LaAcher ^^,,,^ Zettung. > ----—— ^ Freytag den 28. Ianer 1791. Inländische Nachrichten. ^.aibach den 27. I«ner. Vorige Woche hatte einer der ersten Fabrikbesiz-zer wegen Aufhebung des Veroots fremder Waaren bey Sr. Maj/ Audienz. "Laßen sie sich, sagte der Monarch, nickt irre Macken / ich werde die Fabriken nickt nur unterMen, sondern auch zu vervollkommn suchen. Bestreben sie sich nur das Publikum mit gmen und zureichenden Waarm zu versehen. N)ien den 23. Ianer. Se. Maj. haben dem Er herwg Aram das neu angeordnete Qberfinatn und Bankaldeparre-Ment anvertraut/ und den wirklichen qehei-wcn Rath Rudolph Gr. v. Chotek zum Präsidenten diesesDipartemcnts ernannt.— Dieser Tage ward benHofeKapitel vomTher?sien-orden qehalren, und »8 neue Qrdensrit-Ar kreiret. — S^ E>z. der Herr Hof- kammerprastdent Graf von Zinzendorf hat ftine Slelle- niedergelegt. — H?rr Lozen^« brüne, Professor der französischen Litteratur am kai/. Thcresianum , hat die . Stelle eines Praseptors der beyden Erzherzoge Karl mid Joseph mit einem jahrlichen Gehalt von 2OQO st. erhalt^lt. Die 'österreichischen Landstande beschäftiget nun die Errichtunq ein?r Leihbank, bey welcher im benöthigten Falle jeder Güterbesitzer qeqen s pto. , und der gewöhnlichen Intalmlirilllg. ein Kapital erhalten kann. — Der erforderliche Fond ist bereits n Vorschlag gebracht, und erhalt hurch die B'ykretttm^ der arößten, und r^'chsstfn Familim einen betrachtlichen Zuw-chs. Diese nü>liche Ansialt soll ei- , qcmlich eine Nachahmung jener in pren-ßischen Staaten bestehenden Vorschnßka'ssett seyn, durch welche dem Adel, besonders - i« Schlesien, sehr wichtige Vortheile zugewachsen sind. Es ist nun entschieden, und Seine Majestät der Kaiser haben es schon selbst Dero Regierung in Toskana angezeigt, daß Höchsidieselben samt dem Erzhcr^oge Ferdinand und seiner Gemahlin K. H. zu Anfang des Mqr.monats nach Florenz abgehen werden, um denselben förmlich als Großhcrzog von Toskana ennusetzen. Bis zu dieser Zeit dürfte sich wohl auch die Abreise des Bönigs von N apcl vernehen. Nachdcnl der bisherige geheime Neichs-referendar, Baron von Albmi,, die ihm von Sr. Churfillstlichen Gnaden vonMayll,; angetragene Kanzlersstelle angenommen hat, so verliehen Dieselben die dadurch er edlgte Stelle eines Referendars Dero Ho'rath und Professor an der Mayn^er Universität , Herrn Frank. Der auch diesesmal die Wuth der Turkomanen bezwungen has, General von Souwarow, hat den jungen B^ron von Enzcnberg, Sohn des Generals, welcher <- bey dem Sturme auf Ismail nie von dessen Seite gekommen war, Sr. Maj. dein Kaiser Leopold vor üglich cmpsohün. Rränn de» 19. Iincr. Die Türken sollen seit einiger Zeit eruAtche Frie« d^'nsvorschlage gethan, und von d.til Fürsten Von Poeemlin folgende B dingungen ^ erhalten haben: 1) Der Früdenskraktar soü ohne Vermittelung irgend ettn'r andern Macht geschlossen wcrden. 2) Die be deu Fürstenthümer, die Moldau und die Wal-lachey sind für unabhängig von der Pforte zu erklären, so daß nur Oesterreich und Rußland gemeinschaftlich das Richt haben sollen, die regierenden Fürsten für die e Provinzen zu ern-nnen. ) Soll die Krimm unwiederruftich an Nusiland abge-tretten, und in Ansehung des zwischen, Oesterreich und ber Pforte zu schließenden ^ Trakrats, der Passarowitzer Friedensschluß ^ zum Grunde gelegt wcrdcn. Nachrichtcn aus Petersburg melden, daß der Adel und die Geistlichkeit sich zu außerordentlichen Beytragen erboten haben / um ihre Monarchm m den Stand zu setzen, daß sie die Ärimm.und Oca-kow nicht sowohl gegen die Türken, als ^ gegen die Vermittelung eines fremden Hofes behaupten könne. Wie ein Schreiben ans Bukarest meldlt, soll der K. K. Bevollmächtigte ^ in Szißtow^, Herr Baron von Herbert, zum Fürsten von Pottmkin nach Bender abgegangen se^n. (pftn dcn ,0. Ianer. Der nach Berlin gehende türkische Gesandte, welcher schon vor einigen Tagen in Wien erwartet wurde, kömmt nicht durch diese Stadt; indem man eben hört, daß er einen na-heri; W>g gewahlet habe. Man wundert si b nbrigcns, daß die Pforte eine Per-« son von so geringem Range zll dieser Gcsandschast bestimmte: denn er hat kemell höhern Charakter a!s jenen eines Expe« ditors bey der Stelle der auswärtigen Geschä te. — Man erwartet ui Semlin ein? Abthe!s'!n-< österreichischer Kriegsge-sangetttn aus der Tnrkcy. ^nndcrg den s.)ä,-er, ^>'n V^ar« schau ist gegenwärtig das Gerede, daß -vielleicht cin Pnn;, aus emenl bttiachbar-ten großen Hause, katholischer Rcligioll >um Thron olger erwahil , werden könnte. S-' vi?l ist gmiß, daß titser Reichstag einer der wichtigsten seyn r ir'd, Mld Ge-legel'heit zu-großen Vrräliderungen geben kann. — D^r vertrieben" Fu.si Poiiinöky, der seinen Au,.'lnha!t zuletzi tl, dcm Rußi-sch'N Antheil von Poh!en ql.„on,^en hat, läßt von Zcit zu Zeit solche Schriften an den Reichstag ergehen, die bey Vernünftigen Aerqer und Unwillen erregen, m,d auch ihm selbst nie zur Ehre gereichen köüuen. Rache führt seine Fcder. Indessen soll er aber in seinm eingeschickten Aufsätzen über manchen Gegenstand viel Licht verbreitet haben, über welche man nun schon lieber die Hülle der ewigen Finsterniß geworfen harte. Er für seine Person kann zwar durch seine Angriffe nichts mehr gewinnen; aber je weniger er als ein Verwiesener nöthig hat, je<-, mands zu schonen , desto mehr könnten andere in verdrüßliche Handel verwickelt werden. Bukarest den 2. Iancr. Man findet wohl kaum ein Beyspiel in der Geschichte, daß jemals Truppen eine Schlacht mit lautem Lachen begonnen hatten. Dieß thaten bekanntlich die Rußen in der Schlacht bey Mattinjestie, wie schon in den damaligen Berichten erzählet wurde. Auf die, st Weise erwiederten sie in jenem Treffen das gewöhnliche Haliah der Türken, womit diese bei ihren Angriffen einen außerordentlichen Lärmen zu erregen suchen, um dadurch ihrem Feinde Schrecken einzujagen. Aber das düstre, und wild? Lachen mußte für die Qsmanm sehr befremdend senn, lind sie geriethen darüber auch wirtlich in Bcstür ung. Nun lst der ausdrückliche Befehl an die ganze rußische Armee ergangen , alle Angriffe gegen die Türken Mit lammi Lachen an usangen. ^uxcmdurg den 5. Haner. Nach Berichte!, aus Lüttick vom l. Iäner, haben die dasiuen Stände uachstfhendcs Schreiten an ihren Fürstbischof erlassen. " Cs ist Psilcht für uns, Ew. Fürstliche Gnaden zu benachrichtigen, daß wir das Schicksal des Gütlicher Volks in die Han. de Leopolds übergchen haben. , Dieser will, daß unser Fürst gemeinschaftlich mit uns wirken, und daß man allen Haß, al. le Rache ablegen foll. Unsere Herzen sind weit von Haß uuö Nache entfernt; wir suchen nur wieder Nuhe in unserm Va-terlnnde herzustellen. Wir sind bereit, alles zu thun, was die Ehre und die Wohlfahrt desselben erfordert. Guädigster Herr, möchten doch unsere Zwistigleiten sich einmal endigen, und möchten dic so lange getrennten Herze» sich wieder verei« nigen, um wicder einen Vater zu finden, der alle seins Kinder zu einer einzigen und glücklichen Familie versammeln möge! Leopold bot seinen Unterthanen an, was wir von jeher verlangen , und was uns immer versagt wurde: die Wiederherstellung unserer Rechte. Der mächtige Leopold wollle nicht Provinzen, sondern Herzen gewinnen: und alle Herzen sind sein. Wir sind mit der tiefsten Achtung u. s. ro. — Es giebt Völker/ sagt ein auMndlMes Vlatt, welche wahrhaft einen Nazionalcharakter besitzen ; der Lümcher kann sick schmeicheln, ein solches Volk zu senn. Ein Flammen, der gleichet dem Lütticher so weilig, als ein Italianer dem Vewvkner des Thibet.— Zwischen Lüttich und Masiricht ist eine Entfernung von tausend Meilen , wenn man auf Sprache, Sitten, und Gebräu« che Rücksicht nimmt: nur 5 Meilen tren« neu sie von einander; nud dennoch, wenn man von einem in das andere wcmdert, glaubt man eine Reise von 3 Monaten gethan, und 20 Königreiche durchreiset zu haben. Der Flammander ist träge, schwerfällig, argwöhnisch, fanatisch, und rachsüchtig: Der Lütticher ist gerade tas Gegentheil; ein guter Katholik, lebhaft bis zur Ausschweifung, rasch, und auf« fahrend, aber ohne Groll: was ihn wesentlich unterscheidet, ist sein Charakter, hen man unmöglich unterjochen / oder - brechen kann , indem er keinen Zwang leiden will, Ordnung und Zucht scheinen ihm Knechtschaft, und das Wort -, Frevwilliger , hat bey ihm seine ganz« Be, deutung , nämlich eincs .Menschen, der seinen Willen thnt. Eine andere sehr stark gezeichnete Nuance im Charakter des Lüt» ticher ist, daß er allen Maasvegeln, und Vorsichten des klugen Mannes Feind ist. Zu viel Vorsicht macht zu viel Sorgen. Er zerbricht sich den Kopf nicht mit Zn-sammendichten von Planen, und Wahrsch ü,, ^lichkciten: er will lieber die Gefahr ganz Wllber sich nehmen, als die Hälfte davon «hurch kluge Vorsicht vermindern. Daher MHommt es denn, das; er auf den ersten , und Trompctenschall bcy , wie bey Nacht, zu jederzeit, und DMitterung fertig auf den Beinen steht, um Feuer, in die Schlacht, in den Tod «zu gehen, mit allen dem Eiser, mit dem Wßn Arabanter auf eine Kirchmcsse , oder Wzu einer Prozession laust — u. s. w. W Ausländische Nachrichten. Frankreich. W Paris den i. Ianer: Herr Von ^^y'rabeau qeritth kürzlich unter ein Ge-dranqe Von Wagen, so zwar, daß er in der größten Gefahr schrie: Ha > ihr rädert mich i" ! // noch nicht,,, antwortete ihm der Fuhrmann qan^ naiv, indem «r die Pferde ulrii--k hielt. Diese Nede isi nun durch gan; Paris verbreitet. Diese Naivetät erinnert uns an das bon — Mot des Doktors Bouvard, welcher d