. Die Halbheit würde allerdings noch viel anschaulicher dargestellt werden, wenn die Figur des Halb-L nur die halbe Zeile einnehmen würde, wie in der dießfülligen Variante a>-Zug, aus dem sie besteht, vollkommener gebogen, der unten qnerlaufende Halb¬ strich weniger dick, und mit dem, der Spitze des 8 oberhalb angehängten umgekehrten Viertel-« vollkommen parallel, bei der dießfalligen korrespondirenden Minuskel aber der untere Querstrich statt deS Schattenstriches ein Haarstrich, und dessen Endigung mit der obersten Spitze des Buchstaben ebenfalls parallel sein müßte. 6) Das ? läßt sich, wie aus dem I. und III- Vorschläge l^r. t> zu ersehen, leicht mit Einem Federzuge und einer einzigen Ueber- länge schreiben: wollte man aber das am ll. Platze vorgeschla¬ gene Schriftzeichen adoptiren; würde man nicht bloß für die Schön¬ heit der Schrift und des Druckes eine neue A c g ui si ti o n machen, sondern unter Einem auch den mehrseitig peinlichen Prozeß wegen des k und v ans immer niederschlagen. 7) Das lateinische 1° wird in der lateinischen Sprache allezeit weich ausgesprochen, und daher auch im slavischen Alphabete zur Bezeichnung dieses Lautes beibehalten. Damit es aber von dem h arte n üi gehörig unterschieden werden könne, muß es, wie im Drucke, so auch in der Schrift, stets spitzig, und zwar das große mit einem spitzigen Initial-Striche ohne Rundung, oder mit einem spitzigen Vorstriche, der einem auswärts gekehrten lateinischen 6 gleicht, und das kleine ebenfalls spitzig, d. i. 25 ohne Rundung des über die Zeile verlängerten Striches, wie dieses in der BorschlagS-Tabeile Xr. 7 ersichtlich, geschrieben werden. 8) Daö harte I» wird der Natur nach breiter, als das weiche ausgesprochen; daher habe ich eö auch nach dem Grundsätze der Jotiruug (siehe Xr. 7) breiter, d. i. im ersten Grundzuge rund geformt, um¬ somehr, da diese Art der Unterscheidung zugleich die schönste und in der Schrift die bequemste ist. Da die genannte charakteristische Rund n n g des harten ki in den Typen nach vorwärts geschieht; so muß sie systemmäßig auf die nämliche Art auch in der Schrift geschehen, und somit das kleine Ii im ersten Zuge mit einer nach vor¬ wärts aufsteigenden Schlingung, das große aber mit einem ähnlichen, nach vorwärts gerundeten Initial-Striche geschrieben werden, damit es sich von dem weichen unterscheide. Man vergleiche damit die Anmerkung in der Vai innlrn-Rubrik Xr. 7; woraus zu entnehmen, daß der spitzige, aus einem aufwärts gekehr¬ ten 0 gebildete Vorstrich der passendste Initial-Zug für unjotirte, so wie der aus einem liegenden, geschriebenen arabischen 2 bestehende, nach vorwärts geschlungene Vorstrich der gemeinbranchbarste Initial-Zug für jotirte Majuskel-Buchstaben sey. Um sich jedoch beim Schreiben die größtmöglichste Freiheit zu wahren, mag es genügen: daß nur der geeignete Vor strich gewählt wird; mag der folgende Grundzug des Buchstabens spitzig darneben, oder mit einer Schlin¬ gung durch den Vorstrich erfolgen. Ueberdieß kann auch die einfache, nach jenseits aufsteigende Schlingung des ersten Grund¬ zuges ganz systemgemäß für jotirte, so wie die bloß dießseitS des Grundzuges vollendete Spitzung, oder auch Stumpfung, für unjotirte oder engere Buchstaben gebraucht werden. (Siehe eben daselbst.) 9) Das K habe ich, um eö dem lateinischen X ähnlicher und sonach chronographisch konformer zu machen, mit zwei oder wenigstens Einem gerundeten Grundzuge geformt. — Welches ans diesen beiden den Vorzug verdiene, wollen die Leser entscheiden. — Eine Andeutung, wie m a n n i g faltig die lateinischen Buchstaben nach den Gesetzen der alphabetischen Synthetik geschrieben werden können, ohne den Hauptcharakter zu verlieren, enthält die dießfällige Rubrik der Varianl-n, wo beispielsweise von jeder Hauptklasse ein dießnamiger Buchstabe angeführt wird. 10) Tas unjotirte lateinische l muß zum Unterschiede von dem jotirten in der Schrift so, wie oben Xr. 7 vom weichen I> angedeutet wurde, spitzig geschrieben werden. Da das lateinische A 26 iir diesem Alphabete beseitiget wurde, so steht der angezeigten Schreib¬ art des große n I. nichts entgegen. UebrigenS kann dasselbe nach oben Nr. 8 gemachter Andeutung, wenn nur der Vor strich spitzig ist, auch mit einer Schlingnng geschrieben werden. (Siehe das dießfüllige Beispiel der Kurrentschrift.) 11) Vom jotirten I gilt rospeolivv dasselbe, was oben Nr. 8 vom harten I» bemerkt wurde. Die typische Minuskel dieses Buchstaben kann systemgemäfi entweder mit der bloßen Biegung, oder auch mit der S chli n g u n g geformt werden. Die erstere Form würde zwar der Konformität mit den übrige» Buchstaben mehr zusagen; allein sie gibt keinen schönen Final-Buchstaben, und würde auch einen kleinen Widerspruch mit dem lateinischen Alphabete, in welchem das kurrente lange « öfters auf ähnliche Art gedruckt wird, enthalten. Aus diesen zwei Gründen möchte ich das geschlungene vorziehen, falls es nicht etwa im Drucke als zu neu auffallen sollte. DaS italienische xl ist keineswegs daü jotirte slavische oder fran¬ zösische HI, wie einige Grammatiker unrichtig anmerken; sondern es ist das reine oder nnjotirte I mit angehängtem, aber nicht ver¬ schmolzenem j. Demnach muß z. B. das Wörtchen xli genau wie Iji, mit reiner Lautung eines jeden dieser drei Buchstaben, aus¬ gesprochen werden. 12) Das unjotirte lateinische N erscheint in der Vorschlags- Tabelle nur wegen seiner Schreibweise und bequemeren Vergleichung mit den anderen Arten desselben. 13) Die Jotirung des slavischen N kann auf eine drei¬ fach e A r t, nämlich: entweder durch Eine oder zwei Endrun¬ dungen des ersten Grundznges, oder durch die M i t t e l b i e g u n g desselben, oder endlich durch die B i e g u n g des zw e i t e n G r u n d - zuges kenntlich gemacht werden, wie dieß aus dem I-, II. und III. Vorschläge zu ersehen. Dem Systeme und der optischen Schönheit ist die erste A r t am meisten entsprechend. Für das g esch r i e b e n e Kurrent -n scheint Eine Biegung (z. B. die untere) zu genügen; ja selbst diese ist in der Schrift für solche, welche die Sprache voll¬ kommen verstehen, nicht nothwendig. Sollen aber Fälle eintreten, die eine genauere Unterscheidung erheischen, z. B. wenn man für den Druck schreibt; steht nichts entgegen, sich auch des am II. Platze vorgeschlagenen Kurrent -n zu bedienen, wenn gleich im Drucke nur das erstere gebraucht wird. UebrigenS wird es auch auf die vorer¬ wähnte Art leicht gut unterscheidbar geschrieben. 27 14) Das Nasal-IV ist für dm slovenischen Dialekt sehr entbehrlich, indem es nur vor x und le so ausgesprochen wird. Da es indessen einige slavische Dialekte gibt, die dasselbe, wie z. B. der polnische, nicht entbehren können, und es die Sloveneu doch auch haben; so habe ich es mit in den Vorschlag ausgenommen. Das zuerst vorgeschlagene scheint für die Schrift etwas bequemer zu seyn, als das zweite; bei dem dritten aber, so wie bei mehreren andern Buch¬ staben des HI. Vorschlages leidet die Zeichnung an einigen Mängeln, deren w e i tläu s i g e r e K o r r e k t i o n ich jedoch der geringem Wich¬ tigkeit wegen den Lesern ersparen zu können glaube. 15) Für das geschlossene 0 habe ich nach dem oben erwähnten Grundsätze, wegen Nachahmung des Lautes, die ebenfalls geschlos¬ sene Figur des lateinischen 0 beibehalten. 16) Die größte Schwierigkeit bei Bildung des neuen Alpha¬ betes aber machte das offene 0. Shstemgemäß mußte dieses auch eine offene Figur erhalten. DaS am I. Platze vorgeschlagcne ist das einfachste und beinahe das schönste unter allen Schriftzeichen, die sich neu erfinden lassen. Aber in der Schrift läßt sich dieses nur durch einen Vorstrich (wie daselbst zu sehen) von dem ge¬ schriebenen v unterscheiden. Allein dieser Vorstrich, der dem ty¬ pischen Buchstaben zur Zierde dient, verunstaltet und erschwert den schriftlichen; wie sich Jeder durch eigene Versuche überzeugen kann. Wie diesem doppelten Mißstande abzuhelfen, um den schönen Buchstaben für das neue Alphabet nicht aufgeben zu müssen, wird unten beim Vorschläge des v gesagt werden. — Man könnte sich zwar statt dessen des zweitvorgeschlagenen bedienen, der, wenn er regelmäßig und im gehörigen Verhältnisse der Grundzüge zu einander geformt wird, die optische Schönheit auch nicht beleidigen würde: allein er besteht aus drei, oder, wie die dießfällige Variante, wenigstens aus zwei und einem halben Zuge; und es scheint mir sehr unbequem, für einen Vokal, der im Slavische» so häufig vorkommt, einen so zusammengesetzten Buchstaben brauchen zu müssen. Einfacher wäre zwar der drittvorgeschlagene (der aber wieder dein Lithographen nach beiden Zügen nicht genau ge¬ lungen ist); allein die Schrift-MinuSkel hievon müßte, damit sie von jener des v leicht unterschieden und bequem geschrieben wer¬ den könnte, wider den Grundsatz der Pronnnciations-Nachahmung, ganz geschlossen, nach Art, wie Einige das lateinische r zu schrei¬ be» pflegen, geschrieben werden. 28 17) Das unter diesem IX'ro. stati des il lyrischen r: vorge- schlagene Schriftzeichen ist nichts anders als das umgekehrte la¬ teinische 0. Da lefiteres in der Chronographie ohnehin öfters statt des vorgekehrten 0 zur Bezeichnung der Zahl »Ott gebraucht wird, und hiebei einen Laut bedeutet, der in allen Sprachen frequent genug vorkommt; so eignet eS sich ganz vorzüglich zu einem chr o n o- graphischen Buchstaben vom genannten Werthe. Mehreren will es hinsichtlich der Schönheit nicht gefallen; allein hierauf muß ich erwiedern, daß dieß nur in der Ungewohnheit seinen Grund habe. Denn, wenn dem vorgekehrten 0 die Gefälligkeit der Form nicht abgesprochen werden kann, so kann sie es ebenso wenig dem rilckwä r t S g e w endeten, indem der Grundzug von beiden der näm¬ liche ist. Auch I» und p sind nicht ungefällige Buchstaben, obschon sie zum Nebenstrich den nämlichen vorerwähnten Grundzug haben. Ich glaube da¬ her nicht zu irren, wenn ich diesen Buchstaben zu den positiv schönen rechne. 18) Das dem vorigen-korrespondirende, zur Klasse der weichen Sauselaute gehörende, sanft rauschende illyrische L ist nach dem oben «ul, ö) angegebenen Grundsätze geformt worden. Im ersten Grnndzuge deö dießfälligen jotirten Buchstaben (siehe die dießfäl¬ lige Rubrik der Varianten) ist das Zeichen des korrespondiren- den sumsenden Buchstaben ganz beibehalten, nebstbei aber dem¬ selben noch ein unter die Zeile verlängerter Grundzug beigegeben worden. Dem Systeme der Buchstabenbildung würde freilich das Nr. 2 am II. Platze vorgeschlagene, dem deut¬ schen z ähnliche Schriftzeichen noch mehr zusagen, und hiebei noch einfacher und ebenso leicht schreibbar sein; allein in Ansehung der Schönheit, um die man bei dem Hinzukommen so vieler neuen Buchstaben besonders besorgt sein soll, steht es dem vorerwähnten bedeutend nach, wie man sich in dessen Konterirung mit anderen Buchstaben leicht überzeugen kann. Sollte sich indessen die Mehr¬ heit der sich darum Jnteressirenden für daö letztgenannte Schrift¬ zeichen erklären; so würde ich nicht ermangeln, bei Herausgabe des allgemeinen slavischen Alphabetes ihrem Geschmacke zu folgen. 19) Unter diesem »a. folgt znr leichteren Vergleichung daö scharfe lateinische und darauf 20) das diesem verwandte rauschende, scharfe «oli, oder das illyrische bei dessen Bildung die Form des einfachen ganz beibehalten, und zum Unterschiede von demselben bloß aus der Zeile hinaus verlängert wurde. Dieser Buchstabe wird in der 29 Kurrentschrift wie das deutsche sogenannte Kauzellei - h geschrieben, und hat den Vortheil, daß er sowohl über die Zeile hinausgehend, als in d i e Z e i l e e i n g e sehr ä n k t, ja selbst auch unter die Zeile verlängert geschrieben werden kann; wie es die dießfällige Rubrik der Varümlen ersichtlich macht. In der Form eines inzeiligen (in der Zeile liegenden 8) scheint es vorzüglich als Final-Bnchstabe zu passen. Die optische Schönheit betreffend, will ich nicht läugnen, daß dieser Buchstabe anderen nachsteht; und vielleicht dürfte mehreren das hier am II- Plaste vorgeschlagene (das jedoch keinen besonders sym¬ metrischen Final-Buchstaben gibt) mehr gefallen: aber dem obange- denteten Systeme Xo. ä entspricht aus a ll e n n e u e n B u ch staben keiner in dem Grade; ist nebstbei höchst einfach und leicht zu unterscheiden und zu schreiben, und gibt überdieß ein vor¬ treffliches Kompendium für daS russische «o: so daß ich, falls nicht eine überwiegend stärkere Majorität sich für das zweitvorgeschlagene erklären sollte, standhaft bei diesem Vorschläge ver¬ harre. — Leicht hätte ich dafür eine der schönsten Buchstaben-Formen, nämlich das russische s auf lateinische Art konstruirt, Vorschlägen können (siehe Vorschlags-Tabelle Xr. 21, XII. Vorschl.); allein, um nichts von der ermüdenden Einförmigkeit und schweren Unter¬ scheidbarkeit zu erwähnen, die dieser Buchstabe in Konkurrenz mit n, m, n verursachen würde; wer sieht nicht, wie oft diese Figur zu Verwechselungen mit u und i, oder i und u verleiten, und auf diese Art l ieht zu den gröbsten Mißverständnissen Anlaß geben könnte! Den einen oder anderen Grundstrich desselben aber zu dekur- tiren, würde seine ganze Schönheit vernichten. 21) Endlich bedarf es nach dem oben Xr. 16 Gesagten noch eines neuen Vorschlages statt des lateinischen v. Will man nämlich das oben zuerst vorgeschlagene offene o in der K u rr e n t - S ch r i ft ohne den lästigen und die Schönheit störenden Vorstrich, wie bis¬ her das lateinische v, schreiben; so muß letzteres in der Kurrent-Schrift eine andere Form erhalten, damit es vom ersteren allezeit leicht unter¬ schieden werde. Die leichteste Abhilfe in dieser Hinsicht wäre freilich die, daß man beide genannte Buchstaben nach dem M uster der d ieß- fä l l i g e n Typen, nämlich das v spitzig und das offene n r u n d schreiben würde; so wie auch die Griechen ihr Xi und Xp^Ion (ft, r) nur dadurch von einander unterscheiden, daß sie das erste spitzig und das zweite rund schreiben. Allein, nach meiner Mei¬ nung würde dieß von den Schreibern, insbesondere von solchen, die 30 nicht von Kindheit an daran gewöhnt wären, eine viel zu große und fortwährende Attention erheischen. Um daher dieser großen Unbequemlichkeit zu begegnen, schlage ich vor Allen das unter iVr. 21 am I. Platze in der zweiten Zeile dargestellte Schrift¬ zeichen vor, welches sich nicht bloß durch eine bequeme Schreib¬ weise und leichte Unterscheidbarkeit empfiehlt, sondern auch durch die Gefälligkeit der Form die Schönheit des Druckes und der Schrift zu erhöhen geeignet ist. Allerdings wird es die Leser anfangs einige Mühe kosten, dieses n en e S chr i ftz e i ch en für das v anzunehmen; und nur aus Besorgniß, durch zu viele Neuheit anf- znfallen, habe ich bei diesem e r st e n V o rschl a g e es bei dem alten v bewenden lassen: aber die Erzielung einer größeren Schönheit der Schrift und des Druckes dürfte eines so kleinen Opfers doch allerdings werth sein! — Sollte man aber dessen ungeachtet das altgewohnte v bei¬ behalten wollen, so hat man noch den Ausweg, die Minuskel hie¬ von, wie hier im II. Vorschläge dieses Buchstabens und oben üir. 16 im Hl. angegeben wird, durchaus geschlossen zu schreiben. Diese Schreibweise wäre bei diesem Buchstaben nicht bloß nicht system¬ widrig, wie oben blr. 16; sondern man würde dadurch in der Kur¬ rent-Schrift sogar um einen Schriftzug am Raume gewinnen; nur die Schönheit der Schrift würde hiedurch einen kleinen Verlust erleiden. — Noch ein weiterer, allerdings brauchbarer Ersatzbuch¬ stabe für das v wäre das am III. Platze vorgeschlagene rr, welches bereits mehrere slavische, besonders nordische Dialekte für das v brauchen. Doch steht es den beiden anderen in inehrfacher Beziehung nach. Denn zu geschweigen, daß dieser Buchstabe viel weniger einfach ist, in¬ dem er vier Schriftzüge erheischt; so stört er durch seine unge¬ wöhnliche Form, nämlich durch seine zwei sch r ä g st e h e n d e n S chat¬ ten striche, die Schönheit deS Druckes um so mehr, als er in allen slavischen Dialekten sehr frequent zu sein pflegt. Aus den weitere» Vorschläge» und Vr»i-ianlo» der verschiedenen Ergänzungs-Buchstaben, die in der Varianten - Rubrik vorkommen, werden sich die Leser einerseits von der Fruchtbarkeit der alphabetischen Synthetik, andererseits aber auch von der bereits oben angedeuteten Schwierigkeit, ungeachtet der großen Menge voil bildbaren Buchstaben : allseitig befriedigende und für ein allgemeines Alphabet taugliche Schriftzeichen zu erfinden, praktisch überzeugen können. — Noch muß ich hier summarisch bemerken, das; viele einzelne Buchstaben besonders im III. Vorschläge und 31 in der Varian Ion-Rubrik dem Lithographen mehr oder weniger mißlungen sind; was jedoch um so weniger befremden darf, als es sich vielmehr zu wundern ist, daß ihm, ungeachtet der großen Schwie¬ rigkeiten, die mit diesem ersten Versuche nothwendig ver¬ bunden waren, doch die Arbeit der Hauptsache nach so vortrefflich gelnngen ist, daß ich, mit Ausnahme des Schriftzeichens für das Halb-12 im l. Vorschl. iVr. 8 und für das « und « im II. Vorschl. ?lr. 1 u. 2, sonst alle übrigen Buchstaben des I. u n d II. V o rs ch l. sür durchaus regelmäßig zu erklären im Stande bin. Spater vorgenommene Verbesserung. Nachdem der dießfällige Vorschlag bereits vollendet war, fiel mir das unter i^r. 1 in der Varianten-Rubrik im IV. Vorschläge dargestelkte Schriftzeichen als das geeignetste für den Buchstaben 6 bei; das ich daher j e h t dem dort am I. Plahe vorge¬ schlagenen substituire. Es ist eines der einfachsten und schön - sten Schriftzeichen, die im lateinischen Alphabete möglich sind, hat die vollkommenste Symmetrie und A e q u i l i br i tä t, und paßt mehr als das vorgenannte zum Systeme des gesammten slavischen Alphabetes, insbesondere der Fischer; wie ich später im allgemeinen Alphabete zu zeigen Gelegenheit haben werde. Sein w ich- tigster Vorzug aber besteht darin, daß durch die Form seiner Minuskel in der Kurrent-Schrift jeder Verwechselung mit dem e oder vN vollends vorgebeugt wird. Leider ist auch dieses dem Lithographen nicht vollkommen gelungen, indem es wider die Regel z n rück g e n e i g t ist. Damit dieser Buchstabe leichter recht geschrieben werde, dient zu wissen, daß er aus zwei ineinander verflie¬ ßenden o, wovon das obere zurück-, das untere vor gekehrt ist, besteht, nnd ein vollkommenes Gegenstück zum lateinischen a bildet: daher auch in seinen Haar- und S ch a t t e n st r i ch e n dem¬ selben vollkommen entgegengesetzt, somit an seinen beiden Enden mit S ch a t t e n st r i ch e n, in der Mitte aber mit einem Haar¬ striche genau so, wie die handschriftliche arabische Ziffer 2 geschrieben werden müsse. Ein weiterer Vorzug dieses Buchstaben besteht auch darin, daß der di eß fällige jotirte, nämlich das polnische oder illyrische ö dem korrespondirenden rauschenden Fischer, d. i. dein vli mehr, als das vorher vorgeschlagene, ähnlich ist. Um schließlich nach dargestellten einzelnen Ergänzungs-Buch¬ staben des slovenischen Alphabetes den Lesern auch die Wahrnehmung 32 des Total-Ausdruckes desselben (welcher im Allgemeinen das sicherste Kriterium der Regelmäßigkeit der einzelnen Buchstaben nbgibt) möglich zu machen: lasse ich im Anhänge des Vorschlages das slovenische Vaterunser gegenüber dem typischen, illyrisch- eechischeu in der neu vorgeschlagenen Druck- und Ma¬ il ualschr ist folgen; und hege die Zuversicht, daß man dieselbe in Rücksicht ihrer Bildungsform der r e i n l a t e inisch e n vollkommen analog (d. i. rein lateinischer Natur), in Ansehung der optischen Schönheit aber ihr nicht bedeutend na ch stehe n d, finden wird. Daß auch hier einige Mängel dem Künstler zur Last fallen, ins¬ besondere, daß bei dem «r, das regelrechte Verhältnis der Grund¬ züge zu einander nicht überall genau getroffen, das neue 8 nicht durchaus präcis (d. i. nicht als ein vollkommen genaues Resultat des vorgekehrten geraden und des zurückgekehr- t e n r u n d e n v) ausgeführt, und das k fehlerhaft z u r ü ck g e n e i gt ist, wird jeder Leser leicht selbst bemerken. — Ein Defekt jedoch, den ich nicht zeitlich genug vorgesehen, ist der: daß der neue typische Tert gegen den alten etwas blasser auSsieht; wovon der Grund ohne Zweifel in den H a a r st r i ch e n des oft vorkommenden offenen <» liegt; welcher Mißstand jedoch sehr leicht durch Vertauschung des dießfalligen Haarstriches mit einem Schattenstriche beseitigt werden kann.-Ein anderes Mißverhältnis;, das mir ebenfalls erst nach Lithographirung des Vorschlages auffiel, scheint mir dies; zu sein, daß der neue Tert, im Vergleiche zu dem rein lateinischen, zu viele runde und zu wenig gerade Schriftzüge habe. Auch diesem Mangel kann leicht abgeholfen werden, und zwar vor allem dadurch: daß mau, statt des lateinischen v, das dort am I. Plahe vorgeschlagene Schriftzeichen anuehme. Da dieser Buch¬ stabe in allen slavisehen Dialekten sehr häufig vorkommt, so dürfte schon damit das gewohnte Verhältnis; der geraden und runden Schriftzüge zu einander erzielt werden. Sollte jedoch dies; noch nicht hinreichen, so nehme man statt des zuerst vorgeschlagenen « das da¬ selbst am ll. Plahe gezeichnete, aus zwei geraden Schriftzügen beuchende Schriftzeichen an; oder auch, wenn mau das alte k uoch ferner beibehalten will, den dort lVr. 6 am ll. Plahe vor¬ geschlagenen Buchstaben, dessen erster Grnndzug in diesem Falle, wie bei dem harten Ii, oberhalb nach vorwärts gebogen werden könnte. Auch ein mit einem geraden inzeiligen dritten Schriftzuge vermehrtes I> könnte, wenn es in Ansehung der 33 Einfachheit und Schönheit nicht schon mehr zurückstünde, zum genannten Zwecke als Stellvertreter des 8 sehr dienlich sein. Endlich könnte auch statt des doppelrunden ü, dessen Variante, die nur Eine Rundung hat; und selbst diese im ersten Grundzuge mit einem geraden, statt runden umgekehrten «; so wie auch das geschlossene « mit der weniger runden, am Hl. Platze daselbst gezeichneten Figur ge¬ schrieben werden. — Nach meiner Meinung dürfte jedoch die Adop- tirung des letztgenannten Schriftzeichens und des zuerst vorgeschlagenen v zum erwähnten Zwecke vollkommen hinreichen. Würden die hier gerügten Defekte alle auf erwähnte Art behoben werden; bin ich des Dafürhaltens, daß der neue typische Tert, in Bezug auf Schönheit, dem alten um nichts n a ch st e h en, wenn nicht v o r st e h e n würde. — Der handschriftliche Tert aber — der dem Lithographen fehlerlos gelungen — wird sich nicht bloß durch B e- feitiguug der diakritischen Ueberstriche und der Buch¬ staben « und lk durch eine bequemere Schreibweise, sondern auch durch eine a u s n a h m s l o se U n tersch e i d b a r k eit, ja auch durch eine merklich größere Kürze vor dem öechisch - illyrischen empfehlen; denn es verdient bemerkt zu werden, daß das slovenische Vaterunser nach der vorgeschlageueu Schreibweise 9 a u s z e i l i g e Buchstaben weniger zählt, als nach der aechisch-illyrischen "). *) Da man im Slovenischcn das v (in, hinein), sowohl als Vor¬ wort für sich, als auch in Verbindung mit anderen Redetheilen, allgemein als u ausspricht; da man ferner tvoje, svojo so wenig irgendwo hört, als mvojo; endlich, da man das I in stolA, llob/auk und ähnlichen Wörtern im ganzen slovenischcn Bereiche nirgends als !, sondern überall als v, d. i. clovx, clovLnik etc. ausspricht: so habe ich im n e u e n T e r t e statt v, tvoje, svoje, stolxe, — Man rechne hiezu noch die zahllosen Inkonsequenzen dieser Schreibmethode, vermög deren sie bei einigen Wörtern die 36 zum allgemeinen slavischen Alphabete noch fehlenden Buchstaben gebildet worden. Diese sind in alphabetischer Ordnung folgende, nämlich: die Schristzeichcn für 6, st', « 0'), ? (^), k (r/i), L, 8, t, bl st«, stL und (str); zusammen 13. — Abstammung und Biegung anzeigt; bei anderen ebenso vielen oder mehreren noch, sie aus Willkürlichkeit, oder ver¬ späteter Kritik ignorirt! — Wenn wir voxol, vstol, okro^ol, statt schreiben, um die Flerion des Genetiv voxls, vatlu, okroxliAS anzuzeigen: warum nicht auch oovt, mstor, beer, statt ose, mati, /rm, da doch der Genetiv oöots, mstore, boero lautet? — Ebenso, wenn wir statt, wie wir sprechen, mHo, ts.l/co, e-oe/r, nach unserer Orthographie: nircko, te/Ko, morko, vosisfi, viksji schreiben sollen, um die etymologische Abstammung von voxolc, te/wk, ino/s vlile vsol», anzuzeigen, oder auch bloß anzudeuten: warum nicht gleichermaßen statt: .»ossL/ca, §oL/»0L^a, oseba- , o/roä:, Lenes, mesiš, mla-M, teech'r, elea2/r, moc/», /c/assl, s/ ass», ena/st, eloanasst, und unzählige andere—nach der nämlichen orthographischen Regel: lerssiocistvv, soseelsles, xospoclslrs, obsob», oclrocll», sroeloe, mosisio, mlsüsi, torllsi, »lrsxsi, ineiiksi, lirslllsi, slssilrsi, «»lnsüst, livsnsäst— um die Abstammung von: icrsj und vlsäsl vo, sosest, Aospoll, obsodi, oärotlolc, srosis, moä (moä sonosm in somlfo), mlrul, torä, clrs§, nwdeie, biritile, slsüoli, ollen nu doset, ävs ns »loset — anzuzeigen? — Oder, nm noch ein Beispiel anzufnhren: wenn wir u (in, hinein) mit v schreiben sollen; warum nicht auch vm, voiti, odvti, da doch alle diese vom nämlichen v abstammen? — Läßt sich demnach wohl eine Orthographie rechtfertigen, die s) die M e h r z a h l der Leser der M i n d e st z a hl opfert; die d) die Luge im Solde hat, und o) Grundsätze ausstellt, die ste mit logischer K o n seq u e n z nicht durchzuführen vermag?! —- Aber diese Orthographie — sagt man — hat außerdem noch höhere Lichtpunkte, die kurzsichtige Laienaugen nicht ahnen. Sie vermittelt uns die Annäherung an andere slavische Dialekte, und bahnt uns so den Weg zur allmäligen Erzie¬ lung einer allgemeinen Schriftsprache. — Sehr wohl, sie vermittelt uns die Annäherung an einige Dialekte; aber 37 Diesen werden im Anhänge noch für nachstehende, bei einigen Dia¬ lekten übliche jotirte Laute, nämlich: für bf, mf, tz.j, rf, rvf, nebst den Buchstaben - Kompendien für das russische «6 und polnische so, so wie auch für das Lausitzer 6, ob (KIy, äs und ts; endlich, eben dadurch entfernt sie uns von anderen. Wenn wir z. B. statt, wie wir sprechen, sim tziv, schreiben: 8 im bi!; so nähern wir uns zwar unseren nächsten illyrischen Nachbarn an, aber eben dadurch entfernen wir uns von anderen slavischen Stämmen, von den Slavo niern, Dal¬ matinern und Serben, welche — jessm bio sprechen und schreiben. — Und was hat diese, schon durch 300 Jahre dauernde Annäherung an unsere nächsten Nachbarn für histo¬ rische Resultate? Die: daß das Volk des einen wie des anderen Dialektes die gegenseitig herauskommenden Bücher eben so wenig, wie vor 300 Jahren liest und versteht. Dieß ist histo¬ rische Thatsache. **) — Aber — wendet man weiters ein — es schreiben auch andere Nationen, z. B. die Deutschen, Franzosen ze. anders, als sie sprechen. — Allein das bloßeBeispiel anderer Nationen für sich, kann uns nicht berechtigen, auch so zu schreiben, wenn wir keine hinreichenden inneren Gründe dazu haben. Wahr ist es, die Orthographie der Franzosen ist beinahe halb¬ lateinisch und höchst verschieden von der gewöhnlichen Aussprache; aber die Hauptnrsache davon dürfte ohne Zweifel die sein, daß ihre Sprache in ihrer ersten Entwickelungs-Epoche der lateinischen viel näher stand, als in den späteren Perioden, wo sie sich immer mehr von ihr entfernte und endlich abschloß. Aber zu bedauern ist es, daß man die ursprünglicheOrtho- graphie auch in der Periode der vollendeten Bildung der Sprache beibchielt. Dieser Umstand mag auch die Hauptschuld tragen, daß es bei ihrem Landvolke verhältnißmäßig so Viele gibt, die weder lesen noch schreiben können. — Was aber die Deutschen betrifft, so haben sie bereits vielseitig a n g c f a n g e n, von ihrer Schreibweise abzugehen, ungeachtet sie schon längst das Pri¬ vilegium der Verjährung für sich hat. Sie schreiben z. B. nicht mehr: g e n o h m e n, sondern g c n o m men, ungeachtet der Abstammung von nehmen. 38 da die Deutschen, Italiener und F r a n z o s e n außer den im slavischen Alphabete vorkomiuendeu Buchstaben, nur zwei noch nbrigende Laute, nämlich ä und ö brauchen, auch für diese zwei, somit im Ganzen noch 13 eigene Schriftlichen folgen. — Demnach wird der Hieraus behebt sich auch ein weiterer Grund, wodurch inan sich auf das Beispiel der Altvorderen beruft. — Ein Grundsatz, der jeder V er b c sse r n n g und jeder noch so nothwendigcn und zeitgemäßen Reform feindlich eutgegeutritt, und sich daher ver¬ dientermaßen schon längst überlebt hat. — Endlich beruht auch die Besorgniß, daß durch die neue Schreib¬ weise die alte Literatur verdrängt werde, auf keiner kategorisch gültigen Prämisse. Die guten alten Werke — man kann dessen gewiß sein — werden, ungeachtet einer Aenderung in der Orthographie, noch immer, entweder in der alten Orthographie gelesen, oder treten in neuen, g e fälli g ern Auflagen an's Licht; mittelmäßige, wenn man sie in der alten Orthographie nicht lesen mag, werden früher oder später durch bessere ersetzt; schlechte am besten — auf immer der Vergessenheit übergeben. Daraus läßt sich ganz folgerecht der Schluß ziehen, daß die Einführung einer neuen Orthographie sogar in mannigfacher Weise zur Sichtung und Hebung der Literatur beitragen könne. — Ausführlicher ist dieser Gegenstand von mir in der Laibacher silovwo 1849, Nr. 2 bis 18 und 22, besprochen worden. Eine Verbesserung und Einigung in der Orthographie, dünkt es mich, ist uns ebenso nothweudig, als eine Verbesserung und Einigung im Alphnbete; und wenn wir von der alther¬ gebrachten, jedes vernünftigen Grundes entbehrenden Orthographie nicht abgehen; so wird jeder Dialekt, wenn sich auch Alle im Alphabete vereinigen sollten, noch zu Tausenten von Lese- re g e l n brauchen; — bei oben aufgestelltem Grundsätze — vor¬ ausgesetzt, daß mau grammatisch richtig spricht — keine!! Wie sehr sich überdies; eine derlei vereinfachte Orthographie insbesondere für das gemeine Volk eigne, dem mau das Lernen aus jede mögliche Art erleichtern soll, wenn man dessen Bildung aufrichtig fördern und beschleunigen will; leuchtet von selbst ein. 39 Vorschlag für das allgemeine slavi sche Alphabet, sammt den 14 neuen Buchstaben des slovenischen Alphabetes, im Ganzen 4 0 neue Schriftzeichen enthalten. Sollte der eine oder andere slavische Dialekt noch etwaige be¬ sondere Sprachlaute haben, die hier nicht genannt sind; so **) Diejenigen, dic da glauben, daß eine allgemeine sla v isch c Schr iftsp ra ch e durch bloße wechselseitige Auuäherung der Dialekte sich ausprägen ließe, scheinen allerdings eine lebhafte Phantasie, aber keineswegs praktisch- brauchbare Ideen zu haben. Mir scheint die Erzielung einer Schriftsprache auf diesem Wege kaum denkbar. Denn, daß diese Annäherung, um den gedachten Zweck zu erreichen, nicht dem Zufalle überlasse», sondern durch ein positives Uebereinko mmen der Gelehrten — als Stellvertreter der einzelnen Dialekte — bewerkstelliget werden müßte, versteht sich von selbst. — Nun ist cs für's Erste kaum glaublich, daß, da man in sprachlichen Sachen nicht leicht zwei Gelehrte von gleichen Ansichten findet, sich die Gelehrten aller zehn slavische» Dialekte dahin verständigen wollten und könnten, daß ein Jeder aus ihnen von seinem Dialekte so viel fahren ließe, als zur Konstituirung einer allgemeinen Sprache, in der jeder Dialekt nach Proportion vertreten wäre, nöthig ist- — Doch setzen wir diesen kaum möglichen Fall als ein kait accoinz>Ii voraus: — was für ein babylonisches Machwerk käme anS dieser Zusam- mcnstoppclung aller zehn Dialekte heraus?! — Wer vom Volke, oder selbst w e l ch c r G e l e h r t c, der nicht alle zehn Dialekte studirt hat, wäre im Staude, dieses Chaos zu verstehen? welcher Mund dieses schroffe Gemisch von Hart und Weich, Rauh und Zart zu sprech en?! — Auch indcrGcschichtc a n d e r c r N a t i o n e n finden wir nirgends eine Spur einer derartigen Sprach- Komposition. Wohl aber finden wir, daß sie einzelne Dialekte, die wegen ibrer Euphonie in allgemeiner Reputation standen, auswählten und zur Schriftsprache erhoben. So wurde z. B. bei den Deutschen der sächsische, bei den Italienern der römische und toskanische Dialekt zur Schriftsprache auserkoren. — Wollen oder könne» wir eine» anderen Weg gehen? — Freue» wir uns viel¬ mehr, daß auch uns dieser bequemste und natürlichste offen steht! — Anch bei uns muß, wenn wir anders eine schöne Schriftsprache habe» wollen, ein Dialekt, der sich durch Euphonie vor anderen auszeichnet, hiezu ausgewählt werde». Und welcher ist dieser? — Niemanden, der einige Kcnntniß von der Euphonie der slavische» Dialekte hat, kann cs zweifelhaft sein, daß unter allen der se r b i sch e D i a l e k t, wie wir ihn aus den Volkslieder» des Viilt kennen, in Hinsicht auf Euphonie alle übrigen, und zwar dic meisten aus ihnen weit übertreffe. Denn er hat so häufige Vokale und so seltene Konsonauten-Anhäufungcn, daß er der italienischen Sprache, die bekanntermaßc» in Europa die euphonischeste ist, unter allen übrigen europäischen Sprachen — am nächste» kommt. Die manchen eigenen Wurzelwörter anderer slavische» Dialekte sind, wie cs sich von selbst versteht, ein Uni Versal-Eigenthum der slavische» Sprache; demnach kann in der 40 bitte ich, mir hievon eine größtmöglich genaue Bezeichnung zu geben, damit ich daS Fehlende nachtragen könne. Ebenso erbiete ich mich, auch anderen Nationen, insbesondere den Engländern, Spaniern, Ungarn, G ri e ch e n rc. die ihnen fehlenden Schrift¬ zeichen, und zwar den Letztgenannten nach der Analogie des griechischen Alphabetes zu erfinden, wenn sie mir die dieß- Wahl eines Dialektes z»r Schriftsprache keineswegs vom größeren oder minderen S p r a ch r e i ch t h n m e desselben, sondern nnr von dessen größerer Euphonie die Rede sein. — t>) Daß ferner eine solche Wahl nur auf den wohlklingendsten Dialekt fallen müsse, erhellet auch daraus: daß jene slavischen Stämme, die einen weicheren Dialekt sprechen, sich unmöglich bequemen könnten, einen rauheren zur Schrift- und Konversations-Sprache anzunchmen. — e) Und wenn, wie das Sprichwort sagt, einmildcsWortauch ein mildes Gefühl zu wecken pflegt: kann es Wohl einem Zweifel unterliegen, daß die Adoptirung eines milden, euphonischen Dialektes zur Schrift- und feineren Konversations-Sprache durch die Länge der Zeit auch auf die Sitte» der ganzen Nation einen günstigen Einfluß üben müsse? — Die Wahl des Dialektes kann also nach meinem Dafürhalten nicht zweifelhaft sein. Der Privat-PatriotismuS für Mutter-Dialekte muß also hier be¬ scheiden zurücktreten, damit die zu wählende Schriftsprache eine ausgezeichnete werde; er wird sich für diese Bescheidenheit durch die Schönheit und Würde der G e s a m m t sp r a ch c d e r N a t i o n überreich belohnt finden. — Denn dann wird die slavischc Sprache, die, bis auf Ferdinand den Gütigen, der der Erste in Oesterreich mit legislativer Kraft ihre Gleichberechtigung auS- sprach, beinahe verachtet war, — einen ehrenvollen Rang unter den gebil¬ deten Sprachen in Europa behaupten, und darin einigen Ersatz finden — für die schweren Unbilden, welche die harmvollcn Verhängnisse der vergangenen Zeiten auf sic geladen haben. — Man zögere also ja nicht länger, sich über die künftige allgemeine Schrift¬ sprache zu verständigen. Es ist hohe, cS ist preiswürdige Zeit! Man führe sie dann unverzüglich in die Volks- und höheren Schulen ein, damit sie das Volk und die Studierenden verstehen, und als ihre künftige Schrift- und feinere KonvcrsationS-Sprachc schätzen lernen. — Dann erst beginnt die Epoche der Literatur der slavischc» Nation.- Bis dahin ist alles Litera¬ rische im Slavcnthum nur ignorirtesPrivat-Eigenthum derDialekte; für die Ganzheit der Nation — ein unzugängliches disharmonisches Stück¬ werk! — Vergl. auch Laibacher dlovico, Jahrg. 1849, Nr. 2. Drei Dinge sind cs also, die uns vor Allem Noth thun: Eine allgemeine Einigung im Alphabete; die Einführung einer allgemeine « Schriftsprache und die allgemeine A dopt! rung einer gleichför¬ migen vereinfachten Orthographie.- Mögen die hier nach meiner besten subjektiven Uebcrzeugung unmaßgeblich auSgesprocheueu Ideen bei Männern, die berufen sind, hierüber zu urtheilen, eine ernste Würdigung finden! — 41 fällige» Sprachlaute möglichst genau angeben und zugleich anzeigeu, welchen Buchstaben sie dieselben ähnlich zu haben wünscken. — Jedoch werde ich Zuschriften derartigen Inhaltes nur in dem Falle nach Kräften (und zwar wenigstens mit einem dreifachen Vorschläge für jeden B uch staben) zu entsprechen mich verpflichtet halten: wenn sie im Namen ganzer Kollegien oder Vereine ansgehen, und als Vereins-Erlässe von der Regierung vidirt sind. Wenn ich, im Anbetrachte, daß unter allen Nationen, die das latei¬ nische Alphabet angenommen haben, bis jetzt keine sich fand, die für die ihr fehlenden lateinischen Buchstaben regelmäßige und allgemein entsprechende nene erfunden hätte; — im Anbetrachte, daß durch die Erfindung des allgemeinen slavischen Alphabetes das literarische Bindnngsmittcl aller slavischen Völkcrstämme, und durch die Erfindung des Un iv ersal - A l p h abe t e s das wissenschaftliche Einigungsband aller Nationen der Erde wenigstens ermöglichet sei; — wenn ich endlich, in Anbetracht, daß ich diesem Gegenstände durch eine Neihe von L5 Jahren oft das angestrengteste Studium gewidmet-dem hier angekündigteu Werke, und insbesondere der Erfindung der synthetischen Gesetze der ver¬ schiedenen Alphabete einen größeren als gewöhnlichen Werth beilege: wird es, wie ich hoffe, Niemanden befremden, der die Gränzen der pflichtmäßigen Bescheidenheit nicht über die Gebühr enge zu zeichnen geneigt ist. Da es indessen ein eitel es Unternehmen wäre, ein Alphabet verbreiten zu wolleu, dem das kompetente Publikum aus was immer für Gründen seinen Beifall zu versagen fände; so werde ich daS allgemeine slavische Alphabet, wovon das vorliegende slove- nische als vorläufige Probe erscheint, nur in dem Falle an'ö Licht treten lassen: wenn sich die öffentliche Stimme durch hinreichende P r ä n u m e r a t i o n s - E rkl ä r n n g e n (Pränumerations - Z a h l n n g e n werden wegen Ungewißheit der Ausgabe vorläufig nicht angenommen) günstig dafür ausspricht. Der dießfällige Pränumerations-Preis wird auf 2 fl. C.M. festgesetzt; auf 10 Eremplare wird ein Gratis-Eremplar erfolgt werden. Die Pränumerations-Erklärungen werden in porto¬ freien Zuschriften längstens bis Ende September d. I. erbeten, und können an die I g n- v. Klein m a y r - el F e d o r B a m b e r g' sche Buchhandlung in Laibach, oder auch an mich addressirt werden. Die Ausgabe dürfte nach Verlauf der Pränumerations - Erklä¬ rungsfrist binnen Einem oder anderthalb Jahren erfolgen. Sollte mir 4 42 meine bis auf den höchsten Grad gediehene Angenschwäche es gestatten; so werde ich der Vorschlags-Tabelle des a ll g e m einen slavi s ch e n Alphabetes auch noch eine zweite, mit vier anderen lateinischen Alphabeten zum Behufs des Universal - Alphabetes beifügen: wornach der ganze Vorschlag 7 Alphabete (die nach meiner Meinung beinahe für 2 Universal - Alphabete hinreichen könnten) enthalten wird. Im letzteren Falle jedoch würde der Pränumerations-Preis 3 fl. betragen. Doch steht es Jedermann frei, sich für das sl av i sehe Alph ab e t allein zu erklären. Anzeige der beiliegenden Schrift ^knkmtdiguttg eines Mgemeinen Statischen nn- ttniversat- ^klphnvetes re., mit Nachtrag einiger nähern Andeutungen hinsichtlich des Inhaltes, und der die߬ fälligen Pränumerations - Erklärungen. Universal - Alphabet. -———--SST«-----> ^M^as Kommunikationsmittel des geistigen Verkehrs der Nationen sind die Alphabete. Durch sie strömen Kunst und Wissenschaft und Veredlung der Gesittung in alle Menschenklassen und Familienkreise der Völker, die durch Sinn und Sprache geeinigt sich der gleichen Schriftsymbole bedienen, oder sich wenigstens mit denselben hinlänglich vertraut gemacht haben. — Aberx während die physi¬ schen Ko m m u n i ka t i o n s m i t te l, die zum Behufs wechselseitigen Verkehrs Länder und Welccheile mit einander verbinden, in ihrer Kunst-Evolution in der längsten Zeic zu einer bewunderungswürdigen Höhe gestiegen: bleiben die geistigen: die Alphabete der modernen Nationen noch immer auf jener tiefen Stufe der Unvollständigkeit und Unbeholfenheit, auf der sie ursprünglich adoptirt worden waren. — Fast alle Nationen von Europa mit bloßer Ausnahme der Russen, Serben und Griechen haben das Alphabet der alten Lateiner angenommen; aber — hiebei das große Versäumnis begangen, für die neuen Laute ihrer Sprachen auch neue Zeichen zu erfinden.—Dieß war die einfache und allgemeine Genesis der Unzulänglichkeit unserer heutigen sogenannten teutonischen oder eigentlich romanischen Alphabete. Um diesem Mangel wie immer zu begegnen, nahmen sie zu den verschie¬ denartigsten Vertauschungen und Konglomerationen ver lateinischen Buchstaben ihre Zuflucht: und daraus gingen, mit Zurhun unbehülflicher Gram¬ matiker, (die anfangs sicherlich keine Philologen waren) ,ene modernen verwor¬ renen Alphabete u'nd Orthographien hervor, die nur zu lebhaft an den vorzeitigen Thurmbau Labels erinnern. — Wenn der Engländer bei seinen zahllosen Leseregeln und ebenso vielen Ausnahmen die eigenen Namen, die er in der Fremde sich ausgeschrieben, zu Hause selbst nicht mehr lesen kann; wenn der FvtMZvse unter allen Vokalen, die er braucht, nicht Einen har, dem er nicht wenigstens eine vier- bis fünffach verschiedene Lautung unterstellte; wenn der Deutsche ebenfalls für mehrere Vokale und Konsonanten keine Schrifczeichen besitzt, oder wenn er einfache Laure häufig mit zwei oder sogar drei und vier Buchstaben bezeichnet, oder wenn ec seine Hauptwörter, als wenn sie wichtiger, wie die persönlichen Für- oder Zahl- oder Zeitwörter ro. wären, mit großen An¬ fangsbuchstaben schreibt; wenn der Italiener sich nicht minder die vielfältigsten Buchstabenverstellungen erlaubt, und die wichtigen Nuancen der offenen und geschlossenen Vokale dec bloßen Sprachkenntniß des Lesers, die oft fehlen kann, überläßt rc. rc.: so sind dieß nur einzelne kaum vorübergehend berührte Belege zur oben ausgesprochenen Behauptung. Noch schlimmer als mit den Vorbenannten steht es mit den Alphabeten und Ortographien der Slaven, die bis zur Stunde nicht einmal zu einer gemein¬ schaftlichen Schriftsprache geeinigt, nur in abgesonderten Dialekten und ebenso abweichenden und mangelhaften Alphabeten die schmalen Pfade ihrer spärlichen Literatur verfolgen. — (Denn ach! was läßt sich bei so iso- lirten Kräften in der Lit.eratur, an der sich ohnedieß überall nur Wenige betheiligen, Großes und Rühmliches leisten! —) Zwar haben die Russen und Serben ein eigenes, zumeist dem Uncial-Griechischen nachgebildetes Alphabet, das sich allerdings durch eine größere Vollständigkeit auszeichnet: aber die unbequeme und ungefällige Quadratform seiner Buchstaben, die vielfältige Komplizirtheir und schwere Lesbarkeit derselben, so wie auch ihre noch immer nur wenig geminderte Un z ul ä n gl ich ke i t zur Bezeichnung der vielen übrigen besonderen Laute der verschiedenen Sprachen und Dialekte, machen es ebenso wenig zu einem Ergänzungs-Alphabet des Lateinischen geeignet, als vielmehr dessen eigene Umstaltung in lateinische Formen erwünscht. Nicht besser, ;a verhältnismäßig viel mißlicher steht es mit andern z. B. den orientalischen Alphabeten, bei denen die Vokale gewöhnlich nur durch Punkt ationen bezeichnet werden, die das Lesen und Schreiben noch im viel höherem Grade erschweren. Wenn es nun eine so wenig er freu liche Bewand tniß hat mir allen mo¬ dernen Alphabeten und Orthographien: wem sollte eine Verbesserung und Ver¬ vollständigung derselben nicht im hohem Grade wünschenswert!) erscheinen! — Diese aber laßt sich im vollendeten Maße nur durch ein Universal- oder Weltalphabet erreichen, in welchem außer den Lauten des Grundalpha¬ betes die besondern Laute aller Sprachen undZungen durch eigene, einfache und dem Grundalphabete durchaus analoge Schriftzeichen vollständig vertreten werden könnten. Daß zu diesem Grundalphabete vor allem, ja einzig, das lateinische als das einfachste, schönste und am leichtesten schreibbare sich eigne, kann bei Kennern keinem Zweifel unterliegen. — Demnach wäre die Aufgabe des Universal - Alphabetes : auf der Grundlage des lateinischen fortzufahren und dasselbe bis zur Vollendung zu ergänzen, d. i. für alle ihm fehlenden besonderen Laute der verschiedenen Sprachen neue in Form und Verhältnis; dem lateinischen vollkommen entsprechende Schriftzeichen zu erfinden. — Da die gesammten Sprachen der europäischen Nationen — wenn auch selbst die geringsten Nuancen ihrer Laute durch eigene Buchstaben bezeichnet werden sollen — kaum etwas mehr als zwei Alphabete erheischen; und da vermöge historischer Mittheilungen die bis jetzr bekannten sprachen der verschiedenen Völker der übrigen Welttheile, hinsichtlich ihrer Laute, mit den europäischen g röß ten t h e i ls harmoniren, und daher keine große Anzahl neuer Buchstaben nothwendig machen: so darf man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß drei oder höchstens drei ein halb Alphabete zur Vollendung deS Universal-Alphabetes vollkommen hinreichen. — Und ein solches Alphabet, das in seinem vollendeten Umfange ein literarisches KoMMU- nikationsmittel aller Nationen ermöglichen könnte, stellte sich der Ver¬ fasser des am Schluffe angezeigcen Werkes durch oben erwähnte Betrachtungen movirt, in' seinen freien Stunden zum Ziel seines Studiums. Mühevoll und dunkel und — kaum durch einen matten Schimmer von Hoffnung erhellet, war der Weg, den er hier betrat — und nicht weniger problematisch blieben durch lange Zeit auch die Erfolge der praktischen Versuche, die er dießfalls anstellte: bis es ihm endlich gelang, durch Analysirung verschiedener Alphabete, als: des lateinischen, griechischen, hebräischen, koptischen, arabischen, syrischen und samaritischen den Schlüssel zur alphabe- tijchen Synthetik oder regelmäßigen Buchstabenbildung zu finden. Von hier an gewannen die dießfälligen Versuche eine sichere mathematische Basis, die nicht bloß die allgemeinen Leirungs-Prinzipien zur Erzielung der alphabe¬ tischen Analogie und Regelmäßigkeit in sich enthielt, sondern zugleich auch eine unermeßliche Sphäre der Buchstabenbildung, d. i. eine kaum berechenbare Zahl von neuen, durchaus regelmäßigen und nach dem Schema der verschiedenen Alphabete nicht über drei oder vier Grundzüge zählenden Buchstaben¬ formen in Aussicht stellte, wie dieß im §. 2. der besagten Schrift näher berichtet wird. Da eS dem Verfasser nach entdeckter Synthetik der verschiedenen analysirten Alphabete hauptsächlich nur um eine Ergänzung deS als Grundalphabet ange¬ nommenen lateinischen Alphabetes zu thun war; so widmete er von nun an sich einzig der Synthetik des lateinischen Alphabetes. Durch fort¬ gesetzte Versuche in derselben wuchs nun fortwährend die Zahl neuer, dem lateinischen Alphabete vollkommen analoger Schriftzeichen; aus denen er die brauchbarsten zum Behufs des Universal - Alphabetes sammelte, bis sie die oberwähnte Zahl von drei und später sieben Alphabeten erreichten. Da es jedoch keineswegs gleichgültig ist, Welche Buchstabenformen zur Bezeichnung bestimmter Laute gewählt werden, so lag es itzt in seinem Hauptinteresse: sich ein dießfälliges standhaftes System zu entwerfen; (sieh Z. S. Seite 12.) aus welchem die Leser ersehen werden, daß er nicht bloß auf die Einfachheit, optische Schönheit und leichte Schreibbarkeit der Buchstaben als die wesentlichsten Eigenschaften derselben eine Haupcrucksicht nahm; sondern auch, wo und in sofern es möglich war, sogar den Laut derselben durch die Form nachzuahmen, sich zur Aufgabe stellte. Nach diesem System bildete er auf Grundlage des Lateinischen Alphabetes zunächst ein allgemeines Slavisches — unter Einem auch Deutsches, Französisches und Italienisches — Alphabet: worin alle besonderen Laute der eben genannten Sprachen, und zwar jene der SlavifHen nach ihren Hauptdialekten nämlich dem R u ssi sch en , Serbischen, Jllirischen, Slo- venischen, vechischen, Oberlausitz'schen und Polnischen durch eigene, einfache dem Grundalphabete vollkommen k o r r e sp o n d i r e n d e Schriftzeichen dargestellt erscheinen. Dieses Alphabet enthält im Ganzen zwei Alphabete oder 48 Buchstaben, die in einer eventuell zu veröffentlichenden Ge¬ neral-Tabelle, nach der Reihenfolge des lateinischen Alphabetes geordnet, und mit erklärenden Rubriken und Anmerkungen versehen in Verbindung mit dem Universal- oder Weltalphabete erscheinen sollen. Daß die Herausgabe dieses doppelten Alphabetes, die offenbar mit vieler Mühe und Kosten verbunden ist, keineswegs bloß prekären Voraussetzungen überlassen bleiben, sondern sich auf eine sichere Basis der öffentlichen Theilnahme stützen müsse, und daher nur im Wege vorläufiger Pränumerations- Erklärungen (Pränumerations-Zahlungen werden zum Voraus nicht angenommen) erfolgen könne, ist Zederman einleuchtend. Damit aber daS kompetente Publikum genügende Prämissen habe, dem hier angekiindigcen Alphabete seinen Beifall zu geben oder zu versagen: fand es der Verfasser für nöthig, der unten angezeigten Ankündigungsschrifc ein Probestück beizufügen, woraus sich auf die Qualität des Ganzen schließen ließe. Er wählte hiezu sein vater¬ ländisches Slovenifches (Vechisch-Jllyrisches) Alphabet, welches bei der bedeu¬ tenden Zahl seiner Lautzeichen beinahe alle besonderen Laute der Deutschen, Französischen und Italienischen Sprache, und von jenen der Slavischen Dialekte mehr als die Hälfte in sich begreift, und welches er nach dessen individuellen Bedarf mit dreizehn neuen Buchstaben ergänzte, und den dießfälligen Ergänzungsvorschlag nebst einem Text-Exempel in einer der besagten Schrift beigebogenen ZiSs vVL - Vorschlags-Tabelle m deutschen Vortrage und mit Beleuchtungen in der Deutschen, Französischen, Ita¬ lienischen und Slovenischen Sprache bereits vor Einem Jahre zunächst im Bereiche der Slovenen erscheinen ließ. Keineswegs ungetheilt war der Beifall, womit man dieses neue Alphabet aufnahm. Insbesondere wurden ein Paar Schriftzeichen desselben — die der Ver¬ fasser allerdings mehr aus Rücksicht ihrer leichten Schrcibbarkeit, Einfachheit, vorzüglicher Unterscheidbarkeit und systematischer Lautähnlichkeit, als wegen ihrer Form ins Alphabet aufnahm; (sieh Ankündigung §. 4. S. 21 und 29.) —- ziemlich allgemein als der optischen Schönheit minder entsprechend zensurirr: und der Verfasser sah sich um so mehr aufgefordert, den dießfälligen Bemängelungen durch eine Verbesserung entgegen zu kommen, als er sie in feinem Geschmacks gegründet fand, und er selbst indessen durch fortgesetztes Studium manches Bessere hinzugelernt hatte. — So erschien nachträglich nach ein Paar Monaten ein Supplement- Blatt mit den erwähnten und anderweitigen Verbesserungen im Texte und der Tabelle, welcher letztem auch ein Probestück des Un i versal- oder Weltalpha¬ betes als Anhang beigegeben wurde. Durch diese zweite Rektificirung des Probealphabetes gewann die optische Schönheit in Druck und Schrift einen neuen und dergestalt befriedigenden Zuwachs, daß bereits die Mehrheit der Kenner sie höher, als die des diakritisch-lateinischen Textes stellen zu können glaubte. — Indessen eröffneten sich dem Verfasser durch erneuerte Versuche abermals neue Aussichten zu wichtigen Verbesserungen, die sich nach und nach so erweiterten, daß der neue, in einer nachgefolgten dritten Tabelle rektisicirte Text eine sogar den rein lateinischen überwiegende Schönheit und Schreibbe- quemlichkeit gewann: wie sich die Leser zum Theil schon aus der Neflexion, daß in diesem Alphabete nicht nur alle zusammengesetzten Vokale und Kon¬ sonanten z. B. ««, nvn, 88, «»!«. ° Kl», Kl, i»L, 8«,^«, 8«Zs, , rc. rc.; sondern auch alle Buchstaben mir diakritischen Zeichen, alS: L, 8, sl', st, L' , «in, rc., ja auch die 3 lateinischen am wenigsten gefälligen und am schwersten schreibbaren Buchstaben: jk., Li gänzlich beseitigt, und durch besser gualificirte ersetzt worden sind — noch mehr aber aus der Ansicht des dießfälligen typischen und schriftlichen Probe- rexreö der besagten Tabelle überzeugen — und finden werden: daß ungeachtet in diesem Texte, sammt den Varianten, 19 neue der Form nach verschiedene, und nur 16 rein lateinische Buchstaben vorkommen; sich doch im Total- Ausdrucke desselben der ungetrübte, ja sogar verschönerte Charakter des rein lateinischen Alphabetes ausspricht. Somit glaubt der Verfasser keinen weitern Anstand mehr nehmen zu sollen, dieses Probestück des Universal-Alphabetes nicht nur dem Publikum aller Slavi sch en Dialekte, die eines vervollständigten und gleichförmigen Alphabetes vorzugsweise bedürfen, sondern auch jenem der übrigen Nationen, denen die Vervollständigung und Verbesserung ihrer Alphabete ein tiefer gefühltes Bedürfnis sein dürfte, im Anhänge der ofterwähnten Schrift zur gefälligen Beurtheilung vorzulegen. Findet es den gehofften Beifall, und kommen dem Verfasser hinreichende Pränumerationserklärungen zu: so wird er in einer ange¬ messenen Zeitfrist das allgemeine Slavische (zugleich Deutsche, Französische und Italienische) in Verbindung mit dem Universal- oder Weltalphabete in einer General-Tabelle nachfolgen lassen. Der dießfällige Pränumerations- Preis wird auf 3 st. C- M. festgesetzt, und die Frist zu dießfälligen Pränume¬ rations-Erklärungen (die entweder an die Georg Lercher'sche Buchhandlung in Laibach oder auch an den Verfasser in portofreien Zuschriften geleitet werden wollen) bis Ende des laufenden Jahres 4 8ZS erstreckt. Zugleich macht der Verfasser hier die Eröffnung, (wie dies auch am Schluffe der obbesagten Schrift geschieht) daß er sich nach Entdeckung der alpha¬ betischen Synthetik im Stande sehe, auch andern Nationen, deren besondere Sprachlaute im genannten Alphabete nicht ausdrücklich vorkommen, insbesondere den Engländern, Spaniern, Ungar», Griechen rc. die ihnen seh lenden Schriftzeichen nach ihren individuellen Wünschen zu erfinden, wenn sie ihm die dießfälligen Sprachlaute möglichst genau angeben, und zugleich anzeigen, ob sie dieselben inzeilig oder auszeilig, und welchen Buchstaben sie selbe ähnlich zu haben wünschen. Jedoch muß «r de« Beisatz hinzufügen, daß er Zuschriften derartigen Inhaltes nur in dem Falle nach Kräften (und zwar wenigstens mit einem dreifachen Verschlage für »de« Buchstaben) zu entsprechen sich verpflichtet halten werde: wenn sie im Namen ganzer Vereine oder Col¬ le gien ausgehen, und als Vereins-Erlässe von der Regierung vioirt sind. Der mir Rücksicht auf die später nachgetragene II. und HI. Rektifikations- Tabelle vervollkommnete Titel der obbesagten Schrift ist folgender: Ankündigung eines nächst zu veröffentlichenden allgemeine» latei¬ nisch-slavische», zugleich deutschen, französischen und italienischen, sowie auch eines Universal- oder Weltalphabetes mit Beigabe eines örevi Munu - Vorschlages des slovenischen Alphabetes, und zweier später nachgetragenen Rektifikations-Tabellen desselben als Probe von Joses Poklukar, Domkapitular an der Kathedrale zu Laibach und emerit. k. k. Professor der Theologie. Laibach 1851. Gr. 8. 42 Seit, mit 3 lithograph. Tabellen. —> In Kommission bei Georg Lercher, Buchhändler in Laibach. Preis 2 fl. C. M. Jede einzelne der 3 Tabellen, von denen nur wenige st psrte vorhanden sind, st 30 kr. Anmerkung. Die Herrn Redakteure der verschiedenen Zeitschriften werden höflichst ersucht, diesen Artikel in ihre respekriven Tagesblätter aufnehmen zu wollen. Gedruckt bei Josef Blasnik, z////////// ////z./' //////// ////z ^222/ ///22 /2/2/22/ X/ZZS-' -ix.^ix- / V- X.)l(l m, 4//X/.X l.IO, N-44/L XIlj lll.M;444s I (lie ua8, ictteii si n nolnvsili! po8V6(li6iio lioili Ii»j6 imw, «lonli nam i^jo xml'(68ivy, sgväi 86 Ivja voka, XLXor na nmlm, lavo na ivmli. lla^ nam äans na^ nsaLäani nuli. lil oilpimli IM m im!)6 iloiZZ'm, vaxoi liidi mi mljm!mmo 8vjiin (lovipiivam. m IX' ii^N'li IM8 II 8m4imvr/ lsmi!(li im!»! IM/ 01! !lIU^6.l XlII»'II 0(6 inm.llieri 81 vn6l)68ili! P68V666IIU lioäi Ivojo initz, äoiäinai» Ivöjo llraljvslv«, 2A0(li 86 Ivoja volja, lrallvr na neliix lalro na /6mlji. l)aj MIM äai!8 IM8 vsalläanji silili in mlpo/ii imm im86 äolße.lmlvyr Inäi nii oäpimaino /vojini (lvlrnilmim in N6 vpelji iM8 v /lmänjavo, lemue i68i na8 ml limlißa. lnimi. 0 (ll6, ll) äl6; IIal'. IMM,NAGLAIA; Xt«li,LlNri, Ltmri; P08N6L6NV; Iwj 6.Iioj tz, Il'jv; äomilirani; iLininli, Ikmnäl. >z /2/ //. ///Z/// /2/2//- 2Z/zX 4 2///./ // .2 ///.///z///' 2//////Z-4 /////////' < ////////,///2//> 2 Oee nas. Ie8ilv! posveeenv lrodi tvoje ime.doidinam tvoje Irraljestvo, x^'ddi se tvoja volja, Icaiu, taxo na aemli. Daj nam dans nais usaxdani xrnti in odpusti nam na^e don^n, xaxor tudi mi odpadamo sojini dov^nixam,in ne upeti nas u sxn^navo tvnnvt) rr^i nas od tindi^a.itmen . " k - I.) n, k. L, L, L; ^7, F . — U.) I , L, ^-N.) , ^ ,- -r-r^ O E-S26S s-k'^ /«/^///^ «7„ ^..M// . ////„T'/X//////. «/,^ s: 7i^««-.V. 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    iuno iriiui^ iidii 1138 od liinli^'. 5in<'n. I)r^ iinin «I3118 ilutl ii83kiln)ii Kiiili in vd^,i8li nnin Vni8, Iililv II. 0^ iol'ivj INII^ nlv'1'1 81 v indinsdi. ^>081)3^0110 I)Ol!i lv<^e iinv.doidi 113 IN lvojtz I8ll>l> OLodi 83 wo^i inilil. ioni« N' n 3 Iivlui. liNio Iinovinli.. Iln^ n3III d3H8 113.^ 11831«!3»l I33i.il III o (1^11811 n3III 1131^6 dol»v X3L01' lndi IN I od^)IU^3NlO 8110^1 IN «lol.IIIINiNIN III n3 Nsndl N38 n 8«II^II3M Ivinih I.ir^li 1138 Vid 1iiilli«3. slinil. ^«»^vllln^III. 5 IjV (vtvid INtll.Lllkll 81 n IIldlA'sill ! ^V8NVI^«NW l)odi 1u>'^v INNIk dvidl II3III wvjv xr»^k8vio r^vdi 83 tvv^s noln X3K0I' N3 NIlIlII, l3L0 118 minil. D8^ N3IN dsn8 113!, N83xd3II1 Kiull III vd^)II8ll II3III N336 dol 8«. K3K0I' tndlini 1'd^1IlI>3IN0 8111'^11! dol^ IlillNIN. IN 113 H^k6 1138 II 8LIlI>I13III>' lrinill^ 113^1 1138 vd lllldlLN. Xinvn. ^-ÄSL-Z ' Zx/3/^l i/'Z>^>///// ./3 Z/ZOOZ- . K dei illl vlii^^u (lvoLlaclicii Vor8s'.l»l^ße Vvilvoitl.nl6ndon II6II6I1.Kr^rii»Lu«K8 l1ml)8fri1)6ii (168 i>Iov6iii8olioiiX1^diriI)6f8. I< 1 //.««! s^5Ai»r /lu^Si' «Ä>. /«//»'//Z«? E«^Z «rLf ^7/K - Z/ttssvsZE.mkr' Z///// «>?<-'?> ArjH»Mr/r^ -v/ 3 os »//s7/. -«»/E?//Z ---'-v. 0< o soli-o) I>U8 I! ^)08VOOOI>0 IjOlli lvoj<- mio. d<»u!i Illlill II^8lvo /ssolli 8!0 IV^I voljn.lkillvo,- im Iioloi. lili«, IM Sloiil^i. nam tlau8 na8 V8idsi Ivini, III odsmkili nam na^e did^o. I8 v 8i>idii;c>!>! ^?x!!a^«>iu> Iiolli I<»^ ima, doidl nam ivi e!i i>ac 11 < innlinann, Iiinnit iinln naa od lmdi«^a. ^mnn. Mnnrerkitngeru Bei dieser dritten Rektifikation des Slovenischen Ergänzungs-Alphabetes wurden 9 Buchstaben theils geändert, theils neu gebildet, wie dieß aus den ersten 9 Numern der vorstehenden Tabelle zu ersehen. Hiedurch wurde das neue Alphabet zu einer Vollkommenheit gesteigert, wodurch es, wohin anfangs selbst meine kühnste Erwartung nicht reichte, sogar das rein lateinisch e, (mit beseitigten diakritischen Zeichen) an Schönheit und leichter Schreibweise übertrifft, und noch offenbarer übertreffen würde, wenn es der Lithographie gelingen könnte, die Typo¬ graphie zu erreichen. Wegen Beschränktheit des Raumes können hier nur die nothwendigsten Erläuterungen folgen. ^st L.) Nach Adoptirung des Schriftzcichens: T statt des lateinischen « mußte system- gemäß zur Bezeichnung des verwandten rauschenden Zischlautes « (tsch) ein Buchstabe gebildet werden, der im ersten Grnndzuge (nach Z. 3. Xr. A. der Ankündigung) den correspondirenden einfachen Buchstaben in jotirter oder unjotirter Form nachahmt, und nebstbei durch eine Verlängerung aus der Zeile sich als Träger eines breiteren oder rauschenden Lautes kund gibt. Diesem Grundsätze entspricht vorzugsweise das vorhin für das illyrische 8 (sch) vorge¬ schlagene Schriftzeichen fi, das biczu um so willkommener sein wird, als es gar nicht neu, sondern bereits im Kirillischen Alphabete, wo es die nähmliche Be¬ deutung hat, im Gebrauche ist. Nur die Form desselben erhielt hier nach der Analogie des lateinischen Alphabetes eine kleine Modifikation. 3.) Die Lautfunction des gelinden 8 oder illyrischen « wurde hier wieder an sein altes Symbol, das lateinische 8 abgetreten. — Es läßt sich streng beweisen, daß die eigentliche Bedeutung dieses Buchstaben bei den Lateinern, die des gelinden 8 war: denn, obschon sie wegen Mangel eines eigenen Buchstaben häufig auch den scharfen Sauselaut damit bezeichneten; so schrieben sie doch zur Andeutung desselben zwischen den Vocalen immer ein doppeltes 8. So schrieben sie z. B. missi, eossio, oussus, im Gegensätze von inisi, oue8io, Casus »Ke. ^.<1 4.) Dem vorbesagten gelinden 8 correspondirt, dem Stammlaute nach, das sanftrauschende illyrische « (französ.L); dem daher nach oberwähnten Grundsätze Z. 3. iiVr. S. ebenfalls eine corresp o ndirend e Buchstabenform, die sich besonders in der jotirten Variante deutlicher herausstellt, gegeben wurde. -4.6 5.) Nach Restitrnrung des lateinischen 8 in seine ursprüngliche Lautfunction mußte zur Bezeichnung des scharfen Sauselautes (88) ein neues Schriftzeichen adoptirt werden. Ich wählte hiezu das lateinische « mit der in der Schreibschrift gewöhnlichen diakritischen Bezeichnung. — Die Gründe hiezu, da sie nicht uner¬ heblich find, will ich speciell hier anführen. Und zwar erstens ist dieser Buchstabe mit alleiniger Ausnahme des K, das einfachste und schönste Schrift¬ zeichen des ganzen lateinischen Alphabetes, ja ein Stammzug desselben, aus dem (siche Ankündigung §. 2. S. 7.) Myriaden von andern Buchstaben gebildet werden können. Würde man demnach das lateinische « aus dem neuen Alphabete eriliren: so würde man dasselbe nicht nur seines schönsten und reichsten Schmuckes berauben; sondern da man statt des « nur einen weniger einfachen, also wenigstens aus zwei Grundzügen bestehenden, Buchstaben substituiren könnte, auch der Kürze und Schnelligkeit des literarischen Verkehrs perpetuirliche, Zeit und Mühe raubende Hemmnisse in den Weg legen. Denn, wenn man — um einen mathematischen Beleg anzuführen — bei einem so frequenten Buchstaben, wie in allen Sprachen das scharfe 8 ist, nur einen einzigen Grundzug mehr hiuzu- fügt: so gibt dieß im Slovenischen wenigstens auf jeder Oktav-Seite mittleren Formats eine ganze Zeile mehr, die bei 100 Ballen Papier einen Mehr¬ verbrauch von vollen 33 Rieß zur Folge haben würde. — Man schließe aus dieser Ueberzahl auf den großen Verlust an Zeit und Mühe, den ein einziger Schriftzug mehr — in der Literatur erzeugt! — Möchten dieß — im Vorbei¬ gehen gesagt — insbesondere einige Panegyriker und Promotoren des Kirillischen Alphabetes beherzigen! die nicht beachten, daß dasselbe, besonders das kirch¬ liche (um vieler anderer großer Unvollkommenheiten und Mängel desselben nicht zu gedenken) wegen der Quadratform und vielfältiger Zusaminengesetztheit seiner Buchstaben zum wenigsten ein Viertel mehr Raum, als das Latei¬ nische einnimmt, und ebenso beim Lesen und Schreiben nm ein Viertel mehr Zeit erheischt, als das Vorbenannte: woraus ziffermäßig hervorgeht, daß eine Nation, die das Kirillische Alphabet braucht, gegen eine andere, die sich des Lateinischen bedient, bei sonst gleichen Verhältnissen, in 100 Jahren um 25 Jahre, also beinahe um eine ganze Generation zurückbleiben müsse.— Zweitens verdient bei dem in Rede stehenden Buchstaben « nicht unbeachtet zu bleiben, daß auch seine Form einem Sauselaut-Zeichen sehr analog ist; denn in Kreisen und Halbkreisen bewegt sich der sausende Laut: und so wie bei dem gelinden das Sansen geringer, bei dem scharfen größer ist; so sind im harmonischen Verhältnisse auch die Halbkreise, die diese beiden Buchstaben bilden, schmäler und breiter. (Dieser nähmlichen Analogie entspricht auch (Xr. 1.) der zischende Sauselant S, mit der Amplifikation noch dazu, daß da auch der Boden gezeichnet ist, ans dem der emporschießende Zischlaut zu entspringen scheint.) — Noch wichtiger aber ist fern er die Adoptirung des « in der Bedeutung des 88 für die chronographische Qualifikation des Alphabetes. Denn so wenig das « in der ursprünglichen lateinischen Bedeutung einer allgemeinen Chronographie entspricht; indem einige Nationen z. B. die Franzosen und Engländer diesen Laut gar nicht, andere wie die Italiener und Slov en en nur sehr selten haben: so geeignet ist es in der Bedeutung des in allen Sprachen so häufig vorkommenden scharfen 8> — Und so wie die Lateiner diesen Buchstaben in der Lautung des « als Anfangs¬ buchstaben des Wortes e e n tum mit Grund zur Bezeichnung der chronographischen Zahl 100 gebrauchen; so können ihm auch die Slaven in der neuen Bedeutung des scharfen 8 als dem Anfangsbuchstaben von: 8to (100) mit gleichen Grunde die nähmliche chronographische Function zuwcisen. — Ueberdieß hat der Gebrauch des « für das scharfe 8 auch mehrere äußere Authoritäten für sich. So hat z. B. im griechischen Alphabete die Minuskel des Buchstaben a die nähmliche, ja noch vollkommener ausgebildete Form; ebenso wird auch im Kirillischen und selbst Französischen Alphabete das nähmliche hier vorgeschlagene « für 88 gebraucht.-—Endlich wird durch die typische Bezeichnung des« mit einer Diakrise auch dessen Widerspruche mit dem Lateinischen Alphabet begegnet; und da die Diakrise in der Schrift ungeachtet sie im Drucke fehlt — doch ziemlich allgemein im Gebrauche ist, unter Einem die genaueste Harmonie zwischen Druck und Schrift hergestellt. Aber eben so zweckgemäß könnte das « auch unter der Zeile mit einer Sedille («) bezeichnet werden. — Weil jedoch die diakritische Bezeichnung dieses Buchstaben, mag sie ober oder unter der Zeile stehen, wegen ihrer häufigen Recurrenz die Schönheit des Druckes etwas trüben könnte; so dürfte man nach meinem Dafürhalten im Drucke auch ohne dieselbe es bewenden lassen. — Allerdings träte dann ein Widerspruch mit dem Latei¬ nischen Alphabete hervor; doch jedenfalls ein sehr verzeihlicher. Denn während die sogenannten Teutonischen Alphabete das Lateinische Mutter-Alphaber hundert¬ fach mißbrauchen; während z. B. — um nur einen einzigen Fall zn erwähnen — die Italiener (die doch unter allen europäischen Nationen die einfachste und daher vernünftigste Orthographie haben) das « in 66. eio, en, alle, 8ve, in fünffacher, die Deutschen, Franzosen, Polen in vierfacher Bedeutung, brauchen: wäre die erwähnte Abweichung in diesem Alphabete nur eine einzige, sich immer gleich bleibende Ausnahme, die weder die Regel aufheben, noch die Lerner und Leser mit großer Mühe behelligen würde. — Aus diesem Grunde, nähmlich: um Beides ersichtlicher zu machen, habe ich im obigen Texte des Slovenischen Vaterunser ein Paar « bezeichnet, die übrigen unbezeichnet gelassen. Leicht hätte ich zwar dem «, wie aus der Parenthese ihilr. 5 zn ersehen, durch Anhängung eines umgekehrten Halb-« eine andere Form gegeben, und so den Widerspruch mit dem Lateinischen Alphabet eludirt; aver Vie halbe Schönheit des Buchstaben wäre dadurch verloren gegangen! — ^.ci 6.) Nach Annahme des « für 88 mußte systemgemäß für das verwandte rauschende 8 (sch) ein Schriftzeichen gebildet werden, das sich im ersten Grundzuge durch ein « als Stammverwandten des scharfen 8, und nebstbei auch durch eine Verlängerung aus der Zeile als Symbol des rau¬ schenden Lautes dieser Art ankündiget. Das früher für e bestimmte «4s ist das schönste und fließendste unter allen dießfalls möglichen. — Es fehlt ihm zwar, indem es aus drei Zügen besteht, der wichtige Vorzug der Einfachheit, und daraus entspringenden Kürze; aber da die Schrift zunächst ein Object für das Auge ist, so muß bei Bildung der Buchstaben, damit das Äuge nicht ermüde, die optische Schönheit stets eine Haupt rück sicht bleiben, und ihr, wo es nicht anders thunlich ist, selbst die größere Einfachheit Mterordnct werden. Uübrigens ist dieses Schriftzeichen, nebstdem, daß sein Laut in den meisten Sprachen weniger Frequenz hat, doch noch immer einfacher oder wenigstens fließender, als die verschiedenen teutonischen Bezeichnungsarten desselben, z. B. 8L, t?». 8«?» «Ko. Ueberdieß wird durch diese breitere Figur auch eine entfernte Nachahmung des dießfälligen Lautes erzielt: denn so wie derselbe unter allen Consonanten der breiteste und härteste ist; so erscheint auch die Figur desselben als die b rei te ste und zusamm en gesetz teste im Alphabete; denn unter allen Buchstaben des ganzen Slavischen Ergänzungs-Alphabetes ist dieß der einzige, der aus drei Schriftzügen besteht: während das Kirillische deren sieben zählt. — Um endlich auch den Wünschen derjenigen zu begegnen, die in z ei lige Buchstaben den auszeiligen verziehen, habe ich für alle drei rauschende Sauselaute, die systemgemäß auszeilig sein selten, auch inzeilige, die im ersten Grnndzuge den verwandten einfachen nachahmen, gebildet; wodurch unter Einem das Alphabet einen wesentlichen Vorzug gewinnt. 7.) In dem Schriftzeichen des geschlossenen « (Kr. T) erblickt der Leser sowohl eine Nachahmung des Lautes dieses Buchstaben, als auch des doppelten Rahmens desselben. Zur Andeutung nähmlich, daß das W hier geschlossen klingt, erscheint auch die Figur desselben in der untern Hälfte geschlossen; und da es das Ansehen hat, als wenn der Laut nach Schlie¬ ßung des untern Theiles gleichsam hoch oben hervorginge, so entspricht die Figur unter Einem auch der Benennung des Buchstaben als des hohen «. Da überdieß einige Dialecte auch häufig das jotirte « haben (obschon dasselbe durchaus kein einfacher oder verschmolzener Laut ist-; so wurde auch für dieses ein dem « ähnliches Oompenckium nach demselben Grundsätze, wie bei den Consonanten, (siehe Ankündigung §. 3. iKr. ?.) gebildet. 746 8.) Durch eine ähnliche Nachahmung des Lautes charakterisirt sich auch das nachfolgende für das Halb-« bestimmte Schriftzeichen: I?,«. Denn sowohl die Majuskel als Minuskel desselben stellt ein vollkommenes halbes « vor. Die Wichtigkeit dieser Nachahmung wird um so einleuchtender, wenn man sich das Gegentheil derselben z. B. die für «, 8 »Ke. gebildeten denkt. Die Schreibung dieses Buchstaben betreffend, müßte er eigentlich die Form eines oben schmalen und unten spitzigen « haben. Wer ihn aber bequemer, nämlich, so wie bisher, als ein gewöhnliches « schreiben will, kann ihn da, wo es nöthig scheint, z. B. in Aufsätzen für den Druck, durch ein angehängtes Halb-«, bezeichnen, wie dieß auch bei andern Vocalen, wenn ste als Halb-« ausgesprochen werden, geschehen kann. (Siehe Ankündigung Z. 4. iKr. 5.) Uebrigens wäre es zu wünschen, daß man dieses «—mit Ausnahme der radikalen Halblaute, wie z. B, in 8kerb, per8t — einer bessern Aussprache gemäß lieber mit 4 schreiben würde; da es unbezweifelt ist, daß das Halb-« unter allen Vocalen den kakopkouiscbesten, ja beinahe unsingbaren, so wie das 4 den euphonischesten und sanftesten Laut hat. Sprechen doch selbst unsere am südlichsten wohnenden Jnnerkrainer, die anerkannt den wohlklingendsten Dialekt haben: kupite, ci o b ri § s »Ko. statt: k u p ote, <1 o b re § u; was auch slovenische Schriftsteller, die Kenner der sprachlichen Euphonie sind, einiger neuerlich dagegen erho¬ benen Einwendungen ungeachtet, standhaft nachahmen. Außer dem bisher besprochenen Schriftzeichen« ist aber auch noch das unter diesem ihirn. zwcitvor- geschlagene sehr brauchbar. Seine Form, gleichfalls uachabmender Natur, stellt ein getheiltes oder gebrochenes « dar. Es empfiehlt sich durch eine vorzügliche Unterscheidbarkeit; steht jedoch in Ansehung der Schönheit dem Erster» viel nach. Ist 9. — 10. Schließlich hätte ich noch manches über das neu vorgcscblagene Xr. 9. anzumerken; aber der Raum erlaubt kaum ein Paar Synkopen mehr. Um das schriftliche lateinische r? für das offene « zu erhalten, wurde statt dessen das besagte Schriftzeichen erfunden und für v bestimmt. Es ist dieß einer der der gefälligsten und insbesondere die Current-Schrift verschönernden und erleich¬ ternden Buchstaben des neuen Alphabetes, dem gegenüber man das lateinische v leicht vermissen wird. Die Aehnlichkeit seiner Bildung mit ,, erinnert an die Aehnlichkeit des Lautes, und die größere Breite der Figur zugleich an die breitere oder härtere Aussprache desselben, d. i. an den Cosonanten v. Nach einer andern, nicht minder systemgemäßen Idee, nähmlich jener der Rundung (siehe Ankündigung S. 16. iKr. /.) würde sich dieses Schriftzeichen auch für das sr und letzteres für v vortrefflich eignen, wenn mau sich vom lateinischen Alphabete eine Abweichung erlauben wollte. Wenn man bedenkt, daß im Französischen Alphabete jeder Vvcal eine 4—5fache, und im Englischen beinahe jeder Buchstabe eine 2 — 10- oder mehrfache Laurung hat; so dürfte man ein Paar Abweichungen vom lateinischen Alphabete nicht eben für eine unbesiegbare Schwierigkeit der Lernenden halten. Jedoch wäre dieß nur dann, wenn hiedurch eine bedeutend größere typische Schönheit erzielt würde, einzurathen. In der Chronographie aber lassen sich beide mit gleichem Rechte durch v vertreten. — Der mögliche Einwurf, daß dieser Buchstabe in der Schrift leicht mit dem s, verwechselt werden, und Jrrnngen veranlassen könne, wird durch die Erfahrung widerlegt; denn er läßt sich sehr leicht von Zs unterscheidbar schreiben: aber mögen sie auch beide durchaus auf gleiche Art geschrieben werden; so wird dieß bei ihrer beinahe gleichen Lautung so wenig ein Mißverständniß verursachen, als in den lateinischen Chronographikcn und andern Inschriften der Gebrauch des v für beide ss. Eben darum aber ist dieser schönste und fließendste Buchstabe, den ich, obschon er offen da lag, durch 25 Jahre nicht sah, nur einzig für v, oder » geeignet. Außerdem läßt sich auch durch dessen Variante, die ihm jedoch an Schönheit bedeutend nachsteht, jede allfällige Zweideutigkeit vollkommen vermeiden. Im Drucke aber ist keine Gefahr einer Verwechslung vorhanden. — Uebrigens findet das lateinische v auch an dem II. einen, wenn schon weniger schönen, doch immer noch erträglichen Stellvertreter. — Sollte man aber ungeachtet eines bedeutenden Abbruches an typischer Schönheit, das lateinische v beibehalten wollen; so müßte dieses in der Schrift, wie ein spitziges oder, was viel bequemer und unterscheidbarer wäre, wie ein II (siehe 9. II. V. iKr. 21.i geschrieben werden. Ueber die übrigen bereits vorhin vorgescklagencn Buchstaben sehe man Ankündigung tz. 3. und das Supplement-Blatt. Wie viel übrigens durch dieses Alphabet auch die Manual-Schrift in ihrem Total-Ausdrucke an Gefälligkeit und ungehindertem Federflusse gewinne: werden sich die verehrten Leser aus der Ansicht des dem typischen augchängten manualschrift- licben Textes, insbesondere aber ans der Entgegenhaltung von Tert - Exempeln mit beseitigten L, ZL, «Ko. z. B. Zemlju, K rnl,jo8t vo, 8ku8njnvn I0tIi lojo ilOL. tioidl NUNI lojo XI tlllit-Nlo. sinili 6«;loj» nolii. X0X0I- n» nnlni, t»xo n» seniti. l)»j II3IL lloiv- Iliitil ucoKiioni XI lili IN Otl^iicli tl»», n» - pisoken, das Vorerwäkntv im svkriktlivken l'exte ersickllick gemackt kabe. .Vd 5.) Nack Lsstituirung des iatei'niscken 8 >r> seins ursprünglioks Lautkunction musste 2ur LöLsieknung des sedarksn Kauselautes (88) ein neues Kekrikt^elcken adoptirt werden. Ick wäklts kie^u das iateinisvke init der in der Kekreibsekritt gewöklliieksn diakritiscken Lereicknung. — vis Vründv kieru, da sie nickt uner- keblick sind, will ick speciell kier antukren. lind rwsr erstens ist dieser Luckstabs mit alleiniger ^.usnadms des j, lias einkacksts und sekünsts 8edriv- Leicksn des ganzen lateiniscksn ^Ipkaketes, )a ein 8tammrmg desselben, aus dem (siske .Vakündigung §. 8. 8. 7.) Myriaden von andern kuckstsbsn gebildet werden können. IVürds inan dsmnack das Iateinisvke«; aas dem neuen ^Ipkabsts exiliren : so würde man dasselbe nivkr nur seines sekönsten und releksten 8ckmuokes berauben; sondern da man statt des « nur einen weniger einkacken. also wenigstens aus rwsi Llrundrügen bestekonden Luckstaben substituiren könnte, sack der Xü»2s und 8ckaelligkeit des litsrariseken Verkekrs pvrpetuirlicke, Leit und Vlüks raubende Hemmnisse in den IVeg legen. Venn, wenn man — um einen matksmatiseken övleg anrufükren —- bei einem so frequenten Luckstaben, wie in allen 8praeken das sckarfs 8 ist, nur einen einzigen Lrund^ug mebr kin^u- fügt, so gibt diess, im 8Ioveniseken weniLstens, auf )eder 0etav-8eits iniltlervll Xormats, eine ganss Leite mskr, dis bei 100 Lallen vapisr einen klekr- verbrauvk von vollen 33 Liess 2»rXolgs kaben würde. — Alan sodliesss aus dieser IleberLakl auf den grossen Verlust an. Leit und Nüks, den ein ein- «igsr 8ckrift2ug mekr — in der Literatur erzeugt! — Vlöckten diess — im Vorbei- geksn gesagt — insbesondere einige Panegyriker und Promotoren des Xirilliseken .Vlpkabetes beksrrigen! die nickt beaekten, dass dasselbe, besonders das kirvk- livde (um vieler anderer grosser Vnvollkommvnkeiten und lVlängel desselben nickt ru gedenken) wegen der guadralform und vielfältiger Lusammengesetrttkeit seiner Luckstaben 20m wenigsten ein Viertel mekr Lau in, als das Lalei- niscke einnimmt, und ebenso beim Lesen und 8ckrviben um ein Viertel mekr 2 eit erkeisekt, als das Vorbenannte: woraus siffermässig kervorgekt, dass eine Nation, dis das Xirilliscks ^Ipkabet brauckt, gegen eine andere, die sick des Lsleiniscken bedient, bei sonst glvioken Verkältnissen, in 100 ffskren um 35 .lakre, also beinske um eins ganse Lsneration Lurückbleiden müsse. — Lweitens verdient bei dem in Lede stellenden Luckstaben «; nickt unbeavktet LU bleiben, dass suek seine Xorm einem 8aussIaut-Leicken sekr analog ist; denn in Kreisen und Halbkreisen bewegt sick der sausende Laut: und so wie bei dem gelinden 8 das 8ausen geringer, bei dem sckarfen stärker ist; so sind im karmoniscden Verkältnisse auck die Halbkreise, die diese beiden Luckstaben bilden, sckmäler und breiter. (Vieser näkmlicken Analogie entsprivkt auck (Nr. 1.) der «isckends 8auselsut T, mit der ^mpliücstion vock ds/.u, dass da auck der Loden gsLeioknet ist, aus dem der emporsvkisssends Liscklaut «u entspringen sekeint.) — Nock wicktiger aber ist fsr n er die ^doptirnng des <; in der Ledeutuvg des 88 kür die vdronograpkiscke gualikcation des .VIpdabetes. Venn so wenig das v in der ursprünglicken lateiniscken ösdeutung einer allgemeinen llkronvgrapkie entspriekt; indem einige Nationen 2. L. die Kran 2 ns en und Xngländer diesen Laut gar nickt, andere wie die Italiener und 8lovvll6n nur sekr selten kaben: so geeignet ist es in der Ledeutung des in allen 8pracken so KLuüg vorkommenden seksrksn 8- — Und so wie die Lateiner diesen Luckstaben in der Lautung des <» als ^nfangs- buokstsben des IVortes cenluM mit Llrund Lur Lerioieknllng der ckrnnograpkiscken Lakl 100 gebraucken, so können ikm auck dis 8laven in der neuen Ledeutung des sckarfen 8 «ls dem ^nfangsbuekstaben von: sto (100) mit glelckom Lrunds die näkmlicke ckrnnograpkiscke Xunotivn Luweisev. — Dekerdiess Kat der Lebrauvk des «; für das sckarte 8 auck mekrers äussere ^utkoriläten für sick. 80 Kat 2. 8. im grieckiseksn ^Ipkabete die Alinuskel des Luckstaben o- die näkmlicke, )a nvvk vollkommener susgebildele Xorm; ebenso wird auck im Xirilliscken und selbst Xranrösiscken ^Ipkabete das näknilicke kier vorgescklagene <; für 88 gebrauckt. —Xndiick wird durck die t^piscke LeLvicknung des mit einer v i a k r i s e auck dessen Widersprucks mit dem Lateiniscken ^Ipkabet begegnet; und da die viskrise in der 8okrift ungeacktet sie im Drucks fsklt — dock Liemllck allgemein im Lvbrauvbe ist, unter Xlnem die genaueste Harmonie Lwisckeu Druck und 8ckrikt kergestellt. ^ber eben so Lwevkgemäss könnte das <; auck unker der Leils mit einer 8ediIIe (^) deLsieknet werden. — AVeil )edock die diskritiscks LeLeicknung dieses Luckstaben, mag sie ober oder unter der Leils stellen, wegen ikrer käuiigen LecurrsnL dis 8ckönkeit des vruekes etwas trüben könnte, so dürfte man nack meinem vafürkalten im Drucke auck okne dieselbe es bewenden lassen. — .Allerdings träte dann ein IVidorspruok mit dem Latei- niscdvn -KIpdabete ksrvor; dock jedenfalls ein sekr verreiklicksr. Venn wäkrend dis sogenannten leutoniscken ^Ilpkaksts das Latvinisede Nutler-^lpkabet kundert- fsck missbraucken; wäkrend 2. L. — um nur einen oln/ngen Xall «u erwäknen — die Italiener (dis dock unter allen europäiseken Nationen dis einfaekste und daker vernünftigste Ortkograpkie kaben) das v i" es, c!o, ca, cko, scs, in künkfacker, die Veutsvken, XranLosen, Dolen in vierfaeker Ledeutung braucken: wäre die erwädnte ^.bweiekung in diesem ^lpkabete nur eins ein riige, sick immer gleick bleibende ^usuakme, die weder die Legel sulkeben, nock dis Lerner und Leser mit grosser AIüks bekelligen würde. — ^us diesem Krunds, näkmlick: um Leides ersicktlicker 2U macken, kabe ick im obigen ffexte des 8Ioveniscksn Vaterunser ein Dasr «; beLeieknet, die übrigen unbkLeicknet gelassen. Leickt kätte ick 2war dem «;, wie aus der Darentkese Nr. 5 2U erseken durck ^nkängung eines umgekekrtsn Halb-«; eins anders Xorm gegeben, und so den AViderspruvk mit dem Lateiniscken ^Ibkabet eludirt; aber die Kalbs 8vkönkelt des Luckstaben wäre dadurek verloren gegangen! — Nd 6.) Nack Nnnakme des « kür 88 musste sv«tömxemäss kür das verwandte rausckende 8 (sck) ein 8ckrifk2eicken gebildet werden, dass sick im ersten LruvdLUge durck ein <; als 8tammverwandte n des svkarfen 8, und nebstbei auck durck eine Verlängerung aus der Leils als 8^mbol des rau- sckenden Lautes dieser ^rt snkündiget. Vas trüber für «; bestimmte «;?» ist das sckönste und lllessendstv unter allen diessfalls nwglicken. — Ls feklt ikm 2war, indem es aus drei Lügen bestellt, der wicktige Vorzug der Xinkackkeit, und daraus entspringenden Xür2e; aber da die 8ckrikt Lunäckst ein Object für das ^ugv ist, so muss bei üildung der Luckstaben, damit das H.ugv nickt ermüde, die optiscke 8vköodeit stets eine Lsuptrücksivkt bleiben, und ikr, wo es nickt anders tkunlicd ist, selbst dis grössere Xinfackksit unterordnet werden. Llvbrigens ist dieses 8ckrift2eioken, nebstdem, dass «ein Laut in den meisten 8pracken weniger XrequenL Kat, dock nock immer emkacker oder wenigstens üisssender, als die versckiedenen teutonisvken veseicknungsarten desselben, 2.8. 8L, , 8vlr öde. Lleberdiess wird durck diese breitere Xigur auck eine entkernte Navkakmung des diesskälligen Lautes errielt: denn so wie derselbe unter allen Oonsonanten der breiteste und kärtests ist; so erscksint auck dis Xigur desselben als die breiteste und Lusamm ongosetLteste im ^lpkabeie; denn unter allen Luckstaben des gongen 8Iaviseken XrgänLungs-^Ipkabets ist diess der einLigs, der aus drei 8ekriftrügen bestekt: wäkrend das Xirilliscks deren sieben 2äklt. — Ilm endliok auck den AVünscden derjenigen 2U begegnen, die illLsilige Luokstsbeu den ausLeiligen vorLivben, kabe ick kür alle drei rausckende 8auselautv, die s^stemgemäss ausreilig sein sollen, auck inLsilige, die im ersten Lrundruge den verwandten vinkacken nackakmen, gebildet; wodurck unter Lünern das ^Vlpkabet einen wesentlicken VorLUg gewinnt. ^d 7.) In dem 8ckrikt2eicken des gescklossenen «; (Nr. 7.) erblickt der Leser sowokl eins Nackakmung des Lautes dieses Luckstaben, als auck des doppelten Nakmens desselben. Lur Andeutung näkmlick, dass das W kier geseklossen klingt, srsckeint auck dis Xigur desselben in der untern IILIkte gescklnssen; und da es das ^nseken Kat, als wenn der Laut nack 8eklie8- sung des untern 'I'keiles gleicksam Kock oben kervorgings. so entspriekt die Xigur unter Einem auck der Lenennung des Luckstaben als des koken v- Da überdisss einige vialeote auck däuüg das jotirts « kaben (obsckon dasselbe durckaus kein einkacker oder versekmolxerisr Laut ist); so wurde auck kür dieses ein dem V Lknliekes Oompendium nack demselben KrundsatLe, wie bei den Oon- sonanten, (siebe Ankündigung §. 3. Nr. /.) gebildet. ^d 8.) Durck eine äknlicko Nackakmung des Lautes ckarakterisirt sick auck dos nackkolgends kür das Halbe-«; bestimmte 8ckrift2eicken: A'', «». Venn sowokl die Majuskel als Minuskel desselben stellt ein vollkommenes Kalbes <; vor. vis VViektigkeit dieser Navkakmung wird um so einleucktender, wenn man sick das Vegentksil derselben 2. 8. die kür N, 8 «To. gebildeten denkt. — Vie 8ckreibung dieses Luckstaben betreffend, müsste er vigentlick die Korin eines oben svkmalen und unten spitzigen «; kaben. AVer ibn aber bequemer, näkmlick, so wie Kisker, als ein gewüknlickes «; sokreiben will, kann ibn da, wo es oötkig svkeint; 2.8. in ^uksätLen kür den Druck, durck ein sngekängtes klalb-S beLsieknen, wie diess auck bei andern Vooalen, wenn sie als Lalb-S ausge- sprocken werden, geskeksn kann. (8ieke Ankündigung Z. 4. Nr. 5.) Vebrigens wäre es 2U wünscken, dass man dieses «; — mit ^usnakms der radicalen Halblaute, wie 2. S. in , /rci'.sL — einer bessern ^usspraoke gemäss lieber mit j sokreiben würde; da es unberweikelt ist, dass das Lalb-S unter allen Vooalen den kakopkonisvkesten, ja beinske unsingbarsn, so wie das U den eupkonisokestsn und sanftesten Laut Kat. 8preoken dock selbst unsere am südlioksten woknenden Innerkrainer, die anerkannt den wvklklingendsten Dialekt kaben: , e/oö-'/Aa