S??® - " ZEITBECHNUNG GESCHICHTLICHER BEGEBNI88E D E R HEILIGEN SCHRIFT, UND ZWAR VOM ADAM BIS ZUM TODE DES HEILI¬ GEN APOSTELS UND EVANGELISTEN JOANNES, ODER BIS ZUM JAHRE G8 NACH CHRISTI TOD1 Das hochwiirdigste furstbischijfliche Laibache? bat zura Drucke dieses Buches seine Beystimmung ara 7ten May 1826 gegeben. L A I B A C H 1 82 7, GEDRUCKT BEY JOSEPH SASSENBERG : Vorvvort an den geehrten Leser. tJie JVelt lag zu allen Zeiten im Streite und in Irrthiimern, und ivir miissen uns gliicklich schatzen, dass wir — bej' so vielen TVidersprii- chen, die aufzuheben; hej' so liefiigen und anhallenden Leidenschajten, ivelche zu besie- gen ; bej' so vielen Ubeln , die gut zu machen ; unter so vielen Fallstricken, ivelche zu ver- meiden sind, und unter den zahllosen sinnli- chen Interessen, die da zu schweigen gebracht iverden miissen; — mit len unter uns noch ci¬ ne Kraft, ivelche alle Hindernisse iibenvdTti- get; eine iveise Besonnenheit, die allen Uber- raschungen entrinnl; eine feine aber doch einfache Klugheit, ivelche uns vor allen Fehl- * 1 IV grijfen beumhret, iind endlich ein sicheres Licht haben , das seine Strahlen gerade auf unser wahres Gliick abschiesst. Ich meine, das Licht der Offenbarungen Gotles, ivelche den Inha.lt der Bibel ausmachen. Moge auch der Katalog der bis jetzt gedruckten Bucker in der TV elt, von dem dicken Bache des Pitta- 1i us an, ivorin der Miihlstein beschrieben ivird, bis zur Nevtomanschen Phjrsik der Himmels- horper schon iveit uber ziveprhundert Folio - Bande ansfiillen, ihre Verfasser sind doch nar Menschen, der en Schivache, als Erbspor* tion des alten Adams, auf jeder gedruckten Seite nicht zu. verkennen ist. — Die heiligen Biicher umrden dagegen von Mannern ver- fasst, deren Leitung Gotles Geist, durch sicht- bare Zeichen, selbst iibernahm. Sie nur sind der einzig richtige Kompass far unser Schijf auf dem stiirmischen Me ere unser es Lebens, z c nur sollten daher auch die Hauptlektiir v unserem Leben sey~n. Man Jindet zivar carin nicht jenen rednerischen Prunk, der deri griechischen und romischen Redner aus- zeichnet, nicht jene syllogistischen Schliisse, v melche die irdischen IVellmeisen machen; aber Alles ist darin naliirlich , Alles dem Menschen verstandlich, Nichts ist gekiinstelt, Alles ist gottlich. Ohne die grossen TVeltkorper im un- endlichen Ranme zu messen, oder den kiinst - lichen Grashalm zu betrachten, braucht man nur in die heiligen Blatter zu schauen, um von unserem Ursprunge und Ende , von unse- rem Golt und unserem Heilande unterrichtet zu sej-n. Daher sagt Erasmus recht% Wenri uns Jernand die Špur eines Fussirittes ,,Christi aufvoeisen konnte, wie molilen mir }J da nicht niederfallen, mi e mochten wir 5e~ „ then! Aber mar um verehren ivir nicht das „lebendige Bildund den Abdruck Christi selbst, s,den uns die heiligen Bucher zeigen? TFenn ,,uns ein Mensch irgendwo Christi Tunika zeig ,,ie, mie mochten mir nicht dahin voallfahr- ,,ten , um, falls es erlaubt ivdre , selbe kiissen „zu konnen ; aber hdttest du auch seine ge- }) sammte Leibesbedeckung beysammen, so ist , } doch Nichts, mas dir Christum lebendiger , n Nichts mas ihn dir mahrliafter vorzuzeichnen } iVermochie f als seine evangelischen Schrijten, VI „Diese riicken dir das game Bild seines Gei- ,,sles, ja den lehrenden, heilenden, sterben- ,,den und auferstehenden Christum selbst vor ,,dein Gemiith, so zivar, dass du ihn iveniger „sehen konntesl, ivenn du ihn auch mit dei- ? ,nen Augen beschauen iviirdest." JVir sollten daher als Chrislen alle mit dem hetligen E u- Pl ius sagen konnen: ,,Ich bekenne, dass ich ,,ein Christ bin, und die heiligen Schriften „lese. n Vorziiglich ist diese Lektiir des Prieslers ersie PJlicht. Der Kommandant der Kriegs- truppen liegt ivie angenagelt an der Land- karte seines Vaterlandes, nur um sich eine redite Kenntniss von Bergen, Dejileen, Mo~ rasten, fVdldern, verschajfen zu konnen; der Ingenieur martert seinen Verstand ab im Vauban und Cochorn; der Bildhauer in Brom, betrachlet die gelnngenen Arbeiten Canova’s, Zauners, T ho rv al t s e ns ; der Mahler studiert die Band Baphaels, Bu on ar ot l s ; und der phj-sische Astronom venoandelt unsere Nachte in seine Tage, um Nevt on s -Geist recht beg reifen zu konnen, VII mit emem TVorte, jeder Schiller studiert den Meister seines Faches: ivird denn der Prie- ster und Seelsorger was Nahmhafies thun, ivenn er den gottlichen Begriinder seines hei- ligen Standes als Christ und Christi Jiinger studiert, und sich seinen Geist, seine Le hren und Bey~spiele eigen zu machen sucht? Nichts zu sagen von der dem Seelsorger so noihu endi- gen JVissenschaft, dem Muthe, der Wahr- heit , der Klugheit, Demuth, Geduld und Star¬ ke, cvili ich blos nur diess bemerken, dass diejenigen , icelche in der Bibel keinen Slojf fiir ihre Kanzelvortrage Jinden, um ihre Zu- horer zu riihren, des Predigtamies schlech- terdings umviirdig sind. Die glanzenden Schil- derungen der gottlichen Erbarmnisse in den Psalmen; die riihrenden Geschichten eines J osephs, M os e s, der M akk ab b a e e r ; die machtigen Bcj-spiele der gottlichen Gerichte in der Bestrafung des Nadab, des Abiud oder eines Baltasar; die so natiirlichen, so einfachen , aber eben darum das menschli- cheHerz machtig ergreifenden Beobachiungen des Hi ob, sind Gegcnstande, icelche aach VIII der beredteste britlische, oder franzosische oder deutsche Leumund nicht lebendiger zu panoramisiren im Stande seyn wird. Im hei- ligen Paulus, der den Pathos, so vcie das Er- habene im hochsten Grade besass, sieht man diess. Doch nicht um die Vortheile zu beschrei- ben, oder die Ursachen anzufdhren, vermog ivelchen man die heiligen Biicher lesen 'soli, da diess jedes Christen ausgemachte PJlicht ist; sondern um die heilige Schrift leichter zu verstehen, habe ich eine moglichst kurz gefasste Zeitrechnung g e s c hi chtl i- cher Begebniss e der heilig. Schrift v o m Adam bi s zum T ode de s heiligen E v ang e list en Joannes als ein Panora¬ ma bej^der Testamente gleichsam in den Rah- men eines Buches aufzustellenversucht, vcel- che Chronologie man vielleicht als das inne- re Geriist eines mit theoretischen jedem Le- ser der heiligen Schrift nicht leicht bemerk- baren Fugen und Klammern verbundenen Ge- bdudes betrachten konnte • IX Doch muss ich davon dem geehrten und geiildeten Leser folgende Rechnung ablegen : i tens. Diese Zeitrechnung entstand iveder nach dem Fingerzeige des beliebten Pet a v, noch nach dem Calvisins, noch nach dem G att er er, oder nach dem Faden der 1779 in Leipzig erscliienenen allgemeinen Chronologie, sondern blos nach den rei- nen Angaben der heiligen Schrift, nach den Meinungen der beriihmtesten Kirchen- vater, und den glaubioiirdigsten profa- nen Schriftstellern. Ich behaupte daher nichts, was nicht aus obigen Quellen gut enviesen zvare; wo hingegen ein gerech- ter Zweifel obivaltet, sage ich sehr gern nur das Wort w a h r s che inl i c h. Ztens. Die zitirten Beiveise habe ich durch das lateinische Alphabet mit Bezeichnung der Hauptstiicke und der en Verse getreulich ang e ge b en, manchmahlhabe ich die Stel- len angefiihrt, manchmahlaber auch nicht, weil man vielleicht ein Bach doch noch, aber einen Folianten nicht kaufen, und nicht lesen iviirde. X otens. Da die Prof ang e s chieliten der verschie- denen alten Volker bej' einer Zeitrech- nung der biblischen Begebnisse unmog- lich Leseitiget iverden konnen, so iverden dieselben iiberall, u:o sie nothig ivaren, beriihrt, doch freylich nur in Kurze, al- lein ivieder nicht so, dass ein Gegenstand dunhel geblieben ivare. k tens. Die abgehandellen Materien sind in sie- ben Haupisiicke, diese ivieder in Abschnit- te, und letzters ab er mahi in Paragraphe, die in der Mitte gedruckt sind , unlerge- theilt. Um durch JViederhohlung der IVeitifiujigkeil vorzubeugen, berufe ich mich ab und zu auf die vorigen Para¬ graphe, uvelche durch die arn Ban¬ de gedruckte durch das ganze Buch fort- laufende Zalil derselben bej^m etioaigen Nachschlagen leicht aufgefanden iverden konnen. btens. Behufs leichterer Orientirung riicksicht- lich mancher biblischen Personen, ist auch am Ende des Buches das Stammregister Jesu Chrisli beygedruckt, komplizirt nach XI Moses, P ar ali p omenon und dem heiligen Lukas. 6lens. Sind audi die 24 Classen der zum salo- monisdien Tempeldienste geividmeten Prie - ster, sammt dem Inhalts - Anzeiger dieses JVerkes ansehdnA, — Endlidi kilte ich den geehrten Leser um Billigkeit und sdionende Nachsicht bey Le - san g des abgehandelten Gegenstandes. Denn diese sdnvadie Geburi . Idndlicher Musse konn- te natiirlidi nidit anders, als auf dem TVege eines immericdhrenden Nadischlagens, Durch- blatterns, udufsuchens und Sammelns von An- merkungen aus der Bibel, aus Konkordanzen f Exegeten , und politischen Geschiditen ge- schehen. Es ist daher nidits moglidier , als das ein Fehler bey ali angewandter Mahe unter- laufen seyn mo d it e , und um dessen Nachsicht ich nun hier mit Zuversicht die edlen Leser bitte. Indessen u ollte ich ja auch sonst nichts, als dem redlichen Christen ein Hulfsbuch in die Hande geben, um das Ganze der heiligen Schrift leichter zu verstehen, und mit mehr Vergniigen zu lesen. Ich that diess noch urn XII so mehr, als in unsem Tagen eine, besonders deutsche, Zeitreclmung biblischer Begebenheiten sich in unsem suddeutschen Banderu nicht leicht vorfindet. Metne Absicht zvar daher nur zu niitzen, diess ivenigstens iveiss ich, und zu meiner Beruhigung, toeiss es Gott auch. i Sajrrach am 2.0ten July 1826- CARL SCHEROVIZ, Pfarrer. ZEITRECHNUNG CESCHICHTLICHER BEGEBNISSE DER HEILIGEN SCHRIFT, VOM ADAM BIS ZUM TODE DES HEILIGEN APOSTELS TJND EVANGELISTEN JOANNE8, ODER BIS ZUM JAHRE 68 NACH CHRISTI TODE. Erstes Hauptstiick. E i n 1 e i t n n g. Von den T a gen, S iunden, Wo chen, Monaten, J a hren und Jahrs- Perioden. t Erster Abschnitt. Vo n de ji T a gen. §• i. §• u s^chon im grauen Alterthume theiilte und bestimmte man die Zeit nach S Iunden, 2 — Tagen, Wochen, Monnten, Jahren und Perioden als Inbegriff von mehreren Jah¬ ren« Der Tag istentweder ein Natiirlicher , und begreift in sich die Zeit vom Aufgan- ge bis zum Untergange der Sonnej oder ein Biirgerlicher , welcher die Zeit von einem Aufgange der Sonne bis zum niich- sten in sich begreift, oder einen natiirli- chen Tag, und eine natiirliche Nacht, al- so 24 Stunden in sich fasst. Die Griechen nennen letztern Nycthemeron. a) Ein astronomischer Tag ist die Zeit, hinnen vrelcher sich die Erde um ihre eigene Achse einmahl vollends umgedre- het bat, wobey sieeinen Raura von432000 deutsche Meilen in die Lange durchlauft. Es ist leicht begreiflich , dass ein biir- gerlicher Tag unter allen Zonen der Erde, gleich 24 Stunden in sich fasst. Aber der natiirliche Tag nimmt in jenem Verhalt- nisse zu, in welchem die natiirliche Nacht abnimmt, und so umgekehrt. Und diese Verschiedenheit der Ab- und Zunahme der natiirlichen Tage und Narh te ist um so hedeutender , je mehrein Land vom Aecjua- tor dem Nord - oder Siidpole der Erde zu- liegt. a) Censorin im Buclie von Erhauung der Stadt Ho,th. — 3 — Der natiirliche Tag fangt bey allen Erdbewohnern mit dem Aufgange derSon- ne an, und schliesst sich mit ihremUnter- gange. — Nicht so der biirgerliche Tag. Die Hebrder standhaft folgend der mosaischen Schopfungs - Gescbichte, in welcher das Licht der Nacht folgte, hat- ten ihren biirgerlichen Tag mit dem Un- tergange der Sonne begonnen. Ihnen folg- ten AieC/iinesen, Araber, Athener, Ger- manier, Gallier, Bohmen und Italicner. Mit dem Sonnenaufgange fingen den Tag an: die Babilonier, Syrier, Perser; mit dem Mittage: die Umbrier und Astro- nomen; um Mitternaeht die alten Aegy~p- ter und Romer, und mit ihnen die mei- sten christlichen Europaer. Die Mitter- nacht-Zeit ist auch wirklich die beguem- ste, weil dadurch eine Handiung nicht leicht in zwey rerschiedene Tage fallen kann. S- 2. §• 2. Es gibt aber doch noch eine bcson- dcre Eintheilung der Tage, nahmentlich in Festliche oder Heilige, und in JVerk - oder Arbeitstage. Jene werden religio- sen, diese biirgerlichen oder politischen Sachen gcwidmet. Bey den Hebraern gab es folgendc Festtage: Sabbath, Ostem, Pjingsten , JLauberfest, Trompetenfest, das Versoh- — 4 — nungs - und Neumonde- Fest, und in Fol* ge der Zeit auch ein dreyfaches Kirch- uoeihfest ; das Erste nahmlich \vegen Er- bauung des Tempels von Salomo$ das Zweyte wegen Erneuerung desselben durch Esdras ; das Dritte, wegen Reinigung eben- desselben durch Judas Makkabbaus. Fer* ner das Gedachtnissfest der Tochter Jeph- te , der Judith, der Esther, und eins ob des iibervvundenen JSikanor, und noch einige minder bedeutende. b) Zweyter Abschnitt. Von d en S tun d e n. §. 3. §• i- Der vier und zwanzigste Theil eines Ta- ges Avird eine Stunde genannt. Wie aber der burgerlicheTagbey verschiedenen Vol- kern verschieden anfing, so mufste auch die erste Tagesstunde sehr verschieden an- fangen. Die neuen Homer, undviele Itali- ener fangen den Tag Abends an, und zahlen ihre 24 Stunden fort, bis auf den andern Abend. Wir hingegen zertheilen den Tag b) Von Festen der Heiden sebe man: Macrobius, Censorin , Varro , Ovid , u. a. 5 inzweymahl zwolf Stunden, und fangen die Erste der ersten zwolf Stundenvon Mitter- n$cht in den Morgen, die Z\veyte der zweyten zwolf Stunden aber vomMittage ge- gen den Abend zu zahlen an. Alle unsere Stunden sind gleich bis auf einige Minuten; sie kvaren aber ganz gleicb, wenn man, wie es an manchen Orten schon gescbieht, unsere Uhren nach der mittleren Sonnenhohe zu richten an- fangen vrarde. Die meisten alten Volker hatten je- docb iramer ungleiche Stunden. So wie die natiirlichen Ta ge, eingetbeilt in 12 Stunden, bald langer , bald kiirzer wurden j so mussten auch die Stunden, da ihrer nur 12 blieben, auch langer oder kiirzer ausfallen. Umgekehrt ging es eben so mit den Nachten. Und diese ungleichen Stunden nannten die Griechen, kairische Stunden. Dieser kairischen Stunden bediente sich nun fast das ganze Alterthum , als: Griechen , Homer, Aegj^pter, Asiaten, ganz Orient, vorziiglich aber die Juden. Die heilige Schrift erwahnt dieser Stun¬ den oft, Auf diese Art wiirde man z. B. bey uns mit dem Sonnen - Aufgange die erste Stunde' den 21ten Juny, drey Minuten nach 4 Uhr friihe zu zahlen anfangenj die Sechste umMittag, und die Zwolfte Abends 7 Uhr 57 Minuten. Hier fingen die zwol£ 2 — G — Nachtstundcn an, dic ganz natiirlich um so viel kleiner seyu miissen , um so viel liingerdie Tagesstunden deshochsten Som- mers sind. §. 2 . Dle Hebraer aber theilten ihren biir- gerlichen Tag noch auch in acht Theile. Vier bestimmten den Tag , und Vicr die Nacht, vvelche nach Verschiedenheit der Lange der Tage, auch verschieden seyn mussten. Die vier Theile des Tages nannten sie grosse Standen, und die der Naclit, JVachen (Vigilien.) Im Augenblicke des Sommer- und WintersoIstitiums war die Verschiedenheit am grossten, und nur im Friihlings- und Herbst-Aequinoctio ivaren sie gleich, folglich nicht hairisch. Z. B. nach unserer Polkdhe fing die erste gros¬ se Stunde den 21 ten Juny, Friihe 3 Mi¬ nuten nach vier Uhr, und diese hiess die erste grosse Stunde, und dauerte bis l Minute und 30 Secunden nach acht Uhr $ diese grosse Stunde hatte daher im hohen Sommer 238 Minuten, und jede der klei- nen in ihr begrilFenen nicht Go, son- dern 1 Q Minuten, 30 Secunden in sich. Die zweyte grosse Stunde, vvelche di eDrit- te genannt Avurde, endete um Mittag. Die Sečhste fing um Mittag an, und dauerte liber drey Uhr, 58 Minuten, 30 Secunden Nachmittag. Hier trat die Neunte grosse Stunde ein, und horte Abends 3 Minuten vor a elit Uhr auf, WO die Vigilien den Anfang machten. b) Nach dieser Rechnung lasst sich ver- stelien, vvas der heilige Markuš sagt: Chri- stus der Uerr sey gekreuziget n: or den um die dritte Stunde, c) und andersvvo d). Um die sechsle Stunde, das heisst: die Dritte war noch niclit verflossen, und die Sechsle war sebr nabe. Dritter Abschnitt. V o n der IV o c h e. §• i. §. 5. Die Woche ist ein Inbegriff von sieben. Tagen, und ihr Gebrauch ist aus derScho- pfungsgeschichte entnommen, von den Hc- braern streng beobachtet, von vielen Vol- kern, besonders Orientalern angenommen, durch das Christenthum aber durch die ganze Welt verbreitet. worden, \velcbes auch die Sabbathsfeyer auf den folgenden Tag setzte. Friihe schon batte man die Tage der Woche in folgender Ordnung benannt: Feria prima, Feria secunda, Ter- tia, Quarta, Quinta, Sexta, Septima. Die b) Censorin c 23. Baronius in das 34 Jahr nacli Christi G.elnirt. c) Marc, c, i5, v. 25. d) 'Joan, c. 19 , v- 14 * 2 * — 8 — Heiden aber benannten sie nach den Pla¬ neten -Nahmen. Sonntag und Montag hlieben, weil Sonne und Mond fiir alle Volker ein gleiches Interesse haben. Statt diesMartis, sagten die Deutschen Dien- stag, entweder von ihrem Kriegsgotte Odin , wo sie das O ausliessen, und Diens- tag sagten, oder von Dienen, vvorausdie Rechtschreibung Dionstag machte. Statt Merkurstag, nahm man die Mitte derWo- che, daher Mittiooch. Aus Jupiterstag, den Tag des Donnerers, (Jupiters) Don- nerstag. Aus Venustag, den Fre^atag, (Freya, eine altdeutsche Gottheit.) Den Saturnstag aber in den Vorsonntag, oder Sonnabend, Samstag. Die Hebraernann- ten bisvveilen die ganze Woche Sabbath. e) „An einem Tage der Sabbathe das ist: der Woche. Oder: ,,/c/i faste zivej^mahl im Sabbatlie f) es will sagen: zweymahl in der Woche, Vi er ter Abschnitt. Von den Monaten. Zu dem Begriffe Monat, hat vorziiglich der Mond unser Begleiter und Trabant im e) Marc. c. 16, v. a. f) Luc, c. 18, v, 12, — 9 - Luftather Anlass gegeben. Die Monate J sind entvveder naiiirliche oder bilrgerliche. 2 Die Natiirlichen sind wieder entweder Son- t nen- oder Monden-Monate. Ein Son- nen-Monat ist, wenn (im eigentlichen e Sinne die Erde, nach dem Sprachgebrau- - che aber,) die Sonne ein Zeichen des e Thierkreises am Himmel «uriickgelegt hatj ;t diese Zeit betragt 50 Tage , 10 Stunden , i- 29 Minuten, 5 Secunden. Wegen den , anhangenden lo Stunden gaben schon die s- Romer dem Januar, Marž, May, July, , August, October und Dezember 31 Tage, n den iibrigen 30, und dem Februar 28, im r Schaltjahre aber 29 Tage. i- Der periodische Monden-Monat ist ) der Lauf des Mondes durch den ganzen ; Zodiakal- Kreis, und er geschieht in 27 l Tagen, 7 Stunden, 43 Minuten, 4,0480 il ' Secunden. Der synodische Monden- Monat ist die Zeit von einem Neumonde, (Zusam* menkunft mit der Sonne,) biszum andern. Diese Zeit betragt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten, 2,8921 Secunden. Der bilrgerliche Monat wird jene Ta- gezahl genannt, welche jedes Volk nach alter Observanz beobachtet. Z. B. die Ro- ■h mCr von den Kalenden des einen bis zu den Kalenden des andern Monates. Die Griechen ron ihren fixen burger- lichen Neumonden bis zu den andern. Die Russen ziihlen 12 Tage spater ivie ivir. 10 Allein von dlesen burgerlichen Monatcn, hann hier die Rede nicht seyn, da jedes Volk eigene hatte , und solche oft veriiri- derte, sondern von den natiirlichen und zvvar synodisehcn Monden-Monaten, vveil sie die altesten und gewdhnlichsten bey den alten Volkern sind. §• 2 . Die synodischen Monate haben wech- selvveise 29 , andere aber 30 Tage. Die- se Regelrnassigkeit der Abwechslung konn. te in die Lange nicht bestehen, vveil 44 Minuten, 2,8921 Secunden in jedem Mo¬ nate in Uberschuss kommen. Dieser Ura- -stand gab zur Einschaltung Gelegenheit, nahmlick nacli 3 3 svnodischen Monden- Monaten musste man vvegen obigen iiber- zahligen Minuten zvvey Monate hinterein- ander fiir,3o Tage rechnen, wenn anders die himmlischen Erscheinungen mit den irdiseben Einrichtungen in Ubereinstim- mung bleiben vvollten. — Bevor die syno- dischen Monden-Monate der vorziiglichern alten Volkec angefiihrt vverden, miissen vvir nOeh bemerken, dass Joseph Flavius im 11 Band, der Alth., Kapitel ir be- zeuget, dass der Monat Nisan, dem ma- zedonischen Monate Xaniicus entspreche. g) Vielleicht hat der Štern B imDrachen davon denNah- men. h) So auch Alpha ixn Adler. l ) Joseph 2 Buch c. 7. m) Im a. Buche der Makkabbaer geSchieht Meldung davon. 12 §. 3 . §. 8 Die S onnen - Monate hatten'_bey die« sen Volkern die nahmlichen Nahmen. Nur die Griechen faatten solche zu Zeiten nach dem Nahmen des Zodiakal-Kreises am Himmel bcnannt. Mit dem Widder hat- ten sie angefangen, und so fort. Die Son¬ nen-Monate sind jetzt fast durchgehends im Schwunge, \velche, weil sie roehr Ta- ge enthalten, als die Monden - Monate, zusammen 365 Tage ausmachen, also eilf Tage mehr als die Monden -Monate. Da¬ ber hatten die Alten , (damit sie ihre Mon¬ den-Monate, Meumonde, und ihre Kalen- den einigermassen nach dem Sonnenlaufe ordnen konnten) bald dem zueyten , bald dem dritten Jabre einen Monat eingeschal- tet. Ein solches Jahr nannto man ein Schaltjahr, weil es aus 13 Monden-Mo- naten bestand. Bey den Hebraern, wurde dieser i3te Monat Adar der zvreyte genannt. Wel- cbes Jahr aber bey den Hebraern ein sol¬ ches Schaltjahr seyn solite, konnten sie aus ihrer Hegel entnehmen, die da hiess: Ter, Ter, Bis, Ter, Ter, Ter, Bis$ das beisst: dem sten, 6ten, 8ten, llten, i4ten, 17ten und igten Jahre \vurde ein Mon¬ den -Monat eingeschaltet. Neunzehn Jab¬ re hatten sonach 7 Schaltjalire, weil auch der Mond in einem Sonnen-Jahre 13 spi- ralformige Limfe um die (sich um die Son- 13 — ne bewegende) Erde vollendet. Andere n Nationen thaten das Nahmliche, um ihren (J jahrlichen Mondenlauf mit dem Sonnen- v lauf auszugleichen. Gesetzt, dass sie sich \ dieser Einschaltung nicht bedient hatten, C so wiirde Ostem und Pfingsten, und mit i ihnen die andern vom Osterfeste berech- t neten Festtage allmahlich riickwarts in die t Mitte des Winters, und von da immer i weiter zuriickgekommen seyn, weil der 2 Neumond des Marž als Osterzeiger ja auch jahrlich um 1 i Tage zuriick getretten i ware. 1 «. Fiinfter Abs c lin it t. - \ V on d en J ahr en, und den v er- schiedenen Rechnungen der Ja h r e und de r Z e it en. , §• i. V V ie \yir gesehen hahen, so besteht ein Monden -Jahr aus zwolf Zusammenkiinften und eben so viel Entfernungen des Mon- des von der Sonne. Das tropische oder Sonnen-Jahr besteht aus dem Zeitraume , den die Sonne braucht, um dčn ganzen Thier-Kreis am Himmel durchzulaufen. So \vie die Festtage der Hebraer zu- letzt in den Winter gekommen waren, oh- ne Einschaltung eines Monats in ihr Mon¬ den-Jahrj so \viirde auch das Sonnen-Jahr unsere Jahres-Rechnung sehr verwirren , wenn wir uns nicht nach der vom Papst Gregor dem I3ten eingefiihrten Verbesse- rung fiigen vvurden, vermog welcher alle 4 Jahre ein Tag dem Februar eingeschal- tet wird, doch so, dassdas hundertste Jahr nicht, das vierbundertste aber wieder Schalt- Jahr ist. In Folge der Zeit wird aber endlich doch (was nur unsere Nachkommen er- leben werden) nicht mit unseren Monaten, Jahren und Festtagen j wohl aber — mit dem bis jetzt jedem Monate eigenem Klima eine Veranderung ganz eigener Art ent- steben. Das Miirz - Klima oder Marzluft z.B. wird nach der Zeit im Marž, in die Luft des Februars, dann des Janners, dann deš Decembers, und so durch das ganze Jahr immer ruckwarts bis \vdeder zum Marž zuriickgehen, wo abermahl die alte Ord- nung eintretten wird. — Warum diess ? Weil dib Sonne ihre eigene Kreis-Bewe- gung ura50i Secunderi jahrlich friiher vol- lendet, als die Erde ihre Kreisbahn zuStan- de bringt. Die Erde ist sonach jahrlich um 5o^ Secunden hinter der Sonne zuruck. Die Surame von diesen Secunden machte schon im Jahre 17Q4, 30 Grade, folglich ein ganzes Zeichen des Zodiahus aus. Und \vahrlich , wenn es dem geelirten Leser et- was nachzudcnken bcliebcn wurdc, sowiir- — 15 — de er schon jetzt finden, dass der Winter schon eine nicht kleine Zahl Jahre uns im Friihlinge imtner und so ungern noch spat verlasst! Warum? —- Weil er immer spa- ter zu uns kommtj und vvenn auch ein Jf.hr nicht so gestaltet ist, so macht die- ses unter Vieien keinen Eintrag. Dass \vir diese Veranderung bis nun noch so wenig bemerken konnten, liegt die Ursache nur in der Lage des (obschon 30 Grade langen) bis jetzt doch noch senlc- rechten Bogens vom Widder bis zu den Fisehen. Die diesen Bogen spannende Sen- ne war jetzt noch senkrecht und parallel mit dem (vom Anfangspunkte des Krebses, durch den Mittelpunkt der Sonnenbahn, bis zum Anfangspunkte des Steinbocks) ge- zogenen Diameter der Erdbahn. Allein von nun an wirddie Klimas-Veranderung in den Monaten immer bemerkbarer, weil das Segment der Erdbahn von den Fisehen gegen den Wassermann zunehmen vvird, (den Siten July 3944 wird die Herbst- Ifachtgleiche seynj indem die Sonne in den Anfangspunkt des Wassermanns mit ihrem 5 o^ Secunden jahrlichenUberschus- se gelangt.) Endlich kommt die Sonne in den Anfangspunkt des Steinbocks, der Bogen der Erdbahn wird 90 Grade betra- gen, und mit dem Durchraesser der Son- nenbahn einen rechten Winkel biiden. Das Aetjuinoctium vvird den giten Ju- ny seyn , vveil sich der Riickschritt von 3 — i6 — Monaten zu 12 Monaten eben so verhiilt, als \vie go zu 360 Graden. Die Monate aber, so wie die Festtage in denselben. vverden unverrlickt bleiben, nur die Lange und Kurze, wie auch Warme und Kalte der Tage und Naehte vverden sich iindern. Die Grundbedingung dieser Veriin- derung liegt in der Achsendrehung und Kreisbewegung unserer vvohlthatigen Son- ne, deren vorzuglich letztere Bewegung Vielen nicht eingehen vvill. Aber mit ih- ren alten BegrilFen mogen sie doch so gut seyn, und uns zu bevveisen suehenj er- stens: Ob von dem kleinen metaphy$i- schen Korperchen, bis zu dem grossten physischen Wcltkbrper ein stettes Daseyn mbglich sey, — o/ine Beu-egung? — Zweytens: ob sich die Sonne, oder was immer fur ein Planet, Komet oder Sonne (Štern) um seine Achse drehenkonne, 0/1- ne —- eine Kreisbewegung? vvelche letz¬ tere natiirlich bey gleicher Grosse derKor- per in geradem Verhaltnisse mitderDich- tigkeit dessich bewegenden Korpers stehtj (bey wohlbegriffenen Eigenschaften des himmlischen Aethers im unendlichen Rau- me.) Dritlens: woher denn doch die so sicbtliche Zunahme der Sternen - Lange ; die so merkliche Abnahme der Schiefe der Ekliptik; und endlich die Abiveichung oder Aberration der Sterne kommen mo- ge, wenn nicht von der Kreisbewegung der Sonne, welche, wir mogen \vollenoder 17 nicht, doch fiir unser (heimisches) System der allgemeine Richtungs - Aecjuator ist, und bey allen Systemen und Hypothesen, bleiben muss? — §. 10 . §. 2 . Von dem Seitemvege der physischen Astronomie kehren wir wieder zu dem he- braischen Jahre zuriick, vvelches, wie die Unsrigen, auch vier Jahreszeiten liat- te, als: Fruhling, Sommer, Herbst und TVinter. Die Hebraer hatten ilir Jahr an- gefangen mit dem Friihlings - Aequinoctio, und nach diesem Kalkul rechneten sie von derSchopfung der Welt, bis zu ihrem Ein- zuge nach Agypten. In Agypten scheinen sie sich des agj^ptischen Kalkuls bedient zu habenj indem sie das Jahr, wie die Clialdaer, von dem Monate Thoth (Sep¬ tember) angefangen hatten. Aber gleich bey ihrem Auszuge aus demselben Lande, befahl ihnen Gott, sie sollen ihr Jahr \vie- der mit dem Friihlinge anfangen. n) Exod. ,,Dieser Monat (Nisan,) als der Anfang der Monate, icird euch der er ste inden Jahres - Monaten se^n.** Doch ist dieser BcfehI nur von dem beiligen Jahre zu verstehen , nach welehem die Hebraer ihre jahrlichen Festtage und n) Exod. c. 12 , v. 2. i8 :em Neumonde, und alles Heilige ordnen muss- ist, ten. Ihr biirgerliches Jahr aber fingen sie en, sowobl vor dem Einzuge, als nach dem Auszuge aus Agypten, mit dem 7 ten des Monats Thisri an o) Exod: „Das JLau- berfest ist fest zu hatten bey dem Aus- gange des Jahres, (i (nahmlich biirgerli- len chen,) oder bey dem Eintritte des neuen he - Jahres. ?vie tat- §• 3 - §.ii. md an- Nach den biirgerlichen Jahren wur. i 0 , den auch alle Civil - Kontrahte, und alle 'on politischen Gescbafte abgeschlossen. Ja in- sogar das Sabbath-Jahr und das Jubel- lC n Jahr, obvvohl sie heilig waren, weil sie 3nt aber doch viele biirgerliche Vertrage ver« (Ji e anlassten, wurden mit dem Thisri ange« »p. fangen. p) Dass das Jubel - Jahr auf die- i c h se Art gerechnet werden miisse, hat Gott j e> selbst befohlen. q) Eben diess istvondem i e . Sabbath-Jahr zu verstehen. Und wahrlich wenn diese zwey Jahres-Arten sich im n g Friihlinge angefangen hatten, wo sich die en Juden aller Ernte und aller Aussaat ent- halten mussten, so hatten sie durch zwey ;m J ahre aller Ernte entbehren miissen, Wa- ;m re ^ cr Anfang des Sabbath - Jahres im Friih- nd ■ _ o) Exod. c. 28, v. 16 und c. 84, v. 22. p) Jos. Flav. 1 B, Alth. c. 3. q) Levit. c. 25 j v. 9 et 10. — 19 — Jinge geschohen, sovvare die schon reifc Ernte nicht geschnitten, sondern auf dem i Acker liegen geblieben, und im Herbste t durften sie nicht aussaen. — Da das 4Qte Jabr ein SabJ^ath - Jahr war, und das fol- J gende, als das Fiinfzigste das Jubel- Jahr, £ so hattcn sie zwey Ernten verloren we- gen des Sabbathjahres, und zwey v\ egen des « JuJjel- Jahresj auf diese Art vvaren sie in s einembalben Jahrhunderte um 4 Ernten ge- - kommen seyn. Allein durch den Anfang * des Jahres im Herbste, war in einem Sab- £ bath-Jahre nur eine Ernte, und nacli 50 Jahren nur zwey Ernten verloren. Doch 1 Gottes Vorsehung hatte aber allezeit auch ^ im Falle des Verlustes von zwey Ernten, ' durch eineungevvohnliche vorherige Frucht* barkeit den Hebraern geholfen. So viel von den Jahren der Hebraer. §• 12. §. 4. ; Die romischen Jahre haben mit den Kalenden des Januars angefangen. Kuma Pompilins , Nachfolger des Piomiilus, hat¬ te bald Anfangs die Monate Januar und Februar dem Jahre zugelegt. Die Nahmen Qnintilis und Sextilis, (July und August) scheinen zu bevvcisen, dass dieRomer an* fanglich nur i0 Monate in einem Jahre hatten, Allein eben die Nahmen Quinti- lis und Sextilis bezeugen auch, dass die Piomer vor dem Kuma ihr Jahr mit dem — 20 ■eifc dem bste 'fgte fol- ahr , we- des e in ge. Fang 3ab- 50 'och uch ten, sht- viel den ma iat- md icn !St) an- hre 1 tl¬ eli e era Marž begannen, da ausser dem Qnintilis und Secctilis ,. dem July und August nicht cntsprocben hatten. Mit Numa hatte also das romische Jahr mit dem lten Januar seinen Anfang genommen. Von eben dlesen Kalenden des Janu- ars begannen auch die /ulianischen Jahre zur Zeit des 4ten Konsulats des Julius Ča¬ sar? A. U. C. 709, und 45 Jahre vorChri- sti-Geburt, nach dem Caleul des Diony- sius. Von dem lten Januar, beginnt auch die spanische Aera des Angustns an. Sie fallt ins achte julianisčhe Jabr, unter App. Claadias , und Caj. Norbanus Konsulen. Von dieser Aera, machen die in Spanien gehaltenen Concilien, auch Baronius,und manche andere Chronologen oft Meldung. Doch davon fpater mehr. Die Augustischen Jahre, unter den Konsulen^n^nif dem 7 ten und Agrippa dem 3ten, fangen gleichfalls den lten Januar an. Octavian war nahmlich der erste, der yon den Senatoren mit dem Nahmen Augustns beehrt vvurde, im iQten juliani- schen Jahre. Von den Kalenden des Januars begin- nen auch die goldene Zakl, Upaden , Son- nenzirhel , die dionj^sianische Aera, In- dictiones oder Romerzins-Zakl , wovon man die Erkliirung in vielen Kalendern vorfindet. — 21 §• 13 . Hingegen die griechischen, sonst auch di genannt die seleuzidischen oder auch ale - d< scandrinischen Jahre fingen imFriihlings- Aequinoctio an, und zwar 12 Jahre und n einige Monate nach dem Tode Alexander$ zl des Grossen. Vielleicht vveil Seleucus nach di Besiegung des kleinasiatischen Konigs^«. m tigonus, Syriens Alleinherrscher gevvor* ki den war. pi Von dem herbstlichen Aequinoctio ha* ben die antiochenischen Jahre ihren An* pi fang. Sie entstanden 13 JaHre und 8 Mo* zv nate nach Alesanders des Grossen Able* V ben, oder Jahr spater, als die griechi- schen. Von Ptolomdus vverden sie auch cf die chaldaischen genannt. Ihrer gebraucht A oft der heilige Verfasser des 2ten Buches te der Makkabbder, vvelcher durchgehends Ul anderthalb Jahre spater ist, als derVerfas- te ser des iten Buches. Denn dieser bedient h< sich des alexandrinischen, jener aber, wie gesagt, des antiochenischen oder chab si ddischen Kalkuls. in Die Danielischen TVochen beginnen w gleichfails mit der Herbst-Nachtgleiche anj dessgleichen auch die sogenannten 2 ‘ Konstcmtinen, Anfangs October began- sc nen im Jahre 1273 » die Jahre des erlauch- ten Hauses Habsburg - Osierreich an.T)enn ^ da wurde durch die Wahl der deutschen — Ftirsten, Rudolph Graf von Habsburg} 22 ein Dynast der Schvveiz auf den romisch - deutschen Kaiser-Thron erhoben, wo- lch durch das Haus Habsburg- Osterreich die zle- deutsche Kaiser-Wiirde iiberkam. gs« Den žiten April fangen die Jahre ind nach der Erbanung der Stadt Rom ge- 'ers zahlt zu vverden an. An diesem Tagevvur- ach de der Grund zu der Stadt Rom von Ro- 4n• mulus gelegt, vvelches nach Var ros Kal- or- kul im dritten Jahre der sechsten 01ym- piacl geschah. ha« Die Jahre des Iphitus oder der Oljarn- , A.n« piaden, hatten nach dem Sommersolstitz VIo« zvvischen den tgten bis 2 3ten July im ale« Weltjahre 3250 angefangen. ;hi* Die Jahre der ehemahligen kaiserli- uch chen Regierung Roms fingen den 27ten cht August an, denn an diesem Tage ende- hes ten Antoni us und Kleopatra ihr Leben, nds und Octavian, als Sieger bey Actium, kehr- f as . te im i6ten julianischen Jahre als Allein- [ en t herrscher nach Rom zuriick. >er, Die Mochammedanische Aera schreibt la [. sich von Mochammeds Flucht von Mekka , im Jahre Christi 622 den 16 ten July her, nen vvelche Hedsjera genannt wird. c he Den 29 ten August im Jahre Christi [ten 204 ist auch der Anfang der Diokletiani- 'an- s chen Aera, oder der Martyrer. r) ch- Das Jahr der IFelterschaJfung setzt enn Eusebius von Casarea 5119 vor Christi ^ en r) MaUrob. Ptolomaeus, Skaliger , Censorin sehrei- r S * ben viel davon. 3 — 23 — Geburt. Skaliger 3949; Usser 4004 j und meh den reinen Angaben der heil. Schrift konnte nicht leicht unrichtig die, runde Zahl 4000 ausgemittelt vverdenj doch un- ten melir hievon, Sechster Absclinitt. V on den Perioden der Jahr6> §• i* F. . J—dne Perzodebezeichneteine gevvisse Zahl der Jahre , die wie in einem Zirkel zuriick- hehren. Die Alten hatten sie erfunden, damit ihre Nachkommen von den Zeiten der vvichtigstenBegebenheitendesto gevvis* ser verstandiget warea. In Griechenland vvaren die beriich- tigten Tetrceteriden, und unter ihnen die be* riihmten Olj^mpiaden. Sie bestanden aus 19 tropischen Jahren , die man mit Unrecht einem gevvissen Melon zusehrieb, vveil sie alter sind. Man nennt sie den iQjahri- gen Zj^klus des Mondes, oder goldene Zahl, deren Nutzen das romische Brevia- rium, MartyroIogium, und viele alten Schrift* steller erklaren. Die Hebraer hatten merkvviirdige Pe* rioden. Die erste wird die Jahr -TVocht genannt, das heisst, sie fasst sieben Jahre in sich. Das letzte Jahr war Sabbathjahr, in vvelchem nichts angebaut vverden durfte. Die andere Periode war hebraischJo- hel oder Jabilaam genannt, und hatte 50 Jahre in sich begriffen, wo man das fiinf* — 24 — zigste Jahr, Jubilaum, feyertc. In dicsem Jahre vvurde nicht nur nichts angebaut, sondern man durfte auch fremdes Geld oder Schulden nicht einfordern j alle Knech- te mussten entlassen vverden. s) §• 2 . Die hebraischen Perioden begannen mit der Herbst-Nachtgleiche in jenem Jahre, in vvelchem die Hebraer unter Jo- suas Anfiihrung das Land Chanaan zu be- bauen angefangen hatten, im Weltjahre 2584. — Hatten doch die Juden ihre so vvichtigen Zeit - Perioden nur auch getreu- erin ihre Geschichten angemerkt, vvasfiir ein wohlthatiges Licht hatten sie in die hei- lige sovvohl, als auch in die politische Chro- nologie gebracht! Allein da sie von den- selben so sparsam Melduug machen, und ob ihrcr Nachlassigkeit in Beobachtung des Sabbathjahrcs oft garvonden Prophe- ten getadelt werden $ so herrscht in erster Rucksicht so viel Dunkelheit, in zweyter bekommt ihr religifjser Sinn, besonders unter ihren letzten gar nicht frommen Kij- nigen, eine grosse Mackel. Das romische Luštnim hatte fiinf Jahre in sich begriffen, weil alle fiinf Jahre der Censor das Volk gezaMt und ge- schatzt hatte. Nach verrichtetem Geschaf- te nahm der Censor die Entsiindigung des s) Levit. c. 25, v. i o , 11 . Joseph 3. B, Alth. c. io. Exod. c, 23 . * 5 25 Volkes vor, durch ein feyerliches Opfer, vvelches man auch Lustration nannte. Das Lustrum kann mangevvissermassenals ein politisches Jahr der Homer betrachten. Das Sekulum der Romer entstandvon ihrer nach hundert Jahren vvieder ruck- kehrenden Feyer gewisser Spiele, wodurch man nach dem Ausspruche der Sib^llen fur die Wohlfahrt des ganzen Volkes den Gdttern dankte. Siebenter Abschnitt. Von den IVel t p e rioden. -- l §. 16. §• 1# JL^ie erste WeItperiode geht von Adam bis an das Ende der Sundjluth. Die Zwej~tc fangt am Ende der Siind- jluth an, und hort vor dem Ausgangeder Juden aus Agypten auf. u Die Drilte dauert von dem Ausgange S der Juden aus Agypten, bis zum Salo - L mo's Tempelbaue, oder seinem 4tqn Regie- C rungsjahre. J\ Die Vierte beginnt mit Salamo's Tem- J pelbaue, und geht bis zur Zerstorung des- I selben Tempels, oder bis zu Ende der ba - l by"lonischen Gefangenschaft. Die Fiinfte geht von da bis zur An> kunfl des Messias. ^ Die Sechste endlich von der Ankunft des Sohnes Gottes, bis auf unsere und al- - le noch kunftige Zeiten, oder bis zu sei* x ner 2ten Ankunft- 20 — Zweytes Hauptsttick. Erstes Weltalter. Erster Abschnitt. V on Adam bi s z um E n de de r S ii n dfl ut h. EinZeitraurn von 1656 Jahren. 1 —♦ » " §. 1. §.17. Adam Seth Enos w Cainan g Malaleel S Jared « Henoch o Mathusala S ca' A Lamech x) Henoch sah denTodnicht, heisstes. Gen. c, 5/v. 24. c 130J. > 105 £ Q0 < 70 •§ 05 = 162 O 42 65 305 J 969 J777 9 30J. 1042 «1140 ^ 1235 m 1200 ■S 1422 2 987x) 16 50 e ? Ta s e i-i vor der Siindfl. 1051 27 Am Ende des ersten Jahres nach Er- v schaffung des Adam gebahr ihm Eva Zvvil- a linge: Kain undjdessen Schvvester Kal- c mana. t Im 3 oten JaHre Adams vvurden ihm v Abel und seiue Schvvester Delbora ge- * boren. 5 Als Adam Jahre ziihlie, erschlug £ Kain seinen Bruder Abel■ 1 Im Weltjahre 5x3 soli die Stadt Eno- chia von Kain gebaut vvordeti seyn ; doch die Juden behaupten, selbe vviire friiher enistanden. t) Noe, Sohn des Lamech , war im Jah¬ re der Welt i650 gerade 000 Jahre alt, als er die Arche betrat. v) Vielleieht gescbah des Plato Gigan- ten-Krieg 1556$ also vor der Siindflutli eben 100 Jahre. Denn 100 Jahre friiher sagte Gott ob der iiberhand genommenen Bosheit der Menschen w): „Ich iverde den erschajfenen Menschen, undbiszam Thiere herab Alles auf der Erde ver- nichten. (t Sem, der erstgeborne Sohn desiVoe, vvar geboren, als sein Vater 500 Jahr alt t) So hemerkt Skultetus. • v) Genes. c. 7, v. 11 und c. 8, v. i 3 und 14. w) Geneg. c. 6 , v. 73 1 — 28 war. Und dann erst Kham, n a eh ihm aber Japheth x), denn aus der Verglei- chung dieser Stelle mit y) Genes. siehtman dass Sem alter angefiihrt wird, als Japheth, und dass Sem 1O0 Jahr hatte, als er 2 Jah- re nach der Sundfluth den Arphaxad er- zeugte. Mit Ausnahme der alexandrini- schen Chronik stimmen sonst alle Chro- nologen hierin iiberein. Z weyter Abschnitt. IVas waren diess fiir Jahre? §• §.18. Dicse Jahre vvaren vvirklich volle tropi- sche oder Sonnenjalire. Sie begriffen demnach ordentliche unsere zvrolf Monate in sich. Die heilige Schrift iiberzeugt uns selbst mit Klarheit und Gevvissheit auf fol- gende Art: Als Noe 600 Jahr alt war, ging er im it en Monate, den llten des- selben Monates in die Arche, und kam heraus das andere Jahr, als er GOI Jahr alt war, auch den %1ten des zivej^len Mo¬ nates. Dieses betragt 304 oder 565 Tage. Ich will diese Tage besonders anfuhren: z) Es regnete 40 Tage langj am letzten Ta¬ ge stand das Wasser 15 Ellen hoch iiber x) Genes. c. 11 , v. to mit y) Genes. c. 10 , v. ai, z) Genes. 0 , 7 , 7 ,*!. — 29 — die hochsten Gebirgej dann vergingen 150 s Tage, in welchen die Gevvasser ihre furch- terliche Hohe behielten. a) Aber nun fin- gen sie an sich zusenhen , und fielen durch li 03 Tage. b) Nachdem darauf noch 40 Ta- J ge vergirigen, c) liess Noe einen Raben aus, der nicht zuriick kam. Er lasst dess- 6 vvegen gleich eine Taube heraus, diese kommc obMenge des Wassers zuriick , wel- che Noe mit der Hand leicht auffangt, und in das Schiff zu sich nimrat. Nach 7 Ta- gen hernach lasst er vvieder eine Taube č ausflieggn, und— sie bringt ihm im Schna- t bel einen Ohlzvveig. Und nachdem ernoch 7 Tage abvvartete, so bekommt er sie nicht \ mehr zu Gesicht. d) Nun macht TVoe das Fen- » ster der Kajute auf, und sieht, die Erde ware i ohneWasserj er will hinaus, allein er be- * merkt, sie ware voli Schleim, Koth und * Leim, also vveder zu betretten, noch zu 1 bebauen tauglich. Er wartet demnach bis J sie trocken werde. e) Also gebt er nach Ausflug der letzten Taube 57 Tage, (den 27 ten des zweyten Monates imOOiten Jah- re aus der Arche mit den Seinigen, und fangt an Gott zu opfern. Nun rechne man: 40 und 150, und 03 vvieder 40, dann 7 und 7 , und noch 57: a) Gene«, c. 7, v. 24. b) Genes. c. 8 , v, 5 , c) Genes. c. 8, v. 6. d) Genes. c. 8, v. 9,10, 11,12. e) Genes. c, 8, v. i 3 . v < 30 50 so ist die Summe 364 Tage, oder ein Tag sh- vvenigcr, als ein Sonnenjahr, welcher Tag in- bey dem Ausgange aus der Arche sehr ch leicht verbraucht war. — Und Moses sagt: 'a- Noe vvar gerade ein Jahr alter gevvorden! en — Man zahlte sonach schon damahls nach ss- Solarjahren. ise el- §. 2. od § 19 'a- . Es wird uus aber die lange Lebens- be dauer der Menschen vor der Siindfluth mehr a- begreiflich vverden, wenn wir bedenken: :h ltens. Dass die ersten Mensehen noth- ht wendig einen starkern Korperbau haben a- mussten. 2tens. Dass sie niichtern waren , re und. den Wein nocb nicht kannten. Ihr e- Getrank war Milcb, ihre Speisen, Milch- Ld speisen und Krauter, solche Menschen muss- ;u ten langer leben , als wir , die wir aus ei- is ner leidigen Gevvohnheit unsere Zuflucht ;h zu dem Fieische der Thiere nehmen. 3tens. :n Jede neue Kraft ist (intensive genommen) 1- ausgiebiger. Die eben erschaffene und nun d erzeugende Erde batte naturlich auch saft- vollere Krauter, und andere starkere Nahr- 3 mittel dem Menschen dargebothen, wel- • che sein Alter nicht wenig verlangerten. 4tens. Ist es sehr giaublich, dass der 9 00 jahrige Adam seine gewiss vielen Erfab- rungen auch seinen Kindern und Enkeln vverde mitgetheilt, folglich auch dieSchad- lichkeit des einen, so wie den Kfutaen des andernDhiges ihnen gesagt haben, vvodurch — 31 ; sievorKrankheitenbevvahret vvurden. 5tens. UnterJiegt es keinem Zweifel, class Gottes Giite und Weisheit es liaben wollte, class die ersten Menschen lange leben sollen, tla- mit die Ercle baldiger bevolkert, Kunste, Wissenschaften, vor allen aber die Kennt- niss cles Sehopfers und vvahren Gottes sich um desto geschvvinder auf der Ertle ver- breiten vvurden. Endlich 6tens. Wie Itonn- te man aucb glauben, dass Moses (der vvie in seiner Berechnung gevvissenhaft, so auch in der Naturkuntle erfahren vrar) so unbe- dacbtsam gebandelt hatte , dass er tlas Le¬ ben der Patriarchen vor der Siindfluth auf eine andere Art, als das Leben derselben nach der Siindduth berecbnet habe! — • 20. §. 3. Diejenigen, vrelche sagen, die Jahre der Menschen vvaren damahls langer nicht gewesen, als unsere Monate sindj belie- benin der Schrift zu lesen, f)wo esheisst: ,,Malaleel haite 65 Jahre gelebt , und — Henoch auch 65 Jahre, als der Ersteden Jared, und der Zuiej^te den Mathusala erzeugte. Gesetzt diese Jahre vvaren un¬ sere Monate j so hatten sonach beyde im 6ten Jahre 'ihres Lebens Kinder erzeugt t) Genes. c. 5, v. i5 und 21 . — 32 — Drittes Hauptstiick. Zweytes Weltalter. Erster Abschnitt. VomAnfange des 60i ten Jahve s des Noe, bis zumAus g ang e der J ud en a us A gy p ten. Eine Dauer von 887 Ja/iren. §• 1 * §.2i. Das zAveytc Weltalter fangt nicht bey dem Tage an, da Noe aus seiner Arche trat, sondern friiherj das ist, von dem lten Tage des ersten Monates im 601 ten Jahre des Noe. Denn da fielen die Ge- Avasser auf der Erde so stark, dass man sich nach der heiligen Schrift g) den Ab- fluss des Wassers von der Erde Avegden- ken muss. Nach der Siindiluth 206 Jahr, oder im Weltjahre 1862 hatte durch den Saturnus (der auch Chus genannt Avird, und ein Sohn des Cham vvar) dass assjrrische Reich angefangen. Nemrod ein Sohn des Chus (auch sonst Jupiter genannt) war der erste Alleinherrscher oder Monarch g) Genes. c, 8 , v. i3. 33 des assyr’schen Reiches, im Jahre der Welt iQ32; nach der Siindfluth 270 Jahr, Im seinem 43ten Regierungsjahre wurde— Abraham geboren. h) Im vierzehnten Regierungsjahre Nem • rod’s fing auch der beriichtigte Thurm ■ Bau von Babilon an , auf Nemrods Be- treibung. $. 22 . §. 2 . Nach der Siindfluth Sem, des Noe erster Sohn Arphaxad Cainan Šale Heber Fhaleg Reu Sarug Nachor Thare Abram j Isaac Jacob hatte 5o2j. 340 5oo 56i 370 čo 4°o 4^3 371 457 55 7 662 689 h) So Eusebius in seiner Clironik , und andere. i) Genes. c. 11 , v. 11. k) Genes. c. 11 und l.B Paralip. c. 1 , v-18. l) Genes-c. n, v. 14 — 16— 18—20—22 — 24,0.21, v. 5 , c, 25, v. 26. m) Gens c. 11. n) Genes. c. 25, v. 7. o) Genes. c. 35, v. 28. p) Genes. c. 47 > v. 28. K TJ c- 3 h b a' "V J s b S l V r s t i 34 — der ihr. 5/A/* m - Be- »aj. 140 00 6 « 70 00 s3 7 l P 57 62 39 Joseph vvar 30 Jahr alt, als er aus dem Kerker kam , und vor dem Pharao stand. Und er hatte 39 Jahre, als sein Yater Ja- cob vor dem Pharao war. q) Nach dem 30 ten Jahre Josephs hatten die 7 frucht- baren Jahre, und dann die 7 Unfrucht- baren angefangen. Als Joseph 111 Jahr alt war, starb er. r) Als Joseph seinen Vater Jacob dem Konige vorstellte, lebte er hernach noch 71 Jahre. Joseph starb demnach in Agypten im Weltjahre 23Q9j nach der Siindfluth 743 Jahr. Nach Josephs Tode, 64 Jahrvvar JVfo- ses geboren. Sonach geschah die Ge- burt Moses im Weltjahre 2463, nach der Siindfluth 807 Jahr. Moses war 80 jahrig, als er die He- braer aus Agy~pien fiihrte, daher im Welt- jahr 2543. s) Wenn man nun rcchnet i656 vor, und 887 Jahre nach der Siindfluth, zu- saramen, so reiseten die Hebriier aus Agyp- ten im Weltjahre 2543> v. q) Genes. c. 41 , v. 46 * r) Genes. c. 5o, v. 2 a. s) Exod. c. 7 , v. 7 . 55 Zweyter Absclinitt. Ob e s iv o hi nothig ist na c h Ge¬ ne s. c. 11 , v. 12, den Cainan živi- schen Arphaccad und Šale ein- zu set zen. 5-23. §. i. Joseph Flavius und andere Chronologen, folgend die hebriiische und chaldaische Bibel, liessen iiberall den Cainan zvvischen dem Arphaccad und dem aus; allein die siebenzig Ubersetzer setzen ihn ura desto fleissiger uberall ein, sovvohl in Ge- nesis, als auch in das lte Paralipomenon C. 18, v. 24j und sagen: „Arphaxad 35 Jahr alt , zeugte Cainan; Cainan 30 Jahr alt , zeugte Sale. u Diesen folgte der heilige Lukas auch c. 3 , v. 3(5, und viele heilige Vater. t)— Warum aber Cainan in der hebraischen und latcinischen Bibel ausgelassen vvurde, scheint folgende Ursache obgevvaltet zu haben: Moses vvollte vom Noe bis Abra¬ ham nicht mehr als io Geschlechtsgebur- ten anfuhren, weil er auch vom Adam bis Noe nur 10 anfiihrte. Auf gleiche Art, t) Heil. Ambrosius; Epiphanius und heil. Hie- ronymus. — .30 — da der heilige Matthaus in 45 Zeignungcn Christi Geschleehts-Register theilen vvoll- te, hatte in derMitte 3 Kdnige, den Ocho- zias, Joas und Amasias ausgelassen, da sle doch, nach dem Bevveise der Biicher der Kdnige und Paralipomenon einzuschal- ten sind. Vom Cainan bezeugt sowohl die alte sichere Tradition, dann die 70 Ubersetzer, als auch der heilige Lukas. Wir honnen sonach um so \veniger zwei- feln, als die heilige Trident. Kirchenver- sammlung unter Anathem gebiethet, alle Biicher der heiligen Schrift, die in der Kirche vorgelesen vverden, fiir kano- nisch zu hal ten. Dritter Abschnitt. In u> e l c h e m Jahve de s T ha r e, ivard Abram g e bor en? §• *• §. 24 . F J-^inige Chronologen u) schliessen aus Ge- nesis v), vyo es heisst: „Ihare lebte 80 Jahre, a/s er den Abram, und Nachor und Aran zeiigte. i( —• dass Abram im u) Seder — Olam , Joseph Flav, auch die Rab- biner, v) Genes. c, 11, v; s 6 . 37 TOten Jahre seines Vaters Thare geboren vvurde. Allein aus diesem angefuhrten Teste konnen wir nichts anders folgern, als dass diese 3 Sohne nach dem 80ten Jah¬ re ihres Vaters seyen gezeuget worden, Hier ist der nahmliche Fali, wie mit Noe j es heisst w): ,,Als Noe 500 Jahre ali urar, zeugle Sem, Cham and Japhet.“ Auch hier kann kein Mensch glauben, dass alle 3 Sohne auf einmahl geboren worden seyn sollten, noch kann man bestimmen, dieser oder jener seye im 500ten Jahre seines Vaters zur Welt gekommenj denn aus Genes. x) sieht man $ Sem als Erstge- borner sey im 502 ten Jahre seines Vaters geboren. Allein wir haben zum Gliick an- dere Beweise, welche bezeugen j Abram (Abraham wurde er erst spater genannt,) sey im r30ten Jahre des Thare geboren vvordenj und — dass er der Drittgeborne war, wenn ihn schon Moses den Ersten nennt. Denn Moses hatte vorziiglich nur dessen Geseblecht, VVeisheit und vorziig- liche Thateri aufzumerken besehlossen. VVirklich Erstgeborner vvar Aran im 70ten, dann Nachor im lOOten Jahre seines Va¬ ters Thare. w) Genes. c. 5, v.letzte. x) Genes. c. ii , v. 10 . — 58 — §• 2 - Bevveise, welche darthun, Abram. sey drittgeborner Sohn seines Vaters Thare gevvesen, sind folgende: Erstens. Nachor nahm zur Ehe die Mel- cha y), Tochter des Aran. Sara war z) vorher Jescha genannt. Diess bestattigen viele Gelehrte, als: Fla- vius, der heil. Augustin, der heil. Thomas, und viele tTbersetzer. Und doch war Abram nur ura 10 Jahre al- ter als Sara, die Tochter seines Bru- ders Aran. a) Ganz natiirlich war daher Aran, der Vater der Sara, al- ter denn se>n Bruder Abram. Nur wenn wir mit Genebrard sagen woll- ten : Aran habe mit 8 Jahren erzeugt den Lot, mit 9 aber die Sara, wel- ches aber nicht zu glauben ist, da Yvir nirgends lesen, dass man zu dersel- ben Zeit unter 29 oder 30 Jahren in die Ehe getretten vvare. Zwej"tens. Aran war nicht nur alter als Abram, sondern um ganze 60 Jahre betagter. Abram musste daher im i30ten oder I31ten Jahre seines Va¬ ters geboren vvorden seyn. Diess ent- nimmt man aus der heiligen Schriftb) y) Genes. c. 20 , v. 2r. z) Genes. c. 11 , v. 29. a) Genes. č. 17, v. 17. b) Genes. c n , v. 3 i und 3 a. 4 — 39 — wo esheisst: „Abram sej"mit seinem Kater Thare aus Ur von Chaldda, nach Chanaan ivohnen gegangen , und habe dort bis za seines Vaters Tode geioohnt c) dann aber von Golt gema/inet, sej' er, 75 Jahre alt, nach Charan (oder Harah ) zuriick- gekehrt Man kann nicht einvven- den: Abram ware noch bey Lebzei- ten seines Vaters nach Haran zuriick, vveil ltens: diess der heiligen Schrift vviderspricht d), vvo der heilige Ste- phan sagt: , ,Abraham ist nach dem Absterben seines Vaters von Haran dnrch Gott nach Chaldda zuriickge- bracht ivordenS‘ 2tens. Der Vater lebte e) 2 05 Jahre. Waralso Abram bey dem Tode seines Vaters 75 Jahr alt, so musste er ja im i 30 ten Jahre seines Vaters geboren, und jiinger seyn, als seine beyden Briider Aran und Nachor, weil, ware er Erstge- borner des 70 ]"ahrigen Thare, er be)' dem Tode des Vaters nicht 7 5 son- dern 135 Jahre alt gevvesen ware, v\ as aber der heiligen Schrift widerspricht, Man konnte einvvenden: Abram v\are zweymahl aus Haran gezogenj von dem ersten Auszuge handle Ge- nes. f ), von dem zweytsn aber dec c) Genes. c. 12 , v 4 - d) Apostelg. c. 7 , v. 4 ' e) Genes. c. u , v. letzt, f) Genes, c. 11 1 v. 4. — 40 — heilige Lucas g) 5 daher w5rc Abram ganze 00 Jahre in Chanaan gevvesen und habe den lebenden Vater in Cha- ran gelassen und als der Vater st&rb, oder sehr krank war, ware er zu ihm nach Charan, und nach getheilter vaterlicher Erbschaft mit seinem Bru- der, mit seiner ganzen Habe nach Chanaan zuriick. Ich antvvorte , h) Genes. heisst es: „Abram habe zugleich mit Tharein Charan gewohnt Es macht auch nirgends eine Meldung von einer er- sten Riickhebr, als blos von der nach Thares Tode geschehenen. Ferner hpisst essi) ,,dass Abram aus Charan gšbracht zvare, nachdem sein Vater mit dem Tode abgegangen ivar also bey Lebzeiten des Thare vvarseinSohn nicht ubersetzt \vorden. Endlich heisst es: k) ,,Als der 7bjahrige Abramvon Charan nach Chanaan zuriickkam , ivurde ihm von Gott die Verheis- sung gemacht, dass seinem Samen Gott dieses Land geben iverde“; und. es wird hinzugefugt: ,, Abraham habe noch heinen Sohn gehabt i“ al¬ so sowohl der heilige Stephan, als auch Moses reden hier von einem und dem nahmlichen Auszuge Abrams aus g) Apostelg. c. 7 , v: 7. h) Genes. c. rx , v. 3i. i) Apostelg. c. 7 j v. 7 . k) Apostelg. e. 7 , v. 5. 4 * — 41 — Haran nach dem Tode seines Vaters — da er noch. heinen Sohn hatte, and — blo 8 75 Jahr alt vvar. §•26. §. 3. Drittens. Wenn Abram im 70 ten Jahr e seines Vaters geboren wurde, so muss- te er ja bey dem Tode seines 205 Jah- re alten Vaters Thare , i35 Jahre ge- zahlt haben in dem Zeitpunkte , als er nach Charan zuriickkam, und ihm Gott die Verheissung machte. Allein die Bibel sagt: „Im 86 ten Jahre Abrams babe Ismael durch Abram, dre Welt erblickt, und als Abram 100 Jahr hat¬ te, war sein Sohn Isaac geboren 5 " auch heisst es: 1) „Abraham sey nach Chanaan versetzt worden,und ihm ge- schah die Verheissung, als er noch keinen Sohn hatte so musste nun Abram nicht im 70ten, sondern im i 30 ten Jahre seines Vaters als Drittge- borner zurWelt gekommen seyn, und daher nicht 135 Jahr, sondern 75 Jahre gehabt haben, als sein Vater starb. Viertens■ Ware Abram bey dem Tode seines Vaters 135 Jahre alt gewesen, Gott ihm aber in seincm lOOSten Jahre 1) Apo5telg. c, 7 j 'ti 4- 42 das Geboth der Beschneidung gege- ben hatte: warum hatte er nicht auch seinen mit ihm noch 3 5 Jahre leben- den Vater beschnitten ? vvarum ge- schielit davon nirgends eine Meldung? vvarum keine Bemerkung des den En- keln Isaac und Ismael ertheilten gross- vaterlichen Segens ? vvarum hatte der abermahl nach Charan zuriickkehren- de also schon I 35 ]’ahrige Abram sei- nen 35 Jahre alten Sohn Isaac nicht mit der Rebecca, oder einer andern ihm Yerwandten verehelichen lassen? Warum hatte Abram funf Jahre her- nach lieber mit grossen Auslagen ei¬ ne Frau dureh seinen Haushalter su- chen lassen ? Wenn Abram Tor funf Jahren seine Briider besuchte, und mit ihnen die vaterliche Erbschaft theilte, vvarum musste der um die Sara wer- bende Haushalter von dem Vermogen und dem aus der Sara erzeugten Soh- ne des Abrams , als von (dem Aran) ganz unbekannten Dingen sprechen l und vvarum vvurde m) dem Abram be- richtet: sein Bruder JSachor habe Soh- ne erzeugt, wenn ihn Abram selbst jiingst besucht, und mit eigenen Au- gen Alles gesehen hatte? Es vermag daher die Mcinung obangefuhrter Geg- m) Gen. c, aa, r. 20. — 43 — ner nichts in dieser Frage gegen das Gevvicht der heiligeu Manner eines Mosis und Stephans. Dieser Meinung treten auchbey: Prokopius, Theodo- retus, die alexandrinische Chronik, und Andere. Vi er ter Absehnitt. Eintheilung der Jahre A b r ah rim s. 27 . §. l. A-braham war geboren n) am Ende des 4 2 stenRegierungsjahres des assyrischen Ko- nigs JVemrod (genannt Jupiter), im Welt- jahre 2038 , nach der Siindfluth 382. Er reisete 70 Jahre alt, rr.it seinem Vater auf Gottes Ermahnung von Ur der Chaldaeer nach Haran. o) Hier scheint er sich 3 Jahre aufgehalten zu haben, weil die heili- ge Schrift p) sagt: ,,Er habe in Haran geivohnt , habe viel Vieh und Vermogen gehabt‘,“ und q) „dass (nach dem griechi- schen) er viele Tage da gewohnt habe.“ Nach dem Tode seines Vaters reisete Abra¬ ham auf Gottes Befehl wieder nach Cha- n) Gen. c. n, v. 26 . o) Judith. c. 5, v. 9 , A- postg. c. 7 j v. 2 . p) Genesis. c. 12 , v. 5, q) Jttdith. c. 5 j v. 6 . 44 — naan, da ihm Gott dasselbe versprochen hatte, r) im Alter von 75 Jahrenj also im Weltjahre 21i3j nach der Siindfluth 457. Nicht vom70ten, wie Bonfrer will, sondern vom j sienLehens^hve Abrahams sind die 430 Jahre zu ziihlen, vvelche bis zur j Gesetzgebung der Hebraer auf Sinai vergingenj s) denn obschon ihmGott damahls befohlen hatte aus Mesopotamien zu gehen, so hatte er ihm doch nichtdamahls die Ver- heissung des Landes Chanaan gemacht, sondern die Verheissung geschah erst, als Abraham aus Ha ran nach seines Va- ters Tode sich nach Chanaan begab. t) §• 2 . Bald nach dieser Verheissung in sei- nem 70ten Jahre reisete Abraham nach Agypten, wo seine Jara im Pharaons- Hause aufgenommen wurde. u) JLot, Abrahams JNeffe trennt sich ob der Hut- vveide von ihm, und wahlt sich Sodoma .— Abraham geht mit 318 Knechten, und schliigt damit 4 Kdnige, befreyet den JLot, und entrichtet dem Melchisedech denZe- hent. Gott \viederhohlet sein Versprechen von den Nachkommlingen und dem Lande r) Genes. c. 12 , v. a , 4, 7. s) Galat. c. 3 , v. 17. t) Genesi c. 12, v. 6. u) Genes. c. :<2, v. 10. Exod, c. 12 j v. 40. — 45 — Chanaan) allein friiher \verde er (Abra¬ ham) aber doch reisen, und durch 400 Jahre in der Fremde viel Ungemach aus- stehen miissen. Dieser 4.00 Jahre geden- ket auch der heilige Stephan. v) Die verkiindigte Wanderung , \vie die Verheissung, fing sich mit Isaac zu erfiil- len an. Da aber von Isaac’s Geburt bis zum Ausgange aus Agvpten nach des hei- ligen Augustins Meinung 405 Jahre ver- flossen sind, w) so fangt die Rechnung erst im 5ten Jahre Isaa’s an, da niihmlich dieser von der Muttermilch schon abge- spendet wurde, und ihm sein alterer Bru- der Ismael dergestnlt zu verfuhren und zu necken anfing, dass der Vater Abra¬ ham seinen Sohn Ismael und dessen Mut- ter Agar aus dem Hause vertreiben muss- tej das heisst nun: dieser trat der Erste die Wanderung an. x) Eigentlich aber dauerte die agjptische Dienstbarkeit nur Q 2 Jahre. Doch davon an seinem Orte. Ismael wurde von der Agar geboren im 86 ten Jahre Abrams. Weltj. 2124 j nach der Sundfluth 408. j) Der Nahme Abram wird in Abraham und der Nahme Sarai in Sara vervvan- v) Apestlg. c. 7 , v. 6. w) Heil August. Fragm. 47 in Exod. x) Genes. c. si , v. 18 , etc. y) Genes. c. 16, v. 3 und 16. - 46 delt. z) Im nahmlichen Jahre wird die Bs- schneidung eingefuhrt. a) Die Verheis- sung Isaac’s. b) Bald darauf Unter- gang von Sodoma etc. c) Da war Abrahami, Q9 Jahr. Weltjahr 2i375nach der Siindfluth 481. Isaac \vird geboren, d) und am nach- sten Tage darauf beschnitten. Im Anfan- ge des nahmlichen Jahres raubt Abimelech die Sara. e) Zu Ende dieses Jahres wa- ren auch Moab und Amon von den Toch- tern Lot's geboren, f) also im lOOtcn Jahre Abrahams. Weltjahr 21385 nach der Siindfluth 482. Zu Ende des fiinften Jahres wurde Isaac abgespendet. g) — So wie das Le¬ ben der Menschen langer dauerte, so dau- erte auch die Kindheit langer. Zur Zeit der Machabaer, das ist 1600 Jahre darauf,da sich dasMenschengeschlecht stark vermehrt, aber auch sein Leben ver- hiirzt hatte, war die Abspendung von der Muttermilch schon nach 3 Jahren. h) Und vvahrlich konnte Ismael mit sei- nem Bruder Isaac \veder spielen noch rau- fen, wenn Letzterer noch nicht fiinf Jah¬ re gehabt hatte. hh) z) Genes. c. 17, v. 5 und i 5 . a) Genes. c. 17, v. 10 et 24. b) Genes. c. 17 , t. 19 et c. 18, v. 10. c) Genes. c, 18 et 19. d) Genes. c. 21 , v. 5 . e) Genes. c. 20. f) Genes. c. 19 , v. letzte. g) Heil. Hieronymus, Pere- rius , Delrio und Salian, h) 2. B. MaUkab. c. 7, v. 17. I1I1) Genes. c.jn , v . 9. §. 30 . — 47 — S. 4 . Sem starb, als Abraham 120 Jahre hatte, demnach Weltjahr2i58 j nachSiind- fluth 502. Gott befiehlt dem Abraham seinen 25 jahrigen Isaac zn opfern. i) Abraham vvar alt 125 Jahre. VVeltjahr 2103. Sara, Weib Abrahams, stirbt, als sie 127 Jahr alt ist, k) und wird in Hebron begra- ben. 1) Abraham war alt 137 Jahr. Weltjahr 2175 j Siindfluth 510. Rebecca heirathet den Isaac t m) da er 40 Jahre alt ist. Abraham war alt 140 Jahr. VVeltjahr 2178, Siindfluth 522. Cetura wird vom Abraham zur Ehe genommen, welche ihm nachgehends 0 Kinder gebahr. n) Jacob und Esau vrerden von Isaac und Rebecca erzeuget. Isaac vvarOoJahr damahls alt. Abraham aber lOo. o) VVelt¬ jahr 2108, Siindfluth 542. Abraham stirbt mit 175 Jahren, p) und wirdin Hebron begraben. q) VVeltjahr 2213. Siindfluth 537 . i) Genes. c. 22 und Flav. li) Genes. c. 23 , v. 1 » 1) Genes. c, 23 , v. 19. m) Genes< c. 24 et a 5 , v. 20. n) Genes. ci 25 , v. 1 , 2. o) Ge¬ nes. e. 25 , v. 16. p) Genes. c. a5, v. 7.^ q) Genes. c. 25 , v. 9. — 48 — Funfter Abschnitt. Eintheilnng der Jahre Jak ob s u n d J o s e p h s. §• i. §• Die Jahre Isaacs begriffen scrvvohl einen Tlieil der Jahre Abrahams , vvie wir sa- hen, als auch einen Theil der Jahre Ja- cobs in sich, was wir jetzt sehen wollen. Jacob und Esau wurden geboren im Anfange des siebenten liegierungsjahres des assyrischen Monarchen mit Nahmen Balaneus. Weltjahr 21Q8 nach der Siind- fluth 542« Wie Jacob den Abraham begrub, als er 15 Jahr alt war, so sah er auch den Tod seines Vierturaltervaters den Heber, vier Jahre nach seines Grossvaters - Tode j al- so war Jacob 1Q Jahr alt. Weltjahr 2217» nach der Siindfluth 561. Esau \var 40 Jahre alt, als er die Ju- diih und Basemath ehelichte jr) — daher Jakob auch 4o Jahr. Jakob erhascht den vaterlichen Se- gen, fluchtet sich desswegen hald naeh Mesopotamien. Isaac war damahls alt 132 Jahr, Jacob aher 22. "VVeltjahr 2 225, nach der Siindfluth 6rQ. Dieses kann man aus Josephs Jahren so beweisen. r) Gefies. c. a6, v, 84 . — 49 — Als Jacob vor dem Pharao stand (sieh §. 22) hatte Joseph 39 Jahre, Jacob war damahls alt 130 Jahre. Zieht man von 130 Jahren die 39 Jahre ab, so war Jo¬ seph geboren im giten Jahre Jacobs. Zieht man von 91 Jahren Jakobs jene 14 ab, \velche Jacob aus Furcht vor Esau die- nend fiir 2 Tochter bey seinem miitterli- chen Obeim Laban zubrachte, — so blei- ben 77 Jahre j und eben so viel war Jakob alt, als er naeh Mesopotamien entvvichen war. Und da Jacob im 60ten Jabre des Isaac geboren war, Jacob aber 77 Jahr zahlte, als er vor dem Esau tvich ; so hat¬ te auch Isaac bey der Flucht seines Soh- nes 137 Jahre, weil 60 und 77 ausmacben 137. Nachdem Jacob sieben Dienstjahre fiir die Rachel aufopferte, — bekam er die Lial s) Allein 7 Tage nach der Ver- lobniss mit Lia wird ihm auch die Rachel gegeben, fiir den kiinftigen neuen Dienst von 7 Jahren. t) Jacob war alt 84 Jahre. Weltjahr 2282. Rnben wird von der Lia , nach ihrer Heirath mit Jacob, ein Jahr darauf ge¬ boren. Dieser Jacobs Erstgeborner vvird 124 Jahre alt. u) Simeon vvird das fol* gende Jahr geboren im Herbste von der Lia; er wird 120 Jahre alt. v) s) Genes. c. 29, v. 14 et 18, t) Genes. c; 29, v- 27 et '28. u) Seder-Olam. v) Seder-Olam. 50 §. 2 .' Levi wieder ein Jahr darauf im Som- mer$ w) Avar alt 13" Jahre. Jakob hat- te damahls 87 Jahre. Dan abermahl ein Jahr spater aus der Bala der Magd der Rachel. Er lebte 127 Jahre. y) Jacob hatte 88 Jahre. Nephtali von der Nahmlichen das fol- gende Jahrj war alt 132 Jahre. z) -—Jacob hatte 89 Jahre.Weltjahr 2287,Siindfluth 031. Judas von derXi« im nahmlichen Jahre j war alt 119 Jahr. Gad geboren das nahm- liche Jahr von der Zelpha, Magd der Lia, a) Im Testamente der Propheten heisst es: Dieser starb 100 Jahre alt. Allein sonach Avare er vor dem Joseph gestorben, Avas aber verneint Avird , b) weil vor Joseph kein Bruder starb, und dieser auf diese Alt mit Nephtali geboren und gestorben ware. Er lebte 132 Jahre. Jacob hatte 89 Jahre noch. Aser das Jahr darauf Ende Sommers von der Selysa, c) war alt 125 Jahr. Issachar im nahmlichen Jahre von der Lia; lebte 122 Jahre. Joseph das folgen- de Jahr von der Rachel, d) lebte 110 Jahre. Jacob hatte damahls 91 Jahre. w) Genes. c. 29, v. 35. x) Exod. c. 6 , v. 16. y) Seder - Olam und das Leben der Patriarchen. z) Seder-Olam, und das Leben der Patriar¬ chen. a) Genes. c. 3o , v. 9. ete. b) Seder- Olam, c) Genes. e. 3o, v. i3. d) Genes. c. 3o, v. 24. 51 « Zabulon in demselben Jahre von det JLia,e ) lebte 124 Jahr. Nach geendigtera l 4 jahrigen Dienste des Jacob fiir 2 Ge< mahlinnen beym Laban, begehrt Jacol seinen Abschied, und seine Riiekkehr in sein Vaterland. Allein Laban ging nun einen neuen Vertrag auf sechs Jahre mit Jacob ein, und in diesem neuen ersten Dienstjahre gebahr ih m Lia die Tochter Dina. f) AIs die 6 Dienstjahre voriiber vvaren, ging Jacob nach Chanaan von Mesopo- tamien zuriick, und nimmt den Nahmen Israel an. g) Jacob hatte nun 97 Jahre. Welt|'ahr 2295, nach der Siindfluth 639 . Er vvird friedlich von seinem Bruder Esau empfangen. h) Nach anderthalbjahrigerNiederlassung in Socoth , hh) begab er sich nach Salem einer Stadt der Sichemiten , wo er 8 und ein halb Jahr blieb. i) Am Ende des zehnten Jahres vvird Di¬ na in ihrem lfjten Jahre genothziichtiget Wegen dieser Schandthat trennen sich die Bruder Jacobs von den Sichemiten , und k) auf Gottes Befehl reiset Jacob nach Be- e) Genes. c. 3o v. 20 . f) Genes. c. 3o, v. 21 u« 25 etc. g) Genes. c. 3i, v. 38 u. 4 1 > auch 3a v. 28 . h) Genes. c. 33 , v. 4-hh) Genes. c. 33 , v. >7* auch Seder - Olam. i) Alexand. in Euseh auch Tostat. h) Genes. c. 35 j v. 6 . 52 thel, in seinem lOTten Jahre. Weltjahr2305, nach der Siindfluth 649« Debora stirbt, 1) und Rebeccas-Aro¬ me wird in Bethel begrabenj so auch die Rachel, m) nachdem sie friiher den Ben¬ jamin geboren hatte, n) vvelcher m Jahre lebte. o) Im nahmlichen Jahre hatte auch Ru- ben gefehlt; und Jacob besucht seinenVa- ter Isaac in Hebron , p) nachdem er vor- her 0 Monate in Bethel gevvohnt hatte. q) §• 3 . §. Joseph wirdim l6tenLebensjahre ver- kauft. r) Judas .heirathet auch am Ende des i 07 ten Jahres des Jacob. Weltjahr 2305 , nach der Siindfluth 049. Joseph dient dem Putiphar treu durch 11 Jahre, als er durch die Bossheit der Frau des Patiphars in den Kerker gevrorfen wird, und wo er bey 3 Jahre schmachten muss. Jacob ist 120 Jahr alt. Isaac stirbt i80 Jahre alt} und Jacob . und Esan begraben ihn. s) JEsau trennt sich im nahmlichen Jahre vom Jacob, ob 1) Genes. c. 35, v. 8 . m) Genes. c. 35, v. 19 . n) Genes. c. 35, v. 17 . o) Seder- Olam. p) Genes. c. 35, v. 27 . q) Seder-Olam, und Viele an Jere. r) Genes. c. 27 , v. 2 , u s. w. Auch heil. Augustus , Flavius , Eusebius und Scotus. s) Genes. c, 35, v. a8. 53 ihres violen Vermdgens. t) Jacob hat i2i Jahre. Weltjahr 2319 ; nach der Simdfluth 003. Joseph aus dem Kerker]'entlassen wird Agyptens Vice - Konig. n) — Er heirathet im ersten Jahre der Fruchtbarkeit. v) Im zweyten Jahre vvird ihm geboren sein Sohn \y) Manasses . Im dritten oder vier- ten Jahre aber Ephraim. x) Im 4 ten Jah¬ re vvird Her, der erste Sohn &es Jiidas \1 Jahre alt, und ehelichet die Thamar. Jadas hatte damahls 38 Jahre. —- Im fiinften Jahre, als Judas selbst sei- nen ziigellosen Sobuden Her todtete , nahm die Wittwe Thamar den Onan zur Ehe, den Bruder des Her. y) Als auch dieser gleich darauf starb, blieb die Thamar VVittvve im 0tenund7ten Jahre der Frucht¬ barkeit. z) Im ersten Jahre der Unfruchtbarkeit empfangt die Thamar durch Betrug von ihrem Schvviegervater selbst. a)— Jacob hatte 129 Jahre. VVeltjahr2327 j nach der Siindfluth 071 . Im zweyten Jahre der Theuerung ge- bahr sie Phares und Žaram, b) — Am Ende dieses Jahres erkennen die Brilder t) Genes. c. 36 , v. 6. 11) Genes. c. 4 > , v. iu. 46- v) Genes. c. 4 1 5 v .45 u.47 w) Genes. c. 4 l > v. 5 ». x) Genes. c. 41 > v. 5 ou. 5 i. y)Ge- nes. 41 , v. 8. z) Genes. c. 4 1 5 v. 11 u. 12. a) Genes. c. 4 l 3 v. 18. b) Genes. c. 4 T 3 V ' 29 u. 3 o. — 54 — den Joseph. — Jacob begibt sich mit sei- ner ganzen H a,ib e nach Agy~plen. c) Ja¬ cob war alt i30 Jahr. Weltj. 2320, nach der Siindfluth 672 Jahre. Job wird im nahmlichen Jahre gebo- ren. d) Er lebte 210 Jahre. — Im Anfan- ge des Buches Job bezeugen die siebzig Ubersetzer , dann der heilige Augustin, Ambrosius , Chrysostomus , Theodocion , dass Abraham denlsaac, dieser den Esaa, der den Ravel, dieser den Žara , und der mit Bosra, den Job zeugte. §. 4. $.34. Caath 'vvurde im nahmlichen Jahre vom Levi gezeugt, als Levi 43 Jahre *ahl- te, Caath lebte 133 Jahre. e) Caath war Grossrater (von vaterlicher Seite) des Moses. f) Caath konnte spater nicht geboren vverden, \veil er mit seinem Vater Levi nach Agypten reisete. Obschon man mit dem heiligen Epiphanius sagen honnte, Caath war geboren, als Levi 34 Jahr altwar; wenn aber Caath anfder Rei- se erst zehn Jahre hatte: so muss man zu- geben, dass Merari, Caath's Bruder, der jiinger war , im Mutterleibe nach Agjrpten gebracht worden \vaxe. c) Genes. c. 45 , 46, 47, v. 9. d) Seder- 0 - lam , Genebrad, Salian und Andere e) Exod. c. 6 , v. 18. f) Exod. ct 6 , v. 20. 5 55 Jacob stirbt 17 Jahre nach dem Ein- zuge in Agypten, g) in seinem i47ten Jah¬ re. Weltj. 2345, naeh der Siindfluth 089- Job 30 Jahr alt, tritt im Lande Hus in die Ehe. Die siebzig Ubersetzer nennen seine Gemahlinn Bosorra eine Araberinn. Aus ihr erzeugte Job 7 Sohneund 3 Toch- ter. h) Vielleicht hatte Job (nachdemjBe- . la, Sohn des Beorj — starb i) damalils in Idumaa zu herrschen angefangen. k) Caath erzengte 1) in seinem 6()ten Jah* re, oder in seinem m) 6oten Jahre den Amram, den Vater des Moses; also 14 Jahre vor dem Tode Josephs. n) Weltj. 2384, nach der Siindfluth 728* Job war 70 Jahr alt, als seine Versu. chung und sein jammervolles Elend einEn« de nahm. o) Der heilige Chr^sostomus ist der Meinung: Jobs Leiden hatten nicht ein ganzes Jahr gedauert, weil Job selbst sagt: p) „Ich hatte vom .Leiden J'reyt Monate Andere glauben , er hatte 3 Jahre gelitten 3 Salian meint gar 7 Jahre. Allein wahrscheinlicher ist es, dass sein Leiden nur ein Jahr gedauert habe, weil g) Genes. c. 47 , v. 28 . h) Job. c. 1 . i) Gene«, c. 36, v. Š 2 . k) Genes. c, 36 , v. 33. Auch die siebzig Uebersetzer am Ende des Buehes Job. 1) Heil. Epiphanius. m) Alexandrini- sdhe Ghronik. n) Demetrius bey Eusebius von der Vorbereitung. Buch <) , letztes Cap. o) Heil. Chrysost. 5te Homilia zum antiocliischen Yolke. p) Job c, 7 , v, 3, — 56 Gott den Vox\vurfen und VVortvvechseln mit seinem Weibe , und seinen Freunden bald ein Ende machtej und weil ein Jahr, \venn wir krank sind, doch auch wirklich lang ist. Nach iiberstandencr Triibsal, gab ihm Gott alles zeitliche Gliick doppelt zuriickj darum kann man einigermassen sein Elend nicht iiber das 70ste Jahr seines Lebens hinausdehnen, damit auch seine Lebens- jahre in die doppelte Vergeltung einge- rechnet werden kdnnen, denn er lebte wirk- lich 3 mahl 70 Jahre: — 210. Er starb 5 Jahre vor dem Auszuge der Juden aus Agyp- ten, als Moses 75 Jahre hatte. Weltj. 2398, nach der Siindfluth 742. Joseph starb das folgende Jahr darauf j also nach Jacobs Tode 54 Jahre, nach. dem er 8o Jahre Agyptens Minister gewe- sen war$ und 71 Jahre nach der Einvvan. derung Jacobs nach Agypten. Joseph leb¬ te no Jahre. q) Weltj, 2399, nach der Siindfluth 743. q) Gene«, c. letzt. Auch alesandrinisclie Cliroail^ Eusebius. * 5 57 S e c h s t e’r Abschnitt. Eintheilung der vom Tode Jo¬ seph*, bis z um En d e der ag y p t i- schen D ienstb ar k eit verflosse- nen Jahre, und ivann der An- fang und wann d as En d e die- ser Dienstb ar lieil war- §■35. §. E 'iusebius fangt gleich bey dem Tode Jo¬ sephs die Jahre der agyptischenScIaverey zu zahlen an. Ihm folgen die alexandri- nischen Chronik , Scotus und allc jene, ivelche dcmselben Drucke eine Reihe von 144 Jahren beymessen. Allein die heilige Schrift selbst iiberfiihrt diese ihres Irr- thums, r) dass nahmlich „dieser Druck nicht bey dem Tode Josephs, sondern nach dem Tode aller seiner Briider, und seiner ganzen verstorbenen Verumndl- schaft angefangen habeA So meint auch ■ der heilige Augustin. s) Nun aber iiberlie- fern uns die Hebrder\ t) dass Joseph der Erstling des Todes unter seinen Briidern war. Seine Briider hingegen lebten viel langer. Man sieht aus der heiligen Schrift, u) r) Exod. c. r, v. 6. s) Heil. August. 16 . Buck der Stadt Gottes c. 4^ und 18 . B. c« 7 , t) Seder-Olam, u) Exod. c. 6 , v. . 16 . 58 dass Levi, obvvohl nur4 Jahre jiingerdenn Joseph, doch sein Leben auf 137 Jahre brachtej demnaclihabe er 23 Jahre langer als Joseph gelebt. — Und was noch mehr als alles diess ist: Esmusste doch nicht\ye- nig Zeit voriibergegangen seyn, bis die ganze Vervvandtschaft ausstarb, bis das Andenken Josephs, und alie seine dem Lande ervviesenen Woblthaten der Verges- senheit iibergeben wurden, dennvviekonn- te sich sonst die heilige Schrift so geaus- sert haben ? Denken \vir nach— „Da die Sohne Israels an Z.ahl und Vermo- gen den Heimischen iiberlegen za ivpr- den anjingen, so befahl der neue Konig v) (vveichem Joseph unbekannt \var! —) das s die Jgjrpier sie unterdriicken soiien.“ Aus allen diesen sehen vvir, dass 30 Jahre vici zu vvenig sind, sondern dass man mit den meisten alten Autoren und Chronolo- gen 52 Jahr fiir die Zvvischenzeit setzen miisse, um biblisch zu handeln. Ieh fiirch- te auch nicbt eine griindliche Kritik dar- iiber. Nun theilen vvir die Zeit ein. Die Familie Ephraim erlosch schon fast im Todesjahre Josephs durch Getb’sche Riiuber. w) Simeon stirbt 120 Jahr alt, nach Jo¬ sephs Tod 2 Jahr. jWeltj. 2401 , Siindfluth 745. v) Exod. c. i, v. g; w) i Paralip. c. 7, v. 21, Audi Serarius in Comentar; Josue. — 59 — Jacias stirbt 119 Jaht' alt, nach Jo¬ sephs Tod 3 Jahr, Weltj. 2404 , Siindfluth 748. Ruben stirbt 124 Jahr alt, nach Jo¬ sephi Tod 4 Jahr, Weltj. 2405, Siindfluth 749- Issacher stirbt 122 Jahr alt, nach Jo- sephs Tod 6 Jahr. Weltj. 2407, Siindfluth 75 1 - Dan stirbt 127 Jahr alt, nach Josephs Tod 8 Jahr. Weltj. 2400), Siindfluth 753. Aser stirbt 125 Jahr alt, Dina stirbt 123 Jahr alt, nach Josephs Tod n Jahr. Weltj. 2412, Siindfluth 750. Benjamin stirbt lil Jahr alt J nach Josephs Tod 14 Jahr. Weltj. 2415, Siind¬ fluth 7 5 g. Nephtali und Gad stirbt Jeder 1 32 Jahr alt, nach Josephs Tod 18 Jahr. Weltj. 241 g, Siindfluth 763. Levi stirbt 137 Jahr alt, x) nach Jo¬ sephs Tod 20 Jahr. Weltj. 2421, Siind¬ fluth 765. Ephraim und Manasses. Ihr Alter ist ungevviss. Doch Salianus will, der Erstc hatte 106 , Manasses aber 107 Jahre ge- lebt j also nach Josephs Tode (ihres Vaters) vvaren sie gestorben, der Erste 50, der Zweyte 51 Jahre. Caatli starb nach dem'KalhulMcs Epi- phanius , da er x33 Jahr alt war 5 y) also x) Exod. c, 6 j v. 16 . y) Exod, c, 6 , v. » 8 . — 60 — 52 Jahre nach dem Tode Jotephs . Weltj. 245 i , nach der Siindfluth 795. §. 2 . 5 - 36 . Nun fangt der Juden schvverer Druck in Agjpten an. Sie mussten alle Sclaven - Arheiten verrichten , als: Offentliche und Privat - Gebaude bauenj den Nil in mehre- re Kanale ableiten; grosse Damme anle- genj dieStadtmauern ausfuhrenj Stadteauf- bauen 5 ja Stadte auch vom Unrath sau- bern. z) „Ihr Nacken ist von Lasten eingedriickt, ihre Hande dienen bey dem TragkorbeA Und diess galt von allen Israeliten. a) Amram, ein Levit, Sohn des Caath y heirathet die Jochabed, b) sie wird ge- nannt Tochter des Vaters Bruders , das ist, dcs Geron oder Merari. Dass sie c) ge- nannt wird die Tochter des Levi , ist eben so zu verstehen, vvie vom Ephraim und Manasses , die auch d) Jacobs Sohne ge- nannt \vcrden , und Christus selbst Da¬ vidi Sohn heisst. e) In diesem nahmlichen 91 sten Jahre vor dem Auszuge aus Agypten haben die Israeliten die ehrvviirdigen Gebeine der Patriarchen mit Ausnahme der Josephini - t) Psalm. 80. a) Heil. August. und Lorinus. b) Exod. c. 6 , v. ao. c) Numeri c. a6, v. 5 q. d) Genes. c. 48, v. 5 . e) Matth, e, t, v. 1. schen, vvelche offentlich bevvahrt vvurden, aus Agypten nach Hebron iibertragen, und zwar in Geheim ohne Gerausch, und oh- ne Pomp, Die Juden hatten nahmlichbe- furchtet, dass diese heihgen Gebeine in ihrer driickenden Lage von dcn Ag^ptern profanirt werden konnten. Josephs irdi- sche Reliquien aber wurden von den Juden unter Moses aus Ag^pten mitgefuhrt. f) Diess gescbah im Jahre 54 nach Joseph. Der Konig Pharao durch vierjahrige Erfahrung belehrt, dass die Juden durch die driickendsten und ermiidendsten Arbei- ten nicht nur nicht minder an der Zahl , sondernnochvermehrt vverden, beschloss g) durchgreifendere Mittel zu gebrauchen, um ihnen ein baldiges Ende zu bereiten. Er berief zwey der vornebmsten Hebam- men Agyptens, Sephora und Phua zu sich, und befahl ihnen, dass sie alle zu ge- bahrenden jiidischen Kinder, wahrend des Geburtsactes crsticken oder ervviirgen soll- ten. li) Nach Josephs Tode 57 Jahre) im Weltjahr 2456, nach der Siindfluth 800. Das nachste Jahr darauf war Maria die Schwester Mosis geboren, vvelche nach Zeugniss der Hebraer , 7 Jahre alter war als Moses. Und vvahrlich musste sie al¬ ter denn Moses seyn, weil sie die agypti- sche Koniginn fiir die Saugung ihres von f) Exod. c. i 3 , v. 19. Auch Flav. 2. B. Alterth. g) Exod. c. 1, v. ra. b) Exod. c. i, v. 16. — 62 — der Koniginn im Borbe aufgefangenen Bru- ders so geschickt zu tiiuschen verstand. i) Nach Josephs Tode 58 Jahre. Weltj.2457, nach der Siindfluth 801. §• 3. 5.37 Aaron kommt nach der Maria 4 Jah¬ re darauf zur Welt$ also war er 3 Jahre jiinger als Moses. k) Amram hatte eben 72 Jahre. 1) Aaron war auch noch nicht in der Gefahr in den Nil gevvorfen zu wer- den, wie sein Bruder Moses , weil beyder Geburt des Aaron jenes grausame Geboth noch nicht gcgeben \var. Die alexandrini- sche Chronik sagt: Der Befehl war eben zur Zeit der Geburt Moses gegeben wor- den, oder doch nur kurz zuvor. — Pharao , von den Hebammen hinter- gangen, befiehlt mittelstoffentlichenEdicts, alle Knaben der Hebraer in den Nil zu er- saufen. Nach Josephs Tode 62 Jahre. Weltj. 2461 , nach der Siindfluth 805. Moses vvird im 80sten Jahre seines Va- ters Amram, und im loten der Ehe m) gcboren. Nach Josephs Tode '65 Jahre. Weltj. 2464, nach der Siindfluth 808. Josue erblickt clasLichtder Welt, als Moses sein Bruder, 28 Jahre hatte, und i) Exod. c. 3 , v. 7 . k) Exod. c. 7, v. 7. 1) Ale- xand, Chronik und Nicephorus. m) Exod. c. a, v. a, etc. — 03 lebte 110 Jahre. n) Nach Josephs Tode Q2 Jahre. Weltj. 2401, nach der Siindfluth 835. Afoses 40 Jahr alt, als Pharao ih n zu todten suchte, fluchtet sich nach Madian, o) und ehelichet die Sephora Tochter Ra- guels , und erzeugt aus ihr den Gersam und Eliezer. p) Nach Josephs Tode io4Jahre. Weltj. 2503, nach der Siindfluth 847. Caleb wird 3Q Jahr vor dem Auszuge aus Agypten geboren ; q) und lebte bis zum 85sten Jahre, wo er bey derTheilung Chanaans den Berg Hebron erhalt. r) Wie lange er noch dann lebte, ist ungevviss. Deucalions JVasserJlath scheint in dem 07sten Jahre desMoses. (Nach Josephs Tode 131 Jahre. Welt;. 2530, nach der Siindfluth 874.) gewesen zu seyn , vvo Al- les zu Grunde g ing, ausser einiger weni- ger Menschen, welche mittelst einiger Schif« fe sich auf den Berg Parnass fliichteten, und die Deucalion gastfreundlich auf- nahm. s) —Das Jahrdarauf war derBrand Phaeton s •, (eine solche Hitze,) dass fasst die ganze Erde verbrannte. Job starb als Moses 75 Jahre zahlte. So bezeugen die Juden und Andere. Nach Josephs Tode 139 Jahr. Weltj. 2533; nach der Siindfluth 882. n) Josue Cap letzteS v. 3 r, und Richter c. 2 , v. 8. o) Exod. c. 3 , v. i 5 . p) Exod. c. a, v. ar und 22. q) Josue c. 14, v. 7. r) Josue c. 14 , v. 10, i 3 etc. s) Orosius 1. B. c. 9. — 64 Moses SOjahrig, erhiilt ron Gott den Befehl Madian zu verlassen, und sich nach Agrpten zu begeben , um vom P/ia- rao die Entlassung der Hebraer zu ver- langen. Nach abgeschlagener Bitte ziich- tiget er die Agypter durch 10 Plagen, vom Mitte Janner bis Mitte Marž auf dem Felde bey der Stadt Taneos. Nach geendigten Plagen ziehen alle Hebrčkr aus Agypten, und die Q2jahrige Knechtscbaft hat ihrEn- de erreicht. ss) Dieses Jahr war das2l5te von dem Einzuge Jacobs nach Agypten ge- rechnet, — also nach Josephs Tode i44 Jahr. Weltj. 2543 , nach der Siindfluth 887. Man konnte einwenden: Warum sind denn nicht 430.Jahre vom Einzuge Jacobs Lis zum Auszuge AevIsraeliten aus Agyp~ ten verflossen, da es doch in Exodu.s heisst: „Die fVohnung der Kinder Israel in Agypten dauerie 430 JahreA C. 12 , v. 40? — Ich sage: Die Dauer der 430 Jah- re nimmt nicht seinen Anfang bey Jacobs Einzuge nach Agypten, sondern bey dem Anfange der Wanderung Abrahams, theils nach Agypten , theils nach Chanaan, -vvie oben bemerkt wurde. Dieses wird bevvie- sen itens Paulus sagt zu den Galaterrt c. 3, v. it: „Dieser von Gott beslailitgle Bund kann durch das Gesetz, (juoelches erst 430 Jahr e hernach gekommen ist,") nicht unkraftig gemacht werden. <( ss) Exod. c. 3 bis i3. — 65 - Zuoeptens, ist es unmoglich so viele Jahre aufzuzahlen, wenn wir auch die ge- wohnIichen Griinzen der Natur iiberschrei- ten \vollten. Denn gewiss ist es j bey dem Auszuge aus Ag^pte n hatte Moses 00 J ah- re. Setze man, Moses ware im letzten Jahre des Amram geboren worden, so wird man nicht mehr als 13 7 Jahre finden, welche Amram lebte, Exod, c. 6> v, 20. Setze man noch, Amram kam im letzten Jahre seines Vaters Caath zur Welt, (was aber von diesen beyden Fallen oben an- ders bewiesen ist 3 ) so haben wir vvieder nicht mehr als 133 Jahre, welche Caath gelebt habe, Exod. c. 6 , v. 18. — Nun man addire die 3 Factoren, 80, 137, 133 J so wird man nur 3 So Jahre finden 5 wo sollen wir denn noch die andern 80 Jahre finden odersuchen? Denn iiber Caath hin- aus darfen wir diese vorgeblichen Jahre nicht suchen, da es sonnenklar erwiesen ist, dass er vor der Reise Jacobs nach Agj^pten erzeugt war. Genes. c. 46, v. 11 heisst es: „Dass Caath sammt seinem Va- ter Levi, und Grossvater Jacob nach Agjrpten gegangen iodre» (i Daber, weil die Zahl 430 dem Kalkul der heil. Schrift vviderspricht, so muss man von ihm abge- hen, und jenem anbangen, der nach den Idaresten Beweisen der heiligen Schrift festgesetzt ist. — 66 — / Viertes Hauptstiick. Vom Auszuge der Jnden ans A g v P? en bi s zum er sten J ah r des Salomon schen 7 empelbau's. Eine Dauer von 480 Jahren. JNach 3 . Buch Konige c. 6 , v. i. Erster Abs eh ni tt. §. i. §.38. •Diesen Zeitraum von 480 Jahren, haben alle heiligen Exemplarien, als: Das Latei- nische, Griechische und Hebraische , und alle Ubersetzer besagter Stelle, vvelcheein- stimmig mit dem Schrifttexte sagent Salo¬ mon habe 480 Jahre nach dem der Hebrher aus Agypten seinen Tempelbau angefangen. Das Ansehen des Joseph Fla- vias, und des ihm folgenden Melchior Cm, welche die Dauer auf 592 Jabre, oder des Niclas Serarius, der gar 680 Jahre ver- 6 7 — langt, kanngegen so Viele nichts entschei- den , wenn man andersder heiligenSchrift nicht Gewalt anthun will, welche sagt: es vvaren 480 Jahre verflossen. Nahmlich: Moses \var Fiihrer der Israeliten vora Auszuge aus Agypten , bis zu seinem To- dej t) also nach Auszug 40 Jahr. Weltj. 2583J nach der Sundfluth Q27. (Vom Josue \vird im dritten Abschnitt die Rede seyn.) Othoniels Lebensjahre, tvelche auch 8 Jahre der Knechtschaft einschliessen, u) und 8 Jahre unter Mesopotamiens Koni- gen (wie ich im sechsten Abschnitt zeigen iverde,) hatten sich weit liber Josuas Tod hinauserstreckt. Er war Altester 5 und die Schrift sagt nicht, wie lange ein Altester den Israeliten vorgestanden habe. Er war Fiihrer 40 Jahre. Also des Moses 40 Jah¬ re , und des Josue 17 mit gerechnet , ma- chen Q7 Jahre nach dem Aiiszuge aus Agyp- ten Weltj. 2040»' nach der, Siindfluth Q84. Aod mit seinen eingerechneten 18 Knechtschafcsjahren, dureh welche er (wie 8 Jahre OthonieT) Altester der Israeliten war, stand letztern unter den Moabitischen Konigen vor. v) Eben so das Jahr des Rich* ters Samgar, w) welcher, (nach Flavius) t) Deutoron. c. x , v. l und c. 34, v. 7 . 11 ) Rich¬ ter c. 3, v. 11 . v) Richter c.3, v. l4> C Richter c. 3, v. 3o und 3i., — 08 — im letzten Jahre Aod's starb. Aod regier- te 80 Jahre; folglich nach dem Auszuge 177 Jahr. Weltj. 2720 , nachder Siindfluth 1004. Barac und Debora regierten 40 Jah¬ re, nach dem Auszuge 217 Jahr. Weltj. 2700, nach der Siindfluth 1104 . x) In diese Jahre sind auch die 20 Jahre des Landes Chanaan eingerechnet. y) Gedeon , z) mit den 7 madianitischen Jahren, zusammen 40 Jahre nach dem Aus¬ zuge 257 Jahr. Weltj. 2800 , nach der Sund- fluth 1144- Abimelech der Tyrann, a) war Rich¬ ter 3 Jahre nach dem Auszuge 200 Jahr. Weltj. 2803, nach der Siindfluth 1147 . Thola, b) warRichter 23 Jahre, nach dem Auszuge 283 Jahr. Weltj. 2820, nach der Siindfluth 1170. Jair c) (mit den 18 philistheischen Jahren d). Die z\vey letzten Jahre kamen in die Zeit des Jephta ,) regierte 22 Jahre nach dem Auszuge 505 Jahr. Weltj. 2848, nach der Siindfluth 1192 . fr Jephta, e) regierteals Richter 0 Jahre, nach dem Auszuge 311 Jahr. Weltj. 2854, nach der Siindfluth 11Q8. Abesan, f) \rar Richter 7 Jahr, nach x) Richter c. 5 , v. letzte. y) Richter c. 4, v. 3 » z) Richter c. 8 , v. 28. a) Richter c. g, v. 12. b) Richter c. io,v.2. c) Richter c. 10 , v. 3 , d) Richter c. 10, v. 8. Auch Seder-Olam. c. 12. e) Richter c. ia, v. 7, f) Richter c. 12, v. 9. — 09 dem Auszuge 318 Jahr. Weltj. 286 1 , nach der Siindfluth 1205. Ahialon oder Helon g) war 10 Jahr, nach dem Auszuge 328 Jahr. Weltj. 2871, nach der Siindfluth 1215. Abdon h) war 8 Jahr, nach dem Aus- gange 336 Jahr. Weltj. 2879, nach der Siindfluth 1223. Samson l) war zur Zeit der Philistheer Richter, das ist, als die Israeliten von den Philistheern beherrscht vvurden, nach dem Auszuge 356 Jahr. Weltj. 2899, nach der Siindfluth 1243. Das Nahmliche erhellet auch'aus Rich¬ ter c. 15, v. n, und aus c. 14, v. 4. Da- her vverden die Samsonsjahre , und eini- ger vorheriger Richter, und selbst die Jah- re seines Nachfolgers Heli , in die 4 o phi- listheischen Jahre eingerechnet. li) Was vielleicht dieUrsacheseyn mag, dass selbst die 70 Ubersetzer, nach Zeugniss des Eu- sebius, dem Heli nur 20 Jahre gaben. Heli 1) war Richter demnach 40 Jah¬ re, nach dem Auszuge 396 Jahr. Weltj. 2959, nach der Siindfluth 1283. Samuel und Saul zugleich, m) 4o Jah¬ re, nach dem Auszuge 436 Jahr. Weltj. 2979, nach der Siindfluth 1323- g) Richter c. 12 , v. rr. h) Richter c. 12, v. i 4 ' i) Richter c. i 5 , v« letzter. k) So bezeugt Mansius und Andere« 1 ) 1. Konige c. 4, v. 18' m) Auch Apostelg. c. i 3 , v. 18. — TO David , n) Kbnig 40 Jahr, nach dem Auszuge 476 Jahr. Weltj. 30iQ, nach der Siindfluth I 063 . Salomon bis zum Tempelbaue , Konig 4 Jahre, nach dem Auszuge 480 Jahr. Weltj. 3023, nach der Siindfluth 130T- Zweyter Abschnitt. Eintheilung der letzten 40 a uf der IV a ud er im g dur c h di e JV li¬ st e zu g e b r a c h t e n mosaischen Jahre der H e h r de r j dann von ib r en 42 S t and q ua r t i e r e n and 1 kmahlig enG emurmel ivider G ott. §■ !• §. 59 . Nach der Angabe derheiligcn masaiscken Biicher; Eccodus, Numeri, Leviticus und Deutoronomium — geschahen diese That- sachenin folgender Ordnung: Den ersten Nisan setzte Gott das Opfer rs es des Osterlamms ein, vvelches den lOten J aiir zubereitet, und den l4ten Tag. geopfert Nisan vverden solle. o) n) 2 Konige c. £5 , v. 4* o) Exod. c. 12 , v. 3 u, 6 . 71 Erstes Jahr Den i5ten (derin die 6 te Ferie fiel p) ist Alles erstgeborne der Atgy"ptčr ermor- det vvorden. q) — Mit Anbruch des Ta- ges setzten sich die Israeliten mit ihrer ganzen Haabe in Marsch bis nach Ramess in Socoth 3 r) da war ihr erstes Quartier. — (Der erste Tag der ungesauerten Brote. s) Den i 7 ten (Sonntag) der 3 te Tag der ungesauerten Brote reiseten sie nach Ae- tham. — 2 tes Lager. t) Den 20 ten (4te Ferie,) den 6 ten Tag der ungesauerten Brote, schlugen sie ihr Lager auf bey Phihahiroth, neben dem rothen Meere. u) Den 2Uen, ( 5 te Ferie, oder 7 ter Tag der ungesauerten Brote,) reisen die Israeliten troeknen Fusses durch das ro- ihe Meer. v) Vom friihen Morgen werden sie verfolgt von ČLen Agj^ptern, aber die- se letztern finden im Meeres-Grunde ihr Grab. w) Die Hebraer gingen also am unseren Sonntage durch das Meer. — In > der VViiste Aetham vvar ihr viertes Nacht- lager. Den iMen kamen sie nach Mara. x) Ob des bittern Wassers war da das zwey- te Murren. (Das ite bey dem rothen Mee- p) Seder-Olam und Genebrard. q) Exod. c. 12, v, 29. r) Exod. c. 12 , v. 37. s) Exod. c. 12, v- ti, t) Exod.c. i 3 , v. 20. u) Exod. c. 14, v. 2. v)Exod. c. 14, v. 21. w) Exod. c. 14, v. a 3 und Seder-Olam c, 5 , x) Exod» c. i 5 , v. a 3 . 72 — re.) Allein nach geschehener Abhiilfe bor- Erttes te das Gemurmel auf. — Hier das 5te jalir Nachtlager. Den 30 ten war Sabbath, da ruheten sie. — Dieser Monath hatte volle 30 Tage. Aber der 2te 4te 6te 8te lote nnd I2te sten hatten 29, die iibrigen aber 30 Tage. y) Monat Den iten Tag, war Sonntag. Sie ka- jj ar . men vom Mara nach Elim 5 z) vro die Ote Herberge war. Den i2len: (ste Ferie) sie gingennun vom rothen Meere weg, a) und kamen an den, vom heiligen Hieronj^mus so benann- ten Ort Jamsuph. 7tes Lager. Den 15 ten, am Sonntag kamen sie zum 8ten Quartier, in die Wuste Sin. b) Hier begann das 3te Murren , vvelches durch eine Menge JVacliteln, und des Morgens, durch Manna, gestillet wird. c) —Denn bis hieher hatten sie sich mit Aschenbrot ernahret. d) Den 16 ten, (2te Ferie) in der Friihe, regnete es Manna , deren sie sich durch 40 Jahre darauf zu ihrer Sattigung bedien- ten. e_) y) Seder-Olam z) Exod. ci i5, v. letzte. a) Numer. c. 33, v. 10 . b) Exod. c. i5, v. 1 und Nuni. c. 33 , v. ir. c) Exod c 16 , v. id. d) Seder- Olam c. 5 , v. 10 , und Fla- vius. e) Flavius, Hyeronymus. Hingegen Ori- genes und heil. Augustinus glauben , Manna ware den Sonntag vorher gefalleri. 6 * 73 Erates Jahr §•40 3 tes Monat Sui- van Den 17 ten, ( 3 te Ferie.) Das aufge- sparte Manna wird den andern Morgen ungeniessbar , und VViirmerfinden sichda- rin. f) Den 20ten, (Charfreytag) 6te Ferie. Weg'en des folgenden Sabbalhs sammeln sie eine doppelte Portion Manna, g) Den 2ten Sonntag des Monates reisen sie nach Daphca j wo die 9 te Herberge war. h) §• 2 . Den i ten. (2te Ferie.) Von Daphca kamen sie nacb Alus, wo sie das lOteQuar- tier hatten. i) Den Iten. ( 5 te Ferie.) Von Alus nach Raphidim j lltes Lager. k) Hierwar das 4te Murren, vvegen der Durstnoth. Allein das aus den Felsen Horeb frisch sprudein- de Wasser maclite sie vvieder zufrieden. 1) Den 3 ten. (4te Ferie,) war ein heis- ser Kriegeskampf mit denAmalekiternvom Morgen bis Abend. m) Den Men, \var ste Ferie $ da geschah die Reise in die Nlihe des Berges Sinai, wo das I2te Nachtquartier war. n) Andie- sem Tage bestieg Moses 2 mahi den Berg f) Exod. c. 16 , v. 20. g) Exod, c. 16, v. 22 u. 29. h) Num. c. 33 , v. 12. i) Num. c. 33 , v. i 3 u. 14. k) Exod. c. 17, v. 1. 1) Exod. c. 17, v. 6. m) Exod. c. 17, v. 10. n) Exod. c. 19 3 v. 1. Num. c. 33 , v. i 5 . Siniti, Dem Volke vvird gebothen 3 Tage Erstes zu heiligen, damitesdas Gesetz desto vvur- Jahr diger empfangen moge. o) Den (jten ivar Sabbath vor Pjingsten. (Tag der Gesetzgebung.) p) Dieser Tag wird genanntdie TVochen- ftyer, q) und der Tag der Erstlinge. r) Vormittag erklart Goit dem Moses das Ge- 6etz$ Nachmittag dasselbe Moses dem Vol¬ ke. rr) Den Iten, (Sonntag) \vurde nach er- ricbtetem Altare geopfert, und der Bund zvvischen Gott und dem Volke bestattiget. s) Zu Mittag besteiget Moses begleitet vom Aaron und von 40 Altesten zum 4ten mahi den Berg. Den Qten, (2te Ferie.) Moses besteigt mit Josue zum 5ten mahi den Berg, und wird vom Gott in die dunkle Wolke geru- fen, t) und bleibt dort fastend ganze 40 Tage. u) Hier bekam er Befehl zurErrich- tung der Stiftshiitte, und anderer Sachen v) ^ tes Den i4ten Tammuz. (ste Ferie.) Als Mouat das Volk das lange Verweilen des Moses Tam- auf dem Berge vvahrnahm, begehret vom muz Aaron, dass erihnen Gotter macben solle, die es auf demvvahren Weg fiihren vverden. o) Exod. c. 19, v. 10. p) Exod. c. 19, v. 26 u. c. 20, v. 1 , q) Exod c. 34, v. 22. r)Num. c. 28,, v. 26 und Levit. c. 23 , v. 16. rr) Exod. c. 21 , 22, a 3 . s) Exod. c. 24, v. 4. t) Exod. c. 24, v. 16. u) Exod. e. 24, v. letzter. v) Exod. c. 25 — 3 a. 75 — Erstes jahr Allein Aaron zaiulert durch einige Ta- 4-ter ge. vv) Monat Den \l.len, (da Moses von dem Ber- ge noch nicht herabkam,) wird es stets ungeduldiger, zwingt den Aaron} und die- ser lasst sich goldene Ohrgehdnge von den Tochtern Israels einhandigen. w) Den 25 len, (5te Ferie.) Nach gegos- senem und polirten goldenen Kalbe, und aufgebauten Altare, verkiindiget der Aus- rufer, fiir den nachsten Tag, die grosse Feyerlichkeit. x) Den 2 4 ten, (6te Ferie.) Es vverden dem Gotzen Opfer gebracht! y) — Diess berichtet Goti dem Moses. z) — Moses kommtvom Berge herabj zerbricht die Ge- setztafeln 3 zertriimmert den Gotzen 5 straft den Aaron, und todtet 23000 Abgotte- rer. a) > ' §41. §• 3. Aloses verweiset das Volk mit Wor- ten , und geht abermahl auf den Berg. b) Allein Gottbestraft das Volk mit der Pest c) Moses beschaftiget sich durch 35 Tage theils in der Uberfiilirung der Stiftshiitte aus dem Standcjuartiere, d) theils in Be- vv) Exod. c. 3a , v. 1 , 3. w) Exod. c. 32, v.2. x) E x °d. c. 33 , v. 5. y) Exod. c. 32 , v. 6. z) Exod. c. 3a, v. 8. a) 'Exod. c. 3a , v. J<) -3o. b) Exod. c. 32, v. 3o. c) Exod. c. 3a , ▼. letzte. d) Exod c. 33, v. 7; — 76 — strafung des Volkes, und dem oftern Be- Erstes steigen desBerges, e) alsauchinBereitung j a ] ir neucr Gesetztafeln. f) — Moses sieht Got- tes Antlitz nicht. g) — Von dem 3oten Tage an geht Moses mit neuen Tafeln auf den Berg, h) und bleibt da fastend ande- re 40 Tage. i) 6tes Den ganzen Monat Elul bringt Moses McmaC mit Gott auf dem Berge zu. Elu l Den 10 ten Tisri. Nach vergangenen 7tes 40 Tagen, kommt Moses mit neuen Ge- Monat setztafeln vom Berge herab. Er erhalt von . Gott die vollige Verzeihung dem Volkej und sein Gesicht ist voli Feuerglanz. k) 8tes Den 11 ten, (4te Ferie.) Dem versam- Monat melten Volke verkundiget Moses , vvelche Mar- Gebothe er von Gotterhalten habe, 1^ be- c hesu- sonders von der zuerrichtenden Stifishiitle, an zu vrelcher von dem Volke von allen Sei- ten durch die folgenden Tage viel kontri- buirt vvurde. Moses bauet sie in Beseleel. m) Damit beschaftigte er sich bis zu Anfang des folgenden Jahres. Den 2 ten Marchesuan , (4te Ferie,) scheint Jethro seinen Tochtermann Moses besucht, und ihm seine Gemahlinn von Madian, und seine aus ihr erzeugten^Kin- e) Exod. c. 33, v. 45 ect. f) Exod. c. 34 , v. 1 . g) Exod. c. 33, v. letzt. li) Exod. c. 34 , v. 1 — 4. i) Exod. c. 34, v. 28 . k) Exod. c. 3i , v. aq. 1) Exod, c. 35. m) Exod. c, 36 — 40. 77 Erstes der, die er nicht auf die Reise mit sich Jahr genommen hatte, zugefuhrt zu haben. Je- thro scheint auch bey dem Moses bis zu seinem Abzuge von Sinai, geblieben zu seyn. In dieser Zvvischenzeit lehrte ihn lates Moses dasBenehmen der subalternenRich- Monat ter. n) Im Monat Adar , den 23 ten, (3 te Fe- rie,) nachdem die Stijtshutte vollendet vvar , o) bekam Moses Befehl von Gott die- selbe zu errichten, den itenTagdes nach- sten Jahres, p) § 42 . §. 4 - ates Den ersten Nisan, (3te Ferie,) ist Jahr die Stifitsfiutte aufgesteilet, q) eingewei- het, und Aaron und seine Sohne werden durch 7 Tage vom Moses zu Priestern ge- vveihet. r) Den 8 ten , feyert Aaron den Antritt seines heiligen Dienstes und Opfers, auf vvelches Feuer vom Himmel herabfallt. s) Aber seine Sohne Nadab und Abiu, weil sie sich natiirlichen Feuers bedienten, ■vvurden von dem Himmlischen verzehret. t) Den i4ten Abends , feyerten die Ju- den das Osierlamm, mit den 7 Tagen der ungesauerten Brote. u) — Der Gotteslaste- rer vvird einige Tage darauf gesteiniget. v) n) Exod. c. 18. o) Exod. c. 39 , v. letzt. p) Exod, c. 4O5V. 1. q) Exod. c. 4 ° 5 v. 7. r) Ex»d. c. 39 , v. 35 etc. s) Levit. c. 9. t) Levit. c. >o. u) Nmn. c. ()i v) Levit. c. 24. — 78 — Den l4ten feyerten sie Ostem, \yeil sie im vorigen Monate daran waren verhin- dert vvorden. \v) Den iten schon vvar vom Gott befoh- Ien, dass das Volk von dem HOten Jahre an, und die JLeviten von dem 50ten ge- zahlt vverden sollenj diess dauerte 14 Ta- ge. x) Den 2 Oten erhob sich die Feucrsaule der JVolke , und die Juden reisen von Si- nai vveiter, wo sie fast ein ganzes Jahr geblieben varen. — Jethro kehret nach Madian zurtick. Sein Sohn Hobab bleibt bey dem Afoses. y) —Nach 3 Tagen kom- men sie, (den 23ten) 7 um Grabe der Be- gierlichkeit, zum 13tenLager, nahe an der Wiiste Pharan. z) — Wegen Ermii- dung von der Reise murreten sie zum 6ten Mahlj a) aber durch himmlisches Feuer wird das Murren gedampft. Bald darauf murreten sie zum Tten Mahlj und Gott stillet ihren Unvvillen durch JVachteln, die sie dann durch 30 Tage hatten. b)— Moses bestellet 70 Alteste, die ihm auch in zeitlichenGeschafcenbeystehen sollten. c) Diess \var der Anfang des judischen San- chedrins. — Dieser Ort erhielt den Nah- men, das Grab der Begierlichkeit, vveil die ob Mangel an Fleischspeisen Murren- w) Levit c. 24. x) Num. c. 2, 3 . y) Num. c. 10, v. 11 u. 29. z) Num. c. 10, v. 12. a) Num. c. 11, v. 1. b) Num. c. n, v. 20. c) Num. c. 11, v. 2 < 4 ‘ 2tes Jahr ates Monat 2tes Jahr 3 tes Monat §• 43 . 4-tes Monat *>tes Monat den vom Gott mit dem Tode bestraft wnr- den, und weil man sie auch allda begra« ben hatte. d) Den 2(5 ten, (sagt Forniell) reiseten sie ab, und kamen 4 Tage hernach zum l4ten Lager in Haseroth. e) §. 5 . Den iten werden Maria und Aaron, vregen der Gemahlinn des Moses, (einer Aethioprerinri) unwillig. f) Allein Maria wird desshalb mit 7tagigen Aussatze ge- straft. g) Nach ihrer Genesung ziehen sie wei- ter zur isten Herberge. Den Sten kamen sie in Rethma an.b) welche, (so wie die meisten nachherigen Quartiere) einen Theil der grossen Wiiste Pharon ausmaehtej i) dieser Ort \vird auch Kadesvarne genannt j k) weil Rethma nicht weit von der Stadt Kadesbarne lag.—Von da wurden die Auskundschafter mit Josue, 13 an der Zahl geschickt, um Chanaan in Augenschein zu nebmen. Nach 10 Tagen kamen sie zuriick, und eilf an der Zahl, bringen eine liigenhafte und drollige Be- d) Num. c ix , v. letzte. e) Num. c. ir, v. letzte und Num. c. 33 , v. 17. f) Num. c. 12, v. 1« g) Num. c. 12, v. 10 etc. h) Num. c. v. 18. i) Num. c. i 3 , v. 1. k) Deutoron c, 1,2, 20. — 80 — schreibung von Chanaan mit, vvodurch sie, ob sich schon ihre zwey Mitmanner, Jo- sue und Chaleb , diesem liigenhaften Lan- des-Abrisse entgegenstammen, das Volk zum Aufruhr bringen. 1 ) Und diess ist das lOte Murren, wenn man auch noch jenen Unvvilien hinzuzahlet, vvelcher entstand, als das Volk aus Misstrauen sein gesam- meltes Manna auf den kiinfcigen Tag spa- ren, und doch noch am Sabbathe selbes sammeln wollte- Den 19 ten vvagen die Hebr&r, obne auf Gottes Befehl zu horchen, mit den Amalekitern, eine Schlacht, und vverden geschlagen, und Iliehen in die Wiiste Pharan. n) Bald darauf wendeten sie sich gar zum rothen Meere zuriick. o) — Zur Strafe ih- res so vielfalltigen Ungehorsams und Mur- rens, verv>ies sie Gott fast auf 40 Jahre weg von dem heiligen Lande. Es ist da- her ungewiss, vvann sie zur 16tcn Herber- ge kamen, nahmlich nach Remomphares. Hier wurde ein Entheiliger des Sabbaths gesteiniget. p) Ebenso istungevviss, vvann sie nach Lebna kamen, in das lTteLa- ger. q) Von hier riickten sie nach Ressa, in das I 8 te Quartier ein. r) 1) Num. e. i3 , v. 14. m) Exod, c. 16 , v. 27. n) Exod. c. 16 , v. 20,27 etc. o) Num. c. »4> v. 14. p) Num. c. i5 , v. 32. q) Num. c. 33 , v. 20, r) Num. c. 33 , v. a3. 3tes Jahr 4otes Jahr §•44. ltes Mo n at ates Monat — 81 — Zum i()ten Nachtlager gelangten sie nach Zeelatha, s) wo der Aufruhr des Kore, Dathan und ALbiron neue Strafen von Gott herbey rief, und Aarons Ruthe sich abermahls Ansehen verschafte, t) bey Gelegenheit des i 2 ten Murrens. u) Von den iibrigen 55 Jahren herrscbt ein ganzliches Stillschweigen in den heili- gen Blattern. Kur so viel vvird bemerkt, dass die Hebraer allmahlig ihre Wohnun- gen noch 30 mahl veranderten. v) !§. 0. Es war Nisan oder der macedonische Xanticus, sagt Joseph Flavius, als Maria die Schvvester des Moses im iten Mondes- viertel, starb. Ihr Sterbort war die AV li¬ ste Sin oder Sem 'im sogenannten Orte Kades x) Hier war das 33 te Quartier. Maria war damahls 126 Jahr alt. y) und war of- fentlich begraben mit vielem Geprange; nach ihrem Tode veranstalltete Moses ei- ne offentliche Trauer. — Im 2ten Monate, (den 13 Tag,) (so viel man aus der heiligen Schrift entneh- men kann ,) murreten die Hebraer ob groš- sen Wassermangel. z) Hier hatten Moses s) Num, c. 33, v. 2 S. t) Num..c. 17 . u) Num. c. 16 , v- 4 l - v) Num. c. 33, v. q 3 —■ 36. x) Num. c. 20 , v. 1 und c. 33, v. 36. y) Fla* vius. z) Num. c. 20 , v. 2 . — 82 — und Aaron ein Misstrauen gehabt, ob vvohl der Fels Wasser geben vverde ? a) — Aus dem niihmlichen Quartier schickte Moses eine Gesandtschaft an den Konig von Edom um ihn zu ersuchen, das hebraische Volk durch die Mitte seinesLandes ungehindert reisen zu lassen. Allein die Gesandtschaft ltam zuriick, ohne den Z-vveck erreicht zu haben, und das hebraische Volk musste durch das Land der Moabiter ziehen, doch nicht ohne die Griinze der Idumaeer nie- dergeriessen zu haben. b) Sie hatten ihr Lager an der Granze Edoma geschlagen , und zvvar am Berge Hor. c) Dieses Quar- tier \var das 3 4 te. Den iten Tag ist Aaron gestorben ; d) alt 123 Jahre. Eleazar, sein Sohn folgte ihm im Oberpriesteramte nach, und das Volk trauerte nach ihm 30 Tage. Nachdem die Israeliten den chanani- tischen Konig Arad aufsHaupt geschlagen hatten, e) reiseten sie ab , und kamen in die 35 te Herberge nach Salmona. f) Von da in die 36te nach Pl mn. on , g) wo das i4te Gemurmel entstand v\egen Manna, das ihen schon zu Eckel gevvorden war j auch wegen Sattheit seiner B.eise 5 —aber durch fnurige Schlangen, und durch Tod- a) Nuni. c. 20, v. 12. b) Num. c. ao , v. 14 u. Deutoron c. 2, v. 4. ■ c) Num. c. 33 , v. ‘S7. d) Num. c. 33 , v. 38 , aucli Deutoron c. 10, v. 6. e) Num. c. 21 , 1. f) Num. c. 33 , v. 41. g) Num. c. 33 , v. 4 2 * Stes Monat 6tes Blonat tung vieler Aufriihrer , vvurde der Aufruhr gedampft. h) Bald darauf verliessen sie die Granzen Edoms , und schlugen ihr Lager in Jeabarirn auf, an den Granzen der A/o- abiter. i) Das 37 ten Nachtlager hatten sie in Obothj k) das 38te aber an den Granzen JVfoab. Das 3 Qte Quartier war in Dibon- gad, am Flusse und im Tkale Zared. 1) Reisend neben dem Flusse Amon, an nahmlichen moabitischen Granzen , m) war das 40te Quartier, neben Helmondebla- thaim , n) (an eben jenem Flusse-^rnon. o) Als sicdiesen FIuss ubersetzten, p) schick- ten sie Gesandte zum Konige der Amorr- haer, Sehon, allein als er ihnen den Uber- gang verbothen hatte, bemeisterten sie sich durchWaffen seines Landes. Und als bald darauf der Konig von Basan miteinem Kriegsheere ankam , schlugen die Israeli- ten, nach Gottes-Vorhersagung, aucb dle¬ sen in die Flucht. und besetzten das Larfd. q) Das 4ite Quartier vvaram Berge Aba- rim. Aus der Gegend der Stadt Nebo —- (so benatfnt von dem naben Berge, auch Nebo, dessenScheitel Phasga h e isst, r) — Helen die Israeliten in das flache Land h) Nnm. c. 21 , v. 4- i) Num. c. 2 i', v. 10 . k) Num. c. 2 t, v n. u. c. 33, v. M 1) Nunv c 33, v. m) Num. c. 33, v. i3. «) Num. c. 33, v. 4 6 . o) Num. c. 21 , v. p) Deutoron c. 2 , v. 24 : q) Num, c. 21 , ai. r") Num. c. 33 , v, 47* — 84 — Moab, s) und hielten ihr 42tes Standquar- tier. Hier vervveilten sie das ganze iibrige Jahr, bis si eJosue liber den Jordan fiihr- te. Hieher kam Balac, Kbnig der Moa- biter mit dem Wahrsager Balaam, damit er den Isračliten den Fluch sprechen mbch- te. t) — Hier siindigten auch die Israeliten mit den moabitischen Tochtern, und betheten den Beel Pliegor an $ Zambri aber wird von dem Phinas durchbohrt. u) — Das Volk wird von Neuem geziihlt, v) damit man vvissen vverde , vvelcher Zunft ein grosserer Landtheil zukommen miisse. Dem Moses wird sein Tod angekiin- diget. w) — Josue vvird als Fiihrer des Volkes erwiihltj x) und unter seinem Be- fehle werden die MacLianiter geschlagen, y) und unter ihnen Balaam. z) Den Ziinf- ten Ruben, Gad, und der Halfte vom Stamme Manassee, wird das Land dies- seits des Jordans zum Besitz angevviesen. z z) §• 1 ' §-45. Den iten Dag im x itenMonate, erkld- ret Moses den JVillen Golles des Herrn , a) s) Num. c. 33, v. 4^ und c. 22, v. 1. t) Nnm. c. 22, v. 25. u) Num. c. 25. v) Num. c. 26. iv) Num. c. 27, v. 12. x) Num. c. 27, v. 10. y) Num. c. 3i. z) Num. c. 3x,v.8. zz) Num. c. 32. a) Deutoron c. r, v. 3, — 85 — durch den ganzen Monat hindurch. Er bestimmt die Freystadte j (Asyle) b) schreibt Gesetze einem etivaigen Konige vor; c) erneuert den Bund zivischen Gott und dem Volke; d) bejiehlt das Buch in die Bundeslade zu legen; e) und das Gesetz jedes siebente oder Sabbath/ahr am Ta- bernakelfeste dem Volke vorzulesen. f) — Endlich nach abgesungenem Liede, und nach jedem Stamme ertheiltenSegen, g) — das herrliche Panorama des heiligen Lan- des vor seinen Fiissen ausgebreitet, —von dem Gipfel Phasga des Berges Nebo , durch Engels-Hiilfe mehrmahl beschau- end, h) — streckt Moses seine Hande gen Himmel auf, bethet—und stirbt! — Nun entsteht unter dem Volke ein Klagen und einSeufzen: Was vvird aus uns iverden, sprach man, vvenn vvir keinen Vater, um uns zu ernahren j keinen Pro- pheten, um uns zu unterrichten; keinen Mittler, um uns mit Gott zu versohnen} und keinen Fiihrer, um uns in das ver- heissene Land zu fiihren, — mehr haben werden ? — Diess ist das Loos der grosstenMan- ner, besonders der Heiligen j nie gllinzt ihrVerdienst mehr, alsbeyihrem Tode,— b) Deutoron c. 4, v. 4 1 * c ) Deutoron c. »7 , v. 14. d) Deutoron c. 29, v. 10. e) Deuto¬ ron c. 3i, v. 26. f) Deutoron c. 3i , v. > 0, g) Deutoron c. 33. h) Deutoron c. 34, v. *• — 86 — So lange man člen Moses hatte, foigtc man ihn nichtj und als er starb, — war man untrostlich! — Der i20jahrige Moses ward von dem nahmlichen Engel begraben. i) — Die He- braer behaupten; Moses ware. den i2ten Adar gestorbenj Joseph Flavius gar den ersten desselben Monates; allein (Rabbi Moses und Seder-Olam bezeichnen aus- driicklich den 7ten Tag. Das Volk vveinte und trauerte iiber ihn durch dreyssig Tage. 1) Dritter Abschnitt. Eintheilung der Jahre Josua’ j'. $• I* ^.46. Nacli erfolgtem Tode Mosis, (den "ten des i2ten Monates) iibernahm Josne die Fiihrung des Volkesj und nun scliickte er im nahmlichen Monate noch , Kundschaf- ter aus, um die Stadt Jericho zu besichti- gen. m) Die Kundschafter kommen an- langs des zweyten Monates zuriick, und Josue befiehlt, nach beendigter Trauer, dass sich die Israelilen auf 3 Tage mit Le- i) Deutoron c. 34, v. 6, 1) Deu toren c. letzte v. 8. m) Josue c. 2 . 7 87 bensmitteln versehen sollen, mit dem Bey- fiigen : sie iviirden nun iiber den Jordan setzen. Nach Verlauf der 3 Tage kommen sie trockenen Fusses liber den Jordan. Diess geschah den lOten Tag des ersten Monates. n) Den llten vvurde das Volk in Galga- la bescbnitten, und schlug das erste La- ger auf. o) Den i4ten Abends assen sie dort das Osterlamm, p) und da Erdfriichte schon in Menge vorhanden vvaren, so hatte nun ihnen nicht mehr Manna geregnet. S) Richter c. 4 3 v. 3. h) Richter c. 6 , v. >• — 98 — Unter Jair und Jephte, i) unter den Philisthern und Ammonitern, 18 Jahre der Knechtschaft. Zur Zeit Samsons und Heli's,\£) un¬ ter den Philisthern , 40 Jahre der Knecht¬ schaft. Also zusammen 111 Jahre der Knecht¬ schaft. Andere 1) vvollen die Jahre der Scla- verey von denen der Richter viel mehr ab- ziehen. Dicss konnte jedoch nicht leicht geschehen, ohne den hebraischen, grie- chischen und lateinischen Text, (3. B.Ko- nig c. 6, v. 1 , wo hlar gesagt \yird, das Salamon 480 Jahre nach dem Auszuge aus Agypten seinenTempelbaubegann,) m) fiir verfalscht zu erklaren. Es istviel mehr er- weislich, duss die Knechtschaftsjahre in. den Jabren der Richter seibst enthalten sind. Die heilige Schrift zeigt uns ja den geradesten Weg hie und da seibst an. Z. B. n) „Jabin, llonig von Chanaan ha- be ausserordenilich (die Juden) gedriickt durch 20 JahreA Und gleich darauf. o) ,,Injener Zeil der zvvanzigjahrigcn Knecht¬ schaft) war die Prophelinn Debora, Isra- els Richterinn.“ Es vverden hier also ja vvohl die 20 Jahre der Knechtschaft in je- i) Richter c 10 , v. 8 . h) Richter c i3, v i* 1) Der heil. Hieronymus B. i 32 an Vitalj lieil. August. in iSten B von der Stadt Got- tes, {Nicephorus c. 4, und andere. m) 3 B. Kon c. 6 , v. 1 n) Richter c. 4, v. 3. o) Richter c 4 3 v 4- — 99 — nen 40 Jahren der Richterinn Dd^ora ein- gezahlt. —Ferner p) „ Samson iibte zwar sein Richteramt durch 20 Jahre iiber Israel aus, allein — in den Jahren der Philisther das ist, da die Philisther liber die Israeliten herrschtenj so wie cs kurz vorher q) ausgedriickt wird, als die Israeliten dem Samson sagten: „fPeisst du nicht, dass uns die Philisther hefeh- len?“ —und sie beherrschten Israel wirk« lich bis zu Samsons Tode, wie alle That- sachen laut sprechen. Es sind daher die samsonisch richterlichen 20 Jahre nicht verschieden, von den Knechtschaftsjahren, vvelche Israel unter den Philisthern aus- halten musste. Das Nahmliche 'ist sich auch von den andern Knechtschaftsjahren zu denken. r) p) Richter c. i5, v. 20 . q) Richter c. i5 , v. u* r) So lehrt Eusebius nach der Tradition der Hebraer; so Beda , Cardinal Hugo, und an- dere. — 100 S i e b X e nter Abschnitt. In ivelchemSinne mag iv ohl Jeph¬ te ges a gt hab e n (Richter c. 1 1 , v. 26 )" die Is ra eliten h at ten d ur c h 300 Jahre Chanaan besessen$ da vom letzten Jahre M o si s, dem ersten Tritt in Chanaan ) b is z um er st en Reg i er ung s j ahr e desJeph- te nur 206 oder 2Č7 Jahre ver- fl o s sen iv ar en? 5 i- ■A-ntwort. Jephte hatte dieses mehr rhe- torisch (per amplificationem) gesagt} statt cine incomplete, eine- complete Zalil ge- setzt, undzvvar zu seiner eigenen Bequem- lichkeit, anstatt 200, viel mehr 300 ge- ziihlt, weil die wahre Zahl 2(37 naher der Zahl 300 ist, als der Zahl 200, Der Sinn ist: dass die Israeliten fast 300 Jahre Chanaan besessen hatten. Wenn man nicht vielleicht denken vs ili, Jephte habe auch jene Jahre mitgezahlt, in welchen die Israeliten schon das Recht (vermog Gottes Versprechen) auf Chana- ans Besitz gehabt hatten, aber durch ihr eigenes Verschulden viole Jahre hernach erst jenes Land betraten. Denn schon ira zweytcn Jahre nach dem Auszuge schick- len sie Kundschafter nach Chanaan aus , — 101 — und begannen ih diesem Verstande das heilige Land als ihrEigenthum zu betrach- ten. Und blos riicksichtlich dieser ihrer Berechtigung scheint auch Jephte s) so ge- sprochen zu haben, weil der Besitz Cha- naans nicht verloren, sondern ihnen nur verschoben war. Achter Abschnitt. Von den Jahren S amueV s und S aul' s. §.53. §• *• Joseph Flavius in 6 ten Buch der Alter- thiimer, am Ende im 2 . cap. ad Gallat. sagt: Saul habe noch bey Lebzeiteji des Samuels, 18 Jahre, und nach dem Tode Samuels , noch 20 Jahre, folglich 38 Jah¬ re regiert. — Fernerj der heilige Augu- st in ss), Hilarion t) , Salmeron u) und andere sagen: Aazz/habe 40 Jahre regiert, und Samuel vor dem Saul auch so viele> oder nur etwas \veniger Jahre fiir sich. Wirklich zAvingt die heilige Schrift selbst zu dieser letztern Meinung. — s) Num. c. 1 3 , v. 24* ss ) Heil. August. 18. B. von derStadt Gottes c.20,u. 17 B. c. 7. *) Hilarion. Anhang , von der Dauer der Welt. u) Salmeron i 4 te Vorrede , j7teFormel. 102 Andere behaupten , Saul und Samuel hiitten 7,usammen 40 Jahre das Richteramt ansgeiibt! — Eine kleineBeleuchtung wird vielleicht in dieser Sache, hier nicht ara unrechten Orte stehen. Erster Schluss. Es ist gcvviss, dass Samuel nicht nur 20 oder 22, sondern mindestens 38 Jahre Richter gevvesen ist, bevor nocla Saul auftrat. Denn Samuel fing das Richteramt schon in seiner Jugend an auszuiiben, denn er sagt es ja selbst: tt) ,;Man solle sein Leben, seitdem er Rich¬ ter ist, durchforschen , ob man ihn doch eines Verbrechens, irgend einer Geualt- thdtigkeit, einer Unterdriickung, oder einer Geschenkannahme icird zeihen konnen 1“ Er sagt es selbst: ,.Ich habe von Jugend auf unter euch gelebt, bis auf diesen Tag. Sehet , da binic/i!-‘ — Darura folgern Viele: Samuel rniisse von Jugend auf Israels Richter gevvesen. seyn. Man sieht auch andersvvo: u) ,,Aa- rnuel v dre 20 Jahre nach Heli’s Tode Richter geioesen, li habe das Volk zusam- men berufen , es unterrichtet, zur Schlacht angefiihrt, als wenn er schon langst des Richteramtes gevvohnt gevvesen vvare. So auch v) ,,Samuel habe durc/i alle seine tt) j Konig. c. is, v. 3. n) i Kijnig. c. 7 , v . 3 . v) 1 Konig. c. 7, v. i 5 . 8 103 Lebensjahre Israel gerichtet — Also doch von Jugend auf! — Einwendung. Im Jugendalter vvarer un- tauglich. zum Richteramte. Denn vvenn cs dem Flavius und den Juden zu trauen ist, so war Samuel vom prophetischen Geiste erst in seinem completen i2ten Jahre bc- lebt. w) Ich antvrorte. Diess geschah aber ei- nige Jahre vor Heli’s Tode 5 denn es vvird gleich x) darauf gesagt: ,,Samuel nahm zu, und habe zusehends Israel mit vielen TVeissagungen angefullt Daraus wird gefolgert, dass zvvischen der crsten Pro- phezeihung Samuels, und dem Untergan* ge des Helischen Hauses, y) ein Zeitraum von einigen Jahren gewesen seyn musste, aber doch nicht so gross, dass Samuel der Jugend entwachsen gevvesen ware. Setzen wir nun, dass zu den 12 Jahren Samuels noch 8 oder 9 oder 10 Jahre, wo Heli gestorben vvare, zugeziihlt vverden } so ist Samuel zvvar 22 Jahr alt, und also noch jung, doch in dem Alter nicht zur Regie- rung untauglich. Und ware er auch noch unmiindig gevvesen, so muss man beden* ken, in vvelchem Ansehen er bey dem Vol¬ ke stand. Denn z) es heist: „Von Dan bis Bersabee, hat ganz Israel erhannt) vr) 1 Konig. c. 3 , Vi 11. x) 1 Konig. c. 3 , v- 1( ) — 22. y) 1 Konig. c- 4 * 'I) 1 Konig. c. 3 , v. 20. 104 — dass der treue Samuel, des Herrn Pro- phet wareS‘ Es ist ilaher kein \Vunder, dass.als Heli starb, ganz Israel einstim- mig den Samuel zu seingrn Richter gewahlt babe. Nun sage ich: Ist Samuel friiher schon, ehe noch Saul zur Regierung kam, ermii- dct, schveach, a) und so alt gcvresen , dass er sich seine zwey Sdhne zu seinerRegie- rung beygesellet hattej so musste er vor- her nicht 20 oder 22, sondern 38 Jahre als Richter regiert haben, da man sich ei- nen Mann, von Alter und Regierungssor- gen nicht im 40ten, wohl aber im Ooten Jahre, ermiidet denken kann. — Denn so viele Jahre \vird man finden, vvenn man zu seinen 20 oder 22 Jahren noch eben so vici, und nicht mehr und nicht vveniger, hinzuzahlet. Dazu kdmmt noch , dass nach 20 Jah¬ ren , vom Tode Heli’s, b) da Samuel schon 20 Jahre Richter war, gesagt wird: c) „Je- des Jahm dre Samuel durch Betltel , Gal- gala , Masphath und Ram at ha gezogen ; und halte in dlesen Orten jeden Tag zu Gericht gesessen. (i Alles dieses bevveiset, dass Samuel nach seinen vorigen 20 Jah¬ ren, einen neuen, gar nicht kleinen Zeit- raum von Jahren noch in seinem Richter- amte zugebracht habe. a) i Kiinig. c. 8 , v. » — 5. h) i Konig. C. 7, v. a. c) j Konig. c. 7 , v. 16. . • 8 * 105 §.54. §• 2. Zu e^ter Schluss. Es ist gevviss, Saul habe nicht 40 Jahre regiert. Denn itens. Es wiiren sonachvvirklich mehr ' als 480 J ■••e vom Auszuge aus Agypten his zu Salamon s Tempelbau rerflossenj allein die heilige Schrift nennt nur 480 Jahre! 2 tens. Ist David auch vom Samuel zum Konige gesalbet, Saul aber vervvorfen vvor- den, d) und dieses trug sich im — 2 ten Regierungsjahre . (vielleicht g ar im iten) Sauls zu. Folglich nach dem kuriosen Da* fiirhalten 38 Jahre vor Sauls Tode. Sonach v. are David 8 Jahre vor seiner Geburt;zum Konige gesalbet worden. 3 Denn bey Saul) Tode war David. 30 Jahre alt, als er die Regierung iibernahm. e) otens. Als Saul zu regieren anling, muss- te er vvie Samuel bey 60 Jahre haben , da er einen so korpulenten und auch so ver- standigen Sohn hatte, dass er tausend lVlannern vorstehen, ja mit eigener Hand viele Feindc zu Boden strecken konnte. f) Saul ware demnach als ein Hunderjahrigef gestorbenj allein die heilige Schrift redet von ih m als von einem noch reeht starken Manne, der vor der Thiire des Todeš noch selbst dem gefahrlichsten Kriege beywohn* d) j Konig. c. i5, v. a3. e) s Konig. c, 5, v. 4 f) x Konig. c# i3, v. 14 und c, i4j v. »4- — io6 — te, ihn befehligte, und lange Fussreisen machte. Eine solche Starke ^cs Korpers entspricht ja wohl 100 Jahren nicht! — g) Und — David in eben jenem Jahrhunder- te lebend, auch dem Saul an Korpersstar- lie nichts nachstehend, konnte, als kaum Siebenziger, schon keinem Kriege mehr vorstehen , und obschon gut gekleidet, war es ihm doch nicht leicht warm! h) §• 3 . §.55 Dritter Schluss. Es ist noch wahr- scheinlicher, dass Saul weder 20 noch 13 Jahre regiert habe, sovvohl -vvegen der jetzt angefiihrten Griinde, als auch \vegen der zuvveithinaus verschobenen, aber langst sehon verdienten Strafe , die ihm Gott durch Samuel auflegte , nahmlich die Entthro- niing i) Was -ware aber diess fur eine Strafe flir ihn gevvesen, wenn er als 80 ger hatte dem Throne entsagen miissen, da Samuel als Oojahriger, scfcon nicht mehr regieren konnte?— Endlich, hatte David ausserdem nur 12 Jahre gebabt, als ihn Samuel zum Konige salbete, Avie wir oben unterm zvvevten Beweise sehen kbnnen 5 wie konnte man diess glauben? Eimvendung. Als David gesalbet Avurde, Arird er k) ein Knabe genannt! g) 1 Kiinig. c. v. 3 umi 25 . li) 3 Kiinig. c. 1 , v. 1. i) 1 Kiinig. c. > 3 , v. 14 und c. i 5 , v. 28. k) 1 Kiinig. c. 16, v. ir. 10 1 Ich anus o rt e Er wird im Vergleich mit seinen ilbrigen Briidern ein Knabe ge- nannt j aber in eben jenem Hauptstiicke 1) wird er Mann, und zvvar ein streitbarer , starker und vreiser Mann geheissen. Diese schbnen Beyworter kann man Jlinglingen von 12 oder 15 Jahren wohl nicbt beylegen. Darum sagen die Hebra- er: m) als David vom Samuel im ersten Jahre Sauls zum Konige gesalbt vvurde, \vare David damahls 22 Jahre alt gewesen. Ich aber bin derMeinung, David hatte da¬ mahls 28 Jahre gehabt. Denn — §.56. §. 4. Es isE sehr vvahrscheinlich/dass Saul nicht langer als 2 Jahre Konig war. n) Denn Rabbi Abraham in seiner Geschicbte der Cabala, fiihrt recht gut den Text an , o) vvo es heisst: „So wie ein einjdhriger Sohn , (nahmlich unschuldig, ohne Falsch) so zvar auch Sani, als er die Regi er/ing antrat, und er regierte 2 Jahre iiber Israel.“ Also 2 Jahre. Darum drohete aber auch Samuel gleich nach der Huldi- gung im nachst vorbergehenden Verse. p) :\,Wemz ihr in der Bosheit verharret, so iverdet ihr und euer Konig untergehen ' 1 1) i Konig c. 16 , v, 18 . m) In Seder-Olam c. i3. n) Auch Seder-Olam c. 53, und Ger- ard. o) i Konig c. id, v. i. ji) i Konig.e. is , v. letat, 108 — Und balddarauf sagte er: Er w dre ivahr- liaftig ein ProphetS‘ Denn obschon Saul, in dem Augenblicke, als er Konig \vurde , gut \var, so hatte sich im Saul alsogleich alles verandert, und zwar dermassen , dass er nur 2 Jalire regierte. Einioendung. Aber so vi el e vom Saul gelieferte Schlachten, -—und nur in 2 Jabren? —! Ich sage: Alles dieses vvar recht und leicht moglich. Denn seine Truppen wa- ren bejsammenj sie folgten ihm allervvarts willig; die Feinde kvaren nicht, wie jetzt, 200 JVIeilen entlernt, sondern sehr nahe gewesen. Man denUe doch •, in einem hal- ben Jahre hatte er die Ammoniter , v. 7. a) 2 R. c. 5 , v. 1. h) a K c 5 , v 3 . c) 2 R c. 5 , v, 7. d) a R. c. 5 , -v. 8. E i nt hei l u n g 118 — Das folgende Jahr blasen die Philis- ther abermahl in die Kriegstrompete 5 e) aber Datiid schlagt sie in Baal - Phara- sim, f) und \vird durch einen Seitenweg ihr Sieger. g) — Drey tapfere MannerZ?«- vids hohlen, \viihrend der von den Philis- thern besetzten Stadt Belhlehem, Wasser aus derselben. h) Seit diesem Augenbliche hat David mehrere Frauen. k) Er bauet sich einen Pallast} 1 ) iibertragt die Bundeslade aus Cariathiarim; m) — aber, ob dem von Gott getodteten Oza, n) getrauet er sich nicht dieseibe nach Hause zu nehmen, sondern legt sie im Hause des Obededom nieder. o) Jedocbnach 3 Monaten p) iiber- setzt er sie in eine eigends dazu erbaute Kapelle, q) obschon die Stiftsl.utte des Mosis in Gabaon bleibt. r) (Diess im lOten Jahre Davids ) . Bald darauf denkt er auf den Bau des Tempels zu Jerusalem. s) Aber Gott be- fiehlt ihm diess Geschaft dem Salomon auf- zusparen. t) — Pineda, Salian, und An- dere sind der Meinung, dass zu eben der Zeit auch die Beschreibung und der Abriss e) 2 Konig. c, 5 , v. 17. f) 2 It. c. 5 , v. 20. g) 2 K. c. 5 , v 23 . h) 2 R, c- 23 , und 1 Para- lip c. n k) 2 K. c 5 , v. x 3 . 1 ) aR. c 5 , v. 11. m) a K. c. i>. n) 2 K. c. x , v* 7. o) 2 K. c. 6, v 10. p) a K. c. 6 , v. 11. q) 2R.C.6, V. I, 2, t) I K. C. 2* , V. 7, g) 2 K.e. 7, v. 2, t) 2 K. c, 7, v.is. 9 — 119 — des Tempels von Gott dem David gege- ben vvurde. u)«— David nimmt durch eine Schlacht denPhilisthern, (i2tes Jahr Davids) die Stadt Geth vveg, und legt ihnen Tri- but auf. v) .02. §. 2. Durch vvlederhohlte Einfalle jder Mo- abiter gereizt, schlagt David auch diese, und macbt sie sich zinsbar. vv) Damahls war es auch, dass Banajas zwey Lovvcn des Moab erlegte. x) (i3tes Jahr Davids.) Er besiegte auch Sj^rien. y) (i4tes Jahr Davids.) Auch die Amalekiter z) und Idumd- er $ a) vvelchen Krieg, wie es scheint, Abisai fiihrte, b) obschon dieser Krieg, auch dem David und seinem Oberfeld- herrn Joab zugeschrieben wird. c) In die- setn Jahre (wenn nicht friiher) nimmt Da¬ vid, den Sohn Mephiboseth, in seine Fa- milie auf, d) vvelcher einen Sohn Micka hatte. Mephiboseth vvar damahls rriinde- stens 20 Jahre alt. Denn es heisst: e) ,,Me¬ phiboseth ware fiinfjdhrig , ttls sein Va- u) i Paralip c, 28 , v n. v) 2 Konig. c.8 , v. 1. w) 2 K c. 8, v. 2. x) 2 K. c. 23 , v 20 und 1 Paralip. c. 11, v. 22. y) 1 K. c. 8, v. 3 u. 6 z) 2 K. c. 8, v. 12. a) 2 K. c. 8 , v. i 3 ^ 14 b) 1 Paralip c 18, v 12. c) 3 K c, 11, v 16, d) 2 K. c. 9 , v. 12 e) 2 K. c. 4 > 4* 120 ter Janathan, und sein Grossvater Sani gestorben wdren.“ ^Das ist, im ersten Re- gierungsjahre. Davids.) Also 5 Jahre abge- zogen von 20 Jahren, geben i 5 Regierungs* jahre des Davids. (lStes Jahr Davids.) David schickt Gesandte zu dem Am- monitischen Koiiige Hanon, um diesen ob seines Vaters Untergang zu trbsten •, f) al- lein die Gesandten werden schandlich em- pfangenj g) daher ein neuer Krieg, wel- 1 chen zu beendigen , Joab abgeordnet wird. ^ h) David aber gehtgegendie Sj^rer, Bun- I desgenossen der Amrnoniter. i) (lbtes Jahr * Davids.) Zu Anfange des folgenden Jahres wird zur Beendigung des Ammonitis chen Krie- , ges, und zur Eroberung der Stadt Rab- , bath, Joab abgescliicht. k) — - David bricbt die Ehe mit der Belhsa- bee 1 ) hefiehlt ihren Mann Uria zu tod- ten. m) Vereinigt mit Joab, besetzt er die Stadt Rabbath, n) und vviihlt grausam in i die Amrnoniter. o) Als David zuriickkehrt, gebiert ihm Bethsabee einen Sohn. p) - Vom PropheteniVač/zzm gemahnt,bereuet er - bitterlich seine bosenThaten, q)und der klei- ne einjahrigeSohn, stirbt. r) (i7tes J. Dav.) It d f) 2R. C. 10, V a. g) 2 K. c. 10, V. 4 h) 2 3 , K.c to, v. 7. i) 2 K. c- 10, v. 17. k) 2 R. r, c. 11, v. 1. 1 ) 2 R. c. 11, v. 4. m) 2 R. C. 11 , v i 5 . n) 2 K. c 12, V. 29. o) aR, C. 12, v. 3 i, p) a R. c. 11 , v. 27. q) a K. c, 145 v * ‘4 r ) 3 K. c 12, v i 8 . 9 * 121 §• 3. Zu Anfange des folgenden Jahres vvird Salomon empfangen, s) und gegen Ende des Jahres geboren. t) (Massaus und Tor- niell \vollen, Salomon vvike 3 Jahre frii- her geboren gewescn, nahmlich im i5ten Regierungsjahre Davids; Pineda aber ein Jalir spater, das ist, im Davids igten Re¬ gierungsjahre.) Wir aber sehen nur au£ das 2 te Buch der Konige c. i2, v. 24$ vvoraus erhellet: Salomon ist, obschon im Zahlen der 4te, doch der Erstgeborne. Also— im i8ten Regierungsjahre Davids. Im 20 ten Regierungsjahre Davids scheint eine dreyjahrige Hungersnoth die Juden heimgesucht zu haben, deren in der Schrift u) .Ervvahnung geschiebt, wo zur Hebung dieser Noth 7 Enkel Saul’s ge- kreuziget vverden mussten, v) (20tes Jahr Davids.) Ein neuer Rrieg mit den Philistfiern. \v) (24tes Jahr Davids.) 3Moch drey andere Kriege mit eben denselben, x) (27tes Jahr Davids,) alle in David’s Regierungsjahren. Alle diese Kriege seheinen nicht aus naturlichen Ursachen hervorgegangen zu seyn , so wie alle Ausleger meinen. Es musste sicb bevvahren die Drohung. xx) s) 2 K. C* 12 J v. 24 * 1 ) a K, C 12, V. 24. u) 3 K. c. 21, v. 1. v) 2 K. c ai , v. 6. w) s K. C. 12, V. 26. x) 2 K. C, 12, v. 18, XX) 2 K, C. 13 , V| 10. — 122 — } ,Das Schuoert wird von deinem Hanse nicht iveichen, bis auf ewige Zeilen“ Aber die blutigste Wunde brachten dem David die Misshelligkeiten unter seinen Sohnen bey, die eben damahls ausbrachen. (28tes Jahr Davids.) Deml bald darauf schandet Amman die Thamar, y) und vertreibt zuletztnoch die Ungluckliche. z) (oOtes Jahr Davids.) Zwey Jahre darauf a) wird Ammon von seinem Bruder Absalon b) getodtet, und Letzterer fliichtet sich nach Gessen c) zu seinem miitterlichen Grossvater , d) und bleibt da 3 Jahre. e) (33tes Jahr Davids.) Endlich versohnet sich Absalon mit seinem Vater, und (3 5 tes Jahr Davids) wird vom Letztern kiissend empfangen, nach dem er zuvor von Gessen nach Jerusalem geltommen war, f) aber zwey Jahre sei- nes Vaters Antlitz entbehren musste. g) E^ach der Zeit reizte er die Israeliten selbst vvider seinen Vaterj frevelnd be- sprieht er sich mit den vornehmsten konig- lichen Ministern , h) und vvird taglich stor- rischer. i) — Endlich nach verflossenen 40 Jahren, (nach Einsetzung der Konigs- vviirde in Juda) erhath Absalon vom Kom- y) a Konig. c. i 3 , v. 14— ai. z) 2 K. c. i 3 , v. 16. a) 2 K. c. iB, v* 23 b) 2 K. c. i 3 , v. s8. c) a K c. i 3 , v. 37 d) 2 K. c. 3 , v. 3 . e) 3 K. c i 3 , v. 38 . f) 2 K. c. 14. g) 2K. c. 14, v. 28. li) 2 K. c. i 5 , v. xo. i) 2 K. c i 5 ; v. 1. 123 ge dic Erlaubniss, sich nah Hebron bege- ben zu diirfen, um dort Gott zu opfern. Allein dort erreget er seine schon langst beabsichtigte Meuterey 5 und stellt sich an die Spitze der Aufriihrer gegen seinenVa- ter, k) im o^ten Regierungsjahre desLetz- tern, im Friihlinge , da David 08, Abso¬ lon aber 33 Jahre alt war. Minder als 33 Jahr alt konnte Absa- lon bey diesem Acte nicht seyn , da er sich schon langst fiir tauglich wahnte, das Reich regieren zu konnen. Ja nach der Riickkehr von Gessen zum Vater, hatte er schon 4 Sohne, und ernahrte vorher durck il Jahre seine Familiej hatte auch einiges Vermogen, 1) daher man alle diese Umstande mit tveniger Jahren nicht aus- gleichen kann. Im 2 ten Monate wird Absalon an sei- nen Haaren an einer Eiche hangend, vom General Joab erstochen, m) und David ,— zwar durch den Tod seines Sohnes im Herzen tief bewegt — ist nun Konig im Frieden. n) Doch auch diese Ruke wird gestoret durch den Aufriihrer Seba in Israelj o) aber er verliert bald sein Leben, und dann kommt vvieder Ruhe. p) k) 2 Konig. c. i 5 , v. 12. 1 ) 2 K. c. i 3 , y. 20 — 23 . m) 2 K c i 8 ,v.i 4 > n) 2 K, c. 19, o) 2 K. c. 20 , v 1. p) 2 K. c 20, v. 22. 124 — r Am Ende dieses Jahres befiehlt David sein Volk zu zahlenj q) allein Gott straft ihn mit der Pest, r) als er schon 40 Jahre regierte. Der jetzt schon alte und gebrechliche David rr) nimmt die Sunamitin Abisag zur Ehe. s) Indessen strebt Adonias der Zweytgeborne nach dem Reiche, t) Nun befiehlt der Konig bey dieser Gelegenheit seinen Sohn Salomon zu vveihen, u) da dieser beylaufig 20 oder 22 Jahre hatte. Bald darauf stirbt David eines seligen To- des, seiner Regierung im 4 lten Jahre. q) a Konig. c. a4 , v. i. r) 2 K. c. a4, v. x5. rr) 3 K. c. i,v. i. s) 3 K. i,v. 4 . t) 3R, c i, v. 5. u) 3 K. c. i, v. 33 — 39, Fiinftes Hauptstiick Viertes W e 11 a 11 e r. Er st er Abschnitt. Vom Anfange des S al omons chert Tempelbaues, bis ziim Knde der babjrlonischen Gefang enschaft. Rine Daner von 452 Jahren. §. 64 . §• Wie lange regierte jeder Konig ? Das geendigte vierte Regierungsjahr Sa~ lomons y (in welchem er den Tempel zu bauen anfing,) war das 480te Jahr. Von da an regierte er in allem noch 36 Jahre, und starb im Weltjahre 3060. v) Abernun fallen nach seinem Tode 10 Stamme vom Juda und Benjamin ab. w) v) 3 Konig c n, v. 4 . w) 3 K. c. la, v. 19 . — 126 — Betrachten wir daher zuerst die Koni- ge von Juda und B en j amin. Roboam, Sohn Salomons, x) regier- te. IT Jahre, 6 tarb im Weltjahre; 3077. Abia y y) regierte 3 Jahre, starb im Weltjahre 3080. Asa , z) regierte 41 Jahre, und starb im Weltjahre 3121 . Josaphat , von diesem heisst es; a) er habe 25 Jahre regiertj allein die letzten 3 Jahre werden seinem Sohne Joram an- gerechnet, von vvelchem gesagt wird: b) er habe im sten Jahre Jorairis, Soh- nes des israelitischen Konigs Achab , zu regieren angefangen. Dieser israelitische Konig Joram aber fingam Ende des l 8 ten Regierungsjahres, des judischen Konigs Josaphat an zu regieren. c) Zahlt man nun zu den lSJahren, die 5 hinzu, so hat man 23 Jahre des Josaphat. Dessen letztes Jahr ist aber das Erste des Sohnes Joram. Es gehoren sonach dem Josaphat nur 22 Jahre der Regierungj er starb im Welt- jahre 3143. Joram regierte, wie gesagt, mit sei¬ nem Vater 3, und er allein 4 Jahre , also x) 3 Konig. c. 14, v. 2i. y) 3 K, c. i 5 , v. 1 — 2. z) 3 K. c. i 5 , v. 8. a) 3 K. c. 22, v. 42. b) 4R. C.83V. 16. c) 4K. c, 3 i. 127 7 Jahre, d) Es heisst zwar: Joram habe 8 Jahre regiert, allein das^te war blos angefangen, und wird ihm nicht zugezah- let; er starb im Weltjahre 3150. Dieses sein letztes Jahr regierte er in Juda. Ochozias dd) am Ende des israeliti- schen Konigs Joram, (m dessen I 2 ten Jahre; ja am Ende des tlten Jahres des Jorams,') denn in dem i 2 ten Jahre Jo- rams waren Ochozias und Joram, (also beyde Konige vou Juda und Israel ,) vom Jechu umgebracbt worden. £) — Rihard und Arias im Daniel, behaupten: Joram , habe nicht im23ten, sondern im l 7 tenRe- gierungsjahre seines Vaters Josaphat die Regierung ubernommen, nahmlich in je- nem Zeitpunkte, als Josaphat sammt dem Achab gegen die Syrer zog. g) — We- nigstens bekam hier Joram. v om Vaterden Konigstitel, damit, wenn der Vater ein Ungliick hatte, sich sein Sohn nicht die Hande gebunden šahe. Nach dieser Be- rechnung h) hat Joram Konig von Israel in 2 ten Jahre des jiidischen Konigs Joram (Sohnes des Josaphat) zuj regieren ange¬ fangen. Also i Jahr. Er starb im Welt- jahre 3151. d) 4 Konig. c. 8 , v. 17 . dd) 4K« c 8 * v. s 5 . f) 4 K c. 9 , v. 24—27, g) 4 K, c. 23. h) 4 128 — §■ 2 - Ochozias war i) 22 Jabr alt, als er 7 ,ur Regierung kam. Wenn es in Paralip. k) heisst: Er vvare 42 Jahr damahls alt gewe- sen, so ist diess ein Druckfehler in den alten hebraischen Eiemplarien, weil es statt caph beth, beth men steht, das ist 42, denn die Zeichen sind wenig unter- schieden. Ist aber hier kein Sphalma , so miissten wir hier das Lacherlichste be- hauptenj dass nahmlich bey dem Tode des 4ojahrigen Vaters, der Soku Ochozias 42 Jabr alt vvar I —- Athalia 1) regierte tyrannisch 6 Jahr starb im Weltjahre 3i57. Joas, Sohn des Ochozias, m) regier¬ te 40 Jabr, starb im Weltjahre 3 197 . Amasias n) regierte 2Q Jahr, und starb im Weltjahr 3226 j nahmlich vom 2ten Re- gierungsjahre des-^oaj Konigs von Israel, bis zum 27tenRegierungsjahre desisraelitiscben Konigs Jeroboam , von wo er zugleich mit seinem Vater zu regieren anfing. o) Azarias oder Ozias^i) regierte 52 Jabr, starb im Weltjahre 32 78. — Im 5 ten Re- gierungsjahre dieses Ozias, (zur Zeit des Sommer - Solstitiums) hattenj die berubm- i) 4 K- c. 8 , v. 26, k) 2 Paralip. c. 22 , v. 2. 1 ) 4 K- c. is, v. 3 — 4. m) 4 K-. c. 12 , v. 2 u. c. 12, v. 1. n) 4 K c. 14, v. 2. o) 4 K. c. i 5 , v, 1. p) 4 ®b c. i 5 , v. 2. §• 65 . t e) Daher nur 4l Jahre, und zwar al¬ lein. f) Es scheint, dass er mit seinem Va¬ ter andere 12 Jahre geherrscht habe, denn g) heisst es: „Im 5len Jahre des Jer obo¬ am habe Azarias , Sohn des Amasia von Juda geherrschet Naoh Jeroboams Tode war entvveder eine Interimal-Regierung, oder eine fort- wahrende Anarchie dmch 11 Jahre. Denn vvir sehen, h) -dass endlich im 38ten Regierungsjahre des jiidischen Ko¬ nigs Ozias, Zacharias (Sohn Jeroboams z) 4 Konig c. 10, v. letzt. a) 4 K* c. i3, v. 1. b) 4 K. c. j 3 , v. 9 — 10. e) 4 K c. i3 , v. 10. d) 4 K. c. 14, v. s3. e) So Rikard und Lira- nus. f) 4 K. c. 14, v. a3. g) 4 K. c. *5 , v. i< h) 4K,c. i5 , t, 8. — 136 — des Sten,) den Scepter battc j das ist li Jahre, vomTode seincs Vaters an. Daher regierte Zacharias , Sohn des Jeroboam des 2 ten , (noch n Jahre, vom Tode sei- nes Vaters an,) — nur durch 0 Monate. i) Seli , todtend den Zacharias , freu- te sichnureiner i Monat langen Regierung, die 5 andern Monate waren anarchisch. Also Beyde eben benannte nur i Jahr. Manahem , Morder des Seli (im ge- endigten 39ten Jahre des Azarias j) regier¬ te durch 10 Jahre fast durch, und bis zum 50 ten Jahre des jiidischen Konigs Azarias , (aber ausschliessend.) Phaceja, Sohn des Manahem , 1) re¬ gierte 2 Jahre. Phacee , Sohn des Romelia, regierte nach getodtetem Phaceja, m) von Siten angefangenem Jahre des jiidischen Konigs Azarias , bis zum 20ten Jahre, (ausschlies- sig) des Joathams, (Sohnesdes Oziasi) n) Blicht als hatte Joatham 20 Jahre regiert, sondern weil jenes Jahr das 20te Jahrwar, in welchem Joatham zu regieren anfing, und das 4 te des Achaz, Sohnes des schon gestorbenen Joatham. Daher blos um die Zeit auszufullen, 20 Jahre. Osee, Sohn des Ela, regierte grausam nach ermordetem Phacee durch g Jahre, i) 4 Korng.c. i5, v. 8. k) 4 K. c. i5, v. i3. 1) 4 K. c. x5, v. a3. m') 4 K, e. i5, v. »5. n) 4 K.c. ia ,• v. 3o. * 10 137 nahmlich vom Anfange des, von dem Tode des Joaiham hergerejehneten 20 ten Jahres, o) bis zum i 2 ten vollendeten Jahre dessel- ben$ p) — und von diesem Jahre, weil er entweder vom Volke zugelassen, oder vom assyrischen Konige mit Gewalt aufgedrun- gen war,) —fangt die heilige Schrift die Jahre des Osee zu zahlcn an, und gibt ihm abermahl andere 9 Jahre, q) Zu Anfange des 8 ten Jahres belagerte Saimanassar, Samaria , und im Qten Jah¬ re des Osee , eroberte er diese Stadt, und iibersetzte die Israeliten nach Ass^rien, r) \vo sie blieben. s) Das Reich Zrrae/bestand demnach vom lten Regierungsjahre des Jeroboam , bis zum letzten des Osee durch 25(3 Jahre. Israel fieldaher 196 Jahre vor derZer- storung des Tempels und der Stadt Jeru- salem , unter fremde Konige. Zweyter Abschnitt. Jahre und T h at en der g r o s se n und k l e ine n Prophe ten nach der Or dnu n g aufg efii hrt. §. 1. Der Propheten, t) vvelche den Israeliten fiir Philosophen, Theologen und Lehrer o) 4 K« c. i5, v. 3o. p) 4 K-c. 17 , v. 1 « q) 4 K., c. 18, v. 1,9, 10. r) 4 K. c. 18, v. 11. s) 4 K., c. 17 , v. a3. t) H. August. 18 b, von der Stadt Gottes, i58 galten, \verden t7gezahlet, derenProphe- zien vvir noch haben. Osee ist der Erste von allen Prophe- ten. u) Er begann seihe Weissagungen zu Anfange der Regierung des judischen Ro¬ ni g s Azaria s oder Ozias, im "VVeltjahre 3226 , — vorChristo 778 Jahre, — vor dem Anfange der OIympiaden, welche im 5ten Rcgierungsjahre des Ozias begannen. Joel ist der Zweyte. Jonas der Dritte. Amos der Vierte 5 im 23ten Regierungs- jahre des Konigs Ozias. v) Isaias der Fiinfte. \y) Nach Eusebius im I7ten Jahre, wahrscheinlicher abernach heiligen Hieronymus im 2 5ten Jahre des nahmlichen Konigs Ozias. Wenigstens bliihete er ror Roms Erbauung, wozu im 2 8ten Jahre des Ozias der Grund gelegtyvur- de^ und vor dem Nabon-Assar, vvelcher im 33ten Regierungsjahre des Ozias zu lierrschen anfing. Daher im Weltjahre 3250 J vor Christo 751 j im 4ten Jahre der 5ten 01ympiade. Im letzten (52ten Jahre) des Ozias, s a h] Isaias x) „Den Herrn sitzend anf ci- nem erhabenen Tkrone,“ von dem er zu vveissagen geschickt wird. Abdias der Sechste. ti) Osee c. i,v. 2. v) Amos c. 1 , y. 1 . Auch Seder- Olam. w) Isaias c. 1, v. 1. x) Isaias c. 6. — 139 ~ Micheas der Siebente. Siefangen ihre Wcissagungen an , unter Jonatharn, Soh- ne des Ozias. j) — Weltjahr 3277 j vor Christo 724 j im 3 ten Jahre der I 2 ten 01 ymp. Im 4 ten Jahre des Achaz , Sohnes Joathans , weissaget Isaias, die Geburt des Mesias von einer Jungfraii, und zu- gleich den baldigen Uritergang Israels und Sj^riens, welches zu Ende desselben Jahres sich zu bewahren anfing. a) Allein vollkommen erfiillet war die Weissagung im Oten Jahre des Ezekias. h) Zur nahmhchen Zeit soli auch die ery- trdische Sibylle nach den vom heiligenAu- gustin a) zitirten Ausspriichen , Christi Ge¬ burt, Auferstekung und Gericht vorher- gesagt haben. Im iten Jahre des Ezehias. — Im Welt- jahre 3308 5 vor Christo 693 $ 2 ten Jahre der 20 ten 01ymp.$ nach Roms Erbauung 56 Jahr — vveissaget Isaias d) den Sieg der Juden liber die Philisther. Kurz vor- her verkiindet er e) den Untergang Ba - bj^lons durch den Cj^rus. Bald darauf den Untergang vonMoab, f) von Damask, g) Agj^ptens, h) Athiopiens , i) von Idumea und Arabien , k) durch den Nabuchudne- y) Miche.c. i, v. ii z) Isaias c 7, a) 4K6nig.c. i 5 , v. 29, b) 4 K c 17, v. b. c) H. August. 8 B. der Stadt Gottes c. 23 . d) Isaias c. i 4 > v ' 28. e) Isaias c. i 3 , v. 21. f) Isaias c. i 5 , v 16. g) Isaias c. 17, h) Isaias c 18, v. 19. i) Isaias c 20. k) Isaias c, 21. 140 — zar. — Im Weltjahre 3321 } vor Ghristo 680 J des Ezekias i4ten Jahrej im 3ten Jahre der 23 ten 01 ympiade. §. 2 . §-?0 Im i2ten Jahre des Konigs Ezekias , (vvo er zuerst mit seinem Vater Ahaz re- gierte ,) ging Isaias (1 vergleichen mit m) fast nackend durch 3 Tage durch Jerusa- lem, und kundigte dem Volke die Erobe- rung Agyptens und Athiopiens an, welche Lander das nahmliche Jahr Sennacherib brandschatzte , sich dann von da nach Afri¬ ka gegen den athiopischen Konig Thara- ca n) vvendete, und nachdem er ihn be- siegte, Athiopien und Ag^pten vemii- stete , endlich nach 3 Jahren, im l6tenJah- re des Sennacherib zuriickkehrte , und sich abermahl zur Belagerung Jerusalems an- schickte. Allein nach dem 185000 seiner Assyrer, nach Isaias VVeissagung, o) ge- blieben waren, fliichtet er sich gegen Ni¬ nive, und gurgelt an den jiingst dahin ver- vviesenen Israeliten seine Bache aus. p) Al¬ lein er selbst wird hier ron den Seinigen im Tempel seines Gotzen Nesroch umge- bracht. q) Zwey Jahre friiher, dasist, zu Ende des 14 ten Regierungsjahres seines Reiches, 1 ) Isaias c. 2o,v. 2. m) 4 Konig. c. 19, v. i 3 u. 17 , und c. 19, v. 9. n) 4 K c. 19, v. 9. o) Isaias c. 37. p) Tob. c. 1, v. 21, q) Tob, c. x , v. 24, — l4t — erkrankte Ezekias, und er wurde durch Isaicus, mittelst Feigenpjlaster geheilt. Der Schatten des Sonnenuhrzeigers ging l o Linien zuriick, zum Zeichen, dass Gott sein Gebeth erhort habe, und Gott verspricht ihm noch 15 Jahrelanger zu leben. r) Aber er wird s) von Isaias strenge vervviesen, dass er den Gesandten des JVIerodach, Konigs von Bahylon, so hochmiithig alle seine Schatze vorzeigte , und sich damit brustetej er sagte ihmvor: dass seine Kinder und seine Schatze bald nach Babylon selbst vvandern vvilrden. — Vom lOten bis auf das letzte Regierungs- jahr des Ezekias , hatte Isaias alle noch iibrigen Weissagungen ausgesprochen. t) In diesen beschreibt er Christian, vorge- bildet schon durch Cyrus, als den Befrej'- er aller Menschen von der Sclaverej' der Siinde^ des Teufels von der Fer- roerfung der Juden, und der allen Hei- den zu Theil iverdenden Berufung zur Seligkeit; von seinem Tode, u. s. w. Unter eben jenem Ezekias bliihete auch der 8te Prophet, nahmiich Nachum — im Weltjahre 3340J vor Christo 671 j im 2ten Jahre der 28ten 01ympiade5 nach Roms Erbauung 88 Jahre. Im Anfange der Regierung des Ma- nasses, da Isaias freymiithig dem Konige r) Isaias c. 38. s) Isaias c. 3q. t) Isaias c. 4®—66 sagt der heil. Hieronymus. seine Laster zur Besserung vorhielt, wur- de — der Prophet Isaias —miteiner hol- zernen Sage zerschnitten! — Man setze, diess ist geschehen im 4ten Jahre des Manasses, und Isaias habe zu weissagen angefangen im 25ten Jahre des Ozias, so folgt, dass Isaias ganze Q0 Jahre das Prophetenamt ausiibte, was kei- ncm andern gegeben vvurde. Starb also im Weltjahre 33Q4j vor Christo 607$ im 4ten Jahre der 28 ten 01ympiade$ naeh Erbau- ung Roms i42 Jahre. Sophonias vvar der Neunte. Habacuc der zehnte Prophet, im An- fange der Regierung des Josias. §. 3- Jeremias war der eilfte Prophet im 13ten Jahre des Konigs Josias. u) Dieses Jahr ist das ite aus den 70 Jahren, durch ■vvelche die babylonische, von Jeremias selbst verkiindete Gefangenschaft dauerte. Denn in diesem x3ten Regierungjahre des Josias j sah Jeremias vv) das feurige Ge- schirr, und die von Mitternacht heran- nahende Rutke, vvelche die Ankunft des ba- bylonischen Konigs Nabuchadnezar die Verwiistung des Judenlandes ; und theils die Vernichtung, theils die Gefangen - u) Jeremias c i, v. 2. w) Jeremias c. i. 143 — nehmung der Jaden bedeutete. — Jere¬ mias fahrt fort x) zu weissagen, von der Zerstorungdurchdie Chaldaer unter dem nahmliehen Konige Josias. Im letzten Jahre des Josias , der vom agyptisehen Konige Nechao geschlagen wurde, beklaget Jeremias denTod des Josias, nach der Sariger Weise,y) —Im Weltjah- re 3424 j vor Christo 577 y im Reiche Ju¬ da 315 2tes Jahr der 4Qten 01ympiade$ nach Roms Erbauung 17 2. Jeremias verkundet, dass Sellas oder Joacha 2 , Sohn des Josias , nach 3 Mona- ten gefangen nach Agypten abgefuhrt wer- de, z) und dass er nie mehr aus Agypten znruckkehren wird. Von seinem Bruder Joakim sagte er: dass er kein Grabmahl haben vverde. a) Ferner, dass Jechonia, Sohn Joakims, gefangen nach Babylon gebracht wird; b) er verkundiget die Drang- sale Jerusalems und seines Tempels. c) — Er wurde daher ergriffen, angeklagt, zum Tode verurtheilt, — aber davon frey ge- sprochen! — Zur nahmliehen Zeit legt Jeremias d) auf Gottes Befehl eiserne liet- ten und Banden an seinen Hals , dureb vvelche Zeichen er die Gefangenschaft der x) Jeremias e. 1 —9, und c. ir, 12 , i 3 ,14, i 5 ?, 16» y) 4 Konig. c. 23 , v. 29 und 2.Paralip. c. 35 , v. 20. z) Jerem. c. 23 , v. 10. a) Jerem. c. 22, v. 18* b) Jerem.c. aa, v. 34. c) Jerem. c. 26, d) Je¬ rem. c 27. 144 Juden Tjrrer , Sidoner, Idumaer , Moa- biler und Ammoniter verkiindigte. Dem Jeremias wirdbefohlen jeneKet- ten unter dem Sedekias, e) zu allen Koni- gen oberwahnterNationen zu schicken. Eben damahls vveissaget er auch, dass die Siin- de der Juden unaustilgbar seyn werde. f) Im 3ten Jahre Joakims, imWeltjahre 3427 j vor Christo 574 j im iten Jahre der 50 ten 01ympiadej nach Roms Erbauung 175—belagert g) Nabuchadnezar Jeru- salem, nimmt den Konig und viele Edle gefangen, als : den Daniel, Ananias, Mi- sael, und Azarias. Im 4ten Jahre Joakims iiberkommt nun Nabuchadnezar die jiidische Regie- rung, vvelche Jeremias vorsagte, h) dass nahmlich die Chaldaer den agyptischen Ko« nig Nechao sehlagen vverden , weil er sei- ne ihm zinsbaren Juden hart driicke, be- raubej und sie gefangen machte. Nach gelieferter Schlacht am Euphrat , kehrt der chaldaische Sieger, nach getodtetem Nechao, nach Agypten, und nimmt ih- nen Alles den Ass^rern geraubte. Er gibt dem Joakim sein Reich mit der Be- dingung zuriick , dass er ihm jahrlich Tri- but bezahlen werde, den er ihm abernur 3 Jahre bezahlte. e) Jerem. c. 27, v. 3 . f) Jerem.c. 17. g) Daniel c.i, r. 1. h) Jerenii c. 46 3 v. 2, — 145 — 72. §• 4. In eben dem 4ten Jahre Joakims , ruft i) Jeremias den Juden zu: dass er ih- nen schon durch volle 23 Jahre verkiindi- ge, dass ein Druck der Chaldder auf sie vvarte, und dass erdiessjetzt noch einmahl vviederhohle, sovvohl den Juden, als auch den iibrigen Volkern. Nach Verlauf von 70 Jahrenaber soli iJažj^/oraselbst von Me- dem und Persern eingenommen, und die Israeliten endlich vvieder ihrem Vaterlan- de zuriickgegeben vverden. Auch in eben dem Jahre vvirft Joakim den Jeremias in den Kerker. It) Der Prophet Baruch \vird von Jere¬ mias seines Kleinmuthes wegen getadelt. 1) Im Joakims Sten Regiernngsjahre und gten Monate, werden die aus dem Munde des Jeremias von Baruch gehorten , und dann beschriebenen Weissagungen und Drohungen dem ganzen Volke in dem Tem- pel vorgelesen. — Als der Konig člen In- halt des Vorgelesenen erfahrt, wird er zornig, und befiehlt das Buch zu verbren- nen. Baruch und Jeremias verbergen sich m) allein auf Gottes Befehl wird das Buch durch Jeremias neu geschrieben, und wo moglich, noch mit neuemlnhalte vermeh- ret. mm) i) Jerem. c a5, v. i. k) Jerem. e. 36, v. 5. 1) Jerem. e. 45. m) Jerem. c. 36 , v. i() — 23. mm) J®" rern. c 36 , v. 28. — 140 — Im 7 ten Jahre wird Joahim abermahl dahingebracht, die Hiilfe der Agypter ge- gen die Chaldaer anzurufen, und vervvei- gert den Chaldaern den Tribut. — Im Welt- jahre 3431 j vor Christo 570J im iten Jah¬ re der 51 ten 01ympiadej nach Roras Er- bauung 179 . Die Chaldaer, Syrer, Mo- abiter und Ammoniter fallen daher in sein Land. n) — Jeremias lobet die Rechabi- ien, uud vveissaget, mit leinenem Schiirz- tuche und zerbrochenem Trinhgeschirre 5 die immer naher heranriickende Gefahr Und Niederlage der Juden. o) Im Weltjahre 3435 j vor Christo 500j im 2 ten Jahre der 52ten 01ympiadej nach Erbauung Roms i83j im 11 ten Joakims, liommt endlich Nabuchadnezar, wirft den Joakim aus Jerusalem heraus, der, nach Weissagung des Jeremias p) von wilden Thieren zerrissen wird. Sein Sohn Je- chonias wird nach 3 monatlicherRegierung von Nabuchadnezar eingescblossen j er ergibt sich , und vvird mit seiner Mutter und den Vornehmsten desReiehes gefangen nach Babilon abgefuhrt, und samt ihm Ezechias, Mardochaus, und der Oberprie- ster Josedek. q) Ein Jahr darauf, folglich im iten Jah¬ re des Sedecias, sch mahe t ./eremitu r) liber n) Jerem. c. 35. o) Jerem. c. i3, v. 18 . p) Jerem. c. 22 , v, 18 , (j) Jerem c. 22 , v. a4* r) Jerem. c. 23. 147 die Saumseligkeit der jiidischen Kdnige, deren Sorglosigkeit die Ursache des Ruins und der Dienstbarkeit der Juden ist. Er verspricht durch Christum eine neueForm derRegierungjsieht2 volle Feigenhorbe •, s) die guten Feigen bedeuten das gute Ge- schick des Jechonias, und anderer mitibm Ausgevvanderten $ die schlechten aber das Ungliick des Sedecias , und anderer zu Je- rusalem Zuriickgebliebenen, §• 5 . Die Geschicbte der Szzsanna fallt in den nahmlichen Zeitpunkt. t) Die 2 von Daniel der Unzucht iiber- vviesenen Richter, Sedecias und Achab, da sie vom Volke gesteiniget werden soll- ten, wurden auf Nabuchadnezars Befehl auf dem Scheiterhaufen verbrannt. u) — Jeremias schickt Briefe an die gefan- genen Juden in Babylon j verspricht ihnen, dass sie nach Verlauf von 8o Jahren , (vom i3ten Jahre des Josias gerechnet,) vvieder naeh Judea zuriickkommen, die in Jerusa- lem Zuriickgebliebenen aber durch Pest, Hunger und Schvvert aufgerieben vverdcn. v) VVorin er Vieles auch von der vollkom- menen und wahrenErlosung durch Messias anfuhret. — s) Jerem. c.a 4 - t) Daniele. 1 3 . u) Jerem. c. 29. v. 22. v) Jerem.c. 29 u. 3 o— 3 i. 148 Im Weltjahre 3439 j vor Christo 562, im iten Jahre der 5 3 ten 01 ympiade 3 nach Roms Erbauung r87 Jahr, und im 5ten Monate des 4 ten Regierungsjahres des Sede¬ žias , w) uberfuhrt Jeremias den falschen Propheten Ananias seiner Bosheit, und statt holzerner nimmt er eiserne Ketten. Er schickt diese Ketten den Konigen von Edom , Moab, Ammon , von Tj^rus und von Sidon, durch die an den Sedezias ab- geschickten Gesandten , x) vvo er auch die- sen verschiedene Ubel verkiindet. y) In eben jenem Jahre zerbricht er auch das Gefass im Vorhofe des Tempels 3 z) darum vvird er von dem Phassur in den Kerker gevvorfen. Zu jener Zeit prophe- zeyete er auch die Zerslorung Babjrlons durch den Cj^rus} und befiehlt dem Vor- leser des Sedezias diese frohe Aussichtden zu Babylon gefangenen Juden zu verkiin- den. a) Damahls drohete er auch dem schon rebellirenden Sedezias den Untergang durch die Chaldaer. Jb) •— Ezechiel der I 2 te Prophet stehtauf^-— im Weltjahre 34403 vor Christo 5<5 15 im 2 ten Jahre der 5 3 ten 01 ympiade 3 nach Roms Erbauung 188 Jahre 3 im 5 ten Jahre des Sedezias, oder im 5 ten Jahre nachJe- chonias Wanderung nach Babilon. w) Jerem. c. 28. x) Jerem. c. 27, y) Jerem. c. 48 — 49 * z ) Jerem, c, 19. a) Jerem. c. 5 i. b) Jerem. c. i 3 , v. 18 . — 149 — Ezechiel sieht zuerst den clierubin’- schen Wagenj c) und nun fangen seine Weissagungen an, und dauern 22 Jahre. d) In diesem seinem lten Jahre wird ihm durch- ein von Himmel geschicktes von innen und von aussen beschriebenesBuch e) befohlen, sich in sein Haus als taub und gebunden einzuschliessen , f) und die Be- lagerung Jerusalems auf Papier auszudrii- cken. g) Er liegt 390 Tage (vorstellend so viele Jahre der judischen Bosheit) am linken Arme 3 und dann wieder 40 Tage am rechten Arme. gg) Wie er aber wirk- lich und in der That lag, sagte er selbst 5 h) er befand sich offentlich zu Babylon unter den Augen der Juden, und zwar vom l 4 ten Tage des 4 ten Monates des 5 ten Jahres Sedezia (i) mit k) bis zum lten Tage des Oten Monates im Gten Jahre. — Jenes 5 te Jahr vvar ein Schaltjahr, und hatte 13 Mo- nate. kk) Am 5ten Tage des 6 ten Monates aber sab er sich endlich von dem langen Lie- gen befreyet, sitzend in der Mitte seines Hauses, umgeben von den judischen Alte- sten. 1 ) Die 390 Tage, die er liegend am lin¬ ken Arme aushielt, bezeichneten so viele c) Ezech. c. i,v. x. d) Ezech. c. 40 . e) Ezech. c. 3. f) Ezech. c. 3,v. 24 . g) Ezech. c 4’ v ' l ' gg) Ezech. c 4- h) Ezech c. 4> v - l 2 * i) Ezech. c t, v. 1 . k) Ezech.c. 3, v. i5. ld<) Sagt der heil. Hieron. 1) Ezech. c.8/v 1 . T J ( A \v Si di Bi Ti ah ha ge de ste dei 101 Jal des Ko: Na an dar ger ein ser a) 150 r i i i e ) r n s s e >- :r :s ri¬ le c. ;h. ler Tage des von den Chalddern belagerten Jerusalemsj und die 40 Tage des rechten Armes, Ledeuteten die Tage, innerhalb vvelchen die Chaldacr die eingenommene Stadt Jerusaiem pliinderten , beraubten und durch Feuer verheerten. m) Fiir die letzten 40 Tage war demPro- pheten nicht befohlen \vorden , fiir das Brot zu sorgen, sondern nur fiir die 3Q0 Tage, als Dauer der Belagerung. Denn als die Stadt mit Sturm eingenommen war, hatte man keine Ursache mehr den Hun- ger zu fiirchten, indessen hatten die Ju- den Drangsale anderer Art genug auszu- steken. §• 6. §• Es verstrichen mehr als 3Q0 Tage mit der Belagerung von Jerusaiem j denn vom lOten Tage des loten Monates, im gteir Jahre des Sedezias, bis auf den pten Tag des 4ten Monates, im l lten Jahre desselben Koniges, da. ist die Zahl der Tage 544 . Nabuchadnezar kam wirklich nach Judea an dem zuletzt genannten Tage, und bald daraufvvar die Stadt eingenommen. n) Ubri- gens ist es bekannt, dass die Belagerung einer grossen Stadt doch immer mit gros- sem Zeitverlurste verbunden ist. Nabu- m) 4 K.onig c. s5, v. 8 , und Jerem. c, 5a,v. 12 . n) Jerem.c. 5s, v. 6 — 7 . 11 151 chadnezar konnte die Stadt nicht sogleich einschliessen, und vvenn sie auch von ei- ner Seite berennt war, so war doch noch viel zu thun iibrig, bis alles zur Einnah« me bereit war. Jerusalem hatte sich durch die Berennung ein vvenig erbohlet, und gevvann Frist seine Knechte, da es eben Sabbathjahr war, freyzu geben. Die Chal- daer selbst gaben den Juden dadurch et- \vas Luft, dass sie den zu Hiilfe den Juden eilenden Agyptern entgegen gingen, [und sie schlugen. Allein sobald die Juden ib- ren vorigen Lastern zu frohnen anfingen, und ihre Knechte abermahl in ihre Dien- ste aufnahmen, liehrten auch j;die Chaldd'• er zuriick, und belagerten die Stadt. o) Gott drohet durch den’ Propheten (nicht den 10 Stammen,’ vvelche schon langst in die assyrische Gefangenschaft ab- gefuhrt waren , sondern) jenen, vvelche vorziiglich Jndea und Jerusalem bewohn- ten. p) Durch den Ezechiel bestimmte Gott diesen Hartnackigen, 390 Tage Zuchti- gung. (Jeder Tag bedeutet l Jahr.) Diese Jahre haben ihren Anfang ge- nommen vom 4ten Jahre vor dem Tode Salomons. (In vvelchem sich dieser Konig selbst vom Gottesbunde abtriinnig machte, und dadurch natiirlich auch die meisten sei- ner Unterthanen in das Laster der Abgot- terey stiirzte,) o) Jerem, c. 34- p) Ezecli, c, 4 > v, i3. 152 — Die 40 Tage (Jahre) aber wurden be- sonders fiir die Ziichtigung des konigli- chen Stammes Juda bestimmt, vvelcher Nahmehier antonomastisch gesetzt ist. Die- se Jahre fingen mit dem i 3 ten Jahre des Konigs Josias an, und endigten mit dem 11 ten Jahre des Sedezias. In jener Zeit nahmlich hatte sich der Stamm Juda eben so, wie die andern Stamme unge- vvohnlich verschlimmert, so dass sie den Jeremias, und andere ihnen von Golt zu- geschickten Propheten, vvelche ihnen mit den hartesten Zuchtigungen droheten, stets nur auslachten, verspotteten, und unge- rechtest blutig verfolgten. Aus dem vor- hergehenden Abschnitte geht hervor, dass die Zahl der Jahre ganzlich ubereinstimmt. Denn ziehet man von 422 Jahren, (vvelche mit dem letzten 4tcn salomonischen Jahre verdossen sind,) die vorigen vveise zuge- brachten 32 Jahre ab, sobleiben 390 Jah¬ re, in vvelchen 40 letztern sich besonders das Haus Juda an Undank und Bosheit aus- gezeichnet hatte. .§• 7 . Im Weltjahre 344iJ vor Christo 560 J im i4ten Jahre des Nabuchudnezar) im 4ten Jahre der 53ten 01ympiade , im lfjgten Jahre nach Roms Erbauung, und Oten Jahre des Sedezias, — sieht Ezechiel in der Ent- ziickung den abgottischen Grauel zu Jeru- 11 * §•75 153 — salem. q) Er sieht, wie Ali e j die nicht mit dem Schriftzeichen Thau hezeichnet sind, getodtetwerdenjr) me Sedezias nach Babylon gefuhrtj wie er die Stadt nicht sehen, und doc.h darin sterben vvird. s) Ein Jahr darauf, in dem 7ten Jahre, zehnten Monate des Sedezias, den stenTag, riickt Ezechiel den Juden vor, die vielen von Gott empfangenen Wohlthaten 5 furckt- bar driiuend zeigt er hin, auf den unvvie- derruflichen Vervviistungsgraul der Stadt Jerusalem. t) Im Weltjahre 3444: vor Christo 557 j im 3 ten Jahre der 54ten OIympiade 5 im gten Jahre, lOten Monate, sten Tage des Sedezias — fangt an Nabuchadnezar Jerusalem einzuschliessen , und belagert die Stadt bis auf den Sten Tagim 4tenMo- nate des 11 ten Jahres, (nur dass er un- vvillkiihrlich den Juden eine Erhohlungvon 2 Monaten dadurch gestatten muss, dass er den Agyptern entgegen eilt.) u) Als er zuruekkommt, ist die Stadt ganz- lich berennt. Der Hunger in der Stadt ver- vvandelt ihre Bevvohner in Ungeheuerj Al. tern speisen ihre Kinder, diese ihre Altern. v) Den nahmlichen Tag als Nabuchadne¬ zar die Stadt einschliesst, verkiindet Eze- q) Ezech. c g, v. i. r) Ezech', c. 9 etc. s) Ezech, c. 17. etc t) Ezech. c. 20—24. u) c. 25 , und Jerem. c, 3 g und 52 , v) Jerem. c 17 und Ezech. c, 5 . 154 — chiel unten in Babylon den Juden: „Je- rusalem u erde in diesem Augenblicke vom Feuer verzehretA —Seine am nahmlichen Abend gestorbene Gemahiinn, lasst erwe- gen der Trauer ilber die Vernichtung des Tempels und der Stadt, von den Juden in Babylon nicht betrauern. w) Den Amrnonitern , Moabitern, Idu- maern und Philisthern, die iiber den Un- tergang Jerusalems frohlockten , verkiindet er eine abnliche Vernichtung. x) Dasselbe that ihnen auch Jeremias. y) Konig Sedezias bittet den Jeremias, dass er Gott um den Ausgang der Bela- gerung befragen mochte. z) Allein Jere- mias verkiindet sovrohl dem Konige, als auch dem Volke, dochnur eine schrecken- volle Zukunft. Im Weltjahre 5445, also ein Jahrdar- auf, im ioten Jahre des Sedezias , verkiin- det Jeremias abermahl dem Konige 3 dass die Stadt eingenommen, und er (der Ko- nig) in Babylon sterben vverde. a) Nun vvirft der Konig den Jeremias in denKer- ker. b) Im Kerker kauft Jeremias einen Acker von seinem Schvvestersohne durch den Barnch ; vveissaget das Schicksal Je¬ rusalems nach seiner Zerstbrung, und ver- kiindiget seine abermahlige Aufbauung, vr) Ezecli. c. 2 /j., x) Ezech. c 25. y) Jerem. c. 37 , 48 — 49- z ) Jerem, c. ai. a) Jerem, c. 84 . h) Jerem. e.3*. 155 und dass der Messias iverde geboren wer- den. c) — Sedezias geangstigt durch die Noth, (und vveil das Sabbathjahr gekom- men war,) gibt dem Jeremias wiederFrey- heit ^ erneuert den Bund mit Gottj die Juden geben nach Vorschrift des Gesetzes ihren Knechten die Freyheit. d) Indessen eilt der Konig von Agypten den Juden zu Hiilfe. e) — Die Chaldder vernehmen diessj heben auf eine kleine Zeit die Belagerung auf, gehen den Agyp- tern zu Leibe, und zvvingen sie zum Rtick- marsche. .76. §• 8. In eben jenem Jahre verkundet jEre- chiel : ee) dass Agj^pten, vvegen der den Jaden angebothenen Hiilfe, von dem Na- buchadnezar vervviistet, allein nach 40 Jahrendoch vvieder hergestellt vverden wiir- de. — Die Juden von den, die Agypter verfolgenden Chaldaern befreyet, glauben sich nun schon ganz sicher, und sie zvvin¬ gen ihre freygelassenen Knechte vvieder das Sclavenjoch anzunehmen. Jeremias straft mit Worten die Bundbriichigen, und verkundet ihnen, dass sie Alle durch Pest, Hunger und Schvvert der Chaldder um- kommen vviirden. f) — Er benachrichtiget c) Jerem. c. 33 und 23. d) Jerem c. 34,v. 6 . e) Jerem. c, 87 , v. 4 ee) Ezech. c. 29 und 3o. f) Jerem. c. 3 4 , v, 16 . — 156 — den Sedezias , dass die Agypter nach Agyp- ten zuriickkehren ) die Chaldaer aber die Belagerung Jerusalems von Neuem begm- nen vverden. g) Jeremias , als wenn er gleichsam sich zu den Chalddern fliichten wol!te, wirdam Thore gefangen, geschlos- sen, geschlagen, und in den Kerker ge- vrorfen. b) Im Geheim berathet sich Sedezias mit dem heiligen Eingekerkerten, und befiehlt ihn schcnend zu behandeln. i) Allein da der Prophet das Volk offentlich zur Uber- gabe der Stadt beretjen vsili, vvirdvonden Vornehmsten des Volkes sein Tod begekrt. •— Er wird in einen schlammigen Teich gevvorfen 5 k) allein Abdemelech ziehet ihn aus demselben , und vvirft ihn vvieder in den Kerker. 1) Hier verkundet er seinem Erretter die Erhaltung seines Lebens in dem bevorstehenden Mordgevviihle in der Stadt. m) Jeremias vsird vvieder vom Ko- nige um Rath gefragt, und er rathet ihm sich den Chalddern zu ergeben. n) —Den Iten Mondestag im Marž, des llten Jahres des Sedezias. — Im VVeltjahre 3446 j vor Christo 555 ; — weissaget Ezechiel den, wegen des Unterganges Jerusalems hoch- erfreuten Tyrern\ dass ihre Stadt Tyrus g) Jerem.c. 37 ,v 6. h) Jerem c. 37 , v. 12 . i) Je- rem.c 37 , v. 16 . U) Jerem.c. 38. 1) Jerem. c. 38, v. 7 . m) Jerem/c-39, v 16 . n) Jerem.c. 38, v. 14 . 15 7 selbst recht tiichtig vom Schvverte des Na- buchadnezar heimgesucht vverde. o) (Im letzten Verse macht er von dem darnahls schon hochbelobten Daniel Meldung.) Im nahmlichen i lten Jahre, den l ten des 3ten Monates , vergleicht Ezechiel deri Konig Pharao von Agjpten, mit dem as* syrischen Konige, und vveissaget dem Er- sten eine gleiche Niedeidage. p) • 77 « 8» Den sten des 4ten Monates , erstiirmen die Chaldder die Stadtmauern Jerusa- lems. q) Konig Sedezias flieht, aber von Chalddern eingeholt, vvird er ergriffen, und —- der Augen beraubt, und nachdem er selbst noch seine Kinder todten sieht, wird er gebunden in den Kerker nach Ba- bylon gefiihrt. r) Den gten (4 Tage nach der Einnahme der Stadt,) vverden die meisten Emvvohner umgebracht. s) Den 7ten Tag des 5teri Monates, zundet JVabuchadnezar den ko- niglichen Pallast an. Am lOten den Tem- pel des Herrn , und — zerstoret die Stadt¬ mauern. Die noch am Leben gebliebenen Juden vverden nach Babylon abgefiihrt. Nur einige arme Landleute vverden, um dasLand zu bebauen, zuriick gelassen. t) o) Ezech, c. 26,27, 38. p) Ezech. c. 3 i. verde. y) — Nachdem die agyptischen Juden auch hier in den Gotzendienst verfallen vvaren, so tadelt Jeremias diese gegen Gott und dessen Wohlthaten immervvahrend indo- lentenMenschen, mit scharfen Wor ten j z) Avird aber hier —- von ihnengesteinigei ! — u) Jerem c. 40 v) Baruch c. 6. w) Jerem. c. 4 r , und 4Konig, c. 'aS. x) Jerem. c. 43, a\ 6, y) Jerem. c. 43, z) Jerem. c. 44* 159 — Baruch fliichtet sich weg, und gelit nach. Chaldea. — Ezechiel drohet den bo- sen noch iibrig gebliebenen Judenj a) be- klaget Pharaos Fali j verkiindet die Ver - iviistung Idumaens : vveissaget, (vermittels thatsachlichen Bildes einer ungeheuren Menge todter, aber durch Gottes Wink, ivieder zum Leben gerufener Menschen- knochen ,) dass— wie diese todten, jetzt zerstreuton Menschengebeine bey der Auf- erstehung einmahl belebet vverderi,— auch die Juden eben so noch in ihren vorigen Stan A zuriick versetzt uiirden j und re- det auch noch Vielea von Gog und Magog. • 78 . §• 10 . Im Weltjahre 3450 j vor Christo 551; im Nabuchadnezars 23ten Regierungsjahre, im lten Jahre der 57ten Oljmpiade ) im lQ8ten Jahre nach Roms Erbauung, und im 5ten Jahre nach Jerusalems Einnabme, Iiberschvvcmmt Nabuchadnezar Colesyri- en~, bekampft die Moabiter und Ammoni- ter} b) belagert Tj^rus', und nachdem cr sicb der Stadt bemachtiget hatte, erbalt er von Gott zum Lohne seiner Thatendas Land Agypten. c) (Was aus dem StenAb- schnitte diesesHauptstiickesnochbesser er- hellen vvird.) a) Ezech.c. 3 s— 38 . b) Joseph Flav ioB. Altei- thiimer c. n.. c) Ezech. c. 29, v. 20. Das nahmliche Jahr člen 17ten des 5ten Monates; liest Ezechiel sein von ihm beschriebenes Buch in Anvresenheit des Jechonias , in Babilon clem ganzen Vol¬ ke vor. Im Weltjahre 3460, vor Chrnto 54l, im Jahre des Nabuchadnezar .33 J 58ten 01ympiade j 208 Jahre nach Roms Erbauung kommt — Baruch f der dreyzehnte Pro- phet. d) Er verspricht denjuden die Riick- kehr nach Jerusalem } und die vollige Frey- heit durch den zu kommenden Messias. — Vierzehn Jahre nach Jerusalems Zerstorung, oder 25 Jahre nach der tfbersiedelung des Jechonias den lOten des lten Monates, •— sieht Ezechiel im Geiste den auf dem Berge zu errichtenden neuen Tempel nach dem ganzen Abrisse. e) Vor Christi Geburt 539 Jahre, also 2 Jahre darauf, ist Nabuchadnezar nach er- obertcn Tyrus, und besiegten Ag^ptern. f) Herr von ganz Vorder- und Oberasien, und des grossten Theils von Afrika , und fangt seine grosse Monarchie zu regieren an. Damahls war es, da Ezechiel von dem jiidisehen Richter, \velchen der Prophet des Gotzendienstes beschuldigte , in Baby- lon angeklagt vvurde, vvorauf dieser gros¬ se und heilige Mann — zum Tode ver- dammt, die Martjrrkrone erlangte. d) Baruchc. i,v 2 . e)Ezech.c»4o—4 a * f) Ezech. c.3o, v. co. — 161 — Eiu Jahr darauf, im 36tenRegierung3- jahre des Nabuchadnezar, (angefangen vom 4ten Jahre Joakims,) sieht Nabuchadnezar selbst im Traume die Statue. g) Diese be- schreibt umstandlich. Daniti dervierzehnte Prophet. Selbean- zubethenwirdvom Konige dem ganzenVolke aufgetragen. gg) Allein Sidrach, Missach u. Abdenago, vvollen die goldene Statue nicht anbethen. Sie werden daher in den Feuer- ofen gevvorfen. — aber unversehret her- ausgezogen. h) Durch dieses "VVundervverk geriihrt, erkennet derKonig den Gott Da¬ niels , und befiehlt jedermann zu todten, der den Gott Daniels fluchen solite. In eben jenem Jahre erkennet auch Nabuchadnezar sein Schicksal durcji Da¬ niels Weissagung, — von einem icohlbe- laubten Baume, der bis zur TVurzel aus- gehauen icird. — Der Konig irret wirklich durch 7 Jah¬ re unter vvilden Thieren herum, indem er i2 Monate nach Daniels AVeissagungen sich in die Walder begibt. i) Auf Bitten und Gebeth Daniels, wird der Konig nach 7 Jahren aus seinem Elende erloset, sagtGott Dank dafiir, und 6tirbt wenige Monate dar- auf. Im Weltjahre 3573 j vor Christo 528; im 4ten Jahre der 6iten 01ympiade$ nach g) Daniele. 2 . gg) Daniele 2 , v 4^- h) Daniel c. 3. i) Daniel c. 4; v. 26 . — 162 Roms Erbauung22i, folgtdem Nabuchad- nezar, sein Sohn Baltassar, in der Re- gierung, vvelcher auch Evil - Merodach ge- nannt vvird. Dieser befreyet den Jecho - nias aus dem Kerher, erhebet ihn iiber alle Fiirsten Babylons, und isst und trinkt mit ihm bis zum Ende seines Lebens. k) Im lten Regierungsjahre des Baltas¬ sar , sieht Daniel im Geiste, vier Thiere, als Sinnbilder der vier Monarchien. Zu eben der Zeit scheint sich auch die Geschichte mit dem Bel und dem Drachen zugetragen zu haben, vvelche nach der Zeit einen Auf- ruhr unter den Chaldaern ervveclite, und vvorauf Daniel in eine Loivengrube ge- vvorfen wird. 1) §. 11 . Im 2ten Jahre der 62ten 01ympiadej im Weltjahre 3475 j vor Christo 520, nach Erbauung Roms 223; im 3ten Jahre des Baltassar , — sieht Daniel einen JVidder, (Darias den letzten Konig der Perser,) vvelcher von einem Bock ubervvunden vvird. (Aleccander dem Grossen.) m) Am Ende des nahmlichen Jahres, be- machtigen sich Oyrus der Perser-Konig, und Darius der Meder, nach zweyjahri- ger Belagerung der Stadt Babilon, und k) Jerem. c. 5a , v. 3i , und 4 Konje. c, letzt, v. 27. 1) Daniele, 14. m) Daniele, 8. §.79 — 1(53 — zwar in der nahmlichen Nacht, als Daniel die fiirchterlichen Worte: Mane, Thekel, Phares, dem Baltassar erklarte, n) vvel- ches er lange zuvor schon angekundiget hatte. o) Ein Jahr darauf, folgllch im iten Jah- re des Darius und des Cyrus ; — bittet Daniel — erkennend aus dem Jeremias, die Erfullung der siebenzigjahrigen Dienst- barkeit der Juden in BabyIon. — Gott, dass er sich vviirdigen moge, sein Verspre- chen zu erfiillen. p) — Gabriel erscheint ihm versichernd: „Gott babe sein Gebeth erhortS 1 Nebstbey sagte er ihm auch ; q) ,,Dass Messias zu Ende der 70 len JVoche (Jahrvvoche,) (von Aufbauung der Stadt Jerusalem gerechnet,) kommen iverde '* — (Siehe Hauptstiick 0, Abschnitt 3 .) — Bald darauf ertheilt Cj^rus die Erlaubniss , dass alle Juden aus Baby]on zuriickkehren kon- nen. r) Cjy~rus geht darauf nach Scj^lhien, wo er nach seinem vollendeten 3 ten Re- gierungsjahre stirbt. (Siehe Hauptst. 6 , Ab¬ schnitt 2 .) Indessen wird Daniel beneidetj seine Feinde begehren seinen Todj obwohl Darius dieses zu verhindern sucht, so\yird Daniel doch zum 2 ten Mahle in die L’6‘ ivengrube geworfen, allein nach 2 Tagen wird er vvieder tinbeschadigt herausgezo- gen , und statt seiner, seine Anklager bin- n) Daniel c. 5. o) Jerem. c. 5i. p) Daniel e, g* q) Daniele, 9 , v 24 . r) aParal. c. letzt, v.letzt* 164 abgevvorfen, vvelche in einem Augenblicke von den Besticn zerrissen vverden. s)! Im Weltjahre 347 8 5 vor Christo 523 5 im 3 ten und letzten Jahre des C^rus, den 2 4 ten des lten Monates, sieht Daniel t) einen Mann mit vveissen Kleidern ange- than, von vvelchem er viel von dem kiinf- tigenGeschicke des Volkes Gottes belehret wird. Er hort von Michael, dem Patrone der Sinagoge 5 von den kiinftigen Krie- gen zvvischen den Persern und Griechen, und zvvischen dgyrptischen und sy~rischen Konigen 5 von Antiochus Epiphanes, und seinem Gegenbilde dem Antichrist 5 vom letzten Gerichte. u. s. w. §. 12 . Im "VVeltjahre 34865 vor Christo 515, ltes Jahr der 65ten 01ympiade5 nach Er- bauungRoms 234, und im 2ten Jahre des Darius Hj^staspis, dem Nachfolger des Cambjrses, — vveissagten in Judea noch folgende Propheten: Aggdm, der Fiinfzehnte. u) Zacharias , der Sechzehnte, v) und Malachias, der Siebenzehnte. w) Aus dem bisher Gesagten, erhellet ltens: Dass alle 17 Propheten vveniger als 270 Jahre fur die Erfiillung ihres heiligen s) Daniel c. 6 . t) Daniele. 10, j 1,12. u) Agg. c. 1, v, 1, v)Zachar. c. i,v. 1. w)Malach. c. i,v. 1. §80. — 1C5 — Amtes bedurften. Denn es verstrichen zwi- schen dem Anfange der Regierung desKo- nigs Ozias, bis zum Darius hlystaspis, weniger Jahrej weil vora Weltjahre 3221 bis 3486 nur 259 Jahre sind. 2tens. Unsere Propheten sind alter, denn die 1 Weisen Griechenlands, — Un- ter dem Cyrus lebte Thales, Lehrer des AnaxiTn.and.er , dieser, des Anaximenes , der, des Anaxagoras, dieser des Ptri- cles , und zur Zeit des Anaxagoras, x) lebten Xenophon und Pythagoras. Aber Socrates und Plato sind 200 Jahre spater, als Cyrus\ hingegen Orpheits, JLinus, und Musdus , sind alter als die Prophe- ten. Doch der heilige Augustin und Ter- tullian sagen den Heiden ins Gesicht: }J Dieiibrigen Propheten, ohschonsie nach dem Moses bliihelen, sind, und zwar die Jiingsten aus ihnen, doch alter, als eu- re vornehmslen TVeisen, Gesetzgeber und Geschichtschreiber Ferner sagt der hei¬ lige Augustin: y) ,,Wir haben den Mo¬ ses und so viele Patriarchen, denen ant Alterthume bey iveiten Niemand gleich hbmmt.“ — So riel also vom hebraischen Kalkul. — Nun aber auch etwas von dem assyrischen, dgyptischen, babylonischen, rornischen und grichischen Kalkul, wed ihr Gebrauch so oft in der heiligen Schrift vorkommt. x) Euseb 10 B. de praparatione; zu Ende. y) Aug. 18 B. derStadtGotte«c, 3 q. l GO — Dritter Abschnitt. V on den griechischen Olympi- a de n. §• »• §.8l« Elne Olympiade ist einZeitraum vonvol- len 4 Jahren, vvelche zvvischen zwey oljrm• pischen Spielen (zu Olympia , in derehe- mahligen Landschaft E/is verflossen sind j und vvelche Spiele allezeit nach dem Som- mersolstitio, im Monate Hecatombceon, (Julius) abgehalten wurden. Die Griechen hatten zwar auch andere Spiele gehalten, von fiinf zu fiinf Jahren, als: die Nemei- schen, Pjr/hischen , Isthmischen. Allein wenn einige Schriftsteller auch eine Olym- piade mit fiinf Jahren rechnen vvollen, so ist diess zwar einem Dichter, aber ei- nem Geschichtschreiber gar nicht nach- zusehen. Die olympischen Spiele vvaren bey den Griechen die vornehmsten Spiele 3 sie vvurden nach Livius, z) vom llten Tage des Monates, bis inclusive i 6 ten gehalten, und bestanden im TVettrennen , Springen, Ringen , TVerfen , und auch in Musikali~ schen und Dichierischen JVettstreite. z) Livius B. 27. Pindar, Ode 3 , Strophe 2. 12 — i6t — In den vorigen 11 Tagen aber iibtcn ) sich die Athleten in ihren Spielen. r Bey dem olj^mpischen Spiele vrurden ® nach gefalltem Urtheile und nach verkiin- *< detem Beschlusse die Nahmen der Sieger b offentlich von einem Herold ausgerufen, Ji und ihre Nahmen in ein offentliches Ver- -A zeicbniss eingetragen, in welches Ver- 4 zeichniss auch andere merkvviirdige Ereig- 0 nisse angemerkt wurden. Diese Jahrbii- h< cher vvurden sodann auf einen sichern Ort S< hinterlegt, und mit religioser Gewissen- re haftigkeit bevvacht. Diese griechischen Fa- er sten, welche die Geschichte von mehr als Aj 1000 Jahren enthalten, wurden bis auf den Kaiser Theodosius den 2ten, fortge- fiihrt, ja von den gelehrten Chronologen noch auf die nachfolgenden Jahrhunderte 8 r ervveitert. ch ka 6.82. § 2. de V . Er Die erste 01ympiade wurde vom Iphi- tus gefeyert, im Jahre der Welt 3250 j UT im 5 ten Jahre des judischen Konigs Ozias und Jeroboams des 2 ten israelitischen Ko- ri ‘ nigS 5 also im Mondenzeiger 185 Epakten 17 j und Martyrologialbuchstabe T. Diess zeigt hin auf das Jahr vor Christi Geburt dl< 776^ obvvohl Usser sie um 4 Jahre vor ■— dem assyrischen Konige Phnl-Bel - Ochus, a ) und dem Arbaces, Konige der Meder, zu- riicksetzti Solinus sagt: Die olympischen 168 JVetikampfe (vvelche einst Hercules zu Eh- ren seinem Zweyturaltervater nach der Mutter, dem Pelops einsetzte,) ivaren un- terbrochen ivorden, aber Iphitus vonElis brachte sie nach Zerstorung Trojas( 400 Jahr) ivieder auf. Rom aber icurde im Anfange der lien Olympiade gebaut. Jahr 433. a) Daraus folgt, dassder Anfang der Olympiaden ganze 23 Jahre friiher gesche- hen sey, als die Erbauung der Stadt Rom. So viele Jahre und Monate nahmlich wa- ren vom sten Jahre des Ozias, (wo die erste 01ympiade hegann) bis zum 21 ten April des 28ten Jahi’es des nahmhchen Ozi¬ as, anvvelchem die Grundlegung der Stadt Rom gesetzt ward, verflossen. Bis auf die Olyrnpiaden ist in der griechischen Geschichte nichts zuverlassli- ches, sondern Alles ist verworren. Daher kann man aus dem M. Varro, 3 verschie- dene Epochen setzen. Die lte von der Erschaffung der Welt bis zur Siindfluthj Censorin nennt sie Adelon, das ist, die ungeivisse Epoche. Die 2te von der Siind- fluth bis zu der ersten 01ympiade j Censo¬ rin nennt sie Mythicon , das ist, die Fa- belhafte. Die dritte, von der lten Olym- piade anj er nennt sie Historicon, oder die Geivisse. Von deri ten 01ympiad an, b) a) Diodor von Sicil. Dionys von Halikarnass ; Era- thosthenes bey Clemens von Alexandrien haberi dasNahmliche geschrieben, b) Eusebius aus Julius Afrikanus. i Oq — (sagt Eusebius) war nie eine Vervvirrung in der Zeitrechnung. Vierter Abschnitt. Vom Tage, M onate , Jahre der Erbauun g' der St a d t Rom . 83. §. i. ]\([onat und Tng sind uns bekannt, nahm- lich den llten var den^Kalenden des Mayj| also den 21 ten April ist der Grund von Ro- mulus zur Stadt Rom gelegt vvorden, nach Zeugniss des Ovid. c) und zwar am Feste der Palilien , oder Paledea, Palilia (zu Ehren der Gottinn Palas) vvurde ein un- schuldiges Landfest, an vvelchem man die jahrliche Weihung und Entsiindigung des Hirten und der Heerde feyerte. — Wegen des Jahres der ErbauungRoms entstand ehemahls ein vvichtiger Streit zvvischen dem Varro und Cato. Mar. Te- rentius Varro, vvelcher die romisch kon- sularischen Fastenschrieb, halt dafur, dass die Palilien oder Roms Grundlegung, im 23ten Jahre des Iphitus, oder zu Endedes Sten Jahresder 6ten 01ympiade gelegt wur- den, Und diese Zeitrechnung heisst der Varronianische Kalkul. c) Ovid, lib. 4to fagtor. — 17 0 Marc. Port. Cato hatte aber auch selbst Jahrbiicher oder sogenannte Ephemeriden verfertiget: und darin sagte er : Der Grund zu Rom, wurde ein Jahr spaterj sonach im 24ten Jahre des Iphitus , oder im 4ten Jahre der Oten OIympiade gelegt. Und so vrie dieser Kalkul im Eingange , so ist er auch im Verfolge, und in den consulari- schen Bemerkungen stets ein Jahr spater, als der Varronianische. Der Meinung des Cato traten folgen- de Manner bey: Clemens von Alesandrien, Onuphrius , Panvin, Johann Lucidiis, auch mehrere Andere. Allein dem Varro treten bey, mehrere und wichtigere Man¬ ner, als: Quintiliati, Lactanz , Marc. Tul. Cicero, Calp. Piso; Pomp. Alticus J Vellejas Paierculus; Eutropius ; Plinius 5 Tacitus 5 Dio Cassias 5 Plularch j Joseph Flavius ; Zosimus; Eusebius ; heiliger Au~ gustinus ; Baronius , undfast alle Neuern, — Avelche daftir halten: die Stadt Rom \vare 23 Jahre nach dem Anfange der 01ym- piaden zu bauen angcfangen worden. Ja die Kaiser selbst, als: Augnstus , Claudius , Domitian, Severus, die zwey Philippen und Honorins, rechneten bey Abhaltung ihrer hunderjahrigen Spicle immer nach Farros Kalkul. Auch wir wollen sonach uns nach Varros Rechnung halten , um so mchr, da Marc. T. Cicero selbst cc) liber cc) Libro 5 to Academicor. 171 den Riichen dcs Varro folgendes Lob aus- giesst: „Niemand ist jemahls iveder bey den Griechen, noch bey den 'Lateinern gelehrter gewesen , denn Varro." .84. §. 2. Dionys von Halikarnass, und Era- thosthenes, vvollen die Grundlegung/Jo/nJ noch um ein Jahr spater \vissen, nahmlich im iten Jahre der 7ten 01ympiade. Allein diese Mannervvaren Griechen , lebten weit von Rom, wussten also nichts zuverlassli- ches von romischen Sachen. Diodor von Sicilien , Carol Sigon\ und Stephan Pighi , (vvelcher einsehr ge- lehrtes Kommentar liber die Fasten heraus- gab ,) wollen zwar dem Kalkul des Dionj-s anhangen $ vvarum aber ? das vveiss ich nicht. Daher haben sie aber auch nicht ein Jahr sovvohl der Stailt Rom, als der Kon- sulen , recht geordnet, und sich in jedem Augenblicke vvidersprochen. Wir bleiben cinmahl bey dem allgemeinen Varronia- nischen Kallkul, vermog vvelchem der Grund der Stadt Rom den 2lten April, im 25 ten Jahre deslphitus, gelegt vvurde; daher hat- te man auch zu Rom alle Jahre am selben Tage so zn sagen, das Geburtsfest der , Stadt Rom gefeyert. Romulus legte den Grund zur Stadt Rom in seinem i8ten Altersjahre, da die Sonne im Zodiacal - Bilde des Stieres war. 172 So bemerkt Tarrutius, ein sehr alter Astro¬ nom } auch Plutrach und Dionys vonHa- likarnass, und Andere. Dieses zeigtnun an, dass die StadcRom vorChristiGeburt 753Jah- re zu bauen angefangen •vvurdej derMon- denzeiger war Q; (wenn man zuriickrech- net) Sonnenzirliel 13j die Epakten 25 B Matyrologial - Buehstab. Vergleichen wir aber damit den jiidischen Kalkul 5 so ge- schah diessj im 28ten Jahre des Konigs Ozias, und im lten Jahre nach dem Tode des israelitischen Konigs Jeroboam des 2 ten. — Ferner, im 20 ten Regierungsjah- re des assyrischen Konigs Phul-Bel- Ochus, und des Meder Arbaces) — und 0 Jahre vor der Nabon - Assarschen Ara. Fiinfter Abschnitt. Die Monarchie der Assyrier’j ih r e Z e i t r e c h n un g J v o m Reiche der Al e de r 5 v on Tobias, und von der Jud it h. Wie wir im 3 ten Hauptstiickes ltemAb- scbnitte gesehen haben, so hatte die assy- rische Monarchie sich mit der Regierung ihres Stifters Nemrod, der auch Bel oder Jupiter genannt \yird , angefangen j im Weltjahre 1 g32 5 nach der Siindfluth 276 $ vor Abrahams Geburt 43 Jahre. Sie stand unbesiegt durch 37 Konige, oder 1302 Jahre. Jeden Konig und seine Jahre be- schreibt Eusebius , und aus ihm Gerard, auch heiliger Aaglistin, Torniell, Salian und Andere. Der letate Konig war Tonos Concoleros , ein Sohn des Amcy'ndaxis, (von Griechen genannt Sardanapal , be- riiehtigt durch seine Schwelgerey.) Diesen, in seiner hbniglichen Residenz Ninive, im iQten Regierungsjahre noch immer fort prassenden Konig, zu bela- gern, hommen Arbaces von Medien, und Phul-Bel-Ochus von Babylon, (vorher sein Vasal) vor die Stadt Ninive. Da an cine Flucht nicht zu denken ist, und er sich doch auch von seinen Feinden nicht persiilieren lassen wiU$ — errichtet er im Hofraume seiner Residenz einen 400 Fuss hohen Scheitterhaufen, legt darauf 40 gol- dene Tische, eben so viele Betten, und, nachdem er sich selbst, seine Gemahlinn, Kinder, Beyschafferinnen, seine Freyge- lassenen , dann 1OOO Myriaden Goldes und 10000 Pfund Silbers sammt allen Priitio- sen darauf legt, gibt er sich in Ge- genwart der Bab^lonier den Feuerflam- men Preis, welche ganze 15 Tage fortlo- derten. d) d) Atheneus ra. B, c. 12. — 174 — ' §. 2. §-8G- Theilung der assyrischen Monarchie. Das assyrische Reich fiel vermog Ver- trag dem Phul - Bel - Ochus ; im Weltjah- re 3234^ im Qten Jahre des Oziasj der Stadt Rom 445 im iten Jahre der 2ten 01ympiade. In seinem 32ten Regierungsjahre vvar Manahem, Konig von Israel gevvorden, welcher sein Soldner vvar. e) Er regierte 43 Jahre. Phul - Assar oder Tiglatphul - Assar, sein erster Sohn 23 Jahre. Er trat also seine Regierung an, im Weltjahre 32Q6, im 3ten Jahre des jiidi- schen Konigs Ahaz j nach Roms Erbauung 44 j im 3 ten Jahre der i7ten 01ympiade. Dieserwurde im 15 ten Regierungsjahre vom jiidischen Konige Achaz gegen den syri- schen Konig Rasin und Phacee, Konig von Israel, zu Hiilfe gerufen. Er kommt noch Damask ; todtet die Konige, f) und unter- druckt selbst den Achaz , der ihn gerufen hatte, und verwiistet sein Reich; g) im Weltjahre 3314. Aus Israel aber fuhrt er mit sich nach Assyrien , die Galaaliden, Gahlaer und Nephtaliten h ) Diess war die ersle Gefangenschaft der Israeliten! e) 4 Konig. c. i 5 , v. 19. f) 4 K. c, 16 , v- 7 — 9. g) 3 Paralip c. s8, v. 20. Isaias c. 7, v. 17. h) 4 K. c. i5, v. 29 — 175 Salman - Assar , regierte 10 Jahre. Dieser machte sich in seinem lten Regie- rungsjahre den israelitischen Konig Osee tributbar. i) In seinem stenRegierungsjah- re aber, als er erfuhr, dass Osee mit dem agyptisehen Konige Sua im Biindnisse ste- he, gehet er Šamana belagern, undnach 2 Jahren erobert er die Stadtj fiihrt die iibrigen Stamme Israels und den Tobias mit ihnen nach Assyrien. Diess ist die 2 te israe/itische Gefangenschaft. Nun schickt Salman-Assar von da aus einige Babylonier auch von Catha und andern Orten, als Colonisten nach Samaria. Diess mag vielleicht die Ursache gevvesen seyn, warum die Baby!onier und die Meder her- nach rebellirten. Sennacherib regierte 7 Jahre. Im Welt- jahre 3321 5 im 1 4ten des Ezechia O 9 Jah¬ re nach Roms Erbauungj im 4 ten Jahre der 23ten 01ympiade , und in 7 ten seinem Re* gierungsjahre, floh er vor einem Engel aus der Belagerung Jerusalems. k) Als er nach Ninive in den Tempel des Nesroch kam, todteten ihn seine eigenen Sohne. 1) Assar -Haddon seinSohn, m) regier* te 13 Jahre. Er regierte aber mit seinem Adoptifsohne noch andere 5 Jahre. i) 4K-0nig. c. 17, v. 3 . k) 4 K c. 19, v. 35 . 1 ) 4 ' K. c. 19, v. 3 y und 2 Paralip. c. 3 s, v. 21 und Isaias c 87, v. 38 . m) 4^ c. 19, v. letzt. und Isaias c. 37, v. letzt. 176 — Das griechische Buch Judith bevveiset uns diess, indem darin stets 5 Jahre mehr gezahlet vverden, als in dem Lateinischen. Z. B. Nabuchadnezar hat im Lateinischen i2 Jahre, im Griechischen 17 Jahre. n) Nabuchadnezar , entweder Anver- vvandter oder Adoptifsohn, oder Tochter- mann des Assar- Haddon, hatte, nachdem er 5 Jahre mit dem Letztern regierte, her- nach auch noch 13 Jahre selbst geherrscht, weil Assar - Haddon \om Ben-Merodach geschlagen wurde. Nabuchadnezar regierte also in allem bis o) auf die durch Holofernes verlorene Schlacht i8 Jahre. Im vorletzten Jahre seiner Regierung iiberwand und besiegte er den Arphaxad, (sonst Dejoces gen annt) Konig der JVleder. p) Im Griechischen heisst es; erhabeiscA- batana, die konigliche Residenz zerstortj diese Stadt wurde aber folgendes Jahr, nachdem des Nabuchadnezar Feldherr Ho¬ lofernes in Judea geschlagen war, vom Phraortes, Nachfolger des Dejoces, wie« der hergestellt. Welche Konige aber in Ninive her- nach herrschten, ist ganzlich unbehannt. Diess ist gevviss, dass sie mit Babylon und Medien immervvahrend stritten, weil sie seit dem Ben - Merodach immer schwe- n) Judith c. l — 3. o) Judith c. i5/v. l. p) Ju¬ dith c. I, v. 5 und ii. 177 rer ihr Joch trugen, und endlich dic bn- bylonischen Konige sogar den Titel, assy- rische Konige, usurpirten. q) Endlich im 13ten Regierungsjahre des Josias, bemach- tigten sich die Babjlonier und Meder der Stadt Ninive, und zerstorten sie. §.87. §* 3 ' Konige der Meder. Ein Theil der Monarchiel \Assjrriens fiel auch dem Arbaces , Konige der Meder zu, nahmentlich jene Theile, die nahe an MecLien und Persien lagen. Arbaces regierte 28 Jahre. Mandanes oder (nach Eusebius) Me- didus, regierte 16 Jahre. Sarsomenes regierte l6 Jahre. Cardiceas, (nach Eusebius,) und^r- bianes, (nach Diodor) regierte 5 Jahre. Manche setzen zum Vorfahrer des Car¬ diceas, seinem Vater Ariecarmis, allein dieser scheint mit evvigen Kriegen beschaf- tigt gevvesen zu seyn, nur um seinem Soli¬ ne die Regierungzu befestigenj auchvvird nieht geglaubt, dass er jemahls allein re- gierethatte, darum maeht auch Eusebius von ihm keine Meldung. Dej očes, (nach Herodot j) und Dio- cles , (nach Eusebius j) regierte 53 Jahre. q) Judith c. i, v, 5, 178 — In dessen lGtemRegierungsjahrefiihr- te Scilman- Assar die lsraeliten gefangen nach Assyrien, und mit ihnen den 37jah- rigen Tobias, seine Gemahlinn , und sei- nen Sohn Tobias von 7 Jahren. r) Im 38 tenRegierungsj'ahre des Dej očes, als der junge Tobias ungefahr 30 Jahre alt war, nahm dieser die Sara , Tocbter des Raguel v on Echbatana, zurEhe.s) Tobias der Vater aber erhielt sein Gesicht wieder als er Sechziger vvurde. t) In seinem 53 ten, das ist, im letzten Regierungsjahre, vvurde Dejoces von dem Nabuchadnezar besiegt, gefangen, und mit Wurfspiessen getodtet. u) Dann kam Phraortes, (nach Diodor , Attines.) Dieser hatte (nach Herodot) die Perser bezwungen, und weil er die, den Medern von den Assyrern angethanenen Unbilden rachen vvollte , vvurde er bey der Belagerung von Ninive getodtet. v) Auf ihn folgte: Cj-aocares, sonst aueh Artabanus ge- nannt. Dieser vvurde, als er Ninive be- lagerte, von den hereinbrechenden Scy- then nicht nur von der Belagerung wegge- trieben, sondern die Sc^then bemachtig- ten sich auch durch 28 Jahre seines medi- sclien Reiches, und aller angranzenden Volker. Aber bald wurden auch die Scy'- r) Tob.c. x. s) Tob. c. 7 . t) Tob. c. letzt. v. 3. u) Judith c. 1 . v) Herodot 1 . Bach, — 179 — then vvieder von den Medern vertrieben , und Cyaxares erhielt abermahl sein Reich zuriick. Nun riickte er mit einem grossen Heere verbunden mit seinem Sobne Asty- ages , sammt dem altern Nabuchadnezar \ oder Nabul-Assar (der damahls Mitre- ’ gent des Vaters war,) vvieder vor die Stadt Ninive , und zerstorte sie. Diess geschah im i 3 ten Jahre des Jo- sias, und 33 ten des Cyaxares } im 2 ten Jahre des Nabul-Assar (als Mitregent sei- nes Vaters,) und 115 Jahre nach dem jii- dischen Konige, Joathan. w) §• 4. In demselben Jahre, bald nach Zer- storung von Ninive , starb Tobias derJttn- gere im ggten Jahre, welche verflossen waren, vom iten Jahre des Ezechias, Ko- nigs von Juda, wo Tobias geboren vvur- de , bis zum i 3 ten Jahre des Josias, wo Ninive geendet hatte. Cyaxares regierte iiberhaupt 40 Jahre. Astyages, sein Sohn, regierte 35 Jahre. Dieser vvurde von seinem Enkel Cyrus (von seiner dem persischen Cambjrses zur Ebe gegebenen Tochter Mandane Sohne,) aus seinem Reiche vertrieben, und dann gefan- gen genommen. x) Xenophon vvill, dass der Konig gestorben war. Doch sey dem iv) So Joseph Flav. Herodot und heiliger Hieronym. x) So Herodot. 180 — wie immer $ aus Daniel y) sieht man ; er habe sein Leben geendet 4 Jahre nach Je- rusalems Zerstorung. Das medische Reich fiel dem persischen zu, im lten Jahre des Iionigs Cyrus, der den Sohn des Astya- ges zum Unterkonige der Meder machte, und nach der Zeit mit ihm vereint, Ba- bylon eroberte. z) I Sechster Abschnitt. Von der agyptischen undbaby- lonischen , oder chaldaischen Ara . §. 1 . §. 89 . ■Der altesten Ara der Babylonier, wel- che auch alle Chaldaer , und sonach auch die Agypter, Assyrier, Perser, Meder und alle orientalischen Volker gebrauch- ten, macht Callisthenes Meldung, in einem an den ^r/j/ofe/ej(seinenLehrmeisterund Mutterbruder) abgesendeten, und von^im- plicius (dem Ubersetzer des Aristoteles ,) zitirten Briefe. Denn als Aristoteles mit Alexander dem Grossen zu Babylon sich y) Daniel c, i3, v. letzt. z) So Xenophon,FIaviu9> lieil. Hieronynrus , und alle griechischen Ge- schich tgclireiber. 181 aufhielt, so fragte er die Chaldaer : vvas denn gegenwartig bey ihnen fur ein Jahr ware? — Von den gelehrten Babyloni- ern unterrichtet, antwortet er durch ei- nen Brief, vvorin er sagt: „Jenes Jahr, in ivelchem Alexander Babilon besetzte, ivare nach der altesten chaldaischen Epoche , das iQ03/e JahrA Dieses Jahr aber ist das '2te der H2ten 01ympiade, und das Weltjabr 3Č75. Von welchem letztern, wenn man 1903 abzieht, so findet man den Anfang der chaldaischen Epoche im Weltjahre 17 72. Also von der Siindfluth an, 116 Jahre und vielleicht auch so zu sagen das Ge- burtsjahr der Stadt Babilon, darinn Grund man damahls zu legen begann. §.Q0. §* 2 * Allein im Laufe dieser altesten Ara geschah es nicht selten, dass Behufs der Ehre und des Glanzes manches beriihmten Koniges, hie und da neue Epochen aufge- stellt vvurden. Dergleichen waren bey den Assyrern\ die Annalen des Phul-Bel- Ochus, bey den Medern, die des Arbaces, als sie den Sardanapal bezvrangen. Allein unter allen vvar die Nabon -Assarsche Ara die beriihmteste, nahmlich des er- sten Konigs von Babylon. — Indem bis auf diesen Zeitpunkt Babylonien , und da- her ganz Chaldaa mit allen nachbarlichen 182 Nationen dem assy~rischen Konige gleich- sam als ihrem Kaiser gehorchten , und Ba~ by'lons Prafect oder Priester, Phul-Bel- Ochus, der alten Knechtschaft herzlich iiberdriissig, sich mit dem lMeder Arbaces vereinigend, dem vveibischen Sardanapal Thron, und Leben raubte, und Arbaces sich des Medischen , Phul - Bel - Ochus aber des Assy~rischen Scepters bemachtig- te$ und ferner, da der rom Phul - Bel - Ochus zu Babilon zuriickgelassene Gou- verneur, (ein gevvisser Balcidan ,) vertrau- end auf die Gunst und Macht der Chal~ daer sich selbst von dem Joche seines jetzt zu Ninive residirenden Phul - Bel - Ochus befreyte — veranderte Baladan von nunan seinen Privatnahmen in den honiglich klin- genden Nahmen Nabon - Assar, und er- greift den Scepter. Vom Tage seiner Thronbesteigung nun, (vvelche nach unserem Kalkul der 2>6te Fe¬ bruar war,) vvollte er eine neue Epoche der Jahre anfangen, vvelche man die Na- bon- Assar'sche Ara. nannte. Dankbarwar diese Epoche nicht nur von den heimischen sondern auch von den entlegendsten Vb!- kern aufgenommen. Sie begann also am Ende des Regierungsjahres des Phul - Bel- Ochas, und im 25ten des Arbaces im 33 ten Regierungsjahre des jiidischen Kb- nigs Osia } oder Azaria\ G Jahre nach Roms 13 — 183 — Erbauung $ im 29ten des Iphitus, und im lten Jahre der 8ten Olj^mpiade. z) Man sieht daraus, dass die Nabon- Assarsche Ara stets um O Jahre nach RomsErbauung folgc, der Olj"piadischen aber 29 Jahre beylaufig. Ich sage beylaiu j fig t denn sobald die Nabon- Assarsche Ara nach unserer Rechnung den 2Gten Februar anfing, so kommen stets 2 Monatc zur Bemangelung, um die 6 Jahre zu erfiil- len, vor vvelchen die Stadt Rom, den 21 ten April, gebauet vvurde j — und ganze 4 Mo- nate, um das ite Jahr der 8ten Olj^mpiade zu vollenden, vvelches sich bey dem dar- auffolgcnden Sommersolstitio endete. §. 3 . Die Chaldaer und Ag^pter hatten kein Schaltjahr, alle ihre Sonnenjahre be- standen durchaus aus 365 Tagen. Sie ver- nachlassigten daher alle Jahre fast den 4 ten Theil einesTages, welchenwir in unserem Schaltjahre einbringen. Daher geschah es, dass der Monat Toth, der die Nabon- As- sar'schen Jahre anfangt, allmahlich immer friiher kam, dass ist, alle 4 Jahre um ei- nen Tag 5 daher wichen sie stets mehr vom Fruhlingsaquinoctio, und ron der Ara Roms ab, und folglich auch von dem Som¬ mersolstitio, als dem Oljmpiaden - Anfangc. z) So Censor, Ptolemaus, Skaliger und andere. — 184 Es hatte sich sonach in der Polge ge- zeigt, dass, vveil Nabori -Assars Jahr den 2Čten Februar angefangen hatte, nach an- deren 4 Jahren schon auf den 25ten und so fort, und zwar bey den Agyptern un- aufhaltsam zuriick fiel. Endlich wanderte auch wirklich der ganze Monat Toth den ganzen Thierkreis durch, so vvie es jetzt mit den 50J Secunden bey uns geschieht, (wie oben §. Q.) Nicht ungerecht wird also das agjrptische Jahr von den Schriftstel- lern vagirend genannt, dessen Monatc alle 4 Jahreszeiten durchliefen. Auf diese Art war in i46i Jahren, ein ganzes Jahr verloren gegangen, und man zahlte nur 1460 julianische Jahre bey den Agyptern. —Man denke sich die mitleidsvverthe Ver- ■vvirrung in den astronomischen Beobach- tungen , vvelche Ptolemceus zu Alexandria unter Kaiser Adrian, anstellte, vveil er dabey den agyptischen Kalkul gebrauchte. §. 4. 5-92. Die Chaldaer vemachlassigten zwar auch alle 4 Jahre einen Tag einzuschalten, aber sie waren doch ohne Vergleich besser daran , weil sie alle 120 Jahre vor dem Fe¬ bruar einen Monat einschalteten, folglich bey ihnen das i 20 te Jahr , 13 Monate hat¬ te. 13 * — 18& — §•93. §• 5. Babvjlons Konige, Nabon - Assar regierte durch 27 Jah- re. Nach der Erbauung Roms 33 Jahre) 4t.esJa.hr der i4ten 01ympiade j We]tjahr 3258 - thm folgte sein Sohn: Paladan Merodach, a) vvelcher b) Merdokempad von einigen genannt \vird. Dieser schickte durch Gesaridte, dem jvi- dischen Konige Ezechia, Geschenke, bb) regierte 52 Jahre. Nach Zeugniss des Ptolemceus hatte dieser, nach 13 zu Babylon verlebten Jah- ren, sich Assj^riens bemachtiget, welches damahls Tiglatphulassar beberrschte , da- her eine neue Ara angefangen, vvorauf ernoch neue ganze 40 Jahre regierte. Wenn ■\vir dieses zulassen, so miissen wir sagen, dass er nach der Zeit von dem nahmlichen Tiglatphulassar noch einmahl vertrieben war. Denn aus der beiligen Schrift ist be- wiesen, dass der Nachfolger dieses Kbnigs nichtderbabylonische Merodach, sondern der assyrische Salmau - Assar es gevvesen ist. c) a) Isaiac. 39 , v. 1 und 4 Konig. c. 20, v, 12. b) Von Ptolemsns , Emius. bb) Isaias c. 3 <), v, 1 und 4 K. c. 20, v. »2. c) 4 K. c 17—»18 — 180 — §• 94 . §• 0 . Nachdem der Vater starb, folgte ihm als Konig, Ben- Merodach, welcher dem Assar - Haddon vorgezogen vvurde. d) Im Weltjahre 3383 5 der Stadt Rom 1295 im 4ten Jahre der 38ten Olvpiade, und regier- te 44 Jahre. Dass sich die Jahre dieser drey Re- genten so verhalten , bezeugen uns viele Schriftsteller. e) Zu dieser Zeit trug sich auch die Geschichte mit der Judith zu. Wahrscheinlich ist, f) dass nahmlich Nabuchadnezar, g) entweder Bruder oder doch wenigstens Anvervvandter des Ben - Merodach war, und dass nach Besiegung des Assar - Haddon , er Stellvertreter des Ben-Merodach vvar. Einige aber wollen lieber , er ware ein Assy~rer gevvesen, und von Assar-Haddon selbst, oder voneinem andern vornehmeu Assyrer zur Reichsre- gierung berufen. §• 7. §-95. Nabo - Pol - Assar, Bezvvingervon ganz Jrrrzen und Asien, fangtseit seinerThron- besteigung eine neue Epoche an, die von ihm den Nahmen fiihrt, h) 124 Jahre nach d) 4 Konig. c. 9J). e) Euseb. 9 , B. de prseparat. Be- rosus bey Joseph und Skaliger 5. B. f) Joseph io.B.Alt c.5. g) Judith c i.v.5,- h) Boro- sus und Skaliger und Andere. — 187 — der Nabon - Assar'schen. Er regierte ganz allein durch 25 Jahre, im Weltjahre 5406 j der StadtRom 154 $ im iten Jahre der 45ten 01ympiade$ dass ist, bis zum letzten Jahre der Ara des Nabon- Assar, 148. Als Nabo-Pol -Assar durch seinen Sohn Nabul - Assar, (oder Nabuchadne- zar der altere genannt,) verbunden mit dem Meder Cyaxares, die Stadt Ninive eroberte, iibertrug er die assyrische Mo- narchie an die Chaldaer, und nahm seinen Sohn zum Mitregenten an, und regierte noeh mit ihm, neue 4 Jahre. Man hiithe sich so zuverstehen, als wenn Nabo - Pol • Assar , der Vatervon Nabuchadnezar dem Grossen gevvesen ware, er war nur sein Grossvater. — §.96. §• 8. Nabul-Assar , oder der altere Nabil- chadnezar, (Vater des Grossen) hatte, oh- ne den4 mit seinem Vater regierenden Jah- ren, selbstnoch allein 29 Jahre geherrscht. Einige meinen zwar 33 Jahre j allein nach Zeugniss des Berosus, i) hatte er nur al¬ lein 29 Jahre, das ist} bis zum 4ten Jahre des Joakim Konigs von Juda regie- ret. It) In diesem Jahre aber nahm sein Sohn Nabuchadnezar , seinen jiingern i) BerosusbeyJoseph. Buch jo c 11 , und iB.rvider Apion. Is) Jerem. c. 25, v. 1 und 4 Konig. c. a4> V. 12. l o« — (dcn Grossen) Sohn zum Mitregenten an, und mit ihm regierte er noch 14 Jahre in Babylon. Wahrend dieser 14 Jahre hatte sein Sohn Verschiedenes unternommen, ging nac.h Sprien, und zu anderen benach- barten Nationen. 1) Nachdem Nabo-Pol-Assar im 5ten Jahre, seit der Eroberung von Ninive, ge- storben war, fing sem Sohn Nabon-As¬ sar allein zu regieren an , und damit hat¬ te auch er eine neue Zeitepoche angefan- gen gehabt, vvelche mit dem i 53 ten Jah¬ re des 1 ten Nabori -Assar beginnt. Dieses Jahr war das I8te des Ozias Konigs von Juda. Nach dieser Ara, vvelche hey den Chaldaern allgemein geworden war, (weil IVabul-Assar zu Babilon residirte,) hat¬ te der Prophet Ezechiel seinen Kalhul ge- fiihrt. Denn im Anfange des iten Kapitels nennt er das 50te Jahr seines dort regie- renden Konigs Nabul-Assar — das Fiinf- te seit der Wanderung des jiidischen Ko¬ nigs Joachim. Man setze also zu diesen 5 Jahren, die 11 Jahre Joachims, und die letzten 14 des Josias, so hat man das 30te Jahr, welches das i8te des Konigs Josias war, wie ich oben sagte. 9 . 5-ot. Nabuchadnezar der jiingere, ('der Grosse ,) Tochtermann des Cyaxaresvon 1) Joseph , Alexand.PolyhistjbeyEusebius 9 . B, in Evang. — 189 — Medien, regierte 21 Jahre j der Stadt Rom 275 2 ten Jahre der 50ten 01ympiadej im Weltjahre 3427. Nahmlich vom 4 ten Jahre Joakims, m) bis zum 37 ten nach Ausvvan- derung Joachims^Sniga von Juda. n) Denn wenn man zu den 37 Jahren Joachims, die 8 Jahre Joakims hinzuzahlet, so kom- men 45 heraus. Und diesen Kalhul befolg- ten gemeinschaftlich die Hebrder, Grie- chen und Babylonier. Daher sind zu ver- bessern sowohl Berosus, als Alexander, Polihistor, vvelche nur 43 Jahre ange- merkt haben. Herodot undj Skaliger nen- nen Nabnchadnezar den Grossen, auch Labinitum den Altern, dessen Ge- mahlinn JVitokris jene gefeyerte Heldinn \var, vvelcher zu Ehren ihr Gemahl jene beriihmten hangendenGarten errichten liess. Denn sie war eine Mederin, und irre ich nicht, die Tochter des Cyaxare r, und Schivester des Asty~ages, vvelches auch Skaliger irgendvvo anmerkt. Auch dieser grosse Konig hatte ver- schiedene Epochen. Die Brste fangt an, vom 22 ten Regierungsjahre seines Vaters, In vvelchem er Mitregent seines Vaters wur- de, also im 4ten Jahre des Joakim. p) Die Zwe ,'te, vom Tode seines Vaters an, das ist, im 3 Sten Jahre des Vaters, wo der Sohn allein zu herrschen anfing, also im i 8 ten Jahre des mit seinem Vater schon regi- in c lem. Sedt sagt Dai nezc auf Got war nart Er v Mor ang seit Jah soli zan S' e § ent c h c len seii Tr, dai mo um ste -I) n) 4 Konig.c. letzt. v. »7. p) Jereni. c. z 5 , v. >» — 1Q0 — rcgierenden Sohnes. Und diese Ara fallt in den Zeitpunkt der Zerstdrung Jernsa- lems, und an das Ende der Regierung des Sedezias, Konigs yon Juda. Nach dieser Ara sagt der heilige Chr^sostomus : q) dass Daniel r) in das i8te Jahr des Nabuchad- nezar die goldene Statue setzt, welche auf Konigs BefehI alle Menschen als ihren Gott anbethen sollten. Dieses i8te Jahrseiner 2ten Regierung, war so zu sagen das 2 te Jahr seiner Mo- narchie. Und hier fangt an: Die Dritte Epoche, nahmlich ronder Ervveiterung, bis zur Vollendung seiner Monarchie, oder seiner, mit dem Vater angefangenen Regierung 31 Jahre, und seit der Auswanderung des Jechonias, 27 Jahre; wie Ezechiel s) sagt: ,,Agyiiten soli in Nabuchadnezars Hande fallen , zum Lohne seines Kriegsheeres , iveil es gegen Ty~ras gedient hatA Und diesem entspricht auch vvas Joseph t) sagt: Nabu- chadnezar habe fiinf Jahre nach Jerusa- lems Zerstorung (vvelches Jahr das 23te seiner lten Regierung vvar,) mit vielen Truppen Cblesyrien iiberschvTemmt, habe dann gehriegt mit den Moabitern und Am- monitern, und nach Bezwingung dieser, und nach Einnahme der ihn i5 Jahre ko- stenden Stadt Tjrrus, vvar er auch nach q) Chryscst. de 3 pueris ,und Theodoret. in Daniel, sl Ezecli. c. 29, v 18. t) Joseph 10., B, c. 11. 5.98. 191 — Agypten gekommen, und diesesLand feind- lich behandelt, den Konig ermordet, und die dort gefangenen Judeji nach Babilon gefiihrt. §. 10 . Wenn vvir daher den 23 Nabuchad- nezars Jahren , noch die , mitUnterjochung der Tyrer, Moabiter, Ammoniter und andererVolker zugebrachten 13 Jahre hinzu- fugen,so haben wir das36teJahr desselben, in vvelchem er j4gypten bezwang, und seine Monarchie befestigte. Also ist das 36te Jahr desselben , das lte seiner groš- sen Monarchie. Und nach dieser seiner mo- narchischen^ra, redetsovvohl Daniel,v) als auch Josephus 5 nahmlich Nabuchad- nezar habe im 2ten Jahre seines Reiches im Traume eine Statue, aus 4 Metallarten zusammengesetzt, gesehen} im 2ten Trau¬ me aber einen stark belaubten Baum, der bis zur Wurzel ausgehauen ‘vvard. Zvvoll Monate nach diesen Traumen, (Daniel v) wird er des Reiches entsetzt, und irrt nun sicben Jahre unter vvilden Thieren herum. Ara Ende dieses seines Elendes, und nach erhaltener Gesundheit, wird er abermahl in die Regierung gesetzt, allein vvenige Monate darauf — stirbt er. vv) u) Daniel c, 2 und 4. v) Daniel c. 4 3 v. 26. tv) Pererius c. 5 in Daniel pa g. 25o. vvai folf 6 iei rerr heii der bin run der Ilei Na Jat w< Vi 1 u 7 J 1 70 w) 192 —- Nachdem Nabuchadnezar erloschen vvar, (sonennt Daniel seinen Todimmer,) folgte ihm sein Sohn Baltassar in der Re- gierung. Isaias w) nennt ihn Naboj Je- remias x) nennt ihn Merodach, und y) heisst er JSvil-Merodach vomBerosuswie- der z) JLabonitus, s om Herodot aber La- binitns genannt. Diesergab im iten Jahre seiner Regie- rung dem jiidischen Konige Jechonias wie- der die Freyheit, und entliess ihn aus dem Kerker. Er regierte 3 Jahre $ also bis auf Nabon-Assars Jahr 21 7 ; Joakims 40 tes Jahr; stes Jahr der 62ten Olypiade ; undim Weltjahre 3475 . a) Siebenter Abschnitt. V o m Beginn, und dem Ende der TO jahrigen G efan g ens chaft, und der Ze rst or ung Je rus a l ems. Jerem. c. 25 , v. 29; Daniel c. 9, und 2 Paralip. c. 36; auch 1 Esdras c. 1. §■ *• F rsleMeinung. Einige unterScheiden die 70 jalirige Dienstbarkeit der Juden, von w) Isaias c.46, v. 1, x) Jerem. c. 5 , v. a. y) 4 K' c. letzt.v. 27. z) Joseph 11 B. Alt. c. 12. a) 4 K. c letzt v. 27 und Daniel c. 8, v, it. — igs — den 70 Jahren der Zerstorung Jerusalems und seines Tempels. Sievvollenj die Jahre der Gefangenschaft hatten begonnen, ent- ■vveder bey der Ubersiedelung des Jecho- nias, b) oder acht Jahre vorher, nahmlich von dem 4ten Jahre Joakims, Vaters des Jechonias, c) geendet aber hatten sie im iten Jahre des Cyrus. d) —Hingegcn die Zerstorung Jerusalems hatte angefan- gen, vom liten des Sedezias, e) und auf- gehort im 2ten Jahre des Darius, des 3 ten persischen Monarchen. £) — So denken Einige, aber mehi- aus fremder, als aus eigener Meinung. g) §100 §• 2 . Zweyte Meinung. Andere machen keinen Unterschied zvvischen den Jahren der Gefangenschaft, und der Zerstorung Jerusalems •, als: Joseph 1. Buch gegen den Apion, und ites Buch c. 10 Alterthu- merj Julins Afrikanus 5 tes Buch der An- nalen j Cyrill von Alexandrien , Lac * tanz, Nicephor, Callist, Beda. Sigonius , Torniell, Villalpand, Pererius, Salian, b) 2 Paral. c. letzt. v. io. c) a Paral. c. letzt. v. 6. d) a Paral. c. letzt v. a2. e) 2 Paral. c. letzt. v 19. f) 1 Esdras c. 7. g) Clemens von Ale- xandrien , Eusebius, Hieronymus, Angustinus, Isidor und Theodoretus. Offenb.-.r dafur erldart aber haben sich Emmanuel Sa , Joanes Maria- na, SUaliger und Andere. und Kr, von fan aki ode as, ist, Um ran tire nal der Jat nui dei dri c. An an 0 — 1Q4 — und aus den Protestanten, Phrygius und Kreinzheim. Diese fangen beyde Zahlen, vom i iten Jahre des Stdezias an, «u zahlen. §. 3. §101 Dritte Meinung. Beyde Jahrzahlen fangen Andere abermahlan, vomEndeJ r o- akims , das ist, nach seinem l iten Jahre, i) oder von der Ausvvanderung des Jechoni- as, vvelche 3 Monate darauf gesehah, das ist, im 8ten Jahre des Nabuchadnezar.li) Und so denken R» Salamo bey dem Ig¬ ranj Genebrard , u4zor , und von denSec- tirern, Ubbo Emmius und Joseph Bechin. §• 4- §102 Vierte Meinung. Oder 4 Jahre friiherj nahmlich vom 4ten Jahre, und dem iten der Gefangenschaft Joakims , oder im iten Jahre des Nabuchadnezar, m) Dieser Mei¬ nung sind: Severus Sulpitius, 2tes Buch der Geschichte, Z^ra/nijimBuche i JSs- dras, imAnfauge. Petav, i Tom. 5.Buch, c. 17 , und aus den Neuern, Beroald und Andere. §• 5 * §103 Endlich fiinfle Meinung, Man fangt an, vom 13 ten Jahre des Josias von Ju- i) 4Kdnig. c. 23, v. 36. k) 4 K, c. 24 , v* 12 . m) aParalip c, letzt.v, 6 . Jerem.c, a5,v. 1 . — 195 - §104 da. o) So meinten schon vor Alters her fanj sehr Viele mit dem Eusebius: p) Abervon der ganzen Herzen hangen ihm an, Hierony- 3tei mas in der Vorrede zum Aggaus, dann ten im lten Kapitel von Zachariasj Augustin vvel 18. Buch c. 26 von der Stadt Gottes. Clem, er0 ' Alex. l. Buch Strom. Isidor, Etymol. c. c ha letzter, Theodoret, und Pererius zitirt noch c ha Viele, und iiberhaupt Alle von der iten ube Meinung. — Alle Autoren der 2ten, 3 ten, ner 4ten , sten Meinung endigen beyde Jahres- den kalkuln mit dem lten Jahre des Cyms. So }* esi wie sie friiher oder spater die 70 Jahre be- ) a a ginnen, um so mehr, oder um so vveniger un d setzen sie Jahre zvvischen die Zerstorung teis Jerusalemsund desTempels,und biszumAn- fange des Cyms', das heisst, Jeder macht es nach seiner Bequemlichkeit und Gefah* len, damit er nur seine 70 Jahre heraus* ziffert. — Welche Meinung ist die Wahre bey so grossen und so gelehrten Verthei- digern ? — Moge mich derHimmel bevvah- ren schon blos vor dem Gedanken eines etvvaigen Entscheidens, aber ein Wenig Streitens mit den Todten, vvird inunserm viel erlaubenden Zeitalter doch auch mir nig erlaubt seyn! — . 6 . Erster Schluss. Es scheint gewiss zu seyn, dass die 70 Jahre sovvohl der Ge- o) Jerem. c. 25, v. 3. p) Euseb. Chroni. B. to von der Vorbereitung des Evangeliums c. letzt. giei der ivat den Gei der und drii — l g6 — fangenschaft, als der Zerstorung, nichtin der Regierung des Darius Hy~slaspis, des Sten persischen Monarchen, geendiget ha- ben, sondern im iten Jahre des Cyrus, welcher sammt dem Meder Darius, nach eroberten Babylon und getodtetem letzten chaldaischen Monarchen Ballassar , die chaldaische Regierung auf die Persische iibertrug, — und gleich beym Antritesei- ner Regierung die Gefangenschaft der Ju- den auflosete, und sie ipch Hause gehen Hess 5 so viele nur vvollten. Diess erhellet ja aus dem letzten Verse von Paralip. r) und aus dem lten Buch Esdra, s) vvo es heisst: ,,Die Juden dienten den Chaldaern bis die 10 Jahre in Erfiillung gingen, und so lange der Konig der Perser re¬ gi trle. Im lten Jahre des Cyrus, Konigs der Perser, eriveckte der Herr zur Be- ivahrung seiner Rede, vuelche er durch den Mund Jeremice gesprochen hal, den Geist des Cjrnts.“ — Und Jeremias selbst, t) der so oft und so scharf die Gefangenschaft und Zerstorung einpragt, r. 12 * sagt aus- driicklich: „Gott iverde er st dann den Ko¬ nig von Babylon und sein Kolk vertil- gen, ivenn die 10 Jahre der Gefangen¬ schaft und Veriviislung voriiber seyn wiirden.“ Also konnen diese 70 Jahre un- moglich iiber Babylons Zerstorung hinaus r) 2 Paralip. c. Ietzt. v. letzt. s) i Esdras. t) Je- rem. c. a5. 05 gedebnt werden, sondern nur-bis zum er- dei sten Konige der Perser, Cyrus. sas au< §. 7- iibi kei Zive^ter Schluss. Daraus folgt: dass man die 70 Jahre der Zerstorung Jerusa- J uc iems und desTempels nicht unterscheide« koi darf, von den 70 Jahren der jtidische« so Knechtschaft, sondern dass sie Eins und vvii das Nahmliche seyn. blif Man darf ja nicht eigenmachtig zwey g r i, verschiedene Termine eines gleichsam dop- sen pelten 70jahrigen von den Propheten vet- ha: kiindigten jiidischen Elendes aufstelleni Du weil die Propheten selbst nirgends einen we Unterschied machten. Einivendung. Zacharias, n) sagt der ren Engel, im 2ten Jahre des Darius Hysta- ten spis: „Herrder Heerschaaren ! ivie langt 'Go noch mir st du dich nicht Jerusalems er- Tei barmen , und Judaas Stadie , iiber mei bei che du gezornet hast? Dieses Jahr ist /« Au: schon das Siebenzigste !“ dui Ichantworte: Diese Worte sind wahr* sey scheinlich nicht als entscheidcnd, sondern che als fragend zu lesen, (so wie die verbes- dei serte platinianische Bibel auch liest, und die daher sind sie, nach Art der Vervvunde- die rung auszulegen.) So: Ist denn also die ■ gel ses das siebenzigste v) geweissagte Jahr ma u) Zachar-c. i, v. ia, v) Jerem. e. q 5 und Daniel w) — 198 — i er' der jiidischen Freyheit ? AIs ob er halte sagen wollen s Nicht allein 70, sondern auch 80 , und noch mehr Jahre, sind vor- iiber, und noch hat das Elend der Juden kein Ende! — dass Obschon zwar seit i0 Jahren manche usa- Juden von Babylon nach Judea zuruckge- itlen kommen vvaren, solitten sie doch in Judea chen so viel Noth und Elend, dasssich Vielege- unJ vviinschet hatten, sie vvaren in Babylon ge- blieben. w) — Aber auch die hebraischen wey griechischen und lateinischen Bibeln las- dop- sen es so lesen, und mit dem Worte: „Du vet- hast gezornet verhinden sie dlesen Sinn: lleni Du erbarmst dich noch nicht liber Jene, inen vvelche du durch 10 Jahre gestraft hattest. — Aber auch zugegeben, diese Worte wa» ; der ren buchstablich zuverstehenj so bedeu- ysta- ten sie doch nicht mehr, als dass der von ■ingi 'Gott zur Bestrafung der Juden festgesetzte f er- Termin, und zvvar 1 1 Jahre schon daru- wel' ber, verflossen \vare j (nahmlich von der r/ ja Aufhebung der chaldaischen Monarcbie durch den Cyrus,) dass es sonach gerecht ,'ahr* sey, dass Gott seine Barmherzigkeit, vvel- dern che er untcr dem Cyrus den Juden ange- rbeS' tleihen zu Iassen schon angefangen — durch und die Bosheitneidischer Menschen aber durch mde* die ganze Zeit des Cambyses — zuriick- die- gehalten hatte , ivieder selbst mit seinem JahT machtigen Arme fortsetzen , und auch bey )aniel iv) So Albert Mag. Hugo , uad Andere. 14 199 allem Widerstande der Menschen, den Tempel und die Stadt aufbauen mochte. §106 §■ 8 . Dritter Sčhluss. Es istsehr vvahrscheln- lich, dass vom liten Jahre des Sedezias, in vvelchem die Stadt zerstoret wurde , bis auf das erste Jahr des C^rns, nieht 1 o, auch nicht 60 oder 52 Jahre verilossen sind, wie die Vertheidiger der vierten Meinung behaupten, sondern nur 30 Jahre, wie die fiinfte Meinung dafiir halt. Denn Erstens. Im BucheEsdra x) ist stets die Re> de vom 30jahrigen Ruin der Stadt, urni nie die Meldung von mehreren Jahren. Fer- ner heisst es: y) „Die Stadt toird aufge- bauet irn 30 teh Jahre nach der Zerslo- rang denn davon ist doch hier die Re- de. Freylich ist dieses Buch nicht kano- nisch, aber doch vveit mehr authentisch in diescr Hinsicht, als die Profanen, Li- vius, Curtius , Sallustius, Joseph u. d. g- Auch wird es zitirt von heiligen Ambro- sius, Buch 1 vom gutenTodej von Cjrpri- an on die Demelria, von Basilins\m Briefe an Chilo , Hieronj-mus, Buch vvider Hel- vetius, Ireneus 3 Buch vvider die Ketzerj Terlullian ttes Buch von der Wohnung mit den Frauenj Isidor und auch Seder- x) 4 Esdras c. 3 , v. 1 und 29 , dann c. 9, v. 44 - ^ 4 Esdras c 10 , v. 27. — 200 Olam. Ja sogar derheilige Joan/iejscheint in seiner ApocaIyps, c. 0, eine Anspiclung zu machen auf das c. 4, v. 36 j und auf c. l, 5, v. 8; und nochmahl das c. 12 Apoc. mit c. Q, v. 38j und sonst noch ofters. Auch die Kirche bedienet sich oft der Aus- driicke dieses Bucbes bey der Messe. Z. B. In introitu Missae: Feria tertia Penle- cost aus c. 2, v. 36 u, s. vv. Zwejytens. Auch aus den canonischen Schriften ist emeislich, dass Nabuchad- nezar nicht naehr als 45 Jahre regierte. Er fing zuforderst mit seinem Vater an im 4ten Jahre Joakims. a) Im 1 ten Jahre der Wanderungregierte IS abuchadnezar schon im 8ten Jahre } b) Jechonias oder Joachim aberj c) kam aus seinem Kerker schon nach gestorbcnen IVabuchadnezar ^ (vom dessen Sohne Evii - Merodach , — und am Ende des 37ten Jahres der Wanderung des Jechonias daraus entlassen.) Daher^venn man die vorigen 8 Jahre, zu den 37 Jah- ren addirt, so sind diess 45 Jahre , vvorii- ber hinaus Nabuchadnezar nicht regierte. — Die altenHebraer sind auch dieserMei- nung. — Ist aber das lite Jahr des Sede- zias, vvcrin Tempel und Stadt zerstort wur- den, das I8te Jahr des Nabuchadnezar d} gevvesen, so sind und bleiben nach Jeru- salems Zerstorung, von den Jahren dieses a) Jerem. c. 25 , v. t. b) 4 Eon. c. 24 , v. 12. c) 4 Ikon. c. 25, v. 27 d) 4 Eon. c. a5, v. 8. 14 * 201 Konigs nur 2 7. Jahre. Dazu regierte sein Solin Baltassar nicht mehr als 3 Jahre, c) nnd die hcilige Schrift macht von einem Zwischenkdnige nirgends Meldung. Es konnten demnacli von der Zerstorung der Stadt Jerusalem und des Tempels, bis zu dem den £to//a.fjnrhesiegenden Konige Cjr- rzzs, nicht mehr als 30 Jahre verflossen seyn, §.102 Drittens. Daniel ist im 4ten Jahre Jo- ahims von Jerusalem nach BabyIon abgc- fiihrt worden, da er f) mindestens 10 Jahr alt vrarj vvenn aber'von dieser Zeit an, nach den Autoren der 4 ersten Meinungen 70 oder 80, ouler 88 Jahre vergangen na- ren, so war Daniel unter Cyrzzs und Da- rizzs ein l oojahriger Mann gevvesen. Ein solcher Greis aber vvare von Darizis gevviss nicht liber i 20 Satrapien gesetzt \vorden, g) damit er, ein lOOjiihrigerMann, dem 02)’ali- rigen Darizis, h) ein Gehulfe in der Re- gierung seyn solle. Eben so musste auch der, mit dem Jechonias ausgewanderte Mardochaus 100 Jahre gezahlt haben, i) als er von Artaxerxes liber so viele Go«- vcrnemente, statt des Aman gesetzt vvur- de. k) Auf gleiche Weise der Sohn des e) Daniel c. 5. f) Daniel c. i, v. r. g) Daniele. 6, v. z. h) Daniel e. 5, v. uit. i) Esther c. 2 , v-5. k) Esther c. 8, v. i 5. 202 Esdras, der Hohepriester Sar a ja, der in der Zerstorung gekopft war$ und, so viele andere Juden, besonders Levit e n und A l- ieste, »ivelche (im 3ten Jahre des Darius Hystaspis des 3 ten persischen Monarchen) iveinten, iceil sie saben, dass der 2 te Tempel an Pracht und Grosse dem (von Nabuchadrtezar zerstorten) ersten Tem¬ pel bey iveilen nicht entsprecheS 1 Alle diese mussten nach dieser Meinung lauter lOOjahrige Greise seyn. Es ist aber docli auch hundertmahl erwiesen , dass man da- mahls schon sehr selten 100 Jahre crlebte j und in diesem isolirten Augenblicke ware der Fali so haufig ! —? . §. 10 . §108 Viertens. Aus profanen Schriftstel- lern. Wenn wir in Ervvagung ziehen, die persischen und medischen Monarchen vom Anfange der Regierung des Astyages, (wel- cher mit seinem Aater Cyaxares, im I5ten Regierungsjahre des jiidischenKonigs^oj/oj, die assyrischeResidenz Ninive einnahm,und zcrstorte ,) bis auf den Regierugsanfang des Cyrus, (welcher den Astyages besiegte$) so finden wir nicht mehr als 35 Jahre des Aslyages , und 7 Jahre noch, in welchen er mit seinem Vater regierte, so hat man 42 Jahre j und wenn wir noch die 27 Jahre des Cyrus, bevor er BabyIon ero- berte , und Monarch gevvorden \var, hinzu« 203 zahlen, so finden vvir mir 6(J Jahre vom i 3 ten Jahre des Josias, bis z.um l ten Jah¬ re des Konigs Cjrnzs (ausschliessig.) —Be- trachte man etvvas die L,ydisciien Koni- ge. — Zwischen dem Halyaier, dem Va- ter des Crcesus. und zvvischen dem Crce - sus selbst, gab es keinen Zvvischenhonig, und doch war nach dem Tode des Cam- byses noch Crcesus ein sehr starker Mann! l) Endlich die Agyptischen Koifigej Z. B. den Vaphrias, vvelcher, nach Zeugniss der heiligen Schrift, viele Jahre regierte, und mit Nabuc/iadnezar dem grossen Krieg fuhrtej und doch \var die Tochter des Fa- phrias zur Zeit des Cambyses, da er selbst Agypten verwustete, noch ein Madchen, m) vvelches dem Cambyses zum Vergniigen diente. — Dieses zusammen genommenbe- vveiset, dassvon dem Tode des Nabuchad- nezar an, bis zum Anfange der persisclien Regierung — nur sehr vvenige Jahre ver* streichen mussten, §• It* Fiinflens. Es erhellet audi aus der Nabori- AssaFschen A ra. Denn Plolomie- us , der hierin gevviss Glauben verdient, sagt; n) Dass das 5te Jahr des Nabo-Pol - Assar, das I2 7te war, V om iten Ronige I) Herodot 1 B. m) Herodot 4'B. n) Ptolom 5. Buch. Almagest. c 24 * — 204 — Nabon - Assar an gerechnetj das Tte Jahr des Camby~ses ware aber das 125te, von eben jenem Nabon -Assar hergezahlt. Man hat demnach zvvischen jenen beyden Jah- ren nicht mehr als Q8 Interkalarjahre. Rechnen wir nun die letzten 21 Jahre des Nabo - Pol - Assar , dann die 21 des Na~ bon - Assar , die 45 des Nabuchadnezar des Grossen, die 3 von Baltassar , die 3 der Zwischenzeit, und die 5 Jahre des selbst regierenden Combyses , zusammenj — so finden wir , dass uns nicht ein einziges Jahr iibrig bleibt, vvelches wir so vielen andern Konigen, als: dem Niglissar - Lab - As¬ sar - Dach, und (nachBaltassars Tode) dem Evil - Merodach , und ich vveiss nicht wel- chen andern noch, welche in Babylon re- giert haben sollten, zuzuschreiben befugt seyn konnten, indem alle diese nicht Ko- nige, sondern nur Staathalter des Nabu- chadnezar gevvesen sind. Die Aiitoren der 4 ersten Meinungen schieben diese seyn- sollenden Konige zvvischen Nabnchadne- zar, und dem Baltassar ein, und geben nach Bedarf zur Erfullung ihrer 70 Jahre einem jeden derselben mehr oder vreniger Jahre. Diese konnten \vir sehr leicht aus den 01ympiaden , und den Jahren der Er- bauung Roms, falls es nothvvendig vvare, eincs Besscrn fiberzeugen. — 205 — §. 12 . SecJistens. Es stehen fiir diese Meinung auch die beriihmtesten Kirchenlehrer) als der heilige Augustin, heiliger Hieronj^mus, Clemens von Alexand. und viele andere oben bey der ersten Meinung angefiihrte Manner. Und obschon diese mit den Au- toren der fiinften Meinung , riicksichtlich des Anfangs und Endes der TO Jahre, nicht iibereinstimmen, so harmoniren sie darin doch, dass sie alle gleich behaupten; Von der Zerstorung der Stadt Jerusalem und des TempeZswaren nicht TO, sondernnur 30 Jahre vtrgangen, das ist, von der Zer¬ storung im, 11 ten Jahre des Sedezias, bis zum ersten Jahre der Monarchie des Cy~rus. Da Einige aus Ihnen auf ihren TO Jahren bestehen , so suchen sie ihre Kluft von 40 Jahren bis auf den Darius Hy"sta- spis, vonwoandersher auszufiillen. Allein davon kommt die Rede bey dem sechsten Schlusse vor. — Aber Erste Eimuendung. Bey Jerem. n) heisst es: dass die Juden gedienet haben dem Nabuchadnezar, und seinem Sohne, und noch dem Sohne seines Sohnes (oder Enkelj) also folgten dem Nabuchadnezar mehrere als ein Baltassar ? — Antivort. Der Schluss ist nicht logisch, vvenn hier die Rede blos von Nabuchad- n) Jerem. c. 27, v. 7. — 206 — nezar dem Grossen ist, so wie sie auch seyn soli. Jeremias redet hier gar nicht von dem Grossen, sondern von dem altern Nabuchadnezar oder Nabon-Assar , des- sen Sohn Nabuchadnezar der Jungere, oder der Grosse war. Diess erhcllet ja selbst aus dem Anfange des 27ten Kapitels, o]) wo es heisst: ,,Er (Jeremias) habe hier im Anfange der Regierung Joakims, des Sohnes des Josias jiidischen Konigs , die- ses geredet.“ Nun aber herrschte im An¬ fange des Joakim vvirklich Nabuchadne¬ zar der Altere, oder Nabon-Assar, und zwar alleinj denn im 4ten Jahre Joakims geseJlte er sich seinen Sohn Nabuchadne¬ zar den Jiingern in der Regierung zu. p) Daher , sobald derVater Nabon-Assar ge- storben vvar, und sein Sohn Nabuchadne¬ zar der Jiingere allein regierte, so macht die heilige Schrift selbst nicht mehr Mel- dung davon , dass nahmlich die Juden dem Nabon-Assar und seinem Sohne, und sei- nes Sohnes Sohne, gedient hiitten, son¬ dern sie sagt: „dcm Nabuchadnezar und seinem Sohne Baltassar. u Z. B. im 23 ten Jahre des Nabuchad¬ nezar 5 oder im sten Jahre nach der Ver- vviistung des Tempelsund der Stadt. q) — So bitten auch die in C/ialdaa gefangenen Juden Gott, dass er dem Nabuchadnezar o) Jerem. e. 27. p) Jerem. e, a5, v, 1. q) Baruch c. 1, v. 3 und 11» I > 207 und seinem Sohne Baltassar , cin langes Leben verleihen mochte, r) darnit sie un- ter dem Schatten des Nabuchadnezar Ko- nigs von Babylon j und unter dem Scbat- ten seines Sohnes Baltassar , ruhig leben mochten.— Obschon Nabuchadnezar meh- rere Kinder hatte, s) (darnit sie dem Na- bnchadnezar und seinen Sohnen dienen.) so wird Baltassar doch als Erstgeborner, und vom Vater bestimmter Nachfolger im Reiche blos allein genannt, und aufgefiihrt. Warum vvaren denn die vielen andern Fiirsten, wenn sie inzvvischen regierten, mit so allgemeinem Stillschvveigen liber- gangen tvorden? Ja, ware ein so inhuma- nes Stillschvveigen nicht strafbar gevvesen? sich getr.auen, durch 21 Jahre, blos den Baltassar zu nennen, indessen noch der Vater mit dem Sohne regierte ! — Diess beweiset uns von Neuem, dass ausser dem Baltassar, lieine anderen Sob¬ ne Nabuchadnezar hatte, vvelche ihm in der Regierung gefolgt waren, als blos Bab tassar. Daherkonnten abermahlnicht mehr als 30 Jahre zwischen der Zerstorung der Stadt Jerusalcm, nnd dem lten Jahre des persischnn Cyrus verflossen seyn. Noch mehr 3 Daniel t) nennt den Baltassar sie* benmahl den Sohn des Nabuchadnezar, und Diesen als Vater des Baltassar 5 soauch Baruch. u) r) Baruch c. x, v 12. s) 2 Paralip. c. letzfe, v. 20. t) , Daniel c. 5 . u) Baruch e. 1, v 11 • — 208 §111 § »5. Ziveyte Einivendung■ Die heil. Schrift sagt: ,,Die Dienstbarkeit der Juden un- ter Nabuchadnezar, und die veriviistet gebliebene Stadt Jertzsalem und der Tem- pel, h alt en mit Verivunderung, undauch Schaderifreude aller benachbarten V61- ker — ganze 70 Jahre gedauertl Ich sage, diese Annahme schon, ist falsch. Die heilige Schrift verkiindete diess in eben dem Sinne, in vvelchem sie von den, den Juden benachbarten Nationen, den Ammonitern, Moabitern, Colessjr- riern, Ty-rern, Ag^ptern, gesagt hatte. Denn alle diese Volker nennt die Schrift, dem Nabuchadnezar dienstbare Volker, bejr Vercounderiing und Scha denfreude aller benachbarten Nationen, und zvvar diess durch 70 Jahre vor Babylons Zer- storung. v) Es ist auch aus der heiligen Schrift, und aus den profanen Schriftstellern hyper- aspistisch ervviesen, dass die Meisten von diesen Volkern, lange nach Zerstorung Je- rusalems, von den Chalddern unterjocht vvurden, aher — nur wenige Jahre unter¬ jocht blieben. Die Ag^pterZ. B. kaum 15 Jahre 5 Tj~rer kaum 14 Jahre j die Ubri- gen bey 24, oder etwas mehr Jahren. vv) v) Jerem. c. a 5 , von v. 9 —• 12,und v. 18—27. vv) Joseph 10. B. Alterth.c. n, und Jerem, c. 43 > — 209 — Es konnen daher auch von den Juden ihre 70 dienstbaren Jahre aus obigen Worteii nicht angenommen werden. Der Sinn der heiligen Schrift ist nur; dass in dem Zeit- raume von 70 Jahren, (hils so lange nahm. lich nach Gottes Fiigungder ChaldaerHen- schaft bcstehen solle,) alle obigen Volker, einige friiher, andere sp&ter, wie sich die Gelegenheit darbiethen vvird, von den Chal- daern unterjocht vverden sollen, und vvel- che Unterdriickung, nach dem Falie det' chaldaischen Herrschaft, vvelche 70 Jahre dauern solite ? auch aufhoren wird. §112 §. 14 . Dritter Eintourf. Diese von den Pro- jjheten , und hin und icieder von den Uber- selzerngenannten 70 Jahre , iverden nichl die chaldaischen Regierungsjahre, son- dem die Jahre der jiidischen Dienstbar- heit genannt. Sievvollen also, das judischs Elencl habe 70 Jahre gedauert! — Ich ervvidere, derSchiuss sey abef mani falsch. Denndamit diese Jahre so be- nannt vverden, ist es genug, dass il>ne» die Dienstbarheit zum Theil ausgedehnt wird; es vvird aber nicht erfordert, dass sie piioktlich allen Jahren entspreche. Die Jahrzahlen miissen nicht buchstablich aus- gelegt vverden, sondern nur als Bezeich- nung der Ordnungbis zu einem andern An- fange. Nahmlich die 70 Jahre der Kneckt- j schi Jah som Mor dieti han una lieg Aug an. folg wui der re l von sprt bez< Jah nicl ren Ag] hek sto ; se i ias von rui: vv) 210 ti ihir orteii n der Zeit- tahm. HeriJ liker, h die C/ial- \vel- j der Fahre Pro- fber- >licht son- Ibar- ische aber- i Le¬ bne« ehnt dass Die aus- ;ich- An- telit- schaft heissen so viel, als das siebenzigste Jahr (nicht vom Beginne der Zerstorung, sondern) vom Anfange der chaldaischen Monarchie. — Einer gleichen Phrase be- dienet sich Moses, w) wo Gott dem ham sagt: „Dein Same ivird ivandern, und der Diensibarkeit 400 Jahre unter- liegen das heisstj 400 Jahre »on dem Augenblicke dieser meiner Vorhersagung an. Denn es ist klar, dass Abrahams Nach- folger in Agypten nur 92 Jahre gedriickt viurden. — So heisst es auch : x) „Die Kin¬ der Israels blieben in A g j'pl en 430 Jah¬ re lang) u diess vvillsagen: 430 Jahre sind von dem, dem Abraham, gemachten Ver- sprechen y) verflossen. Die heilige Schrift bezeuget uns, dass von der Wanderung Jakobs, und der Seinigen nach Agypten, nicht mehr als 2i5 Jahre verstrichen vva- ren, bis zum Auszuge der Israeliten aus Agypten, Wenn es daher bey Isaias P) heisst: „Dass das israelitische Reich zer- storet ivird nach 65 Jahren so sind die- se nicht von damahls an zu zahlen, als Isa¬ ias diess dem Konige vorsagte, sondern vom Begina seiner Weissagung. §. 15 . §113 Vierler Scbluss. Vom ersten Regie- rungsjalire des persischen Cjrrus, in vvel- iv) Genes c ] 5 , v. > 3 . x) Exod. c. 12, \ 40 y) Genes. «.12, z) Isaiaso.7,v 8. 211 chem dieser die jiidische Gefangenschaft aufhob, bis zum 2ten Jahre des Darius Hjrstaspis , vergingen nicht 40, (so wie Easebius, Hieronymus, Augustinus , Clemens v on Alexand ,, Isidor , The.odoret und andere der ersten Meinung dafiir hal- ten,) sondern hochstens 11 Jahre, wie aus dem. Oten Hauptstiicke, und 2ten Abschnit- te erhellen soli. Einvuurf. Nach allen chronologischen Kalkuln liegt es klar am Tage, dass Oyrus 30, Camby~ses 8 Jahre regierte, und wenn man die 2 ersten Jahre des Darius Hy staspis hin/uzahlet, so findet man die 40 Jahre leicht auf. Ich antvvorte: Oyrus hat vom Anfange seiner persischen Hegierung vvirklich 30 Jahre geherrschtj allein in seinem Regie- rungsbeginne hatte er noeh ganz und gar nicht Babylon erobert gehabt, daher auch den Juden nicht die Freyheit geben kou- nen , wie Eusebius und Andere wollen. Er war da noeh weit von Babylon entfernt, sein Reich war noeh sehr klein und unan- sehnlich, auch war er von den Juden noeh nicht gehasst. Diese Umvvalzung gesehah erst in sei¬ nem 27ten Regierungsjahre seiner schon grossen persischen Regierung. Von da an hatte er — nach Vereinigung mit seinem Grossvater von der Mutterseite, (dem Da m rius dem Meder,) und nach Ermordung des chaldaischen Baltassar, (dessen Re* — 212 — gierung erauf sem eigenes Haus libertrug) — nur noch 3 Jahre regiert. Zu diesen 3 Jahren zalile man die 0 Jahre des Cambjr- ses, durch welche dieser, vom Cjrrus To- de an, regierte, (nicht 8 Jahre, weil er 2 Jahre mit seinem Vater Cjrrus herrsch- te,) und noch die 2 Jahre des Darius j so sin d hier nur n Jahre, und uicht »lehr. Diese 11 Jahre hestattigen auch einstim- mig alle Chronologen, welche den Anfang der 30 Jahre des Cjrrus, vvo er blos in Persien zu regieren begann , von der 55ten 01ympiade, und zvvar vom 4ten Jahre der- selben fortrechnen. a) Des Cambjrses sie- bentes Jahr aber, vvo er mit dem Vater, oder das 5te, wo er allein zu herrschen anfing, fallt in die Ara 225 des IVabon- Assar , nach Zeugniss des Ptolomaus , u. a. m. vvelclies Jahr das 2 te der G4ten01ym- piade vvar. Daraus folgt, dass seit Beginn der Regierung des persischen Cyrus , bis auf das 5te, und unabhangigeRegierungs- jahr des Carnbj^ses , nicht mehr als 35 Jahre voriibergingen. so viel nahmlich, als vom 4ten Jahre der 55ten 01ympiade, bis zum 2 ten Jahre der 64ten 01ympiade, oder so viel Jahre vom lgiten Jahre der Nabon- Assar'schen Ara, bis zum 225ten Jahre der nahmlichen Ara verflossen sindp Von a) So Eusebius aus Diodor von Sicilien , Polyr>ius , Justin , Cicero de divinit. i, B. c. i , und fast alle Anderen. — 213 — diesen 35 Jahren nun gehoren tlem Cyrus, 2 2 Jahreseiner blos persischen Regierung, die iibrigen 3 Jahre gehoren der 'grossen Monarchie anj und die 5 Jahre dem Cam- byses, wo er zuletzt allein regierte. Cam- byses hat hierauf nicht mehr als nur noch ein Jahr regiert, und er iiberlebte demnach seinen Vater nur um 6 Jahre in der Regie¬ rung. Diess zeigt uns so wohldie Geschich- te , als auch die Gleichheit der 01 ympia- den, und vvohl auch der Abzug in der Na- bon - Assar’'schen Ara. Denn das 20te Jahr des Dariu s Hyslaspis , (Nachfolgers des Cambjses,) vergleichen die Chronologan mit dem Jahre 246 der Nabon-Assari- j schen Ara , und mit dem 5ten Jahre der 69ten Oljmpiade. Also vom sten Jahre des j Camb jses, bis zum 20ten des Darius, zahlt man nicht mehr als 21 Jahre. Davon geho- ren 20 dem Darius, und 1 Jahr bleibtdem Cambyses , tvelches nach dem Tode des Cyrus, das 6tc Jahr war. §114 §• 16- Fiinfter Schluss. Das i3te Jahr des Konigs Josias, ist das 40 te Jahr vor dem 11 ten Jahre des Sedezias. Denn § 66heisst es: Josias regierte ganze 51 Jahre, daher bleibenvon 13 Jahren noch 19 fursein libri- gesLeben. Man addire zu diesen 19 Jahren, des Joakim, noch 11 Jahre, und i0 Jahre des Sedezias, so hat man 40 Jahre. — 214 — Auch von dieser Jahrzahl ist vveder in der heiligen Schrift, noch bey den Chronolo- gen ein Zvveifel. §. 17. Sechster Sch/uss. Der Anfang der 70 jahrigenGefangenschaftund des jiidischen Elendes kann von keinem Zeitpunkte be- quemer gerechnet werden, als von dem 13 ten Jahre des Konigs Josias. Denn da die so oft benannten Jahre der Gefangen- schaft nicht im 2 ten Jahre des Darius sich endeten, sondernmit dem lten Regierungs- jahre des Cjrrizs , (vvie im lten Schlusse;) so ist es auch klar, dass ein Unterschied zvvischen denJahren derGefangenschaft, und den Jahren der Zerstorung, nichtPlatz ha- ben honne, (vvie im 2 ten Schlusse.) Und gehen wir von dem lten Jahre des Cyrus rtickvvarts , bis zur Zerstorung Jerusalems 5 so trefen wir abermahl nur 30 Jahre an, (vvie im 3 ten Schlusse zu sehen ist) Von der Zerstorung Jerusalems aber zuriick , bis zum I 3 ten Jahre des Konigs Josias, sind 40 Jahre, (wie im Sten Schlusse.) Man sieht demnach, dass die 70 Jahre von dem i3ten Jahre des Konigs Josias zu uns hergezahlt vverden miissen. Der vorziiglichste Bevveis fur diese letz- te Meinung liegt wobl im Jeremias , b) h) Jerem. c. a5 , v. 3. 15 — 215 der da sagt: dass er schon vom i3ten JaL- s re des Josias her, die konigliche Ruthe, g oder den chaldiiischen Szepter, und das feurige Geschirr, dass ist, die aus Baby. g lons Ofen herannahende Kriegesflamme sah, J{ vvelche die assyrische Hauptstadt Ninive , rT verzehren vvird. Von eben diesem Zeit- s( punkte her, hatte Jeremias nicht aufge- te hort diesen Szepter und diese Flamme den Si Juden einzupragen, doch umsonstj Gott sa befiehlt ihm daher, nach Verlauf von vollen Es 23 Jahren, abermahl mit dieser Ruthe und ^ Flamme auf das strengste zu drohen, folg- S{ lich im 4ten Jahre Joakims , c) hier sagt s t ( er ausdriicklich: „jene Ruthe und jena et Feuergeschirr ivare Niemand anderer , als Nabuchadnezar von Babilon ,“ d) wel- chem im Laufe dieser, (vom a 3 ten Jahre des Josias angefangenen) TO Jahre, nicht al- lein die Juden , sondern auch die Ammo- nit er, Moabiter , Sj~rer , Tjrrer und Agypter von Gott zur Ziichtigung -vverden ubergeben vverden. e) So bald aber diese geziichtiget und gestraft, und die zur Ziich¬ tigung bestimmten TO Jahre ihr' Ende ef' reichen vviirden, vverde auch die Ruthe des Adlers selbst, das ist, die chaldaische Monarchie, von einer machtigern (nahui- lich der Persischen) iiber den Haufen ge* vvorfen und vertilget vverden. Und mit die' c) Jerem. c. a5, v. i — 3. d) Jerem. c. , V' 9' «) Jerenvc.25 3 v. so u. s. w. ■2* 216 — sen Weissagungen hatte Jerentias fastsein ganzes Buch ausgefiillet. Der geneigte Leser sey so giitig eini- ges Nachdenken liber den vorgesetztenKal- hul anzustellen, ob es sich dabey zu be- ruhigen ware, oder nicht. Nicht des Ent- scheidens, wohl aber ein Wenig desStrei- tens wegen habe ich diese aus der heiligen Schrift und der profanen Geschichte zu- sammengesetzten Scbliisse angefiihrt. — Es ware eine angenehme Uberraschung, wenn von irgend einem , in der heiligen Schrift und in der Weltgescbichte vvohlbe- stellten Manne, diese noch dunlde Sache etwas mehr beleuchtet vverden mochte. * 15 — 217 Sechstes Hauptstiick. Ftinftes Weltalter. Erster Abschnitt. Vom Anfange der persischen Monarchie und der dur c h Cy - rus aufgehobenen jiidischenGe - fang e n s c h aft. 1 Esdras c. 1 , b is auf die Ankunft des Messias, Eine Dauer von 525 Jahren, 116 §• *• Die persische Monarchie dauerte 200 Jah* re, nahmlich bis auf das Weltjahr 3675 inclus. f) Dionys von Halycarnass schreibt in seinem iten Buche so: „Das persische Reich blieb nicht iiber 200 Jahre auf dem Gipfel der TVeltangelegenheilen, auf u>el- f) Eusebius , Diodor von Sicil, Herodot? Justin un vvenn \vir in das nahmliche Jahr Christi Empfang- niss und Geburt zahien. Also dauerte: Die persische Monarchie 200 Jahr. Die griechischeWonarc\ne 300 Jahr. Und die ersten 25 Jahre des Augustus .25 Jahr. Daher macht diess einen Zeitraum von. 525 Jahren. i) Dio*Gassius 5 1 . Buch, 221 Zwey ter Abschnitt. Die Reihe der persischen Koni- ge, von Cj' rus , n a c h g etodtetem Baltassar, bi s Al e x and er v on M a c e doni e n, nach besiegt emD a- rius Codomanus letzten Mo- narchen Persiens. Ein Zeitraum von 200 Jahren. ^ y X rus ) (Sohn des persischen Cambjrses, und der Mandane, Tochter des Meder* Bonigs Astj^ages ,) In seinem Kindesalter recht gliicklich dem Tode entgangen, re- gierte zvvar ganze 30 Jahre, lt) allein er war nur 27 Jahreder blossen Perser Konig wie ich oken sagte } er hatte zvvar dem Astj^ages, (seinem Grossvater von miit- terlicher Seite,) das medische Reich ge- nommen, doch behielt er selbes nicht Pur sich, sondern hatte es fiir den Meder Da- rius, der vvahrscheinlich Harpagus vvar, bestimmt, vvelcher aus Hass gegen Astf - ages, dessen medische Krone dem Cyrus vergonnte, vvelchem er nachgehends den babylonischenSzepter abtrat 3 1} j a er scheint noch einenMitregenten gehabtzu haben. m) lt) Cicero B. 1 de divinit. ,CIemens Alex,, Justinus, Eusebius , Hieronym., Crosius , Severus Sul- pitius und Beda. 1) Daniel c. 5 } v. letzt m) Daniel o. b, v. letzt. Nach eroberten BabyIon war Cyrus nicht liinger Monarch als 3 Jahre. —• 3 Jahre Und im Beginne dieses seines ersten Jah- res gab er den zu Babylon gefangenen Ju- den die Freyheit. n) Cambj-ses, oder o) Assuerus, oder p) j 4 rtaxerxes, Sohn des Oyms, regierte die 2 letzten Jahre mit dem Vater zugleich, und ging mit ihm zu den Scj^then, vvel- che den Vater Cjmis erschlugenj vrorauf Cambjrses allein zuriickkehrte, und danur noch 6 Jahre regierte, und nicht 8 Jahre. — 0 Jahre. Dieser hatte die vom Vater den Juden erlaubte VViederaufbauung des Tempels, wieder zuriickgenommen. q) Nach demCawi- bj^ses hatte zvvar der Magier Smerdes 7 Monate regiert, allein diese vverden seinem Sohne Darius Hj^staspis zugezahlet , der iiberhaupt 37 Jahre regierte. Dieser war der Gemahl der Esther, -vvelcher im 2 ten Jahre seiner Regierung das Befugniss zum endlichen Wiederauffaau des Tempels den Juden ertheilte, r) Im nahmlichen Jahre sah Mardocha- ns seinen Traum, s) — Im sten Jahre ver- stiess der Konig die Vasthi. t) — Im 7 ten Jahre wird Esther gekront. u) — Im gten oder ioten vverden die geheimen Nach- xi) 2 Paralip. c. letzt. und 1 Esdras c. 1, v. 1. o) 1 Esdras c. 4,v. 6. p) i Esdras c. 4 jv. 7und 8. q) 1 Esdras e. 4 5 v. a3. r) 1 Esdras c. 6, v, 4. s) Esther c 11, v. 3, t) Esther e, i 3 v. 3. u) Esther c. s 5 v. ib. — 223 — stellungen der Verschnittenen entdecket.v) — Im uten Jahre wird gelooset, wann die Juden sollen getodtet werden. w) — Zu Ende des 13 ten Jahres, denletzten Tag des Monates, sind statt der Juden, ihreFeinde hingerichtet, x) und Aman , und seineFa- milie, werden die Ersten gehangt. y) Xer- xes folgt seinem Vater Darias in der Re- gierungj dieser regiert mit seinem Vater 2 Jahre 5 allein aber z) 20 Jahre. Von Xerxes und seinen 3 Vorfahren weissagte Daniel, a) Einige sind der Meinung, dass dieser Xerxes , jener Ariaxerxes ware, welcher den Esdras ®it einer neuen Judenkolonie, im 7ten Jahre seiner Regierung, nach Je- rusalem entlassen hatte. h) Nach Joseph Flavius hat Xerxes in seinem 5ten Regie- rungsjahre die grosse Expedition gegen die Griechen unternommen, wo er iiber den Helespont setzte, und (vor der 75 ten 01 ympiade, c) wegen des zvveifelhaften Ausgangesdes Krieges, seinen Sohn Arta- xerxes , (mit der langen Hand — Longi- manus,) zum Mitregenten annahm, der in- dessen in Persien die Vatersstelle vertrat. Darum war der Sohn, im 5ten Jahre der v) Esther c. a , v. letzt. w) Esther c. 3 , v. 7. x) Estherc 8, v 12und c.9,v. 1. u. s. w. y) Est¬ her c. 7, v. 10 und c. 16, v. 18. z) Thucidides a. B des pelopon. Krieges. a) Daniel c. 11, 2. h) 1 Esdras tv 7, v. 8 und Joseph 11. Buch Al ter tli. e 5 . c) Herodot und Thuaidides. Reg geti ger seir sch; vrel aufl der Hai und sch 2 31 ihr< ter der ist sag sch ‘ re g re pri \vi< wt ra] na — 224 — Regierung seines Vaters, alsMitregentein- getreten. §• 2 . §118 Von diesem Artaxerxes (Langhandi- ger,) wurde JVehemias, im’20ten Jahre seinerRegierung, (die Jahre derMitregent- schaft 'eingerechnet,) nachJudea geschickt, vvelcher die Stadtmauern Jerusalems vvieder aufba\jete, und 3 ganze Jahre mit derWie- deraufbauung der offentlichen und Privat- Hauser, und der Tempelfabrik zubrachte, und zuletzt Alles einvveihete. Die oft benannten siebenzig danieli- schen fVochen nehraen demnach von dem 23 ten Regierungsjahre dieses Artaxerxes ihren Anfang, das heisst: mitseinemVa- ter regierte er 16 Jahre, nun aber nach dem Tode seines Vaters im 8ten Jahre. Es ist daher eins und dasselbe, wenn man sagt, die TO Wochen beginnen zu Anfang seines 8ten Jahres, als er selbststandig zu ‘ regieren anfing, oder in seinem 23ten Jah¬ re seiner gesammten Regierungsjahre. Nachdem Xerxes durch den Militar- prafekten Artabanus getodtet, und dieser wieder durch den Artaxerxes ermordet 'vurde, so hatte Artaxerxes , (macrochei- ra) ausser der 16 Mitregentschaftsjahren, nach seinem Vater regiert, noch 40 Jahre. §119 — 225 §• 3. Darius Nothus, des Artaxerxes Sohn, regierte 19 Jahre. Unter diesem hatten, die sich vrieder etvvas erhohlten Agypter, rebellirt. 2 Monate, welche Xerxes , und 8 , \velche Sogdian regierte, werden theils in die Jahre des Darins Nothus, theils in die Jahre des Artaxerxes Mnemon ge- rechnet. Artaxerxes Mnemon , Sohn des Da- rius J regierte 43 Jahre. Darius Artaxerxes Ochus regierte 23 Jahre. Dieser bezvvangabermahl die Agypter, Arces, oder Arsamis, sein Sohn, re¬ gierte 3 Jahre. Darius Codomanus, des Arsemis Sohi hatte (nach Justin,) mit abvvechselndcm Gluclte regiert 6 Jahre. In seinem 7ten Jahre wird er von Ah' xander von Macedonien besiegt, des Reiches beraubt, und so hatte die persische Monarchie geendet. d) Rechnen wir demnach die obgenann* ten Jahre, als: 3 , 6, 37 , 20, 40, 19 , 43» 23, 3, 6 zusammenjso findet sich dieDauer der persischen Monarchie = 200 Jahre. 3 Wa Ei D, re 1 j ah, ■vvie mer ner icir clte ein Wc ode so 1 kla •vvei W< die de e) d) Daniel c, 11 , v. 3 , 4- — 226 — D r i 11 e r Abschnitt. JVann der Anfang, ivann da s Ende der 70 danielischen W o- chen, Dan. c. Q, v. 25, 26 , 27 ? Durch diese 70Wochen vverden 490 Jah- re bezeichnet, und zvvar nicht Monden - jahre, e) sondern gemeine Solarjahre, wie Liran sehr gut, und noch besser Sal- meron, (c. 1 Vorrede) ervviesen hat. Fer- ner aus dem Daniel selbst: £) ,,Chrislui ivird getodtet, und in der Mitte der JVo- che, (nahmlich der Letzten,) ivird \yeder ein Opferthier, noch ein Opfer sey~n 5“ — erhellet es, dass das Ende dieser 70 Wochen mit dem Leiden Jesu Christi, oder doch vvenigstens gleich darauf eintraf, so wie alle gelehrten tibersetzer diess er- klaren. Noch besser -wird diess bewiesen, wenn vvir einmahl den Anfang dieser 70 Wochen fest setzen, denn darauf beruhet die ganze Frage! Erstens. Dyranus, Galatin 3 und An- dere sagen: Der Anfang der 70 Wochen e) So will Jul, Afričan. Torniell, FereriuS und Sa- lian, D Daniel, c. 9, v. 27, §120 $■ 2 . §121 t F — 227 — geschieht vor der babj^lonischen Gefan- genschaft, entweder vom 4ten oder uten Jahre des Sedezias • Zwejriens. Derheilige Hj^ppolitus fangt nach Zeugniss des heiligen Hieronimu! diese Jahrwochen an, vom 20 ten Jahrt der babylonischen Gefangenschaft. Dritiens. Origenes fangt (nach Hiero- nymus) diese Wochen an, l Jahr vor der Cyrischen Monarchie. Viertens. Clemens von Alexand. B. i. Stromat. und Johann Marian, fangen vom 1 ten Jahre des Cyrus , und des Me* der Dar i us. Fiinflens. Eusebius 18. B. de demonst. und Cjrril von Jerusalem i2te Cathech.— vom 2 ten Jahre des Darius Hystaspis. Sechstens. Severus Sulpitius 2- B. Ge* schichte, und Skaliger 6. B. von der Bes* serung der Zeiten — fangen an, von Da - rius Nothus , den sie deutlich, O c hum nennen. Siebentes. Cedrenus , Cornelius, und det neue Helvichius , Buchholzer und Engel- hart — fangen an, vom 'iten Jahre des Darius Longimanus, vermog Esdras: g) ,,Aus Persien habe sich Jerusalem er- neuert." Achtens. Julius Afričan. 5tes B. det Annalen, Theodoretus , Rupert , Pererius in c. g Daniels j Beda 5. B. im Esdras c, g) i Esdras c. 7. — 228 — l6 u. s. w. — fangen an vom 20/en Jah¬ re des nahmlichen von dem Tode desAfer- xes selbststandig regierenden Artaxerxes, in vvelchem Jahre (meinen sie,) die letzte Hand an die Erbauung der Stadt Jerusalem ron Nehemias gelegt wurde. h) Neuntens. Andere fangen gar an, vom 23ten Jahre des Artaxerxesl Haben wir diese 9 Meinungen gut iiberlegt, und die Geschichte und Thatsa- chen damahliger Zeiten gut, und obme Ver- vvirrung der geschichtlichen Ideen, inne j so wird der Faden aus diesem Labyrinthe leicht gefunden. Der Drehepunkt desStrei- tens liegt nur hierin; dass zu einer und der nahmlichen Zeit auf einmahl ein Ge- rede von einer Wiederaufbauung der Stadt Jerusalem unter den Menschen entstanden \var. — Auf gottliche Eingebung \veissag- te Jeremias , i) die Wiederaufbauung der Stadt und des Tempelsj und um eben die Zeit erschien auch eine konigliche Verord- nung von demselben frohen Inhalte. §• 3 * §122 Ersier Schluss. Der Anfang der 70 Wo~ chen kann nicht von jenernZeitpunkteher- genommenwerden, in ivelchem die gottli¬ che Verheissung geschah zar JViederauf- hauung des Tempels. Denn diese Verheis- h) 2 Esdras c. r, v. a, i) Jerera. c, 29, — 229 —• sung geschah oft, und in von einander 2 sehr entfernten Zeiten, daher kann daraus slas nicht ein einziges gevvisses Urtheil gezo* * vvie gen vverden. Es war verheissen durch Isa • deul ias, 1() durch Jerernias, 1) durch Baruch. ra) deni Dem Daniel geschah diese Verheissung Zor mehr als 500 Jahre, dem Jerernias mehr lun^ als 000 Jahre, dem Isaias mehrals800 Jahre Kirn vor Christi Tode. Und was gut zu beher- antr zigen istj allen diesen heiligen Mannern le J wird das Nahmliche nicht allein verheissen, bau« sondern mit der Klausel gesagt; dass die- will ses in der Mitie der loten JVoche, nahm- že/e lich zu Ende der 4go Jahre, von Christo die «i Crlitten vverde! den Zwej'ter Schluss. Die 70 Wochen lidn> hest; nen nicht damahls ihren Anfang nehmen, 51 als eine koniglicheVerordnung wegen derEr- Esdt bauung der Stadt Jerusalem erflossen w ar; Regi denn es sind ihrer Mehrere , und in sehr dem verschiedenen Zeiten ergangen! — Weil Arti ltens. So bald Cy~rus gehort hattejdass habt Isaias schon vor 200 Jahren gevveissaget alle hatte, die Stadt Jerusalem und der Tem* spro pel vverde von C^ras vvieder erbaut \ver- meh den, sogleich gab Cj-rus BefehI, dass mer diess gescheben solle. n) In Esdras heisst Stad es: Dass die Juden auf des Cyrus Ver* volle ordnungdie Stadt vvieder aufbauen. o) - k) Isaias c. 44 , v. 27 und c. 45, v i 3 . I) Jerem. c. , * 7 , v. 22 und c 29, v. 10. m) Baruch c. 2, v. 34 , und c. 4j v. 23 . n) 2Paralip. c. 36 , und 1. B* Esdras c. 4, v. i 3 . o) So auch Eusebius , J°' seph , Julius Afrik, — 230 — ander 2tens. Eben diess bewill!gte DariusHj'- laraus siaspis in seinem 2 ten Regierungsjahre, gezo* wie es aus Esdras p) erhellet. Aber am 1 /ja* deutlichsten wird aus Esdrasq) bevviesen, h. m) denn da heisst es: ,,Der Konig liabe dem ssung Zorobabel, als dieser ihn um die Erfiil- mehr Inng seines Versprechens , (welches der Jahre Konig am Jahrestage seines Regierungs- >eher* antrites gemacht hatte, nahmlichj er wol- nnem le Jerusalem und den Tempel vvieder auf- issen, bauen) angegangen hatte , giitigst einge- s die* voiUiget, und durch ein honigliches Edict lahm* befohlen, dass diess geschehen solle. Als tristo die Juden dieses Edict vernahmen, ivur- ! den sie hochst erj r reuet. ii Das Nahmliche 1 bon* bestattigen auch Andere. r) men, 5 tens. Eben dasselbe vvurde auch dem erEr* Esdras von Artaxerxes, in seinem 7ten w ar; Regierungsjahre bewilliget. Endlich auch seliti dem Nehemias im 20ten des nahmlichen Veil j Artaxerxes. s) Es heisst: „Ariaxerxes ; dass habe ausser grossen Reichthiimern, auch saget alle JViinsche dem Esdras zu erfiillenver- Tem- J/)roeAe/i. ti Was Ing aber dem Esdras wohl ’vyer- melir am Herzen, als dass Jenes, was im- dass mer noch an der Wiederaufbauung der leisst Stadt und des Tempels fehlen mochte, zu Ver- vollenden erlaubt ware. em. c * , v. 34 [ 1. B. j Jo- Pl 1 Esdras c. 4 ,5j 6 . q) Esdras ci v * 4 ^ u. s. w. r) Joseph , Cleraens Alexand., Eusebius , Cy- rillus. s) 1 Esdras c. 7, v. 21 u s. w. 16 — 231 Von Nehemias ist in seinem ganzen Buche der nahmliche Wunsch zu lesen. Es kann daher aus keiner jetzt genannten ko- niglichen Verordnung ein gevvisser Anfang der 70 Wochen festgesetzt werden. §123 §. 4- Dritter Schluss. Der Anfang muts vielmehr von der volligen EFiederherstel lung der Stadt gemacht iverden. Denn dahatte Nehemias die Einvveihung der neu- en Stadt, in Gegenvvart aller Juden vorge- nommen. Die Juden hatten sehr vieleOpfer gebracht. t) Sie freueten sich herzlich, und diese Freude hatte sich vveit und breit verbreitet. so , dass der Konig der Ferser sogar, dieselbe vernahm, u) und um so mehr vernahm, als derselbe Taj durch Wunder verherrlichet wurde. Denn als Nehemias (Priester) die Altarsteine mit Wasser begiessen liess, hatte sich eine Feuerflamme aus ihnen entbunden, vvelcbe von dem Lichtglanze des Altars verzehret vvurde. Wie konnte nun der Anfang der 70 Wochen gewisser, sichtbarer, herrli- cher und offentlicher gemacht vverderi, als er hier vor der ganzen Welt am Einvvei- hungstage der Stadt, so zu sagen verkiin* digend, gemacht vvar! Und damit /a keifl Zvveifel unterlaufen mochte, ob dieses fey* erlic Opfe Neht darb hemi und gleic vom mahi nichi zwin Es l Ench au fš JVoc Gass Der vom de d punli oder sond vollk Und aufgi ginn ( v.2* und 1 Makkab, c. 1 , v. 17 . t) Justin B. 54* 246 — uen Jnd pti- ;rer ab- tes, S co, auf mit jn, en* lel- ten ich 3r , *) afl' ey ten hm Be¬ dni ind , 2 t Gesandte an den romischen Senat. Dieser schickt den Publ. Pop. Lanas. Als dieser den Antiochus mit der Sprache zaudern sah, machte Lanas mit seinem Kotnman- dostabe einen Kreis auf dem Boden um den Antiochus , mit dem Bedeuten, dass er nicht eher herauskommen, als bis er bestimmt antworten vviirde. Nun fragte Lanas den Konig, ob er Krieg oder Frie- denmit den Romern haben vvolle. Der Ko- nig, erschiittert durch diesen Ernst , gab fiir diessmahlnach, gehorchte den Romern, und gab den Ptolemaern das Reich zuriick. Aber um seine Rache doch irgendwo ab* zuklihlen, fallt er liber die Juden her. u) Einige Jahre darauf wird Philometor aber- mahl rom Phisco vertrieben, aber nach ab- geschickten Gesandten nach Rom vvieder, aber so eingesetzt, dass Philometor Agyp- ten , sein Bruder Phisco aber, C^rene er- halt. v) §• 3 . §131 Mit Bewilligung eben dieses Phi- 7 o- rnetor , kam Onias der dritte Sohn des Hohenpriesters auch Onias, w) auf der Flucht begriffen von Judaa in Agyptenan, als eben Antiochus Epiphanes da war. u) i MaUk. c i,v. 22. v) So der Verfasser der Li- visclien AusziigeBuch46. vr) Joseph 12 Buch Alterth, c, 6. II — 247 — Diescr Onias baute in Heliopolis einen Tempel, der mit dem zu Jerusalem rivali- siren konnte, und zwar zu Gunsten der in Agypten wohnende n Juden, vvelcher Tem¬ pel von seinem Erbauer Onejon hiess. Die- ser Tempel stand bis zu den Zeiten des Kaisers Vespasian , vvelcher, nach dem zerstorten Tempel zu Jerusalem, auch den in Agypten zu Grunde richten Hess. Er stand beylaufig 235 Jahrej vom l eten Jak- re des Philometor an. Zu dieser Zeit hat- ten dem zu Folge die'Juden drey Tempel. Den Ersten in Jerusalem; den 2ten auf Garizim $ den 3 ten in Heliopolis. Alszvri- schen den Juden und Samaritanern eifl Streit entstand, vvelcher Tempel der erate und vornehrr.ste vvarej entschied x) Ploh maus Philometor zu Gunsten der Juden, weil die Folgereihe der Hohenpriester un- unterbrochen bey den Juden fortdauere. Den Samaritanern geschah dadurch eifl grosser Schaden an Geld und Menschen. Als endlich Philometor seinem Toch* termanne Aleocander sein asiatisches Reich unredlich zu entreissen versuchte, y) starb er gahling im Jahre des griechischen Rci' ches 167. z) §132 §. 4. Plolemaus Phisco (nach Joseph ufl^ Strabo,) sonst aber auch Evergetes g c ' x) Jos. i3. B. Alt. c. 6 . y) 1 Mahfcab. c. Hj*' 1 ’ z) t Makkab. c. 11 , v. 18 . ten ali- : in :m- )ie. des em ien Er ah* iat- pel auf wi* eifl rste oh- en, un- ere. ' ein >n. »ch- »ich tarb Jci- 1 und gC' Ti l ' — 248 — nannt, regierte nach seines Bruders Tode 29 Jahre. Dieser Phisco wurde der Sohn, der Bruder, und der Gemahl der Cleopa¬ tra genanntj welche , so wie sie selbst beyde Briider gebahr, auch beyde heurathe- te. Daherals die Mutter Cleopatra, nach ver- triebenem Sobne, selbst regierte, hatte Phisco seinen eigenen und der Cleopatra Sohn, in kleine Theilchen zerhacken, in eine Sebussel legen, und am Geburtsta- ge beym feyerli/-hen Gastmahle der Mut- ter auf die Tafel vorsetzen lassen. a) Piolemaus Lathuri, (nach Epiphani- us, Sohn des Soier Evergetes , regierte — 16 Jahre, Piolemaus Aleocander, Bruder des La¬ thuri, nachdem die Mutter den Lathurus vertrieb, hatte er mit der Mutter zugleich regiert— 10 Jahre. Lathurus, ob der Tyranney der Mut¬ ter vvieder zuriickberufen, regierte noch — 8 Jahre. Ptelemaus Auletes, Vater der Cleo¬ patra der letzten agyptischen Koniginn aus den Ptolemaern, wurde vertrieben, floh nach Bom, und indessen regierte seine Tochter Berenice iiberhaupt — 30 Jahre. Piolemaus Dionjrs sein Sohn, weil er noch ein Knabe war, hatte fiir ihn sei¬ ne Schvvester Cleopatra Alles administrirt durch — 5 Jahre. a) Justin c. 38 und 3g. Livius Auszug B. 5q. 1 ~ * — 249 — Nach ertrunkenem Di*nyt , und Be> seitigung des jungern Bruders, der zurRe- gierung untauglich war, regierte Cleopa- tra, des grossen romischen Triumvirs An- tonius Geliebte, ganze— 17 Jahre. Nahm- lichbiszurSchlachtvon Actium, (imMeer- busen von Ambracia,) vvelche den 4ten vor den Nonen des Septembers, b) das ist, den 2ten September, im i5ten juliani- schen Jahre, unter den Konsulen August dem 3 ten, und Marc. Valerius Messala, ge- liefert vvurde. Nach dieser Schlacht II Monate, vom Octavian abermahl geschla- gen, (den itenAugustim lGten julianischen Jahre, unter den Konsulen August dem 4 ten und Marc. L-icinius Crassus ,) endigte Cie- opatra durch den Biss einer Schlange ih Leben j so vvie auch Antonius , der sich aus Verzvveiflung todtete. c) Ganz Agyp- ten fiel sonach dem Octavian zu. Dieser fing die Jahre seiner romischen Regierung vom lten August _zu zahlen an. Nach Na- bon-Assar’schen Ara 718} der Stadt Rom 724, im 3ten Jahre der I87ten 01ympiade. Summe — 300 Jahre. b) Dio Cassius 5i. Buch. c) Strabo 17. B. Epiph' nius, Justin , Beda schrieben von Ptolemae« 1 viel. 250 Fiinfter Absclinitt. DieReihe der sj^ri s ch e n K 6 nig e. ‘ lexander der Grosse lebte und regier- te nach besiegtem Darius Codomaflus noch — 6 Jahre. Ob er an Gift, oder was vvabrschein- lichcr ist, durch Ubermass am Trunke ge- storben, ist noch nicht ganzlich entschie- den. Seine Feldherrn zerrissen die gros- se Monarchie, wie dieKorjacken das harm- lose Rennthier, in viele Stticke. Ptolema. us bekam Agyptenj Seleucus das grosse- re Asien oder Syrien, und Babylon ; An- tigonus Kleinasien j Macedonien aber, und den grossten Theil Griechenlandes iiberkamen Aridaus und Antipater, wel- che gleichsam Vormiinder iiber deri jun- gen Alexander , (der Roxane Sohn) Avurden. Seleucus fing eine neue Ara an, nicht vom Beginne seiner Regierung, oder vom Alexanders Tode, sondern 12 Jahre und 8 Monate nach Alexanders Tode. Al- so nach Erbauung Roms 442 j im lten Jahre der 117 ten 01ympiadej vom i ten Monate Nisan (Marž.) d) d) So Ptolom, i Buch Almagest. c. 7, undgtes Buch c. 7 ; Joseph i2tes Buch Alterth. c. ^undites B. contra Apion.Diodor von Sicil. igtes Buch; Appian in Siriaco. Hieronym in c. 9, Daniels , Otto vonFreishig t. B. c. 4*, Rabbanus in lMak- kab. c. 1 , §135 — 251 Vielleicht Jiatte er diese seine Ara dis desswegen in diesem Jabre und Monate Ta angefangen, weil er eben in diesem Zeit- Ja] punkte den Demetrius, (Sohn seines Ne- in benbuhlers Antigonus) besiegte, und aus Mt Agypten, wohin er geflohen war, nach Babylon zuriickkam, und sich das ganze Asieri des Alexanders untervvarf. Diese Jahre vverden die Seleuzidischen genannt, entweder von Griechenland oder de von Macedonien. Die Agypter nennen sie be die Alexandrinischen , deren sich das ite Buch der Makkabaer bedient. Auch ge- de brauchten diese Ara die Juden im Juden- lande, darum heissen sie bisweilen die Ju- se dischen. Anderthalb Jahre spater fangen ni die sogenannten Antiochenischen an, die Si auch die Sy~rischen heissen , vielleicht wc- gen des triumphirenden Zuges des Selen- d( cus aus Kleinasien nach Grossasien. Pto- h; lemaus nennt sie die Chaldaischen-, nach Andern , die Sjrro - Chaldaischen. Diese s; fangen an vom Oten Monate JElal, oder a«' Vl derthalb Jahre nach dem Nisan , nach der d alexandrinischen Rechnung. Dieser bedie- net sich der Verfasserdes 2ten Buchesder Makkabbaer, vTelcher stets bey dem cha!‘ ^ daischen Kalkul streng beharret. Fast i®‘ c mer istder Autor des iten Bucbes derMak' g kabbaer spater, weil er sich des alexandr>' £ nischen Kalkuls bedient, denn die Juden •vvohnten zvvischen denGriechen und Agyp' t tern, Es ist auch noch eine driite selen ®* — 252 — dische Rechnung, deren man sich heut zu Tage in 3yrien bedienet, vvelche ganze 2 Jahre vor der chaldaischen vorhat, allein in der heiligen Schrift ist davon keine Meldung. §• 2 . §134 Seleucus Nicanor, von den glanzen- den Siegen so genannt, regierte vor dem besiegten Antigonus durch —13 Jahre. Nach dessen Besiegung aber noch an- dere — 30 Jahre. Antiochus Soter, sein Sohn. Unter seiner Regierung erfochten die Juden, nicht fern von BabyIon, einen glanzenden Sieg iiber di eGalater. d)Regierte— 1Q Jahre. Antiochus, Theos genannt, weil er den JLimarchus ihreu Tyrann vertrieben hatte. e) Von diesem fangt Daniel f) zu weis- sagen an. Unter ihm fielen die Parther von den syrisehen Konigen ab, vvahrend des iten punischen Krieges. Er regierte — 15 Jahre. Seleucus Callinicus, vvelcher seine Stiefmuiter Berenice sammt ihrem Sohn- chen todten liess. Aber Ptolemaus Ever- getes hatte seine Enkelinnscharf undstreng geracht, da er das Reich des Callinicus d) 2 MaUU c 8 , v. 20 e) Appian, f) Daniel c, x1, v. 5 . 253 ausplfinderte , nach Weissagung Daniels, g) Er regierte — 20 Jahre. Seleucus Ceraunus, das ist, der Bli- tzende, weil er eine feurige Einbildungs- kraft hatte. Er war Sohn des Ca/linicus, vvelcher in der Schlaeht mit Ptolemaus Evergetes, nach Justins Zeugniss, vom Pferde fiel, und so sein Leben endete, Ceraunus aber ist von den Seinigen meu- chelmorderisch umgebracht vvorden. Re¬ gierte — 3 Jahre. Diesen beschrieb ein Engel dem Da¬ niel, h) sammt seinemBruder Antiochus den Gr os sen. Antiochus der Grosse, Bruder des Ce¬ raunus, und Sohn des Callinicus. Nach. dem er vom Ptolemaus P/iilopator ge- schlagen vvurde, ging er in Verbindung mit Philipp von Macedonien iiber den vier- jahrigen Sohn Ptolemaus Epiphanes los) allein die Homer nahmen den Knaben in Schutz. In Asien bey Thermopyle siegte Lnc. Scipio tiber den Antiochus, vvovon Scipio den Nahmen des Asiaters bekam. Antio¬ chus verliert Asien, und schickt seinen Sohn als Geisel nach Rom. Nachgehends ist er von den Truppen von Elymais mit seinem ganzen Kriegsheere vernichtet vvor¬ den. i) Regierte — 32 Jahre. g) Daniele 1 u,v. 7. h) Dan, c. 11, v, 10. i) Dan. c. 11 , v JO-30. — 254 — Seleucus Philopator, der Sltere Sohn des Antiochus. Ist berichtigt nur durch semen Geitz. k) Denn obschon er im An- fange seiner Regierung fast seine ganze Einnahme andie Opfer des jiidischenTem- pels verwendete , 1) so schickte er doch m) bald darauf den Heliodor ab, um dem Tempel alle Schatze zurauben. Allein nicht lange stand es an, dass er durch den nahm- lichen Heliodorut getodtet wurde. Regier- te — 12 Jahre. Antiochus Epi phane s , von seinen be- riihmten Thaten so genannt, Bruder des Vorigen. Er floh von Rom, vro er als Gei- sel war, nach Asien, und — (nachdem Heliodor, der sich des Reiches bemachti- get hatte , vom Eurnenes und Attalus ver- trieben \vurde) —betrog seinen Enkel-Dff- metrius, Sohn seines Bruders Seleucus, vvodurch er sich durch List des Reiches bemachtigte j im Jahre der griechischen Mo- narchie 137. n) In diesem Buche \yird An¬ tiochus mit lebendigen Farben geschildert $ auch von Daniel} o) er nennt ihn ein klei- nes Horn , und p)eines unverschamten Ge- sichtes. Dieser setzte im iten Jahre seiner Regierung Onias den Hohenpriester ab, und theilte diese VVurde dem sittenlo- sen Jason zu. q) •0 Daniele, ii, v. 20 . 1) 2 Makk. c. 3, v. 3. m) 2Makk.c. 3, v. 33. n) 1 Makk.c. I,v. n. o) Dan c. 11 , v. 21 und c. 8, v. 9 . p) Dan c. 8 , v. 23. q) a Makk. e. 4, v. 7 . 255 §135 Im 5 ten Jahre seiner Regierung vvird Jason abgesetzt, und statt seiner der ben. jjaminsche Menelaus ervvahlet. r) Scbon in seinem 2ten Regierungsjahre unter nimmt er einen Kriegmit den Agyptern. s) Er geht von da nach Jerusalem, und bero higet diese Stadt. Im Oten Jahre geht er abermahl nach Agyptenj im griechischen Jahre 142. t) §• 3. Im Tten Regierungsjahre \yird Anii- ochus Epiphanes von Luc. Amilius dem llten, und C. JLicinius Crassus (Konsuln)j gezvvungen , Agypten zu verlassen , nach dem vorher diese Konsulen den macedoni- schen Konig ubervvanden , und Macedo- nien in eine romische Provinz vervvandel- ten. Von da riickt Antiochus nach Jeni’ salem, und lasst seinen Grimm an den Juden aus, u) undtodtetin 3 Tagen 8000° Juden j verkauft deren noch 40000, und fuhrt noch eben so viele in seine Kerker.') Bald darauf todtet er durch den Apoll °* nius noch mehrere Anderej w) \vied er Viele durch den Philipp- } x) setzt das r) 2 Malik, c 4 , v. 24 und c. 3 , 4 . s) a Malik, c* 4 ’ v. 21 t) a Maklt c. 5 , v. 1 u. 1 . B. c. ijV* 1 ®' u) Dan. c 11, v. 39 und 1 MaltU. c. 1, v. 23 ,u«“ 2. B. c. 5 , v.-11. Audi Livius , Joseph, Justin' v) a MaUU. c. 5 , v. 14. ir). 2 Makk. c. 5 , v. 2 4 ' x) a Makk. c. 6, v. 11. Gc es die Gr M Mc So un ni he Gi si( ar g« ri s. s J c C < 7 ( wird ben- chon nter- ■n. s) jeni' it er chen inti- dem uln)! acb oni- ;do- del- jru- den 000 und r-v) llo- det d as tnd :in. 24. — 256 — Gotzenbild Jupiters in den Tempel auf j y) es wird noch Eleazar ermordet, z) und die 7 Makkabaischen Briider, a) In seinem 9ten Regierungsjahre, der Griechen 145, steht vvider den Antiochus Mathathias auf. b) Und als nach einigen Monaten Mathathias stirbt, ergreift sein Sohn Judas Makkabbdus die Waffen, c) und todtet das folgende Jahr den Apollo- nius, d) vvirft den Ser on, den 2ten Feld- herrn, zu Boden. e) Im llten Regierungsjahre, und der Griechen 147 , geht Antiochus nach Per- sien. f) Die Juden schlagen den Gorgias- g) Im i2ten Regierungsjahre trieben sie nuch den L.y~sias in die Flucht, und reini- gen ihreu Tempel zu Jerusalem. h) Bey dem Anfange des I3ten Regie- rungsjahres, und der Griechen l4Q, kommt Antiochus aus Persien nach Hause, und stirbt, i) nachdem er regiert hatte — 12 Jahre. Antiochus Eupator, sein ojahriger Sohn. Sein Vormund Lpsias todtete den Cnejus Octavius, vvelcher von den Romem zu dem Eupator geschickt war, diesem ku verbiethen, nicht mehr der Elephanten sich im Kriege zu bedienenj \vovon Mel- y) 2 Malik. C. 6, v. 2. z) 2 Malik. c. 6, v. 19 a) 3 Makk c. 7. b) 1 Makk. c. 2. c) 1 Malik. c. 3 d) 1 Makk. c. 3 , v. 11. e) 1 Makk. c. 3, v. 23. f) 1 Malik c. 3 , v. 37 . g) 1 Makk c. 4 . h) 1 Makk. c. 4> v. 53 . i) 1 Makk, c 6 , v. 16. — 257 — dung geschieht in k.) AUein bald darauf vvurde auch Lysias ■ sammt dem Konige Antiochus y on dem Demetrius, Sohne des Seleucus Philopator gedodtet j im Jahre der Griechen 151. 1) Im nahmlichen Jahre starb auch La- Citis A milim Paulas. m) Aber auch aus den kapitolihischen Jahrbuchern, und aus Adelphon, Teren- Hus erhellet es: L. Am. Paulus starb un- ter den Konsulen L. Anicius Gallus, und Af. Cornel. Cethegus der Stadt Rom 595- Wirhaben also hier das schonste Band, wo- mit sich die Makkabbaische und Griechi- sche Geschichte mit der Romischen anein- anderhalt. Antiochus Eupator regierte folglich — 2 Jahre* §136 5- 4. Demetrius, des Seleucus Sohn, re¬ gierte vom Anfange des griechischen Jah- res 151 bis iGO, \vo er von Alexander Veles , dem Sohne des Antiochus Epipha- 7ies getodtet vvurde. n) Regierte — i o Jahre. In seinem 2ten Regierungsjahre vvur¬ de Judas Makkabbaus von dem Bacchi- des , dem Feldherrn des Demetrius getod¬ tet; o) aber bald darauf rachte ihn Jona - thas. p) k) t Makk. c. 6 , v. 3o. 1) r Malik. c. 7 , v. 3. na) U' vius Ausz. 46. B. n) t Makk. c. 10 , v. 5 o. °) 1 Majčk. c. 9, v. i j3, »8. p) » Maklt. c. 9, 3®' Alexander Veles , Sohn des Antio- chus Epiphanes, regierte von dem zu En- de sich neigenden griechischen Reichsjah- re l6o, bis auf den Anfang des l67ten Jah- res, pp) wo er durch den Zabdiel , einen Araber, und den Ptolemaus Philometor seinen Schvviegervater, (vvelcher selbst den Tag darauf starb,) getodtet vvurde. In den 2 letzten Jahren regierte er mit dem De- metrius, dem Sohne des Demetrius Se- leucus. q) Er regierte demnach — 6 Jahre. Demetrius , des Demetrius Seleucus Sohn (nach Joseph) JNicanor genannt, regierte .vom griechischen Jahre i67 r) bis 172, wo er vom Konige Arsaces von Per- sien gefangen vvurde j also — 6 Jahre. Denn die 2 ersten Jahre regierte er mit dem Alexander. s) Antiochus, Sohn des Alexander Ve¬ les, kam durch Zuthun seines Vormundes (nachgehends seines Plaggeistes) Trpphon zur Regierung. Er hatte bey 4 Jahre re- giert, doch immer bey Lebzeiten des JW- canor, nahmlich vom griechischen Jahre »68 bis i72. t) Tr^phon, (ausser der Ordnung und Geschlechte der Seleuziden) nach getodte- tem Antiochus, bemachtigte sich des Rei- ches. Vorher hatte er auch den Jonathan pp) i MakU c. iOjV.i,undc. n,v. 17. q) 1 MakU. c. io, v 67. t) 1 MaUU. c. u,v. 19 und c. 14, *• *) I Maku. c. 10, v. 67. t) Joseph 3 . B. Altli, c, 12 und 1 MaUk, c, 1 s, v. 3g und 54 . und seine Sohne aus dem Wege geraumt.u) Allein er selbst wurde bald vom Sedeta getodtet. v) Regierte — 3 Jahre. Antiochus Sedeies , (nach Eusebius und Joseph,) Soter genanntj Andere nen. nen ihn auch Eusebes, das ist, Fromme 1 ■war ein Sohn des Demetrius Seleucus, und Bruder des Demetrius Nicanor. Nachdem dieser Letztere von den Persern gefangen war, vv) nahm er das von der Cleopatra ihm angetragene Reich an, und — nacli aus dem Wege geraumten Gemahl, dem Aparneas Trj^phon, ■— nahm er sie zur Ehe. w) Er ging mit Simon , dem Bruder j des Judas Makkabbaus , einen Freund- schaftsbund ein , brach ihn aber bald. 1 ) Er wurde von Demetrius Nicanor , det sein Bruderwar, getodtet, und regierte — 7 Jahre. Demetrius Nicanor aus Persien ent* lassen, bekam nun das Reich, nachdem sein Bruder tod war, regierte — 3 Jahre. Aleocander Sebina, vom agyptischett Konige Ptolemaus Phisco dem Reiche S)' rien als Tyrann aufgedrungen, beraubet den Demetrius Nicanor seines Lebens j vrird aber auch repressalienartig von Grf' phus, dem Sohne des Demetrius getodtet. Regierte nur — 2 Jahre. n) 1 Matk.c. 12, v .52 und c. i 3 ,v. 12,a 3 . v) J°~ seph Buch i 3 . AIth. c 8. vv) 1 Matk. c i 4 ' v. 3 . w ) Joseph i 3 .B. Alth. c. 8* x) iMa ktl e. j 5 , v . r — 39, und c. 16, v. 1. met ne ben nig bin pat me gie Cjr gib tio sie er ihi ha g i( lit se bi m se vv c’ lc a g y 200 — t. n) 'etei bius iem me j umi lem gen atra acl lem zur der nd- • 3 ) der nt< eni re, en 'T iet S) r et. Antiochus Gryphus, Sohn des De- metrius und der Cleopatra. Nachdem sei- ne Mutter seinem Bruder Seleucus das Le¬ ben nahm, vvurde er durch ibre Hiilfe Ko- nig von Syrign, und todtete gleich den Se- bina. Aber auch seine eigene Mutter Cleo¬ patra zvvang er den, von ihr ihm ange- meinten , Giftbecher zu trinken. y) Er re- gierte — i 2 Jahre. Andere meinen zwar, er habe mit Cyzicenus noch 17 Jahre regiertj darum gibt ihm Joseph z) — 2Q Jahre. Antiochus Cyzicenus , Sobn des An¬ tiochus Sedetes von der Cleopatra. (Denn sie batte 2 Bruder geheurathet.) Nachdem er seinen Bruder Gryphus ermordet, und ihn schon langst seines Reiches beraubt hatte, iiberlebte er ihn nur ein Jahr. R&- gierte uberhaupt— 18 Jahre. Seleucus, Sohn des Gryphus und leib- licher Bruder des Antiochus 5 nachdem er seinen vaterlichen Oheim Cyzicenus umge- bracht, hatte er sich der Regierung be- machtiget 5 allein da er von Antiochus Eu- scbes , dem Sohne des Cyzicenus besiegt vvurde, floh er mit seinem ganzen konigli- chen Hause nach Cilicien, vvo er eine zeit- lang residirte, aber bald von den Mopse- aten in seinem Hause verbrannt vvurde. Re- gierte — 7 Jahre. y) Euseb. Azor‘und Andere. z) Joseph i3 B Alt* c 21, r o- ik. — 261. AntiocliusEusebes, (der fromme) Sohn des Cyzicenus, kam nun auf den Thron, Allein dieser konnte der Macht seiner an- dem 2 Bruder Demetrius und Philippus nicht widerstehen , daher vvar er fast gleicli getodtet. Philippus, und sein Bruder Dentetri- us Eucerus, regierten anfangs Syrien ge- meinschaftlich j als aber bald darauf De¬ metrius in einem Kampfe unterlag , und zu dem parthischen Konige Mithridates sich fliichtete , behalt Philipp nun allein die Rc- gierung, und nur Damask iiberlasst er seinem 5ten leiblichen Bruder Antioclius Dionj-sius, zur Vervvaltung. a) Er regier- te — 6 Jahre. Tigranes Konig von Armenien, sich der Misshelligkeiten obervvahnter Briider bedienend, riickt, unter dem Vorvvandeib* nen gegen Eusebes bejzustehen, mit einer Armee nach Syrien, besetzt es aber, und behalt es so lange, bis ihn der Romer Lu- cullus daraus vertrieb. b) Regierte — l4 Jahre. Tigranes lebte aber hierauf noch 4 Jahre. c) Antiochus Asiaticus, (in Asien erzo* gen, vvar Sohn des Eusebes.) Als Lucid- lus den Mitridathes und Tigranes ver* folgte , bemachtigte er sich seines grossva* a) Joseph und Appian. b) Appian. c) Justin 4°' Buch. -T- 262 — terliehen Reiches, und — Lucull Iasst es ihm — 4 Jahre, allein Pompejus, uneinig mit Lucull nimmt ihm Syrien weg, (un- ter den Konsulen Marc. T ul. Cicero, und Cajus Antoninus‘ } der StadtRom 691 j im Mondenzeiger 15$ der Sonne 3j) und er« Idart ganz Syrien ftir eine romische Pro- vinz. d) Das Syrisch-griechische Reich stand also, seit Alexander dem Grossen , bis nach erioschenen Seleuciden durch—267 Jahre. Yon da bis zum Anfange der Monar- chie des Augustus, nach gestorbenem An~ toniut — 35 Jahre. Summa 300 Jahre. S echster Abschnitt. Die Reihe der K o ni g e v on M a- cedonien. 1 . t^erNahme und die Macht der Macedo- nicr so wie aller Griechen, vvar vom An- heginne schon beriihmt und furchterlich gewesen. (Weder Assyrer noch Chaldaer, nochPerser, die sonst manches Volkes Mei- d) Joseph Buch i3. Alth. c. 2.5. 18 ster vrurden, Itonnten sie unterjochen.) Unermesslich fing ihre Macht zu vvachsen an unter Philipp, welcher im lten Jahre der I05ten Olympiade Konig wurde,und die benachbarten Griechen sovvohl, als auch andere Volker, Macedoniens Scep- ter untervvarf. Allein nach 24 Jahren sei- ner Regierung vvurde er ^dem am Scblau- heit und Klugheit bis auf heute noch Nie- mand gleich kam ,) von dem Jiinglinge Pan- sanias ermordet. Ihm folgte sein Sok Alexander der Grosse, im lten Jahre det m 01ympiade5 dieser brachte Macedok ens Ruhm auf den hochsten Gipfel irdi- schen Glanzes. Allein wie alles irdische Grosse und Kleine, nach den ewig unab* anderlichen Gesetzen der Bewegung, dem Auf und Ab unterliegen muss, so erfub auch Alexanders Weltruhm, dass es fu' ihn hiernieden keine Ausnahme gebe. Alexander iibervvand nach 6 Jahren seiner Regierung, endlich den persiscben Monarhen Darius Codomanus. Den lten October hatte Alexander Persien seinem macedonischen Reiche einverleibt. Die sS geschah im 3ten Jahre der ii2ten 01y ro ' piadej nach Erbauung Roms 424 j nad 1 der Nabon - Assar’schen Ara 418. Darauf lebte und regierte er noch 0 Jahre. Alexanders Ruhm und Macht, v ' ie gesagt, erbten seine Nachfolger nicht. g h K Z pi g' di d, ci m di A C di Pi ei x hi sii R K P. de re di »Tl.) t an hre und als iep- sei- lau- Mie' } au- iohn der oni’ irdi- iche iab dem fuhr fur ireii :hen iten nem liess ym* lad 1 vvie t. — 204 — Sem von der Roxane geborner Sohn Alexander, da er mit 4 Jahren zur. Re- gierung untauglich ist, \vird von den Feld- herrn seines Vaters sehr leicht unterdriickt. Kaum dass man ihm Macedonien iiberlasst. Zum Vormunde vvird ihm Arideus Philip - pas, Bruder Alexanders des Grossen gegeben. Alleinaus Neid und Partheysucht der Grossmutter des Knaben, vvird Ari - deus sammt seiner Gemahlinn Euridi- ce, nach Alexanders Tode 6£ Jahr, er- mordet —> 6 Jahre. Kassander , Sohn des Antipater und der Thessaloniza (Tochter des Philipp Amy'ntas ') Nachdem er nach 2 Jahren die Ol^mpias des Lebens beraubte, nahm er dann selbst die Vormundschaft des jungen Prinzen iiber sich j aber bald darauf hatte er sich des Prinzen und seiner Mutter Ro- xane durch Mord entlediget. Auf diese hiernieden so gevvohnliche Art hatte er sich sonach der Regierung bemachtiget. Regierte — 19 Jahre. Antigonus und Alexander, Sohne des Kassander, regierten — 4 Jahre. Demetrius Poliorceies, vvurde Yom Pj^rrhus vertrieben nach — 6 Jahren. Pj~rrhus, Konig von Epirus , hielt den Scepter nur 7 Monate, Lysimachus, Konig von Thracien, regierte — 5 Jahre. Ptolemaas Ceraunus, geschlagen von den Galliern — 1 Jahr. 18 * — 265 Meleager wich schon nach 2 Mouaten, Antipater gar nach 45 Tagen. Sosthenes, sich den Galliern docli barsch stellend — 2 Jahre; Antigonus Gonatas, Sohn des Deme- trius Poliorcetes, bekam endlich das va- terliche Erbe. Allein stets abvvesend, durch andere Kriege verhindert, vvurde er von Alexander , dem Sohne des Py~rrhus vet- drangt. Beyde regierten durch— 36 Jahre. Demelrius, Sohn des Antigonus, ver- trieb den Alexander von Epirus, gelangte zur Regierung , und bemachtigte sicb zn- gleich des Landes Epirus. Regierte —10 Jahre. Antigonus Doson, Vormund des Soh- nes Philipp , von Demelrius , regierte durch — 13 Jahre. Philipp, Sohn des Demetrias, regier¬ te — 42 Jahre. Perseus , Sohn des Philipp IS o t hm s erlebte das Ende der macedonischen Mo- narchie im 4 ten Jahre der i5 2 ten 01ympi- ade. Ubervvunden von Luc. Am. Paulus, •vvurde er sammt dem Gentius Konig der Illy~rier , zu A mit s Triumph nach boni abgefuhrt. Und so vvird auch MacedoniM eine romische Provinz. Es verflossen sonach vom Beginne der Monarchie Alexanders , bis zur Abfuh* rung des Perseus nach Rom — 161 Jakec- Von da an bis zum Anfange der Regierung des August —- -139 Juhrc- Summe —- 300 Jakrc- — 266 Siebenter Abschnitt. Reihe der j iidi s eh en H oh enp ri e- ster, vom Auszuge aus Agypten (Weltjahr 2544) bis zur Zerstd- rung Jerusalems dur c h de n Ti- tus unter V es p asi an r brniš chen Kaiser ( 'Weltja.hr 4074.) Getheilt in 3 Klassen. §• 1- ‘ §138 V om Auszuge aus Ag^pten , bis zur Be- frej^ung der Juden aus der babjrloni- schen Gefangenschaft, ivaren folgende Hohepriester gewesen : Aaron , erster Hohepriester des mo- saischen Gesetzes, auf Gottes Befehl von Moses mit dieser Stelle bekleidet, und žwar im 2 ten beginnenden Jahre nach dem Auszuge aus Agypten. d) Ef wurde 38 Jah¬ re und 4 Monate Hoherprlester und Stanb 40 Jahre nach dem Auszuge; den iten des Sten Monates. e) Eleazar , Sohn des Aaron, folgte ihm in dieser Wurde. f) d) Exod. c. 29 , und Levit. c. 9 . e) Num. c. 33, v. 38. f) Num. c 38, v. 38, und c, 20 , v. s5. und Deut, c. 10 , r, G. — 267 •*- 1 Paralip c. 6, v. 4 , 5 , 6 und 7 . Wie lange einer > Hoherpriester vrar, ist ungevviss. Alleabervvarcn durch — 297 Jahre. Phinees, Abisue, Bocci und Ozi, Žarajas, Merajoth , Amarias > Achitob, Nach dem Achitob h.) \vurde die Hobe- priester- VViirde vonden Nachkommen des Eleazar , Aarons erstgebornen Sohnes, an die Nachkommen des Ithamari, Zueyt• gebornen des Aaron , iibertragen. i) Wa- rum? Die Ursache liegt in 1 Konig. k) Der erste Ithamaracr war demnach Heli , zu< gleicb auch weltlicher Richter, hatte so- nach auch politische Sachcn unter sich, kk) War Hoherpriester — 4o.Jahre. Ihm folgten Vier aus seiner Familie, als: Achitob, Enkel des Heli, und Sohn des Phinees, Bruder des Ichatob, Achias, Sohn dcsAchiloh m) Achimelech, Bruder des Achias , n) von Sani getodtet. Abjaihar, Sohn des Achimelech, floh zum David, o) wird Hoherpriester statt seines Vaters im 2ten und letzten Jahre g 39 Jahr. 3 3 O P h) Joe. glaubtnach Ozi. 5.B. Alterth et 8. B. i) * 1 Paralip. c. 6, v. 3. k) 1 Konig. c 2 , r. 3r. M) i Konig. c 4> v >8. 1) i Konig. c. i4,v 3' m) i Kon. c. i4j v. 3, 18, 19 n) 1 Kon, c. 22 , v. 9 ‘ o) 1 Kon. c. 22 j v. 20 . — 208 -- Sauls, bis auf das ite Jahr Salomon’s y wo er abgesetzt wurde, p) war Hoherpriester durch — 4l Jahre. Sadoch, Eleazars Nachkommling und Ithamaraischer Familie, ergriff zur Zeit Davids abermahl einen guten Theil der Hohenpriester - Wiirde mit BewiM- gung des Abjathar , um in Gabaon bey der Stiftshiitte zu dienen. q) Abjathar blieb bey dem Konige David, in Jerusa- lem. Nach der Zeit war Abjathar ab- gesetzt, und Sadoch allein, durch eini- ge Jahre. r) Das Pontificat blieb in sei- ner Familie bis Christi Geburt , vrie wir im Verfolge sehen vverden. Achimaas, sein Sohn folgte ihm nacb. Azarias, des vorigen Sohn. s) Joram, Alle vvaren Sohne ihrer Vorfahrer Isus, Aacioram , Phideas, S ude as y Julus, oder Jojada. t) o. Zacharias, SohnJojada. u) Johanani. v) Joseph sagt: Jotha- mus, Sohn des Juli. 4 ta -t 3 o tr* o p 3 tš) O O' 3 o 3 00 tr N k o p) 3Konig. c. i, v. a6 q) i Paralip. c. 18, v. l6.u. a Ronig. c. 8, v. 17. r) 3 Ronig. c. 2, ▼. 27. s) 1 Paral. c. 6, y 9. t) 4 Ronig c. 13, v. 7 und 2 Paral. c. 23. u) 2 Paral. c. 24, v. 20. v). 1 Pa¬ ral. c. 6, v. 9. 20GJ — 269 — Azarias , der 2te Sohn des Jolia- nani. vv) Dieser hatte mannbar vvider- standen, als Ozias Konigvon Juda vvoll- te, dass er ihm im Tempel Weihrauch streuen solite, er vertrieb ihn aus dem Tempel. w) Joseph nennt ihn Urias. Amarias, Sohn des Azarias. x) Joseph nennt ihn Nerias. Achitob, xx) J diese hat Joseph aus- Sadoc , V gelassen. Sel/um, ) Baruchnenntihn Salom. Helcias. a) Er war nicht Hoher- priester, sondern theilte diese Wiirde unter die 2 Folgenden. Sobna , h) (nach Joseph Odeas :) unter dem Ezekias. Elacim, unter Manasse. c) Ilatte auch politische und Kriegssachen unter sich, besonders gegen Uolofernes j d) wird auch Joachim, und von Joseph, Saldumus genannt. Helcias, Sohn des Sellum, e) un¬ ter Josias. Azarias, des vorigen Sohn. f) Die- sen liess Joseph aus. S ar a j as. g) Nach Joseph, Saraja. War Hoherpriester bis zur Zerstdrung Jerusalems. Er war auch von JVabu- chadnezar mit 70 Andern zum Tode verurtheilt. h) vv) i Paral, c b,v. 10. w) 2 Paral, c, 26, x) 1 Paral. c. 6, v. 1». xx) 1 Paral. e. 6, v. n. y) i Paral, c.6, v. 13 a) 1 Paral c. 6 , v- i 3 . b) Isai. c. 32 ', v. i 5 u. 20 c) Isai. c. 22, u. Jutlith c. 4, v 5 . d)Judith c. i 5 . e) 1 Paral. e. 5 , v. i 3 ,u 4 E. c. 22 u. 23 . f) 1 Paral, c 6, v. 14. g) 1 Paral. c. 6, v. 14. h) 4 K c, letzt. v, 18,u. Jerem.c. letzt v. 24. Diese 10 waren Hohepr. durch 200 J. das ist, vom 1 J. Ozia , bis zum 1. J. des Sedecias. — 2 T 0 — Josedech, Sohn des Sara;a, musste nach Babylon wandern. i) Hier war er 30 Jahre Hoherpriester nahmlich bis an das Ende der babylonischen Gefangenschaft. Also bis zura iten Jahre des C^rus — 30 Jahre. §. 2 . §139 Von der babjrlonischen Gefangen¬ schaft , bis Christi Geburt, vvarenfolgen- de Hohepriester ; Josue, h) auch Je s us genannt. 1) War ein Sohn des Josedech. Dieser letztere Jo - sedecf{ gab seinen Sohn den nach Jerusa- lem zjuriickkehrenden Juden als Hohenprie- stor mit. Und dieser baute mit Zorobabel den Tempel vvieder auf. m) Philo des Ani- us sagt: Er ware Hoherpriester bis zum SOten Jahre des Darius Hjrstaspis gevve- sen. Also — 29 Jahre. Joacim, Sohn des Josue. n) Er vvar vom 21 ten Jahre des Darius Hjrstaspis , bis zum 11 ten Jahre des Artaxerxes 5 so- naeh — 48 Jahre. Eliasih, Sohn des Joacim. Er stand dieser Wiirde vor, vom I2ten Jahre des Artaxerxes bis zu dessen sstem Jahre. o) Demnach — 22 Jahre. i) 1 Paral. c. 6 , v. i 5 It) 1 Esdras e. 3 , v. 2, und a Esdrasc. ia,v. 10. 1 ) Aggiius c. i,v. i. m) 1 Esdras e. 5 , v. 2. n) 2 Esdras,c. 12, v. 10. o) a Esdras c, 3 , v. 1 , und c letzt. v. 4 , 6 . Jojada, Sohn des Vorigen, p) auch Judas genannt. Mercator gibt ihm — 22 Jahre, Jonatan, Sohn des Jojada, sonst auch Joannes oder Joathan genannt. q) Jeddoa, oder Jaddas, Sohn des Vo¬ rigen. r) Eusebius gibt ihm — 47 Jahre. Dieser begegnete^/ear anderden Gros- sen, und besanftigte ihnj da Letzterer iiber die Juden sehr ungehalten vrar. s) Eratarb bald nach Alexander. t) Manasses, sein Bruder , vrar der er- ste Hohepriester des Samaritanischen Tempels auf Garizim. u) Onias, erster Sohn des Jeddoa. (Von Joseph Priscus genannt,) — 23 Jahre. Simon, (nach Eusebius aber Justns genannt,) weil er fronim lebte, und seineEin- kiinfte auf Wohlthaten vervvendete. Ska- liger meintj dieser ware der Simon, wel- chen Ecclesiastic. v) solobet. Aber Euse¬ bius , Beda und Serarius schreiben diesen schonen Beynahmen dem folgenden Simon zu j doch mit mehr Unrecbt. Philo gibt ihm — 13 Jahre. Eleazar, Bruder des Simon, weil sein Sohn noch ein Knabe vvar — 23 Jahre. p) a Esdras c. la, v io. q) So Joseph, r) 2 Es- dras c. 12, v. ii s) Joseph i i. B. Alterth. c. letzt. t) Joseph il. B. u) Joseph n. B. Alt' c. 6. v) Joseph c. 5o, v. i. w) Joseph unJ Eusebius. Dieser schickte die 70 Dolmetscher dem Ptolemaus Philadelphus dem 2 ten Konige von Agypten naeh Alexan. Tode* Manasses , vaterlicher Oheim des Ele- azar, Sohn des Jeddoa und Bruder des Onias des Iten x) — 23 Jahre. Zu dessenGunsten erbaute Sanaballat, sein Schvviegervater, den Tempel auf Ga- rizim. y) Onias der 2te, Sohn Simons des Gerechten} genannt der Geizige, weil er den jahrlichen Tribut per 20 Talent Gol- des dem Ptolemaus Evergetes zu zahlen sich weigerte, woraus viel Unheil fiir die Juden zu entstehen fdrohete. Kur Joseph , Sohn des "Tobias und der Schvvester des Onias, konnte als Hoher- priester diese von Ungliick schwangern Wolken vertreiben — Q Jahre. Simon der 2te, des Onias des 2ten Sohn. Eusebius sagt: Er war Hoherprie- ster im iten Jahre der i37ten 01ympiade. Joseph sagt; Im Jahre der Griechen i25, oder im 2ten Jahre der i48ten 01ympiade, habe er dem Hyrcan (Sohne des Joseph und Eokel des Tobias) geholfen. War Hq- herpriester — 46 Jahre. Onias der 2te, mit dem Beynahmen der Heilige. Ein Sohn Simons des 2 ten. Von diesen geschieht Meldung, z) wo er x) Joseph i2. B. Alt, c. 3 . y) Joseph u . B. Alt. e. (>. z) i Makk c. is j r. 7, und 2 Malik. e. 3 gauz. — 273 dem Heliodor Leben und Gesundheit er« hielt. a) — tl Jahre. Lebte aber hernach noch vervviesen 4 Jahre. b) Der 3te Sohn dieses Onias auch Onias genannt, hatte inAgypten den Tem- pel Onion gebaut. Siehe oben §. 131. Jason , Bruder Onias des 3 ten, zuvor Jesus genannt, war mit dem Menelaus, und mit seinem Bruder Simon und Alcim und noch Andern (nach Zeugniss des Go- rionides ,) ein Heide geworden, und nahm den Nahmen Jason an, er kaufte sich durch Geld die Hohepriester-Wtirde von dem syrischen Konige Antioehus Epipha- nes, nachdem er zuvor seinen Bruder Oni" as (den frommslen Mann) verdrangt hat¬ te. c) Er regierte — 3 Jahre. Menelaus Onias, Bruder des benja ■ minitischen Simon. Als er mit Geld zu dem aus Agypten zuriickkehrenden j. 4 ntio■ chus Epip/tanes vom Jason geschickt wur- de, hatte er selbst durch Geld den Jason verdrangt, und vom Konige die Hohepri e ' ster-Wiirde erschlichen , und vertrieb dem- nach den Jason, wie Letzterer den Bru¬ der vertrieben hatte. d) Allein da er das dem Konige versprochene Geld nicht be- zahlte, befahl der Konig seinem Bruder JLjrsimachus diese Wiirde zu iibergeben. e) a) 2 Makk. C 3, v. 33. b) 2 Makk. c. 4, v. 34- c) 5 Makk, c. 4 , v. 7 u. s. vr. und c. 5, v. 5. d) 3 Makk, c, 4 , v. a3 und 26. e) 3 Makk. c. i\i v> 3l l' — 274 — Und als bald darauf auch L^simachus ge- steiniget vvurde, f) hatte Menelaas mit neuen Versprechungen diese Wurde an sich gerissen. ff) Er regierte dem zu Folge in allem — (j Jahre. Er hatte zwar diese Wiirde 10 Jahre ausgeiibt, nahmlich bis er vom Antiochus Eupator , durch Bereden des Lj^sirnachus getodtet vvurde, g) und Alcim , ob gleich auch selbst ein verdorbener Mann, aber von der Familie Aaron , ihm nachfolg- te: gg) allein Mathathias , und nach die- sem Judas Makkabbdus der 4 te, folgten dem Menelaus in den letzten 4 Lebens- jahren, vveicher durch die ganze Zeit des Alcim der rechtliche Hohepriester damahls war 5 sonach sind diese Jahre nur auch die- sem Letzten zuzurechnen. §• 3. § 140 Wel Iliche Fiihrer und znglich Ho¬ hepriester ivaren folgende : Mathathias , Priester aus den Asmo- ndern, erhielt zu Ende des griechischen Jah res 145 das . Hohepriester - Amt, und zugleichdas politische Regiment der Juden. Er hatte es jedoch nur vvenige Monate in- ne. h) Als er starb, kam Jadas Makkab¬ bdus sein Sohn, welcher gegen den Anti- f) 2 MakU. c. 4> v■ 4>* ff) 2 Malik. c. 4> v. letzt g) aMakli. c. i3. gg) Josephu. Sevariu«. h) 1 Makk, c. 2 , v, 1 . • — 275 oehut Epiphanes und andere Tyrannen, die Herrschaft und Religion der Juden mit Waffengewaltvertheidigtej im i46ten grie- chischen Jahre; im 3 ten der i53ten 01ym. piade. Die Profanationdes Tempels, durch das Gdtzenbild vom Aniigonus Epiphanes , geschah (Jen 25ten Casleu oder i 3 ten De¬ cember des griechischen l45ten Jabresj im Romsjahre 587 j des Mondenzeigers 6j der Sonne 11. Drey Jahre darauf vvurden Judas Thaten am nahmlichen Tage und Monate versohnet, also im griechischen Jahre 148, Mondenzeigers der Sonne 14 . i) Es heisst zwar in l Makk. c. 1 , v. 30- „nach 2 Jahren ,“ man iibersetze aber: vom Anfange der Fiihrung Judas. Er \var getodtet in der Schlachc gegen den Bac- chides, im griechischen Jahre 152, den ersten Monat. h) War Hoherpriester — 0 Jahre. Indessen folgte Alcimus oder Jacimat im Anfange des 5ten Jahres des Judas, als Nachfolger des Menelaus. Im ersten Jahre nach Judas Tode, nahmlich im 2 ten Monate des griechischen Jahres 153 . 1) Als er aber die Tempelmauer niederzureissen befahl, vvurde er, auf Gottes Befehl, vom Schlage getroffen, und starb. m) Jonatas folgte seinem Bruder nach.n) Seine Volksvvahl bestatigte Alexandtr V*’ i) i Makk. c. i, v. 2 i, 3o, 3g, und Makk. o.io ,v.B, 5. k) i Makk. c. g, v. 3, 18 . 1) i Makk, c. 9 » v. 54 n. s w. m) 1 Makk. c. 9 ', v. 56. n) 1 Makk. c. 9 , v. 60 und 58. 2 76 — let 8 Jahre darauf, im griechischen Jahre lOo- Nach 7 Jahren wurde er abermahl von dem Demetriut bestatiget. o) In die- sem Sinne sagt p) Joseph: Jonatas ware zu Ende des Reiches und seiner Wurde (nahmlich 4 Jahre nach der letzten Besta- tigung) gestorben. Denn es ist erwiesen, dass er im I 70 ten griechischen Jahre vora Trj~phon getodtet worden sey. q) Regier- te also —-1Q Jahre. Nach ihm kam sein Bruder Simon , rom Volke gevvahlt. r) Er wurde von sei- nem Tochtermanne Ptolemaus getodtet j im griechischen Jahre 177, den lltenMo- nat. s) Regierte also — 7 Jahre. Joannes Hj^rcanus, Sohn des Simon Regierte — 3i Jahre. Unter ihm entstanden die 2 jiidischen Secten, der Pharisaer und Sadacaer. t) Und mit diesem Joannes hort die ganze Geschichte des alten Bundes auf! — §• 4. §141 Zugleich Konige und Hohepriesler der Juden, ivaren folgende : Aristobolus, Sohn des Joannes Hyr- canus, er vvird auch Judas genannt. o) i MakU. c. n, t. 19 und 27. p) Joseph 20, B. Alt. c 8. q) 1 MaUU. c. i 3 . v. 23 und 41. r) 1 MaUlc. c. i 3 , v 8 und a5. *) 1 Makk. c. letzt; v. 10. t) So Joseph, Dieser nahm euerst das Diadem und den Konigstitel an. Er todtete seinen Bru- der Aniigonus aus Neid, und verstiess seine Mutter vom Throne. v) Regierte — 1 Jahr. Aleocander, sein jtingerer Bruder, auch Jannaus genannt, regierte w) — 27 Jahre. Er fuhrteviele Kriege mit abvvechseln- dem Gliicke. Er hinterliess 2 Sohnej den Hjrrcan und Arislobolus, \velche bis auf Herodes - Zeiten um das Reich mit einan- der kampften. x) Die Gemahlinn Ale- xanders, Alexandra, y) (Eusebius nennt sie Salma ) nachdem sie Wittwe gevvor* den war, bemachtigte sich der Re- gierung, und machte ihren altern Sohn Hyrcanus zum Hohenpriester. Die politi- sche Regierung aber vertraute sie den Pha' risaern on. z) Regierte — Q Jahre. Arislobolus der 2 le, der jungere Sohn des Alexander , zvvang nach dem Tode seiner Mutter, seinen altern Bruder Hyr‘ can das Pontificat abzulegen, und sein Le¬ ben privat zu fuhren. Unter seiner Regie¬ rung war der Tempel vom Marcus Cras• sas ausgeraubt, (darum kam er reich nach Rom, und konnte dom Časar Geld lei- v) Joseph so B. c.vorletzt,und i 3 . B. c. i6. Auch Nicephor in Ghronic. w) Joseph 20 B. c. vor- letzt. x) Jeseph 20. B, Auch Hegesipp und h. Hieronym» in c. <)des Daniel. y) Eusebius. 1 z) Joseph i 3 . B. Ci 24. Auch in dessen Leben- — 278 hen!) Aristobolus -selbst aber war von Cnejus Pompejus sammt seinen 2 Sohnen, Antigonus und Alexander gefangen nach. Rom abgefiihrt, nachdem er regiert hatte — 3 Jahre. Von dieser Zeit an war ganz Judaa , so wie Sy~rien eine romische Provinz, und Joseph hatte piinctlich ihren jahrlichen Tri- but aufgezeichnet. Die Stadt Jerusalem wurde eingenommen von dem grossen Pom¬ pejus, am offentlichen Fasttage im 4ten Monate (Tamuz) im iten Jahre der i7Qten 01 ympiade zu Ende j den 4ten July. a) — Eusebius aber, Onuphrius und die sizili- anischen Annalen, so vvie auch Cuspinian vvollen: diese Einnahme ware im 2ten an- gefangenen Jahre geschehen, unter den Konsulen M- T Cicero und Ca j. Antonius . Hyrcanus vvird abermahl vom Pom¬ pejus und Gabinius ins Pontificat einge- setzt. Unter abwechselndem Gliicke war er doch Hoherpriester — 22 Jahre. Indessen entfloh der andere Sohndes Aristobolus, nahmlich Alexander aus Rom, bemachtigte sich Judaas; aber nach 3 Jahren musste er sich dem Gabinius iiber- geben, der ihn auf Pompejus Ordre tod- tet. b) Jetzt cntvvischen auch der Vater Ari- dobolus, und sein anderer Sohn Antigo - 8) So Mercator, c) Joseph 1, B. Alt. c. i 3 und 1. B. de bello c. 7. 19 — 279 nus aus Rom, und mit der] Parther Hiilfe bemeistern sie sich des Judenlandes, und Aristobolus wird doch durch 3 Jahre und 6 Monate Hoherpriester. Allein C. Jul. Ča¬ sar bestatiget endlich vvieder den Hj^rca- nus‘, den Idumaer Antipater aber stellte er als Procurator liber Judaa auf. (Nach- dem Pompejus gestorben war.) Diess ge- schah im lOten Jahre ihrer tributiirn Exi. stenz, unter den Konsulen Quint. Fusio Calenus, und Publ. Vatinius Isauricus . Herodes aber und Phasellus vverden als Sohne des Antipater, zu Vierfiirsten von Marc. Antonius ernannt. Antigonus der 2te Sohn des Aristobolus, bemeistej-t sich abermahls mittelst der Parther des Juden¬ landes, und des Pontificatsj todtet den Phasellus •, lasstseinen Vatersbruder Hyr- canus die Ohren abschneiden, vvelchen so Verstiimmelten Herodes endlich noch tod- tet. Allein auch dem wird mit niihmlicher Miinze bezahlt, indem er vom M. Antoni" us auf Herodes Begehren mit dem Beil hingerichtet wird. Er war der Letzte der Asmonaer, und regierte — 4 Jahre. Auf diese Art ubernahm nun Herodes das Reich. Ananelus der lte, vvurde von Hero¬ des zum Hohenpriester erhoben, und iibte diese Wiirde aus durch — 3 Jahre. Aristobolus — 3 Jahre. Ananelus der 2te, hatte diese Wi‘ r ' de inne bis zum Tode des Antonius und 1 der Cleopatra — 1 Jahr. H na be bo nis im de zu, le7 hej (d, da: thi G, de d) Ife md md Ča¬ ča- Ute ch- ge- Cxi. '.sio yon d er -ich en- len yr . so od- her m/* 3eil der des ro- bte — 280 — Jesu-Phabetis ■— 6 Jahre. Simon Boethi , Schvviegervatcr des Herodes, regierte bis auf die letzten Mo- nate des Herodes . Und im vorletzten Le- bensjahre dieses Herodes —ist Christus ge- boren vvorden, Nahmlich nach der babjlo- nischen Gefangenschaft 525 Jahre, und im igten Jahre des Hohenpriester-Amtes des Simon-Boethi. §. 5. Von der Ankunft des Messias, bis zur Zerstorung des Tempels zn Jerusa- lem durch Tilus, toaren folgende Ho- hepriester : Mathias Josephi, folgte dem Simon, (der gegen 20 Jahre Hoherpriester war) darum vvird dieses letzte Jahr dem Ma- ihias zugezahlet — 2 Jahre. Joazarus der ite — 1 Jahr. Elzearus — 3 Jahre. Jesus , Sohn des Sies — 3 Jahre. Joazarus der 2te •— 3 Jahre. Annas oder Ananus. — 7 Jahre. Ismael Fahi oder Phabezi, nar von Bratuš, dem Gouverneur der Juden, nach dem Annas eingesetzt. d) — i Jahr. Eleazar , Sohn des Annas l Jahr. Simon Camithi Sohn l Jahr. §142 iir* ind d) Joseph 18 . B, Alt. c. 3, 19 * 281 — Caiphas Josephus, Tochtermann des Annas. Indessen liten Fontificatsjahreist Christus getauft und im 14ten gekreuziget 1 vvorden. — 19 Jahre. Jonathas, Sohn des Annas, ist von dem sjrischen Prafecten Vitelliusnzch dem Caiphas aufgdstellt vvorden. Im letzten Regierungsjahre des Ty~6erius. e) — 3 Jahre. Simon, Boethi Sohn, Canthara der rte — 3 Jahre. Mathias. — 1 Jahr. Elioneus, — 1 Jahr. Simon, Boethi Sohn, Canthara der 2te — 2 Jahre. Joseph der ite, Sohn des Canaus. Der jiingere Agrippa nahm ihm das Fontificat, und setzte den Ananias oder Andtnus (dcn Sohn des altern Ananus) in die Hoheprie- ster-Wiirde. — 2 Jahre. Ananias j, Sohn des Neheddas. f) Un* ter ihm ist der heilige Paulus, nach Chri- sti Tode 25 Jahre, von Portius Festns. gebunden nach Rom geschickt vvorden. g) Im 3ten Jahre des JSero. h) — 7 Jahre. Ismael, der 2te Sohn des P/iabaM• — 2 Jahre. Joseph, der 2te Sohn des Canaus. —' 3 Jahre. e) Joseph 12. B. Alt. c. 3 und 6. f) Apostelgesch.«' a 3 , v. 2 und c. 24, v. 1. g) Apostelgesch. c, F/ a.6, 27. b) So keil. Hieronym. 1 — 282 •— Ananas — l Jahr •, Jesus , Sohn des Damnaus 2 Jahre5 Jesus, Sohn des Ga- maliel 2 Jabre j Mathias , Sohn des Theo- philus 1 Jahr. Alle znsammen — 6 Jahre. Endlich wird zu Kriegszeiten ervvahlt Phanasius Rusticus. In dessen 4tem Jah¬ re — (4 Jahre,) ist — die Stadt Jerusalem, am Sabbathe, den 8ten September, durch den Titus (nachdem er sie vom l4ten April an eng eingeschlossen und belagert hat- te, k) erobert, und freylich auf iramer, zerstoret worden! — IŠfach Christi Tode «= 40 Jahre! Achter Abschnitt. Romische Monarchie . Vom Tode d e s Ant o ni us und de r C1 e o p at r a(\\M.onatenach derSchlacht bej' Actiurn ,) unter den K o nsul n M. LiciniusCrctssus und A u g us t dem 4 ten; im Zten Jahre der \Qlten O Ijrmpi ade im Romsj ahre 724 5 und Ara des JVabon-Assar 718. §• i. §143 n -S-J^as anfangs so kleine romische Reich war seit der Erbauung Roms, (im 3ten So Joseph. Dio Cassius, Hegesippus, Ensebius^ Baronius und Andere. , — 283 — Jahre der 6ten OIympiade bis zum 3ten Jahre der 67ten 01ympiade so fort durch 51 01ympiaden,) durch 244 Jahre unter Konigen gevvesen. Diese sind: Romulus. Regierte -r- 37 Jahre. Zwischenregierung — i Jahr. . Nama Pompilius — 43 Jahre. Tullus Hostilius —• 32 — Ancus Martius — 24 — L. Tart/uinius Priscns — 38 Jahre. Servius Tullius — 44 Jahre. .L. Tart/uinius SuperbuS' kU) — 25 J. Surama 244 J. Nun entstand in der Regierung eine Reformation. Tarc/uinus Superbzzs wird von Rom vertriehen j und L. Janius Bru tus, und JL. Tarc/uinius Collatinus wer- den mit koniglicher Gewalt — Konsuln j tom 3ten Jahre der 67ten 01ympiade an, Diese Art Konsularregierung (mit jahrli* chen neuen Konsul - Wahlen) dauerte bis zum 4ten Jahreder I81ten 01ympiade, vvo Ca j. Jul . Časar sich der permanenten Dic* tatur bemachtigte. Diese Konsularregierung sammt Cit' sars-Dictatur dauerte gerade 480 Jahre* Nahmlich seit den Konigen — bis zum Tode des Anionius, oder der kaiserlichen Regierung des Augustus Časar, im 4ten Jahre der 187ten 01ympiade. tk) Tast ist die Zahl 244 zu gross fiir sieben Kom" ge! — 284 Die dritte Regierungsart dauerte vom lten Jahre des Kaisers Augusl, Lis auf den Augiistuhis 5 im 3ten Jahre der 31 sten Oljmpiade, wo das romisch-abendlandi- scbe Reich in dieGevvalt des Heruler-Ko- nigs Odoacer fiel. Nach Roms Erbauung 122 8 Jahre. Nach dem Kalkul desDionys , 47 6 Jah¬ re nach Christo 5 und nach einer Dauer von 5 o 4 Jahren , gerechnet vom Aagust's Regierungsanfange. Von diesem Zeitpuncte an, vvaren die das romische Reich bildendenLander theils unter verschiedene Konige, theils unter das Exarchat von Ravenna, oder unter das griechische Kaiserthum gefallen. Der Bestand dieser Zerstiickelung dauerte 324 Jahre, nahmlich bis nnf Carl den Grosseft, im Weltjahre nach Christo 800, \velcher viele dieser Frovinzen eroberte, und sie mit dem Kaisertitel vvieder zusammen ver- baad. Nach Christi Geburtgso Jahre kam das Kaiserthum auf das deutsche Sachsische Hausund dannauf andere deutsche Hauser. Endlichum der allgemeinen im I 3 ten Jahr- hunderte in Deutschland herrschenden Unsi- cherheit, Unfrieden und Unordnung zu steuern, wahlten die deutschen Fiirsten 1275 den z/vvar landerarmenaber tugend- reichen Dynasten der Schweiz, Rudolph Grafen von Habsburg — (Herm des T/mrgaiis, Aargaus, der Stadte Lu¬ zern, Glarus und Zug, der Herrschaf- — 285 — ten Kybarg , Lenzburg, Baden und der IValdstadte ) — fiir ihren deutschen Kai¬ ser. Dadurch gelangte das deutsche Kai- serthum an das crlauchte Haus Habsburg Osterreich, bey vvelchem Hause es auch segensvoll bis 1806 verblieb. — Die ersten romischen Kaiser bis'zur Zerstorung der Stadt Jerusalem (von denen die heilige Schrift Meldung macht,) wa* ren folgende: Caj. Julius Časar. Regierte rom4ten Jahre der i 82 ten 01ympiade, Romsjahre 705 bis 709 . Sonach 5 Jahre, 5 Monate und 4 Tage. Caj. Časar Octavianus Augzistus. bo gierte vom I5ten Marž dieses Jahres, bis 707 nach Roms Erbauung. Also 57 Jahre, 6 Monate und 25 Tage, (von der Schlacht bey Actiurn an gerechnet.) Tiberius, \ om lgtenAugust, an wel* chem Auguslus starb. 1) Also von Roms Erbauung 767 bis 789- Daher — 22 Jahre, iO Monate, 15 Tage. Cajus Caligala , vom i6ten Marž, dem Todestage des Tiberius 7 89 bis 793 . Da¬ her 3 Jahre, 8 Monate, 13 Tage. Claudi us , vom iten Februar, als Ca- ligula starb 795 bis 807. Daher 13 Jahre, 6 Monate. Nero, vom i3ten October, (Todestag des Claudius') 807 bis 820. Regierte so¬ nach — 13 Jahre, 6 Monate und 7 Tage. 1) Svetonius , Tacitus , Dio , Josoph , Vellejus. — 286 — Galbct, Tom isten April, wo sichiVe- ro todtete 820, bis zu Ende desselben Jah- res. Also — 3 Monate und 5 Ta ge. Bald nach Nero’s Tode war Osternder Juden 4ten April. Otho, vom 20 ten October 820 bis 821. Daher nur 8 Monate und 5 Tage. Vitellius, vom 25ten Janner 821 bis 822 j also — 8 Monate und 24 Tage. Vespasian , vom 30ten September 822 bis 24 ten Juny832$ also —Q Jahre, 8 Mo¬ nate, 24 Tage. Titus folgte ihra nach) 832. Regierte — 2 Jahre. Im Vespasians 2ten Regierungsjahre , den Sten September , und nach Roms Er-, bauung 823J am Samstage, ist die Stadt Jerusalem durch den Titus erobert, und die Synagoge unter ihre Asche begraben vvorden. Neunter Abschnitt. V on den z tv ej^ r 6 m i s c h e n A r a e n des Juli us C ds ar, und des O ota¬ vi anus A ug us t us. §• l. §144 "ene beriihmte Ara, nahmlich des Julius Časar (dass ich von seinem Geburtstage m) Joseph als Augenzeuge, Dio Cassius und Ando¬ re , welche Baron ius anfiihrt. — 287 — seiner Dictaiur , hier • keine Ervvahnung mache, mm) hat sich auf ewige Zeiten einen unsterblichen Ruhm ervvorben, der auf jenem grossen Kalender- Verbesserer ruhet. Yon ihm heissen noch im gegen- wartigen Augenblicke alle unsere Jahre, die Julianischen. Die Sache selbst verhielt sich folgendermassen; Durch die Unacht- samkeit, vvomit man die Solar- und Lu¬ nar jahre fortzkhlte, gerieth man nachge- hends so weit, dass die dem Solstitiaipunc- te am nachsten liegenden Monate, zuletzt in die Tag- und Nachtgleiche fielen. Um nun die Sonnenjahre mit denMon- denjahren auszugleichen, befahl Časar dass man zvvischen die Monate November und December 67 Tage, oder 2 Monate und 1 Tage einschalten solle, indem er schon dem vorhergebenden Februar, ganze 25 Tage eingeschaltet hatte. Dieses Jahr hatte zwar 44 7 Tage, und man nannte es das Confusionsja/tr j allein nicbts desto vre- niger brachte diese augenbiickiiche Ver- wirrung doch Ordnung in der Zeitfolge* vvelche nun nach der Sonne berechnct vvurde. Damit fiir dieZukunft diesem Feh- ler abgeholfen vvgre, machte Časar jecles 4te Jahr zum Schaltjahre eines Tages, nahm- lich von 3Č6 Tagen, und theilte diesen Tag dem Februar zu, der sonach im Scbalt/ahre mm) Suetonius und Tacitus haben dieses piinctlich dargethan. 29 ges im dai dal bei te im Pc Cc na na g e lei ar ei lii Ji 3 1 < n r i * 1 5 ;ung iten der jrer ;en- ire, iielt ;ht> Lu- ge¬ ne- Hit M- ass ind U on 23 tte as e* r- 5 > et j« ;s l- p- D e li 20 Tage hatte. Diese Kalenderreformation geschah (nach Vorschlag des Sosigenes ,) ira i 4ten Konsulate des C. Julius Časar 5 daher der Nahme, julianisches Jahr. n) Nach den angefuhrten Zeugen ist es daher gcvviss, dass diese Kalender-Ver- besserung nicht in seinem dritten Konsula¬ te (wie Alexand. Shultet vvill,) auch nicht im funften Consulate (nach Meinung des Paul von Middelburg ) sondern im vierten Consulate des Časar geschehen seyj so- nach im 3ten Jahre der 138 01 ympiade, nach Roms Erbauung 708 j im Mondenzei- ger 14 j im Sonnenzirkel 21 j an den Ka- lenden des Januars. o) — Durch eine unkluge Eile hatten aber auch die romischheidnischen Priester bald einen Fehlerbegangen. Sie schaltcten nahra- lich nicht jedes 4 te Jahr sondern jedes 3te Jahr dem Febr*ar einen Tag ein. — Nach 36 Jahren konnte daher der Kaiser August leicht den Fehler bemerken. Er befahl so- nach, dass in den nachstfolgenden 12 Jah¬ ren kein Schaltjahr seyn solle, damit die iiberfliissigen 3 Tage in der Rechnungauf- gehoben vverden. Im Jahre 49, begann dem- nach die neue Ordnung vvieder. Von die- ser Zeit an war keine Verbesserung des n) Plinius , Macrobius , Dio , Plutarch , Suetonius und Beda , bezeugen diess. o) So bezeugen die kapitolinischen Fasten , audi alle alten Astronomen. Kalenders eingetretten, bis auf Papsl Gregor den 13 .1582. Dieser nahm dem Mo- nat October die ersten 10 Tage \vegj man zahlte statt des iten, gleich den n ten October. Er machte auch die kluge Ord- nung, dass das lOOte Jahr kein Schaltjahr seyn solle, das 40Qte Jahr aber allezeit.— Um den Ruhrn des Kaisers Auguslu J auch bey der Nachvvelt zu erhalten, vvurde der Monat Sextilis, in August vervvandelt. Diess geschah im 20 ten Regierungsjahre de! Augusius-,s\s nahmlich Agypten in die Ge< vvalt der Romer fiel, im 1 6ten julianischen Jahre. Er that diess nach dem Beyspiele des Jul. Časar , der auch den Monat Quin- tilis, in Julius vervvandelte, im 2ten juli¬ anischen Jahre. Nachdem Časar (ungeachtet der Ahn- nungen seiner ;Gemahlinn Calpurnia , des Artemidor , und des Augurs Spurinna ) am i5ten Marž im Staatspallaste erschieni vvurde er im Senate mit 23 Dolchstichen durchbohrt, und sank todt nieder unter die Bildsaule des Pompejns. — Nun trat Cajus Octavianus auf. In der Jugend vvur¬ de er Didus ( Thurinus ,) hernach Časar, und endlich August genannt. Časar vvar er vermog Testament sei- nes mutterlichen Oheimsj August vermog Beschluss des Senats genannt. Und von ihm p) haben aUe nachherigen Impcrato- Ten Rev N ah den Mai ten jahi pia vve I sta g u er zu de dc pi at \ n 6 j p) Suetonius. — 290 — Papsl i Mo- man 11 ten Ord- Itjahr it.— islus urde delt, 3 des Ge. ;hen dele nin- i uli¬ li n- des i a) in, ien ter rat jr- ir, :i- m o- ren den Nahmen Augustus (Mehrer des Reiches ,) so wie von Julius Časar, den Nahmen Kaiser angenommen. §. 2 . §145 Die Ara des Augustus ist vielfach. Die Erste fangen Einige gleich mit dem Tode des Julius Časar an, den isten Marž , als ihn Brutus und Cassius ermorde- ten* also im 2 ten julianischen Jahre, Roms- jahre 7095 im 4ten Jahre der i 83 ten 01ym- piade , obgleich Augustus damahls nichts vveniger als Monarch vvar, sondern nur starker Kandidat dafiir. Erst nach Besie- gung der Konsuln Hircius und Ponsa, als er die Romer zwang ihn fiir ihren Konsul zu vvahlen , vvar er den Mjten August, dann den 27ten November, Triumvir gevvor- den mit Marc. Antonius und Marc. Le¬ pi dus, im 2 ten Jahre der i84ten Olvmpi- ade. Die zuiej^te Ara nannte das romische Volk die Spanische. Als sichnahmlieh Spa¬ len durch Domitius Calvinus, seinem Scepter unterwar£ Diess geschah im 8ten julianischenJahre, im Anfange desJahrs 7 1 5 } n. R. E. im 2ten der 185 ten 01ympiade. q) Die Dntie bey der Schlacht bey Acti- um, den 2tcn September, r) im 7ten Jah¬ re des Herodes, als Bemachtigers Jerusa- *l) Dio Cass. B, 48, r) DioCass« und Joseph, — 291 — lems. s) AIso im isten julianischen Jahre, zu Ende des Jahrs 723jn.R. E. und im 2tcn Jahre der i87ten 01ympiade. Die Vierte fangt an, als Au.gu.st ei* gentlich Monareh vvurde, folglich am iten August, wo Antonius und Gleopatra star- ben. Daher im i()ten julianischen Jahre, Romsjahre 724 5 i m 3ten Jahre der i87ten 01ympiade. Damahls stand die Regierung unter den Konsuln August dem Men und Marc • JLicin. Crassus. s s) Dio bezeuget auch, dass August zu eben der Zeit das Reich der Rhodier dem Herodes bestiit- tigte, vvelcher den Mangel des Wassers fiir diese trockenen Orter hefurchtete. t) — Ptolemaus und der anonyme Autor bey Clemens von A.lexandrien, bezeichnen Aa- gust's Regierungsanfang mit dem Augen* blicke des Todes der Cleopatraj in der Nabon - Assarischen Ara 7185 vom Tode Alexanders aber 294 Jahre. Die fiinfte Ara fangt mit seinem, vom romischen Senate und Volke (S. P. Q. R) verliehenen 7tenKonsulate an 5 folglich vom 17ten Janner an, im iQten julianischen Jahre5 zu Ende des Romsjahrs 7265 i m lten Jahre der I88ten 01ympiade. Diess crzahlt uns Censorin , vvelcher die Jahre des Augustus von dem lgten julianische 11 Jahre zu zahlen anfangt, und die riimisch- s) Joseph und Dio Cass. ss) Dio Cass. J ose P 1 14. B. vom Kriege Alterth. e. 6,7. t) HegesipP* Orosius, Plutareh. An gin Coi Jur 71U. ze Di< re Jal iei Ti se de D: bi re oc 3; zi L J, e v 292 »lire, 2 ten t ei- iten star- hre, 7 ten rung und aget das stat- ser« )- bej Aa- ;en- der jde o m R.) om en im 5SS irc sn h- Augustischen um drey Jahre spater be- ginnt , als die agyptisch - Augustischen. Die Sechste beginnt mit dem uten Consulate des Augustus, dasist, den27ten Juny, wo er auch die Macht des Tribu - nusplebis iibernahm, vvelche Macht er gan- ze 3Č Jahre bis zum Tode verwaltete. u) Diess geschah im 23ten julianischen Jah¬ re im Anfange des Romsjahrs 731 j im 2ten Jahre der i89ten 01ympiade. 3. Die siebente Ara fangt mit der drit- ien gliicklichen Schliessung des Januš- Tempels an. Das erstemahl war er geschlos- sen im i7ten julianischen Jahre, kurz vor dem Tode des Antonius und der Cleopatra. Das zweytemahl nach geendigtem Cantu- brischen Kriege , im 2 iten julianischen Jah¬ re. — Das drittemahi vvar er geschlosscn, oder vielmehr zu schliessen befohlen , im 35ten julianischen Jahre. Allein die Da- zier drangen liber die Donau, • und die Dalmatier rebellirten. Er vvurde daher 6 Jahre spater geschlossen, und demnach zu eben der Zeit, als der Eingeborne Sohn Gnttes in dem jungfraulichen Leibe Ma- riens empfangen vvurde. Daher im 4iten §146 pl. 'P* «) So Vellejus , Tacitus , Dio Cassius- julianischen Jahre, Romsjahre74f) j im 4te» Jahre der iQ3ten 01ympiade. v) Es war aber auch vvirklich vor dem 4iten julianischen Jahre, in dem ungeheu- eren romischen Reiche kein allgemeiner Friede, wie es allegeschichtshiindigenMan. ner bezeugen. Aber es ist sich auch nicht zu vvundern, wenn bey so vveitlaufigen Landern der Friede nicht lange Bestand hatte. Parther und Armenier (dass ich von Daziern und Atheniensern schweige,) rebillirten stets wider die Romerj w) und Augustus schickte vvider die Aufruhrer den Sohn seines Tochtermanns Ca/, M• Agrippa, den Reichserben, im julianischen Jahre 44, Romsjahre 75i , im 2ten Jahre der ig4ten Oljmpiade. Caj. Men. Agrippa hatte diesen, durcli Kriege stets beunruhigten Landern, zvvaf den Frieden \vieder gegeben , x) allein in eben jenem Kriege ist Agrippa als Feld' herr von einem gevvissen Addico auch so vervvundet worden, dass er an dieser Wun- de endlich starb. y) Eben so erging es auch seinem Bru- der Lucius, der nach Spanien zum Kriegs- hee (vv£ lun den gen 48t im in d re che pel nal lag ges Ka UTI bu in le i im 72 v) Plinius sagt im i8ten Jahre eeiner tribunipleb. Macht. So auch Dio Cass. Orosius c. 3 , Sigo- nius im B von jiidischen Sachen , Baronius vom iten Jahre Cbristi w) Nach Zeugniss des Tacitus , Velleius und Orosius. x) Vellejus, der selbst Gefahrte Agrjppas in diesem Rrie- , ge war. y) Suetonius, Dio Cass. Florus. 4 te* dem ieu- in er lan- icht gen and ich and rer M. len lire — 294 — heere elite 3 er starb eines gahen Todes, (vvahrscheinlich durch geheime Nachstel- lungen seiner Mutter Julia , welche mit dem Tiberius eine zweyte Ehe eingegan- gen war.) Diese Todfalle geschahen im 48ten julianischen Jahre 3 Romsjahre 755 J im 2 ten Jahre der lgsten 01ympiade. Auch in Judaa loderte im 43 ten julianischen Jah¬ re gleich nach Herodes Tode ein vierfa- cher Krieg auf$ z) doch der Januš Tem¬ nel blieb geschlossen ganze 15 Jahre, nahmlich bis auf die Varianische Nieder- lage, welche im 54 ten julianischen Jahre geschah, §- 4. •cli rar in Id- so n- u- S* b. 3- 1S 3S Die achte Ara hat zur Norm die von Kaiser August drejrmahl ausgeschriebene und befohlene Schdtzung und Beschrei- bung des Volkes. Die erste BescJireibung sagte er an, in seinem 6 ten Consulate mit seinem Col- lega und Tochtermanne M. Agrippa 5 im i 8 ten julianischen Jahre j im Romsjahre 725 5 im 4 ten Jahre der 187 ten 01ympiade. Die ziveyte Beschreibung befabl er, da er allein regierte. Die Konsuln vvaren z) Joseph 17 . B. Alt c. 12 ,und 2 . B. desKriegeS c. 2 . und 8 . Josippus,Gorionides 5. B Hegesippus zn Ende des iten Buche 6 , Taeitus5tes und lates Bucli. §147 20 M. Marcius Censorinus und Caj. Asinim Gallus. Diese geschah im 38ten julxani< schen Jahre5 nach Roms Erbauung 745; im 4ten Jahre der iQ2ten 01ympiade. — Die erste Beschreibung hatte Augustm durčh den Cj^rinus (Publius Sulpitius Qui- rinus) angestellet. Wenigstens machte die' ser den Anfang mit der Beschreibung j dem Cyrinus war gezwungen sich mit den Ho. monadensern in einen Krieg einzulassen, vvessvvegen er auch den Triumph erhielt DieVolksbeschreibungaber iibergab er dem Santius Saturninus, und seinem Kollega, vvelcher Christam in Bethlehem beschriebj dann aber Jadda, Germanien und Afri ca conscribirte. a) — Eine jede Beschrei¬ bung dauerte fiinf Jahre. Die dritte Beschreibung veranstaltctc Augustus mit seinem Kollega und Tocli- termanne Tiberius , unter den Konsuln Seoctus Pompejus und Secctus A p ulej nh in seinem letzten Lebensjahre. Demnach im 5Qten julianischen Jahre, nach RoflS Erbauung 766, im iten Jahre der jgste* 1 01ympiade. — Diese dritte Beschreibung hatte auch Syriens Prafect Cyrinus gelei- tet und zu Standen gebrachtj in dieser Hinsicht wird sie (seine) 2te Beschreibung genannt. Bey dieser Beschreibung hatte Judas Galilaus die Juden zum Abfall be- red* te b ges gust Ron 01y den 57 3 IV bati Taj wa rer Ro Tj IV Jal 2t« re de b) a) So Vellejus und Tertullian. inim liani' 7 45j e. - ustil! Qul > die- denn Ho. »sen, bielt dem ega, 'iebj ifri; Irci- tete )dl‘ »uin 'US) ach >nis ten mg lei- ser "S ! tte — 29C — rcdet, wie Gamaliel in der Apostelgeschich- te b) spricht. bb) §• 5 . Die neunte Ara ist die des Sterb - Ta- ges des Augusius, vvelcher den l^tenAu- gust im 5Qten julianischen Jahrc ; der Stadt Rom 7 Č 7 J im lten Jahre der iQ8ten 01ympiade gevvesen ist. Augustus regierte — entvveder von dem Tode des Jul. Časar an gerechnet, 57 Jahre, 5 Monate und 4 Tage $ son&ch 3 Mondenzeiger von 19 Jahrenj (den 4ten hatte er vorher durchgelebt.) Er war 35 Tage vveniger, als 76 Jahre alt gewesen’, vvarimJahre nachRomsErbauungOgi gebo- ren, den 23ten September j und starb im Romsjahre 767 den iQten August. Er war Triumvir fast 12 Jahre 5 nahmlich vom 27 ten November des 3ten julianischen Jahres, bis zur Schlacht bey Actium,den 2 ten September, im i 5 ten julianischen Jah¬ re ; — oder als Monarch fast 42 Jahre 5 denn nur 13 Tage fehlen. c) h) Apostelg. ci5,v. 37. bb) Joseph. Der Ancyri- sche Kodex , Suetonius. c) Suetonius, Eu- tropius , Dio Cass. Vellejus, Joseph , Cassio- dor und Aurel. Victor. 20 * $148 — 297 — Ze hnter Abschinitt. V on H e r ode s Ascalonita und s e i n en S 6 hn e n, dem Archelaus und Herodes Anti p as, und dem l/renkel Herodes Agrippa. §149 §• *• ltens.Herodej ist 9 Jahre fruher zu Asca.‘ Ion (einst Philisthien,) als der Kaiser Au- gustus geboren worden. Sein Vater war Antipater aus ldumda, ein Nachkommling von Esau. Seine Geburt fiel daher in das Jahr der Stadt Rom 691, und ins 4teJahr der i7fiten OIympiade. 2tens. Diesem Antipater vertraute C. Jul. Časar, nach geendigtem aleccandrini- schen Kriege, die Zivilverwaltung der Provinz Judaa, und dem Hj^rcanus, die Hohepriester - Wiirde. Ferner, den Soh- nen des Antipater, dem Herodes und dem Phasellus ertheilte M. Antonius zu eben der Zeit Tetrarchien. Damahls batte die- ser Herodes, nicht wie es bey Joseph heist: 15 Jahre, (ie, ist ein Druckfehler,) sondern 25 Jahre (ke.) So lesen auch Tor- niell cc) und Keppler. Man sieht diess selbst aus dem Josephus, welcher sagt: cc) Torniell. Jahr 4o5i, Keppler, Sylva chroncl. 2Q8 — „Herodes war zu dieser Zeit, icie inder Bosheit so auch im Kriege schon sehr beriichtiget geivesen, und hie und dazurn Schrecken geivorden’, besonders als ihm Sextus Časar, Prafect von Syrien, die Venvaltung Colesyriens anvertraut hat- te.“ Ja schon 9 Jahre friiher, als Cornel. Lentulus und L. Marcius Konsuln waren, herrschte zvvischen dem M. Antonius und diesem Herodes eine grosse Vertrautheit und Freundschaft. War vielleicht durch die sechsjahrige Kriegsbewegung eine solche Vertrautheit unter Beyden entstanden? — 3tens. Das judische Land war mit den koniglichen Isignien , vermittelst des Mar- cus Antonius (als drey Jahre zuvor zu An- tiochia der Furst und Hohepriester Anti- ochus durch das Beil hingerichtet vvurde,) dem Herodes vom romischen Senate und Volke verliehen worden. Diess geschah unter den Konsuln C. Asinius Polio und Calvinus dem 2 ten; in dem (auf ehernen ka- pitolinischen Tafeln eingegrabenen) julia- nischen Jahre 6 j zu Ende des Jahres nach Roms Erbauung 713 j im 4ten Jahre der 184ten 01ympiade. d) d) Joseph E. 16 c. 9. Auch 1. B des Krieges c. 11,16, 21. Josippus. 5 . B. c. 9,10,11,12, 4 ij 43 . Hegesipp. 1 B c. 43 - Dio Cass. B. 55 ,im Alexand. Anhang. Euseb. i.B. der Gescliich- te c. 5 , — 2Q9 — §150 §. 2. 4tens. Herodes fing an miter Anfiih. ruug und Hiilfe des Sosio (Roras Staathal- ters von Orient) die konigliche Stadt Je- rusalem zu bekriegen, und zvvar im 8ten julianischen Jahre, und eroberte sie im darauffolgenden Sabbathjahre amSamstage, vvelches das Qte julianische, das 717tero- mische, und das 4te Jahr der l83ten 01ym- piade war $ unter den Konsuln Men. Agrip- pa und Caninius Gallus, den 4ten des Monates Tamuz, in vvelchem einst vor 21 Jahren auch Pompejus dieselbe Stadt be- sesetzt hatte, e) (sieh §. 141.) 5tens. Das jiidische mittelst M. An- tonius vom romischen Senate und Volke dem Herodes zugetheilte Konigreich war auch nach dem Tode des Antonias von Augustus bestatiget, und dem Herodes be- lassen vvorden. (Siehe Ara 4te des Augu¬ stus,) Im lOten jul. Jahre j im Romsjahre724j im dritten Jahre der I87ten01ympiade. 6tens. Herodes fing Jerusalems Tem- pelbau an, 18 Jahre nachEroberung dieser Stadt $ im 21ten seiner Regierungj im 27ten julianischen Jahre 5 zuEndedes Jahresnach Erbauung Roms 7 34 j und im iten der igoten 01ympiade. Herodes begann diesen Bau, um sich denNahmen des Messias bey den Juden zu ervverben. Er vollbrachte auc peli Ion fuh abe Jah im Eri Oh eh< vol bli ste be re ne d. di S v 1 s e) Jesepli 14.B. Alterth. c, 28. D10 Cass. B. 49* lfuh. thal. * Je- 8 ten im 2 ro- ym- rip- des ' 27 be ■ 4ri‘ Ike var on je- r U . 4; n- er in :h ;r n y e — 300 — auch einen guten Theil des aussern Tem- pelbaues, ja fast so viel als ehemahls Sa- lomon in den ersten 8 Jahren seiner Bau- fuhrung j die innere Fabrik des Heiligthums aber vollendete er in ein und einem halben Jahre. Die Einweihung des Tempels geschah im 30 ten julianischen Jahre 5 nach Roms- Erbauung 743j im 2 ten Jahre der ig 2 ten 01ympiade, am Jahrestage seines konigli- ehen Regierungsantrites. f) Das tfbrigeun- vollendete des obschon gevveihten Tempels blieb unausgebaut bis auf Neros Zeiten stehen. Nach Erzahlung Josephs vvurden bey diesem Baue taglich 18000 Werkfiih- rer, und noch eine grossere Zahl Tagloh- ner vervvendet. — Im I 5 ten Jahre des Kaisers Tiberius, das ist im 7Sten julianischen Jahre, vvaren die 46 Jahre dieses VVerkes schon vergan- gen. Denn so viele Jahre wird man finden von dem 27ten julianischen Jahre, wo der Tempelbau begann, bis zum 72 ten Juliani¬ schen, vvo Christus am Jordan getauft war, und dann zu lehren anfing. g) §. 3- Aber sauer kam dem Herodes die An- massung der Messiasvvtirde zu stehen, Von f) Josepli B. »5 Alterth c. 14 und 20 B. B. c. 8 < Auch Constantin Phrygius ira deutschen Chro- nicon. g) Joan, c. 2, ▼, 2. §151 jenem Tage an, erlebtc er von Innen umi Aussen nichts als Ungliick. Seine ganze Blutsverwandschaft strebte ihm nach dem Leben. Sein Bruder Pherora seine bey- den Gemahlinnen Doride und Mariamne j auch seine drey Sohne Aristobolus, Ale- scander und Antipater, sammt den Vor- nehmsten des jiidischen Adels. Alle diese liess Herodes grausam ermorden, beson- ders seine drey Sohne, nachdem er fiir diese eine besondere Erlaubniss des Kai* sers Aagust vorher eingehohlt hatte. (Im 2 ten Jahre Christi.) Und diess sein Betta- gen entlockte selbst dem Kaiser Augustus die Worte: ,,Ich ivill lieber des Herodes Schivein, als sein Solin sejr n .“ Herodes starb nach seinem zuriickge- legten 37ten Regierungsjahre, (von vvelcher Zeit nahmlich er vora romischen Senate und Volke die jiidische Regierung iiber- kam.) Demnach im 6ten julianischen Jahre. Er starb im 43ten [jul. [Jahre Romsjahre 750 , im lten der I84ten 01ympiade unter den Konsuln Cornelius JLentulus und M. Valer. Messalinus. h) Man findet auch in keinem Geschichtschreiber eine Meldung, dass Herodes iiber das 43te jul. Jahr hin- aus gelebt, oder etwas gethan hatte. — Nach Herodes Tode stritten seine zwey Sohne und Erben, Archelaus und Antipas h) Joseph 14. B. Alterth.c; 26, und 17. B. c. 10, und t B. de bello c. 16 und 21 Josipp. Dio Cass., Euseb. von Cesaraa, Severus Sulpitius. — 302 (die drey andem Sohne, wie gesagt, liess er todten,)um dieNachfolgein derReichs- regierung. Die Sache vvurde vor Rom ge- bracht, und von Augustus durch seinen Enkel Caj. Časar, der in diesem Rechts- handel prasidirte , entschieden. (Caj. Časar begab sich bald darauf nach Vervveisung seiner des Ehebruches beschuldigten Mut- ter Julia , nach Syrien, und in deniibri- gen Orient, in des August 7ter Araj im 44ten jul. Jahre j nach ErbauungRoms 751 , und im 2ten Jahre der iQ4ten OIympiade.) Der Streit aber war so entschieden: Dass Keinem das ganze Reich zufiel, sondern in 4 Tetrarchien getheilt vvurde, wo je¬ der Tetrarchie ein Vierfiirst vorstehen sol- le. Archelaus bekam das eigentliche Ju- dda j Herodes Antipas, Galilda 5 seinBru- der Philipp, Trachonitis und Gaulanitis , Lysanias aber Abilina. i) Archelaus regierte sein Jadaa durch 9 Jahre j im lOten Jahre aber vvurde ervon Kaiser August , zur Zeit der Arnte, ins Elend vervviesen. (Nach der Schlacht bey Actium 37 Jahre, im jul. Jahre 52 , nach Erbauung Roms 759 j im 2ten der ig 6 ten 01 ympiade. k) Joseph sagt: dass sein Ka¬ ter (des Joseph) im 10 ten Regierungs/ah- re des Archelaus geboren war vvelches er aus den offentlichen Registern bevveist, und sich in der Vertheidigung gegen die i) Luc. Cj3, v. 1. k) Joseph 17.B. Alterth, c. i5. — 303 — Verlaumder seiner Geschichtsbiicher au£ diese Register beruft. Eben so viele Jahre geben dem Archelaus auch Eusebius, Pho- tlus , Beda, Albertus Magnus, Salmeron, und viele Andere. Auch hatte es bis jetzt noch Niemand bestritten. §152 §• 4. Nach vervviesenem Archelaus, gab Augustus selbstdem Lande Judaa folgen- de Tetrarchen,die durch 7 Jahre,also bis zum Tode des Augustus, jenem Lande vorstan- den. 1) Der Er sle ist Coponius, welcher sammt dem Quirinus, Prafecten von Sy- rien , das Vermogen des Archelaus kon- fiszirte und verkaufte. Der Zweyte war M. Amhivius. Der Drilte Annius Bufus, un- ter ihm starb Kaiser August j im jul. Jahre 5Qj nach Erbauung Roms 767 , im 2ten Jahre der iQ8ten 01ympiade. §153 §• 5. Nach dem Tode des Augustus gab Tiberius den Juden einen vierten Tetrar¬ chen, den Valerius Grachus , vvelcher durch 11 Jahre der Provinz vorstand, nahmlich bis zu dem 7lten jul. Jahre. Der Fiinfte vvar Pontius Pilatus, den er in seinem i3ten kaiserlichen Regierungsjahre 1) Joseph 18 , B. Alterth c, 1 u. s. w. 304 — einsetzte. Dieser P. Pilatus stanci der jii- dischen Provinz 9 Jahre und einige Mona« te vor^dannjaber wurde er auf Tiierius Befehl verwiesen, vvahrscheinlich nach JVienne in Gallien, zu Ende des 80ten jul. Jahres 5 nach Roms Erbauung 788 5 im 3ten der 203ten 01ympiade. In des Pila - tus 2temRegierungsjahre, ist Christus ge- tauft, und in dessen 5ten Jahre durch Pi- latas Ausspruch selbst, gehreuzigetvvorden. Dem Pilatus folgte Marcellus Cuma- nus, darauf Claudius Felix, m)dannPor- tius Festus, n) hernach Albinus , und end- lich] Florus. In dessen 2tem Regierungsjah- re begann der judische .'Krieg wider die Romer; im isten Jahre des Nero, nach Christi Tode 35 Jahre , im Monate May; also im noten jul. Jahre, im Anfange des Jahres nach Erbauung Roms 8185 zu Ende des 4ten Jahres der 210ten 01ympiade. — Und nach 5 Jahren darauf ist Jerusalem den 8ten September durch den kommandi- renden Sohn und Feldherrn Titus einge- nommen, und zerstoretivvorden. §. 6 . §154 Gleich wie dem galilaischen Herodes Antipas endlich der Nahme und die Insig- nien eines Konigs zugestanden wurden, so erhielt auch vom Kaiser Gaj. Caligula, ' W. , ■ . , — ■ m) Apostelgesch. C. q 3 , v. a/j, und c. a4 ganz. n} Apostelg. o. a4 'v. letzt. und c, 25 ganz. — 305 — der altere Herodes Agrippa (ein Enkel des Herodes Antipas , welcher Letztere ein Bruder des von Herodes Ascalonita getod- teten Aristobulus war,) die Bevvilligung den Konigstitel zu fuhren. Auf die nahm- liche Art wurde spater der Titel eines Konigs, aber nur iiber Trachonitis und Chalcis, seinem Sohne dem jungen He¬ rodes Agrippa , von Claudius zugestanden. Diess geschah im 8ten Regierungsjahre dieses Kaisers, unter den Konsuln Aulus Viiellius , und L. Vespasian Publicola $ o) im jul. Jahregg ; Romsjahre 80J j im 4ten der 20(jten Olympiade. Dieser junge Hero¬ des Agrippa regierte bis zur Eroberung der Stadt Jerusalem durch Titus, zu vvel- cher Eroberung er auch als Freund und Client der Romer mit seinen Truppennicht vvenig geholfen hatte. — Allein von die- sen 2 Agrippen , vveildie Sache etwas dun- kel zu seya scheint, will ieh, des geehr- ten Lesers vvillen , mich etwas umstandli- cher erklaren, und diese Thatsaehen aus dem Geschichtreichen Josephs lgten Buche von Alterth. c. 5 hervorbohlen. §154 7 . Der altere Herodes Agrippa vvar ein Sohn des — von Herodes von Ascalon getodteten — Aristobolus , und ein Bruder dei Ma vei pa. iibi sei als ihi sei Re Mi g e de le mi w h g' k < Ul g' E E r s 1 o) Apostelg. c, 25 u. s. vr, les nn id- n g m- les nd te- ;n. re us °) 2n o- 'g >d bt s e i i : der Herodias, welche das Ehebett ihres Mannes — er war ihres Vaters Bruder — verliess , und in jenes des Herodes Anti- pas — der andere Bruder ihres Vaters — iiberging. p) Dieser Agrippa vvar von Kai¬ ser Caligula ausserst gut gelitten, so dass, als er zu Rom eine Zeit anvvesend war, ihm Caligula als einem damahls noch blo- sen Privatmanne, schon zum voraus die Regierung versprach. Auch waren die zwey Manner sich sonst einander ungemein zu- gethan, ja bis zum Neid und Eifersucht des Kaisers Tiberius. Als einstens Agrippa dem Kaiser Ti¬ berius einen gahen Tod anvviinschte, da- mit sein Enkel (sein zweyter Pilades ) Ca - ligula desto friiher zur Regierung kame, warf ihn Tiberius ins Gefangniss. Allein bald darauf stirbt Tiberius ! — und Cali¬ gula folgfc ihm in der Regierung. Gleich kommt Agrippa aus seinem Gefangnisse, und wird — vom Kaiser mit einer eben so gevvichtigen Goldkette beschenkt, als die Eisernevvar, in dieihn TiAej^ujschmiedete! Agrippa vvar ein fiir seine jiidische Religion feurig eingenommener Mann. q) Daher, so bald er Jerusalem betritt, lasst er . eifernd fiir die Juden Gunst, die er- sten Saulen der christlichen Kirche, den heiligen Jakobus und den heiligen Petrus zum Tode verurtheilen. r) — Allein bald p) Marc. c. 6 , v. 17. q) So Joseph, r) Apostelg. c. iz, v. i. 307 vvird auch er durch einen Engel mit einer todtlichen Krankheit gestraft, und stirbt. s) Er liatte zwey Sohne, Drusus und den jiingern Herodes Agrippa , und drey Tochter: Drusila, Berenice und Mari- amne. t) Der Nahme Agrippa kommtnicht vom hebraischen, sondern vom romischen Idiome her, und bedeutet so viel, als: schuoere Geburt, (aeger partus.) Dieser Nahme aber vvurde dem Nachkommlinge des Herodes von Ascalon , nur vvegen des Tochterman- nes desKaisers Augustus, vvelcher Marcus Agrippa hiess, gegeben, von vvelchem die Familie des Herodes das jiidiscbe Reich _ iiberkommen hatte. Eben so war dem Dra« sus diese Benennung nur vvegen Anden- hens des Drusus , des Sohnes der Livia, der des Kaisers Tiberius Bpuder vvar, ge- vvorden. Gleichermassen Drusila, zum Ge- dachtnisse der Livia, Gemahlinn des Au- gustus, die sonst auch Drusila biess. Aus gleich hoflicher Convenienz vvurde auch der ganzen Familie der Claudier, zu Eh- ren des Vaters Drusus, (dessen Sohn Ca- ligula vvar,) der Nahme Drusus gegebeD. §156 §• 8 . Drusus, der altere Sohn des Agrip¬ pa , hatte sieh in Nichts beriiKmt gemacht. s) Apostelg. c. 12, v. 23. t) Joseph 1 8 . B. C. 7, und Gellius 6 . B. c, 16 , — 308 Sein Bruder Herodes, Sohn des Jungen Agrippa , vvohnte, als seinVater Agrippa der altere starb, zu Rom als Knabej und als er aufgewachsen war, machte ihn der Kaiser Claudius zum Konig vor Chalcis, (eine Insel der Cjrcladen ,) und Tracho- niiis, (also die Tetrarchie des Philipp) u) Judda aberblieb unterden rbmischen Vor- gesetzten, Das Recht in die heiligen Sa- chen derJuden, nahmlich riicksiehtlich des Tempels und des Priesterthums, scheint ihm der Kaiser, so wie seinem Vater, v) nur aus besonderer Gnade gegeben zu haben. Daher er auch den Hohenpriester Ananus seiner Stelle entsetzte. Joseph dedizirte auch seine Geschichte diesem nahmlichen Agrippa . Dieser Agrippa hatte gute Ei- genschaften, war von gesetztem Betragen, undklug, und obvvohlnoch Jiingling, docb sehr verstandig. Er hatte sich unsaglichbe- miiht, den Juden einen Krieg wider die Romer abzurathen, w) und da sie ihn nicht folgten, verltiindigte er ihnen ihren gewis- sen Untergang, der auch ,\virklich nicht ausblieb. §• 9 - Seme drey Schicestern erlebten fol- gende Schicksale: U) Luc. c 3 , v. i. v) Joseph B, 19,'c. 1, w) Joseph 2, B. debello c. 16, Drusila war zuerst verehelicht mit Epiphanes, dem Sohne des syrischen Ko- nigs Antiochus j allein da er slch nichtbe- schneiden lassen vvollte, (welches bey dem Ehecontract ausbedungen war,) so wurde sie ihm entzogen, und dem Azizo, Konig von Emez gegeben, vvelcher, um eineso reiche und wohIgebildete Eheparthie nicht zu verlieren, sicb ohne Bedenken beschnei- den Hess. Doch dieses untreue und scham- lose Weib, gelockt von dem Prafeeten der Juden Claudius Felix mit Liebhosun* gen , verlasst auch dlesen ihren koniglichen GemahI, und flieht zu dem ehebrecherischen Felix, wo sie endlich noch ihre vaterli- che Religion abschvvort! Daher das Sprich- wort: Drusila zvare die Gemahlinn dres¬ er Konige , und Felix d er GemahI drey- er Koniginnen. x) Berenice , von gleichen Eigenschaften wie ihre Schvvester, vvurdebeschuldigetder Blutschande mit ihrem Bruder und Konig Agrippa. Sie hatten sich auch einander so ergeben, dass sie auf keine Art ge- trennt vverden konnten. y) Darum nennet sie selbst Juvenal, z) die blutschanderische Schwester j und der heilige Chrysostomus nennt sie: die Gemahlinn Agrippas. Doch um diesen Verdacht etvvas von sich abzu- schiitteln, verheirathet sie sich mit Pole¬ ži) So Suetonius iu Claudius c. 8. y) Apostelg- c. 25, v. i3. z) Juvenal Satyr, 6. 310 — men von Cilicien, oder wie Andere glau- ben, mit demKonig vonZ,j"czen,|dersichvor- her beschneiden liess. Aber dieseEhe war vvieder nicht von langer Dauer. Berenice verlasst ihrenGemahl ob ihrer Unenthaltsam« keit. Dieser von seiner Gemahlinn verlas- sen, gibt mit ihr aucb seine jiidische Re- ligion auf. — Die nahmliche Berenice ge- fiel nachgehends sogar dem Vespasian,si) und es vvar nichts vvahrscheinlicher, als dass sie Titus ebelichen vverde. Von der dr it ten Schivester sagt Jo¬ seph: Zu eben der Zeit batte sich auch Mariamne ihres Archelaus unvviirdig ge- zeigt, indem sie zum Demetrius floh, der einer der ersten alexandrinischen Juden, und Alabarch (Salinen - Vorsteher) vvar, von dem sie den Sohn Agrippa gebahr.— Wenn sich die konigliche Familie der Juden offentlich mit solchen Makeln selbst brandmarkte, was Schones konnen vvir uns von dem jiidischen Pobel denken! ? — a ) Tacit. i. B, und 2te$. 21 Siebentes Hauptsttick Sechtes W e 11 a 11 e r, V on der Ankzinft des Mensch . geyoo rdenen Sohnes Gottes des Vat er s , bi s zum T o de s e i ne s dl. testen Ap o s tels and Evangeli. sten des heiligen Joannes. Ein Zeitraum v on 08 Jahren , nach Chri. sti- Tode. Erster Abschnitt. V on dem Jahre, in zv el kem M e s- sias {Chri stn s) e m pfan g e n , ge bo. r en, geta uf t n n d g e kr euzi g et w o r d e n. §158 §' *' Bey langerem Nachsinnen diirfte es Nie- manden Wunder nehmen, wenn ich den Anfang des siebenten Hauptstuckes nicht STA M M- REGISTER J E S U CHRISTI. Nach dem Fingerzeig der heiligea Schrift. gsi ms Familien - Haupter. § . . Jf^ Familien-Haupter Adam. Seth. Enos. Cainan. Malaleel. Jared. Henoch . Mathnsula. Lamech. Noe. Sem. Arphaxad. Cainan. (Luc. c. 5 , v. 3 G) Šale. Heber. Phaleg. Ren. (Gcnes. c. II, v. 18.) Ragau . (l. Paralip. c. 1, v. 25.) Sarug. Nachor. Phare. Abraham. Isaac. Jacob. Judas. Phares. Esron. Aram oder Ram. Aminadab. Nahasson. Salmon. Bo oz ite. Booz 2te. Booz 3te. Obed. Isai oder Jesse. 65 Mathan. . . dessen Gemahlinn Maria aus der Zunft Juda j und deren Kinder. Sobe. Ihre Tochter Elisabeth. Ih r S oh n Joannes Baptista. Salome . Jacob. Von ihm kamen Cleophas und Joseph oder Alphaus. Von Ilira die Kinder Anna \velcher vrelche Joseph. Janne. Melchi. Levi. Mathath. Heli oder Joachim ehelichte. Sie zeugten Maria zur Ehe nahm, und von M ihr Salome die Gemahlinn des Zebedaus, und von ihm Jacobus mit dem Beynahmen Joannes der der altere, Evangelist, Marc. |c. 15 , r. 40 . Matth. C. 27 , v. 56. Maria. Mptth. c. 28 , v. 1. Jacobus der jungereBru- der des Herrn. Galat. c. l, v. 19 . ErsterBischof in Jerusalem. Joses oder Joseph. Matth. c. 27 , v. 56. Marc. C. 15, v. 40. Judas Bruder des Jacob. Apostelg. c. 1, v. 13 , und Luc. c. 6, v. 16, mit Nalimen Thaddaus. Matth. c. 10, v. 3., sonst auch genannt Lebbeus. V- Sime on Bruder des Jacob. Marc. c. 6, v. 3 . War Nachfolger des Jacob , Bischof von Jerusalem war von Nazareth geboren, Aber Simon Apostel war von Canna. JESUS CHR1STBS. M 'i 2{ n Ul t r f tt n g, 3>iefe3 Stammregiflec fomtnt 5>en aifen »ogen awif#en Pagm* 3u unt> 3is gen des Geburtsjahres, so auch wegen des Taufjahres Christi unter einander streiten, Die Beweggriinde dieser Hypothesen will ich, obwohl sie bey Handen sind, gar nicht anfuhrenj denn diese vvohlgemeinten Zeilen sollen ja keine Rennbahne seyn, um in so gelehrte und ehrvviirdige Kampfer dcn discus zu \verfen , sondern ich will nuc meinen alten Satz vviederhohlenj dass ich nahmlich die heiligen Blatter, und die be- vvahrtesten Autoren auf keine Weise ver- lasse. Beliebe der geneigte Leser dieses, durch 18 Jahrhunderte noch immer dunl<- le Gevvolbe in etwas mit mir zu betreten! Erslen s. Unterliegt es heinem Zvveifelj C/irisius ist geboren ucorden in den Ta- gen des Konigs Herodes. cc) Wir haben cc) Mattb. c 3 , v, 1 . — 316 — ihr ar lie >li- iet ur¬ en. ■el- ;h- vc- les en, sen »ar ten r n, fer lur ich 3C- cr- es, lit¬ in ! el j "a- en aber im g. 151 gesehen, dass Herodes vor Ostem im 43ten jul. Jahre, und im 3Tten seiner Regierung, gestorben war. Auch Niemand von den Alten (sagt Sigonius)hat jemahls dem Herodes ein langeres Leben zugesclirieben. Wie lionnten denn doch die 4te, Ste, 6te und 7te Meinung ent- stehen, vvelche das Geburtsjahr Christiins 43te, 44te, 45te, oder 46te jul. Jahr setzen, da doch Herodes schon todt war ! ? — Skali* ger sagt zwar: Herodes konnte ja leicht 39 Jalire regiertbaben, Buting — 40 Jahre ; und Baronius—noch mehr Jahre! Antivort. So vvollte ich doch, dass sie diese Jahranhangsel miteben sovielBevvei- sen und Zeugen belegen mdchten , oder konnten, als wie v, ir die schlechterdings gerade Zahl der 37 Jahre des Herodes be- wiesen haben ! — und, dass sieuns zu dem Begriffe verhelfen mdchten, den sie ha¬ ben , dass nahmlich in eben dem Zeitpunk- te, als Herodes starb, in eben jenem Au- genblicke er noch langer lebte. Einmahl sagen sie: Herodes habe noch nach dem 37ten Regierungsjahre regiert; und das anderemahl bekennen sie: dass Cajn$ Ca . sar Augusius, der Enkel der Julia , im 44ten jul. Jahre mit einera Kriegsheere von Rom geschickt war, (siehe §. 151) nach dem Orient5 dass; bevor er Rom verliess, da den Stieit der Soline des Herodes ent* schieden hatte, weil diese Sobne, Arche- lans und Anlipas ihren Streit, nach dem 317 — Tode des Vaters , nach Rom gezogen hat- ten. Wie konnten denn doch die Sohne der Regierung wegen noch streiten, wenn ihr Vater im 44ten jul. Jahre noch gelebt und regiert hatte? Er musste demnach im 43 ten Jahre gestorben seyn, vvelches sein 37tes Regierungjahr war. — §l6l §• 4. Zivejrtens. Ist es eben so gewiss, dass Christus vvahrend der iten Volksbeschrei- bung unter Cyrinus oder Quirinus , dem Vorsteher Syriens, geboren war. d) Nun aber hatte Cyrinus seine erste Beschrei- bung im 38ten jul. Jahre angefangen (sieh §. i4-7,) und selbe durch seinen Stellver- treter Seoctius Saturninus dureh 5 Jahre fortgesetzt. Nach Beendigung dieser Be- schreibung hatte er den Quintilius Varro zu seinem Nachfolger erhalten, im Anfan- ge des 43 ten jul. Jahres. Es konnte sonach Christus nicht zu Ende jenes 43ten Jahres geboren worden seyn. So wie aber dieses den vier letzten Meinungen ganz entgegen ist 3 so streitet auch gegen sie, dass Christus nach ihrem Dafurhalten im I5ten Jahre des Kaisers Tiberius, (nicht wie Lucas e) sagt: ,.Dcr Heiland zvare bey 30 Jahren alt g e me¬ sen , alsihn Joannes im Jordan taufte '“) d) Luc c 2 , v. a. e) Luc. c. 3 5 v. 33 . — 313 — at- ne nn ibt ira :in iss ei- :m ua ei- eh sr- re e- ro n- ;h es sondern dass er nur 26 , oder 27 , 28 oder aufs hochste 29 Jahre hiitte haben miissen. Denn so viele und nicht mehr Jahre wiir- den wir finden, wenn wir zu den noch nach Christi - Gebart ubriggebliebenen Regierungsjahren des Augustus, die 15 Tiberischen hinzuzahlen. Der Heiland hat- te sonach den Kreuzestod zu Anfang ent- vveder seines 30ten oder 3iten oder 32ten Jahres gelitten, und daher kaurn 2 oder 1, oder nur 1 Jahr offentlich geprediget. Heisst aber diess nicht der Kirche, den Evangelisten, und der ganzen Tradition die VVahrheit benehmen, welche lehren: Chri- stus habe liber 3 Jahre offentlich geleh- ret? Aueh die erste Meinung hat Vieles ge- gen sich. Denn nach ihr vvare der Heiland im I5ten Jahre des Tiberius 32 Jahre alt gewesen , und er miisste bey dem Tode so¬ nach 36 Jahre gehabt haben, welches der heiligen Schrift nicht minder, wie denvo- rigen Meinungen vviderspricht. :n et m rs r s- 0 §• 5 . § 1(3 Der zweyten Meinung scheint vorziig- lich das zu schaden , dass nach ihr der Hei¬ land im I 5 ten Teberischen Jahre, komple¬ te 3 1 Jahre hatte, dalier bey seinem Tode das 35te Jahr angetreten haben musste. Ausserdem stimmt diese Meinung mit allen Angaben der heiligen und profancn Ge- 319 — schichte iiberein , so, dass ihr hierin keine andere Meinung gleich liommt. Es ist ihr giinstig: l tens. Dass in dem 4itcn jul. Jahre, als Christi Geburtsjahre, der allgemeine Frie- de auf der Erde herrschte, und dass der Kaiser August damahls den Januš Tem- pel schioss. 2 tens. Dass jenes Jahr eben das Nahm- liche vvar, in welchem sich die durch den Druck und Tyranney des Herodes schon ermiideten Juden endlich gegen ihn auf- lehnten, und sich mit einem Eide vvech- selseitig verspracben, sichihm nicht mehr untervverfen zu tvollen. Auf diese Art kam ■vvirklich der Scepter von Juda in fremde Hande. Diess entspricht ganz jenen von den Fropheten verkiindeten Zeichen, wel- che die Ankunft des Messias andeuten sollten. Endlich 5tens. Wird diese Meinung begiinstiget dadurch, dass Lucas f) ausdriicklich sagt: f ,Zii der Zeil Herodis des Konigs von Ju- dda voar ein Priesler von der (achten) Ordnung ^.bia mit Nahmen Z.acharias und v. q: ,,Das Loos traf ihn, dass er rduchern solite, und erging in den Tem - pel des Herrn.“ — Wir v/issen aber so wohl aus der zu- vcrlasslichsten Tradition, als auch aus dem Dafiirhalten der angesehendsten Kirchcn- f) Luc. e. I, v. 5 und v g. — 320 — vater, dass Joannes um die Herbstnacht- gleiche empfangen, und in dem darauffol- gcnden Sommersolstitio geboren vvurdej so wie Christus im Marž empfangen, und in dem folgenden Wintersolstitio geboren vvar, ja da noch sehr Viele der Meinung sind: Joannes ware selbst am JLauberhut- tenfeste (also den lSten Tisri (2Qten Sep¬ tember) empfangen vvorden , und zwar am Sabbath 5 — so konnte die achte Klasse Abia in keinem andern Jahre in den September fallen, als nur (und eben recht zumBcvvei- se) in das 40te jul. Jahr. Weil nun Chri¬ stus (nach Lucas g) ein halb Jahr jiinger war, als Joannes, so ist es vvahrhaft sicbt- bar, dass Joannes im Herbste des 40ten, Christus aber im darauffolgenden Friihlin- ge des 4iten jul. Jahres empfangen, am Ende desselben aber geboren vvrnrde. Wollte Jemand sich die Miihe neh- men, und die 24 nach Vorschrift Davic/s zum Tempeldienste aufgestellten Klassen der Priester (welche ununterbrochen bis zur Klasse (ersten) Jojarib, welche im Au- genblicke der Eroberung Jerusalems durch Tifus den Dienst in dem Tempe! versah) von Jojarib riickvvarts durch ali e Jahrhun- derte zahlen — so vviirde er linden, dass in allen Jahrhunderten die Klasse Abia nie- mahls in den Herbst fiel, als blos in dem 4oten jul. Jahre. Um diese Musterung aq- g) Luc. c. 1 , v., S6. 321 fangen zu konnen, miissen vvir wissen, dass sich Titus ara gten des fiinften Mo- nates (Ab ,) das ist, am 4ten August des listen jul. Jahres, des Tempels bemach- tigte. h) Diese zweyte Meinung, sage ich, •mirden alle \villig unterschreiben, -vvenn man sich iiberzeugen liesse, oder konnte, dass das i5te Jahr des Kaisers' Tiberius nicht das 36te, sondern das angefangene 32te Jahr Christi war! — §163 §• Die dritte Meinung leidetan sehr gros- sen Unbequemlichkeiten, Sie macht zvvi- schen dem bethlehemitischen Kindermor- de, und dem Tode des Herodes , bis zur Christi Geburt zurlick, nur einen Unter- schied von 3 Monaten. Und doch befahl Herodes i) ,,alle Kinder, von 2 Jahr en und darunter, zu todten, nach der Zeit, die er genau erforscht hat von den JVei- Je«,“ Eusebius aber, Epiphanius, Augu- stinus, Nicephorus, Beda, Cardinal Hu¬ go , heiliger Thomas, und viele andere ansehnliehe und versuchte Manner in der heiligen Schrift und Geschichte behaupten: Der Kindermord zu Bethlehern geschah im 2ten Jahre nach Christi Geburt. Eben da- mahls befahl Herodes auch seinen Sohn li) So Seder-Olam , die Rabbiner , Joseph 7. B. de bello 0,9. i) Matth. c. 2, v. 16. 322 Antipas zu todten, und zwar 5 Tage vor seinem Tode, welcher im 43ten jul. Jahre, kurz vor Ostem geschah. k) Dieser dritten Meinung scheint sogar die Schrift zu widerfprechen , da 1) es heisst: „Das Kind ivurde am koten Tage dem Hermin dem Tempelgeopfert dann ivare es nach Galilda, hditein Nazareth geivohnt, und endlich mit seinen A It er n nach Agypten gejlohen, da es ruchhar ivurde, Herodes suche das Kind zu tod- ten. i( 11) Denkt man sieh noch dazu den Fali mit der Priester-Klasse Abia, so hat die- se Meinung noch vveit grossere Anstande. §• 7 . Wir haben nun gesehen, dass keine von dlesen sieben Meinungen ohne Anstan¬ de ware. Dass man sieh des gewohnlichen romischen Kirchenkalkuls (welchen wir den Dionysischen nennen, und den die Kirche tis auf den heutigen Tag gebraucht, mit- telst vvelchem wir heuer 1827 zahlen,) blos dessvvegen bedienen miisste, weil es nicht erlaubt vvare, davon abzuvreichen, glaube ich nicht. Denn es ist diess nicht der Sinn der Kirche. Sie bedienet sieh jetzt des Di- onjrsischen Kalkuls hinsichtlich der Zeit §164 k) Joseph j Hegesipp , Sosipp, Macrobius. 1) Lu«. c. 2 ; v. 22 und5ij 11) Matth, c. 2, v. i3. — 325 nach Christus eben so, wie sie sich des Eusebianischen vor Christus bedienet hat- te j obvvohl es sebr bekannt ist, dass die gelehrtesten Chronologen mit Eusebius, um ganze 1000 Jahre in die Quere gekom- men waren, aber die Ivirche batte ihn an- genommen, weil eben kein Besserer vor- handen war. Die Kirche selbst missbilligt ja alles Fehlerhafte , und verbessert solches wenn es thunlich ist. Ich sage , ivenn es ihunlich ist. — Aliein der Dionysis eh e Kalkul ist langst schon das allgemeine Da- tums■ Normatif der vcrschiedendsten biir- gerlichen und liirchlieben Welturkunden geworden , und eine Verbesserung hierin wiirde das ganze menschliche Tbatigkeits- wesen in ein Labyrinth fiihren, Avoraus wir den VVegnicht fanden. Daher und dess- wegen sah sich schon der beruhmte Ba- ronius in seinen Annalen, (nachdem er 2 ganze Jahre den Dionysischen Kalkul riicksichtlich d. Geburtsjahres Christi durch- blatterte,) um nicht ewig mit Dionys zu divergiren, gezvvungen den freylich nicht verniinfdgen Entschluss zu fasseh, zwey Paar Konsuln aus den romischen Fasten wegzustreichen j nahmlich den Fulvius Amilius und Pomponius Bassus den 2 ten, im Jahre Christi 259 j und den Cornel.Se- cularis, und Junius Donatus, im Christi Jahre 260. Also um 2 Jahre zu erhalten, und sich mit Dionys auszugleichen, hatte Baronius 4 Mannern, die nach allen Schrift- , — 324 — stellern ihre konsulischen Rechte Arirklich ausiibten, mit Gevralt das Nichtseyn ihrer Amter bevveisen wollen! — Ebenso mach- ten es Onuphrius und Mercator. AusVer- zweiflung hatten sie im Jahre Christi 277, ebenfalls zwey andern Konsuln ihre Ron- sulate mit der Feder genommen! — Ichhingcgen gestehe offenherzig, dass ich eher so viele Jahre, als Einer will, hinzuthun, oder vvegnehmen mirde, als dass ich Avegen des fehlerhaften Dionysi- schen Kalkuls , 2 wirklichen Konsuln (eine Thatsache ,) mir vvegdenken wollte. Es ist natiirlich, dass, da einmahl der Dionysi- sche Kalkul in die Weltgescbafte aufge- nommen ist, auch Avir, um verstandlich zu seyn, uns desselben bedienen Averden, und miissen. Und noch diese Bemerkung. Nach un- serer schwachen Einsicht konnten vvir vvohl jene Meinung fiir vvahrhalten , Avelche gan- ze fiinf Jahre mehr zahlt, als der gegen- Avartige Dionysianische nach einstimmi- gen Schriftbevveisen fehlerhafte Kalkul. Dieser stimmt mit dem 40ten jul. Jahre vol- lends iiberein. Zahlten wir hingegen nach den Zeugnissen der beiligen Schrift, so miissten wir das 4lte jul. Jahrfur das Ge- burtsjahr Christi halten, und unser gegen- Avartiges Jahr, statt i827, vielmehr 1832 notiren. § 165 — 325 — §• 8 . Mehr Ubereinstimmung herrscht unter den Autbren, vvenn die Rede vom Tauf- jahre Christi vorkommt. Denn der heilige Lucas legt ihnen das Stillschvveigen auf, da er m) sagt: „Christus sey~ vom Joannes im 1 5 ten Jahre des Kaisers Tiberius ge - tauft worden.“ Also im 73 ten jul. Jahre, unter den Konsuln Julius Sj^/vamis und Silius Nerva, im 3ten Jahre der 20 tten 01ympiade$ nachRoms Erbauung 780. Dar- iiber karm auch um so vveniger sich ein Streit ergeben, als die Meinungen der be- riihmtesten Autoren sich fiir besagtes Jahr ausgesprochen haben. Aber dieses Jahr ist auch schon darum das bestimmteste, weil es das von Daniel geweissagte 484te Jahr ist ; nahmlich das Erste der 70ten da- nielischen Jahrwoche (angefangen bey wirk“ licher Vollendung des Tempels durch Ne- hemias, und der im Tisri (October) ge- schehenen Eimveihung desselben, Denn zahlet man die Jahre von da an bis auf das ganz zuriickgelegte 72te jul. Jahr, oder das vollendete i4te Regierungsjahr des Kai¬ sers Tiberius j so findct man komplete 6Q Jahrvvochen, oder 483 Jahre, — 3 Monate darauf, (sonach im Anfange der 70 ten Jahr- vvoche) von den Kalenden des Januars fortgerechnet, ist Chrisius am Jordan vom m) Luc. c. S, v. i und 21 . Jo, dai es nei voi re 13i we W(l kat die we lei ( Ge 73t stu ist des sch Ta, De, Jat gel alt W i dns sel n ) — 320 — er f- S e f, tes *e- e, nd en ar« :in >e- ihr ist eil ihr la* •k* fe- ;e- nn las Ser ai* 09 ite u- rs >m Joannes getauft vvorden, und begann bald darauf zu predigen. Ferner , blos dieses 73te jul. Jahr ist es nur, vvelches die Juden das 4 Ote n) nen- nen konnten, binnen weichem die Juden von Herodes an, (oder seit dem 27ten jul. Jah¬ re ,) den Tempel gebaut hatten, (sieh §. 130 .)Hierin liegtsonach kein Zvveifel mehr. Aber aucb die Frage, die man aufzu- vverfen pflegt, nahmlich. Wit viel Jahre \sar Chrislus alt, als er getauft icurde ? kat nicht viel Schvvirigkeiten in sieh. Denn diese Frage vvird durch die gethane Be- vveisfiihrung fiir das Geburtsjalir Christi leicht beantvvortet. Wie man nahmlich das Geburtsjahr Christi naher oder vveiter vom 7 3ten jul. Jahre setzt, so War auch Chri- stus bey der Taufe jiinger oder alter. Nur ist zu bemerken, dass diese Uberriickung des Geburtsjahr es Christi nur so viel ge- schehen darf, dass man den Heiland bey der Taufe, ungefahr 30 Jahre alt ncnnen liann. Denn der heilige Lucas o) sagt: Im i riten Jahre des Tiberius ivar Chrislus, als er getauft war, ungefahr (quasi) 30 Jahr all.“ Wir brauchen auch das lateinische Wort incipiens gar nicht als: anfangend dns 30 te Jahr zu verstehen, sondern vvie selbes Justin p) Tertulian, Augustin neh- n) Joan. c 2 ,v. 9 o o) Luc c. 3, v. 9,3. p) Justin im Gesprach mit Tryphon. Tertul B. widerdie Juden c, 8 Aug. a. B. christi. Lehre o. 28 . 00 327 men , nahmlich; Christus, als er termog Daniels Weissngung als Lehrer auftreten , und sich der Welt offenbaren wird, wird ungefahr 30 Jahre haben. Auch der grie- chische Text begiinstigetdiese Auslegungs- artj denn buchstablich heisst es in dem- selben : Er selbst war ungePahr bey 30 Jah- ren anfangend, oo) das ist, als er anfing (— zu lehren.) Freylieh beschrankt uns das Wort < 7 uasi so, dass ich nicht vvagen mochte ein Jahr unter oder liber 30 Jahre festzusetzen 3 das Letzte doch noch viel leichter. Denn wir konnten Jemanden ei- ner Unrichtigkeit nicht bescbuldigen, wenn er unter der Redensart: ungefahr 30 Jahr alt šej^n, verstehen mochte: 31 volle Jah¬ re alt seyn. An Beyspie!en fehlt es nicht, wo das Wort c/uasi, diess erlaubt. So liest man in den Sltesten Breviarien vom heili- gen Augustin, dass er ungefahr, quasi, im 30 ten Jahre getauft wurde, und es erhel- let doch selbst aus seinem Buche , von dem Bekennlnisse , q) dass diess in seinem 33 Jahre geschehen sey, und so ist es auch in dem neuen Breviar abgedrucht. tOO §• 9' Vom Christi Sterbjahre gibt es aber- mahl verschiedene Meinungen. Allein ich 00) Avtos en oseie ton triakonta Arch6menes on. Beda und Andere. Jahr dem bem mit Tau Auf En den mei ivii che sag fan das bei gu: re zu he vo de m R ai ar 7 K V — 336 — vel- vi c h Op. ba t- um iter vvic en, nes eu- icn len rul me ei- de r- n- Is t- i- e f' Jahrbestimmungszeicben stimmen blos mit dem 73 ten jul. Jahre iiberein, wie wir oben bemerkten. Es scheint , dass Joannes der Taufer mit dem Beginn des 73 ten jul. Jahres sein Tauf- und Predigtamt angefangen habe. Auf solche Art vvare Christus einer der Ersten gewesen, die von ihm getauftvvur- den, weil es y) heisst: „Sieh, ich sende meinen Engel u. s. vv. Und: „ Undgleich loird er kommen, der Herrtcher, ivel- chen ihr suchet— Da es aus dem Ge- sagten erhellet: der Heiland ware zu An- fang des 73 ten jul. Jahres getauft vvordenj das I5te Regierungsjahr des Kaisers 77- berius aber z) nicht vor dem lgten Au- gust begannj so sind die Tiberischen Jah¬ re gleich von dem Tode des jfugastus an zu zahlen. Es ist auch gevviss, dass der heilige Lucas nach der Romer Art, (das ist von den Kalenden des Januars,) die Jahre der Kaiser zahltej obschon die Kaiser manchmahl in der Mitte des Jahres ihre Regierung antraten , so wie sie Tiberius angetreten hatte, und Andere. Dieses ist auch von dem I8ten Regierungsjahre des Tiberius zu merken } wo \vir nach gleicben KalUuln, Chrisii Kreuzigung setzten. y) Mulach. c. 3,». i. z) Luc. c 3. *— 337 — §170 §. 4. | liter Schlnss.Christus ist gestorben den 23ten Marž, die Ote Ferie, (Freytag) nacli hebraischer Rechnung um 9 , nach unseret um 3 Uhr nach dem Mittage. a) Nicht al- lein aus den Autoren, sondcm auch — > t ' aus dem Monden/.eiger 13 , der Sonne 12 , der Epacten 19 , aus dem Martyrologial-Buch* štaben V, Sonntagsbuchstaben G — ist es erweislich, dass der 23te Marž des 70ten jul. Jahres an einen Freytag gefallen vrar. Konnten oder vvellten wir sagen, dass es ein Tag im April, oder im Marž der 7 te oder 17 te Tag gevvesen vvare, wie Einige vvahnten, so vviirden vvir vveder in dem fraglichen Jahro, noch in irgend einem andern nahen Jahre den Vorbereitungsta" m der 6ten Ferie finden, als in eben die- sem Jahre. Nach dieser Bestimmung schen wir nun, dass Christus an eben jenem Wo- chentage , in derselben Stunde, und auch ara nahmlichen Monatstage gestorben sey, als die Israeliten aus Agyptcn zogen (§. 39 .) §171 §• 5. 5/er Schluss. Christus stand von den Todten auf, den 25ten Marž, rte Ferie, a) So Synod Casarean* Paul von Middelburg ater Theil, Paulin 5 B. c. 1 —a. Hippolvt. Laotnn- tius 4 B von der vvahren Weisheit c. 10 , Beda, Aiiasta« von Antiochia. u. s. vr. (vol Her licb phi von re. Ta nei ist Ju er Al ust 2E er w is te a: ai S£ d 1 ir B I z c 8 ■— 358 r d en a eh :rer al- 12 , ch. es ten 'ar, es 7 te 'ge e m em a S ie- en o- ch y< »•) :n ! ’ (von daher nennt man sie den Tag des Herrn ,) da es zu tagen anfing. b) Ausdriick- lich bezeugen diessj Anastasius, Fice- phorus, Cedrenus, Chrysostomus Rede von Joannis Geburt 22 , Beda und Ande- re. Alle setzen Linzu; „An eben jene/n Ta ge , in eben jener Woche, in eben je¬ ne m Monate , als Christus auferstanden ist von den Todten, ist er auch von der Jungfrau empfangen icorden, nur dass er in der Friihe erstand , den Jolgenden Abend vor 9 Monaten aber , empjangtn icorden ist.“ Das einmiithige Dafiirbalten aller hei- ligen Vater, dass nahmlich Christus am 25ten Marž seine gottlich glanzende Auf- erstehung hielt, erltennt Scažige r sehr wohl, folgt aber diesem doch nicht. Es ist indessen bcstimmt vvahr, dass der ural- te Gebrauch der ersten Christen, Ostem am 25 ten Marž zu feyern, es mochte auch auf vvelcheFerie der Woehe im mer fallen, seinen Ursprung dahergenommen hatte, dass Christus am selben Tage von den Todten auferstanden. Beda bezeuget diess in der Rechnung der Zeit, und von den Rirehen in Gallien, Martin D umi en s , Buch von Ostern handelndj Epiphaniusbe- zeuget diess von den Kirchen in Capado- cien. Paul von Middelbnrg bezeuget von ellen griechischen und asiatischen Kir- b b) Synod, von Cnsarea chen* A — Und dieser Gebrauch dauerte so lang, bis die Kirche befahl: Ostern alle- zeit den lten Sonntag nach dem i 4 Tage alten Monde, (nach dem Neuschein) wel- cher auf das Friihlingsaquinoctium folgt, zu halten. Dritter Abschnitt. Die Ordnung der Jahre Christi und seiner Thaten, vom Tage da er empfang en vourde, bis zu seiner A uffah rt in den Hi mm el. §• 1 . Im ersten Jahre der Ara Christi, im Mo- nate Marž, ist der Heiland am 25ten em- pfangen, und am 25ten December gebo- ren vvorden. In Mitte des Sommersolstitiums des nahmlichen Jahres, ist Joannes der Tau¬ fer gcboren worden. Aeht Tage nach der Geburt, 4 te Fe- rie, den itenJanner, wurde Christus v on Joseph beschnitten in Stalle 3 e) von Sen - ti us Saturninus (delegirt vom Quirinus, e) H. Eplirem hom. von der Verjdarung Christi; undEpiphan. 1. B. de heres e. vorletzte. — 340 Prafecten von Sj^rien) aber beschriebcn worden £) Den i3ten Tag nach Christi Geburt, das ist den 6ten Janner, ist er im Stalle von den Weisen angebethet vvorden. So ist die ailgemeine Meinung, obschonHein- rich Buting, (der estravagante Chronolog) will, dass diess zu Anfang des 2 ten Jahres Christi geschehen vvare. ■— Sind denn Ma¬ ria und Joseph mit ihrem heiligen Kinde liber ein Jahr im Stalle geblieben ? Denn es heisst ja: sie haben ihn im Stalle ange¬ bethet j iver wird dieses glauben konnen? Die Weisen konnten ihr Anbethungsge-. schaft in vvenigenTagen verrichtet habenj .und dass diess auch so geschehen sey, be- zeugen uns viele heiligen Manner. g) • Vierzig Tage nach Christi Geburt, wird Christus nach Jerusalem gebracht, um dem Herrn vorgestellt zu werden, und Simeon nimmt ihn liebvoll in seine Arme auf. Er und die fromme Anna, machen das Kind durch ihre Weissagungen dem Volke bekannt. Von da reisete die heilige Familie nach Nazareth. — (Nach Buting l.atte sie abermahl nach dem Stalle gehen miissen!) Bald darauf floh die heilige Fa¬ milie nach Agypten. VVelchen Tag, Mo- nat? ist ungevviss. Gevviss ist es, dass sie f) Tertull von Pallium o. 1. g) Justin, Tertull. de pallioc i Cyprian, Epiphan.Chrysost.Ephrem, von der Verldarung. §173 — 341 — in Agypten nicht ganze 2 Jahre zugebracht hatte. Diess ist nicht nur die gegenvvarti- ge, sondcrn auch imAlterthume die ailge- meine Meinung gevvesen. h) Auch diePro- testanten lassen die heilige Familie nur ein Jahr in Agjpten vervveilen. §• 2 . Im zweyten Jahre Christi, Anfangs Marž , (zu vvelcher Zeit einst auch die Ra- chtl starb,) befahl Herodes alie betnlehe* mitischen Kinder; t ion 2 Jahr en and dar- ant er zu tddten , nach der Zeit, welche er von den JVeisen erforscht hatte, i) Eben damahls, (also 5 Tage vor seinem Tode ,) befahl Herodes auch* semen Sohn Antipater zu todten, nach vorher vom Kaiser August eingehohlter Erlaubniss, so wie er vorher mit seinen andern 2 Sohnen den Alexander und Aristobolus gethan hatte. Zu eben ders©lben Zeit hatte er auch das jiidische Sy~nedrion, und viele vornehmen Pharisaer , die ihn als ihren Konig anzuerkennen sich vveigerten, tod¬ ten lassen 5 und die Andern zvvang erdurch Furcht-Einjagung ihmTreue zu schvvoren. k) Diess war dem Herodes um so leichter* vveil damahls sein Schvviegervater Simon > (S' ste d ei Ali dei Fa tet er vre dei ser ras ten che ker ker seri die des nac de. unt ein stai unt gur h) Maldonat in Matth. c. 0, v. 14. i) Matth. c. 2, 1 ) J »• r6. k) Joseph 1. B. Alterth. c 3 und 7 Ea- seb. zum iten und 2ten Jahre der igten 01ymp« cht .rti- S e " 'ro- ein he- ar- che 0 eni )hn om , so len ian er ele ren od- rch .k) ;er, m, 2, , Eu- rap« — 342 — (Sohn des Bcethus) Iloherpriester, Nach- steller des Messias, und als ein Beforderer des herodischen Rulimes war. Joseph sagt: Alles dieses geschah durchMitwissenschaft des herodischen Freundes, des uintilius Varro , Syriens Prafecten. Daher befiirch- tete Herodes fiir sich nichts Arges , obschon er die vornehmsten Juden in den Kerker vverfen liess, und sie dann aueh allenach der Reihe wiirde haben niedermetzeln las- sen, ware er nicht von dem Tode iiber- rascht worden. Nach seinem Todeaberhat- ten Salome und ihrGemahl Alrxas, (wel- chen Herodes noch sterbend die eingeker- lierten Juden zu todten befahl,) die Einge- kerkerten aus ihren Gefangnissen entlas- sen, und nach Hause geschickt, •— damit die Juden eine Ursache hatten, den Tod des Herodes zu betrauern! 1) 5* Im Monate Marž vor Ostem , und bald nach dem bethlehemitischen Kindermor- de, m) starb Herodes, Konig von Judacc und Samaria , durch gčittliche Rache an einer eckelhaften Krankheit. Eben damahls starb auch Obodam, Konig von Syrien , und Darnasc. Und so wurde die Weissa- gung erfiiUt: n) „Bevor noch der Knabe 1) Joseph i.B. de bello. c. 2 i. Josipp. 5.B.c. zji. m) Joseph 17 . B. Alterth. c. 8 . Chytraus, Galvisius , Scaliger. n) Isaiasc. 7 , r. »b. 23 §174 iviisste das Bose zu vericerjen, und das Gute zu wahlen-,“ (das ist, bevor Ema¬ nuel nočli zu einem solchen Alter gelang- 1», in \velchem die Knaben das Gute von demBosen unterscheiden „ivird er das Land verlassen, ivelchgs du ver abs cheu- est, (Samaria und Damasc,) vom Ange-\ sichte seiner 2 Konige.“ Diese zwey Boni- ge waren damahls Phacee, Sohn des Rome- lia , und Rasin , Kdnig von Sjrrien zu Da- mase, diese bezeichneten den Herodes i und den Obodam . Um eben dieselbe Zeit, traten auch von der Welt ab alle Jene, „u:elche gesuchi hatten, das Kind zu todtenA o) Ausser- dem dass Herodes seine 3 Sohne, das p dische Sj^nedrion, viele Pharisaer und Schriftgelehrte todten liess, hatte er aucl seinen Bruder Pherora durch Gift, (wie der Verdacht war,) aus dem Wege zu rau- men befohlen, weil er sicli,wie die An- dern, von seinem Sohne Antipater zur Yerschworung hatte verleiten lassen. Auch die Gemahlinn des Pherora, be^chuldigt, Gift ibrem Gemahl beygebr£icht zu haberi> stiirzte sich vom Dache ihres Bauses auf die Strasse, undblieb tod. . So vvurden audi Doris, Antipaters Miitter ,, und Herodis Gemahlinn •, — so- Mariamne, die ande- re Gemahlinn des Herodes, (Tochter des Hohenpriesters Sim.on ,) vom Bofe vertric-' be eb se de T. un ni la zii ha en de re Vi re A, rii Cl re di El V, T, g ; P) 344 das ■na- ,ng- von das ieu- ige- oni- me- Da- Jes . von z c lil ser- P und iucli 'wie v rau* An¬ žur „uch Ug», beri) auf uidi odis ide- dcs ;ric* benj so Simon seines Pontificats entsetztj eben so auch sein Nachfolger Mathias und sein Sohn Joazar. Die Malthace, Mutter des Archelaus , wurde bald nach Herodes Tode, (ein Paar Wochen vor Pfingsten) umgebracht. Auch Viete dcr jerusalemita- nischen Burger , vvelche sich dem Arche¬ laus vvidersetzt hatten, vvurden hart ge- zuchtiget. Von den Raubern des Herodes, hatte man 40 lebendig verbrannt. Und so endeten alle Diejenigen, vvelche dem Kin- de Je^iznach dem Leben gestrebt hatten. p) Nun kam Christus in seinem 5ten Jah¬ re, — den 7ten Janner, im iten Jahre des Vierfiirsten Archelaus, im 44ten jul. Jah¬ re, nach Ermahnung des Engels, — aus Agypten in das Land Israel zuriick j wo- rin alle alten Martyrologien und neuern Cbronologen ubereinstimmen. §• Im xi ten Jahre Christi , des jul. Jah- res 52 , ist der Vierfiirst Archelaus, um die Arnte-Zeit, auf Augustus Befehl,ins Elend vervviesen vvorden , da er eben nach Vaters Tode sein Qtes Regierungsjahr der Tetrarchie vollendete, und das tote be- gann. q) Eben dieses meldet auch Dio Cas- p) So Joseph und Andere. q) Joseph 17 . B. c. i5 und 2 . B. de bello c 6 . u. s. w. Hegesipp. Josipp. Euseb.Bedau.s,w. 23 * 175 — 345 — sius, dass nahmlich dieses im 37 ten Jahre nach der Schlacht bey Actium geschah, vvelches mit dem 52ten jul. Jahre iiberein- stimmt. Kurz vorher starb die Gemahlinn des Archelaus , Glaphj^ra , vvelche des , im Siten jul. Jahre gestorbcnen Juba, Ko. nigs von Mauritanien, vorher Gemahlinn war. qq) Im i2ten Jahre Christi, zu Ostem j als Archelaus ins Elend vervviesen, Copo- rinus aberPrafect von Judaa wurde, kommt Christus , da er nun Niemanden zu furch- ten hatte,als i2jahriger Iinabe mit seinen Altern nach Jerusalem, und redet in der Mitte der Schriftgelehrten von den heili- gen Geheimnissen. r) Darin stimmen alle Gelehrten, auch die Protcstanten, vvie Bu* ting, Carion , Ossiander iiberein. Im 30ten Jahre, mehr oder vveniger tief darin, das ist, im isten Jahre desKai- sers Tiberius, im 73ten jul. Jahre ist Chri- slus den 6 ten Jiinner vom Joannes getauft \vorden. Am niihmlichen Tage ging er vom Jordan weg, und begann in der Wiiste sein 40tagiges Fasten. s) Den isten Februar, nach bestandener Versuchung und geendigter 40 tagiger Fa¬ sten, gehet er nach Galilaa zuriick, und bleibt da 15 Tage in Nazareth. t) qq) Eben dieselben, r) Luc. c. 2, v, 46. s) Matth. e 4 -Marc. c. r.Luc. c.4. t) Epiphan, Site K.etzerey. — 346 Den iten Mar®, 56 Tage nach der Taufe, u) antwortet der heiiige Joannes den zu ihm von den Juden gesandten Man- nern. v) „Er u dre nicht Christus.“ Den 2ten Marž sah Joannes, Chri- sturn auf dem Wege vvandlend, zeigte ihn seinen Jiingern, und sprach: „Sieh! das Lamm Goties !“ w) Den 3tenMarz, sind Petrus und At z- dreas zuerst Jesu gefolgt. x) Den 4ten Marž aber Philipp und Na- thanael. Den 5ten Marž, 3 Tage nach der Be- rufung des Petrns und Andreas, ivardie Hochzeit zu Cana in Galalda 5 z) und zwar am Freytage, 60 Tage nach Christi Tau¬ fe. a) — Nach der Hochzeit ging Jesus mit seiner Multer und seinen Jiingern nach Kapharnaum, iv o er nicht viele Ta¬ ge verblieb. b) Am 28 ten Marž, am Sonntag, den 15ten Nisan, war Ostem 5 (das erstemahl vvahrend desPredigtamtesCArjj/^ico er eine Geisel aus Stricken machte, und sie alle (Kaufer und Verhaufer) znm Tempel hin- aus trieb. c) Hier war es, wo ihm die Juden sag- ten: 46 Jahre ist dieser Tempel gebaut zcorden. d) Denn in diesem 7 3ten jul.Jah- u) Epiphan. 5 ite Retzerey. v) Joannes c. 1, v. 26. w) Joan. c. 1, v. 29 x) Joan, c. i, v. 40. z) Joan c. 2 , v 1. a) Epiphan. 5 ite K.etzerey. h) Joan. c. s, v. 12. c) Joan, c. 2, r. 1 5 d)Jo- an. c. 2, v. 20. — 347 re hatten die 46 Jahre geendet,.die vom 27 ten jul. Jahre, wo der Tempelbau an- fing, begonnen hatten. — Nachts kam Ni- codemus zu Jesu. dd) Anfangs April „reisete Jesus mit sei- nen Jiingern in das iibrige jiidische jLand, dort veriveilte er mit Umen, und tauf- te. Es ivar aber auch Joannes, der da taufte in Annon, umveit SalimA e) — So lang Joannes offentlich taufte, so Jan¬ ge vvollte sich Jesus fiir den Messias nicht offentlich verkiindigen , wenigstens nur in seltenen Fallen. Die Wunder demnach, die Jesus in dieser Zwischenzeit tkat, f) das ist, bis zur Gefangennehmung des Joan¬ nes durch Herodes , baben die Evangeli- sten ausgelassen. Zu Ende Decembers; „Herodes Anti- pas, da er vom Joannes, ob der Herodias, der Gemahlinn Philipps seines Bruders und Vierfdrsien , streng ermahnt wurde, nahm den Joannes gefangen, und voarj ihn in den Kerker“ g) Nun fangt Jesus an, sich offentlich fiir den Messias zu bekennen. — So viel von dem ersten Jahre des Predigtamtes C/irisli• I , I dd) Joan. c. 3, v. i. e) Joan. c. 3, v. 23 u. s. w. f) Joan. c. 4, v. • g) Matth c. i4j v. 3, Marc. e. i, v. 14 .Luc.e 1 3, v. ao. — 343 — <5- s. §170 Das zweyte Jalir des Predigtamtes Christi. Zu Anfang des 74ten jul. Jalires } „als Jesus /torte, class Joannes iilerliefert ivare , (und die Pharisaer unvvillig vvaren,) dass Jesus mehr Jiinger habe und taufe, als Joannes , ve rliess er Judaa, undging aberrnahl nach Galilaa. Er rnusstc aber durch Samaria reisen.“ — Ungcfahr um die Ote Stunde (zu Mittag,) fiihrte er das Gesprach mit der Samaritane,rinn. i) Aus dem, vvas er sogte: noch 4 Manate und die Arnte hommt schlies- se ich , dass sovvohl die Einkerkerung Jo- annis, als auch die Reise des Heilandes aus Judčia nach Galilaa durch Samaria, sich zu Anfang des Jahres zutrogen musste. Nach 2 Tagcn ging er aus Samaria nach Galilaa, 1) „und predigle das Evan- gelium des Reiches Gottes } und sagie : Die Zeit ist erfutletd 1 m) In Kaphar- naum -\virkte er grosse Wunder. n).— Von da kam er ,,nac/i Nazareth, wo sie ihn von dem Gipfel des Berges herabstiirzen ivollten.“ o) Darum kehret erzuriick n^ch h) Joan. c. 4 ; v. i n s w. Matth c. 4 > * * v - 12 Marc. c. i, v lij i) Joan c 4i v - 5- G Joan. c. 4 3 v. 35 . ]) Joan. c. 4, v. 4Š. m) Marc. c. 1, v. 14. Luc. c.4, v. 14 u,s.w n)Marc,c. i,v. 27. o) Luc. c. 4; 29. -* Kapharnaum. Hier vervveilte er. p)— „Die Galilaer aber nahmen ihn anf u q) — l/n d er lehrle in ihren Sy nag o gen , nnd ivurde von Allen gepriesen, and sein Ruf verbreitete sich durch dasselbe ganzeLand. r ) Anfangs Februar „kam Jesus aber- mahi nach Cana in Galilaa, und dort machte er den Sohn des Koniglein (abwe- send) mit blosen Worten, gesund.“ s) — „Er ivandelte dem galilaischen Meereent- lang, berief Pet rum und Andream , und bejiehlt ihnen ihre Netze ins Meer za iverfenA t) „ TVelche Alles verliessen, und ihm nachfolgtenS‘ — Was nach verhafte- tem Joannes geschah, das erzahlt Marc. u) — Jesus ging nach Kapharnaum, einer Stadt in Galilaa} in dcr Sy~nagoge be- frečete er einen Besessenen. v) — „Er st and in der Sinagoge auf, und begab sich in das Haus des Simon und Andreas, mit Jakob und Joannes, und heilt die Schiviegermutter des Simon von dem Fie- berA w) „Nachdem es Taggeivorden war, ging er in einen einsamen Ort, und be- thete dort dann begab er sich „in die nachstcn Flecken und Stddle, und pre- p) Luc. c. 4, v. 3i. Matth. c, 4, v. i3. q) Joan. c. 4> v. 45. r) Luc. c. 4) v. 14 und i5. s) Joan.c. 4, v. 46. t) Matth. c. 4 , v. 18 . Luc. c.5,v. 1. u) Marc. c. i,v. 14. v) Marc. c. i,v. 23. w) Marc. c tj v. 29 Matth. c. 4i v. %4 un d c.8,v. 14. Luc. c. 4> v. 38. dig lili n y un> de/ Au wi, Ch zei fol te re mi (« la ni be »J bc IVI T te Z a x Die und *Bf nd. ber- ort >ve- ni¬ tmi za '.nd 'te¬ rc. ter be- Er ab ts, lie 16- r, e- (e e- b ') — 350 — digte in ihren Synagogen durch ganz Oa- lilda, und. trieb die Tetifel ans x) — „Viel Volk ging ihm nach a us Galilda und Decapolis, und ans Jerusalem, und dern Jordan y) — Da hatte er auch den Aussdtzigen, mit den blosen VVorten; ,,ick ivill, sejr gereiniget geheilt. z) §• 6. Anfangs Mara vrollten 3 Menschen Christo nachfolgen j allein da er sie mir zeitlichen Vortheil, Behufs seiner Nach- folge , in ihren Herzen suchen sahj sosag- te er dem Einem : „Die Fiichse haben ik¬ re Gruben, und die Vogel unter dem Him- melihre Nester ; aber des Menschen Sohn (ich) hal nicht, ivo er sein Haupt hin- ldge. ,t (Bey mir lasst sich Vergangliches nichts erhaschen, du wiirdest dieh hierin betriigen,). a) — Dem Andern sagte er: j ,Lass die Todten (fiirmeine Religiontau- ben Menschen) ikre Todten (rerstorbenen Menschen) begraben aa) das ist, die Todten begraben, ist gutj das Reich Got- tes verkiindigen aber ist noch besser. — Zum Dritten sprach er: ,,Wer seine Hand an den PJlug legi, und zuriick sieht, der x) Marc. c. i, v. 39. Lue. c. 4 , v. 4 «. Matth, c. 4 , 24. y) Matth. c. 4 > ▼. a 5 . z) Marc. c. 1, v. 40. Luc. c. 5 , v. 12. a) Matth. c. 8, v. 20. aa) Luc. c. 9, v. 60. §177 351 ist nicht tiichtig zum Reiche Gottes j“ b) das ist; Wer auf das Zeitliche Rilchsicht nimmt, wird keine gerade Furehe zu mir machen! — Dann stillet er die Meeres- ivellen. c) — ,,Befreyet den Ddmonischen , dessen Nahmen Z-egion ivar.“ d) [—* Ma- ilhdus wird von Jesu berufen. e) — Die Tocbter des Jairus vrird vvieder zum Le¬ ben erwecket ; allein vorher die am Blut- gang Leidende, geheilt. f) Von da sich vvegbegebend, macht Jesus 2 Blinde se- hend, g) und vertreibt den stummen Teu- fel h) - Am lOtenApril, war der Juden Oster- fest nahej „da begab sich Jesus nach Jerusalem.“ i) Den iCtenApril, am Osterfeste selbst, £welehes das 2te vvahrend des Predigtamtcs Christi war,) das am Samstag fiei j k) (hier zeigt sich das 7 4te jul. Jahrrecht bestimmt,) — ,,begab sich Jesus zum Sc/uuemmlei- che, und macht e den ZBjdhrigen Kran- hen gesund. i( Dann redete er, „von Jo- annes dem Taufer, als einem brennen- den hellleuchtenden Lic/ite (der den Weg des Messias zeige ) b) Luc. c. io, v; 62. c) Matth. c. 8, v. b 3 . Marc. c. 4 , v. 36 . d) Marc. c. 5 , v. I. Luc. c. 8, v. 27. e) Matth, c 9, v. 9. Marc. c. 2, v. 14. Luc c. 5 . v 27. f) Matth. c. 9, v. 18. Marc. c. 5 , v. 22. Luc. c 8 , v.4 1 g) Matth. c. 9, v. 27 h)Matth. c. 12,v 22.Luc c. n,v.i 4 . i) Joan. c. 5 , v. J* b) Joan, c 5 , v. 10, 1) Joan. c, 5 , v, 35 . — 352 Den 23 ten April. Den iten Sabbath nach dem Zweytenj das ist, den 2tenTag nach Ostern, wo man die Erstlinge der Garben opfern musSte ) — ,,da er durch die Saat ging, pjlucktenseine Jiinger Ah- ren ab, zerrieben sie mit den Hdnden, und ass.en“ (die Korner.) m) An einem an- dern Sabbathe heilte ,,er eine verdorrte Hand in der Sinagoge. 1 * n) —Daber hiel- ten gleich Anfangs May, ,,die Pharisder mit den Herodianern einen Rath , ivie sie ihn aus dem JVege reiamen mochten, al- lein er entivich mit seinen Jiingern an das Meer, und viel Volk aus Galilda und Juddafolgte ihm, und aus Idumda, und aus den Gegenden jenseits des Jordans j und die um Tjrrus und Sidon ivohnten o) — „Er bedrohete auch die bosen Gei~ st er, dass sie ihn nicht offenbar mach- ten p) Um die Mitte May :,,begab er sichauf den Berg zu b e Ih en , und bethete diegan- ze Nacht.“ q) — Er vvahlte sich 12 Apo¬ stol. r) Dann ,,begab er sich mit ihnenvon dem Berge herab, und stand im Jlachen Felde, 100 eine gro sse Menge Volk’s vom m) Luc. c. 6, v. 1. Matth. c. is, v. r. Marc. c. a, v. 23 . n) Luc. c. 6, v. 6. Matth. c. ia. v. 10. Maro. c. 3 , v. 1. o) Marc. c. 3 , v. 6,7, 8= Matth. c. 12. v. 14 p) Marc c. 3 , v. 12. q) Luc. c. 6 , v, 13 r) Luc. c. 6 , v. i 3 . Matth. c. io, v. 2. Marc. c. 3 , v. i 3 . ganzen jiidischen JLande, besonders von Jeruzalem, und von der Seekiisle von Tj~rus und Sidongefeommen ivaren, ihn zu horen. il — Vorher machte er aber auf dem Berge eine vveitlaufige Ermahnung an die ApostcI, rr) vrelche er im Thale, im Auszuge, noch einmahl dem Volke ror- braehte. s) Eben damahls, als er vom Ber¬ ge herabsticg, und nach Kapharnaum ging, beilte er einen Aussdtzigen, — und den sterbenden Knecht des Hauptmanns. t) — Dann erweckte er den todten Sohn der JVittive von Naim, znm Leben, u) Mitte Juny schicket Joanne s aus dem Kerfeer seine Jiinger an Jesum , mit der Bitte, zu sagen, „ob er der sej', der zu kommen habe.‘ f r) Auch ,,ein TVeib , uvel- che in der Sladi eine Sdnderinn ivar, kam in das Hans des Pharisaers Simon, (\vo Christus abstieg,) und Jing an seine Fusse mit Thranen zu netzen, und — erhielt Vergebung ihrer Siindenl“ w) 78 §• 7 . Anfangs July, „heilt er den blinden und stummen Sesessenen. t( — Die Schrift- gelehrten sagen: „Er treibt durch den rr) Matth. c. 5 ,6 , 7. Luc. c. 6. s) Luc. c. 6, v, >7; mite. 7, y i 4 t) Matth. c. 8 > v. 1 etc. Luc. c- 7, v.a. u) Lnc.c. 7, v. 11. v) Matth.c. 11 , r. a. Lue, c. 7, v. i 9 . w) Luc. 7, v. 3 G. Be ret (al Ze im ne spi auž voi ko. bei FL nis Hi au de nc ck al au sit he m; m « su x ) — 354 von von ihn auf g an , im ror- Ber. den )- der lem der zu Kl¬ ar, m, ine > en ft- en ‘7> 7> r. Belzebub die Teufel aus j und sie begeh- ren von ihm ein Zeicben vom Himmel j (allein sie erhalten es nicht, sondern) dat Zeichen det Jonas x) Da er aber noch im Reden begriffen nar , „verlangten sei- ne Mutter und seine Briider mit ihm zu sprechen. ,( y) —Dann lehrete er abermahl aus dem Schiffe das Volk in Gleichnissen; vom Seemann, vom Unkraut, vom Senf- komlein t vom Sauerteige, vom vergra- benen Schatze, vom Edelsteine, und dem Fischernetze. z) Nach geendigtem Vortrage in Gleich- nišsen, „begab er sichnach NazarethA a) Hier hat man sich ob sciner VVcisheitiiber- aus gevvundert, und 6agte: ,,Jst er nicht der Sohn des Zimmermann* ?“ b) •— „Her~ nach reisete er durch die Stadte undFle- chen, lehrete in den Schulen, und heilte alle Arten von Krankheiten. , ‘ c) — Hier- auf ,schickte er je zwey und zwey Apo- stel uberall herum, (nachdem er sie vor- her durch seinen Unterricht tauglich ge- macht hatte,) zu predigen d) „und sie machten ilberall Kranke gesund.“ e) ,,Je - s us aber lehrte indessen in den Stadten H f) x) Matth.c. ia, v.4°- Luc. c. n, v. 3o. y) Lue. c. 8 , v. iq. z) Matth. c. i3. Marc. c 4- a) Matth, c. i3, v 53. b) Matth.c. i3, v.53 u t. w. Marc. c. 6 . v. 3. c) Matth. c. Q, v. 35. d) Matth. c. io, ▼. i. Marc. c. 6 , v. 7 . Luc. c. 9 , v. 1 . e) Luc. c# 9 , v. 6 . Marc.c. 6 ,v. 12 , f) Matth.c, n, v. 1 . 355 — Den 2Qten August, am Geburtstage des Herodes, als die Tochter der Hero- dias tanzte, und das Haupt Joannes des Taufers begehrte, „schickt der Ko- nig den Henker zum Joannes, der ihn im Kerker enthauptet j — und seine Jun . ger trugen seinen todten Horper weg, und begruben denselben-“ g) — ,,Die Apostel halten in den Flecken mit dem Predigen an, dessgleichen Jesus in den Stadten,‘ ( b) §rro §• 8 - Das dritte Jahr des Predigtam- tes Christi. da sio wa da im 5 t( 'w Zli an ih, vrt als ICI Pi te Im 75ten jul. Jahre, um Mitte Mar«, hort g Herodes der Vierfiirst ,.den Riuf v on ■ Tesu, und Alies, was von ihm geschah) und sagte : „Dieser ist Joannes der Tau¬ fer , er ist von den Todten auferstanden- Und sie kamen, und verkiindeten Jesn dieses.“ (Dass nahmlich Herodes in die- semWahnesey, und dalier auch ihm nad dem Leben trachten werde.) „Als diesei Jesus vernahm, entwich er auf einern Schifflein in einen einsamen OrtP i) sc, g a lil he tei dl 10 g) Mattli. c. 14, v. 12, Marc, c. 6 , v. 3 o. Luc. c. 9, * 9. h) Matth. c, 11, v. 1, i) Matth, c. i 4 > v. "A Lis 14. Marc. c. 6 , v, 3 i. 356 — Dcn letzten Marž (6te Ferie h) „sdt- iigte er mit 6 Broten 5000 Menschen“ 1) da Irnrz vorher seine Jiinger von ihrer Mis- sion zuriickkehrten, und ihm erzahlten, was sie gethan hatten. m) — ,,Es ivar aber das Fest der Ostem naheM (Das Dritte im Christi Predigtamte, am Mittvvoch, den Sten April,) das Fest der Jaden.“ n) — Wegen Vermehrung der Brote ,,da sie ihn zum Konig machen ivollten, entuoieh er anf einen Berg, und befahl den Jiingern, ihm in dem Schijjft; nac hzufolgen zu ■vvelchen er dann selbst die nahmliche Nacht, als sie in Gefahr vvaren, auf dem Meere icandlend kam , and dem untersinkenden Pelrus die Hand reichte.“ o) Hier mach- te er von seinem Leibe, als vom himmli- schen Brote, Meldung. (Fast durch das ganze Kapitel.) In Mitte April, reisete Jesus in Ga¬ li Ida , ,,denn er ivollte nicht in Judaa herumgehen, iveil ihn die Juden zu tod - ten suchten. Da kamen nach Jerusalern die Schriftgelehrten undPharisaer, schmd- 1;) So meinen der heil. Augustin und Toletus , das* diess an.eben dem Tag iindWoehe gescliah , als die Hoclizeit zu Cana gefeyert wurde. 1) Joan c. 6, v. 4- Matth. c i 4 , v. i3. Marc. c 6 , v. 42 . ime, c. 9 , v. i 6 . m) Luc. c. 9 , v. io n.s,w. . Marc. c. 6 , v. 3o. n) Joan. c. 6 , v. Af. o) Matth. c. 14 , v. 3i, Marc. c. i>, v 45. Joan. c. 6 , v. 19 . — 357 — §180 heten seine Jiinger , dass sie mit ungewa- schenen Handen assen p) Anfangs May vcrliess er Galilda, und begab sich in die Gegenden von Tj^rus, ivo er den So/m einer Cananiterinn gesund machte. q) Von da begab er sich zum galilaischen Meere, in die Miite des Gebiethes der 10 Stadie , iv o ereinen Tau « len und Stummen heilte. r) Da speiset er abermahl 4000 Mann mit 1 Broten. s) Nach entlassenem Volke „betrat er ein Schiff', und kam in die Gegend Dalma - nutha, an den Granzen von Magedan“ t) Hi er begehren die Pharisaer abermahl ein Zeiclien von ihm doch sie vverden wie* der nicht erhoret. u) In Bethsaida mach¬ te er einen Blinden gesund. v) §• 9 - Ende July kam Jesus in die Gegend von Časarea Philippi ) \vo Petrušk Gott* lichkeit seines Meisters bekennend zum Hanpt der Kirche von Christus er- ■\vahlet wird. w) Da war es, wo sie der Herr zu lehren anfing, „dass Christus lei- p) Joan c. 7, v. r. Mattli. c. i 5 ,v. i. Marc. c-7, r. 1. q)Matth. c. i5,y. 21.Marc c. 7, v. 2^- r)Matth. c. i 5 , v. 29. Marc c. 7, v. 3 i. s) Matth.c. i 5 , v. 32 . Marc. c. 8, v. 1. t) Matth.c. i 5 ,v.letzt. Marc. c. 8, v. 10. u) Matth. c. 16, v. l.Marc. c 8, v. n. v) Marc. c. 8, v. ae. vr) Matth.c« i6, v. 1 3 . Marc. c. 8, r. 27. de de Fe T< st; g £ st it ne »d w ve L rt ej A fa n, d; b S il r« d x — 358 — den miisse, und 3 Tage nach seinem To - de von den Todten auferstehen werde.“ Petrus aber sucht seinen Meister vor dem Tode furchtsam zu machen j wird aber stark verwiesen. x) Am Oten August. Nach voljen 6 Ta- gen, das heisst, 8 Tage darauf, ivirdChri- stus verkldrt.j ) (Und zwar am Sonntage, ite Ferie) Zwey Tage darauf heilt er ei- nen Besessenen. z) Im nahmlichen Monat „da er mit den Seinigen in Galilda ver- iveilte, und Alle sich ob seiner Thaien venvunderten, verkiindiget er ihnen sein Leiden und seine Auferslehung “ a) — „Er reisete dann bey~ Galilda voriiber, und er ujollte, dass niemand ivissen solite, aa) Als sie hierauf nach Kapharnaum kamen i fand Petrus auf seinesHerrn Geheiss, ei- nen Stater im Munde eines Fisches, und damit zahlte er sein Didrachma. (Steuer) b) — Hier liatte er seinen Aposteln den Streit verwiesen, ob der Frage, wer unter ihnen der Erste seyn vverde. bb) —Erleh- retj dass man siebenmahl siebenzigmahl dem Bruder verzeihen solle, c) und zuar x) Matth. c. 16, v. ai. Marc. c. 8, v, 3 a. y) Matth, c. 17, v. 1. Marc. c. g, r. 1. Luc. c. 9, v. 28. z) Matth. c. 17, v. i 4 - Marc. c. 9, v. 16. Luc.c. 9, v. 38 . Diesen Besessenen konnten die Jiinger niclit gesund machen. a) Matth, c. 17, v, 21. Marc. c. 9, v. 3 o. Luc c. 9, v. 44 - aa) Marc. c 9,v.s9. b) Matth. c. 17, v. 23 . bb) Luc.c, 9, v. 46. c) Matth. c. 18, v. 22. 24 — 359 — vom Herzen ; (vvie er durcli sein Beyspiel lehrtej) ,,a/s der Konig befakl seinem Haashalter Rechnung zn legen-“ d) In Mitte Septembers „war nafte der Tag des Lauberhiiltenfosies' der Juden, und Jesus begab sich nach Galilda e) „Denn seine Briider sagten zu ihm : Ma¬ che dich auf, und gehe in Judaam. Da er untermegs von den Samaritanern nicht aufgenomrnen icurde $ so bitten ihn Ja¬ kob und Joannes: Herr ! millst du, dass mir befehlen, dass Feuer vom Himmel falle.“ f) Auf der nahmlichen Reise ,,be- gegnenifim iO aussatzige Manner, ivel• che (um geheilt zu werden, zu ihm kamen) er al/e heilte, 11 g) ,,Jesus begibt sich t nachjerusalem zu demLauberhiitten • feste nicht ojfentlich, sondern gleichsam in geheim. Die Juden aber suchten ihn amTage des Festes. (i h) (Dieses Fest war am I 5 ten Tisrij also den 2Qten September am Freytage.) Den 2 ten October (i8ten Tisri.) „ln der Milte des Festes , das ist, den 4ten Tag des Festes , 2te Ferie, — ging Jesus in den Temp el hinaiif,“ i) wo er unter andern sagte : ,,1/ir suchet mich zu tod- ten, meil ich einen kranken Menschen am Sabbathe gesund machte.“ k) Da er d) Matth. c. 18, v. 23 . e) Joan. c. 7, v. 2. Luc. c 9i v. 5 i. f) Luc.c. 9, v. 54. g) Luc. c, 17, v. li¬ li) Joan. c. 7, v, io, i) Joan, c. 7, r. 14* k) Joan. e. 7, v. 23 . — 360 — nahmlich am Schvvemmteiche, (in der 2ten. Ferie bey dem 2 ten Ostem, \vahrend sei- nes Predigtamtes ,) einen Gichtbriichigen gesund gemacht hatte. Denn von jener Zeit an vvird nirgends gelesen, dass Christus nach Jerusalem geliommen Vvare. Am letz- ten Tage des Eauberhuttenfestes, (am achten Tage,) »stanci Jesus imel riej': Wenn es Jemand diirstet, der kcmme zu mir.“ 1) Aber „die Juden sachien ihn zu ergreijen ; allein seine Stunde (des Lei- dens) ivar noch nicht gekommen.“ m) Am andern Tage befreyete er im Tempel die im Ehebruch Ergriffene (von der Steini- gung.) n) »Als er aus dem Tempel ging, machte er einen von Geburt blindeji JVIenschen gesund.“ (Den 23ten Tisrij am Sabbath, 7ten October.) o) -— Diess sind die vvahren Kennzeichen des 75ten jul. Jah- res.- ,,Nach diesem ivahlie er andere 72 Jiinger , und schickte sie zu zwey und zwey vor sich her in jene Orle, in die er zu kommen dachteA p) „ Und als sie zuriickkehrten, prdgte er Umen Demulh ein, und Eiebe zu ihrem Nachsten, — durch das Beyspiel eines $amaritans.“ q) Im November nahm ihn »Martha in ihrem Hause auf. li r) — »Er lehret be~ 1 ) Joan c 7 , v. 37 . m) Joan. c. 7 , v.44- n) Joan. c. 8, v. 3. o) Joan. c 9 , v. 1 . p) Luc c. to. q) Luc. c. 10 , v. 3o. r) Luc. c. 10 , v. 38. * 24 •— 36 1 — §181 then“j rr) greift dic Pharisaer mitStrenge anj s) sagt; „Man sol/e deti korgerlichen Tod nicht fiirchten)“ t) „mahnt vom Geize , imd zu grossen zeillichen Sorgen ab‘. Du Narrl diese JVacht ivird man deine Stele von dir fordern !“ u)~ Pilatus hatte das Blut der Galilder mit dem Opfer vermischt, (da er einige, gegenRom feindlich gesinnte Galilder, bey dem Op¬ fer niederhauen Hess.) Bey dieser Geiegen- heit ermahnet Jesus Alle „zur Busse mit- telst des Gleichnisses vom Feigenbaume, vvelcher schon in das 4 te Jahr unfruchtbar war, v) und machte ein 18 Jahre krankes krummes Weib gesund am Sabbathe. w) ,,und er ging durch Stddte und Flecken, lehrte , und nahm seinen JFeg nach Jerusalem x) §• 10 . Anfangs December traten einige von den Pharisaern zu ihm und sagten : „Geh hinaus, und zieh von hinnen , den n lie- rodes sucht dich zu todten.“ y) Am Sabbathe macht er den JVassersuch- tigen gesund. z) Dann spricht er im Gleich- nisse, vom untersten Sitze bej' der Ho c li¬ že it •, a) (lehrt die Demuth,) und vom groš- rr) Luc. c. ii, v. a. b) Luc. c. i i, v, Igi. t) Luc. c' 13, V. 4- u) Luc. C. 13 , v. so. v) Luc.c i3> v. i u. s. w. w) Luc. c. i3, r. ii. x) Luc. c. i3> v. 22 . y) Luc. c. i3, v. 3r. z) Luc. c. i4jV. * * * v a) Luc. c, 14 , v, 7 , — 362 sen Mittagmahle, ton dem T/inrme ,vom Kriege , vvodurch erandere Ttigenden lehr- te. b) , Den 7ten December, (25ten Casleu) „i var zu Jerasalem Kircluveihe , und zvar JVinter; Jesus abcr ivandelte im Tempel in der Halle Salomons, und die Jaden fragen: ob er Christus c) Und da sie ihn steinigen, oder vvenigstens ergrei- fen vvollten; d) „entwich er ihren Hdn- den, und ging jenseits des Jordans.“ e) Vorher aber drohete er noch mit der Zer- slorung Jerusalems, . vvelche ihm bevor steht. f) — Die Pharisaer murrtenj „dass er die Slinder aufnehme- ft Hierauf aber erzahlte er ihnen die Parabel vom verlo- renen Schafe, von der Drachma, und vom verlorenen Soline j spricht zu seinen Jiin- gern vom ungerechien Haushalter, vom reichen Manne, b) Da machte erauchMel- dungvon der Unaufldsbarheit der Ehe. i) (Weitlaufiger aber in b.) §. tl. §182 Das vierte Jahr des Predigtamtes Christi. Anfangs Janner mahnet Christus sei- ne Jiinger, vvie sie sich vor allem Arger- b) Luc. c. i 4 > v. 16 u. s. w. c) Joan. c. io, v.22. d) Joan. c. io, v 39. e) Joan. c. 10, f) Matth. c. a 3 , v. 33 — 39. li) Luc. c. i 5 u. 16. i) Luc. c. 16, v. 18. Jt) Matth.c 19, v. 5 , Marc. c. 10, v. a. 303 — nisse hiithen sollen. 1) Bann spricht er von dem Glaiiben ivie ein Serif kbrnlein 5 m) — von dem ackerndern Knechte. n) Danil sagte er; „Das Reich Gottes ist unter euch‘, o) spricht auch viel von dem Ta- ge des Geric/iies. Im Februar lehrte Christus’, „dass man allezeit bethen solle — spricht da- bey von dem ungerechten Richter und der Wittwe , die i/im ungelegen kommt ; p) auch von dem Pharisatr und dem Publi- can. q) Jetzt bringen sie zu ihm Kinder , damit er sie anriihrie, r) (segnete.) Ei- nqr trat zu ihm, und sagte: „Guter Mei- ster, mas soli ich ihun, damit ich das eunge Leben erhaltc ?“ s) Dann sagte Petrus: } ,Sieh , udr haben Alles verlassen.“ t) Rierauf das Gleichniss von dem Hausherrn, der Arbeiter in seinen VPeingarten mie- theteA u) Anfangs Marž „weclite er den Laza- rus von den Todten auf v) den Phari- saern vvird diess benachrichtiget, w) ivel- che mil den Hohenpriestern sich unterein- ander beralhschlagen, und vvo Caiphas sagt: ,,Es ziemi nns, dass Einer sterbeA x) 1 ) Luc. c. 17, v. 1 u. s. w. m) Luc.c. 17, v. 5 . n) Luc c. 17, v 7. o) Luc. c. >7, v. 21. p) Luc» c. 18, v, 1 etc. q) Luc.c. 18, v 10 r) Marc. c 10, V i 3 . s)Matth. c. 19, v. 16. Marc.c 10, v. 17. t) Mgrc. c. 10, v. c8. Matth. c. 19, v. 37. u) Matth c. 20 v) Joan. c. 11. w) Joan. c. ji, v 46- x) Joan. c. ii ; v 47 u. s. w. — 304 — Von jenem Tage an suchten s ie ihn zu todten.“ y) „Jesus ivich neben der Wii- ste indie Sladt EphremA z) „Esivar aber nabe der Juden Ostem,“ (das vierte und letate seitdemPredigtamte Chrisci.) a) ,,TVas meint ihr, ivird iv o hi Jesus kornmen zu diesem Fesle ?“ b) Indessen „begab sich Jesus in geheim nach Jemsalem, und verkiindigle den Aposteln seinen Tod, und seine Anftrstehung .“ c) „Die Mutter der Sohne des Zebedaus bittet Christum instandigst.“ d) „Er rei~ set nach Jericho , und maclite den blin- den Bartimdns, (Sohn des Timaus) ge~ sund.‘‘ e) Und da er nach ,, Jericho kam, heille er abermahl einen Blinden.“ f) — Zachaus nimmt Christum in Jericho mit Freudenauf; g) und Jesus erzahlet eine Pa- rabel von 10 Mna. h) (180 fl. osterreichi- sches Geld.) §• 12 - . §183 Den lTten Mara (Nisan,) 0 Tage vor Ostern, homrnt Christus, und halt das Abcndessen „in Bethania, iv o Maria sei¬ ne Fiisse sa/beie 5“ i) und auch sein Haupt. y) Joan c. u,v. 53 . z) Joan. c. 11, v 54 * a)Joan. c. 11, v 55 b) Joan. e. 11, v 56 . c) Matth. c 30, v. 17 Marc. c. 10, ▼. 3 a Luc c. 18, v. 3 i' d) Matth. c. ao Marc. c. 10, v. 35 fe) Marc. c. 10, v. 40 ' f) Luc c 18, v. 35 . Matth. c. 30 j v. 29. g) Luc c. 19, v. 1. h) Luc. c. 19, v. 11. i) Joan. c. i2,v, l.Matth.c. a6j v. 6. Marc c, 14, ' v. 3 . 505 — Den i8ten Marz(iOtenNisan,)„de/2a7t- dem Tag (am Sonntag) bestieg er eine Eselinn, und hielt den Einzug nach Je- rusalem, i( k) „Er kehrt aber nochan eben dem Tage nach Bethania zuriick.“ 1) Am Montag (žte Ferie) „kommt er friih nach Jernsalem. Es hungert ihn. Fluchet dem Feigenbaume; treibt die Verkaufer am dem Tempelj m) ,,hernach lehret er in dem Tempelj spricht in Gleichnissen „von dem von JVeingartnern erschlagenen Sohne des Hausherrn $ von dem Eckstei- ne j von der Hochzeil des koniglichen Soh- nes.“ n) Ain Diensttag (3te Ferie,) sahen die Jiinger, „dass der Feigenbaum verdorrt ware.“ o) „Nan ist er abermahl im Tem- pel mit den Hohenpriestern, Schriftgelehr- ten und Altesten znsammen p) er re- deXvonder Taufe des Joannes ; q) von der dem Kaiser zn gebendenSteuer. r) Ubervoei- set die Sadducaer ivegen der Auferste- hung. (i s) Redet „von dem grossten Ge- bolhe,“ vom Chrislo, und dem Sohn Da - vids (Streti j) t) von den Pharisaern, die mo ah dit Er, de vo tei A pe de Ji 1( sl d u 1 li e f li) Joan. c. ia,v.’i2. Matth, r. ai, v. i. Marc c. n, v. i.Luc.c. 19, v. 29. 1 ) Matth. c. 21, v. ia — 17. Marc. c. 11, v. 11, m) Marc. c. n, v. 12 — i 5 . n) Matth.c. 21 undsa.Marc. c 12. o) Marc c. n, v 20. p) Marc. c. n, v. 27. q) Marc. c. n,v. 3 o. r)Matth.c. 22,v. i 5 .Marc. c 12, v i 3 . Luc c. 20, v. 20. s) Matth, e. 23 , v. c 3 . Marc. c. 12, v. 18. Luc. c. 20, r. 27. t) Matth. c. 22, v. 35 , Marc. c, 12, v. 28. Luc. c. 20, v, 4i- — 566 — man koren, aber ihr Leben niclit naclu ahmen solle u) „lobet die arme JVittive, die nar einen Heller opferte‘, (t v) „vom Ende Jerusalems and der }VeU.“ „Er geht aus dem Tempelj und redetviel mit den Jiingcrn. w) Fiihrt Gleichnisse an$ von den 10 Jangfrauen, von den Laten¬ ten', von der A rt des let zle n Gerichtes. x) „Er lehrte aber bey Tage in dem 7 em- pel, und bey der Nacht verweilte er anf dem Ohlberge.“ y) In Mittvvoche (4te Ferie,) verkauft Juda t seinen Meister um 30 Silberlinge. lG fl. 3 kr. M. M.) z) §. 13. §184 In der fanftenFerie, am (griin)Donner- stag , „Abends ass er mit seinen Jiingern das Osterlamm, und setzte ein das hoch- wurdigste Sakrament seines Fleisches und Blutes. a) — Er gibt den Jiingern eine lange Lehre. b) — Dieselbe Nacht ist er von den Juden gefangen , und wird ge- fiikrt zum Annas, Schvviegervater des Cai- u) Matth. c. » 3 , v. i, Marc. c. 12, v. 38 . Luc c. 20. ▼.46. v) Marc. c. «2, v. 4 * Luc. c. 2r,v 1. w) Matth. c. 24. Marc. c. i 3 . Luc c 21, v. 5 . x) Matth. c 25 . y) Luc. c. 2i, t. 37 z) Matth. c. 26, v. 2 — 14 Marc. c- 14, v. 1 — 10 Luc c. 22, ▼ j . a) Matth. c. 26, v. 20, Marc c. 14» T - 12. Luc. 22, v 14 — 19. b) Joan c. i 3 , i 5 ,16, ‘ 7 - — 36t — phaš’, dann zum Caiphas , wo er des To- des schuldig abgeurtheilt wird 5 und dann verlaugnet ihu nocb Pelrus ! — In der sechslen Ferie, Freytag(Char- freytag) den 23 ten Marž, oder lSten Ni- san, nach dem Kalkulder Synagoge j nach- dem wahren Astronomischen aber, war die* ser Tag der 14 te Nisan. Frilh nach wiederhohltem Beschluss und Verdammung, Tvurde Christus zum Landes - Chef, nahmlich znm Pontius Pi- lalas gefiihrt. — Obschon die Juden ihre Landesleute, in dem, wos ihr Gesetz an- ging, befragen konntenund Strafen aufzu- legen berechtiget vvaren, (vvie man ara Tode Stephan3 sieht, und aucb bey Jo- an, c) ersehen hannt Nach enerm Ge- setze urtheilet iiber ihnf) doch kounten sie in vvichtigen Sachen (in causa majori,) und andem Verbrechen , vvelche politische oder Regierungssachen betrafen, kein Ur- theil fallen. Alaldonat und Petav haben dieses gut bevviesen. Vierzig Jahre vor Zerstorung Jerusalems (sagen die Juden,) v/are ibnen diese Rechts-Art von den ro- miscben Kaisern benommen worden. In* dem nun die Juden Jesum des Verbrechans bcleidigter Majestat beschuldigten , so sag- ten sie: , Uns ist nicht erlaubt Jemanden zu todlen ,*< nahmlich elnen solchen. d) c) Joatn. c. 18, v, 3 i, d) Joau. c, 18, y. 3 x, — 360 Um die dritte Stunde, e) — „kren~ zigten sie ihnl“ — f) T oletus und Petav 12 .B. von derLeh- re der Zeit c. 2Q, und heiliger Hieronjr. mus in den Psalm 77, so auch Melchior Canus 1. B. balten dafurj dass die ge- druckte Stelle in der alten Urkunde ver- falscht ware, und statt S , (als Zeichen der Čten Stunde Senarii)L gesetzt ist, vvelches ein Zeichen der 3ten Stunde (Ternarii.) Allein in einer so alten Urkunde kann man einen Druckfehler zu guten Tialten. Wir haben oben gleich Anfangs aus Cen - sarin, Maldonat und Baronius dargethan, dass die dritte Stunde der zweyte Tbeil des Tages vvar , welcber aus vier Theilen bestandj diese 3 te Stunde dauerte dem- nach bis Mittag, bey welchem letzten Punc- te der Zeit, Christus gekreuziget wur- de. g) Es heisst: ungefahr um die Ote Stunde war es, als Pilatus Chrisium zer- geiselt den Juden vorstellte, und ihn zum Tode verdammte. § 13 . §18 ,,Um die sechste Stunde, das ist, zn Mittag trat auf der game n Brde eine Us zur neunten (3 Uhr Nachmittags) Stnn- de dauernde Finsterniss ein j ujo Chri- e) Marc c. i5, v. 25 f) Peta?. 12 , B, g) Joan, c. 3 6 •) — st us mit starker Stimme rief: Es ist vollbracht!“ (Siehe §. 170 .) Gegen Abend wurde er von Joseph und Nikodemus begraben. h) Dass er drey Tage im Grabe gelegen ware, ist in der heiligen Schrift per Sy- nechdochen gesagt. i) „Am Abend des Sabbatfis (griechisch heisst es, spat der Sabbathe,) nahmlich am verflossenen zur voiigen Woche ge- rechneten Sabbathe , (oder nach Ausgang aller Wochentage, — nachdem sich die ersten Zeichen der Morgendammerung fiic den ersten Tag in der Wocbe merken Hes¬ sen. AIso friih erste Ferie, oder bey nns — Sonntag.) Mareus sagtes klarer: „Und da der Sabbath voriiber mar, kam Ma¬ ria Magdalena , und Maria Jakobi und Salome, und kauflen Spezereyen, damii sie ihn Salbeten j“ k) — „und sehr friih an einem (am iten) Tage der JVoche ka¬ men zum GrabeA u. s. w. I) Als sie aus der Stadt gingen, war es noeh Nacht oder Finster. Doch, vvie der heilige Augustin sagt, dammerte es schon in etwas hingc- gen ging die Sonne eben auf, als dieFrau- en zum Grabe kamen, m) — Wenn man h) Joan. c >9, v. 38 .Matth. c 28, v. 57 Marc. c. i 5 , v.42. Luc. c. a 3 , v. 00. i) So Hieronym. Augu¬ stin. Theophilact. Der Erste in Joan. und Mattli* c. 12. Der Zweyte von derUibereinstimmung der Erangelisten c. 2 i,und 4 tesB. von derDreyfalt- c. 6. U) Marc. c. 16, v. 1. 1 ) Joan. c. 20, v. >j m) Marc, c. 16, v. a. 370 nicht lieber sagen will, dass die Frauen Abends die Spezereyen kauften, und om Abende noch, bis an die Stadtchore oder Vorstadt kamen, dort iibernachtet hat- ten, und des Morgens fruh sich zum Gra¬ be aufmachten. u. s. w. Da sie den Stein vom Grabe \vegge- vvalzt sahen, lauft die,vor andern am mei- sten darob erschrockene Maria Magda¬ lena. •— (Man unterscheide, nach der Mei- nung vieler gelehrten Manner, gut die 4 Marien von einander. rte Maria, Mutter unsers Heilandes. 2 te Maria von Mag- dala, (Magdalena) welche der Heiland von 7 bosen Geistern befreyete, und ausDank- barkeit ihm daherdie heiligsten Liebesdien- ste erwies, und von dieser ist hierdie Re¬ de. 3te Maria, icelche eine Siinderinn in der Sladt war, und sich im Simons Hau- se bey den Fiissen des Heilandes befand; und 4te Maria, die Schvvester des JLaza- rus und der Martha .) —Zu den Aposteln und berichtet ihnen: der todte Leichnam desHerrn ware gestohlenvvorden ! —Nach diesem kuriosen Berichte, gehen Petrus und Joannes selbst zum Grabe, n) — In Abvvesenheit der Magdalena, betreten die iibrigen Frauen indessen das Grab, und sahen — iip vordern Theile des Grabes ei- nen am Steine sitzenden Engel, o) Im Gra¬ be aber standen zwey Engel vor ihnen, p) n) Joan. c. ao, v. i n. s, vr. o) Matth. c, 28, v. 2, p) Luc. c. 34, v. 4« 8<5 wclche ihnen iiber die Auferstehung des Hcrrn, den Aufschluss ertheilten. (Man se- he Genes. c. 18 > v. 1 —4, was da Abra¬ ham sah!) Ob solchen Anblickes erschiit- tert und vervvorren, eilen diese guten Frau- en das Geschehene den Aposteln zu er- zahlenj aber auf dem Wege zu den Apo¬ steln begriffen, — kommt ihnen der Hei- land entgegen, griisset sie!— und sie tre- ten zu ihm, umfassen (vor Freude) seine Fusse $ und bethen ihn an. — q) Mitlervveile kommen Petras und Jo- annes , mit der nochmahl zuriickkehrenden Angst- und Gedankenvollen Magdalena, bey dem Grabe an- Peirus (Apostelfiirst) steigt in das Grab, — und findet Alles so, wie ihm Magdalenahinierbrach* te. — Die zwey Apostel entfernen sich, aber — Magdalena kann nicht vveg vom Grabe! — Jetzt, ganz alleinj biickt sie sich ins Grab hinein, und sieht mit ihren Thranenperlenden Augen — die Engel, -vvelche sie aneprechen: ,,Weibl ivas icei- nest du?“ r) Nach der Antvvort macht sie sich auf den Riickvveg, und sieht— den Herrn, in der Gestalt eines Gartners. rr) §. 14- Sonach stand Chri st us auf von den Todten, in iter Ferie, (wir nennen sie q) Mattli. c a8, v. 9. r) Joan. c, 20, v. i3 — -«7- rr) Joan. e. 2.0, v. i5. — 372 dessvvegen den Tag des Herrn ) den25ten Marž, am friihesten Morgen. — Er erschien: Erstens, den auf dem Wege vom Grabe begriffenen Frauen. Zweytens , der Maria Magdalena, nach besehenem Grabe. Dritlens , den nahmlichen Tag dem Pe- tras. s) Vierlens , den nach Emaus reisenden Jiingern. t) Funftens , den Aposteln , als sie ohne Thomas, im Hause versammelt vvaren. u) Sechstens, nach acht Tagen , am lten April, den versammelten Aposteln in An- •vvesenheit des Thomas, v) Siebentens , den an dem See Tiberias Jischenden Aposteln , w) wo Christus dem , ihn dreymahl verleugnenden nun aber durch dreyfaches Bekenntniss abbiissenden Pet rus seine Kirche anempfahl. x) Achtens, mehr als 500 Briidern zu- gleich. y) Viele hcilige Vater z) sind der Meinung, das diese Erscheinung die so oft versprochene Erscheinung in Galilaa \var. Neuntens , dem Apostel Jakob, a) — Wann diese drey. letzten Erscheinungen Statt fanden , ist ungcwiss. Aber gev^iss ist es, dass er sich durch 40 Tage den s) Luc. c.a 4 j v. 34 - t) Luc. c. 24, v. i 3 . n) Joan. * c 20, v. 19 v) Joan. c. 20, v. 16. w) Joan c. ar, v. i. x) Joan. c 21, v. 17. y) 1 Corinth. c. i 5 , v. 6. z) Hieronym c. 7 nnd Audere. a) 1 Corinth. c, i5, v. 7. Aposteln lebend zeigte, (und zu versehie- dcncn Zeiten,) und dass er zu den Apo- steln von dem Reiche Gottes sprach. b) Zehntens, nach seiner Auferstehung 40 Tage, den 5ten May, 5te Feriet „BejTahl Christus, dass sich die sl post el nicht von Jerusalem iveg begeben sollen, bis sie mit Kraft aus der Hohe erfiillet tuerden ; und nach dem Tische fiihrie er sie hinaus bis nach Bethanien, (ara Ohlberge lie- gend,) und hob die Bande auf, seg- nete sie, schied von ihnen , und fuhr gen Himmel." c) Und „eine TVolke nahm ihn vor ihren Augen auf.“ d),, Und er sitzet zu der Rechten Gottes.“ e) — Und „seinen Sitz im Himmel (so lange) nehrnen muss , bis alles hergestellet ist, ivas Goti durch den Mund aller seiner Propheten, die vom Anfange gewesen sind, geredet hat" — f) b) Apostelg. c i, v. 3 . c) Luc. c. 24, v> 5 i. Apo- stelg c. i,v. a. Marc c. 16, v. 19, d) Apostelg- c. i,v. 9 e) Marc. c. i6, v. 19. f) Apostelg* c. 3 , v. ar. — 374 — hie- Lpo- >) j ; 40 r ahi von mit und aus lie- Vi er ter Abschnitt. V on den Thaten der Apostel, und andern Be g e b e n he it e n, die bi s z ur VeriviistungJerusalems, und bis zum Tode des heiligen Ev angeli s ten Jo annes sich zu- getragen hatten. teg- und c) — Er prediget Christum zu Da¬ ru as c j d) dann geht er nach Arabien, kommt aber bald nach Damasc zuriick, e) und bleibt hier durch 3 Jahre. f) w) SoBaronius. x) Apostelg. c. 8, v. r. y) Apo- stelg.c. 8, v. h. z) Apostelg. c. 8, v 9U. s. w. a) Apostelg c. 8, v. 27. h) So Baronius. c) Apostelg. c 9. d) Apostelg. c. 9, v. 20. e) Ga- lat. c. i j v. 17. f) Eben da selbst. 25 * 377 Nach gestilltem ersten jiidischen Auf- ruhr, untl nachdem Tiberius Denjenigen mit dem Tode drohete , vvelche die Christen anlilagen vviirden j g) lebten die Christen im Frieden in ganz Judaa, Galilda und Samaria. h) Zu Lydda macht Petrus einen Gicht- briichigen (mit Nahmen Aneas) gesund. i) — In Joppe, machte er den todten JDor- cus lebendig. k) — Nachdem Petrus die Leintucher , vvelche voli Schlangen vva- ren, sah, vvirdihm das Evangelium zupre- digen befohlen, auch den Heiden. 1) Er vvird demnach zuerst von dem heidnischen Hauptmann gerufenj und er tauft seine ganze Familie. m) Der heilige Jakob, Sohn des Zebeda- us, geht nach Spanien. Im Herbst dieses Jahres nahmen die 70 danielischen Jahr- zvochen, oder 490 Jahre, ihr Ende. Im 22ten Regierungsjahre des Tiberi- ugj im 80ten jul. Jahre, im 5ten Jahre nach Christi Tode, kommtVitelluis als Staathalter nach Syrien und Marcellus nach Judaa. — Pilatus vvird abgesetztj seine Anklags- puncte aber werden nach Rom gebracht. m) g) Tertull.inseiner Schutzrede, Eusebiusin seiner Chronologie, bereugen diess. h) Apostelg. c. 9, v. 3 i. i) Apostelg. c. 9, t. 32 , k) Apostelg- c. 9,v. 36 . 1 ) Apostelg. c. to, v. 911. s. w. m) Joseph 17. B. Alterth. c. 5 . Ado und Cassiodor in der Chronologie, bezeugen diesen Frieden, 378 — Vitellius nimmt auch deni Caiphas das Amt, und da dleser Letztere seines Le. bens iiberdriissig wird, todtet er sich selbst. n) Das nahmliche Loos hat Pilaius zu Wienne in Frankreich $ satt seines Le* bens, ersticht er sich mit seiner eigenen Hand. — So auch Annas , des Caiphas Schvviegervater. o) Im 23ten Regierungsjahre des Tiberi- us, im 81 ten jul. Jahre$ im 6 ten Jahre nach Christi Tode — griindet Petrus am 22 ten Februar, seinen bischoflichen Sitz zu An- tiochia, nachdem 1 Monat vveniger, als 5 Jahre nach Christi Tode, verflossen -mi¬ ren. Er ist 7 Jahre Bischof in Antiochia • (Nur 1 Monat und 5 Tage vveniger.) p) Carion, im 3ten Buche seiner Chronolo- gie fiigt hinzu : Petrus vvare 5 Jahre vor- her in Judiia gevvesen, bevor er in An¬ tiochia seinen Sitz aufschlug. Auch in der sizilianischen Chronik wird der antiocheni- sche Sitz bezeichnet, unter den Konsuln Plautias Lelianus , und Sexliis Papirius Galienus ; das ist, im 81 ten jul. Jahre. Auch Erasmus von Rotterdam setzt Petri-Stuhl 5 Jahre in Judaa, und 7 Jahre in Antio¬ chia, vor dem 2ten Jahre des Kaisers Clau- dius. pp) n) Clemens Alexand. 8. B der Constitutionen. o) Niceph.a. B. derGeschichte ; und Joseph ia. B. Altertli. c. 36. p) Pererius in disciplin i.Vor- rede in Brief an die Romer. pp) Erasmus Rei- se Petri und Pauli. — 579 Nachdem Panlas game 5 Jahre in Damasc Christum predigte, vvurde er von den Juden, und dem Konige Areta, inden Kerker geworfen$ allein er entflieht, in ri¬ nem Korbe iiber die Mauer binabgelassen , undkommt dann auerstnach Jerusalem, um Petnim zu sehen, und bleibt da 15 Ta- ge. q) Er kam sonach im Anfange des Jah- res nach Jerusalem , bevor Petrus seinen Sitz zu Antiochia aufschlug. §189 §• 3 ’ Kaiser Tiberius stirbt den i G ten Marž in seinem 78 ten Lebensjahre. Sein Nach- folger in der Regieruug ist Cajus Calign- la , vvelcher dem Herodes Agrippa — (Soh- ne des vom Herodes Ascalonita durch’& Schvvert getodteten Aristobolus, (Nefen des Antipas J) vvelchen Agrippa Kaiser Tiberius , vvegen Anwiinschung eine3 baldigen Todes, in Ketten legen liessj) ■— mit Freuden die Freyheit vvieder gabj statt der eisernen mit eben so schvveren goldenen Ketten beschenkte, und ihn aum Konig von Judaa machte. r) Diessgesehah im iten Regierungsjahre des Caligula$ im 82ten jul. Jahre j nach Christi Tode 7 Jahre. Als Herodes Agrippa von Rom durčh Alexandria nach Judda reisete, war er 8. f) Apostelg c i3, v 3. g) 2Corinth.c. 13, v a, h) So Euseb. zumaten Jahre des Clau- lind ges sen seli Re Ro Jih las Jai na ec sc sc P 1 Sl d IV g t d i ( — 384 — -Ter bey :eln lem tio- g e - •en kt, ief en fir- ih 7 s- rn m f- n h > J Der heilige Pet rus ivird Bischof i) tind wird mit Barnabas unter die Heiden. gesendet. k) — Petrus schreibt zu Rom seinen ersten Brief, weil er am Ende des- selben (bey den Alten ist, und fast mit Recht, durchgehends die Meinung) statt Rom, Babilon datirt, und sammt seinem Jiinger Marcus, die Glaubigen griissen lasst. — Marcus verlasst Rom das nahmliche Jahrj — da er sein Evangeliura, kk) bald nach der Zerstreuung der Apostel .1) ge- echrieben hatte 5 so wurde er dann alsBi¬ schof nach Alexandria in Aggrpten ge- schicktj im 3 ten Jahre der 205ten 01ym- piade, sagt Busebius. Herodes Agrippa , nachdem er zu Ca- sarea die abgottischen Worte; (diess ist die Stimme eines Gottes, und nicht eines Menschen!) in die das Volk ausbrach, mit geheimen Wohlgefahlen aufgenommen hat- te, \vurde bald darauf von einem Engel des Herrn, mit einer Krankheit gescblagen, in derihn die Wiirmer frassen, und erauch gleich darauf starb. m) dius. Hieronym. von den Ibrchl Schrifstellern. Innocenz der ite.Beda von den secbsWeltaltem Freeulphu8, Haymo und alle Iiatholisclien. i) Apostelg. c. i3, v. 3. U) Apostelg c. i3, v. zm¬ leli) Die syrischeUibersetzungzuletzt. 1) Marc. c. i6,v. 20 . m) Apostelg c 12 , v 23im3ten Jahre des ClaudiuSj wie alle Geschichtschreiber bezeugen. — 585 — lhra folgte sem Sohn Agrippa der Jiingere, n) doch nur erstnach vier Jahren. Im 4ten Jahve des Claudius , im 8Qten jul. Jahrej undim l4ten Jahre nach Christi Tode, —— nachdem Paulus and Barnabas die Lander Cypern, Salamin, Paphos und Seleucia bereiset hatten, bekehrten sie de n Proconsul Sergius Paulus, zum christlichen Glauben, wo auch Paulus den Zauberer El^mas mit Blindheit scblug. o) Hier war es, wo Saulus seinen Nabmen | in Paulus vervvandelte. p) Von da reise- ten sie nach Pergen in Pamphilien , und Anliochia in Pisidien , aber von den Ju« den rertrieben, vvendeten sie sich nach Iconien zu den Heiden. q) Im fdnften Jahre des Claudius be- kehren sie in Iconien sowohl Heiden , (wor- unter Thecla } als auch Juden , zu Chri- sto j sie flohen aber, als man sie steinigen vvollte, nach Iconien und L^stra. r) Ein Jahrdarauf, beilt Paulus einenlah- men Mann. Nun wurde Barnabas (vvahr- scheinhch seines aussern Ansehens wegen) Jupiter, Paulus aber Mercurius 'vom Vol¬ ke genannt, s} aber (wie derPobel zu machen pflegt,) bald darauf steinigte man den Paulus, undschleppte ibn gleich einem Todten aus der Stadthinaus. DurchHiilfe seiner Jiinger n) Joseph ig.B.c 8. o) Apostelg. o. i3, v. n. p) Apostelg c. i3, v. 9. q) Apostelg. c. i3,v. >4- r) Apostelg. c i4,v. i, s^Apostelg. c, i4jV- — 386 liommt er nach Derben j t) ron da nach Lystra Szuriick', dann nach Iconien und Antiochia in Pisidien, in welchen Orten er die Jiinger starkte. u) Nachdem siedas Wort des Herrn, auch in Pamphilien pre- digten, zogen sie durch Pergen nach At- iolien. v) Nach vierjahrigen Reisen , kommt Pan - lus mit Barnabas nach Antiochia in rien zuriick, und bleibt da 2 Jahre. w) Diess geschah im Tten Jahre des Claudius, im Q 2 ten jul. Jahre, und im iTten Jahre nach Christi Tode. Es lehrte demnach das Jahr darauf^ Paul ni in Antiochia , Pet rus aber in Rom. Von Rom aus schickt Petrus, durch ver- schiedene Stadte und Lander, Bischofe.— Der jiingere Agrippa, erhalt endlich das vaterliche Reich, im 8ten Regierungs- jahre des Claudius, und im 17 ten Jahre vor dem Anfange des jiidischen Krieges. x) §• 6. §192 Im iQten Jahre nach Christi Tode, ent- steht zu Antiochia ein Streit wegen der Beschneidung u. s. w< Paulus wird mit Barnabas zum drittenmahl, nach Jarusa- lem zu den Aposteln geschickt, welche t) Apostelg. c 14, v. 18. u) Apostelg. c. i 4 , v ao. -r) Apostelg. c. 14, v. 24. w) Apostelg. c, 14 , v. a 5 . x) So Joseph. — 387 — unter Vorsitzdes Petrus, (der wegen Ver« treibung aller Juden aus Rom, dem Kaiser Claudius weichcnd, sich nach Jerusalem zuriick begab,) das erste allgemeine Con « cilium hielten , vvorin sie beschlossen hat« ten; dass das Ceremonial-Gesetz desMo- ses , die Christen nicht verbinde. z) —Die- sen Ausspruch bringen Silas und Judas nach Antiochia , in Begleitung des Pau- lus und Barnabas. a) — Bald folgt ihnen auch Petrus nach, welcherbey dieserGe- legenheit »om Paulus zurecht gewiesen wird. b) Von Antiochia begibt sich Bar* nabas mit Joannes Marcus nach Cypern) Paulus aber mit Silas bereiset Syrien und Cilicien. c) Und als er durch JDerben nach L.ystra kommt, beschneidet er dort den Timotheus. d) Mit Diesem reiset er nach Phrygien und Galatien, Allein, es wird ihm vom heiligen Geiste verbothen, in \Asi* en das Wort Gottes zu verkiinden. e) — Nachdem er, Mysien durchgereiset, und nach Troas kommt, \vird er durch ein Ge * sicht, von einem macedonischen Manne eingeladen, nach Macedonien zu reisen.f) Er schifft sich sonach ein, kommt nach Samothracien , geht nach Neapolis und P) di( le. g e \vi di J ei li« g' n; JS ri d b l x \ z) So Hieronym.und Apostelg.« i 5 undGalat c. 3, v. i. a) Apostelg c. i 5 , v. 23. b) Galat c. 3 , v. 11. c) Apostelg. c. i 5 , v. 3 g — 4 1 - d) Apostelg c. 16, v. 1. e) Apostelg. c. 16, v. 6. f) Apostelg. c. i 5 , v. 9. — 388 — Philippi, wo er die PurpurkrammerinnLy- dia bekehret, und aus einer Sclavinn den Wahrsagergeist vertreibt. g) Bey dieserGe- legenheit wird Paulus mit Ruthen geschla- gen, allein als romischer Burger erkannt, wird er vvieder frey gelassenj h) undgeht ilurch Amphipolis und Appollonia nach Thesalonich. i) Hier erregen die Juden emen Auflauf, auswelchem Pa«/«jnacht- licher VVeile, von den Brudern nach Beroe gebracht wird , und von da nach Athen> nachdem er den Si/as und Timotheus , zu Beroe zuriickgelassen hatte. k) Zu Athen predigt Paulus, und bekeh¬ ret den Dionj^s Areopagita, J) und von da begibt er sich nach Corinth. m) Hier bekehrt er den Vorsteher der Synagoge, Crispus. n) — Als Silas und Timotheus nach Corinth kommen, schreibt Paulus von da aus, seinen ersten Brief an die Thessaloniker ; im 20ten Jahre nach Chri- sti Tode, undimioten Jahre des Claudius. Als Paulus das 2 te Jahr zu Corinth ist, schreibt er den zwejylen Brief an die Thessaloniker. o) — Paulus wird vor den Richterstuhl des Proconsuls Gallio gefuhrt j] (Bruder des Seneca ,) >— aber g) Apostelg. c. \b, v. i 4 - u. s. w. h) Apostelg c. \ 6 , v. 23 . i) Apostelg. c 17, v. 1. k) Apostelg. c. 17,v 5 — i 5 . 1 ) Apostelg. c. 17, v. 16. m) Apostelg. c. 18, v. 1. n) Apostelg. c, 18, V. 8. o) Apostelg. c. 18,v. 11. — 389 — §193 unversehrt entlassen. p) — Nach vielen Tagen begibt er sich nach Syrien , und lasst sich vvegen des Nazaraer-Geliibdes, zu Cenchris bescheeren am Haupte. (Im Hafen von Corinth. g) §. ?. Im 12ten Regierungsjahre des Clau- diusj im Q 7 ten jul. Jahre j und im 22 ten Jahre nach Christi Tode landet Paulus za Ephesus , r) aber sich hier nur vvenig ver- vveilend, s) hehret er nach zuriickgelasse- nen Priscila und Aquila, nach Časarea , und von da nach Jerusalem zuriick/VVahrend dieser Zeit scheint die heilige Gottesge- bahrerinn gestorben zu seyn, t) im Jahre 48 nach Christi Geburt. Von Jerusalem begibt sich Paulus nach Antiochia , u) dann nach Galatien und Phrygien, und starket iiberall die Jiinger. v) — Apollo , vom Aquila und Priscila zu Ephesus in dem Worte des Herrn unterwiesen, bekampft die Juden zu Corinth in ihrem Glauben. w) In eben diesem i2ten Jahre des Clau- dius, im 4ten Jahre der 207ten 01ympia- de wird der heilige Philippus zu Hitro- p) Apostelg. c. 18, v. is, q) Apostelg. c. 18, v. >8. r) Apostelg. c. t8, v. 19. s) Apostelg. c. 18, v, 20. t) Epiphanius und Andere bey Baronius. u) Apostelg. c. 18, v. 22. v) Apostelg. c. 18, v. 28. w) Apostelg c. i8, v.a4) undc, 19, v* 1. — 390 — polis in Phrygien gekreuzigct, und mit Steinen bed&ckt. x)(Das gte Jahr des Clau- dius harmonirt auch mit dem iten Jahre der 207ten OIympiade.) Im I3ten Jahre desClaudius, im 98ten jul. Jahre, und im 23ten Jahre nach Chri- ti Tode, hommt Paulus nach bereisten obern Theilen Asiens nach Ephesus, und bleiht da 2 Jahre und 3 Monate. y) Darum z) sagt er: Er ware daselbst 3 Jah¬ re geblieben. Ob er dort mit wilden Men- schen oder wilden Thieren liampfce, ist nicht zu entscheiden. a) Durch seine Schiveisstiicher, und durch seinen Giirlel, hatte er Kranke gesund ge- macht, und Teufel ausgetrieben. b) Bey Gelegenheit der 7 Sohne desJuden Sceva, welche bose Geister beschvvorten, hatten sich viele Epheser za dem vvahren Glau- ben bekchret. c) §• 8 . Nach dem Tode des64jahrigen, und 13 Jahre und 8 Monate regierenden Kai- sers Claudius, d) hatte die zweyte Gemah- linn desselben slgrippina, — nachdem sie x) Eusebiusund Solinus. y) Apostelg.c. 19, v. 10. z) Apostelg.c. 20, v. 3i. a) 1 Corinth. c. i5, v. 32. b) Apostelg.c. 19, v. 11. c) Apostelg. c. 19, v. 14. d) Suetoninsin Claud. c. 43, und Dio Cass. B. 60. 26 — 391 — ihren Gemahl vergiftet, und dessen Sohn Britanicus, von der ersten Gemahlinn Mes- salina, gleichfalls durch Gift aus dem We- ge geraumt hatte —ihren i7j'ahrigen Sohn JVero auf den kaiserlichen Thron gesetzt. e) Von dieser Agrippina hat die Stadt Edin am Rhein, dic Benennung Colonia Agrip- pina erhalten. Denn da ihr Vater Germanicus , eine romische Colonie hier (in der Stadt der Ubier ,) in 4 Jahrenerrichtete, wurde wah- rend dieser Zeit die Agrippina hier ge- boren. Im 2ten Jahre des Nero, im lOOten jul. Jahre, und im 25ten Jahre nach Chri- sti Tode — schreibt Panlus den ersten Brief an die Corinther. Nach dem mit dem Tode des Claudius aufgehobenen Edic- te, vvelches den Juden nach Rom zu rei- sen verbothen hatte, denkt Paulus, nach vorher bereiseten MaCedonien, Acha » ja, und Judda, nach Rom zu gehen. f) Bey Gelegenheit des von dem Deme- Irius zu Ephesus erregten Aufruhrs, und des silbernen Tempels der Diana, wurde Paulus leicht dahin gebracht, Ephesus zu verlassen. Er geht nun , nach zuriickgelas* senem Timotheus daselbst, nach Mače - donien. g) Aus Macedonien schreibt er e) So Joseph, f) Apostelg. c. 19, v. 21. g) Apo- stelg. c. 19, v. 24 und c. 20, v. i,und 2 Corinth. C. 3 , v. l 3 . — 392 —» den trsten Brief an den Timotheus. Von da begibt er sich nach Creta, und stellt den Tit us dort als Bischof, wie zuvorden Timotheus in Ephesus auf. h) §• 9- Paulus entscbliesst sich im JVero's 3ten Regierungsjahre, im toiten jul.Jahre und im 26ten Jahre nach Christi Tode, nach bereistem Griechenlande, in Nicopo- lis zu uberwintern. i) Von hier aus schreibt er den Brief an Tifus, und beruft ihn zu sich. k) Auch der Brief an die Galater, scheint von ihm in jNicopolis verfasst zu sejn, so vvie auch der zvoey~te Brief an die Corin- ther. Gleich darauf reiset er ab, und in dem Hafen von Cenchris schreibt er den BrieJ an die Bomer. Philippi verlassend, schifft er sich nach Troas ein , und bleibt da 7 Tage. 1) Hier vvecket er den todten Jungling£ii^cAa^,zum Leben auf, m) Von hier reiset er nach j 4 sson, Mitylene, Chi- os, Samos, und kommt in Miletus an. n) Hieher beruft er die Altesten und Vornehm- sten von Ephesus zu sich, und nach ge« nommenem riihrenden Abschiede von ih« nen, o) schifft er von Miletus nach Cous, h) AdTitum c. i,v. 5. i) Apostelg. c. 20, v 3. k, AdTitum c. 3, v. 12. 1) Apostelg. c. 20, v. 6. m) Apostelg. c. 20, v. 9. n) Apostelg. c. 20, v. 18. o) Apostelg. c 20, v. 17. u. s. w, 20 * — 393 danil nach Rhodus, Tyrns, Ptolemais, Casarea, p) wo d er Prophet Agabns, dem j PauZiis jerusalemitanische Ketten, und Ban¬ de verkiindiget. q) Wie er beschliesst, so r) kommt er i/virklich zu Pjingsten in Jerusalem an, und zwar zum 4ten und letztenmahle. In dem Tempel, obvvohl unschuldig,- v/are er fast von den Juden getodtet wor- den, hatte ihn nicht der Tribun ihren Han- den entrissen. s) Dieser schickt ihn gebun- dennach Casarea zum' Staathalter ss) vvelchen Paulus durcb seine Beredsamkeit erschiittert, aber sich selbst nichts erleich- tert. t) Der Nachfolger des Felixwvr&Por- tius Festus, vvelcher geneigtwar, denPan- lus nach Jerusalem abfiihren zu lassen; doch Paulus appellirt an den Kaiser, u) Bevor er abgefiihrt wird, vertheidiget er eeine Sache vor dem Konige Agrippa, (dieser war der altere Sohn des verstorbe- nen Agrippa und sein Nachfolger, v) und der Berenice. w) Nun schifft er sich mit dem Hauptman¬ ne ein, und reiset nach Sidon, Cypern und Lystra.~>t) Bald darauf leidet er Schiff- bruch. y) Allein er kommt mit allen semen p) Apostelg. c. ai, v. 8. q) Apostelg. c. 21, v. io< r) Apostelg. c. ao, v 17. s) Apostelg, c. 21, v. 27 — 33. ss) Apostelg. c. s3, v, 33. t) Apo¬ stelg. c. 24, v. 25. u) Apostelg c. 25,.v. 11. v) Apostelg. c. 25, r, i3 und c. 36 w) Joseph. x) Apostelg. c, 27. y) Apostelg. c. 27, v. 4 1 * — 504 — Schiffsgefahrten glucklich nach Malta. *) Baronius glaubt, der heilige Lucas habe im nahmlichen Jahre sein Evangeli- um geschrieben. Cornclius aber meint, er hatte diess friiher gethan. a) Im 4ten Regierungsjahre des Nero, im i02ten jul. Jabre, und im27ten Jahre nach Christi Tode, verlasst Paulus nach drey Monaten Malta, und fahrt nach Sj^racus, b) von da nach Rhegium und Puteoli, c) und endlich zu Lande nach Rom, d) den Oten July. In Rom vvurde ihm erlaubt, nach sei- ner Willkuhr sich privat logiren zu kon- nen, jedoch nicht ohne Soldaten, die ihn bevvachen sollten. — Dieses Haus vvard in Folge der Zeit, in eine Kirche verwandelt, mit dem Kalim en: Heilige Maria in der hreiten Strasse. Paulus bleibt 2 Jahre so, und predigt Christum £rey. e)Seyes,dass ihm aus Furcht vor dem Nero , alle seine Angehorigen verlassen , so steht ihm Chri - st us um so besser an der Seitej er rettet ihn vor dem Rachen des Lomen, f) Zu Rom verfasst er den BrieJ' an die Philip- per, und schickt ihn durch ihren Bischof Epaphrotidus. Eben so schickt er den Ty- chicus mit dem Briefe an die Epheser. In z) Apostelg. c. 28, v. 1. a) Apostelg, c. 16, v. 10. b) Apostelg. c. 28 , v. 12. c) Apostelg. c. 28 , v. i3. d) Apostelg. c. 28, v. 14. e) Apostelg- c. 28, v. 3o, f) 2 Timoth, c- 4? v. 17. — 395 seinem 2ten Jahre der Gefangenschaft, schreibt Paiilas seinen Brief etn die Co¬ lo.t ser 3 an den Philemon $ und an die He- braer. §196 §• 10. Im 6ten NerOnischen, im i04ten jul. Jahre, und itn 29ten Jahre nach Christi Tode, also nach uberstandener zweyjahri« ger Gefangenschaft zu Rom, vvurde Pau * lusiom Kaiser Nero auf freyenFuss gesetzt. Nun bereiset er, das Evangelium mit heiligem Eifer verkiindigend, verschiede- ne Provinzen, und nahmentlich Spanien. Aber der heilige Lucas , nach vorher ge« endigter Apostelg.eschichte t begab sich von Rom nach Griechenland , doch so, dass er, durchreisend die Lander Dalmatien, Gallien und Italien , uberall das Wort des Herrn verkiindigte, endlich aber im 84ten Jahre seines ledigen Standes, (im 6tenRe* gierungsjahre Fespasians,) sein Apostel* amt bey der achaischen Stadt PatraS , mit dem Martyrtode hronte. g) In diesem Jahre nimmt der vvilde Ne- ro, seiner Mutter Agrippina das Leben! — Diese Gnade h) hat der grausame Sohn seiner Mutter nicht nur darum erwiesen ( weil sie ihn geboren, sondern vveilsie ihm auch zur Regierung verholfen hatte! g) So Boronius. h) Sagt Joseph 29. B. c. S. 396 — Im 7ten Regierungsjahre JVero’s, im i 05 ten jul. Jahre, undim 30ten Jahrenach Christi Tode, (zu Ostem) hat der heilige Jakobus, Bruder desHerrn, sein heiliges Leben mit dem Martyrtode beschlossen. Durch die Pharisaer von einem erhabenen Orte im Tempel, aufdenBoden desselben, gevvorfen, erhielt er von einem Schvvar- mer aus der niedrigsten Volksklasse, ob- vvohl sich der Priester aus dem Geschlech- te der &(tshab bey dem Volke seiner an- niramt, mit einem Stdcke Holz, einen so starken Schlag auf sein Haupt; dass er unter diesem Streiche erlag. i) §. 11 . 519 ? Sein Nachfolger in der bischoflichen Wurde, vvar sein leiblicher Bruder Simeon. Der heilige Andreas, wird in diesem Jahre auch an das Kreuz geheftet, und stirbt den Martyrtod zu Patares im Acha - ju. k) Im 3»ten Jahre nach Christi Tode, vvird Barnabas in Cj^pern getodtet. 1 ) Der heilige Marcus vvird am vveissen Sonntage (Oster - Octav ,) die heilige Hand- lung eben am Altare verrichtend — ergri- fen, — und ermordet. m) i) SoHieronym. von beriihmten Miinnern ; Eusebi- us und Freculphus, in ihrer Chronologie, Nice- plius B. a. Geschichte c. 38 und Andere. k) Onuphrius. 1) Onuphrius. n») Griechische — 397 — $198 Marcns Jocinnes aber ist eine ganz andere Person, und Geschvviester- Kind mit Barnabas gevvesen. n) Simon und JudaS, werden im nahmli- cben 31 ten Jahre nach Christi Tode — in Persien getodtet. nn) In diesem Jahre, o) lasst auch IVero seine Gemahlinn Octavia und Schwester zugleich, (aber aus der Mutter Messalina) im Bade durch Dampf ersticken, denroten Juny. §• 12 - Im gten Regierungsjahre des '\Nero, im 107ten jul. Jahre, ; und im 32ten Jahre nach Christi Tode, erscheint, 4 Jahre vor dem letzten jiidischen Kriege, ein Bauer mit Nahmen Jesus Anonas, in Jerusalem bey dem Tabernakelfeste, und schreyt laut im Tempelauf: Val Vd! wider Jerusalem ! Bine Stimme von Orient! Eine Stimme von Occident! Eine Stimme von den vier JVindenl -^-Mannimmtihngefangen, geis- selt ihn, fragt ihnj sagte aber nichts, son- dern schrie stets das Nahmliche durch 8 Jahre bis zur Zerstorung Jerusalems, wo Menologie, lateinischeMartyrologium, Euseb. Hieronym. Isidor, u. s. w. n) Apostelg. c. i 5 , v* 39 und 2 Timoth. c. 4, v. 11 , und Goloss. c. 4> v. 10 . nn) Onuphrius heiveiset diess besser alsBaronius, o) Tacitus «5. B. — 398 — er durch einen Stein, von den Romern auf ihngeschleudert, getodtet wurde. p) Rom vvurde im lOten Jahre Nero's, im i08ten jul. Jahre, und im 33ten Jahre nach Christi Tode, durch eine erschreck- liche Feuersbrunst heimgesucht, welche Nero selbst anlegte, aus Hass und Ver- laumdung gegen die Christen, die er als Brandstifter beschuldigte , und sie her- nach peinigte und marterte. q) Tacitus sagt: dass die Christen von der einen Seite von vvilden Thieren, von der andern von Hunden zerrissen, oder aber gekreuzigt, oder als Nachtfakeln mit Pech utmvunden, verbrannt vvurden. In diesem Jahre ist auch der heilige Mathias Apostel getodtet worden. r) Im 34ten Jahre nach Christi Tode, fangt Nero die bis nun nur privatim an- gestellte Verfolgung, jetzt offentlich und verordnungsmassig an. Sehr viele Menschen, selbst Vervvandte des Nero, vverden als Christen verfolgt, von vvelchen der heilige Paulus in seinem Briefe an die P/iilipper, Meldung macht. Sehr viele Senatoren, wel- che unter demVorwande,als hatten sie gegen den Kaiser konspirirt, vverden getodtet. Unter andern Nero's Lehrmeistcr Seneca, und Lucanus Anvcrvvandter des Seneca ; auch Paulus Lateranus Kandidat fiir das p) Joseph 7. B des Krieges c, 12, q) Tacitus 10, B. r) Onuphrius. — 399 §199 Consulat. Von diesem Letztern hat die, her- nach auf dem Berge Celio aufgebaute Kir- che den Nahmen, im Lateran erhalten, vvelche Constantin erbaute. t) Ferner tod- tet Nero seine eigene Gemahlinn Poppea , durch einen von ihm selbst beygebrach- ten, gevvaltigen Stoss in ihren Unterleib, vvodurch sie ihr Leben endigte. u) §. 1,3. ImMonateMay des i2tenneronisch.Jahres im 110. jul. Jahre,und im35tenJahre nach Christi Tode , — fangen die Juden, vvegen der Tyranney und des Geizes des Staathal- ters Cestius Flor us, den beriihmten Krieg mit den Romern an. Da das Osterfest der Juden in diesem Jahre auf den 8ten April fiel, so sah man um Mitternacht desselben Festes, am Hauptaltare des Tempels, ein so helles Licbt glanzen, dass im ganzen grossen 140 Ellen langen uu) Tempel, die Nacht zum hellsten Tage ward. — Eine Kuh gefiihrt zum Schlachtopfer, warf ein Lamm in der Mitte des Tempels. Dasaher- ne, mit der Kraft von zvvanzig Mannern sonst kaum geoffnete Fliigelthor des Tem¬ pels , schloss sich vam selbst auf u. s. w. t) Hieronymus 3o. Brief an Ocian. u) Tacitus , Dio und Andere. uu) Das heisst, der eigentli- che Tempel, dann das Allerheiligste 3 dann das Heilige und der Porticus, Den žiten May, sah man in der Luft eiserne VVagen, nndbewafneteHeere rings um die Stadtmauer. Am Pfingstfeste, Uesssich eine, durch den ganzen Tempel hdrbare Stimme ver- nehmen: fVandern wir von hier iveg ! v) Darum flohen auchdie Christen, eingedenk der Weissagung Christi, ausderStadt bin- aus, und begaben sich nacb der Stadt P tila, und in and ere vveit entfernte Orte. — Den 7ten September, am Sabbathe, fielen, vvahrend des furchterlichsten Mord- gewiihles, der Hohepriester Ananias , mit einer Anzahl anderer Juden. w) Der heilige Epiphanius im Buch von dem Maasse c. 9 sagt: dass dieses Jahrdas 65te nach Chrisi Geburt (nahmlich nach Dionys) gewesen vvare. Der heilige Hiero- nymussagtt dass diesesdas 35te Jahr nach Christi Tode war. AUes diess bevveiset, dass dieses Jahr das note jul. jahr, und das I2te Regierungsjahr des Nero gewe- sen ist. Joseph setzt noch hinzu: es ware das 2te des Cestius Florus , und das i7te Jahr des Konigs Agrippa des Jiingern , und von da an zabit er noch fiinf Ostern, bis zur Zerstorung Jerusalems durch den Titus. Damit der, so sehr durch Verfolgung des Nero in Verfall gerathenen Kirche, bes- v) Joseph 2. B. des Kriegesc 17. w) Joseph 2. B. des Krieges und Hegesipp in Acephal , und von Zergorting Jerusalemc. 44 < §200 — 401 — ser aufgeholfen wiirde, kommen das nahm« liche Jahr Pet rus, und bald darauf auch Paulus, nach Rom. Paulus bekehrt jetzt so- gar die, demKaiserlVero beliebte, unziichtig- ste Frauensperson, und fiihrt sie zu Chri- sto. Darum lasst Nero beyde Apostel, Pe- trum und Paulum, in den mamertini- schen Kerker vverfen. Der heilige Petrus schreibt im Kerker seinen zwej^ten Brief; der heilige Pau¬ lus aber Seinen ziveyten an den Timo- theus) und beruft ihn zu sich. Apollonius von Tj^and kommt nach Rom, nach Si¬ mon Magus. Kaiser Nero befiehlt, dass Vespasian aus Achaja nach Jadaa reiset, im sOten Jahre nach Christi Tode. Im Monate May hatte er Jolapata berennt, den iten July aber erobert. — Nero befiehlt noch im selben Jahre die Erdenge in Achaja zu durchgraben. x) §• 14 . Das 112te jul. Jahr, und das 37te Jahr nach Christi Tode, ist das i4te Re- gierungsjahr des Nero j vvenn man den Anfang seiner Regierung nicht von dem r3ten October (wo er die Regierung an- trat,) sondern , nach der Romer Art, von den Kalenden des Januars vorher zu zahlen anfangt, y) welches der heilige Lucas selbst x) JosephS.E.desKrieges.cA* y)SoHieronym. u.Beda, th Ja ki R' G hi M T Z( S! S ii b d d — 402 thut, da er die Taufe Christi in das 15 to Jahr des Tiberius setzt, Mach diesem Kal- liul nur, (denn sonst war eben sein i3tes Regierungsjahr verflossen,) — unter den Consuln Capito und Riifus — haben, der heilige Pet ras und heiliger Pa ul us, den Martyrtod , an einem und eben demselben Tage, den 2Qten Juny, jenerauf demKreu- ze mit zu unterstgekekrtem Haupte , die- ser, nach der Romer-Weise, durch das Schvvert, — erlitten. Dass ihr Martyrtod im 37ten Jahre nach ChristiTode geschah, bezeugen alle Schriftsteller auf der Welt, daher mag ich keinen dafur anfiihren. Indessen diess in Rom geschieht, mor- den sich in Judaa die Burger unter- einander, und die so genannten Eiferer veriiben fiirchterliche Grausamkeit, wel« che Joseph bescbreibet. Endlich im 58ten Jahre nach Christi Tode, wird Nero wegen seinerTyranney, 11 Monate nach dem Tode des heiligen Pe - trus und Paulas , von dem Senate verlas- sen. Er flieht aus der Stadt in ein Land- haus, (Villa) wo er sich mit Hiilfe desFrcy- gelassenen Epaphrotidus, selbst todtet, und zwar an eben jenem lOten Juny, an vvelchem er vor t Jahren, seine Gemah- linn Octavia ermorden liess. Er vvar 32 Jahre alt, und regierte i 4 Jahre. Mit ihm starb die Familie des Augustus aus. Servius Sulpitius Galba wird nun von den Soldaten zur Kaiserwiirde berufeny 403 — aber — er halt sich nur 0 Monate und i Tage auf dem Throne. z) §201 §• 15 . Vespasian erhalt Kunde von dem To- de des Nero ; als er eben sich anschickt, Jerusalem zu belagern. Unser so oft angefiihrte Geschicht- schreiber Joseph, vvelcber Priester, und in diesem Kriege zugleich auchTruppen- Anfiihrer war , wurde in diesem Kriege von Vespasian gefangen, Doch, da er dem Vespasian prophezeyte, er vverde nach Neros Tode, Kaiser vverden, so schenkte ihm Vespasian die Freyheit und das Le¬ ben. a) Nachdem Galba von den Soldatenge- todtet \var, kommt M. Salvius Otho auf den Thron, welcher nach 3 Monaten und 5 Tagen vom Vitellius besiegt, sich nur darum todtet, um durch sein Leben kein Biirgerblut fliessen zu machen! — Vitellius erhalt nun die Regierung, und behalt sie 8 Monate und 5 Tage. — Indessen nahm Vespasian mehrere jii- dische Stadte einj aber am lten Julywird er von seiner Armee zum Kaiser ausgeru- fen. — Drey Monate darauf lasst er den Vitellius todten. (30ten September.) z) So Taeitus, Suetonius, Eusebins und Andere. a) Eusebiugi — 404 — Die Schroeichler Vespasians verbrei- teten das Gerichtj Vespasian ware der MessiaS der Juden, und durch die Gau- keleyen des Apolloniusvon 'Tj'and , schien er einen Blinden sehend, und einem Kran- ken seine Hand gesund gemacht zu ha. ben, b) §. 16. Im 2ten Regierungsjahre Vespasians j im n5ten jul. Jahre j und im 40ten Jahre nach Christi Tode, — erreichte Jerusa- lem sein trauriges Ende l Bey seiner Abreise nach Rom, Hess Vespasian seinem Sobne Titus, die Been- digung des judischen Krieges uber. Titus fangt zu Ostem, als eben von allen Seiten die Juden, des Osterfestes vvegen, der Stadt Jerusalem zueilten, dieselbe zu belagem an. (Den i4ten April.) Er umschliesst die Stadt auf allen Seiten mit einer doppelten Mauer, vvelche den Biirgern alle Flucht unmoglich macht. — Den gten des Mona- tes Ab, (4ten August) dringen die Romer in den Tempel ein. (Also am Sabbathe, da eben die Priesterklasse Jojarib ihren Dienst im Tempel hatte. c) — Am folgenden Ta- ge ist der Tempel in Brand gesteckt, und zwar an eben jenem verhangnissvollen Ta¬ §202 b) Tacitus r.B. c. 4 -Sueton,in Vespas.c. 7. c) Jo¬ seph 7. B Krieg c. 9, Auch Sedet - Olam. 405 — ge, an welchcm dieser Hnter 'dem Nalu « chadnezar, clurch den Nabuzardan j d) in Flammen aufging. e) Auch damahls war die Klasse Jojarib im Tempeldienste be- griffen, und die Chorsanger sangen damahls wie jetptunter Titus, auch den Q 3 tenPsalm: ,,Er ivird ihnen ihre Unbild vergelten, und in ihrer Bosheit ivird er sie vernich- ten; vernichten ivird sie der Herr unser Gott!“ Endlich ist Jernsalem erobert und ein- gencmraen , und die Flucht und Zerstreu- ung der Juden hatte am 8ten September be- gonnen •, 5 Wochen nach der feindlicben Be- machtigung des Tempels. Alles dieses be- schreibt Joseph, f) Daraus erhellet, dass jenes Jahr das 1 i5te jul. Jahrj nach Dionys das 7Qte Jahr nach Christi Geburt; das 40 te Jahr nach dessen Tode war$ ferner dass damahls der Mondenzeiger 14 , der Sonnenzyclus 23, Epakten *, Martyrolo- gialbuchstab P , und des Sonntags G war. Katholiken und Protestanten unterzeichnen diesen Kalkul. Und so ist nach dem Untergange der Stadt, auch die jiidische Sinagoge schimpf" lich begraben vvorden. Denn auch der an- dere jiidische Tempel zu Alexandria in Agypten, der mit dem zu Jerusalem riva- d) 4 Ronig o.letzt. v. 8. e) Joseph, f) Joseph Au- genzeuge 5. B. desltrieg. c. i,u. g. w. DioCass. Hegesipp. — 406 — lisirte, vvurdc, nachdem er 233 Jahre ge- standen, vvegen eines Aufruhrs der Juden, auch zu Alexandria, auf Vespasians Befehl, zerstoret. Diess geschah im folgenden 3ten Regierungsjahre Vespasians, §• n - §203 Titus triumphirt in Rom nach unter- vrorfenem Judenlande. Ira ganzen Kriege waren 1100000 Juden umgekommen, 97000 aber wurden gefangen genommen. g) Der heilige Bartholomiiuswird in Per - sien, lebendig geschunden, zuletzt aber nocb gekopft. h) Im 42 ten Jahre nach Christi Tode, laugnen Ebion und Cerinthus die Gottlich- keit Christi, und sie werden beltampft vom heiligen Joannes, von Dionys und von Ignatius. Im 43 ten Jahre nach Christi Tode, wird der heilige Thomas in Indien getodtet, i) und der heilige JLucas das Jahr darauf, bey der achaischen Stadt Palras, — Vespasian stirbt69 Jahr alt,den24ten Juny, nachdem er 10 Jahre regiert hatte. Also im I 23 ten jul. Jahre, und im 48ten Jahre nach Christi Tode. Ihm folgte scin Sohn Titus , vvelcher das ungeheuere Am~ philheater zu Rom aufbaute, das noch g) Joseph 7. B. deg Krieges c. 17, h) Onuphriu*. i) Onuphrius. 27 — 40" — gegemvartig Erstaunen erregt, und ein Kunstvverk der alten Baukunst, aber auch die Verzweiflung der neuern ist! Titas, dieser, nur nicht gegen die Christen, sonst aber gegen alle seine Un- terthanen, so gute Fiirst, stirbt den I 3 ten September 41 Jahre alt. Domitian wird sein Nachfolger, (war Konsul zum i2ten Mahle mit Serv. Cornel. Dolabella) Er stellt die gymnastischen Ubungen und Spiele auf dem Capitolio auf, ‘vvelche statt der 01ympiaden, alle vier Jahre gehaltenvrarden j mit diesem Jah¬ re hatten sie begonnen. k) Im 12 ten Regierungsjahre Domitians, im 137 ten jul. Jahre, und im 62 ten Jahre nach Christi Tode , vvelches Jahr Ptolemči- ns mit dem 840ten Jahre der Nabon- As- sarschen Ara vergleicht, (angefangen von 31 ten July,) — vvurde der heilige Joan- nes von dem asiatischen Proconsul von Ephesus gebunden , nach Rom geschickt. Hier vvird er vor dem lateinischen T hore, in einen Kessel voli siedenden Ohles ge¬ le gt, nach des Adricomius Zeugniss , den Oten May, an einem Sonntage •, allein er wird unbeschadigt herausgezogen , und hierauf \om. Domitian, auf die Insel Path- mos verwiesen. 1) UnteT Domitian fangt die zweyte grau- same Verfolgung der Christen an, vonvvel- t) So Censorin vom Geburtstage c. i4- 1) Tertul. de rescript. c, »6. — 408 —■ cher Eusebius viel angemerkt hatte. Zu dieser Zeit ist auch Antipas m) zu Perga- mo in Asien, dem Martyrtode ubergeben tvorden. n) §• 18 - §204 Im 63ten Jahre nach Christi Tode, endiget auch Josephus Flavins, der Ge- schichtschreiber , Friester und Truppen- Anfuhrer der Juden im letzten Kriege, von uns so o£t zitirt, sein Werk liber die Ju¬ den , und deren Alterthumer, in 20 Biichern. In seinem i8ten Buche c. 4 legt er, von Jesas Christus folgendes Zeugniss selbst ab: „Zu derselben Zeit ist ein iveiser Mann Jesus geiuesen, wenn es anders erlaubt ist, Ihneinen Mann zunennen. DemiEr icar ein ausserordentlicher. TVanderwir~ ker und Lehrer. Er war Christus; wel- ■ clien, da Ihn die Fiirsten unseres Volkes anklngten , Pilat us zur Strafe des Kreu- ze s verdammte , aber am dritten Tage wieder lebendig erscheint , so zivar, dass die Propheten gar gottlicher TVeise die- ses und noch viele andere TVunderthaten von Ihm weissagten. l,< Wer mochte — von einem Juden! ein noch klareres Zeugniss fiir Christus fordern? m) Apocal. c. 2 j v. i3. n) Die -Cass. in Domi- tian. §205 — 409 — §. 19. Ber heilige Joannes hat auf dcr Insel Pathmos, im *4ten Regierungsjahre Do- mitians, im I39ten jul. Jahre, und im 64ten Jahre nach Christi Tode, — alle herumvvohnenden Nachbarn zu Christus be- kehret. Hier schrieb er seine geheime Of- fenbarung, worin er alle Hauptschicksale, die der Kirche und der Welt bevorstehen, bezeichnete, damit die Glaubigen fiir die Ketzereyen des Ebion, und Cerinthus und anderer Verfuhrer, ein Gegengift in seiner Schriftfanden, und besondersdie den Chri- sten so nothwendige Starke, fiir die iibrigen acht, ihnen noch bevorstehenden Verfol- gungen. Um eben jenen Zvveck zu exreichen, schrieb er das folgende Jahr seine iibrigen canonischenBriefe , welche meistens gegen den Basilides, und Andere gerichtet sind, vvelche Christi Menschheit laugneten. Im folgenden, dass ist im 6sten Jah¬ re nach Christi Tode, lasst Domitian sei- nen Collega und Consul T. Flav. Clemens, der ein Christ geworden war, todten. Der Kaiser verwies auch seine Tochter Domi- tilla, (von seiner Schwester Plautila ) wel- che sich weigerte den Aurelian zur Ehe zu nehmen, vvo sie nach langer Verweisung unter dem Kaiser Trajan, als Martyrinn starb. p) p) Euseb. und Thaten des Nereus und Achilleus. — 410 — Aber auch Domitian wlrd den lOten September, von Stephanus dem Vormun- de der heiligen Domitilla , und andern Mit- verschworenen, nachdem er 45 Jahro alt ist, erstochen. Regierte 15 Jahre. q) Sein Nachfolger ist Nerva j der sich bemiiht alle domitianischen Verordnungen aufzuheben, und streng verbiethet, Jeman- den der Religion wegen, vor Gericht zu fordern. Auf diese Art erhalt auch der heilige Joannes die Erlaubniss aus Pathmos zu- riickzukehren, vvorauf er alle Kirchen Asi- ens regiert. §. 20 . § 206 Im lten Regierungsjahre des Nerva j im l4lten jul. Jahre, und im OOten Jahre nach Ghristi Tode, wird Joannes von allen Bischofen Asiens gebethen, dass er die Geschichte nnd die Lehre Jesu beschrei- benmochte, was erauchthat. Er beschrieb sein Evangelium in der griechischen Spra- che , vvonn er besondei’S die Gottliehkeit Jesu Christi gegen die Ketzer, Ebion und Cerinthus nachdriicklichst vertheidiget. r) Npollonius von Tj^and, der ewige Widersacher des heiligen Joannes, stirbt auf eine unbekannte Art.