Nr. 204. Donnerstag, 6. September 1906. 125. Jahrgang. Mbacher Mtma PränumerattonsvreiS: Mit P ostversen b>i» »: ganzjährig 30 X, Halbjahr,« lü «. Im Kontor: gcmziähng . »2 ll. halbjährig ll li. Für die Zustellung ins Haus ganzjährig 2 X, - Insertionsgebühr: Für llcinc Inserate bi« zu 4 Zeilen ö» k. größere per Zeile lL k i bci öfteren WicderliolunglN per Zeüc 8 b. ' Die »Laibacher Zeitung» erscheint täglich, mit Ausnahme der Eonn° und sseiertage. Die Administration befindet fich ltungichpla^ Nr. li, die lXebaliiou Dalmalingasie Nr, 10. Sprechstunden der Redaktion von 8 bis ni Uhr vor» mlltags. Unfrantiertc Briefe lucrde» nicht angenommen. Mannslripte nicht ^irilclgestcUt Amtlicher Teil. Das 'Vi'iuisleriimt des Iuuern hat die in den Generalversammlung^!! der Aktionäre dor Gesellschaft „O « Inizka 8 tavdin » k », ä, n i d n ,^ uiou' v 1^ ud ! jau 5" („Aktien-Bau-gescllschaft ,U n i o n' in Laiba ch") vom 30. März 1!">5 und vom 2l. Juni 1906 beschlossene Statutenändernng genehmigt. Heute wurde das XV. Stück des Landesgesetzblattes für Kiain ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter Nr. 16 das Gesetz pom 1. August 1W6, betreffend die Durch» führung der für die Entwässerung des Laibacher Moores erforderlichen Arbeiten am Laibachflusse und am Gruberschen Kanäle. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Kundmachung m Wirksamkeit. ^. „, Nr. 17 das Gesetz vom 1. August 1906, betreffend die Verdauung der Wildbäche Zeier und Raieva in der Gemeinde Tairach. Von der Redaktion des Landesgesetzblattes für Krain. Laib ach am 5. September 1906. Nichtamtlicher Teil. Deutschland. Von unterrichteter Seite wird der „Pol. Korr." aus Berlin geschrieben: Es war schon seit einiger Zeit rein Geheimnis mehr, daß der an der Spitze der Koloinalverwaltnng stehende Erbprinz von Hohen-lohe-Langenburg angesichts der immer mehr anwachsenden technischen Schwierigkeiten, die er zu bekämpfen fand, den Wunsch hatte, von der schwierigen Aufgabe, die er Ende des vorigen Jahres nach glänzender Bewährung als Regent des Herzogtums Koburg-Gotha übernommen hatte, zurückzutreten wünschte. Sein Eutschluß ist durch die bekannten persönlichen Zwischenfälle, die in den letzten Wochen in der Kolonialabteilung und im Anschlüsse an ihre Geschäfte sich ereigneten, noch bestärkt worden. Die Mitteilung, daß zum Nachfolger des Erbprinzen der unter den Baukleitcru Berlins eine hervorragende Stellung einnehmende, auch über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus bekannte Direktor der Bank für Handel nnd Industrie, Bernhard Dernburg, in Aussicht genommen sei, wird anf allen Seiten als eine besonders interessante Neuigkeit aufgenommen wer-den. Sie beweist, daß der Reichskanzler Fürst von Bülow die Lösuug der vorhandenen Schwierigkeiten nicht, wie ihm einige seiner Gegner zum Vorwurf machten, in den ausgefahrenen Geleisen des Vureautratismus sucht, soudern den Anschauungen Rechnung zu tragen bereit ist, die die Verwaltung der deutschen Kolonialabteilung mehr als bisher von kanfmännischem Geiste durchdrungen zn sehen wünschen. Direktor Dernburg genießt den Ruf eines besonders energischeil Mannes, und man darf sich dessen von ihm versehen, daß er als weiter der Kolonialabteilung des auswärtigen Amtes die Schwierigkeiten zn beseitigen wissen wird, die sich der dringend notwendigen gründlichen Reform etwa in diesem Allgenblicke noch entgegenstellen. Er hat sich aber auch iu seinen bisherigen geschäftlicheil Unternehmungen als ein weitblickender ^aufmaun erwiesen, der die richtigen Grenzen zwischen dem zu erkennen vermag, was auf der einen Seite die strenge Ordnung der staatlichen Verwaltung und deren Übereinstimmung mit den vorhandenen Gesetzen, anf der anderen Seite die freiere Betätignng der Handels- lind Verkehrsbedürfnisse in den Kolonialgebieten verlangen. Auch in den politischeu Kreisen wendet sich daher dein Entschlüsse, diesen Wirkungskreis eineni solchen Manne zu übertrageu, der von den Überlieferungen der Bureaukratie vollständig frei ist, begreiflicherweise das größte Interesse zu. Sultan Abdul Hamid. Dem Verlaufe der beim Sultan Abdul Hamid anläßlich des Jahrestages seiner Thronbesteiguug stattfiudenden Empfäuge wurde diesmal, wie mau aus ^oustautinopel berichtet, im Hinblick anf den Gesuudheitszustand des ^ouveräus mit besonderem Interesse entgegengesehen. Der Großwesir und die anderen Minister wurden vom Sultau empfangen, nm ihre Wünsche persönlich auszusprccheu. Im Gegensatze zu früheren Jahren wurden aber die anderen Würdellträger vom Sultan nicht empfangen, sondern sie brachten ihre Glückwünsche durch Vermittlung des ersteil Kammerherrn, Hadschi Ali Pascha, dar. Die kirchlichen Oberhäupter aller Konfessionen wurden gleichfalls persönlich uuter Führung des ökumenischen Patriarchen empfangen, der, wie üblich, eine Glückwunsch- nnd Huldiguugs-adresse in griechischer Sprache verlas. Er konnte indessen illir wenige Zeilen vortragen, da ihm zugeflüstert wurde, er möge sich kurz fassen. Die Übersetzung der Ansprache in5 Türkische, die sonst alljährlich verlesen wird, unterblieb diesmal, um den Snltan nicht zu ermüden. Er empfing heuer in seinen Privatappartements, während die Empfänge in früheren Jahren im Mdiz-Kiosk oder im TschiteKiosk stattgefunden haben. Während der Empfänge hielt er sich aufrecht, eine Hand auf seinen Säbel nnd mit der anderen Hand auf einen Tisch gestützt. Sein Gesicht war sehr blaß und zeigte Symptome großer körperlicher Schwäche, die Stimme war indes kräftig wie immer. Er erklärte deu Besuchern, daß er an einem leichten Unwohl-seiu gelitten habe nnd sich, obwohl vollständig hergestellt, noch immer schwach fühle. Er erwähute anch noch, daß er in diesem Jahre in seinen Privat-avpartements empfange, weil er die Feuchtigkeit iil deu Kiosken fürchte. Im übrigen entwickelte er in seinem Benehmen die Höflichkeit und Freundlichkeit, die er bei solchen Gelegenheiten immer au den Tag legt. Während der Empfänge hatte er seinen jüngsten Sohn, den Prinzen Abdurrahim Effcndi, znr ^eite. Die beiden Empfänge währten nur je sechs bis siebeil Minuten. Von den ausläudischen Staatsoberhäuptern erhielt der Sultau, telegraphische Glückwünsche. Politische Uelierstcht. Laib ach, 5. September. Auf den glanzvollen uud erhebenden Empfang hinweisend, der Seiner Majestät dem K aise r in Schlesien bereitet wurde, schreibt das „Illustr. Wieuer Extrablatt": Wo immer Kaiser Franz Josef Feuilleton. Der lustige Tod. Ein Bild aus den Bergen. Von ^tc'inlisld Orttncnrn. «Schluß.) Der Sohn ging zum Esseu nnd drinnen sagte er's, daß der Wastl himmtergeheu wollte. Die Bäuerin schüttelte zwar bedenklich den Kopf, aber sie sagte nichts. Iocherort lag hoch — sehr hoch. Vürde der Alte den weiten Weg machen können? Gut wär's schon — wenn er gleich seineil Sarg bekäme und seiu Grab iu geweihter Erde. Aber — aber! Es war einer in der Stube, der hatte es auch gehört, daß der Alte im Tal sterbeil wollte. Und der lachte. War er deswegen heraufgeklettert? Sich so etwas i,l den Kopf zu setzen! Wie sie doch närrisch waren — die Menschenkinder! Und der Tod schüttelte den Kopf. Als der letzte Hbnödel verzehrt lvar, stand der Bauer auf. Nun sollte es gleich hinunter gehen — daß sie noch im Hellen wieder heraufkamen. Der Wastl wurde recht schön warm angezogeil, der Bauer faßte den einen, sein Ältester den anderen Arm, die Bäueriu ging hinterdrein und der Tod voran. Und der Tod lachte noch immer. Wie sie zehn Schritt weit waren, sagte der Wastl: „Woast, Xaver — i hätt scho gern a Musi a dabei. Sirt, wann i g'storb'n bin, uacha hör i's nimmer. Und i hab a Musi halt arg geru." „Is scho recht. Vatter! Flori lauf zum Sim miuger eini — er soll mit abi gehn. Er hat a Zieh-chammonika." Der Simminger kam, seine Frau, seine Tochter und zwei junge Burscheu auch mit. Der Wastl lächelte befriedigt. Das lvar schon beinah so schön wie eine Leich. Aber —. Taver!" iWas i'scht. Vatter?" „Wann's den Leitner sagen tatst, daß's mit abi geilga. I bin halt bei zwoa Leituer mit abi gengan. Und 's g'hört si halt, daß 'a mitgengn." „Is scho recht, Vatter. Flori, lauf znm Leitner nübcr, er soll mitgeugn." Und der Leitner kam, mit seinem Sohn lind lllit zwei Töchtern. Und der Wastl lächelte befriedigt, und der Tod lachte. Und es ging hinnnter. Jetzt ging der Simminger vorall uud er spielte so schön — „Geh mach dei Feusterl auf, i wart scho so lang drauf." Das war das einzige, was er konnte. Und es klang so lustig, die Harmonika hatte so vergnügte Töne. Wie die jungen Leute, die auf dem Felde arbeiteten, die Musik hörten, kamen sie herübergelanfen. „Der Wastl gengat zum Sterb'n", hieß eo. Da schlössen sie sich an, und es lvar bald ein langer Zug, der sich talwärts bewegte — die Musik vorail, über Steine und Geröll, der Alte in der Mitte nnd neben ihm der lachende Tod. „Juchu!" riefelt die Burschen nnd schwenkten die Lodenhütl. Und der Wastl zog den Muud von einem Ohr zum anderen. Das lvar einmal fidel! So lustig hatte er sich das Sterben nicht vorgestellt. Nnd das Gehen wnrde ihm eigentlich ganz leicht. Er fühlte die Beine gar nicht mehr — es ging so me- chanisch, daß er einen Fuß vor den anderen setzte, lind wenn er's mal vergaß, gab's einen kleinen Schnbs — und er kam schon weiter. „Geh mach dei Fensterl anf, i wan scho so lang drauf" — spielte die Harmonika. Und es war ein so schöller ebener Platz hier. Den Burschen und Mädlu zuckte es in den Füßen — lachend faßten sie sich nm — nnd dann tanzte die ganze Gesellschaft. Der Wastl wurde auf eiueu Stein niedergesetzt, uud seelenvergnügt sah er dem Treiben zu. „Dn, jetzt wird's Zeit!" sagte der Tod. Aber der Wastl schüttelte deu Kopf. „Warten's halt no a bissel! I schang halt no a bissel zu." Und der Tod lachte und wartete. Aber es dauerte ihm dann doch zn lang. Die jungen Lent wollten auch gar uicht aufhören mit dem Tanzen. Und der Wastl lächelte immer vergnügter — und der hagere Körper sank ill sich zusammen — Eine Dirne kreischte lallt anf. „Da Vatter is g'sturb'n!" Da nahmen die Burschen ihre Hüte ad, und die Bäuerin schluchzte laut auf, uud der Bauer betete: „Da Herr gib eahm d' ew'ge rnah un 's ew ge Licht lencht eahm. Amen!" Dann faßten zwei Burscheu den Alteu bei den Beinen, nnd einer, der kräftigste, nahm ihn bei den Schultern. . ^, ^ ^. , So trugen sie ihn vollends ms ^al hmnnter. Und die Musik ging wieder vorau uud spielte: „Geh mach dei Fensterl auf, i wart scho so laug drauf!" Laibacher Zeitung Nr. 204. 1906 6. September 1996. weile, gruppieren sich die Völker und .Konfessionen um ihn im Zeicheu dev Friedens uud der gegenseitigen Achtung. In seinein Lager ist wirklich Österreich, das alte Österreich, dein seine Wege im Vuche der Geschichte vorgeschrieben und dessen Kräfte größer sind, als Kleinmütige und Feinde glanben mögen. Wir sind eine Großmacht, wenn wir wollen, wenn der Gedanke uns alle einigt, daß die Schicksale dieses Reiches unsere eigenen sind, daß unsere Nationen nur dann ihren hohen Zielen näherkommen, wenn sie den Wert eines zusammenfassen den Vodens begreifen. Der moderne Staat, das moderne Österreich, ist nur in gemeinsamer Arbeit erreichbar. Tas ist die Lehre der Kaisertage in Schlesien. Die „Jeu" mahnt die Freunde der Wahl-rcform im Nbgeordnetenhause daran, sich nicht durch die scheinbare Ruhe der Gegner täuschen zu lassen. Sie dürsten, sich allerdings kaum mehr zmn offenen Kampfe stellen, aber sie werden versuchen, unter der Maske wohlwollender Berater und Ver-desserer vielleicht doch eine Verschleppung zu erzielen. Es werde deshalb viel Wachsamkeit, Energie und Zähigkeit notwendig sein, nm die Reform rasch unter Dach zu bringen. Zielbewußte und rasche Arbeit tue umsomehr not, als ja die Wahlreform, wenn auch die Hauptaufgabe, doch nicht die einzige ist, die dieses Parlament noch vollbringen kann und soll. Es gibt noch andere Geseheswerke, die der Verabschiedung harren, vor allem die kommissiouell völlig durchberatene Preßgesetznovelle. Ein modernes Wahlrecht bliebe ein minderwertiges Bruchstück, wenn es nicht durch ein modernes Preßrccht seine unerläßliche Ergänzung fände. Tas „Fremdenblatt" bespricht neuerdings den Erlaßde s Zare u über den Verkauf der A p a-nageIänd e reie n und verurteilt die radikale Opposition, die sich blindwütig gegen jeden positiven Beginn einer Neukonsolioierung der staatlichen Verhältnisse richtet. Der Erlaß könne nnmöglich auf die unzufriedenen Bauernschaften irgend einen Eindruck machen, wurde vorhergesagt. Aber die Tatsache scheiut doch eine zu schwerwiegende zu sein, sie mag sich stärker erweisen als jene Angriffe, die nur eines vermieden sehen wollen, die Stärknng der ministeriellen Position, die Festigung der Ncgie-vungsantorüät. Die Bedentung des kaiserlichen Erlasses gewinnt allmählich Anerkennung uud sachliche Kritik verdrängt die durch Partcileidenschaft bestimmten Ausführungen. Der Landverkauf stellt nur den Beginn, bestenfalls die Hälfte der ersehnten Neuformuug der bäuerlichen Verhältnisse dar-was folgen mnß, wenn alle die großen Anstrengungen, all die Kämpfe uud Siege über alte Vorurteile endlich zu einem dauernden Erfolg führen sollen, das ist die Erziehung der Bauern zu einer anderen, zu einer besseren Arbeit, die Erziehung zu dem Glauben, daß er mit dem Boden Eigentum und Recht erworben, daß aber auch der Boden ihm wieder ernste Pflichten auferlegt habe. „Daily Mail" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Fürsten Vülow, worin dieser bemerkenswerte Äußerungen über das Verhältnis zwischen dem Deutschen Reiche und England fallen ließ. Er soll darnach u. a. gesagt haben: „Brennende politische Fragen haben die beiden Herrscher in Kronberg nicht besprochen, einfach deshalb, weil es zwischen dem Teutschen Reiche und England keine solchen Fragen gibt. Die Begegnung war aber immerhin ein Schrill weiter auf dein Wege zur Beilegung aller möglichen Mißverständnisse zwischen den beiden Staaten." Wie man aus R o m meldet, wurdeu iu einer Reihe voll Ministerratssitzungen die vorbereitenden Arbeiten, betreffend die dein Parlamente zu unterbreitenden Vorlagen, abgeschlossen und das Budget für das nächste Verwaltungsjahr sowie das rektifizierte Budget für das laufende Jahr in den Hauptzügen festgestellt. Mit besonderer Befriedigung wurde im Miuisterrate die günstige Gestaltung der finanziellen und handelspolitischen Lage des Landes konstatiert. Die Ergebnisse deö Handelsverkehres iu den ersten sieben Monaten des Jahres übertreffen die besten Erwartungen und man sieht voraus, daß der Warenaustausch in diesem Jahre die Höhe von fünf Milliarden Lire erreichen dürfte. Nach einer Mitteilnng aus Ehristiania scheint es, daß in naher Zeit die Frage der Souve -r änität bezüglich der Inselgruppe Spitzbergen alls die Tagesordnuug gelangen dürfte. Aus Anlaß der seit kurzem umlaufenden Gerüchte, daß auf Spitzbergen zwischen den dort überwinternden Erpeditionen verschiedene Zwistigkeiten entstanden seien, wird in der norwegischen Presse die Notwendigkeit betont, znr Regelnng der Ton-veränitätsverhältnisse auf dieser Inselgruppe zu schreiten. Diese Feststellung wird auf nicht unerhebliche Schwierigkeiten stoßen, da bisher kein Staat auerkauute Souveränitätsrechte über diese Inseln erworben hat. Die anfangs der siebziger Jahre über diesen Gegenstand eingeleiteten vertraulichen Verhandlungen blieben erfolglos, weil sowohl von schwedisch-iwrwegischer als von russischer Seite Ansprüche gestellt wurden, in deren gründliche Erörterung man damals nicht eintreten wollte. Immerhin ließen sich wohl im Verlaufe des früheren Meinungsaustausches Anhaltspunkte finden, welche für die Lösnng der Frage von Bedeutung sein könnten. Man ist der Ansicht, daß die Inangriffnahme dieser Aufgabe nunmehr, da man angefangen hat, die Mineralschätze der Inseln zu heben, nnd der Verkehr mit Spitzbergen in stetem Nachstnm begriffen ist, nicht länger aufgeschoben werden dürfe. Tagesneuigteiteu. — (H ü h n e r a u g e.) Der Name stammt nicht, wie vielfach angenommen, von Augen eines Huhne», sondern von dem, altdeutschen Ausdruck „Hürning onge", „hörnernes Auge", als Bezeichnung für die jenige fatale, durch einen ausdauernden Druck auf eine Hautstclle des Fußes entstehende Verdickung der hornähnlichcn Masse der Oberhaut, um die es sich handelt. Im Laufe der Zeiten verschwand das „hör-nerne Auge" selbst freilich nicht, jedoch der allmählich nicht mehr verstandene Name, indem das willkürliche und bekannte „Hühnerauge" au dessen Stelle trat. - (Gabrie,l e d'A n u u n z t o als K l ä -ger.) Aus Florenz wird geschrieben: Die Hundelieb-haberei, d'Annunzios gibt in Florenz und mehr noch in dessen Hügelvorstadt Settignano, wo d'Annunzios Villa „Cappociua" steht, viel Anlaß zu launigen Ge. sprächcu, zu schlechten Witzen, aber auch zu Unwillen. Man erzählt sich die fabelhaftesten Szenen von oieser Liebhaberei und von der Umständlichkeit, mit der die Vierfüßler von ihrem Herrn daheim nnd anf Neisen behandelt uud auf kostbarste Betten schlafen gelegt werden. Zwanzig Stück sollte er haben. Die, Stepti->chen wollten es nicht glauben. Nun hat d'Annunzio aber die Erwartungen noch übertroffen, denn er hat .'inen anwohnende!! Vanern verklagt, er habe ihm rillen von seinen 27 Windhunden erschlagen; „Grey° houuo", ein junges reizend spielendes Tier wie die übrigen. Freilich, Grcnzunterschiede kenne es noch nicht. Aber deshalb gleich totschlagen. — (Weile r ,,'m albade n" gehenwollt e.) Auf der Wache des 9. Polizeireviers iu Verliu erschien vor einigen Tagen ein zwölfjähriger Knabe und meldete, er hätte einen kleinen Jungen gefunden, den or gleich mitgebracht habe. Die Beamten der Wache bemühte»: sich, aus dem Kleinen herauszubekommen, wer er sei uud wohin er gehöre. Aber alles vergebens. Der Findlina konnte uoch nicht sprechen und mußte vorläufig auf der Wache behalten werden. Und der Telegraph spielw nach allen Richtungen, ob vielleicht iu irgend einer Stadtgegeud ein zweijähriger Knabe vermißt werde. Am Abend erschien, so berichtet die „B. Z. a. M.", auf der Wache wiederum ein Junge, welcher angstvoll fragte, ob man vielleicht seinen kleinen Bruder gefangen habe. Einem Beamten kam das Gesicht bekannt vor und er nahm den Burschen ins Gebet. Und da stellte sich oenn heraus, öaß es derselbe Vengel war, der am Nachmittag, den kleiueu Findling auf das Polizeibureau gebracht hatte. Um sich unkenntlich zu machen, hatte er am Übend eine andew Jacke uud Mütze angezogen. Als man den Lümmel fragte, wärmn er dieses Manöver ausgeführt habe, gestand er, daß er auf seineu Aruder aufpassen müsse, wenn seine Eltern auf Arbeit giugeu. Da er aber gern einmal baden gehen wollte, hätte er seinou Bruder nicht sicherer unterbringeil können, als daß er ihn inzwischen der Obhut der Polizei anvertraute. — (DerKluo derSchläfer.) In London, der Heimat der Klubs, findet sich ein Klub der Schla« fer, der seinesgleichen in der Welt nicht haben dürfte. Nach den, „Figaro" schildert ihn ein Journalist, der ihn besucht hat, folgendermaßen: „Ich trete >em. Tief« stes Schweigen. Man führt mich iu einen ersten Salon, der mit spartanischer Einfachheit möbliert ist. Auf Dienst zweier Herren. Roman von A. L. Lindner. (3. Fortsetzimg.) (Nachdruck verboten.) „Oh nichts. Ich resümierte uur noch einmal Ihre Erzählung und vergegenwärtigte mir, was wohl die Damen Ihrer Familie zu mir uud meinem Lebens-gang sagen würden. Von früher Kindheit an bin ich m Selbständigkeit erzogen, ich durfte mich beschäftigen wie ich wollte, lernen, was ich wollte, und seit dein Tode meines Vaters bin ich erst recht unumschränkte Herrin meiner Bewegungen. Bevormundung habe ich eigentlich nie kennen gelernt, es hatte auch niemand etwas dagegen einzuwenden, als ich mein Talent ausbilden und Säugerin werden wollte. Dann kamen die Jahre auf dem Konservatorium mit ihrer vielseitigen Anregung. Sie haben mich viel gelehrt, nicht nur in künstlerischer Beziehung. Man kommt da mit so vielen verschiedenen Menschen zusammen, schleift sich an ihnen ab, lernt Echtes von Falschem unterscheiden, und das wahre Talent auch unter wunderlicher Hülle schätzen. Es gibt kein besseres Mittel, sich kleiner Engherzigkeiten und konventioneller Pedanterie zu entledigen." „Und einer ernsthaften Lebensauffassung dazu", sagte er herbe. Es verdroß ihn, daß sie den Gegensatz zwischen ihrer Erziehung und der seineu so scharf her-vorhob. Sie sah, daß er gereizt war, und das trieb sie, in geflissentlich leichtem Tone hinzuzusetzen: „Die Kunst macht frei." „Frei ist ein doppelsinniges Wort." „Und Sie legen es natürlich im üblen Sinne aus", versetzte sie schnell uud scharf. Nun lenkte er ein. „Kränken wollt' ich <-ie wirklich nicht", sagte er. „Ich glanb's, weil Sie es sagen; aber Sie sind eben so gespickt und geladen mit Ihren Vorurteilen, daß sie beständig unbewußt zutage treten." Ganz gegen seine Art ließ er den Vorwurf ruhig über sich ergehen, oder hielt er es nur nicht der Mühe wert, sie zu widerlegen? Eine Weile schwiegen sie. Dann fragte Ilse mutwillig und unvermittelt: „Was würden Ihre Damen zu dein Lebensgang eines modernen jungen Mädchens speziell zu dem meinen — sagen? Bitte, seien Sie ehrlich." „Sie würden Sie gar nicht verstehen", sagte er einfach. „Natürlich. Ich sehe ja, daß selbst Ihnen als Mann, dein ich etwas weiteren Gesichtskreis zugetraut hätte, mein. Beruf unsympathisch ist." Die rücksichtslose Ehrlichkeit seines Wesens brach ohne Besinnen durch. „Seien Sie mir nicht böse, aber ich kann mir nicht helfen. Ja — ja, er ist mir unsympathisch. Wir Brekonfelds haben nun einmal einen Widerwillen gegen die Öffentlichkeit in jeder Form für eine Frau, Und ganz besonders im berufsmäßigen Sängerinnen-tum liegt etwas, das unserer Auffassung von v»r° nehmer Weiblichkeit direkt zuwiderläuft. Ich wußte bisher nicht, daß Sie Säugerin wären, oder hatte es wenigstens nicht recht verstanden. So kam mir das heute abend sozusagen förmlich über den Hals. Als ich Sie da auf dem Podium sah — ich —" Er atmete hastig, suchte nach Worten und brach dann ab. „— kurz, es tat mir weh." Sie verzog unbewußt die Lippen. „Sehr wohl. Das war wenigstens aufrichtig gesprochen. Aber, bitte, verschwenden Sie nur ja kein Mitleid an mich. Meiu Beruf, vou dem Sie so gering denken, beglückt mich. Ich würde ihn mit keinem an» deren, von Ihnen gebilligten vertauschon. Kein anderer böte mir so reiche Anregung." Sie sprach mit scharfem Nachdruck nnd ohne ihn anzusehen. Er beachtete den Einwurf nicht. „Aber wenn ich auch all meiner Ansicht nichts ändern kann, so war es, das sehe ich ein, taktlos von nur, dies vor einem großen Kreise auszusprechen, und Sie hatten das Recht, getränkt zu sein." Seine Augen suchten die ihren, und sein Blick wurde sehr sauft und sprechend. „Hätte eine Fremde an Ihrer Stelle gestanden, so hätte ich ja überhaupt tvin WoU verloren, lvas ginge es mich denn an? Aber so — eine Dame, die ich — die mir — mm ja — die ich —" Eine tiefinncrliche Schamhaftigkeit, die einen Teil seines spröden Wesens bildete, ließ ihn über die eigenen Worte stolpern. Das Blut schoß ihn, ins Gesicht. Ilse Egidy erschrak. Die befangene Leidenschaftlichkeit seines Tones war ganz unmißverständlich. Stand es so? Nein, das sollte nicht sein, das ging nicht. Nur um Gotteswillen keine Aussprache. Die paar Worte, die gefallen waren, ließen sich so eben noch ignorieren. Sie versuchte, über ihre Bestürzung mit einen: Lachen hinwegzukommen. ,.^N i'ijM. Sie haben mir auf Ihre Art Satis, faktion gegeben und ich bin damit zufrieden. Aber nun schnell hinein. Man stellt sich eben für den Lan» cier auf, und ich bin engagiert." Weg war sie, und Vretenfeld hatte au diesen Abend keine Gelegenheit mehr, mit ihr zu sprechen. Üaibacher Zeitung Nr. 204. 1907 6. September 1906. Fantenils ruhen etwa ein Dutzend Personen inl tiefsten Schlafe. An einigen Tischen spielen andere schweigend Donnno: die Spieltische sind mit dickem Stoff 'überzogen lind die Spieler flüstern kaum. In der ersten Etage sind die Zimmer mit Feldbetten ausgestattet, in denen ich wieder Schläfer erblicke. In der zweiten Etage schlascn die Leute in völlig verdunkelten Zimmern, obwohl es draußen heller Tag ist. Auf eine Frage erhalte ich die Auskunft, das; ich in einein 5llub von Postbeamten sei, die alle in den Pororten wohnen, und die hicher kommen, nm während der Pausen in ihren Dienstzeiten der Ruhe zu pflegen. — („Schuster, bleib' bei deinem Leisten!") Aus London wird geschriebeil: „Diese Schuhe wurden von Tolstoj gemacht, vou Tolstoj. dein größten schriftstellerischen Genie der Jetztzeit." Die Schnhe, aus roher Kuhhaut gearbeitet, mit Sohlen, die dicke Nägel aufwiesen, hingen in einem Nahmen aus Eichenholz übrc dem Kaminsims eines Schuhfabrikan-ten iil Amerika, der dem „Philadelphia Bulletin" zufolge sie als Tolstojs Arbeit bezeichnete nnd folgendermaßen fortfuhr: „Als ich in Nußland war, besuchte ich Tolstoj, drückte ihm meine Bewunderung sür seine Bücher aus uud schaute ihm beim Schnhflickcn zu. Jeden Tag arbeitet er, wie Sie wissen, drei bis vier Stunden all der Bank. Ich sah gleich, dah er viel zu langsam arbeitete, um seinen Lebensunterhalt mit dem Schuhmachen zn verdienen. Obendrein ist er nicht imstande, Schnhe in GlanZlcder herzustellen. Nur die groben Vauernschuhe kann Tolstoj lilachen, sonst nichts, lind obgleich er wütend arbeitete — er wollte sich natürlich vor einem erfahrenen Schuhmacher, wie ich eiller bin, nicht bloßstellen — mußte ich ihm sagen, daß es ihm nicht leicht fallen würde, eine Stelle als Gefelle zu finden. Tolstoi hat mir das Paar Schnhc über dem Sims geschenkt und ich habe ihm Geld für »eine Armen gegeben. Ich babe ihm auch einen besseren Weg gezeigt, wie man die Fadenspitze mit Wachs bestreichen kann. Er wichste den Faden nach der alten Mode." — (D er aufg e r egte, dick c 5t e r l.) Der Irreilarzt Blanche, der ein großes Sanatorium leitete, hatte, wie der „Figaro" erzählt, eines Tages die berühmtesten Irrenärzte Frankreichs zur Besichtigung seines Instituts eingeladen. Nach der Besichtigung fand ein Diner statt, zu welchem anch einige Patienten des Doktors Einladungen erhalten hatten, nnd zwar folchc Patienten, auf deren Heilung er stolz sein konnte. Als einziger nicht zur „Znnft" gehöriger Gast wohnte Balzac, ein intimer Freund des Gastgebers, dem heiteren Mahle bei. Alles verlief in der schönsten Ordnung. Die Ex-Irren zeigten sich so vernünftig wie nur irgend ein noch nicht verrückt gewordener Mensch: sie beteiligten sich lebhaft an der Unterhaltnng nnd benahmen sich so reizend, daß die Anwesenden nicht aus dem Staunen herauskamen. Die Perle der Tafel war aber Balzac, der mit feiner blendenden Unter-baltnngsgabe die ganze Tischgesellschaft bezanberlc-, er war^ wie immer bei solchen Gelegenheiten, etwas anf- geregt, und da ihm der Wein die Zunge gelöst hatte, setzte er seiner ungebundenen Fröhlichkeit keine Schran-kell. Als mali sich verabschiedete, machte einer der Gäste Herrn Blanche sein Kompliment wegen des so prächtig verlaufenen Abendes. „Besonders aber, Herr College", sagte er, „bewundere ich geradezu die phänomenalen Resultate Ihrer Methode. Sie haben nils Leute vorgeführt, die durch Sie so gründlich geheilt wordeil find, daß selbst ein geschulter Fachmann nicht auf den Gedanken gekommen wäre, es hier mit frühe» ren Irren zu Nm gehabt zn haben. Nnr einen sollten Sie nach meiner persönlichen Ansicht noch sür längere Zeit einsperren und beobachten, lvcil er mir noch nicht ganz normal zn sein scheint-, ich meine den aufgeregten dicken Kerl, der bei Tifch neben Ihnen saß . . ." Der „anfgeregte dicke Kerl" war aber kein anderer als Balzac, der große französische Romanoichter! ^ (Der gemütliche Sachse.) In einem Abteil dritter Klasse des Zuges Halle-Leipzig sitzt u. a. ein junger Mann. der Sprach nach Berliner. In kurzen Zwischenräumen holt er einen Taschenspiegel hervor und betrachtet abwechselnd Schnurrbart, Haare, Augenbrauen usw. Diefes erregt die Aufmerksamkeit der Mitreisenden nnd als er kurz vor der Einfahrt in den Magdebnrger Bahnhof zu Leipzig sich zum sound-sovieltenmal im Spiegel wohlgefällig betrachtet, platzt sein Gegenüber, ein biederer Sachse, herans: „Nu, sag'n Se bloß mal, mei tutstes Härrchen, was gefällt Ihnen denn eegentlich nich an Ihren Gobbe?" („Jugend.") Lotal- und Provinzial-Nachrichten. Die Amtstätigkeit des k. k. Gewerbeinspektorates für Kram im Jahre 1905. (Schluß.) IV. Wirtschaftliche Lage der Arbeiter. Die b« dem Baue der im Aufsichtsbezirke gelegenen Teilstrecke der Alpenbahn gebotene reichliche Arbeitsgelegenheit und die daselbst herrschenden günstigen Lohn- nnd Verdienstverhältnisse üblen auf die übrigen Baugewerbe ihre Rückwirkung, welcher man infolge des stellenweise empfindlich geworbenen Mangels an Arbeitern durch Erhöhung der Löhne zu begegnen trachtete. Allerdings wnrden diese wirtschaftlichen Vorteile paralysiert dnrch die heuer allsgetretene namhafte Erhöhung der Lebensrnittel- und Wohn-Preife, welche oft bei den kleinsten zum täglichen Un° terhalt dringend benötigten Artikeln eine unangemessene Höhe erreichten (z. B. 5 bis ? Stück Kartoffeln IN II, 2 Eier 22 bis 21 1,.) Im Hinblick auf diese Teuerung ist es um so mehr zu begrüßen, daß der seitens einiger Milchlieferanten beabsichtigten und namentlich die Albeiterkreise empfindlich treffenden Milchverteuerung feitens des Magistrates Laibach dnrch eine in energischer und umsichtiger Weise vorgenommene Milchapprovisioniernng mit Erfolg entgegengetreten wnrde. Der Mangel an geeigneten Wohnungen in der nächstgelegenen Ortschaft fowie die daselbst herrschenden hohen Wohnungszinse und der dadurch hervorge-rnfene ständige Mallgel an Arbeitern veranlaßte eine Baimlwollfpinnerei und Weberei znm Bane von zwei Arbeiterhäusern. Gelegentlich der anf den Ziegeleien gemeinsam mit dem Amtsarzte vorgenommenen Revisionen mußten hinsichtlich der Schlaf- und Wohn» ränme die traurigsten Wahrnehmungen gemacht werdeil. Schlafstellen auf den Ringofenplattformen sowie iil daselbst aufgeführten kleinen Kaminerii mit überdies unzulänglichem Belegraume nebst schlechter Luftbeschaffenheit infolge hoher Temperatur und eindringender Nanchgafe wurden häufig angetroffen. Die übrigen, meist nnr in vermorschten, fenergefälvrlichen Holzbaracken oder direkt nnter den Dächern der ^iegel-schnpfen, oft mit lebensgefährlichen Zugängen, sowie in unzureichend belichteten und gar nicht ventilierten Stallungen bestehenden Wohn° und Arbeiterschlaf, ränme weisen überdies infolge der in unmittelbarster Nähe gelegenen, die Umgebung durch üblen Geruch und Fliegenfchwärme belästigenden Latrinen mit offenen Senkgrnben sowie durch die Situierung in der Nähe abgebauter und mit stagnierendem Wasser erfüllter Lehmgruben derartig nnbaltbare sanitäre Übol-stände anf, daß deren radikale Behebung verlangt werdeil mußte. Es darf somit nicht wundernehmen, wenn feitens der Arbeiter das Schlafen im Freieil derartigeil Unterkünften vorgezogen wird. Vielfach wurden unzulängliche Schlafräume im Kleingewerbe, insbesondere in Lohgerbereien, angetroffen: hier standen die Betten der Hilfsarbeiter ill der Regel im Zu» richtlokal oder iil den Trockenstuben. Das Amt gelangte im Berichtsjahre znr Kenntnis von vier Arbeitseinstellnugen, welche eine Maschinen-ziegelei, zweimal eine Möbelfabrik sowie eine Vaum-wollspinnerei nnd Weberei betrafen nnd in der Un-zufriedenheit der Arbeiter mit den Löhnen, der Dauer der Arbeitszeit sowie der Entlassung von Vertrauensmännern ihre Ursache hatten. — (D e r NeichZr a t.) Vlättermeldungen zufolge ist es nunmehr festgestellt, daß die Auflösung des Reichsrates erst Ende Jänner 1!X)7 erfolgen werde und die Negierung sich der Hoffnung hingebe, daß bis dahin alle dringlichen Angelegenheiten znr Erledi-gnng gelangen würden. Der Wiederznsammentritt des Reichsrates wird Donnerstag, 2l). d. M., erfolgen, während der Wahlreformausschuß schon am 12. d. M. seine Tätigkeit wieder aufnehmen wird. (Vorkonzession.) Das k. k. Eisen-bahnmiuisterium hat Sr. Erlaucht dem Grafen Johann Harr ach zu Rohrall iil Wien im Vereine mit dem Advokaten nnd Neichsratsabgeordneten Dr. Ivan 6 n st er 5 i ? in Laibach, dem k. t. Hofrate i. P. und Neichsratsabgcordneten Franz KukIje in Rudolfswert, dem Hof- und GerichtZadvokaten Dr. Alois H o ill a n n in Wien, dem Bürgermeister der Landeshauptstadt Laibach Ivan H r i b a r nnd dem Präsiden- Als der Tanz beendet war, suchte Ilse die Verwandte anf, mit der sie in Berlin zusammenlebte, und die ihr als Ehaperonne diente. Fran volt Tressow sah etwas mißvergnügt drein. Sie war kanm ein Dutzend Jahre älter als ihre Schutzbefohlene, und fand es nicht immer leicht, ihren Wünschen nnd Ansichten den rechten Nachdrnck bei der jungen, eigenwilligen Cousine zu geben. „Wo warst du nur so lange? Jedermann fragte nach dir. Es war mir wahrhaft peinlich. Und ganz blaß siehst dn aus. Gewiß hast du draußen gefroren-, wirst dich erkältet haben nnd wieder heiser werden." Ilse zuckte die Achseln. „Wenn das Kind in den Keller geht und wenn ihm die Kreuzhacke auf den Kopf fällt, und wenn es dann totgeschlagen wird - " zitierte sie alls der „5lln-gen Else". „Was dn immer alles zu fürchten hast, gnte Lore." „Es ist auch nicht ohne Grund. Dn weißt einen iil Atem zu erhalten." „Ich war mit Herrn Nrekenfeld am Ende des Gartens. Der mondhelle Strand nnd die glitzernde Bucht sehen köstlich aus. Ich kann den Anblick jedem empfehlen", fagte sie ruhig. Aber Frau von Tressow blieb verstimmt nnd als sie später mit Ilse znr Ruhe ging. kam sie wieder auf die Sache zurück, die ihr den ganzen Abend im Sinn gelegen hatte. „Ich tail» es nicht billigen, daß dn mit diesem Nrekenfeld kokettierst, Ilie", begann sie beinahe heftig. ,,^ch kokettiere nicht mit ihm", sagte Fränlein Egidy zerstreut. „Nun, diese Mondscheinpromenadc war mindestens sehr überflüssig." Das suilge Mädchen riß sich ans ihren Gedanken los und lachte. „Ich bitte dich, Lore. was ist dir? Bekommt dir die Seeluft nicht? Laß dich mal anschauen, bist du's wirklich, Lore Tressow, oder die älteste alte I'nngfer ans dein entlegensteil Krähwinkel?" Frau von Trcssow schüttelte unmutig den Kopf. „Daß ich nicht spießbürgerlich denke, weißt dn, aber kein Mensch faßt doch nmtwillig hch^Z Eis^n an. Bretenfeld zeichnet dich sehr ans. Hüte dich." „Was ist da weiter? Kann ich es hindern?" „Reize den ni'cht ohne Not. Das Feuer schlägt ihm ja schon zn den Angen heraus, weim er dich ansieht. Er ist ein gefährlicher Mensch." „Gefährlich? Diefer halbe Pnritaner?" „So mein' ich es nicht, aber ich verstehe mich anf Gesichter. Laß es nicht zu einer Erklärung kommen. Leute seines Schlages sind gefährlich durch die Kraft ihres Eigensinnes und ihrer Leideilschaft. Du wärst nicht die erste, die sich zu einem ,Ia' überrumpeln ließ." „Gegen meinen Willen? Sei, nicht lächerlich, Lore." „Ich wollte dich dennoch warnen. Er ist der letzte Mensch, an dessen Seite ich dich sehen möchte." Ilse warf ungeduldig den Kopf zurück. „Was redest du nur. Ich denke nicht daran, meine Freiheit aufzugeben." Aber Frau vou Tressow schien nnn einmal ein gewisses Mißtrauen gefaßt zu haben, und wollte sich alle ihre Bedenklichteiten vom Herzen hernnterreden, „Ich will ihm tein Unrecht tnn, er ist in vieler Hinsicht ein allziehender Mensch, aber ich weiß anch, daß dn mit ganzer Seele Künstlerin bist nud ein schweres Dilemma wäre unvermeidlich." „In das ich mich nicht bringen werde." „Außerdem - das Studium, die teure Ausbildung, laß die erst Früchte tragen, in realer und idealer Hinsicht. Dll weißt, ich habe dich lieb wie eine Schwester, dir selbst kann deine Karriere nicht mehr am Herzeil liegen als mir. Wenn ich denke, daß du umkehren könntest, jetzt, wo der Zu>eck der endlosen Kosten nnd Arbeit eben erreicht ist —" „So sei doch unbesorgt. Ich habe nicht umsonst angefangen vom Ruhm zu naschen und er hat sehr süß geschmeckt. Durch Herrn Vrekenfeld will ich ihn nicht verlieren." Ilfe hatte fich auf den Divan geworfen und die Arme als Kissen unter dem Kopf verschränkt. Sie dachte an den alten Geheimrat und sein Wort: „Sie habeil noch eine große Zukunft vor sich", nno sie wußte, daß es Wahrheit sei. Sie fühlte nicht nur >lrast nnd Begabung in sich, sondern anch den heiligen Funken der Begeisterung, der erst den wahren Künstler macht. Und dies alles, wonach so viele vergeblich rangen, während es ihr sozusagen als köstliches Geschenk in d.'n Schoß geworfen war, wegwerfen, ihr bevorzugtes Los aufgeben, als „Hansfrall" herabsteigeii in die Alltäglichkeit? Wie ein Ruck ging es durch die Glieder. Si>e sprang ungestüm auf. „Nein, nein", rief fie ganz laut. Frau von Tressow nickte. „So ist's recht. Dein Vater nahm den Abschied, um eine Vühneusängerin heiraten zu können. Tu hast Künstlerblut in den Adern, so was verleugnet Mi »icht. Vergiß das nie. In den begrenzten Verhaltn, sen ,,'„es Schulmeisters, nnd besäße er aller Wel.lt höchste Fülle, könntest du niemals aluckwh weiden. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 204. 1908 6. September 1906. ten der krainischen Handeln und Gewcrbckammer Josef Lenaröiö die Vewilliglülg zur Vornahinc technischer Vorarbeiten fiir eine Bahn von der Station Nndolfswert dor Unterkrainer Bahnen über Senii^ nnd Gradac bis Mottling niit einer Abzweigung von Gradac bis Tschcrncnibl anf die Dauer eines Jahres erteilt. — (V o n d e n Manöve r n.) Am 29. August inarschierten die zwei Batterien des Korps-Artillerie-regimentZ Nr. 3 aus Graz, dann die Landwehr-Infanterieregimenter Nr. 3, 5, 26 und 27, eine Eskadron dos Dragonerregiments Nr. 4, eine Gebirgsbattcrie und ein HilfsPlatz, bestehend aus einem Blessierten-wagen der Sanitätsabteilung Nr. 7 in Graz und einem Vlessicrtenwagen der Sanitätsabteilung Nr. 8 mls Laibach, von Nenmarktl in strain über den 1825 Meter hohen Loibl nach Kirschcnteucr bei Ferlach in Kärnten. Der gesamte Train der Truppen bestand ans ungefähr 45 bis 50 Fuhrwerken, teils ärarische, teils Zivilfnhrwerke. Der Train setzte sich bereits am 28. v. von 10 bis 12 Uhr abends ill Intervalleil in Bewe» guug' dann marschierten die Dragoner ab. an, 29. um 2 Uhr 30 Minuten früh fuhreil die beiden Batterien ab. Um 3 Uhr früh marschierten die einzelnen In-fanterieregimenter ab. Die Geschütze waren wie immer sechsspännig bespannt und die Auffahrt ging über St. Anna am Loibl ziemlich gut! dort überholten die Geschütze bereits die Tranifuhrwerke. Da nun die rapid steil anfsteigenden Serpentinen begannen, welche bis zur Pakhöhe führten, besonders bei den Biegungen, wo es sehr steil aufging, gestaltete sich die Anffahrt fchwierig. Trotzdem fuhreu die Geschütze, dank der kräftigen Pferde nnd dem energischen Eingreifen der Mannschaft, bei den Geschützen mit knrzen Nasteil anf die Paßhöhe (1825 Meter), nnd zwar langten die Geschütze nach achtstündigem Marsche um 11 Uhr 40 Minuten vormittags auf der Höhe an. Dort wurde Rast gemacht. Die Abfahrt ging besser. Uni 1 Uhr nachmittags, also in 11 Stunden, stnd die beiden Hanbitzbatterien von Nenmarktl in Kram über den Loibl nach Kirschentener bei Ferlach iu Kärnten marschiert, was wohl als eine vorzügliche Leistung der Artillerie zu bezeichnen ist. Anders ging es nnt den Trainfnhrwerken. Viele Fuhrwerke blieben stecken und konnten wegen der rapiden Steigung nicht fort und mußten Vorspann erhalten- einzelne Fuhrwerke mußten fogar sechsspännig bespannt werden. Die Trainfuhrwerke langten erst um 3 Uhr, einzelne sogar erst unl 4 Uhr bis V^5 Uhr in Kirschenteuer, respektive Ferlach, an, brauchten also beinahe 18 Stunden. Die Fußtrnppen langten um 2 Uhr nachmittags an. Anf dein ganzen Übergang ereignete sich kein Unfall. Den Übergang begleiteten u. a. auch: FMÜ. Marsch, GM. Iand'a und GM. Felir v. Bon je an. Am 30. August hatten die Truppeu Rasttag. Am 31. war ein Gefechtsmarsch nach Klagcnsurt und am 3. nnd 4< September fanden die Korpsmanöver statt, denen der Korpskommandant FZM. Ritter von Succo -uaty beiwohnte. " (Ranb m o r d.) Wie bereits mitgeteilt, wurde am 3. d. M. durch den Besitzer Herrn Johann Ianesch in seinem nächst dem neuen Friedhofe gelegenen Hopfengarten die Leiche einer unbekannten Frauensper. son aufgefunden. Die Polizei ließ sie photographieren und verständigte über den Leichcnsnnd die k. k. Staatsanwaltschaft. Vorgestern nahm eine Gcrichtskommls-sion, bestehend aus den, Untersuchungsrichter Herrn Adjunkten Dr. K o 5 e v a r Edlen von Kon den-heim, einem Schriftfühl-er, den Gerichtsarzten. .Herren Sanitätsrat Dr. S ch u st e r nnd Dr. P I e 5-n i k, den Tatbestand ans. Die in der Totenkammer des alten Friedhofes vorgenommene Obduktion stellte fest, daß der Frauensperson mit einem scharfen, d. h. geschliffenen Gegenstande am Halse zwei absolut tödliche Wunden beigebracht worden waren. Während dieser Zeit pflegte die Polizei die umfassendsten Erhebungen, nn! die Identität der Toten zu konstatieren und den Täter zu ermitteln. Beides gelang ihr ill kurzer Zeit. Uni 1. d. M. hatte eine unbekannte Franensperson beim Verzehrungssteueranfseher Johann Lozej an der Nesselstraße einen Korb und ein Bündel Kleider sowie ein ailf den Namen Agnes Mlakar lantendes Dienst-botenbnch zur Aufbewahrung zurückgelassen. Die ln> von verständigte Polizei stellt? die Identität der ermordeten Franensperson mit dieser Person fest. Sie ist die im Jahre 1800 in Ardru bei Heil. Gerst nn Gurkfelder Bezirke geboreue ledige Magd Agnes Mlakar, die am 1. d. M. früh ans dem Dienste im Gasthause des Johann Flegar an der Sallocherstraße aus« trat. Die Ermordete unterhielt mit dem 23jährigen Knechte Alois Anpcvc nils Tr5ka Gora bei Gurkfeld ein Liebesverhältnis, das aber dem Knechte nicht mehr sonderlich zusagte. Da die Mlakar nicht des Schreibens kundig war, ließ sie ihm durch eiu Mädchen Liebesbriefe schreiben, auf die iudes der Knecht nicht reagierte. Als die Mlakar Samstag ans dein Dienste trat, lieh sie zweimal den untreuen Knecht durch eiuen Kommissionär suchen, bis sie endlich nachmittags auf der Petersstraße mit ihm zusammentraf. Die weiteren polizeilicheil Erhebungen lieferten so schwere Ver-dachtsgründe gegen den Knecht zutage, daß er abeuds nin 9 Uhr dnrch den Polizeikanzlisten Toplikar nnd den Detektiv Ljnbiö bei seiner Tienstgeberin, Peters» straße Nr. 95, verhaftet nnd im Fiakerwagen in die Polizeiarrestc abgeführt wurde. Zu Anfaug wies er jede Beschuldigung mit Entrüstung zurück, gab aber schließlich nach langem Verhöre, das den ganzen Tag dauerte, zui die Mlakar uicht nur ermordet, sondern anch beraubt zu haben. Er gestand, daß er sie Samstag um i/M Uhr abends vor den Südbahnhof bestellt hatte, worauf er mit ihr durch die Südbahn-, die Wiener- und Lastenstraße ging. Als sie in den Hopfengarten kamen, zog er Plötzlich ein altes Rasiermesser hervor lind brachte ihr damit zwei Schnitte in den Hals bei. Uni einen Selbstmord zu fingieren, schob er der Ermordeten das Rasiermesser in die linke Hand, worauf er die Flucht ergriff. Bei öer Persolls- nnd Wohnuugsdurchsuchung des Raubmörders fand man einen Zettel des Färbers Reich, woraus zu ersehen war, daß er Dienstag dem genannten Färber eine Weste uud eine Hose zum Reinigen übergeben hatte. Diese Kleidungsstücke wurden von, der Polizeibehörde lonfisziert uud dem Landesgerichte eingesandt. Im Koffer des Täters fand man weiters den geraubten Geldbetrag per 16 15 49 1i sowie eine Rolle mit Zwei-Hellcrstücken, die er seiner Dienstfrau entwendet hatte. Der Ranbmörder wird dem k. t. Landesgerichte eingeliefert werdeil. — (Zulassung der Auftlebung bildlicher D a r st e l l u n g c n auf Paketen, Po st. beg leitad r cssen und P o st a n w e i s n n ° g e n.) Nach den bisherigen Vorschriften war die Aufklebung von bildlichen Darstellungen, worunter anch die sogenannten Wohltätigkeitöniarten zu zählen sind, nnf Briefen, Drucksachen und Warenproben, ferner anf Korrespondenzkarten (anf der Vorderfeite letzterer nur für den Inlandsverkehr) znlässig. Eine soeben ergangene Verordnung des Handelsministeriums gestattet nun für den inländi s ch e n Verkehr auch die Anftlebung bildlicher Darstelluugen auf Paketen, mit Ausnahme solcher, die Geld, Wertpapiere oder Pre-ziosen enthalteil, ferner auf Postbegleitadressen und Postanweisungen. Diese Anftlebnngen müfscn sich jedoch, ebenso wie die auf Bricfsendungen angebrachten, von den Brief- nnd Stempelmarken ill Form, Farbe und sonstiger Ausstattung auffällig unterscheiden und mit der ganzen Fläche befestigt sein. Auf Paketen ist die Ausklebuilg nnr insolveit zulässig, als die Deutlichkeit der Adresse nicht leidet und die Anbringnng der postamtlicheil Klebezettel nnd Vermerke nicht beeinträchtigt wird. Bei Postbegleitadlvssen und Postan« weisungeil sind solche Aufklebungen nur anf dem für die schriftlichen Mitteilungen bestimmten Raume in einer Größe gestattet, die über diesen Raum nicht hiuüusreicht; wenn sie auf der Vorderseite angebracht werden, muß der Platz für die Adresfe des Absenders frei bleiben. — (DarfeinHolzhänolerseineHöl« zer znrichten?) Die Frage, ob ein Holzhändler das von ihm in den Handel gebrachte Holz selbst zu Kantholz nnd Laden zurichten dürfe, hat jüngst eine Landesbehörde verneint. Das Handelsministerium hat diese Entscheidung bestätigt und bemerkt, daß ein Händler zur gewerbsmäßigen Herstellung uud Verarbeitung voll Waren, selbst wenn dieselbe als freies Gewerbe zu betrachten ist, nur dann berechtigt erscheint, wenn er dieses Gewerbe nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung vorschriftsmäßig zur Anmeldung gebracht hat. — (Zaubervo rstel l uugen.) Der Illusionist Herr Paolo Ufcrini wird von Samstag, den 15. d. M., an im Hotel „Union" Zaubervorstcllungen veranstalten, die sich aus verblüffenden Experimenten nnd interessanten Demonstrationen zusammensetzen werden. Die „Linz. Tgpst." äußert sich über diese Vorführungen wie folgt: Gestern fahen wir unter anderem einen „Goldfischfang in der Luft", wobei Herr Uferini von der Bühne aus iu deu Zuschauerraum eine lange Angelschnnr schleudert, an der mit einemmal ein zappelndes Goldfischlein, erblickt wird, das er ill ein Aquarium gibt und im Publikum herumzeigt. Daß er auch Turteltauben nnd Eilten - gleich deren vier — ans dem Nicht» hervorzaubert, Kartenkunststücke und dergleichen macht, sei als zum Handwerk eines Presti-digitatenrs gehörig nur nebenbei erwähnt; wenn er aber vor den Augen des Publikums eine Dame, noch dazu eine sehr jnnge nnd hübsche — keine indische Witwe nnd keine Schwiegermntter - zum Skelett verbrennt, um sie dann wieder zu beleben, so gehört dies schon in das Gebiet der schwarzen Kunst. Eine der effektvollsten nnd schönsten Nnmmern seines im übrigen alltäglich wechselnden Programmes ist aber der Toppel-Serpentinentan) mit seinen kaleidoskopartig wechselnden prachtvollen Bildern nnd blendenden Lichteffekteil. — Kartenvoruerkanf an der Tageskasse in der Tabaktrafik Hotel „Union". — (G e in ci n d ev o r sta n d Zw ah l.) Bei der am 16. Augnst vorgenommenen Wahl des Genieindevorstandes für die Ortsgemeinde Sminc wurden Lutas Dagarin in Burgstall zum Gemeindevorsteher, Franz Sever in Burgstall, Johann Oman in Sininc, Johann Nernik in St. Oswald, Valentin Sn^iiik in Vreznica, Paul Tem^ar in Log und PanI Vodnit in Brode zu Gemeinderäten gewählt. — (Schadenfeuer.) Am 1. d. M. vormittags brach in der Getreideharfe des Besitzers Anton Lesjak iii 'Majnovim. Gemeinde Goldenfeld, Gerichtsbezirk Egg, ein Fener anö, das sich ails den nahestehenden Dreschboden nnd das Wohnhaus des Lesjak sowie auf die Keusche des Nachbars Franz Zupanöiö ausbreitete und diese Objekte samt allen Lebensmit' teln, Fnttervorräten nnd Wirtschaftsgeräten total ein. äscherte. Obwohl -die Ortsbewohner rasch znr Hilfeleistung anf dem Vrandplatze erschienen, konnten wegen Wassermangels nnr mehr wenige Habselig» keiten gerettet werden. Der Gesamtschaden bei Lesjak beträgt 3000 K, welchem eine Pcrsichernng5snmlne von 11M Iv, jener bei Franz Zupan^iö 1000 K, welchem eine Vcrsichernngssnnime von 60N X gegenüber, steht. Der Brand wnrde durch einen sechsjährigen Knaben beim Spiele mit Zündhölzchen gelegt. d. — (Jubiläum.) Herr Propst nnd Stadt-Pfarrer Franz Tovgan ill Mottling feiert am 23. d. M. sein 50 jähriges Priestcrjnbiläuin, welches mit großer Festlichkeit begangen wird, oa anch seitens der Stadtvertretnng große Vorbereitungen getroffen werdeil lind dieses seltene Fest anßer für die heimische Pfarre anch für ganz Weißkrain lixgen der ausgezeichneten Eigenschaften des Jubilanten bedeutungsvoll ist. Der Herr Inbilant ist im Jahre 1830 geboren nnd nahezu 20 Jahre iii Mottling als Priester tätig. ß. — (E r z e d i e r e n d c V u r f ch e u.) Am 2. d. nachts beschimpften iii einem Gasthause in Obcr-Kaüelj die dortigen Burschen sowie jene alls Slape die Burschen ans Obcr-Iadobrova uud Sneberje, bewarfen fie mit Maurermörtel nnd bearbeiteten sie schließlich mit Sesseln uud Biergläsern. Als sie dann das Gasthans verließen, sperrte die Wirtill nach ihnen öas Haustor ab. Vor dem Gasthause erzedierten sie weiter- der Gerbergehilfe Viktor Rode schlenderte einen mit Erde gefüllten Rofentopf nnd der In-Nwhnerssohn Daniel Kleßnik ein Vierglas durcki das geschlossene Fenster ins Gastzimmer, das mit Gästen voll besetzt war. Glücklicherweise wurde niemand getroffen. —I. — (Volksunterhaltn n g.) Die „I'l<> «v<'tli" veranstaltet Samstag, den 8. d. M., eine Volksunterhaltung im Gasthanse des Herrn Alois klajpah iil Großlack zngnnsten der Volksbibliothek. Das Programm umfaßt Musikvorträge, eiue Inrpost, eiue Tombola sowie das Theaterstück „V I^udlMw ^o 6llMio". Anfang um 5 Uhr nachmittags. 8. — (Von der o m br o m etri schen Beob > achtnngsstation Adclsberg.) Die onibro-metrische Veobachtungsstation dritter Ordnnng in Adelsberg verzeichnete im Monate Angnst sechs Tasse lllit Niederschlag, während 25 Tage ohne jeglichen Niederschlag blieben. Die größte Niederschlagsmenge binnen 24 Stunden wnrde am l9. August mit 13-0 Millimeter Niederschlag, die geringste an, 18. August mit 4-2 Millimeter Niedcrschlag beobachtet. Die höchste Lufttemperatur wurde am 4. August mit ^ 31 -6 Grad Celsius, die niedrigste am 19. August mit ^ 10-0 Grad Celsin5 nach den täglich um 2 Uhr nachmittags er« folgten Beobachtungen verzeichnet. Die niedrigste Temperatur überhaupt wurde am 29. August um 7 Uhr früh mit ^ «-1 Grab Celsius beobachtet. —«— — (Von e i ll e iii herabgc st ürzt e n Fensterbalken erschlagen.) Am 26. v. M. bor-mittags stand der Tischlergehilfe Lorenz Zaplotnik mit dem Schuhmacher Andreas Sova in Neumarktl auf dem Trottoir vor dem Gemeindeamte. Plötzlich stürzte von der Dachwohnnng des Spinners Matthäns Stroj ein aus starkem Eisenblech erzeugter Ialousieflügel auf die beiden Arbeiter, wobei Zaplotnik an der Schä» deldecke links getroffen und anch Sova gestreift lonrde. Zaplotnik wnrde derart verletzt, daß er tagsdarauf starb. —1. — (Neue E i sze itfPn r e n i n d en Alpe n.) Nachdem namentlich durch die Arbeiten von Penck uud Vrückner die früher weit bedeutendere Verglct-schernng des Alpengebietes während der Eiszeit nn-tersncht worden ist, sind später noch bemerkenswerte Nachträge zu diesen Forschnngcn erschienen. Die neueste Ergänzung liefert Dr. Roman Lnzerna, der dic interessante Gruppe der Steiner Alpen einer eingehenden Untersuchuug unterzog. Dic Steiner Alpen üaibadjer «Beitung ilir. 204. 1909 . 6. September 190b. erlMrn sich auf drr (^ioiizc dcr boidcu iM'rreichischon Kronlnnder Kärutl,'ll nnd Kraiu. Ihre größten Erhe° bnu^c'n sind der Grintcwoc mit 2569, die Ojstric-a mit 2208, d^r Grebcn mit 2224 und die Mrzla Gora mit 2330 Meter. Zwischen den beideu ErstA'nai^ntcn ver-nnttelt der Steiner Sattel einen Übergang von Norden nach Süden. Die Steiner Alpen bilden das östliche Glied des südlichen österreichischen Kalt'alpenzugeZ. Aisher hatte Peuck hier nnr einige Spuren der jüngsten der von ihm in den Alpen unterschiedenen uier ^iszeiialtcr, der sogenannten Würmeiszeit, mit Si-herheit nachweisen können. Die neuen Forschungen haben es jedoch uuzweifelhaft gemacht, daß die Vergletscherung der Steiner Alpen durchaus mit derjeui» gen der Ostalpeu überhaupt im Znsammenhange gestanden hat. Dagegen hat diese Gebirgsgruppe, was rinen besonders mertwürdigeu Fall darstellt, ein eigenes, räumlich von dem der übrigen Alpen getrenntes Gletschersystem besessen. In der Eiszeit waren die Steiner Alpen mit ihren Gletschern also gewisser» lucchen ein Vorposten, der sich über das eisfreie Land nn Osten und Süden der Ostalpen erhob. Damals haben sie 15 Gletscher getragen, von denen jetzt nichts Mehr übrig ist auster den von ihnen in der Form der Täler und in der Abnützung und dem Trausport von Gesteinen hinterlassenen Spuren. Immerhin bleibe,: auch heute noch einige Felder ewigen Schnees von beschrankter Anodehnung während des ganzen Sommers zurück. — (Die Laibacher Vereinskapelle) konzertiert heute im bürgerlichen Hotel „Lloyd". Anfang V28 Uhr abends. Eintritt für Mitglieder frei, für NichtMitglieder 40 1,. Theater, Kunst und Literatur. — (Zvonöek.) Die 9. Nummer dieser illustrierten Jugendzeitschrift enthält Gedichte von E. Gangl nnd V 0 ris 0 v, erzählende und belehrende Beiträge von Ivan tztrukelj, E. G a n g l, Andr. Nap^ und Iuraj Pangrac, schließlich in der „Spielecke" einen Rebus nebst verschiedenen Notizen. -^ (Wöri s h 0 f c rKal en de r f ür K neipp-fches Heilverfahren pro 1907.) Herausgegeben von Dr. A. Baumgarten, prakt. Arzt, Wörisliofen. 7. Jahrgang. Preis 50 Pf. Vuchdruckerci und PerlagZanstalt Wörishofen. — Der mit vielen ^llnstrationeu versehene Kalender enthält auch heuer eme große Anzahl prächtiger Artikel ans dem Gebete der Gesundheitspflege und kann darum joder Familie bestens empfohlen weröen. Wir nennen u. a.: Die Skrofulöse, Abhärtung, Der Stoffwechsel und seine Störungen, Das Verhalten bei der Wasserkur, ^.!'lli< i» moutinm usw. Telegramme iles l. l. TtleMeN'smesMdenj'Vuttalls. Wieu, 5. September. Seine Majestät der Kaiser ist heute abend von den Musischen Korps-manövern Hieher zurückgekehrt. Ziehung. Wi>n, 5. September. Bodenkreditlose zweiter Emission: Der Haupttreffer per 100.M0 15 fiel auf Serie, 290« Nr. 38; 4000 Iv gewann Serie 2916 Nr. 36: ^000 X gewannen Serie 5221 Nr. 39 und Serie 5963 Nr. 6. Ausschreitungen in Fiume. Fiume, 4. September. (Meldung des ungar. Tel.-Korr.-Vur.) Heute um 10 Uhr abeuds ist ein Ertrazug mit Sokolisten hier angekommen, unter denen sich etwa 400 Czechen und 30<> dalmatinische So-tollsten befanden. Da in der Stadt die Nachricht verbreitet war, daß die Sokolistcn die in Fiume lebenden Ungarn provozieren werden, sammelte sich eine zahlreiche Menschenmenge vor dem Vahnhofe an. Der Stadthauptmann untersagte den Tot'olisten, mit der kroatischen Fahne und mit Musit in die Stadt und zu den Schiffeil, mit denen sie weiter reisen sollten, zu ziehen. Die Sokolisten zogen trotzdem in Viererreihen mit Musik nnter Absingnng von ungarfeindlichen Liedern ein. Es tam wiederhalt zu Zusammen-stoßen init den Fiumanern, wobei seitens der Soko-liston Nevolverschüsse fielen, welche die Fiumaner mit Pfiffen und Steinwürfen beantworteten. Auf dem Adamiäwlatze tam es zn einem größeren Zusammen-sroße, wobei Verwundungen vorkamen. Ein Fiumaner wurde mit einer Schußwunde am Kopfe ins Spital überführt. Die Feust.'r uud Lampen eineZKaffeehauses Mlf den, Adamichplatze wnrden eingeschlagen. Da sich die Polizei als unznlänglich erwies, wurden eine Kom. Panie Infanterie und später Honvedtruppen requiriert, welche die Orduuug wieder herstellten. Die Sokolisten begaben sich auf die bereitsteheudeu Schiffe, ine dann abdampften. Mehrere Sotolisien wuroeu von der Polizei, in Haft genommen; das Verhör derselben ist im Zuge. Fiume, 5. September. (Meldung des uugar. Tel.-Korr.-Bur.) Noch lange nach Mitternacht durchzogen einzelne aufgeregte Gruppen die Straßen, verfolgten nnd griffen jeden an, den sie als Kroaten erkannten. Vor der Redaktion des „Novi List" kam es zu Demonstrationen. In einem Kaffeehause erfolgte ein Zusammenstoß Zwischen Kroaten und Fiunianeru, wobei alles zusammengebrochen wurde. Im Laufe der Nacht nahinen nngefähr 50 Verwundete die Hilfe der Rettungsgesellschaft in Anspruch. Drei befinden sich iu schwerverletztem Znstande im Spital. Die Polizei verhaftete fünf Sokolisten und zehn Fiumaner. Ein Sokolist wurde uoch iu der Nacht freigelassen, während die übrige»: heute enthaftet uud freigelassen zum Schiffe geleitet wurden, mit dem sie abreisten. Mit° tags erschienen zwei Sokolisten aus der benachbarten Ortschaft Sii«ak mit kroatischen Abzeichen auf dem Korso. Eine große Menschenmenge empfing sie mit Pereatrufen und schlug sie. Bevor die Polizei ein-schreiten konnte, wurden sie ins Spital gebracht. Man befürchtet neuerlich K-undgebungen. Der Zollkonflikt mit Serbien. Belgrad, 5. September. (Aus amtlicher Quelle.) Gegenüber der Meldung eines Wiener Vlat° tes, daß die serbische Regierung eine Note nach Wien richten werde, wird maßgebenoenorts erklärt, die, serbisä>e Regierung werde tatsächlich beim Wiener Kabinette Schritte tuu, damit eine für beide Seiten gerechte Grundlage für die Fortsetzung der Handelsvertragsverhandlungen geschaffen werde. Sollte diese Grundlage nicht gefuuden werden, so werde dies keinesfalls den Anstoß zum Rücktritte des Kabinettes Pasiö geben, sondern zur Beschleunigung der Eröffnung von Verhandlungen mit anderen Staaten bezüglich des Abschlusses von Handelsverträgen dienen. Die Erdbeben in Chile. Santiago de Chile, 5 September. Über Antrag des Präsidenten Niesco hat der Staatsrat den Belagerungszustand über die Provinz Valparaiso auf die Tauer eines Monates proklamiert. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß mehr als 7000 Personen noch obdachlos kampieren. S 0 fi a, 3. September. Hente abend begibt sich eine aus dem Geueral Botev, zwei Offizieren und dem Bezirkspl'iester von Sofia bestehende bulgarische Kommission nach Kragujevac, um den übermorgen dort eintreffenden König von Serbien im Namen des Fürsten von Bulgarien uud der Negierung zu be° grüßen. Neuigkeiten vom Büchermarkte. Teiscn T. W., Die Besitzenden und die Besitzlosen in Österreich, k 3. — Miethe. Nr., Künstlerische Landschafts-Photographie, X 3 60. — Grunzet, Dr. Josef, System der Handelspolitik, k 15 60. — Schweinitz Hans.Her» mann«, Graf von, In Kleinasien, ein Neitausflug durch das Innere Kleinasiens im Jahre 1905, gbd. tv 7 20. — Wüst, Prof. Dr. F,, Mitteilungen aus dem eisenhüttenmännischen Institute der tgl. techn. Hochschule Nachen, li, 14 40. — Ble-cher C., Die Verwendung des Zinls für den lithographischen Druck nach dem Verfahren von Th. Strecker, X 2-40. — Treutler Lena, War's Süude? k 4 80. — Münzer Rich,, Sein letztes Tagebuch, k 3 36. — Gugemann M., Die Vergletscheiling der Erde von Pol zu Pol. K 9 60. — Coulevau P. de, l^'i!« incunnue, k 4 20. — Mann Hein» rich, Ein Verbrechen und andere Geschichten, K 1 20. — Kinkel W., Vom Sein und von der Seele, K 2 40. — Martig Emm.. Lehrbuch der Pädagogik, k 3 36. — Lis. sag a ray, Geschichte der Kommune 1871, k 3. — Unge. Witter Rich,, Die Nacktheit, l( 2 40. — Vonsels W., äv« Vita ölarituri t« saluwnt, k 2 68. — Feine R. A., IllpN' Nische (einzig vernunftgemäße) Zahnpflege. K 1 20. — Gyp, Die Fee, X 3.60. — Burri, Dr. R., Balteriologische Unter» suchungen über die Faulbrut und Sauerbrut der Bienen, X — 96. — Das Soziale Elend in der Armee, K —-60. — Bang M., Die Germanen im römischen Dienst bis zum Regierungsantritte Konstantin I, li 5-76. Vorrätig in der Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr KFed. Bambergm Laibach, Kongreßplah 2. Verstorbene. Am 3. September. Rudolf Endlicher, l. l. Bezirks« selretär i. R., 83 I., Gradaschzagasse 8, Schlagfluh, — Karo-lina Lotriö, Heizerstochter, 8 Mon,, Radetzlystiaße 1, e»t»rrl>, int«»tin. — Agnes Mlakar, Magd. 40 I., wurde auf dem Laibacher Felde tot aufgefunden. —- Barbara Kopac, Kleinvieh» stecherswitwe, 66 I., Hmonastraße 8, Kl?uLHrr»l et eapiti». Am I.September. Antonia Benegalija, Bergmanns« gattin, 56 I., zl»l.'l»nnl» ot «lsmsuti» »sniü». — Franzisla Herman, Zimmermannsgattin, 43 I,, Pyämie. Am 2. September. Maria Gabriö, Inwohnerin, 80 I., Am 3. September. Michael Terdina, Arbeiter. 49 I., 'ludvi-LuI. pnlm. — Elias Medic, Arbeiter. 22 I.. I'udercul. pulm. Am 4. September. Maria Levec, Maurerstochter, 4 I., Im Garni so nsspitale: Am 3. September, Johann Manning«, l. u. k. In» fanterist, 22 I., Darmtyphus. Lottozichnng am 5. Septembsr 190U. Prag: 29 44 88 87 76 Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm^______ . 2A7N. ^37-6^29 0 "SW. mclhig heiter "' 9 . Ab. 737-7 19 4 SSW. schwach . 6.> 7 U. F. ! 737 2 14 2j NO. mähig . 0 0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 20 0", Nor. male 16 3°. Verantwortlicher Redakteur: Unton Funtel. Ein billiges Hausmittel. Zur Regelung und Aufrecht' Haltung einer guten Verdauung empfiehlt sich der Gebrauch der seit vielen Jahrzehnten bestbelannten echten «Molls Seidlitz. Pulver», die bei geringen Kosten die nachhaltigste Wirkung bei Verdauungsbeschwerden äußern. Original-Schachtel k 2 —, Täglicher Versand gegen Post - Nachnahme durch Apotheker A.Moll, t. u. l. Hoflieferant, Wien I.. Tuchlauben 9. In den Apo thelcn der Plovinz verlange man ausdrücklich Molls Priipara' mit dessen Schutzmarke und Unterschrift. (2453) 6—1 Kaust keine Seide ohne vorher die Muster unserer garantiert soliden, wunderhübschen Neuheiten in schwarz, weid und farbig verlangt zu haben. — Spezialität: Seidenstoffe l'ilr Brant-, Ball-, Oesellsohafts- und Strassen-Toiletten u. für Blasen, Futter etc. von K 115 bis 1H-— per Meter. Wir verkaufen direkt an Private und senden dio ausgewählten Seidonstoffo porto- n. zollfrei in die Wohnung. Schweizer & Co., Luzern O 18 (Seli-wei») («i)5 Seidenstoff-Export — Königl. Hoflies. Lelirer fler Italien. Spraclie wird für einen Oberrealschüler per sofort gesucht. Gest. Anträge unter ]tfr. 1OO postlagernd Laibach. (3825) 3—2 Ein oder zwei Mädchen werden in einem verlässlicli guten Hanse in Kost nntl Wolmniig genommen. Adresse in der Administr. d. Ztg. (3859)2-1 Bürgerliches Hotel Lloyd. Heute Donnerstag den 6. September 1906 Konzert der Laibacher Vereinskapelle. Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmltglieder 40 Heller Anfang tun halb 8 Uhr abends. Zu zahlreichem Besuche ladet höflichst ein (8860) hochachtungsvoll Karl Tauses, Restaurateur. Dantsagullg. Allen Freunden und Bekannten, welche uns anläßlich des Todes unseres geliebten Vaters Nudolf Endlicher ihr Mitgefühl ausgedrückt, insbesondere den l Spendern der Kränze sowie jenen, die ihn zur l letzten Ruhe begleitet haben, sprechen wir hiemit « unseren tiefgefühlten Dank alls, > Gott vergelte es ihnen reichlich, daß sie uns > durch ihr Mitgefühl die bitteren Stunden erleichtert « haben. cN50) « Laibach, am 5. September 190ci. > Familie Endlicher. > Laibacher Zeitung Nr. 204. 1910 6. September 1906, Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen Kursblattej vom 5. September 1906. Die notierten Kurse versteh?« sich in KronenwHhru«8 Die «>o»ie>->i»q sämtlicher Nltien und der ..Diversen Lose" versteht sich per Stück. Geld Ware Allgemeine Staats» schuld. inheitliche Rente: lonv. steuerfrei, Kronen (Mai-Nov.) per Kasse . , 99-10 >.»9 »0 detto (IHn.'Iuli) per Kasse 99-10 99 3», 2 «/„ ». W. ««ten (Ftbl.'slua.) per söffe......loa-z« ino 4« "/«.«. N. Silber (llpiil.ON.) p« Kasse......100 2») lUO'le W0er ZtaaMose «w fl. 4 °/„ 157 — 15s — 1U«0tl „ 100 fl. 4"/„l!I5-- 221- »S64er ,, IU0 fl. . . 27^--278- I8«4er ,, 50 fl. . . 276— 278 — Pom.'Vsandbr. ^ 1»0 fl. 5°/n 290 10 282-1« Staatsschuld d. i. Reichs. rate vertretenen König» reiche nnd Länder. bfterr, Volbrenie. stfr,, Gold per Kasse . , . . 4°/„ 117 —11720 bfterr. Rente in Kronenw. stfr., Kr. per Kasse . . . 4°/» 99 85 9l« .-,5 bett« per Ultimo . . 4"/„ 99-35 99 55 dN, Investition«,-Rente, stfr.. Kr. per Kasse . 3'/,"/„ 88 10 89 3« ffislnl>n!>n>3l«at»schull>» »elschltlbnnge». iliwdethbahn in O., steuerfrei, zu 10.000 sl. , . , 4°/u 11740 11840 Franz Iosef.Vahn in Silber »N8tn »bgefttmptltt Gist»b«HN'Akllen. «ltsabelh^. 200 fl. KM 5^"/« von 400 Kronen .... 4L2- 4«8ü0 betto Aini'Vubweis 20« fl. ö.U, L, ü'/<°/n - - - .<»«--1«'-betto Salzburg-Tirol 200 l. «. W E. 5°/« .... 428 — 432- Gelb Ware yo« Zlllllil ;ui Zahlung üb«» nowmene ßis»nl>llhn>Pn!>lill><»' ßbligatlone». Nöhm. Weftbahn, Vm. 1895, 400 Kronen 4°/, .... 8980 1U0-8U Elisabethbahn k«0 und 3000 M. 4 ab 1U"/s,......t16 20 117-5! Vlisabrthbahn 400 und 2000 M. 4°/„........I168Ü 11785 Franz Josef-Vahn Em. 1884 (div. St.) Sllb. 4°/i> . . 99b5 100-50 Oalizischt Karl Ludwig-Vahn e . . 94-65 9485 4° „ detto per Ultimo 94 l!5 9j«b 3»/,"/^ dett« per Kasse. 84-40 84«0 Ung. Prämien.«,,!, k 100 sl. . 207-75 2O»"72 bctto il 50 sl. . 205 bN 207-50 Thcih.Ncg.Lose 4"/„ , . . , 154— 15U-«"/<> Ungar. Grunbentl,.Oblig 84^5 9535 4"l< lroat. u. slav. Orundent!.. Oblig........97— — — Andere öffentliche Nnlehen. Vusn. Lanbei.A»l. (biv.) 4°/« . 94 80 bü'7b Voön.-Herceg. /,"/„ - - 100-25 101 2b 5"/o Donau-Ren,«Anleihe 1878 105-50 i««-50 Wiener Veilehr»^<>llcihe 4°/« 9910 !00'i 100 15 «nlehen der Vtadt Wien . . 102<>5 103 05 detto (L, od. C.) . . . 121-40 !ll2-4<> betto (1894) .... 9?'N> 981» detto (1898) .... 8890 99-9» bett» (1W0) .... 99-55 lU<> 55 dcllo Iüv.U.) 1902 . 99'30 IU0-8U ^ürsebau-Anleben verlo«b. 5°/» 9Y-50 10050 Vulg, Ltlllltseiscnb.-Hyp.-Anl, 1889 Volo .... «°/u 117-75 118'75 Vulg. Staats. Hypothllar Nnl. 1892......«"/«118 25 11925 Gelb Ware Pfandbriefe,c. Vode!llr,,aUg,öst.i!>5NIU»l,4°/u 8U-— 997L Vshm. Hypothelenbllnl verl, 4°/„ 9975 l0Ui5 Zenlral-Bod.-Kreb.-Vl., österr., 45 I, Verl. 4 >/»"/» - - - 101-25 1022! gentral-Vod.-Kied.-.Nl,, österr., 65 I. Verl. 4 "/>, . . . . 100-— 1»1-zkreb.°Inft..esterr.,s.«erl..Unt. u.üffentl.«llb.Kat.^vl.4'>/<> »9— ,uu--Uandesb. d, Kvn, Galizien und Lobom, 57 >/, I. ruclz. 4°/° 9s - U9- Niähr. Hypothelenb. verl. 4«/« 99 — 100- «..vsterr,i.'ande«.Hyp..Nnst.4«/» 9N80 iou-8c dcttui»N.2"/oPr. veil. 3'/,°/» 9250 9»-5° detto K.'Schulbsch, verl. g'/»"/!, 9225 98-2L dctlo Verl. 4°/« 99«0 100S(! rsterr..»»««!, Nanl 50 jühr. Verl. 4"/^ ö. W..... 99 «0 100'6>I detto 4°/« «1..... 99 90 100 öl! Zparl. I.öst.. 60 I. verl. 4°/» 100-65 —- Eifenbahn.Prioritäts-Obligationen. Ferdinands.Vi«rdb«hn Em. 1886 10,1 45 l«i-45 betto ««1-10 Züdbahn il 5"/^..... 124 50 125-50 Diverse Lose (per Stück). zetzw,lich» fos». »n/u Nobenlitdii'Lole Em. 188« «83— »90 — dcttu "/» Donau. Meaulierung«'Lose 100 fl. e. W..... 25?-— 266 — 3rrb.Präm..Anl. v.100Fr,2"/u 98— 105 — ßmielzinlllche los». 8»bap..BasiIilll (Homvau) 5fl. 2160 «»«(> Kreditlose 100 fl...... 458- 464— llary.Losc 40 fl. K. Vi. . . 130— 147 - llsencr Lose 40 fl..... 169— 1??'— Mfsl,.Lusc 40 sl. K. M. . , 1«5b0 17550 «oten Nreuz, üst. Ges. v., 10 fl. 4875 50-75 1,'olen Kreuz, una. Ges. v., 5 sl. 29 5" 215« «ubulf.Lose 10 fl...... 5? - U2- Lalm.Lose 4« fl. K. M. . . 198'— 204- Geld Ware Tiirl. E..Ä..3l»I. Präm,.0blig. 400 Fr, per Kasse . . . i«i «n 1^2-oc detto per M. ... 1618H iU!i'35 Wiener Komm,»Lose v. I. 1874 504— 512 — Vew..Sch.d, 3«/uPrüm,.Nchuldv. b. Äobtnlr,.«l!>st. 5ö 25 Bobe!ilr.>Anst. bster»,, 20Ufl.S. 1044— 1048 - Zentr,.Bod..Kr«bb. sst., 20« fl. 56N-— 565-Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, iea fl,, per Kasse —-- —-^ detto per Ultimo «72-25 «78 25 Krcbilbanl allg. ung., 200 sl. . 8!o-— 811 — Tepositenbanl, aNg., 200 fl. . 453— 455 — !t«lomple. Gesellschaft, nieder» österr., 40» Kronen. . . 572— 5?i>-Giro» und Kassenuereln, Wiener, 200 fl........ 458-— 462'— Hypothelenbanl, österreichische, 200 sl. 30°/u E..... »9«'— 288 — Läuderbllnl. »sterr., 200 fl. per tt°!ie....... —'— — - betto per Ultimo .... 44U— 441 — „Merlur^. Wechselst..Aktien. Gesellschaft, 2uo fl. . . . ««2— U37- O»>Id Ware Östcrr..i!üg, Äanl 1400 Kronen I7ü? — 1778-- Unionbanl 200 fl...... 554-5^ 555 50 Verlehrsbanl, allg,, 14« fl. . 839 50 340 — Zndustrie»D»rltM»hmu»8»n. Äailges., allg. vsterr., 100 fl, . 149 50 150 50 Eruier Kuhlsiibergb.-Ges. 100 sl. 71^>— 71?» 80- Eisenbahnw.Lelhg,, erste, I«u sl. »a?-— 209 !,0 „Glbemühl". Paplerf. u, V.»G, 177— ,80 — Eleltr.'Gcf.. allg. österr., 200 fl, 4»>2-- 464 — betto lnternat,.«oosl. 599— «00 — Hirtenbeiger Patr.», Zünbh, u, Met.'Fabril 400 Kr. . . Il5?-> 1158 — Liesinger Ärauerel ion fl. . . »03-— 304 ütt Mu»ta»'Oesellsch,,üsterr,»alpine 60150 ü03-i><1 ,,PoIdi»Hntle", Tiegelausistahl» F,.«.»O. Ü00 sl. ... 547— 55^- — Präger Eisen.Ind.»Ges. Em. 1905, 200 sl...... 281U — 2820 — Nima.Mnrany »Salgv'Tarilliiei Gisenw. 100 sl..... 5b3 — 584 — Salao.Tarj, Steinlohlen 100 fl. 6^9 — «33-— „Schlöglmühl", Papiers., iNofl. 332— 33«— ,,Schobnica", ll,»G. i. Petrol.» Ind., 500 Kr..... 630 — 639 — „Steyrermühl", Paplerfabril und V.'N...... 47«— 48? — Trlfailcr KuhIenw.»V, 7« fl. . 275 - »79 — lürl. Illbalicgir'Gei. 200 Fr. per Kasse . — — —-^ betto per Ultimo 404 — 40H-— Waffc»s.»Gel., bsterr.. in Men. inn sl........ 57!— ö?8 — WaggoN'Leihanstlllt, allgem., in Pest, 400 Kr..... —'— — — Wr. Vaugesellschast 100 fl. . . 1U250 164 — Wienerberger Ziegelf..«rt..Ges. 852 — 855-— Devisen. Kurze Sichten nnd Kcheck». Amsterdam....... 198 30 IU8ö5 Deutsche Pfütze...... 11?-22» 11742' London........ 23U-8N 240 05 Italienische Banlplätze . . , 95 2» 85 30 Paris......... 85 27> 95-42' Zürich und Vaiel..... 85 3u 95 45 Valuten. Dulateu ....... i!3b iiZl^ 2U°ffranlen-Stücle..... 18 03 18 11 2«.MalI'2talle...... 23 4« 2854 Deutsche 5Xeichslmnlnoten . . 11? 20 117-40 Italienische Banlnoten , , . 9?> »0 95-50 lliubel'Nuten..... 252" 253'b ,.-B...^^^-"^r.ZS5Sf«.- am..«. ,| JT. C. Mayer ,i Priyat-Depeta (Safe-Deposits) I Kosen el«., »e*U«n and Valuten. |l 33eiXl3c- "ULIldL TXTarVi pi ^fg1«* *="•"* Vl B,f^ ill uatM tifenem Veroolilu«« 4»r Part«l. I 65________________Los-Versloherung.____________________'______________________I.nlbacli, Spitalgasse. ' Virzipiuag voi Bareinlagen Im Konti-Korrent- und aas BlfB-Koat». |