„Freihtit, W»l>lßaiid, Zil»«»» silr All».' Str. SS. Mittwoch, 8. Mai t««V. VI. Jahrgang Die „Marburger Zeitttnq" erschein» jeden Sonnwti. Mittwoch und Freitaq. Preise — fiir Marburg: ganzjährig 6 fl.» halbjährig 3 fl.. vierteljährig 1 fl. ü0 kr; für Zustellung in» Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendunfl: ganzjährig 8 fl., liallijähriq 4 fl.. vierteljährig 2 fl. Die ein Mal gespaltene Garmoudzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 1i.>, t>el zwe>nuUlger mit 15, bei dreimaliger mit 20 kr. lierechnet» wozu für jedesmalige Einschaltnng SO kr. JnserateN'Stempel^;ebühr kommen. Zlir Geschichte des Tages. Die SteUunji. welche Oesterreich im Fall eineS sranzö-si sch. beut sch e n Krieg cS einzunehmen qedenkt, ist Gegenstand einer vertraulichen Besprechung zwischen dem Fürsten Metternich und dem fronzöfischen Minister des Aeußern getvcscn. Metternich soll die Neutralität Oesterreichs als durch seine politische Lage nach Außen nicht minder wie nach Innen geboten dargestellt und auf die Gesalir ljinge-wiesen habrn. die eS bei einer Parteinohme lirsc. Daraus hatte Moustier dem östcrreichischkn Botschafter zu verstehen gegeben, das Wort Neutra« lität habe einen zweifachen Werth. Wenn man eb^n neutral ist. weil man nicht anders kann. d. h. zu irgend riner Parteinahme ohnmachtig ist. dann habe die Neutralität doch wahrlich durchau>!> kein Gcivicht; ein Anderes ist cs abcr. wenn Mlin neutial bleiben tvill. lvährend man Partei zu nehmen in der Lage wäre, oder mit der Pcuteinalzlne gar eine günstige Chance sür sich hätte. Nelimen wir nun an. Oesterreich wolle netltral bleiben, um scheinbar Preußen gefällig zu sein. Glaubt eS damit irgend eine günstige Chance zu gewinnen, welche mögllchen Falles eine Abänderung des Prager Friedens herbeifül>ren sollte? Da irrt eS. fulir der sranzösische Minister fort; denn siegt Preußen, so wird eS in seinetn llnifitationswerke nur um so unaush.^ltsamer vorwärts gehen; sollte es alier besiegt werden, ohne daß eine andere Macht mit Frankreich verbuuden war. dann ivürden Frankreich und Preußen die Rechnung unter sich abzumachen baben. und Frankreich lvürde Preußen gegenüber zugleich jeuen Rücksichten Rechnung tragen, die es ihm als Großmacht nicht versagen wird. Rußland soll llnterhandlungeu angeknüpft haben, um England, Schlveden Norwegen und Dänetnark zu bewegen, sür den Fall eines Die schöne Zkathi. Bon Schräder. (Fortsej^ung.) Herr Czabo hatte die Arine verschränkt, und starrte linige Augenblicke düster vor sich hin. Dann sah er Niklas an. t'er einige Reccpte bei Seite legte. „Mensä». ich glaube. Du belügst mich! Du willst Kathi bei mir verleulndtu!" „Ich schlrüre Ihnen zu. He,r Czabl'. daß der Korporal am Küchen-seusttr gewesen ist". „Gehe zu Velt!" „)a. Herr Czabo".^ „llnd sagst keiner Seele, was Du gehört hast". „Nein. Heir Czabo!" Der Apotljeker verlies» die Schreibstnbe. NiklaS rieb sich vergnügt die Hände, löschte die Lichter aus, und ging in selne Kammer, die sich neben der Schreibstube befand. Herr Czabo mußte an der Küchcnihür vorüber. Utn in sein Zimmer zu gclan.^cn. Cine lrniuderbare Gewalt hemnlte seine Sciililte. uud zog seine Bll^e uach dem Rautne. den die schöne Kathi beherrschte. Cr lvar nicht utnsonst so stith Nl^ch Hause gekotninen. die ttattji hatte ihn beiln Weggeheu nicht in der llniforln gesehen, sie sollte ihn jej^t in seiner Pracht und Herrlichkeit belvundcrn. llnd lvähruid er es so gut mit der armen Magd meinte, verschenkte sie sein Ncld heimlich an einen Korporal, den sie kaum kannte. „Schade, dl^ß sie ein so hübsches Mädchen ist!" dachte Herr Czabo mit einer schmerzlichen Herzensbeklemmuiig. und dabei sah er im Vetste ihr reizendes Gesicht, ihre großen treuherzigen Augen, ihreu blühenden Mund, ihren schlanken Hals, ihre schnceiveiße Schnlter. ilzre runden Arme und ihre kleinen Fuße. „Das wird eine schöne Nacht werden", fuhr er in seiner Metit^Uion fort — „ich selze volausl. daß ich kein Auge schließe! lind dl.se schlafli^s^' Naci/t halie ich ain Cndc dem elenden Riklas zu danken, ter entive^er auS Ciselsucht gelogen, odcr in der Ä^crblcndling salsch gehört odcr gesehen lzat. Ciu Mensch, dei acht Äran Vrechpnlver aus eine Dosis giebt. kann auch in seiner Krieges zwischen Preußen und Frankreich, im Interesse deS SeehandelS. die Neutralisirung der Ostsee zu verlangen. Rußland scheint Erfolg zu habe», denn man berichtet, daß es ihm gelungen, eine Uebereinstimmung zwischen allen nordischen Seemächten herbeizuführen, welcher Napoleon Rechnung tragen muß. Die Küste an der Nordsee kann blokirt werden; aber die vorli'genden Inseln, die ungemein flache Küste, die schwierigen Einfahrten in CmS, Weser. Elbe sichern vor jeder größeren Landung. Da die Neutralität Belgiens Preußens Nordwesten deckt, die Gebirge, Luxemburg. Saarlouis, und Koblenz daS preußische Rheinland decken, so kann im Kriegsfall Preußen den größten Theil seiner Kräfte zur Ber-theidlgung der Pfalz und Süddeutschlands verwenden und durch eine mächtige Offensive sogar den Angriff darauf vollstättdig abtuenden. Die Pariser Bl »Nter sind ungeachtet der friedlich lautenden Erklärung, ivelche der Minister deS Aeußeren gegeben, fortwährend trie-gerisch gestimmt. Der „Interiiational" meint, der Krieg zwischen Frank-reich uud Pceuken sei eben so unvertneidlich, ivie im Alterthum die Kämpse zwischen Sparta und Athen. Rom und Karthago u. s. w. Da nun jetzt Preußen noch schwach sei. so sei eS besser, es augenblicklich an-zugrelseu als später, wenn es sich erst gefestigt habe. Die Zurüstungen V0!» Kriegsmaterial dauern fort. ES iverden immer noch sehr viele Ankäufe von Waffen und Bekleidungsstücken aller Art abgeschlossen. Ebenso behauptet man. daß die Gesellschaft der französischen Ostbahn angewiesen worden, so viel Wagen zu vereinigen, daß sie im Nothfalle binnen 48 Stunden 150.000 Manu an den Rhein befördern könnte. — Personen, die mit dem Ministerium deS Innern in Verbindung stehen, sollen die Gedanken an Frieden lächerlich finden, und sich über die Geschicklichkeit freuen, wodurch der Kaiser sich jechS Wochen oder zwei Monate mehr Zeit zu Rüstungen verschafft habe. Phantasie einen Korporal an dem Küchenfenster sehen. Nein, für so schlecht halte ich die hübsche Kathi nicht. Der tvackere Lajoß hat mich versichert--" Ein Geräusch erschreckte den sinnenden Apotheker, daß er heftig zusammenfuhr. Das Geräusch kam auS der Küche. Herr Czabo zitterte, als ob er auf einer schlechten That ertappt lvürde. Gleich darauf schlMtnerte Llcht durch die angelegte Küchenthür, und man hörte, tvie Kathi den großen Küchenschrank verschloß. „Sie ist noch lvach". dachte Herr Czabo. „Alles schläft, ich kann imgestört mit ihr sprechen, und der lsache auf den Grund kommen. Seltsam, ich zittere in meincm eigenen Hause, vor meiner eigenen Köchin. Der Komlnandant sehte seinen Federhut gerade, der ihm ein lvknig in den Nacken gesnnken tvar. zog die Schärpe zurecht und räu-sperte sich. „Kathi. bist Du «och in der Küche ?" rief er, und gab seiner Stimme so viel Festigkeit, als ilim möglich lvar. ,/^a. Herr Czabo!" antwortete die helle tvohlklingende Stimme der Köchin. Der Koinmandant öffnete die Thür der Küche und trut auf die Schwelle. Kathi staud in der Mitte dtr Küche; sie war noch völlig ange-kleidet und hielt in der rechten Hand die Küchenlampe. Der Schein derselben erhellte il,r reizendes Gesicht, so daß der Kommandant die Zhrä-neu slhen konnte, die in ihren langen, schwarzen Wimpern perlten. Kathi ial» den stattlichen Komrnandanten der Schuhwehr verwundert an. Bei dem Anblicke der Thränen vergaß der alte Herr die Absicht, die ihn eigentlich in die Küche gesührt. „Du hast gelveiut. Mädchen", sagte er theiluehmend — was ist geschehen?" Die Köchin erschrak, und suhr mit der kleinen Hand über die Augen. ist wohl Mötzlich!" antwortete sie mit einem schmerzlichen La-cheln. tvobei tich die Grübchen in ihren Wangen und die Perlenzähne zwischen den Purpurlippen zeigten. „AIS ich vorhin so allein in der Kammer saß. dachte ich an meinen verstorbenen Bater. ..Allein in der Kammer?" fragte Herr Czabo betonend. Und zn gleicher Zeit zog er leise die Thür hinter sich an. Politische Derbreche« «vd ihre Bestrafung. MarburjZ. 7. Mai. Die politischen Verbrechen unterscheiden sich von den gewöhnlichen durch die Absicht. Der Zweck, welchen der Thätrr verfolgt, ist an und sür sich ein sehr edler: das Vaterland, seine Freihelt. sein Recht sind di« bewegenden Gründe. Aber der gute Wille allein genügt nl>ch keineswegs ^ e» müssen auch die Mittel gut. d. h. gesejlich erlaubt sein. Die Wahl der Mittel: Gewalt oder Aufforderung zu derselben — macht den politischen Verbrecher. Der Berfassungsstaat. welcher seinem Bürger die gre)heit der Presse, das Berein»- und Versammlungsrecht. daS Recht der Bitte und Beschwerde, die Wahl der Gesej^geber gewährt, um sür seine Ukberzeugung wirken zu können -- dieser Sttiat darf nlci»t dulden, daß Einzelne der von Allen geschaffenen Ordnung sich nicht fügen, daß die Minderheit ihren Willen über den Willen der Mehrheit — über daS Gesetz - stellt. Der neue Entwurf des Strafgesetzes hat die Todesstrase noch beibehalten: Hochverrath, vorbedachter Mord und räuberischer Todlschlag wer-den mit derselben bedroh». Erklären wir uns gegen die Todesstrafe im Allgemeinen, so müssen wir die Berhängung derselben über politische Verbrecher ganz besonders verwerfen. Die Geschichte aller Staaten — nlimentlich aber die Geschichte Deutschlands und Oesterreichs in den letzten fünfzig Zahren muß ja doch wohl de« Unterfchied zwischen gemeinen und politischen Verbrechen zum klaren Vewußtsein gebracht haben. Das hervorragendste Merkmal ist der Erfola. Je vollständiger das Gelingen deS gemeinen Verbrechens, testo flclitrer. desto schärser die Strase. Handelt e« sich aber um eine gesetzwidrige politische Unternehmung, so ist es gerade umgekehrt und wird je nach d,m lZrfoige der Thäter gerühmt oder bestrast. Wie mancher gewesene Hochverrälher ist nach dem Sturze des von ihm bekämpften Systems zu Ehren und Ansehen gelangt wie mancher hat aus dem Gefängniß, auS der Ver-bannung den Weg in die Landes- oder Reichsversammlung gefunden — wie mancher, der dem Henker entftohen. ist später Minister ge-worden. Bon allen Beispielen nur eines, nur dos einleuchtendste. Der jetzige Präsident des ungarischen Ministeriums wurde seiner Zeit wegen Theil-nähme an bekannten Ereigniffen als Hochverräther zum Tode verurtheilt; da jedoch neben dem Kriegsrechte auch das Nürnberger Recht galt, nach welchem keiner gehangen wird, sie halten ihn denn zuvor — so tvurde der Rüme Julius. Graf Andraffy an den Galgen geschlagen zum Zeichen, daß der fiüchtige Träger dieses Namens dem Tode verfallen. Z'edaucrt Oesterreith, da» jenes Urtheil nicht vollzogen worden? Hat der begna« digte Hochverräther sich seine» Vaterlandes unwürdig Verhalten? WaS wäre ohne 1)enselben für den Ausgleich «veniger geschehen? Ist Julius. Graf Andraffy jetzt nicht der geseiertste. erste Minister seines Könige? Kein Staat »st weniger als Oesterreich in der Lage, polttischc Ver« brechet mit dem Tode zu bestrafen, dieselben mit raubgierigen Todt schlügern und Mördern in eine »»leihe zu stellen. In Oesterreich diesseits der ^»eitha ist es unmöglich, eine That mit der Strafe zu bedrohen, die an den jenseits der Leitha nun regierenden Ministerpräsidenten nicht vollstreckt worden. „3a. Herr Szabo", antwortete sie unbefangen, „wer sollte wohl bei «ir gewesen sein?" ^ ........ „Kathi. steh mir in da» Auge — bi» Du wirklich allein ge- ivesen 7" „Lieber Herr, setze« Sie Mißtrauen in mich?" fragte sie mit dem selben Lächeln. „Ich habe in Ihrer Abwesenheit nicht eine Minute die «üche verlassen". ^ » c ^ xk Diese Worte wurde« i« einem so wunderbaren Tone gesprochen, daß dlm Apotheker der Muth fehlte, seine kränkende Untersuchung sortzusetzen. Er konnte kaum den aufrichtigen Blick de» Mädchens ertragen, das er auf die Aussage des langen Rikla» hin verdächtigte. Wie gerne hiitte er die Unterredung abgebrochen, aber die Furcht vor der schlastosen Nacht, die jedenfalls kommen würde, wenn er ohne Gewißheit zu Bette ginge, stachelte ihn an, von der Köchin einen triftigeren Veiveis ihrer Unschuld zu erlangen, als diesen Blick. „Kathi. ich will Dich nicht im Mindesten kränken", bcgclnn er verlegen nach einer Pause. „Du tveist. daß ich es herzlich gut mit Dir meine. Ich bin Wittver. und habe mir vorgenommen. Dein Glück zu machen". „Was soll das heißen. Herr Ezabo?" „Zunächst vernimm, daß ich in vierzehn Tagen meine Netti verhei rathe. Ich will dem Glücke der beiden jungen Leute nicht länger im Wege stehen". „Dann iväre ich allein bei Ihnen im Hause?" „Ganz recht, »nd darum begreifst Du. daß kein Makel, selbst nicht der leiseste Verdacht auf Dir haften darf. Du wirst dann immer bei mir bleiben — hast Du Luft daju?" Die schöne Kathi preßte die rechte Hand auf ihr Herz, als ob sie einen stechenden Schmerz unterdrücken wollte. Nach einem Seufzer sagte sie: „Lieber Heer Szabo, Sie müsse« am beste« wisse«, was Ihnen gut ist-. „U»d D«. Kathi?" Sie se«kte die Auge« zu Bode«, und flüsterte: „Spreche« Sie mit «einem Letter Lajosl'^ Der Kommandant hätte das reizende Mädche« fast umarmt. „Ver verdammte Korporal!" dachte er. iade« er sich in die Lippe« biß. »«d die beschämte Kathi betrachtete. Plötzlich zuckte er z«sam«e«. ihm war eine Lift beigefallen. mit dere« Hntfe er sehe« ko««te. Er schwor sich, selbst Nikla» a«s dem Hause Sind unsere Gesetzl^eber von dein Geiste erfüllt, lvelcher das Straf-recht des neuiizehntcn Jahrhunderts durchwehen soll, dann tverden sie zu der Ueberzeugung kommen, daß politische Verbrecher ihre That in geringen Fällen mit Entziehung dcr Frtilieit auf kurze Dauer, in schiveren Fällen dagegen mit Verbannung auf eine gewisse Anzahl von Jahren oder auf LetienSzeit schwer genng büßen. Vermischte Nachrichtell. (Arbeitszeit.) Jin Staat Illinois (Nordamerika) hat nun die Betvegung der Arbeiter für die Kürzung der Arbeitszeit ihr Ziel erreicht. indem acht Stunden als die gesetzliche Arbeitszeit festgestellt wurden. ^ ol kS e rz i e b UN g in England und Schottland.) DaS Verhältniß von Personen, die iljre Neimen selbst in daS HeiratS-regifter eintragen können. ivaS sich als ein sicherer Prüfstein der Elementar Erziehung betrachten läßt, stellt sich in hohem Grade zu Gunsten des schottischen CrziehungSsystems. Einvar. und cinen aufrichtigen Schmerz über ihre Schuld empfand — „Kathi. habe ich es um Dich verdient, daß Du Mich luutergehst? Ich bin Wittvei. ich meine es gut mit Dir. und Du --Du Der verliebte Witiver konnte nicht weiter reden, denn Kathi. die leise zitterte und bald ratl). bald bleich geivordea. ivar in dieser Vtrfasjnng so schön, daß sie in deir Angen des Herrn Ezabo einem gefallenen Engel glich, um den das Herz trauert. Es konnte dem scharfen Blicke der Grafin nicht entgehen, daß dcr Schmerz des Apokljckcis kun erkünstelter war. Aber wo l,jnaus rvollte der gute Mann mit seiiun Forschnvgen? Der Drang der Umstände gebot ihr. stch daiüber (Atlviszheit zn verschaffen. „Nun. und ich?" fragt sie. dcn Kommandanten mit großen Augen anblickend. Herr Ezabo fülilte sich zum Verzeihen so geneigt, daß cr wie bittend anSri'f: „Mädchen, bast Du nur Nichts zu bekennen?" „Mein Gott, lieber Heer, 'ch habe ja nichts begangen". „Und das s.,gst Du mir mit dieser treuherzigen Miene?" „Herr Ezabe-!" ftilslerte Kathi in ein einer Anwandlung von Hnt rüstung. „Wo liast Du die Börse? Dat will ich lvissen! Das hast Du mir zu bekennen! Dn schweigst? Nun wohlan, so will ich es Dir sagen. Du Schlange Kathi znlkte zust^Mtnrn. Dann aber ftißte sie sich tvieder. nrrd sah den Apotheker fest an. „Wer war an diesem Fenster?" fragte der Apotheker. DaS schöne Mädchen zitterte, es glaubte, der Kommandant der Cchntzwehr sei auf der rechten Spur. „Wer hat mit Dir gezisch«'lt und geslüstert ?" fuhr der Kommandant aufgeregt fort. „W^m Hüft Du das Geld, die ganze Börse gegeben? Und zu tvelchem Zivecke? O. der ^weck ist für Dich noch das Abschru-lichste „Er iveiß AlleS!" dachte die Gräfin. heftige Erkrankung eine» KindeS Anlaß zur Untersuchung. In Erlange» erkrankte im April vorigen JahreS ein Kind mit den Anzeichen einer Arsenikocrgistuug. die durch Verschlucken einiger Theile eines dem Kinde zum Spielen überlasseuen grünen Glanzpapieres. in welche» Seife einge-wickelt war nnd daS bei der chemischen Untersnchung alS sehr arsenikhal-tig erkannt wurde. Schweinfurter „Mitis". Renwieder Neugrün wirkt aber ebenso giftig, wie der reine weiße Arsenik, namentlich enthält das Schweinfurter Grün oft 40 bis 5l) von der Darstellung der Farbe herrülirenden weißen Arsenik. Grüne Farben, wenn die Untersuchung sie nicht als giftfrei erkannt hat, sind nur mit Oel abgerieben zu ver« wenden, als Leim» oder Wasserfarbe müssen sie verboten werden. Man soll den Kleinen unter keiner Bedingnng ein Spielzeug in die Hand geben, tvelches. einerlei mit tvelcher Farbe, bemalt ist. <8ine kleine Menge der giftigen Farben, zu denen noch die bleihaltigen gelben, rothen und tveißen zu rechnen sind, kann im günstigsten Falle die Gesundheit für das ganze Leben nntergraben. Marburger Berichte. (Gclverbe.) Im Landbezirk Marburg tvurden im April folgende Gewerbe angemeldet: Blaschei Mattliäus, Schmiede (Zinsath). Bothe Franz. Bäckerei (Kranichsfeld). Garbitsch Johann. Handel mit Lebensmittel (Walz), Zchischegg Johann. Tischlerei (Lembach). — Gasthäuser haben eröffnet: Lippuer Johann (St. Lorenzen). Tscherne Martin (Frauheim), Wurm Rudolf (Vordernberg). (Schadenfeuer.) Am Sonntag früh um 3 Uhr ist das Stall« gebände der Grundbesitzerin Theresia Löschnigg (Ramschegg) in Brunn-dorf abgebrannt. (Einbruch.) In der Nacht vom 6. auf den 7. Mai haben bei Herrn Tomasi, Holzhändler in Meiling. zu?ei Diebe Küchen« und Stuben« senster erbrochen, die Geldlade aufgesprengt und die vorhandene Barschaft, eine goldene Handspange, sowie drei schwere goldene Ringe im Gejammt-lverthe von 50 fl. enttvendet. » (Bereinslebe n.) Herr I. N. Kopriwa. Beamter der Südbahn. hat einein Vielseitigen Wunsch entsprechend, sich die Aufgabe gestellt, eine kleine. ge>»>ählte Gesellschaft zu bilden, um sich wöchentlich einmal zu versammeln und durch Gespräch. GesellschastS-Spiele, Tanz, Tombola Dekla« mationen. komische, humoristische und musikalische Bortrage, gemeinsame Landparthien und heitere theatralische Lustspiele sich zu unterhalten. Die Damen sind gebeten, in getvöhnlicher Haustracht zu erscheinen, wenn möglich mit il»rtr Handarbelt: besondere Feste und der Fasching werden ilinen Gelegenheit verschaffen. d»e Pracht ihrer Gewänder zu entfalten. Die Einlrittsgebühr beträgt für einzelne Mitglieder, wie für ganze Familien 1 fl.: der monatliche Beitrag ist auf 60 kr. festgesetzt. Aus« wärt ige Fremde, durch Mitglieder eingeführt, haben freien Zutritt. Die Unterhaltungen finden in der Regel Samstag Abends von 7 bis 11 Uhr iM Saale deS Herrn Kartin statt. (V o in Schießstand.) Bei günstiger Witterung findet von mar« gen an j den DonnerStag in der Pickardie das GeseUschaftsschießen der „Mädchen, erwacht Dein Gewissen nicht? O, ich sehe. Du bist eine verstockte Sünderin, denn Du beharrst hartnäckig in Deinem fträstichen Schweigen. Ich dachte. Dein Vetter Lajos führte mir die Unschuld selbst in das HauS, und nun muß ich erfahren, daß ich eine Heuchlerin unter meinem Dache belierberge. Kanm hat der verivünschte Korporal meine Schtvelle überschritten — ach. Du erröthest — ich spreche von dem Kor« poral, uud Du blickst zu Boden — Kathi, Du hättest an Deine und meine Ehre deiiken sollen!" „Zl,?e Ehre. Herr Ezabo, habe ich sie getränkt?" Der Alte grrieth in Zorn. „Ein Geschenk, das ich Lir anS wohlmeinendem Herzen mache, giebft Du einem Korporal ? O. von dem Grlde. daS er auf Dein Wohl vertrinken soll, spreche »ch nicht; aber von der Börse, die meine urme Netti gestrickt hat". „Der Korporal soll an meinem Fenster gewesen sein?" fragte Kathi. die nun begriff, daß die Eifersucht aus dem Apotheker sprath. ..^^^ieber Herr, wer Jhiten das gesagt hat, ist ein boshafter Lügner. Ich k.nne den Korporal nicht, und habe ihn. außer in Ihrem Zimmer, nicht gesehen!" Herr Ezabo stutzte. ..Mädchen", stammelte er. „warum zeigst denn Du mir die Börse nicht?" „Weil ich sie nicht mehr habe". „Und wer hat sie?" „Mein Vetter Lajos. Er und niemand Anderer war am Fenster!" Nach diesen Worten ivaudte jich Kathi beleidigt ab. „Das ist wahrscheinlich", dachte der Apotheker. ^Lajos hat in der Save gefischt, ist durch den Garten gekommen, und hat, da die Thür verschlossea war. an duS Fenster geklopfi. Ich darf Nichts fagen. da ich iljm erlaubt habe, seine Nichte zn besnchen." „Die Börse", fuhr Kathi mit gepreßter Stimme fort. ..habe ich ih« gegeben, damit er sie meiner armen Mutter schicke". Sic schwieg und.stieß einen tiefen Seufzer aus. Diese Unwahrheit war nur gewaltsam über ihre Lippen gekommen; aber fie glaubte fte nicht verschmähen zu dürfen, um ihre Sicherheit in den letzte» Stunde» nicht zu gefährden. Katlii verhüllte mit der Schürze ihr Gesicht «nd schien still z» weinen. (Fortsetzung folgt.) Jägeroffiziere statt und können alle Mitglitder der Schaifschütz^n-Gesell-schaft. sowie die besonders eingeladenen Güste Theil ntl^mcn. Das Schic-ßen beginnt jedesmal nm 3 Uhr Rachmittag und wird die Jägerfapclie während desselben spielen. Letzte Post. Aus Berlin wird als feftfteheude Thatsache gemeldet, daß a«f der K»»ferent nur die Luxemburger Frage verhandelt werden ?vu«e. Zu KrauVreich gibt stch etue große Bewegung zu Gunsten deS Arieden» rund. Das Haus Rpthschild und der Credit Aoueier werden Italien so« Millionen ans die Kirchengttter leihen. Omer Vafcha ist von de« Kandioten geschlagen worden. Für Ferdinand Freiligrath! Ja der großen Themsestadt lebt ein deutscher Dichter, arm und verbannt. Ferdinand Freiligrath ist's — wer kennt den Namen nicht! Weit über Deutschlands Grenzen hinaus rncht der Ruhm des tdltn Mannes, der seit fast einem Menschenalter mit stammender Begeisterung und hinreißender Kraft unser Aller Jdral besang: Die Freiheit! Ihr gehörte sein Leben, ihr sein Denken und Fühlen, ihr opferte er den lzei-matlichen Herd und irdisches Glück. Run aber drückt ihn deS Alters schwere Last, der edle Mann kämpft mit deS LebenS bitterer Nvtb. und geisttödtrnde TageSarbeit muß er verrichten, um sich und die Seinen fern von der Heimat zu ernähren. Soll daS deS Mannes Los sein, dessen Charakter so rein und lauter? Soll bange Sorge den Dichter erdrücken, dessen Schöpfungen Marksteine sind aus dem Wege der Freiheit und deS Rechtes? In des Dichters engerem Heimatlande haben warme Freunde Sammlungen für ein würdiges Ehrengeschenk an Ferdinand Freiligrath angeregt. Reichlich fließen die BeitrStie von Genannten und Ungenann« ten in Deutschlands weiten Gauen, und ehe dieses Jahr abläuft, soll dem Verbannten deutschen Dichter eine kummerlose Existenz bereitet sein. Soll Oesterreich zurückbleiben bei dieser Huldigung deS deutschen Dichters und Freiheitskämpfers? Hat Ferdinand Freiligrath in Oesterreich keme Freunde, keine Verehrer? Sind seine Schöpfungen nicht auch unser kost-bareS Eigenthum? Gewiß, sie sind cs. Und wem eine dieser Schöpsun-gen jemals einen Funken edler Begeisterung gespendet der wird herbei« eilen und theilnehmen an dem edlen Licbeswerke. Der Wiener Journalisten- und Schriststellerverein „^onkordia" er greift hiemit die Initiative für die Sammlungen in Oesterreich, und bittet die Freunde und Verehrer Ferdinand FreillgrathS um ihre Theil-nähme. Er richtet an die geehrten Redaktionen der österreichischen 3our! nale daS kollegiale Ersuchen, diese Anrel^un^ zu veröffentlichen, Beiträge entge,iknzunehmcn und öffentlich zu qniltiren. Der Verein „Konkordia" eröffnet die Subskription mit einem Bei-trage von 100 fl. Wien. 1. Mai 1867. Der Borstand deS Journalisten- und EchriststellervercinS „Konkordia." Dr. L. W i t te l S h ö f e r. Will). Wiener. M. Graß. Dr. Kl UN. Aug. Krawan i. Iostpl, Neuwirth. M. SzepS. Die Redaktion der „Marburger Zeitung" macht hiemit ihren Lesern bekannt, daß sie Beiträge zu dem Ehrengeschenke für Freiligrath entgegen-^nehmen, den Empfang öffentlich auszuweisen und den Betrag an den Vorstand der „Konkordia" abzuführen bereit ist. Eingesandt. Vor einigen Tagen erhi.lt männiglich eine gedruckte „Einladung" des Herrn I. R. Kopriwa. welche die Bilc>ung ciner „geschlossenen Gesellschaft" anregte, deren T^udenz eS srin sollte, in ihren wöchentlichen Zusammenkünften vorzugsweise die „Gemiltl)lichfeit" zu pflegen und zu jördern. Herr K. scheint zu übersel)en. daß Marburg bereits fünf Vereine zählt, welche dem Publikum doch hinreichende Gelegenheit zur Unterhal-tung bieten. Wir haben hier den Gesangverein, die Citavniea. den Turnverein, den Merkur und schließlich den Theater- und Kasinoverein; ist eine solche Anzahl von Unterhaltnnj^svercinen s»»r eine Stadt von der Größe Marburgs nicht genu,, ? Laust man pa Gcsaljr. an seinem Vergnügen in irgend einer Weise Abbruch zu eileiden? Uelirigens läßt sich zwischen den Zeilen dieser „Einladnnjl" gnnz deutlich der Versuch lesen, das Kasino, welches doch in erster Linie duzn berusen ist. die Pflegstätte heiterer Geselligkeit zu sein, in der Zattl seiner Thcilnehmer zu schwächen und die Abtrünnigen dem neuen Unlernehmen als Mitglieder zuzusühren. Bei all' dem Borges^igten ver»val)ren wir uns jcdoch mit Entschie-dlnheit gegen den n^öglichen Vorwurf. H^rrn Kopriwa auch nur im Entferntesten eigennützige Absichten zuzninuthen. können uns aber dennoch nicht der Anschauung verschliesun. dast die Bildung von derartigen „Winkelvereinen" doch nur zum Unheilc des Ganzen in Szcne gehen könne. Ein Mitglied des Kasino im Namen Vieler. H. W. Telegraphischer Wieiler Cours vom 7. Mai. 58.60 i Kreditaktie»....... 69.40 ! London........ Silber........ A. K. Münz-Dukaten . . . Metallique» . - . . öV, ^tational-Anlehen . . . 1860er Staats-Anlehen . . . 82.80 Bankaktien.......722.-^ 166.— 131.S0 129.75 6.22 GeschästSberichtk. Fein geriebene de», k'isniijti, »n>i IliN'bvttsi'v« empfiehlt zur gefälligen Abnahme - Herm. Billerbeck, Maler »ind Lackirer. 234) Kärntnergasse Nr. 227. Pettau. S.Mai. (Wochenmarkttbericht.) Weizenfl. 5.60.Kor» fl.4.30, Gerste ft. 0.-» Hafer fl. 1.80, Auturuß fl. 3.50. Heiden fl. 2.80, Hirsebrein fl. 2 50. Erdäpfel si. 1.20 pr. Metze«. Rindfleisch 22. Kalbfleisch ohne Zuwage 22. Schtveinfleisch jung 24 kr. pr. Pf. Holz 36" hart fl. 7.80, detto weich fl. 5.80 pr.Xlafter. Holzkohle» han fl. 0.50. detto weich fl. 0.40 pr. Metze«. Heu fl. 1.10. Stroh, Lager- fl. 1.—, Streu- fl. 0.90 pr. Centner. _ Zwei schöne Wohnungen im ersten Stocke, sonnseitlg. bestehend auS 2 und 3 Zimmern sammt^ Zuaehör. sind biS 1. Juni zu vergeben. 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SssodtmwvorUll ^ Unterzeichneter besitzt ein voitreffliches Mittel gegen nääjilicheS Bettnässen, solvie gegen Schwächezustände der Harnlilase und Geschlechtsorgane. Auch finden diese Kranken Anfnalime in des Unterzeichneten ' Heilanstalt. Lpezinlarzt IBi'. ! in Klippel bei St. Gallen ^Schweiz). Rr. 104S. (Z2Ü Exekuttve Fahrniffen-Versteigernng. Vom t. k. Bezirksgerichte in Marburg wird bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen der Josefa Pettek die Reassumirung der erekuliven Feilbietung der dem Stefan Kovatschitsch in Lendorf gehörigen, mit gerichtliche« Pfandrechte ^legten und auf 100 fl. öst. W. geschälten' Kadrniffe, olS: zweier Ochsen, bewilliget und hiezu zwei geilbietungS-Tagsaknugen, die erste auf deo 14. Mai, die zweite auf den 4 Juni 1867.' jedesmal von 11—1Z Uhr Bormitt»^gS in Lendorf Nr. 23 mit dem Bei saßt angeordnet worden, vaß die Pfandstücke bei der ersten Aeilbietung n»r n« »der ü^r den Schähwerth. bei der zweiten Feilbietung aber> a»ch »nter demselben gegen sogleiche Barzahlung und Wegschaffung ^ hintanstegeben werde«. i K. k. Bezirksgericht Marburg am 30. März 1867._ > De. Gtchtwatte lindert sofort unid hklt schnell Skidt, lvl«iw»U»w« alter Art. alS Gesicht»-. Bruft-. HalS- und Zahnschmerze». Kops-. Hand-«nd Kniegicht. Magen- und UnterleibSschmerze« ie. In Paketen zu so kr. Nnd zn 1 ft. bei I. VankTlDlN, Apotheker. (404 153) Für I'. 7'. solvie für Kaffee« ««d GafthauAgSeten die sttkigflen EijenMiiliel zum Zusammenlegen in der Eisen Möbel Niederlage in Kololvralring 10. ^ Preis Mourant gratis. Eisenbahn-Fahrordiiung fiir Marburg. Nach «»en: Noch Trieft: Abfahrt: Ul,7 25 Min Früh. Abfal,rt: 8 Ut,r 14 Mm. Krüh. 7 Uhr S Min Abend». « Uhr 4»^ Mln. Abends. 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