IV. Jahrgang. Nr. 27. Zeitschrift für Vaterländische Interessen. Erscheint jeden Dinstag und Freitag und kostet: Mit der Post: Für Laibach sammt Zustellung: Ganzjährig fi. L— Ganzjährig st. 5,— Halbjährig .. 3--Haldjährig „ 2.50 Einzelne Nummer 5 kr. Die Redaktion befindet sich am Hauptplatz, Nr. 1U, II. Stock. Die Administration in Ottokar Kleri's Buchhandlung Hauptpllltz, Nr. 313. Insertionsgcbühre«: Für die 2lpaltige Petit-Zeile oder deren Raum bei Imaligcr Einschaltung L Ir., 2 Mal 8 kr., 3 Mal 10 lr. Stempel jedes Mal 30 tr. Inserate übernimmt Haasenslein ss Vogler in Wien, Wollzeile 9, Hamburg, Berlin, Leipzig, Frankfurt a/M., Basel. Geldsendungen sind zu richten an den Eigenthüme r de« Blatte?. Manuskripte werden nicht zurückgesendet. Laibach, Freitag am 2. April 1869. Pränumerations - Einladung Mi t offenem, voiurtheilfreien Auge verfolgt der „Triglav" den Gang der Ereignisse und nimmt regen Anlheil an dem geistigen Kampfe, den das Recht gegen die Gewalt führt. Wir dürfen wohl behaupten und man wird uns das Zeugniß nicht versagen, daß wir stets und überall das Interesse unserer Nationalität vor Augen gehabt und das Wohl unseres Landes nach bestem Wissen und Gewissen zu fördern getrachtet haben, überhaupt die uns durch das nationale Programm auferlegte publizistische Pflicht trotz des beispiel­losen Druckes, der auf der oppositionellen Journalistik lastet, nach Thunlichteit mit allen Kräften zu erfüllen bestrebt waren. Nach Verlauf eines Vierteljahres, seitdem der „Triglav" in veränderter Gestalt und zweimal in der Woche erscheint, hat sich die Situation nicht geklärt, sie hat sich eher noch verfinstert; der „Triglav" ist demzufolge nach wie vor ein Bedürfniß, die Pflicht eines jeden Freundes unserer Nation erheischt es, denselben geistig wie materiel l zu unterstützen, damit er auch hinfort im Stande sei, für die Rechte unseres Volkes und gegen unsere übermüthigen Feinde mannhaft einzustehen. Der Preis unseres Blattes beträgt, wie seither: Mit der Post Für Laibach sammt Zustellung ins Haus: Ganzjährig 6 st. — tr. Ganzjährig 5 ss. __ ^ . Halbjährig 3 „ ^ „ Halbjährig 2 „ 50 „ Vierteljährig 1 „ 50 „ Vierteljährig 1 „ 25 IW ^ Jene ? . L . Abonnenten, welche mit dem bisherigen Pränumerationsgelde noch im Rückstände sind, ersuchen wir höflichst, uns dasselbe zuverlässig baldigst einsenden zu wollen. Dr. Toman's Rede in der 178. Sitzung des Abgeordnetenhauses am 17. März d. I . in bei Debatte über das Landwehrgesetz. Ich habe schon neulich in diesem hohen Hause meine Ansicht dahin ausgesprochen, daß ich eine Landwehr, eine eigentliche Volts­wehr, eine Wehr der Völker in Oesterreich, in ihrem inneren Wesen genommen, nur dann wirksam erachte, wenn sie gewissermaßen terri­torial und national geschaffen wird. Dieß habe ich aber nicht von dem Standpunkte aus betont, der später eine so große Rolle gespielt hat, indem die verehrten Herren Redner der anderen Seite des hohen Hauses (links) sich stets auf den Nationalitäten-Standpunkt gestellt und von demselben aus Vorwürfe dieser Seite des hohen Hauses (rechts) entgegen geschleudert haben. Ich erkläre, daß ich, was das Landwehrinstitut betrifft, dieses nur seinem eigenen Wesen nach betrachten und von anderen Berech­tigungen der Völker Oesterreichs, die sich auch auf diesem Gebiete geltend machen tonnen und geltend machen sollen, nur nebenbei sprechen will. Die Landwehr, wie sie mir vorschwebt, wie sie in Oesterrcich nichts neues ist, eine Landwehr, die in früheren Jahrhunderten in den innerösterreichischcn Ländern bestanden hat und welche nöthig war, um die Türken so viele Jahrhunderte lang zurückzuhalten, will gewissermaßen an ein engeres Land, an ein Land, wie sich solcher mehrere zur Schaffung Oesterreichs zusammengefunden haben und an die darin lebende Bevölkerung gebunden sein, wenn sie wirksam sein soll. Jeder, der in die Landwehr eintritt, soll wissen, daß er seine Heimat vertheidigt und in zweiter Beziehung muß er sich bewußt sein, daß er auch seine Nation vertheidigt, in deren Sprache er an­geführt wird. Daß daher die Frage der Kommandosprache in die Nationali­tätenfrage eingreift, ist wohl nicht zu leugnen, und ich erkläre, daß Tic Administration des „Tliglao". ich zu jenen gehöre, welche die Feststellung der Kommandosprache der Legislative vorbehalten wissen wollen. Aber, wenn die Legislative durchaus abgeneigt ist, den Ansprüchen der verschiedenen Nationali­täten gerecht zu werden, und nach ß, 19 nach dem Antrage der Regierung die Kommandosprache der Landwehr dieselbe, wie die des Heeres sein soll, so ist es klug, so ist es weise, daß man wenigstens der Exekutive dießfalls offenen Spielraum lasse. Dem Antrage des Herrn Grafen Potocki stimme ich daher aus dem Grunde bei, weil ich die feste Ueberzeugung habe, daß sich im Laufe der Zeit das Bedürfniß herausstellen wird, der Landwehr jene Kraft durch die Sprache zu geben, welche ihr die Regierung selbst nach den ursprünglichen Beratungen ertheilen wollte. Es ist aber höchst eigenthümlich, meine Herren, wenn man von der Kommandosprache derart spricht, als sollte sie sein wie eine Schnur, an der die Landwehrmarionetten angebunden sind, und die nur angezogen zu werden braucht, um sie zu bewegen, wenn man sagt, daß man der Landwehr nur ein Wort zu sagen braucht, nach welchem sie sich dann zu drehen und zu bewegen hat. Ich glaube, die Kommandosprache soll etwas anderes als das sein, nämlich etwas, was vor dem Feinde nothwendig ist, um den inneren Geist, das innere Feuer der Vaterlandsvertheidigung auf das Heer zu übertragen. Sehr gemllthlich ist es, wenn man die Kommandosprache so auffaßt, wie Herr Baron Wächter, der als Kommandosprache am liebsten eine solche Sprache aufgestellt wissen möchte, welche niemand versteht. Meine Herren! Ich habe andere Begriffe von der Kommando­sprache. Würde es sich darum handeln, in Oesterreich eine solche Kom­mandosprache aufzustellen, welche keiner versteht, so wäre dieß nicht schwierig auszuführen. Ma n brauchte bloß beliebige Worte aus den verschiedenen Sprachen zu nehmen und ihnen gewisse Begriffe beizulegen und diese österreichische Kommandosprache wäre fertig. (Heiterkeit.) Wenn Herr Skene ferner allen denen, welche dem Antrage des Herrn Grafen Potocki beistimmen, und allen jenen, vielleicht Mil ­lionen, welche außer diesem Hause stehen und auf diese Debatte sehen, allen jenen Millionen, welche Oesterreich oft gerettet haben und bereitwillig retten werden, sagt, daß Liese Bestrebungen so viel heißen, als die Sache auf die Spitze zu treiben, dann, meine Her­ren, verstehe ich wahrlich nicht, wie Oesterreich zum Frieden, zu ei­nem inncrn Ausgleiche, zu einer wahren, ureignen Kraft gelangen folle. Die Sache ist allerdings zum Theile durch den Zentralismus schon auf die Spitze gebracht. Ich weiß recht wohl, meine Herren, daß im Schöße der Regierung, im Schöße der Majorität Absichten solcher Zentralisation vorwalten, welche die Sache auf die Spitze zu treiben geeignet sind. Dann, meine Herren, wenn Sie dieß, durchge­führt haben sollten, haben Sie vielleicht auch Oesterreich auf die Spitze gebracht. Oesterreich vertragt keinen Zentralismus, wenn Sie den ein­heitlichen Zentralismus nicht durchführen konnten, werden Sie den dualistischen ebenfalls nicht in dem Sinne durchführen, daß Oester­reich dadurch stark werde. Ich spreche aus österreichischem Gefühle, denn das, meine Her­ren, sind Versuche, womit die Vergewaltigung aller anderen, bereits Leben fühlenden Völker eintreten soll. Die Zeit der Freiheit, die sie auf ihre Fahne geschrieben, ist gekommen. Die Völker lassen nicht mehr wie Automaten, wie Marionetten mit sich umgehen. Die Völker fühlen und denken, daß, wenn sie verpflichtet sind, dem Staate Steuer zu zahlen, sie auch berechtigt sind, als berechtigte Individuen im Staate zu leben. (Bravo! rechts.) Wenn Herr Skene sagt, daß diese Bestrebungen keine Berech­tigung haben, und daß ihm ihre Verfolgung wie ein Thurm Babel vorkomme, so läßt sich dieser Satz vollkommen umgekehrt gegen ihn anwenden. Der Thurm Babel war eine Idee der Zentralisation. Die Völler sagten: Wir wollen alle zusammen einen Thurm bauen, auf daß wir uns nicht mehr trennen. Und sie sind zusammengekom­men, haben einige Zeit gebaut, haben, verschiedene Sprachen spre­chend, sich nicht verstanden, und sind auseinandergegangen. Der Thurm Babel ist das Symbol des Zentralismus. (Große Heiterkeit.) Die Völker sind auseinandergegangen, haben ihre Sprachen gesprochen, Feuilleton. Anschauungen. (Zutunftsrebe eines bekannten liberalen Führers.) Meine Herren! Meiner Anschauung nach gipfelt der Kernpunkt der Anschauungen unserer Gegner nur in deren verkehrten Anschau« ungen. Damit Sie jedoch die Richtigkeit meiner Anschauung selbst erschauen, will ich mich über das Kapitel der Anschauungen allge­mein sowie über unsere und unserer politischen Gegner Anschauungen speziell aussprechen. Anschauungen bedeuten im Grunde nichts und alles, aus An­schauungen entspringen Anschauungen, Anschauungen gründen sich auf Anschauungen, ja, meine Herren, Anschauungen sind die Basis aller Anschauungen, Anschauungen zerstören Anschauungen und über An­schauungen stolpert derjenige, der nicht darauf schaut, denn, meine Herren, Anschauungen sind die Quellen aller richtigen und verkehrten Anschauungen, und wer keine Anschauungen hat, auf den schaut nie­mand. Schauen Sie, meine Herren! Ich handelte stets nach An­schauungen, schlug meine Gegner durch Anschauungen, Anschauungen schützten mich vor ihren Angriffen, welche divergirenden Anschauun­gen entsprangen, und wenn ich mich je — verzeihen Sie den Aus­druck! — blamirte, so geschah es stets auf Grundlage meiner An­schauungen. Ich gebe gerne zu, auch unsere Gegner haben Anschau­ungen, welche indeß meiner, unsere r Anschauung nach verkehrt, vernunftwidrig sind, denn das Wesen der Anschauung ist ein subjek­tiver Standpunkt, der frei von jeder objektiven Anschauung stets nur auf sei n Interesse schaut und durch eine enggeschlossene Kette von Anschauungen nicht allein zu dem Resultate gelangt, daß seine Anschauung die richtige, sondern auch andere zu derselben Anschau­ung bewegt, indem er die gegnerischen Anschauungen schlägt und schließlich seine Anschauung zur Geltung bringt. Anschauungen sind und die Ruinen des Thurmes Babel ragen heute ganz gewiß be­deutungsvoll in diesem Sinne in unsire Zeit, in unseren Reichsrath hinein. (Heiterkeit.) Eine der wichtigsten Einwendungen, welche gemacht worden sind rücksichtlich der Berechtigung, der Opportunität und der Zweckmä­ßigkeit der Sprache in dem Landwehrinstitute, ist die, daß nach den gefaßten Beschlüssen des hohen Hauses die Landwehr ein integriren­der Theil des Heeres ist, daß daher die deutsche die Heercssprache, die Kommandosprache sein solle. Das ist nach den leider gefaßten Beschlüssen eine richtige Ein­wendung; aber ich frage Sie nur — da, wie einer der Herren Vorredner es betont hat, in Ungarn das nicht der Fall ist, da die Honveds dort nicht deutsch kommandirt werden — warum, wenn nun das dort möglich ist, dieß nicht auch hier möglich sein sollte; hier scheint es nur möglich zu sein, daß wir größere Prozente bezahlen, auf der anderen Seite ist es möglich, daß sie geringere Prozente bezahlen, daß sie noch dazu mehr Begünstigungen und Rechtsan­sprüche in ihrem nationalen Leben beanspruchen können. Der Herr Abgeordnete Freiherr v. Tinti sagte, und er hat dieß zwar eigentlich nur dem Theile der Herren zugerufen, die ganz auf der rechten Seit? sitzen, nämlich den Herren Abgeordneten aus Polen, aber es bezieht sich auf alle jene, welche auf dem Stand­punkte stehen, den jede Nation im Staate erreichen soll, und da ich auf diesem Standpunkte stehe, so beziehe ich diesen Zuruf auch auf mich. — Freiherr v. Tinti sagte also: Seid aufrichtig! Darauf fage ich Ihnen nun, daß wir ja immer aufrichtig waren, daß wir, seit­dem die neue Acra eingetreten, daß wir seit dem Jahre 1861 auf­richtig und ernst es immer verlangen, daß die österreichischen Völker in ihren Wünschen befriedigt werden, wenn der Staat gekräftigt, ja gerettet weiden soll. Sie sehen aber darin immer zentrifugale Ideen, wie diese Supposition neulich von Seite eines Herrn Redners uns gemacht wurde. Auch der Herr Abgeordnete Skene sagte heute: Wenn Ih r Euere Wünsche erreichet, werden wir auch unsere erreichen, wir wollen den Anschluß an Deutschland! Diese Worte sind gesprochen worden. Wären sie von mir gesprochen worden oder von einem andern Repräsentanten des slavischen Volksstammes, hätten wir z. B. ge­sagt: „Wenn Ihr uns das nicht gebet, was uns gehört, so werden wir ein slavisches Reich gründen, oder uns dem russischen Szepter in der Regel unanfechtbar, wenigstens meiner Anschauung nach, denn sie entspringen Gedanken, welche man sich über einen Gegenstand macht; Anschauungen sind bei jedem Wortgefecht die Avant- und Arriere-Garde, sie erleichtern den Angriff und sind im Falle eines nothgedrungencn Rückzuges eine schätzbare Deckung, Anschauungen benehmen jeder Niederlage ihre Bedeutung, ja sie annullircn sich häufig, denn eine Niederlage, welche infolge divergirenden Anschauun­gen erfolgte, ist im Grunde — wenigstens meiner Anschauung nach — ein Sieg, der Gegner gerieth in die Falle unserer Anschauungen und zwar wieder nur infolge seine r Anschauungen; da aber, wie ich bereits zu erwähnen die Ehre hatte, Anschauungen sich gegen­seitig aufheben, so ist zwischen Anschauungen als nicht versonifizirten, nicht mathematischen Körpern ein vollständiger Sieg unmöglich. Dieß meine Anschauung. Ich glaube, meine Herren, das Wesen der Anschauungen im allgemeinen Ihnen deutlich gemacht zu haben. Ich komme nun zu den Anschauungen unserer Gegner im besonderen. Meiner Anschauung nach kann es keine andere zu duldende Anschauung geben als die konstitutionelle oder liberale; andere An­schauungen sind unbedingt zu verdammen, denn wo illiberale und unkonstitutionelle Anschauungen platzgreifen, da gibt es keine logischen Anschauungen mehr, da reißt eine gänzliche Anschauungslosigkeit ein, welche dem völligen Mangel an Anschauungen entspringt. Dieß ist nun unser aller Anschauung nach bei unseren nationalen Gegnern der Fall. National! Welch' eine anmaßende Anschauung! Wo kann sich der sog. Nationale zu einer Anschauung emporschwingen! Und wenn auch, worauf gründen sich, woraus entspringen seine Anschauungen? Jener überspannten, unnatürlichen, unausführbaren Idee, welche er in seiner beschränkten Anschauung Nationalitätsprinzip nennt. Ja, meine Herren, ist denn das eine Anschauung? und vor allem, ist es eine gesunde Anschauung? Meiner Anschauung nach unmöglich, denn soviel mir bekannt, soviel wir alle gesehen, besteht die Stärke unterwerfen u. s. f."; was hätten Sie gesagt, meine hochverehrten Herren!? Worin bestehen unsere Wünsche? Unsere Wünsche sollen nicht außer dem Staate, sondern im Staate befriedigt werden, dar­um sind wir Oesterreicher, und wir müssen es alle bleiben, wenn dieses Oesterreich als Reich gerettet werden soll. Darin liegt aber der Unterschied zwischen unseren Wünschen und jenen, welche der Herr Abgeordnete Skene ausgesprochen hat. Unsere Wünsche können im Innern des Reiches befriedigt wer­den. Die Wünsche, welche außerhalb des Reiches reichen, verdienen jene Bemerkungen, welche einstens von dem heutigen Herrn Nbge» ordneten aus Reichenberg, dem Herrn Reichskanzler, damals Mini­ster, gefallen sind: „Wir werden mit jenen gut sein, welche ihre Wünsche im In­nern des Reiches befriedigt wissen wollen, aber gegen die, welche dieselben ins Ausland tragen, wird sich das Reich lehren." Die Vorlesung des Herrn Abgeordneten Dr. Stamm über die slavische Sprache hat ihn allerdings in „Verlegenheit" gebracht. Er hat gesagt, wenn er über diesen Gegenstand denkt, kommt er in Verlegenheit. Nun wahrlich, ich ehre den Herrn Abgeordneten Dr. Stamm sehr, aber es ist ihm etwas passirt, weil er sich auf ein Gebiet be­geben hat, das ihm wahrscheinlich unbekannt ist, wie dem Blinden die Farben. (Rufe: Oho!) Denn wenn er von zehn slavischen Dialekten spricht, so sind meine Worte schon richtig. Er hat gesagt, die Zeit ist für die slavischen Stämme vorüber, daß sie eine einheitliche Sprache als Schriftsprache und als Binde­mittel für die gesammten slavischen Völkerschaften aufstellen konnten. Er hat einen Rückblick auf die Entwicklung der deutschen, französi­schen und englischen Sprache gethan und er ist so gütig, zu bekennen, daß die deutsche Sprache ebenfalls in sehr vielen Dialekten gespro­chen wird und ebenso auch die italienische Sprache. Wenn der Herr Abgeordnete Dr. Stamm glaubt, daß der ge­summte slavische Stamm in seiner Entwicklung nicht fortschreiten wird und daß er verloren ist, weil seine Sprache in mehrere Dia­lekte zerfalle, fo mag er sich mit feiner germanistischen Idee trösten; aber ich führe ihm ein großes Beispiel aus der Geschichte an, das ich für heute für uns in Anspruch nehmen kann, und das uns, selbst dann, wenn wir unsere Sprache dialektisch betrieben haben, die sicherste Hoffnung gibt, daß wir nach dem, was wir geschaffen und unserer Gegner keineswegs in haltbaren Anschauungen, obwohl sie infolge einer verkehrten Anschauung auf Anschauungen sehrstark po­chen und durch diese Anschauungen unsere Anschauungen verdammen wollen. Welch' ein Labirynth von falschen Anschauungen! Der An­schauung jedes logisch denkenden nach gibt es aus diesen Anschau­ungen leinen andern Ausweg, als mit Hilfe des Fadens liberaler, konstitutioneller Anschauungen, welche der Kern, der Suktus aller übrigen Anschauungen sind, daher eine Menge Anschauungen in sich schließen, welche auch Ihrer Anschauung nach, meine Herren, wieder durch Anschauungen an und für sich fchon geklärt sind. Demnach glaube ich Ihres Beifalls gewiß zu sein, wenn ich die Anschauungen der Gegner durch meine Anschauungen schlage, da sie sich eben wieder durch Anschauungen schlagen lassen. Ich be­merke mit Vergnügen, daß meine Anschauungen mit den Ihrigen vollkommen parallel laufen, daher meiner Anschauung nach eine Kol­lision derselben nicht zu befürchten. Sollte diese jedoch meiner An­schauung entgegen durch intriguirende gegnerische Anschauungen dennoch -erfolgen, dann, meine Herren, ist es meiner Anschauung nach am gerathensten, sich hinter die Brustwehr der Anschauungen zu flüchten und hier in beschaulicher Anschauung dem schauerlichen Schauspiel der Anschauungen zuzuschauen, denn, meine Herren, wo Anschauun­gen entfesselt gegen Anschauungen wüthen, da schützt leine Anschauung. Meiner Anschauung nach genügt diese kurze Stizzirung der Anschauungen, um Ihnen dieselben anschaulich zu machen; sollte es jedoch meiner Anschauung entgegen nicht der Fall sein, dann em­pfehle ich Ihnen ein von mir verfaßtes Werk: „Anschauungsunter­richt in Anschauungen bei verschiedenen Anschauungen mit besonderer Rücksicht auf nationale Anschauungen den konstitutionellen Anschau­ungen gegenüber, sehr anschaulich dargestellt zur Klärung trüber Anschauungen von einem Manne der Anschauung." Ich habe gesprochen und meine Anschauung gewahrt. errungen haben, den Gipfel der Kultur wie jede andere Nation dieser Erde erreichen werden. Hat Griechenland, meine Herren, einen einzigen Dialekt ge­schrieben? Sind nicht die geistreichsten Werke, die größte geistige Erbschaft dieses Volles, im jonischen, dorischen, attischen und an­deren Dialekten aufbewahrt? Griechenland war eine kleine Nation und hat es auf geistigem Gebiete so weit gebracht, als irgend eine Nation, welche heute sagt, daß ihre Sprache das Jahrhundert beherrscht. Meine Herren! Keines Volles Sprache beherrscht das Jahr­hundert, die Idee, der Geist beherrscht es, und mag diese Idee eine deutsche, französische, englische oder slavische sein, so wird sie die Welt durchdringen; denn die Idee gehört der Menschheit an und die Sprache, die Form ist Nebensache. Die Form, und wenn durch die deutsche Sprache sich manches Geisteserzeugniß andern Völlern mit« getheilt hat, fo bitte ich sich zu erinnern, von wem die Deutschen gelernt haben. So hoch ich die deutsche Literatur, Sprache, Kunst und Wissenschaft achte, so sage ich Ihnen aber, daß die deutsche Sprache noch aus den Schulen verbannt war, und daß die lateini­sche Sprache überall die herrschende gewesen ist, in einer Zeit, wo bereits, nämlich im, 15. Jahrhundert, an der Universität zu Prag alle Wissenschaften in czechischer Sprache vorgetragen wurden. Ich glaube übrigens ganz gewiß, daß wir auch dialektisch unser Ziel erreichen werden; denn ich glaube nicht, daß der Herr, welcher über alle Nationen waltet, ein Voll von 80—90 Millionen ge­schaffen hat, damit es thatlos zu Grunde gehe. Nachdem er diese Nation so groß geschaffen hat, wird jemand kommen, der ihr, wenn es nöthig sein soll, eine gemeinsame Sprache schaffen wird, und dicß wird später die herrschende sein, sowie gegenwärtig die deutsche Sprache. Diese Hoffnung spreche ich aus. (Bravo! im rechten Zen­trum,) So viel zur Vorlesung des Herrn Abgeordneten Stamm über die slavische Sprache. Tagesneuigkeiten. Lllibllch, 2. April. — (Landwirthschaftliche Zentralausschußsitzung am 29. März.) Vorsitzender Vize-Präsident Dr. E. H. Costa, 6 Zentralausschüsse, verstärkt durch den Hrn. Regierungsrath v. Roth und Landeshauptmann Dr. v. Wurzbach. Den Gegenstand der Ver­handlung bildeten die Modalitäten der Prämiirung des Rindviehes pro 1869. Auf Grund der Filialanträge wurde bestimmt, daß die Prämiirung in Idria am 19.; in Seisenberg am 20.; in Land­straß am 14.; in Feistritz am 10. und in Laibach am 3. Mai im Laufe des Vormittags vor sich zu gehen hat. I n Laibach wird sie am Versuchshof (Obere Poljana) vorgenommen. I n den übrigen Prämiirungsorten haben die betreffenden Gemeinden für einen ge­eigneten Platz Sorge zu tragen. Als Konkurrenzbezirke weiden jeder Prämiirungsstation Steuerbezirke zugewiesen: a) Idria und Wip­pach; I») Seisenberg und Treffen; o) Gurlfeld und Naffenfuß (für Landstraß); ä) Feistritz und Adelsberg; e) Laibach und Oberlaibach und Umgebung Laibach. — Als Vorsitzende der Preisgerichte aus dem Zentrale wurden nach dem Statute bestimmt, für Idria: Herr I . Debevec; für Seisenberg: H. F. 8olmayr; für Landstraß: H. I . Seunig; für Feistritz: H. Dr. Costa; für Laibach: H. Dr. Bleiweis. — Jedes prämiirte Vieh erhält am linlen Schlägel das K. als Preiszeichen eingebrannt. — Ueber die von der Subvention eingekauften Grains wurde beschlossen, selbe bis zur Erschöpfung auszufolgen, und es wird ersucht, daß sich die Herren Scidenzüchter zur unentgeltlichen Entgegennahme derselben schleunigst melden wollen. — (Sololabend.) Morgen Samstag den 3. d. M. findet wieder ein Sololabend im Gasthause zum Elefanten statt. Das Pro­gramm ist folgendes: 1. 2dor. 2. Li-sllCLlj na Knloävoi'u 20. maro». 3. ZaiiwLPLV, ^ojs zo3p. Necieu. 4. OveteroZ^ev. 5. I^ra na Karmonilii. 6. Tnplöt. 7. Vreuoslj, migijon na SaKje^u. 8. I^ra n«, Iiarmouil«, sviiÄ Z. Wu3LppL Larto­lini 12 Nantove. 9. 6nrsöa Ijuds^en. I^ra, ^aus23, ^HirZLii­tsläsrja. 19. VsliliH loterij». 11. Delclarüaoija. 12. (^vetero­sr^sv. 13. krsv^LtnoZt 8veta. 14. VeliKi, finale. Bei der Mannigfaltigkeit des Programmes ist ein angenehmer Abend und ein zahlreicher Besuch der Mitglieder des Solol und der 6italnica zu erwarten. Bei der Lotterie werden 24 schöne Gewinnste ausge­spielt und ist das Erträgniß derselben für das Vodnildenkmal be­stimmt, worauf wir besonders aufmerksam machen. — (Vom katholischen Verein für Krain.) Zur Feier der Setundiz des heiligen Vaters wird Samstag den 10. Apri l als am 50. Jahrestage der Priesterweihe desselben, ein feierliches Hochamt um 10 Uhr in der Ursuline ntirche abgehalten werden. Die Bänke der 1. Abtheilung auf der Epistel­seite sind für die männlichen, die, auf der Evangeliumseite für die weiblichen Vereinsglieder vorbehalten. — Sonnta g den 1^1.d.M. Abends 6 Uhr findet zur selben Feier im Saale der öilalnica, welchen die Direktion dieses Vereines bereitwilligst überließ, eine Versammlung der Vereinsglieder statt, bei welcher Ver­sammlung Vorträge, Vorlesungen und Gesänge abwechseln werden. >— Die Einladung, sowohl zur Kirchenfeier als der Abenbverfamm» lung findet an alle auswärtigen wie hiesigen Vereinsglieder anmit statt. — (Ein sonderbarer Schwärmer) ist jener Korrespon­dent der „Tagespost", welcher im Geiste schon den DeLman auf dem Bürgermeisterstuhle sitzen und als Vermittler zur Hebung der gegen­wärtig in Laibach herrschenden Dissonanzen wirken sieht. DeLman, das peisonifizirte „Tagblatt" und — Vermittler!! >— („Brencelj" Nr. 5) erscheint heute und wird Abends ausgegeben. Auf mehrfache Anfragen und Reklamationen erklären wir, daß derselbe den Abonnenten des „Triglav" der Bequemlichkeit halber in's Haus zugestellt wird. Die Nummern 1 und 2 sind gänz­lich vergriffen und kann dießbezüglich den Wünschen der verehrten Abonnenten leider nicht mehr entsprochen werden. Diejenigen, welche diese Nummern nicht erhalten und den ganzen Pränumerationsbetrag bis Ende Juni bereits gezahlt haben, wollen dieß der Administra­tion (Ottokar Klerr's Buchhandlung, Hauptplatz) bekannt geben, wo­hin auch allfällige Reklamationen abressirt werden mögen. — Privlltbriefen aus Cill i entnehmen wir, daß man dort für unfern Korrespondenten einen gewissen Herrn 2moler2i ö hält. Da wir einen Herrn dieses Namens in unserer Korresponden­tenliste vergeblich suchen, die bewußten Artikel vielmehr aus einer uns wohlbekannten Feder stießen, so wird das Gerücht, welches den obenerwähnten Herrn für den Verfasser derselben bezeichnet, auf bos­hafte persönliche Tendenzen zu reduzircn und deren Quelle leicht zu finden fein. Die Redaktion. Verstorbene. Den 14. Mälz. Der hochwürdige Herr Pater Angelu« Gorenc, Fran­ziskaner Ordens-Priester, alt 7? Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. IL, am wiederholten Schlagfiuffe. — Josef Lampiö, Maurer, alt 60 Jahre, in der St. Petersvorftadt Nr. 3, am serösen Schlagfiuffe. — Herr Konstantin Dörfler, Schriftsetzer, alt 29 Jahre, im Zivilsvital, an der Luftröhrenschwindsucht. Den 1«. März. Martin Polja»»«!, Inwohner, alt L9 Jahre, im Zivil­svital, an Altersschwache. — Antonio Badin, Köchin, alt 46 Jahre, im Zi­vilsvital, an Erschöpfung der Kräfte. — Helena MoLina, Inwohnerin, alt 83 Jahre, in der St. Petersvorftadt Nr. 14, an der Lungenlähmung. — Dem Herrn Andreas Kumv, k. f. Amtsdiencr, sein erstgebornes Zwillingskind Josef, alt 14 Tage, in der Stadt Nr. 111, an Fraisen. Den 17, März. Herr Johann Itiimker, Pens, k, f. Postamts-Kontrolor, alt 32 Jahre, in der Krakauvorstadt Nr. 3, »n Erschöpfung der Kräfte. Den 16. März. Dem Josef Sanrab, Taglöhner, seine Tochter Fran­ziska, alt 8'/? Iah«, im Tlisabeth-Kiuderspital in der Polanavorstadt Ni. 67, am Typhus. Den 21. März. Frau Franziska Pauliö, k. k. Postmeifterswilwe, alt 8? Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. 50, an Altersschwäche. — Dem Herr» Heinrich Iuch, Schuhmachernleister, sein Kind Johanna, alt 2 Jahre und 2 Monate, in der Stadt Nr. 111, an Fraisen, infolge Rücktritts der Masern. — Herr Lorenz Krach, Fotograf, alt 53 Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. 18, an der Auszehrung. Den 22. März. Maria Isteniö, Inwohnerin alt 53 Jahre, im Zivil­spital, an Erschöpfung der Kräfte. — Herr Josef Wolta, gewesener Schuh­machermeister, alt 84 Jahre, in der Gradischavorstadt Nr. 10, am Schlagfiuffe. Den 24. März. Die wohlgeborne Frau Anna Edle von Maffei-Glatt­fort, k. k. Setretürswitwe, im 83. Lebensjahre, in der Stadt Nr. 212, an Erschöpfung der Kräfte. — Franziska Rupnik, Stubenmädchen, alt 27 Jahre, in der Kapuzinervorstadt Nr. SN, an der Lungenlühmung. Den 26. März. Der Frau Julie Közlinger, k. t. Revisions-Assiftentens­witwe, ihr Kind Anna Maria, alt 2'/< Jahre, in der Gradischavorstadt Nr. 71, an der Tuberkulose. Den 28. März. Dem Franz Kotar, Vahnwächter, sein Kind Franziska, alt 10 Monate, in der Polanavorstadt Nr. 30, an der Lungenlähmung. Eingesendet. Mir wurden heule anonym 20 st. ö. W. zugemittelt mit der Erklärung: „Geschenk sür den katholischen Verein in Folge des Ein­gesendet in der gestrigen „Laibacher Zeitung", hervorgerufen durch die verdächtigende Notiz in Nr. 69 des „Tagblatt". Der Empfang wird hiemit dankend bestätiget. Laibach, 31. März 1869. 32—1 . ^Vilbelm Kra l ^Vulml»lillla»8LlIi. — Für die Redaktion verantwortlich: 5aK. HI6Lovo. — Druck von ^08et Llasinl! in Laibach.